Europäische Union

2004/254/EG: Entscheidung der Kommission vom 24. Januar 2001 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2033 — Metso/Svedala) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 157) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0254. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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en. (184) Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Wettbewerbsposition von Nordberg stärker ist als seine aktuellen Marktanteile nahe legen. Dies liegt daran, dass ie Marktanteile auf dem Absatz der aktuellen Produkte (aus der GY- und Morgardshammar-Reihe) basieren und Nordberg dabei ist, einen neuen Technik-Standard einzuführen, der eine echte Herausforderung für Svedalas Spitzenprodukte darstellt. (185) Nordbergs Position bei Primär-Kreiselbrechern ist zwar seit jeher schwächer als die von Svedala, doch hat Nordberg vor kurzem beschlossen, sich dieses Problems anzunehmen und ein neues Kreiselbrechersortiment einzuführen, durch das sich seine Stellung im Sektor voraussichtlich wesentlich verstärken wird. Ein Prototyp dieser neuen Brecherreihe ("XP-50") ist bereits gebaut und von Metso auf einer jüngst abgehaltenen Bergbauausrüstungsmesse in den Vereinigten Staaten vorgeführt worden. Metso hat 2000 bei [...]* Anlässen einen XP-50-Kreiselbrecher angeboten. Bei [...]* dieser Gelegenheiten gelang es Metso nicht, den XP-50 zu verkaufen, was vor allem darauf zurückzuführen war, dass er noch keinen Feldtest absolviert hatte. Metso hat jedoch einen amerikanischen Abnehmer gefunden, der einen XP-50-Kreiselbrecher auf Probe mieten will. Am Ende dieser Testperiode (voraussichtlich [...]*) hat dieser Kunde die Option, den XP-50 zu kaufen. Demnach ist die XP-50-Technologie fast einsatzbereit und Metso überzeugt genug von ihrer Zuverlässigkeit, um sie mehreren Kunden anzubieten. Die tatsächliche Markteinführung der XP-50-Reihe wird also voraussichtlich 2001 erfolgen. (186) Metso konzentriert offensichtlich seine Primär-Kreiselbrecherstrategie auf die neue XP-50-Reihe [...]*. (187) Mit der Einführung der XP-50-Primär-Kreiselbrecherreihe zielt Metso eindeutig darauf ab, Marktanteile von F. L. Smidth-Fuller und Kawasaki zu gewinnen. Beachtenswert ist, dass gerade die oben erwähnte Anbahnung des Verkaufs eines XP-50-Brechers an einen amerikanischen Kunden mit vorheriger Erprobung den weltweiten Marktanteil von Metso um ungefähr [0-10 %]* erhöhen wird. (188) Ein Zusammenschluss würde sich somit in zweierlei Hinsicht auswirken: Zum einen würde der Wettbewerb zwischen den derzeitigen Produktreihen von Metso und Svedala wegfallen, die gemeinsam [55-65 %]* des Absatzes im EWR ausmachen. Zum anderen würden - was noch wichtiger ist - die marktführenden Brecher von Svedala mit der neuen, vielversprechenden XP-50-Technologie von Nordberg ausgerüstet, von der angenommen wird, dass sie erfolgreicher sein wird als Nordbergs derzeitige Produktreihen. Wenn sich - was wahrscheinlich ist - die XP-50-Reihe als erfolgreich erweist und Metso sein Ziel erreicht, F. L. Smidth-Fuller und Kawasaki zu übernehmen, dann werden die Parteien bis 2002 über einen gemeinsamen Anteil am Primär-Kreiselbrechermarkt von [40-55 %]* weltweit und ungefähr [65-75 %]* im EWR verfügen. Dies bedeutet, dass die Wettbewerbsposition des fusionierten Unternehmens durch die Einführung der XP-50-Technologie und die Koppelung mit der führenden Produktreihe von Svedala längerfristig stärker sein wird, als die Zusammenlegung