Europäische Union

Beschluss 2008/616/JI des Rates vom 23. Juni 2008 zur Durchführung des Beschlusses 2008/615/JI zur Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere zur Bekämpfung des Terrorismus und der grenzüberschreitenden Kriminalität

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2024-04-25

Quellenkennung: 32008D0616. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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dard. Der Datensatz enthält Informationen von besonderem Interesse für die Stellen, die die Datei aussenden oder empfangen. Um zu gewährleisten, dass die miteinander kommunizierenden daktyloskopischen Systeme kompatibel sind, dürfen nur die unten angegebenen Felder in dem Datensatz enthalten sein. Dieses Dokument gibt an, welche Felder obligatorisch und welche fakultativ sind, und es legt ferner die Struktur der einzelnen Felder fest. 4.1.   Felder für Typ-2-Datensätze 4.1.1.    Feld 2.001: Logical Record Length (LEN) Dieses obligatorische Feld enthält die Länge dieses Typ-2-Datensatzes und gibt die Gesamtmenge von Bytes an; darin enthalten sind alle Zeichen in allen Feldern des Datensatzes sowie die Informationstrennzeichen. 4.1.2.    Feld 2.002: Image Designation Character (IDC) Das in diesem obligatorischen Feld enthaltene IDC ist eine ASCII-Darstellung des IDC, das im Feld Dateiinhalt (File Content — CNT) des Typ-1-Datensatzes (Feld 1.003) definiert ist. 4.1.3.    Feld 2.003: System Information (SYS) Dieses Feld ist obligatorisch und enthält 4 Bytes, die angeben, welcher Version der Interpol-Implementierung (INT-I) dieser Typ-2-Datensatz entspricht. Die ersten 2 Bytes geben die führende Nummer der Version an, während die weiteren 2 Bytes die Revisionsnummer angeben. Diese Implementierung basiert beispielsweise auf der INT-I-Version 4 Revision 22 und würde somit als „0422“ dargestellt werden. 4.1.4.    Feld 2.007: Case Number (CNO) Diese Nummer wird von der örtlichen Daktyloskopiestelle einer Sammlung von Fingerabdruckspuren, die an einem Tatort gesichert wurden, zugeordnet. Dabei wird folgendes Format verwendet: CC/number wobei CC der Interpol-Ländercode ist (2 alphanumerische Zeichen) und „number“ den jeweiligen Leitlinien vor Ort entspricht und aus bis zu 32 alphanumerischen Zeichen bestehen kann. Mit diesem Feld kann das System Fingerabdruckspuren identifizieren, die mit einer bestimmten Straftat verbunden sind. 4.1.5.    Feld 2.008: Sequence Number (SQN) Dieses Feld gibt jede Sequenz von Fingerabdruckspuren im Rahmen eines bestimmten Falls an. Es kann aus bis zu 4 numerischen Zeichen bestehen. Eine Sequenz ist eine Fingerabdruckspur oder eine Reihe von Fingerabdruckspuren, die zum Zwecke der Archivierung und/oder Suche zusammengefasst werden. Aufgrund dieser Definition müssen auch einzelne Fingerabdruckspuren eine Sequenznummer erhalten. Dieses Feld kann zusammen mit dem Feld MID (Feld 2.009) benutzt werden, um eine bestimmte Fingerabdruckspur innerhalb einer Sequenz zu identifizieren. 4.1.6.    Feld 2.009: Latent Identifier (MID) Dieses Feld bezeichnet eine einzelne Fingerabdruckspur innerhalb einer Sequenz. Der Wert besteht aus einem einzelnen oder 2 Buchstaben, wobei „A“ die erste Fingerabdruckspur und „B“ die zweite Fingerabdruckspur bezeichnet, bis zu maximal „ZZ“. Dieses Feld wird analog zur Fingerabdruckspur-Sequenznummer verwendet (siehe Beschreibung von Feld 2.008 SQN). 