Europäische Union

Beschluss 2008/616/JI des Rates vom 23. Juni 2008 zur Durchführung des Beschlusses 2008/615/JI zur Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere zur Bekämpfung des Terrorismus und der grenzüberschreitenden Kriminalität

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2024-04-25

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R (Request), then empty. If quality! = 0 (the original requested profile), then empty. 4.2.3.2. PRUEM_request_type In der Nachricht enthaltene Datentypen; folgende Werte sind möglich: Value Description 3 Requests pursuant to Article 3 of Decision 2008/615/JI 4 Requests pursuant to Article 4 of Decision 2008/615/JI 4.2.3.3. PRUEM_hitquality_type Value Description 0 Referring original requesting profile: Case „No Hit“: original requesting profile sent back only Case „Hit“: original requesting profile and matched profiles sent back 1 Equal in all available alleles without wildcards 2 Equal in all available alleles with wildcards 3 Hit with Deviation (Microvariant) 4 Hit with mismatch 4.2.3.4. PRUEM_data_type In der Nachricht enthaltene Datentypen; folgende Werte sind möglich: Value Description P Person profile S Stain 4.2.3.5. PRUEM_data_result In der Nachricht enthaltene Datentypen; folgende Werte sind möglich: Value Description U Undefined, if direction = R (request) H Hit N No Hit E Error 4.2.3.6. IPSG_DNA_profile Struktur zur Beschreibung eines DNA-Profils. Sie enthält folgende Felder: Fields Type Description ess_issol IPSG_DNA_ISSOL Group of loci corresponding to the ISSOL (standard group of Loci of Interpol) additional_loci IPSG_DNA_additional_loci Other loci marker String Method used to generate of DNA profile_id String Unique identifier for DNA profile 4.2.3.7. IPSG_DNA_ISSOL Struktur, welche die ISSOL-Loci (Standard Group of Interpol loci) angibt. Sie enthält folgende Felder: Fields Type Description vwa IPSG_DNA_locus Locus vwa th01 IPSG_DNA_locus Locus th01 d21s11 IPSG_DNA_locus Locus d21s11 fga IPSG_DNA_locus Locus fga d8s1179 IPSG_DNA_locus Locus d8s1179 d3s1358 IPSG_DNA_locus Locus d3s1358 d18s51 IPSG_DNA_locus Locus d18s51 amelogenin IPSG_DNA_locus Locus amelogin 4.2.3.8. IPSG_DNA_additional_loci Struktur, welche die weiteren Loci enthält. Sie umfasst folgende Felder: Fields Type Description tpox IPSG_DNA_locus Locus tpox csf1po IPSG_DNA_locus Locus csf1po d13s317 IPSG_DNA_locus Locus d13s317 d7s820 IPSG_DNA_locus Locus d7s820 d5s818 IPSG_DNA_locus Locus d5s818 d16s539 IPSG_DNA_locus Locus d16s539 d2s1338 IPSG_DNA_locus Locus d2s1338 d19s433 IPSG_DNA_locus Locus d19s433 penta_d IPSG_DNA_locus Locus penta_d penta_e IPSG_DNA_locus Locus penta_e fes IPSG_DNA_locus Locus fes f13a1 IPSG_DNA_locus Locus f13a1 f13b IPSG_DNA_locus Locus f13b se33 IPSG_DNA_locus Locus se33 cd4 IPSG_DNA_locus Locus cd4 gaba IPSG_DNA_locus Locus gaba 4.2.3.9. IPSG_DNA_locus Struktur, die einen Locus beschreibt. Sie enthält folgende Felder: Fields Type Description low_allele String Lowest value of an allele high_allele String Highest value of an allele 5.   Anwendungs-, Sicherheits und Kommunikationsarchitektur 5.1.   