der GY- und Morgardshammar-Reihen von Svedala und Nordberg zum jetzigen Zeitpunkt erkennen lässt. Backenbrecher (189) Bei Backenbrechern für den Bergbau würde der Zusammenschluss zu einem kombinierten Marktanteil von [35-45 %]* führen. Darüber hinaus würden die in der Rangfolge nächsten Wettbewerber (Laron [15-25 %]* Marktanteil, Krupp [10-20 %]* und PSP [5-15 %]*) im EWR über weit schwächere Marktstellungen verfügen. Damit hätten die Parteien auf dem europäischen Markt eine bedeutende und führende Stellung inne. Weitere Wettbewerbsvorteile der Parteien (190) Die obigen Betrachtungen legen nahe, dass das fusionierte Unternehmen bei Hochleistungs-Kegelbrechern über ein praktisch globales (und erst recht EEA-weites) Monopol und sowohl bei Primär-Kreiselbrechern als auch bei Backenbrechern über beträchtliche Marktanteile verfügen wird. Auf diesen Märkten wird das fusionierte Unternehmen ganz wesentlich größer sein als die nachfolgenden Wettbewerber. (191) Außerdem geht aus der Marktuntersuchung hervor, dass das fusionierte Unternehmen von einer Reihe weiterer Wettbewerbsvorteile profitieren wird, die es anderen Anbietern und/oder Neueinsteigern noch weiter erschweren, ihre Marktstellung anzufechten. (192) Leistung, Zuverlässigkeit und Qualität sind maßgebliche Faktoren für Kunden, die neue Steinbrechmaschinen anschaffen wollen. Bei der Nachprüfung seitens der Kommission hat sich gezeigt, dass diese Faktoren für Bergbaukunden eine äußerst große Rolle spielen. Da sie unter schwierigen Bedingungen arbeiten und der Wert ihrer Produktion gewöhnlich höher ist als die mit dem Brechvorgang zusammenhängenden Kosten, werden die Bergbaukunden bei der Wahl ihrer Lieferanten jegliches Risiko vermeiden und sehr darauf bedacht sein, Produkte nur von Anbietern mit einer guten Erfolgsbilanz zu beziehen, selbst wenn sie dafür einen höheren Preis in Kauf nehmen müssen. Dies gilt insbesondere für den Kauf großer wichtiger Maschinen wie Hochleistungs-Kegelbrecher, einen großen Backenbrecher oder einen Kreiselbrecher, da beim Ausfall solcher Geräte oder bei mangelhafter Funktion die gesamte Produktion des Bergwerks oder Steinbruchs gefährdet ist. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass laut Angaben der breiten Mehrheit der Bergbaukunden Zuverlässigkeit und Qualität zu den größten Stärken der Parteien zählen. (193) Bergbaukunden wollen nicht nur zuverlässige Produkte kaufen, sondern sind auch sehr daran interessiert, dass ihre Lieferanten nicht vor dem Ende der Betriebslebensdauer der erstandenen Ausrüstung verschwinden. Da die Parteien eindeutig führend in der Branche sind, werden sie als finanzkräftiger angesehen als viele ihrer kleineren Mitbewerber und daher von risikoscheuen Kunden bevorzugt werden. (194) Verschiedene Bergbaukunden sehen offensichtlich auch darin einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil der Kunden, dass sie ein breites Produktsortiment anzubieten vermögen. Dieses breite Angebot ist besonders deshalb wichtig, weil es sich bei Bergbaukunden gewöhnlich um große Unternehmen handelt, die an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen geologischen/physikalischen Merkmalen Abbaustätten betreiben. Nur Brecherhersteller mit einem kompletten Produktsortiment sind in der Lage, geeignete Angebote für jede Betriebsstätte der Abnehmer zu unterbreiten. Derartige Produzenten können Kernlieferanten werden und haben bei Ausschreibungen der Kunden bessere Chancen, den Zuschlag zu erhalten. Außerdem bedeutet die