4.1.7.    Feld 2.010: Criminal Reference Number (CRN) Dies ist eine eindeutige Referenznummer, die eine nationale Behörde einer Person zuteilt, die zum ersten Mal beschuldigt wird, eine Straftat begangen zu haben. Innerhalb eines Landes hat eine Person nie mehr als eine CRN, und es haben nie zwei Personen dieselbe CRN. Eine Person kann jedoch Straftäter-Referenznummern in mehreren Ländern haben; in diesem Fall unterscheiden sie sich durch den Ländercode. Für das CRN-Feld wird folgendes Format verwendet: CC/number wobei CC der Ländercode nach ISO 3166 ist (2 alphanumerische Zeichen) und „number“ den jeweiligen nationalen Leitlinien der ausstellenden Behörde entspricht und aus bis zu 32 alphanumerischen Zeichen bestehen kann. Für Transaktionen gemäß dem Beschluss 2008/615/JI wird dieses Feld für die nationale Straftäter-Referenznummer der Behörde, die den Datensatz erstellt, verwendet; diese Nummer ist mit den Abbildungen in den Typ-4- oder Typ-15-Datensätzen verknüpft. 4.1.8.    Feld 2.012: Miscellaneous Identification Number (MN1) Dieses Feld enthält die im Rahmen einer CPS- oder PMS-Transaktion übermittelte CRN (Feld 2.010) ohne den vorangestellten Ländercode. 4.1.9.    Feld 2.013: Miscellaneous Identification Number (MN2) Dieses Feld enthält die im Rahmen einer MPS- oder MMS-Transaktion übermittelte CNO (Feld 2.007) ohne den vorangestellten Ländercode. 4.1.10.    Feld 2.014: Miscellaneous Identification Number (MN3) Dieses Feld enthält die im Rahmen einer MPS- oder MMS-Transaktion übermittelte SQN (Feld 2.008). 4.1.11.    Feld 2.015: Miscellaneous Identification Number (MN4) Dieses Feld enthält das im Rahmen einer MPS- oder MMS-Transaktion übermittelte MID (Feld 2.009). 4.1.12.    Feld 2.063: Additional Information (INF) Bei einer SRE-Transaktion im Anschluss an eine PMS-Anfrage enthält dieses Feld Informationen über den Finger, der den möglichen Treffer (HIT) ergeben hat. Das Feld hat folgendes Format: NN wobei NN der in Tabelle 5 definierte Fingerpositionscode ist (2 Zeichen). In allen anderen Fällen ist das Feld fakultativ. Es besteht aus bis zu 32 alphanumerischen Zeichen und kann zusätzliche Informationen über die Suchanfrage enthalten. 4.1.13.    Feld 2.064: Respondents List (RLS) Dieses Feld enthält mindestens 2 Unterfelder. Das erste Unterfeld beschreibt die Art der durchgeführten Suche anhand der aus 3 Buchstaben bestehenden Mnemonik, die die Art der Transaktion im TOT (Feld 1.004) bezeichnen. Das zweite Unterfeld enthält ein einziges Zeichen. Ein „I“ bedeutet, dass ein HIT gefunden wurde, und ein „N“ gibt an, dass keine Übereinstimmung gefunden wurde (NOHIT). Das dritte Unterfeld enthält die Sequenz-Kennnummer für die gefundenen Kandidaten und die Gesamtzahl der Kandidaten, getrennt durch einen Schrägstrich. Bei mehreren Kandidaten werden entsprechend mehrere Mitteilungen gesendet. Bei einem möglichen HIT enthält das vierte Unterfeld die Trefferzahl (score) aus bis zu 6 Zeichen. Wurde der HIT überprüft, so enthält dieses Teilfeld den Wert „999999“. Beispiel: „CPS{RS}I{RS}001/001 {RS}999999{GS}“ Teilt das AFIS der ersuchten Stelle keine Trefferzahlen (score) mit, so sollte an der entsprechenden Stelle die Trefferzahl Null verwendet werden. 4.1.14.    