Überblick Zur Implementierung der Anwendungen für den DNA-Datenaustausch im Rahmen des Beschlusses 2008/615/JI sollte ein gemeinsames logisch abgeschlossenes Telekommunikationsnetz zwischen den Mitgliedstaaten genutzt werden. Um eine effizientere Nutzung dieser gemeinsamen Kommunikationsinfrastruktur für die Übermittlung der Anfragen sowie der eintreffenden Antworten zu gewährleisten, wird ein asynchroner Mechanismus zur Verschlüsselung der in SMTP E-Mail-Nachrichten verpackten Anfragen zu DNA-Daten und daktyloskopischen Daten festgelegt. Zur Erfüllung der Sicherheitsanforderungen wird s/MIME als Erweiterung der SMTP-Funktionalität genutzt, um einen echten End-zu-End-Tunnel über das Netz einzurichten. Das operative TESTA-Netzwerk (Trans European Services for Telematics between Administrations) wird als Kommunikationsnetz für den Datenaustausch zwischen den Mitgliedstaaten genutzt. TESTA fällt in den Verantwortungsbereich der Europäischen Kommission. In Anbetracht dessen, dass sich die nationalen DNA-Datenbanken und die derzeitigen nationalen TESTA-Zugangspunkte an unterschiedlichen Orten in den Mitgliedstaaten befinden können, kann ein Zugang zu TESTA hergestellt werden entweder 1.  durch Nutzung des bestehenden nationalen Zugangspunktes oder durch Einrichtung eines neuen nationalen TESTA-Zugangspunktes oder 2.  durch Einrichtung einer gesicherten lokalen Verbindung zwischen dem Ort, an dem sich die DNA-Datenbank befindet und von der zuständigen nationalen Behörde verwaltet wird, und dem bestehenden nationalen TESTA-Zugangspunkt. Die laut Durchführungsbeschluss 2008/615/JI anzuwendenden Protokolle und Normen beruhen auf offenen Standards und erfüllen die Auflagen der Entscheidungsträger für die nationale Sicherheitspolitik in den Mitgliedstaaten. 5.2.   Höhere Architekturebenen Gemäß dem Beschluss 2008/615/JI stellt jeder Mitgliedstaat seine DNA-Daten für den Austausch mit und/oder den Abruf durch andere Mitgliedstaaten im allgemeinen Standarddatenformat zur Verfügung. Die Architektur basiert auf einem „any-to-any“-Kommunikationsmodell. Es gibt weder einen Zentralserver noch eine zentralisierte Datenbank zur Speicherung der DNA-Profile. Abbildung 1: Topologie des DNA-Datenaustauschs Zusätzlich zur Erfüllung nationaler rechtlicher Auflagen der Mitgliedstaaten kann jeder Mitgliedstaat entscheiden, welche Art von Hardware und Software bei der Konfiguration seines Standorts eingesetzt werden sollte, um den Anforderungen des Beschlusses 2008/615/JI gerecht zu werden. 5.3.   Sicherheitsstandards und Datenschutz Drei Ebenen von Sicherheitsaspekten wurden geprüft und umgesetzt. 5.3.1.    Datenebene Die von den einzelnen Mitgliedstaaten bereitgestellten DNA-Profildaten müssen mit einem gemeinsamen Datenschutzstandard übereinstimmen, so dass der anfragende Mitgliedstaat eine Information hauptsächlich über Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung (HIT oder No-HIT) erhält, wobei im Trefferfall (HIT) zugleich eine Identifizierungsnummer ohne personenbezogene Daten übermittelt wird. Die weiteren Ermittlungen nach einer Treffermeldung werden auf bilateraler Ebene entsprechend den nationalen rechtlichen und organisatorischen Vorschriften, denen die nationalen Standorte der betreffenden Mitgliedstaaten unterliegen, geführt. 5.3.2.    