breite Produktpalette der Parteien, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit als ihre Mitbewerber von potenziellen Kunden aufgefordert werden, ein Lieferangebot für Steinbrechmaschinen vorzulegen. Dadurch verstärken sich die Kontakte mit den Abnehmern und verbessert sich das Verständnis für deren Erfordernisse. Vor allem können dann die Erfahrungen aus dem Verkauf eines bestimmten Produkts genutzt werden, um ein passendes und gezieltes Angebot für andere Produkte für den gleichen Bergbau- oder Steinbruchbetrieb zu unterbreiten. (195) Letztendlich ist die große räumliche Reichweite der Parteien eindeutig ein zusätzlicher Vorteil bei der Erbringung von Leistungen für die Bergbaukunden, von denen viele multinationale Unternehmen sind und auf verschiedenen Kontinenten operieren. Unzureichender Wettbewerbsdruck durch vorhandene Wettbewerber (196) Auf dem Markt für sehr große Hochleistungs-Kegelbrecher würde dem fusionierten Unternehmen im EWR praktisch kein anderer Wettbewerber gegenüberstehen. Folglich wird auf das Verhalten der Parteien auf diesem Markt offensichtlich kein Druck durch übrige Wettbewerber ausgeübt werden. (197) Auf den Märkten für Backenbrecher und Primär-Kreiselbrecher hätte das fusionierte Unternehmen einen etwa doppelt oder dreimal so großen Marktanteil wie seine wichtigsten Mitbewerber im EWR, nämlich PSP, Krupp und F. L. Smidth-Fuller. Allein schon wegen des Unterschieds bei den Marktanteilen werden PSP, Krupp und F. L. Smidth-Fuller nicht in der Lage sein, das Wettbewerbsverhalten der Parteien wesentlich zu beeinflussen. Außerdem verfügt F. L. Smidth-Fuller nach eigener Darstellung über keine sehr starke kommerzielle Präsenz in Europa. Das Unternehmen F. L. Smidth-Fuller konzentriert sich im Wesentlichen auf sehr große Bergbaukunden speziell in USA und Südamerika, während in Europa ein bedeutender Teil des Bergbaubrechermarkts Verkäufe an große Steinbrüche betrifft, die Zuschlagstoffe produzieren und die von F. L. Smidth-Fuller als anderer Marktbereich angesehen werden. Darüber hinaus ist die Produktpalette von F. L. Smidth-Fuller weit weniger breit als die der Parteien, denn das Unternehmen fertigt weder Kegelbrecher noch Prallbrecher. (198) Hauptkonkurrenten der Parteien auf dem Markt für Backenbrecher für den Bergbau sind mit Ausnahme von Krupp kleine Unternehmen mit oft räumlich begrenzten Aktivitäten. Beispielsweise hat PSP einen jährlichen Gesamtumsatz von ungefähr 50 Mio. EUR, während das Unternehmen Laron, das von den Parteien als "der führende Anbieter von Bergbaubackenbrechern des Jahres 1999 im EWR" angesehen wurde, in den vergangenen drei Jahren keinen einzigen derartigen Backenbrecher außerhalb Spaniens verkauft hat. (199) Außerdem werden die Parteien in der Lage sein, ihre sehr starke Stellung auf anderen wichtigen Märkten der Steinbrechtechnik wie bei Kegelbrechern (Größe für die Baumaterialproduktion sowie Hochleistungs-Kegelbrecher) und Kreiselbrechern auszunutzen, um wettbewerbsfeindliche Maßnahmen gegen Krupp oder andere Wettbewerber mit dem Ziel durchzuführen, deren Stellung auf den Märkten für Backenbrecher oder Primär-Kreiselbrecher anzufechten. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Krupp zwar gegenwärtig im EWR der führende Lieferant von Bergbaukegelbrechern mittlerer Leistung ist, es für die Parteien aber sicher nicht schwer wäre, auf diesen Markt vorzudringen, indem sie von ihren vorhandenen und im Handel sehr erfolgreichen Hochleistungs-Kegelbrechern Versionen mit geringerer Leistung entwickeln und anbieten. (200) Bei Backenbrechern schließlich leiden die Wettbewerber der Parteien (d. h. Laron, Krupp und PSP) unter bedeutenden Kostennachteilen gegenüber den Parteien. Vor allem weil die Gesamtproduktion des fusionierten Unternehmens zwei- bis dreimal so umfangreich sein wird wie die der Wettbewerber, wird die Einheit bedeutende Größenvorteile nutzen können. (201) In seiner Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte hat Metso die Meinung vertreten, die Größenvorteile aus der Fusion wären nicht erheblich, weil ein wesentlicher Teil der Produktion von Bergbaubackenbrechern extern beschafft würde. Außerdem vertreten die Parteien die Ansicht, dass sie verglichen mit kleineren, weniger integrierten Wettbewerbern eigentlich eher Kostennachteile haben würden, weil ihre Fixkosten höher lägen. Diese Argumente kann die Kommission jedoch nicht akzeptieren. Erstens sind sie höchst widersprüchlich. Wenn Metso nämlich bei seiner Produktion von Bergbaubackenbrechern einen Großteil durch Fremdbezug beschafft, dann kann das Unternehmen nicht gleichzeitig behaupten, es habe Kostennachteile, weil es praktisch mit seinen Gießereien ein organisches Ganzes bildet. Zweitens ist klar, dass durch Fremdbeschaffung nicht die Größenvorteile reduziert werden. Je höher das Umsatzvolumen, desto leichter ist es für den Unterauftragnehmer, seine festen Kosten zu decken, von denen ein großer Teil auf Ausrüstungen wie Gussformen entfällt, die man speziell für die Herstellung der Komponenten benötigt, die von den Parteien bezogen werden. Je größer also der Absatz der Parteien, umso niedriger wird der Preis sein, den der Zulieferer fordert. Größenvorteile kommen also den Parteien gleichermaßen zugute, ob die fixen Kosten nun direkt beeinflusst werden oder indirekt über den von den Unterauftragnehmern geforderten Preis. Außerdem können sich höhere Umsatzvolumen auch in einer größeren Beschaffungsmacht gegenüber den Unterauftragnehmern und daher in niedrigeren Lieferkosten für die Komponenten, die die Parteien extern beschaffen, niederschlagen. Ebenso und aus den gleichen Gründen ist es konstruiert, davon auszugehen, dass höhere Fixkosten, die aus der vertikalen Integration mit unternehmenseigenen Gießereien resultieren, Wettbewerbsnachteile für die Parteien mit sich bringen würden. Kleinere Wettbewerber können sich nämlich keine eigene Gießerei leisten, gerade weil sie eben nicht wie die Parteien über hohe Umsatzvolumen verfügen. Darüber hinaus fertigt eine eigene Gießerei Gussteile für alle Arten von Brechern und nicht nur für Bergbaubackenbrecher, und die entsprechenden Fixkosten lassen sich daher auf die gesamte Produktion von Steinbrechtechnik der Parteien verteilen. Die Kommission bleibt somit bei ihrer Schlussfolgerung, dass das Vorhaben zu erheblichen Größenvorteilen für das fusionierte Unternehmen führen würde. (202) Es ist daher zu schließen, dass kein Wettbewerber in der Lage sein wird, die Stellung der Parteien auf den Märkten für Hochleistungs-Kegelbrecher, Bergbaubackenbrecher und Kreiselbrecher erheblich anzufechten. Unzureichende Nachfragemacht der Abnehmer (203) Abnehmer von Hochleistungs-Kegelbrechern werden offenbar nicht über eine hinreichend große Nachfragemacht verfügen, um die Marktmacht der Parteien einzuschränken. Tatsächlich bleibt den Abnehmern praktisch keine andere Wahl, als ihre Hochleistungs-Kegelbrecher von dem fusionierten Unternehmen zu beziehen. (204) Selbst bei Primär-Kreiselbrechern und Backenbrechern gibt es keinen Hinweis darauf, dass Abnehmer eine ausreichende Marktmacht besitzen würden, um Gegendruck auf das Wettbewerbsverhalten des fusionierten Unternehmens auszuüben. Die Kunden im EWR haben gewöhnlich nur einen verhältnismäßig geringen Anteil am Umsatz der Parteien. So macht der Absatz von Svedala an seinen wichtigsten europäischen Kunden nur [...]