Feld 2.074: Status/Error Message Field (ERM) Dieses Feld enthält aus den Transaktionen hervorgehende Fehlermeldungen, die im Rahmen einer Fehlertransaktion an die ersuchende Stelle zurückgesandt werden. Tabelle 3: Fehlermeldungen Numerischer Code (1-3) Bedeutung (5-128) 003 ERROR: UNAUTHORISED ACCESS 101 Mandatory field missing 102 Invalid record type 103 Undefined field 104 Exceed the maximum occurrence 105 Invalid number of subfields 106 Field length too short 107 Field length too long 108 Field is not a number as expected 109 Field number value too small 110 Field number value too big 111 Invalid character 112 Invalid date 115 Invalid item value 116 Invalid type of transaction 117 Invalid record data 201 ERROR: INVALID TCN 501 ERROR: INSUFFICIENT FINGERPRINT QUALITY 502 ERROR: MISSING FINGERPRINTS 503 ERROR: FINGERPRINT SEQUENCE CHECK FAILED 999 ERROR: ANY OTHER ERROR. FOR FURTHER DETAILS CALL DESTINATION AGENCY. Fehlermeldungen im Bereich zwischen 100 und 199: Diese Fehlermeldungen beziehen sich auf die Validierung der ANSI/NIST-Datensätze und sind wie folgt definiert: <error_code 1>: IDC <idc_number 1> FIELD <field_id 1> <dynamic text 1> LF <error_code 2>: IDC <idc_number 2> FIELD <field_id 2> <dynamic text 2>… wobei —  error_code ein Code ist, der sich ausschließlich auf einen spezifischen Grund bezieht (siehe Tabelle 3); —  field_id die ANSI/NIST-Feldnummer des nicht korrekten Feldes ist (z. B. 1.001, 2.001 usw.), und zwar im Format <record_type>.field_id>.sub_field_id>; —  dynamic text eine genauere Beschreibung des Fehlers ist; —  LF ein Zeilenvorschub (Line Feed) als Trennung zwischen Fehlern ist, wenn mehrere Fehler auftreten; —  für Typ-1-Datensätze das IDC als „-1“ definiert wird. Beispiel: 201: IDC - 1 FIELD 1.009 WRONG CONTROL CHARACTER {LF} 115: IDC 0 FIELD 2.003 INVALID SYSTEM INFORMATION Dieses Feld ist bei Fehlertransaktionen obligatorisch. 4.1.15.    Feld 2.320: Expected Number of Candidates (ENC) Dieses Feld enthält die von der anfragenden Stelle erwartete Höchstzahl von Kandidaten zur Überprüfung. Der Wert des ENC-Feldes darf die in Tabelle 11 definierten Werte nicht übersteigen. 5.   Typ-4-Datensatz: Hochauflösendes Bild in Grautönen Typ-4-Datensätze sind binär codiert, sie haben keine ASCII-Zeichen. Daher wird jedem Feld eine Position im Datensatz zugewiesen, was bedeutet, dass alle Felder obligatorisch zu besetzen sind. Der Standard ermöglicht es, sowohl Bildgröße als auch Auflösung im Datensatz zu spezifizieren. Typ-4-Datensätze werden zur Einbindung daktyloskopischer Bilddaten benötigt, die mit einer nominalen Pixeldichte von 500 bis 520 Pixel/Inch übertragen werden. Bevorzugte Pixelrate bei neuen Grafiken ist 500 Pixel/Inch oder 19,68 Pixel/mm. Eine Dichte von 500 Pixel/Inch wird von der INT-I-Norm vorgeschrieben; allerdings können vergleichbare Systeme auch ohne Einhaltung dieser bevorzugten Pixelrate miteinander kommunizieren, sofern sich die Rate zwischen 500 und 520 Pixel/Inch bewegt. 5.1.   Felder von Typ-4-Datensätzen 5.1.1.    Feld 4.001: Logical record length (LEN) Dieses 4-Byte-Feld enthält die Länge des Typ-4-Datensatzes und gibt die Gesamtanzahl von Bytes, d. h. jedes Byte von jedem im Datensatz enthaltenen Feld, an. 5.1.2.    Feld 4.002: Image designation character (IDC) Hierbei handelt es sich um die 1-Byte-Binärdarstellung der IDC-Nummer die im Typ 1 festgelegt wurde. 5.1.3.    