Kommunikationsebene Nachrichten mit DNA-Profil-Informationen (Anfragen und Antworten) werden anhand eines dem Stand der Technik entsprechenden Mechanismus, der offenen Standards wie beispielsweise s/MIME entspricht, verschlüsselt, bevor sie an die betreffenden Stellen der anderen Mitgliedstaaten übermittelt werden. 5.3.3.    Übermittlungsebene Alle verschlüsselten Nachrichten, die DNA-Profil-Informationen enthalten, werden den Standorten der anderen Mitgliedstaaten über ein VPN-(virtuelles privates Netzwerk)-Tunnelsystem zugeleitet, das auf internationaler Ebene von einem vertrauenswürdigen Netzbetreiber verwaltet wird; für die Einrichtung einer sicheren Verbindung zu diesem Tunnelsystem sind die einzelnen Mitgliedstaaten zuständig. Dieses VPN-Tunnelsystem hat keinen Verbindungspunkt mit dem offenen Internet. 5.4.   Für den Verschlüsselungsmechanismus zu verwendende Protokolle und Standards: s/MIME und dazugehörige Softwarepakete Zur Verschlüsselung von Nachrichten mit DNA-Profil-Informationen wird der offene Standard s/MIME, der den „de facto“-E-Mailstandard SMTP ergänzt, verwendet. Das Protokoll s/MIME (V3) unterstützt signierte Empfangsbestätigungen, Sicherheitsmarke (Security Label) und gesicherte Mailinglisten und basiert auf der Cryptographic Message Syntax (CMS), einer IETF-Spezifikation für kryptografisch geschützte Nachrichten. Es kann zur digitalen Signatur, Prüfsummenerstellung, Authentifizierung oder Verschlüsselung von digitalen Daten jeglicher Form verwendet werden. Das für den s/MIME-Mechanismus verwendete Zertifikat muss dem Standard X.509 entsprechen. Um einheitliche Standards und Verfahren mit anderen Prümer Anwendungen sicherzustellen, gelten für s/MIME-Verschlüsselungsvorgänge oder zur Verwendung unterschiedlicher kommerzieller Standardprodukte (COTS — Commercial Product of the Shelves) folgende Bearbeitungsregeln: —  Die Reihenfolge der Arbeitsvorgänge ist: erst verschlüsseln, dann signieren. —  Die Verschlüsselungsalgorithmen AES (Advanced Encryption Standard) mit einer Schlüssellänge von 256 Bit und RSA mit einer Schlüssellänge von 1 024 Bit werden jeweils für die symmetrische und die asymmetrische Verschlüsselung verwendet. —  Der Hash-Algorithmus SHA-1 wird benutzt. Die s/MIME-Funktionalität ist bereits Bestandteil der überwiegenden Mehrzahl moderner E-Mail-Softwarepakete einschließlich Outlook, Mozilla Mail sowie Netscape Communicator 4.x und bietet eine Interoperabilität mit allen gängigen E-Mail-Softwarepaketen. Aufgrund der einfachen Integration von s/MIME in die nationale IT-Infrastruktur an allen Standorten der Mitgliedstaaten wurde es als funktionsfähiger Mechanismus zur Realisierung der Sicherheitsstufe der Kommunikation ausgewählt. Um das Ziel „Konzeptnachweis (Proof of Concept)“ effizienter zu erreichen und Kosten zu senken, wurde jedoch der offene Standard Java Mail API für den Prototyp des DNA-Datenaustauschs gewählt. JavaMail API ermöglicht eine einfache Ver- und Entschlüsselung von E-Mails unter Einsatz von s/MIME und/oder OpenPGP. Es ist beabsichtigt, eine einzelne, leicht zu nutzende Schnittstelle für E-Mail-Clients bereitzustellen, die verschlüsselte E-Mails in den beiden geläufigsten E-Mail-Verschlüsselungsformaten verschicken und erhalten sollen. Daher genügen alle dem Stand der Technik entsprechenden Implementierungen der JavaMail-API den Anforderungen gemäß dem Beschluss 2008/615/JI, beispielsweise das Produkt Bouncy Castle JCE (Java Cryptographic Extension), das genutzt wird, um s/MIME für den Prototyp des DNA-Datenaustauschs zwischen allen Mitgliedstaaten zu implementieren. 