* der weltweiten Verkäufe des Unternehmens von Kreiselbrechern aus und auf Nordbergs wichtigsten europäischen Kunden entfallen nur [...]* seines Gesamtabsatzes von Bergbaubackenbrechern. Außerdem gelten Primär-Kreiselbrecher, Backenbrecher und Kegelbrecher als wichtige Maschinen jeder Brecheranlage eines Bergbauunternehmens, so dass sich die Abnehmer gewöhnlich für sichere und bewährte Lösungen entscheiden, anstatt zu weniger renommierten Anbietern zu wechseln, die für die Kundendienstleistungen und Ersatzteillieferungen keine zufrieden stellende Zuverlässigkeit und Sicherheit gewährleisten können, auch wenn sie dafür höhere Preise in Kauf nehmen müssen. Keine Ersatzprodukte (205) Es wurde argumentiert, man könne von einem bestimmten Grad der Substituierbarkeit zwischen Kreiselbrechern und großen Bergbaubackenbrechern ausgehen. Die Parteien haben jedoch angegeben, Backenbrecher würden zwischen 40000 und 600000 EUR kosten und einen typischen Leistungsbereich von 20-1 500 Tonnen/Stunde aufweisen, wohingegen ein Primär-Kreiselbrecher in der Größenordnung von 1-2 Mio. EUR kosten würde und einen typischen Leistungsbereich von 1000-5000 Tonnen/Stunde hätte. Daran zeigt sich, dass für Einsatzzwecke in der primären Brechstufe mit einem hohen Durchsatz (in der Regel über 2000 Tonnen/Stunde) nur Kreiselbrecher geeignet sind. Außerdem verdeutlicht der Preisunterschied zwischen den beiden Maschinenarten, dass die Abnehmer sie unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten nicht als substituierbar ansehen. Man kann daher schließen, dass die nachfrageseitige Substitution zwischen Primär-Kreiselbrechern und großen Bergbaubackenbrechern offensichtlich nicht ausreicht, um zu verhindern, dass die Parteien auf dem Kreiselbrechermarkt eine beherrschende Stellung erlangen. (206) Außerdem bedeutet die kombinierte Stärke der Parteien auf den Märkten für Bergbaubackenbrecher und Primär-Kreiselbrecher, dass sie die Referenzanbieter für alle Bergbauausrüstungen sein werden, die für die Primärzerkleinerung zum Einsatz kommen, egal ob die Abnehmer einen Backenbrecher oder einen Kreiselbrecher wählen. Der begrenzte Grad der Subsituierbarkeit von Backenbrechern und Kreiselbrechern wird daher nach dem Zusammenschluss sogar noch weiter reduziert, weil das fusionierte Unternehmen auf jedem dieser Märkte der beherrschende Akteur sein und die Möglichkeit haben wird, die Preise auf beiden Märkten gleichzeitig zu erhöhen. (207) Die Parteien haben behauptet, als Alternative zu zwei kleineren Kegelbrechern könnte ein Hochleistungsbrecher angeschafft werden. Wie jedoch unter Rdnrn. 