Feld 4.003: Impression type (IMP) Der Abdrucktyp ist ein 1-Byte-Feld, das das sechste Byte des Datensatzes belegt. Tabelle 4: Fingerabdrucktyp Code Description 0 Live-scan of plain fingerprint 1 Live-scan of rolled fingerprint 2 Non-live scan impression of plain fingerprint captured from paper 3 Non-live scan impression of rolled fingerprint captured from paper 4 Latent impression captured directly 5 Latent tracing 6 Latent photo 7 Latent lift 8 Swipe 9 Unknown 5.1.4.    Feld 4.004: Finger position (FGP) Dieses Feld mit einer festen Länge von 6 Bytes belegt die siebte bis zwölfte Byte-Position im Typ-4-Datensatz. Es enthält die möglichen Fingerabdruckpositionen und beginnt mit dem äußersten linken Byte (Byte 7 des Datensatzes). Die bekannte bzw. wahrscheinlichste Fingerabdruckposition wird der Tabelle 5 entnommen. Maximal 5 weitere Finger können durch Aufnahme der alternativen Fingerabdruckpositionen in den verbleibenden 5 Bytes unter Verwendung desselben Formats referenziert werden. Sollen weniger als 5 Referenzwerte für Fingerabdruckpositionen verwendet werden, werden die ungenutzten Bytes mit dem Binärwert 255 belegt. Um alle Fingerabdruckpositionen zu referenzieren, wird der Code 0 (= unbekannt) verwendet. Tabelle 5: Fingerabdruckpositionscode und maximale Größe Finger position Finger code Width (mm) Length (mm) Unknown 0 40,0 40,0 Right thumb 1 45,0 40,0 Right index finger 2 40,0 40,0 Right middle finger 3 40,0 40,0 Right ring finger 4 40,0 40,0 Right little finger 5 33,0 40,0 Left thumb 6 45,0 40,0 Left index finger 7 40,0 40,0 Left middle finger 8 40,0 40,0 Left ring finger 9 40,0 40,0 Left little finger 10 33,0 40,0 Plain right thumb 11 30,0 55,0 Plain left thumb 12 30,0 55,0 Plain right four fingers 13 70,0 65,0 Plain left four fingers 14 70,0 65,0 Für Tatortspuren sollten nur die Codes 0 bis 10 verwendet werden. 5.1.5.    Feld 4.005: Image scanning resolution (ISR) Dieses 1 Byte große Feld belegt das 13. Byte eines Typ-4-Datensatzes. Enthält es „0“, so wurde das Bild mit der bevorzugten Scan-Rate von 19,68 Pixel/mm (500 Pixel/Inch) abgetastet. Enthält es „1“, dann wurde das Bild mit einer anderen Scan-Rate als der für den Typ-1-Datensatz empfohlenen Scan-Rate abgetastet. 5.1.6.    Feld 4.006: Horizontal line length (HLL) Dieses Feld belegt die Bytes 14 und 15 im Typ-4-Datensatz. Es legt die Anzahl der Pixel in jeder horizontal verlaufenden Linie (scan line) fest. Die höchstwertige Stelle ist das erste Byte. 5.1.7.    Feld 4.007: Vertical line length (VLL) Dieses Feld erfasst in den Bytes 16 und 17 die im Bild vorhandene Anzahl vertikaler Linien (scan lines). Die höchstwertige Stelle ist das erste Byte. 5.1.8.    Feld 4.008: Gray-scale Compression Algorithm (GCA) Dieses Feld erfasst den zur Bilddatencodierung verwendeten Graustufenkomprimierungsalgorithmus. Hierbei gibt Binär „1“ an, dass die WSQ-Komprimierung (Anlage 7) verwendet wurde. 5.1.9.    Feld 4.009: Image Dieses Feld enthält einen Bytestrom, der das Bild darstellt. Natürlich richtet sich seine Struktur nach dem verwendeten Komprimierungsalgorithmus. 6.   Typ-9-Datensatz: Minutiendatensatz Typ-9-Datensätze enthalten ASCII-Text mit einer Beschreibung der Minutien und zugehörigen codierten Informationen zu einer Spur. Im Hinblick auf die Spurensuche gibt es keine Beschränkung für Typ-9-Datensätze in einer Datei, da jeder Datensatz zu einer anderen Ansicht oder Spur gehört. 