5.5.   Anwendungsarchitektur Jeder Mitgliedstaat stellt jedem anderen Mitgliedstaat einen Satz (Set) standardisierter DNA-Profildaten zur Verfügung, die dem aktuellen gemeinsamen ICD entsprechen. Dies kann entweder durch Bereitstellung einer logischen Sicht (logical view) der eigenen nationalen Datenbank erfolgen, oder aber durch Einrichtung einer physisch exportierten Datenbank (Indexdatenbank). Anhand der vier Hauptkomponenten — E-Mail Server/s/MIME, Anwendungsserver, Data Structure Area für den Abruf/die Eingabe von Daten und zur Registrierung der eingehenden/ausgehenden Nachrichten, sowie Match Engine — wird die gesamte Anwendungslogik anbieterunabhängig implementiert. Um allen Mitgliedstaaten eine unkomplizierte Integration der Komponente in ihre jeweiligen nationalen Standorte zu ermöglichen, wurde die festgelegte gemeinsame Funktionalität anhand von Open-Source-Komponenten implementiert, die von den einzelnen Mitgliedstaaten entsprechend ihrer jeweiligen nationalen IT-Politik und ihren Vorschriften ausgewählt werden können. Aufgrund der anbieterunabhängigen Merkmale, die zu implementieren sind, um Zugang zu den Indexdatenbanken mit den DNA-Profilen zu erhalten, die in den Anwendungsbereich des Beschlusses 2008/615/JI fallen, genießt jeder Mitgliedstaat Entscheidungsfreiheit bei der Wahl seiner Hardware und Software-Plattform, einschließlich der Datenbank- und Betriebssysteme. Für den DNA-Datenaustausch wurde ein Prototyp entwickelt und auf dem bestehenden gemeinsamen Netzwerk mit Erfolg getestet. Die Version 1.0 wurde in die Produktionsumgebung eingebunden und befindet sich im täglichen operativen Einsatz. Die Mitgliedstaaten können dieses gemeinsam entwickelte Produkt nutzen oder aber ihre eigenen Produkte entwickeln. Die gemeinsamen Produktkomponenten werden gewartet, bedarfsgerecht angepasst und entsprechend den im Wandel befindlichen informationstechnischen, forensischen bzw. polizeifachlichen Anforderungen weiterentwickelt. Abbildung 2: Überblick über die Anwendungstopologie 5.6.   Für die Anwendungsarchitektur zu verwendende Protokolle und Standards 5.6.1.    XML Für den DNA-Datenaustausch wird in vollem Umfang das XML-Schema verwendet, das den SMTP-E-Mail-Nachrichten als Attachment beigefügt wird. XML (eXtensible Markup Language) ist eine vom W3C empfohlene allgemeine Markup-Sprache (Bezeichnungssprache) zur Schaffung spezieller Markup-Sprachen, mit denen viele verschiedene Arten von Daten beschrieben werden können. Das für den Austausch zwischen allen Mitgliedstaaten geeignete DNA-Profil wird im ICD-Dokument anhand von XML und dem XML-Schema beschrieben. 5.6.2.    ODBC Open DataBase Connectivity (ODBC) ist eine auf Standardsoftware gestützte API-Methode für den Zugang zu Datenbankverwaltungssystemen und macht sie unabhängig von Programmiersprachen, Datenbanken und Betriebssystemen. Allerdings hat ODBC auch einige Nachteile. Die Verwaltung einer großen Anzahl von Client-Maschinen kann dazu führen, dass eine Vielzahl von Treibern (Drivers) und DLL einbezogen werden. Diese Komplexität kann den mit der Systemverwaltung verbundenen Aufwand erhöhen. 