70-73 dargelegt, ist dies im Grunde keine glaubwürdige und wirtschaftliche Möglichkeit. (208) Man kann daher schließen, dass es für Kreiselbrecher und für sehr große Hochleistungs-Kegelbrecher für Bergbauanwendungen kein wirkliches Ersatzprodukt gibt. (209) Die Parteien haben auch behauptet, im EWR würde neben dem Angebot von neuem Steinbrechgerät auch ein beträchtlicher Handel mit Gebrauchtmaschinen existieren. Den Angaben der Parteien zufolge gibt es verschiedene weltweit agierende Anbieter dieser Ausrüstung aus zweiter Hand. Für Gebrauchtmaschinen wird auch weithin geworben. (210) Ausgehend von der Marktuntersuchung kann man schließen, dass es einen getrennten Markt für Gebrauchtmaschinen gibt. Aus den gleichen Gründen wie bei den Märkten für Baustoffbrecher kann bei der Analyse der Marktstellung der Parteien das Vorhandensein von Gebrauchtausrüstung nicht als Begründung für echten Wettbewerbsdruck gelten. Zu beachten ist, dass "alte" Gebrauchtausrüstung von Bergbaukunden, die äußerst risikoscheu sind, normalerweise nicht in Erwägung gezogen wird, und dass "neuere" (d. h. höchstens ein paar Jahre alte) Ausrüstung kaum angeboten wird. So gab ein Bergbaukunde an, dass er einmal "einen gebrauchten Kreiselbrecher hauptsächlich aus Kostenzwängen heraus installiert" habe, was sich als "großer Fehler" erwiesen hätte, so dass er schließlich einen neuen Brecher kaufen musste. (211) Vor diesem Hintergrund wird daher geschlossen, dass von Gebrauchtmaschinen oder alternativen Technologien kein wesentlicher Gegendruck auf das Wettbewerbsverhalten der Parteien auf dem Markt für Hochleistungs-Kegelbrecher und dem Markt für Primär-Kreiselbrecher ausgeht. Hohe Marktzugangsschranken (212) Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Marktstellung des fusionierten Unternehmens bei Hochleistungs-Kegelbrechern und Primär-Kreiselbrechern kurz- bis mittelfristig wesentlich durch eventuelle Neueinsteiger herausgefordert werden könnte. (213) Auf dem Markt für Hochleistungs-Kegelbrecher sind die Zugangsschranken aufgrund der erforderlichen Investitionen und der notwendigen Technologie hoch. Einige Wettbewerber haben angegeben, dass man fünf Jahre benötigen würde, um einen sehr großen Hochleistungs-Kegelbrecher zu entwickeln und zu vertreiben. In Anbetracht des sehr begrenzten Umfangs des globalen Absatzes von sehr großen Hochleistungs-Kegelbrechern ist es außerdem äußerst unwahrscheinlich, dass neue Wettbewerber versuchen werden, in dieses Marktsegment einzudringen. Der neben den Parteien einzige andere Akteur, Kawasaki, war tatsächlich nicht sonderlich erfolgreich, denn er konnte nicht mehr als [5-15 %]* des weltweiten Absatzes für sich verbuchen und in den letzten drei Jahren in Europa keinen einzigen Verkauf tätigen. (214) Durch das Vorhaben wird tatsächlich der einzige bedeutende Wettbewerber von Nordberg auf dem Markt für Hochleistungs-Kegelbrecher und wahrscheinlich der einzige mit ausreichenden technologischen und finanziellen Ressourcen wegfallen, der in der Lage wäre, seinen Absatz von sehr großen Kegelbrechern auszuweiten. In einem internen Strategiepapier von Metso vom 1. August 1999 wird hierzu folgende Feststellung getroffen: [...]*. (215) Wegen des sehr begrenzten Umsatzvolumens sowohl auf europäischer als auch auf weltweiter Ebene sind Neueinsteiger auf dem Markt für Primär-Kreiselbrecher höchst unwahrscheinlich. In den letzten drei Jahren wurden jährlich weltweit jeweils nicht mehr als 30 Einheiten verkauft. Nach Angaben Dritter benötigt ein Neuling ungefähr fünf Jahre, um einen neuen Kreiselbrecher zu konstruieren, zu fertigen, zu installieren und zu testen. Aufgrund des begrenzten Umfangs des Markts kann ein Neuling die Kosten und Investitionen, die ihm entstehen würden, nicht in einem angemessenen Zeitraum wieder hereinholen. Der Zugang dürfte sogar noch schwerer werden, da Nordberg jetzt die neue XP-50-Reihe moderner und offensichtlich effektiver Primär-Kreiselbrecher eingeführt hat, die in den Unterlagen des Unternehmens als [...]