6.1.   Minutienextraktion 6.1.1.    Identifizierung des Minutientyps Dieser Standard legt drei Bezeichner fest, die zur Beschreibung des Minutientyps verwendet werden. Sie sind in Tabelle 6 aufgeführt. Ein Papillarlinienende wird als Typ 1, eine Gabelung als Typ 2 bezeichnet. Lässt sich eine Minutie nicht eindeutig einem der beiden vorgenannten Typen zuordnen, wird sie als Typ 0 „Sonstige“ bezeichnet. Tabelle 6: Minutientypen Type Description 0 Other 1 Ridge ending 2 Bifurcation 6.1.2.    Minutienposition und -typ Damit Schablonen die Anforderungen des Abschnitts 5 der Norm ANSI INCITS 378-2004 erfüllen, ist für die Bestimmung der Position (Lage und Neigung) jeder einzelnen Minutie die folgende Methode zu verwenden, die eine Verbesserung gegenüber der zurzeit geltenden Norm INCITS 378-2004 darstellt. Bei einer Minutie, die ein Papillarlinienende darstellt, bildet der Verzweigungspunkt im Talbereich des Papillarlinienbildes unmittelbar in Höhe des Papillarlinienendes den Minutienort. Sind die drei Stränge im Talbereich zu einer 1 Pixel dünnen Papillarlinie verdünnt, dann bildet der Kreuzungspunkt den Minutienort. Analog dazu ist die Minutienposition einer Gabelung die Erhöhung im Gabelungspunkt. Wenn sich jeder der drei Linienstränge zu einer 1 Pixel dünnen Papillarline verjüngt, dann bildet der Punkt, an dem die drei Stränge sich kreuzen, den Minutienort. Nachdem alle Papillarlinienenden in Gabelungen umgewandelt sind, werden alle Minutien des daktyloskopischen Bildes als Gabelungen dargestellt. Die Pixelkoordinaten x und y des Schnittpunkts der drei Stränge jeder Minutie können direkt formatiert werden. Die Bestimmung der Minutienrichtung kann aus jedem Papillarlinienbild abgeleitet werden. Die drei Stränge jeder Papillarliniengabelung müssen untersucht und der Endpunkt jedes Strangs muss ermittelt werden. Abbildung 6.1.2 zeigt die Methoden zur Bestimmung des Strangendes mit einer Scan-Auflösung von 500 ppi. Die Endung wird nach dem zuerst eintretenden Ereignis ermittelt. Die Pixelzählung basiert auf einer Scan-Auflösung von 500 ppi. Unterschiedliche Scan-Auflösungen würden auch unterschiedliche Pixelzählungen bedeuten: —  eine Distanz von 0,064 ″ (der 32. Pixel); —  das Ende des Skelettlinienstrangs, das sich in einer Distanz zwischen 0,02 ″ und 0,064 ″ (vom 10. bis 32. Pixel) befindet; kürzere Stränge werden nicht verwendet; —  eine zweite Gabelung befindet sich auf einer Strecke von 0,064 ″ (vor dem 32. Pixel). Abbildung 6.1.2 Der Minutienwinkel wird bestimmt, indem drei virtuelle Strahlen, ausgehend von der Gabelung bis zum Ende jedes Strangs, konstruiert werden. Der kleinste der drei von den Strahlen gebildeten Winkel wird halbiert und ergibt so die Minutienrichtung. 6.1.3.    Koordinatensystem Das zur Darstellung der Minutien eines Fingerabdrucks verwendete Koordinatensystem ist ein kartesisches System. Die Minutienorte werden durch ihre x- und y-Koordinaten dargestellt. Koordinatenursprung ist die linke obere Ecke des Originalbildes, wobei x nach rechts, y nach unten ansteigende Werte aufweist. Sowohl die x- als auch die y-Koordinate einer Minutie ist vom Ursprung ausgehend in Pixeleinheiten darzustellen. Es sei darauf verwiesen, dass Ursprungsort und Maßeinheiten nicht der Konvention für Begriffsbestimmungen der Typ-9-Datensätze aus der Norm ANSI/NIST-ITL 1-2000 entsprechen. 