5.6.3.    JDBC Java DataBase Connectivity (JDBC) ist ein API für die Programmiersprache Java, die definiert, auf welche Weise ein Client Zugang zu einer Datenbank erhält. Im Gegensatz zu ODBC erfordert JDBC nicht die Verwendung eines bestimmten Satzes von lokalen DLL im Desktop. Die Geschäftslogik zur Bearbeitung von DNA-Profil-Anfragen und -Antworten an jedem Standort der Mitgliedstaaten veranschaulicht die folgende Zeichnung. Sowohl die bei einer Anfrage als auch bei einer Antwort generierten Datenflüsse interagieren mit einem neutralen Datenbereich, der unterschiedliche Datenpools mit einer gemeinsamen Datenstruktur umfasst. Abbildung 3: Übersicht über den Anwendungs-Workflow im Standort der einzelnen Mitgliedstaaten 5.7.   Kommunikationsumgebung 5.7.1.    Gemeinsames Kommunikationsnetzwerk: TESTA und seine Nachfolgeinfrastruktur Für den DNA-Austausch nutzte die Anwendung E-Mails — ein asynchroner Mechanismus — zur Übermittlung von Anfragen und zur Entgegennahme von Antworten zwischen den Mitgliedstaaten. Da alle Mitgliedstaaten zumindest einen nationalen Zugangspunkt zu dem TESTA-Netzwerk haben, wird dieses für den DNA-Datenaustausch genutzt. TESTA bietet mit seinem E-Mail-Relay eine Reihe von Mehrwertdiensten. Neben dem Hosting TESTA-spezifischer E-Mail-Boxen ist die Infrastruktur in der Lage, Mailing-Verteilerlisten und Routing-Regelungen (Routing Policies) zu implementieren. Damit kann TESTA als Clearingstelle für Nachrichten eingesetzt werden, die an Behörden innerhalb der EU-weiten Domäne adressiert sind. Es können auch Virenprüffunktionen eingerichtet werden. Das durch eine Firewall geschützte TESTA E-Mail-Relay ist auf einer Hardware-Plattform mit hoher Verfügbarkeit aufgebaut, die sich im zentralen Standort der TESTA-Anwendung befindet. Die Domänennamendienste DNS (Domain Name Services) lösen Namensbezeichnungen (Resource Locators) in IP-Adressen auf und verstecken Adressierungen vor den Benutzern oder Anwendungen. 5.7.2.    Sicherheitserwägungen Im TESTA-Umfeld wurde das Konzept eines VPN (virtuelles privates Netzwerk) umgesetzt. Die für den Aufbau dieses VPN verwendete Tag-Switching-Technologie wird weiterentwickelt werden, um den IETF-Standard (Internet Engineering Task Force) MPLS (Multi-Protocol Label Switching) zu unterstützen. MPLS ist eine auf dem IETF-Standard basierende Technologie, die den Datenfluss im Netzwerk durch Vermeidung der Paketanalyse durch Zwischen-Router („Hops“) beschleunigt. Dies erfolgt auf der Grundlage so genannter Labels (Kennsätze), die durch Edge-Router des Backbones an das Datenpaket angehängt werden, auf der Basis der Informationen, die in der FIB (Forwarding Information Base) gespeichert sind. Labels werden auch zur Einrichtung virtueller privater Netze (VPNs) verwendet. MPLS kombiniert die Vorteile des Layer-3-Routing mit denen des Layer-2-Switching. Da IP-Adressen beim Durchlaufen des Backbones nicht evaluiert werden, werden von MPLS keine Beschränkungen für IP-Adressierung auferlegt. Darüber hinaus werden E-Mails im TESTA-Netzwerk durch einen s/MIME-gesteuerten Verschlüsselungsmechanismus geschützt. Ohne Schlüssel und das erforderliche Zertifikat können verschlüsselte Nachrichten in diesem Netzwerk nicht entschlüsselt werden. 