* beschrieben werden. (216) Außerdem stellt der Eintritt neuer Wettbewerber, die außerhalb des EWR aktiv sind, keine echte Bedrohung für die Stellung der Parteien auf den Märkten für Kreisel- und Backenbrecher dar. Abgesehen von chinesischen und russischen Herstellern, die außerhalb ihres Absatzgebietes im eigenen Land nur in sehr begrenztem Umfang kommerziell präsent sind, stellen auf dem Markt für Kreiselbrecher Kobe, Kawasaki, F. L. Smidth-Fuller und Krupp weltweit die einzigen bedeutenden Mitbewerber der Parteien dar. Bei Backenbrechern für Bergbauanwendungen sind die wichtigsten Konkurrenten der Parteien weltweit Kobe und Terex mit Marktanteilen von unter [0-10 %]*. F. L. Smidth-Fuller und Krupp sind bereits auf dem europäischen Kreiselbrechermarkt aktiv und können daher nicht als potenzielle "Neuzugänge" angesehen werden. Unter den globalen Wettbewerbern auf dem Kreiselbrechermarkt wären allenfalls Kobe und Kawasaki als potenzielle Neueinsteiger anzusehen, die allerdings im Zeitraum 1990-1999 im EWR keine Brecher für den Bergbau verkauft haben. Insgesamt ist die Präsenz von Kobe und Kawasaki auf dem Kreiselbrechermarkt aber sehr begrenzt. Nach Schätzung der Parteien beträgt der Anteil(12) von Kobe am Weltmarkt ungefähr [5-15 %]* und von Kawasaki ca. [0-10 %]*, während die Parteien nach dem Zusammenschluss auf schätzungsweise [30-40 %]* kämen. Ebenso haben Kobe und Terex zwischen 1990 und 1999 keinen Bergbaubackenbrecher in Europa verkauft und verfügen nur über bescheidene Anteile am weltweiten Absatz von Backenbrechern für Bergbauzwecke. Zudem betrachten die meisten Wettbewerber und Abnehmer Kobe und Kawasaki als Akteure, die im Wesentlichen im asiatisch-pazifischen Raum aktiv sind, und weniger als globale Wettbewerber. Es ist daher klar, dass Kobe, Kawasaki und Terex keine ernsthafte Bedrohung für die Stellung der Parteien auf den EWR-weiten Märkten für Backenbrecher und Kreiselbrecher darstellen. (217) Der Zugang zu den Märkten für Hochleistungs-Kegelbrecher oder Primär-Kreiselbrecher wäre mit erheblichen Risiken verbunden, die sich wegen des geringen Umfangs der Märkte wahrscheinlich nicht auszahlen würden. Darüber hinaus bedeuten die Merkmale dieser Märkte und vor allem die Lebensdauer der Produkte und die schwerwiegenden Auswirkungen, die ein Ausfall für den Betrieb des Abnehmers hätte, dass ein Neueinsteiger besonders hohe Schranken zu überwinden hätte. Weil die Abnehmer besonders viel Wert auf Zuverlässigkeit legen, müsste jeder Neuling unter Beweis stellen, dass seine Produkte von mindestens ebenso guter Qualität sind wie die der Parteien. Die geringe Risikobereitschaft der Bergbaukunden bringt es mit sich, dass es ihnen wahrscheinlich sehr widerstreben würde, von einem Neueinsteiger zu kaufen, wenn dieser nicht die Qualität seiner Produkte über einen ausreichend langen Zeitraum nachweisen konnte. Dafür müsste ein Neuling viel Zeit und Ressourcen aufwenden, bevor er etwas absetzen kann. Dadurch würden sich seine Chancen auf einen gewinnträchtigen Eintritt in den Markt für Hochleistungs-Kegelbrecher und/oder Primär-Kreiselbrecher weiter verringern. (218) Neueinsteiger würden sich aber mit noch weiteren Schranken konfrontiert sehen, weil die Parteien im EWR den größten Anteil an bereits installierten Primär-Kreiselbrechern haben und fast die Gesamtheit der installierten Hochleistungs-Kegelbrecher von ihnen stammt. Aufgrund der Bedeutung der Kundendienstleistungen bedeutet diese sta

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.