6.1.4.    Minutienrichtung Winkel werden im üblichen mathematischen Format ausgedrückt, d. h. Nullwinkel rechts, ansteigende Winkel entgegen Uhrzeigerrichtung. Erfasst wird bei Papillarlinienenden die Richtung entlang der Papillarlinie und bei Gabelungen die Richtung zur Mitte des Talbereichs. Diese Konvention ist um 180 Grad versetzt gegenüber der Winkelkonvention, wie sie in den Begriffsbestimmungen für Typ-9-Datensätze in der Norm ANSI/NIST-ITL 1-2000 beschrieben ist. 6.2.   Felder von Typ-9-Datensätzen im INCITS-378-Format Alle Felder von Typ-9-Datensätzen sind als ASCII-Text zu speichern. Binärfelder sind in diesem nummerierten Datensatz nicht zulässig. 6.2.1.    Feld 9.001: Logical record length (LEN) Dieses obligatorische ASCII-Feld enthält die Länge des Datensatzes und gibt die Gesamtanzahl von Bytes, d. h. auch jedes Zeichen von jedem im Datensatz enthaltenen Feld, an. 6.2.2.    Feld 9.002: Image designation character (IDC) Dieses obligatorische 2-Byte-Feld ist für die Kennzeichnung und Lokalisierung der Minutiendaten zu verwenden. Der in diesem Feld enthaltene IDC muss mit dem IDC übereinstimmen, der sich in dem Feld „Dateiinhalt“ des Typ-1-Datensatzes befindet. 6.2.3.    Feld 9.003: Impression type (IMP) Dieses obligatorische 1-Byte-Feld beschreibt, auf welche Weise die daktyloskopischen Bildinformationen gewonnen wurden. Der ASCII-Wert des aus der Tabelle 4 ausgewählten Codes wird zur Kennzeichnung des Abdrucktyps in dieses Feld eingegeben. 6.2.4.    Feld 9.004: Minutiæ format (FMT) Dieses Feld enthält ein „U“ als Hinweis darauf, dass die Minutien nach dem M1-378-Standard formatiert wurden. Zwar können die Daten nach dem M1-378-Standard codiert werden, doch müssen alle Datenfelder des Typ-9-Datensatzes weiterhin als ASCII-Textfelder formatiert sein. 6.2.5.    Feld 9.126: CBEFF information Dieses Feld enthält 3 Informationselemente. Das erste Informationselement enthält den Wert „27“ (0x1B). Hierbei handelt es sich um die Kennung des CBEFF-Formatinhabers, die von der International Biometric Industry Association (IBIA) dem Technischen Ausschuss M1 von INCITS zugewiesen wurde. Das Zeichen <US> soll dieses Informationselement von dem CBEFF-Formattyp abgrenzen, dem ein Wert „513“ (0x0201) zugewiesen wurde, um anzugeben, dass dieser Datensatz nur Daten über Ort und Neigung ohne sonstige Daten des erweiterten Datenblocks enthält. Das Zeichen <US> grenzt dieses Datenelement von der CBEFF-Produktkennung (PID) ab, die auf den „Eigentümer“ der Codiereinrichtung hinweist. Dieser Wert wird vom Lieferant festgelegt. Er kann von der IBIA-Website (www.ibia.org) abgerufen werden, sofern er veröffentlicht wird. 6.2.6.    Feld 9.127: Capture equipment identification Dieses Feld enthält 2 durch das Zeichen <US> getrennte Informationselemente. Das erste Informationselement erhält die Zeichen „APPF“, wenn zertifiziert wurde, dass das für die Bilderfassung zuerst eingesetzte Gerät die Anforderungen des Anhangs F (IAFIS Image Quality Specification, January 29, 1999) der Norm CJIS-RS-0010 (FBI-Spezifikation zur elektronischen Übertragung von Fingerabdrücken) erfüllt. Andernfalls hat das Informationselement den Wert „NONE“. Das zweite Informationselement enthält die Erfassungsgerätekennung, bei der es sich um die dem Lieferer zugewiesene Erzeugnisnummer des Erfassungsgerätes handelt. Der Wert „0“ gibt an, dass keine Erfassungsgerätekennung gemeldet wurde. 