5.7.3.    Für das Kommunikationsnetzwerk zu verwendende Protokolle und Standards 5.7.3.1. SMTP Das SMTP-Protokoll (Simple Mail Transfer Protocol) ist De-Facto-Standard für die Übermittlung von E-Mails über das Internet. SMTP ist ein relativ einfaches, textbasiertes Protokoll, bei dem ein oder mehrere Empfänger einer Nachricht angegeben werden, woraufhin der Text der Nachricht übermittelt wird. SMTP verwendet den TCP-Port 25 entsprechend der IETF-Spezifikation. Zur Bestimmung des SMTP-Servers für einen bestimmten Domänennamen wird der MX-(Mail eXchange)-DNS-(Domain Name Systems)-Record verwendet. Da dieses Protokoll ursprünglich ausschließlich ASCII-textbasiert war, gab es Schwierigkeiten mit binären Dateien. Zur Aufbereitung binärer Dateien im Hinblick auf ihre Übermittlung durch SMTP wurden Standards wie MIME ausgearbeitet. Gegenwärtig unterstützen die meisten SMTP-Server die 8BITMIME- und s/MIME-Erweiterungen, so dass binäre Dateien fast ebenso einfach wie „Nur Text“ (plain text) übermittelt werden können. Die Arbeitsabläufe für s/MIME-Operationen werden im Abschnitt über s/MIME (siehe Kapitel 5.4) beschrieben. SMTP ist ein „Push“-Protokoll, d. h., es bietet nicht die Möglichkeit, auf Verlangen von einem Remote-Server Nachrichten abzurufen („pull“). Um dies zu ermöglichen, muss der Mail-Client POP3 oder IMAP benutzen. Es wurde beschlossen, zur Implementierung des DNA-Datenaustauschs das Protokoll POP3 zu verwenden. 5.7.3.2. POP Lokale E-Mail-Clients verwenden die Version 3 des Post Office Protocol (POP3), ein Internet-Standardprotokoll (der Anwendungsschicht), zum Abruf einer E-Mail von einem Remote-Server übe eine TCP/IP-Verbindung. Unter Verwendung des SMTP-Submit-Profils des SMTP-Protokolls können E-Mail-Clients Nachrichten über das Internet oder interne Firmennetze übermitteln. MIME bildet den Standard für Attachments und Nicht-ASCII-Texte bei der Übermittlung von E-Mails. Obgleich weder POP3 noch SMTP MIME-formatierte E-Mails benötigen, erfolgt der E-Mail-Verkehr im Internet im Wesentlichen MIME-formatiert, so dass POP-Clients in der Lage sein müssen, MIME zu verstehen und anzuwenden. Die gesamte Kommunikationsumgebung nach Beschluss 2008/615/JI wird daher die Komponenten des POP integrieren. 5.7.4.    Zuweisung der Netzwerkadressen Operative Umgebung Die europäische IP-Registrierungsbehörde RIPE hat TESTA unlängst einen speziellen Subnet-Adressenblock der Klasse C zugewiesen. Erforderlichenfalls können TESTA künftig weitere Adressenblocks zugewiesen werden. Die Zuordnung von IP-Adressen an die Mitgliedstaaten erfolgt im Allgemeinen nach einem geografischen Schema in Europa. Der Datenaustausch zwischen Mitgliedstaaten im Rahmen des Beschlusses 2008/615/JI erfolgt im Wege eines EU-weiten logisch geschlossenen IP-Netzwerks. Testumgebung Damit allen angeschlossenen Mitgliedstaaten eine reibungslos funktionierende Operationsumgebung geboten werden kann, ist es erforderlich, für neue Mitgliedstaaten, die ihre Teilnahme an dem Datenaustausch vorbereiten, eine auf dem geschlossenen Netzwerk aufbauende Testumgebung zu schaffen. Es wurde eine Vorlage mit Parametern, darunter IP-Adressen, Netzeinstellungen, E-Mail-Domänen sowie Benutzerkonten, festgelegt, die in den betreffenden Standorten der Mitgliedstaaten eingerichtet werden sollten. Zudem wurde für Testzwecke ein Satz von „Pseudo“-DNA-Profilen erstellt. 