6.2.7.    Feld 9.128: Horizontal line length (HLL) Dieses obligatorische ASCII-Feld enthält die Anzahl der Pixel einer einzelnen horizontalen Zeilenlänge des übertragenen Bildes. Das maximale Horizontalmaß ist auf 65 534 Pixel begrenzt. 6.2.8.    Feld 9.129: Vertical line length (VLL) Dieses obligatorische ASCII-Feld enthält die Anzahl der im übertragenen Bild enthaltenen horizontalen Zeilen. Das maximale Vertikalmaß ist auf 65 534 Pixel begrenzt. 6.2.9.    Feld 9.130: Scale units (SLC) Dieses obligatorische ASCII-Feld gibt die Maßeinheiten für die Angabe der Bildabtastfrequenz (Pixeldichte) an. Eine „1“ in diesem Feld bedeutet Pixel/Inch, eine „2“ steht für Pixel/cm. Eine „0“ in diesem Feld bedeutet, dass keine Maßeinheit vorgegeben wurde. In diesem Fall liefert der Quotient aus HPS/VPS das Seitenverhältnis. 6.2.10.    Feld 9.131: Horizontal pixel scale (HPS) Dieses obligatorische ASCII-Feld gibt die ganzzahlige Pixeldichte in horizontaler Richtung an, wenn im SLC-Feld eine „1“ oder eine „2“ steht. Andernfalls gibt es die horizontale Komponente des Seitenverhältnisses an. 6.2.11.    Feld 9.132: Vertical pixel scale (VPS) Dieses obligatorische ASCII-Feld gibt die ganzzahlige Pixeldichte in vertikaler Richtung an, wenn im SLC-Feld eine „1“ oder eine „2“ steht. Andernfalls gibt es die vertikale Komponente des Seitenverhältnisses an. 6.2.12.    Feld 9.133: Finger view Dieses obligatorische Feld enthält die zu diesem Datensatz gehörende Fingernummer. Die Nummer beginnt bei „0“ und geht in Einerschritten bis „15“. 6.2.13.    Feld 9.134: Finger position (FGP) Dieses Feld enthält den Code der Fingerabdruckposition, die die Daten zu diesem Typ-9-Datensatz erzeugt hat. Ein Code zwischen 1 und 10 aus Tabelle 5 bzw. der entsprechende Handabdruckcode aus Tabelle 10 ist für die Angabe der Finger- bzw. Handabdruckposition zu verwenden. 6.2.14.    Feld 9.135: Finger quality Dieses Feld gibt die Qualität der Daten der Fingerminutien an; die Werte hierfür liegen zwischen 0 und 100. Die Zahl erfasst die gesamte Qualität des Fingerdatensatzes und spiegelt die Qualität des Originalbilds, der Extraktion der Minutien und weitere Arbeitsabläufe, die den Minutiendatensatz beeinflussen können, wider. 6.2.15.    Feld 9.136: Number of minutiæ Dieses obligatorische Feld nennt die Zahl der in diesem Datensatz erfassten Minutien. 6.2.16.    Feld 9.137: Finger minutiæ data Dieses obligatorische Feld enthält 6 durch das Zeichen <US> getrennte Informationselemente. Es besteht aus mehreren Unterfeldern, die jeweils die Details zu den einzelnen Minutien enthalten. Die Gesamtzahl der Minutienunterfelder muss mit der in Feld 136 angegebenen Zahl übereinstimmen. Das erste Informationselement ist die Minutienindexzahl, die mit „1“ beginnt und sich für jede weitere Minutie des Fingerabdrucks um „1“ erhöht. Das zweite Informationselement stellt die Pixelkoordinate x, das dritte die Pixelkoordinate y der Minutien dar. Das vierte Informationselement ist der in 2-Grad-Schritten erfasste Minutienwinkel. Dieser Wert darf nicht negativ sein; er reicht von 0 bis 179. Das fünfte Informationselement ist der Minutientyp. Ein Wert „0“ bezeichnet den Minutientyp „SONSTIGE“, der Wert „1“ ein Pa

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.