5.7.5.    Konfigurationsparameter Es wurde ein sicheres E-Mail-System auf der Grundlage der Domäne eu-admin.net eingerichtet. Diese Domäne und die assoziierten Adressen sind vor einem Zugriff durch Stellen außerhalb der EU-weiten TESTA-Domäne geschützt, da die betreffenden Namen nur dem zentralen DNS-Server von TESTA bekannt sind, der vom Internet abgeschirmt ist. Die Zuordnung (Mapping) dieser TESTA-Site-Adressen („host names“) zu den IP-Adressen wird vom TESTA-DNS-Dienst vorgenommen. Für jede lokale Domäne wird ein Mail-Eintrag in diesen zentralen DNS-Server von TESTA eingefügt, so dass alle an die lokalen TESTA-Domänen geschickten E-Mail-Nachrichten dem zentralen Mail-Relay von TESTA zugeleitet werden. Dieses zentrale Mail-Relay leitet sie dann anhand der E-Mail-Adressen der lokalen Domäne an den speziellen E-Mail-Server der lokalen Domäne weiter. Durch dieses Verfahren zur Übermittlung von E-Mails durchlaufen vertrauliche Informationen ausschließlich die EU-weite geschlossene Netzwerkinfrastruktur und nicht das unsichere Internet. In allen Standorten der Mitgliedstaaten ist es erforderlich, Subdomänen ( Fett- und Kursivdruck ) einzurichten, die der folgenden Syntax entsprechen: „ application-type.pruem.Member State-code. eu-admin.net“, wobei „ Member State-code “ den Wert des aus 2 Buchstaben zusammengesetzten Mitgliedstaatencodes annimmt (z. B. AT, BE usw.) und „ application-type “ einen der folgenden Werte annimmt: DNA und FP. In Anwendung der oben genannten Syntax erhalten die Subdomänen der Mitgliedstaaten folgende Form: MS Sub Domains Comments BE dna.pruem.be.eu-admin.net Setting up a secure local link to the existing TESTA II access point fp.pruem.be.eu-admin.net   BG dna.pruem.bg.eu-admin.net   fp.pruem.bg.eu-admin.net   CZ dna.pruem.cz.eu-admin.net   fp.pruem.cz.eu-admin.net   DK dna.pruem.dk.eu-admin.net   fp.pruem.dk.eu-admin.net   DE dna.pruem.de.eu-admin.net Using the existing TESTA II national access points fp.pruem.de.eu-admin.net   EE dna.pruem.ee.eu-admin.net   fp.pruem.ee.eu-admin.net   IE dna.pruem.ie.eu-admin.net   fp.pruem.ie.eu-admin.net   EL dna.pruem.el.eu-admin.net   fp.pruem.el.eu-admin.net   ES dna.pruem.es.eu-admin.net Using the existing TESTA II national access point fp.pruem.es.eu-admin.net   FR dna.pruem.fr.eu-admin.net Using the existing TESTA II national access point fp.pruem.fr.eu-admin.net   IT dna.pruem.it.eu-admin.net   fp.pruem.it.eu-admin.net   CY dna.pruem.cy.eu-admin.net   fp.pruem.cy.eu-admin.net   LV dna.pruem.lv.eu-admin.net   fp.pruem.lv.eu-admin.net   LT dna.pruem.lt.eu-admin.net   fp.pruem.lt.eu-admin.net   LU dna.pruem.lu.eu-admin.net Using the existing TESTA II national access point fp.pruem.lu.eu-admin.net   HU dna.pruem.hu.eu-admin.net   fp.pruem.hu.eu-admin.net   MT dna.pruem.mt.eu-

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.