Europäische Union

2004/254/EG: Entscheidung der Kommission vom 24. Januar 2001 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2033 — Metso/Svedala) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 157) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0254. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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feranten hatten, weisen deren Produkte keine hohen Standards und Leistungen auf, und ihre Ersatzteillieferungen und Kundendienstleistungen sind unzuverlässig. (109) Diese Beschränkung auf eine begrenzte Anzahl von Absatzgebieten scheint auch bei den meisten anderen Herstellern von Brechmaschinen zuzutreffen. Aus den von den Parteien vorgelegten Daten geht hervor, dass die meisten Produzenten von Bergbaubrechern nur in einer begrenzten Anzahl von Regionen tätig sind und die Kontakte vor allem über nationale oder regionale Ausschreibungen knüpfen, wenngleich die Aktivitäten einen etwas größeren räumlichen Rahmen haben. Eine Ausnahme hiervon bilden nur einige wenige wirklich weltweite Akteure (wie Svedala, Nordberg oder F. L. Smidth-Fuller). (110) Dies scheint insbesondere im EWR der Fall zu sein. Nach Angaben der Parteien konnten wichtige Lieferanten von Backenbrechern für den Bergbau wie Kobe (weltweit drittgrößter Lieferant von Backenbrechern, Kegelbrechern und Horizontal-Trommelmühlen für Bergbauanwendungen) und Kawasaki (weltweit zweitgrößter Lieferant von Kegelbrechern für den Bergbau) in den vergangenen drei Jahren in Europa keine Produkte absetzen. Allgemeiner ausgedrückt zeigen die Angaben der Parteien, dass die Marktpositionen bei Steinbrechmaschinen für Bergbauanwendungen im EWR-Maßstab ganz anders sind als im globalen Rahmen (auch wenn man die russischen und chinesischen Hersteller ausnimmt). So beläuft sich der gemeinsame Marktanteil der Parteien etwa bei Horizontal-Prallbrechern (in Einheiten gerechnet) im Zeitraum 1997-1999 auf [20-30 %]* im EWR, der globale Marktanteil (ohne russische und chinesische Hersteller) dagegen nur auf [0-10 %]*. Ähnlich sieht es bei großen Backenbrechern aus, wo der gemeinsame Marktanteil auf EWR-Ebene [40-50 %]* beträgt, weltweit hingegen nur knapp über [15-25 %]* (ohne russische und chinesische Hersteller). (111) Darüber hinaus gab eine breite Mehrheit der Wettbewerber an, dass zwischen den Regionen beträchtliche Marktzutrittsschranken bestehen. Verglichen mit großen Bergbaugebieten wie Nordamerika oder Südafrika sei der EWR ein begrenzter Markt für Bergbaubrecher. So werden nach Auskunft der Parteien im EWR jährlich höchstens [...]* Primär-Kreiselbrecher verkauft, weltweit (ohne Russland und China) aber ungefähr [...]* Einheiten. Ähnlich sieht es bei Horizontal-Prallbrechern für den Bergbau aus, wo die Nachfrage im EWR im Schnitt nicht mehr als [0-10 %]* der globalen Gesamtnachfrage ausmacht (ohne Russland und China). Das geringe Marktvolumen und die Präsenz von bereits gut etablierten Wettbewerbern sowie die von den Abnehmern geforderten Kundennähe und -dienstleistungen könnten Lieferanten von außerhalb des EWR davon abhalten, die für einen effektiven Eintritt in den Bergbaubrechermarkt des EWR notwendigen Kosten und Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, und damit die Zahl der glaubwürdigen Lieferanten, von denen Kunden im EWR Produkte beziehen, weiter reduzieren. Sonstige Elemente (112) Dass der Wettbewerb nicht global ist, bestätigen auch die erheblichen Diskrepanzen in den Schätzungen des weltweiten Marktvolumens durch die Lieferanten von Steinbrechmaschinen. Die russischen und chinesischen Produzenten ausgenommen, liegen die Schätzungen des globalen Marktvolumens der Parteien und Wettbewerber für 1999 bei Horizontal-Prallbrechern für den Bergbau zwischen 40 und 99 Einheiten. Ähnlich nahm ein Hersteller von Kreiselbrechern für sich in Anspruch, mit einem beträchtlichen Marktanteil zwischen 1990 und 1996 der eindeutige Marktführer zu sein, wohingegen der Marktanteil dieses Wettbewerbers nach Einschätzung der Parteien in diesem Zeitraum nicht mehr als 25 % ausmachte und die Nachprüfung der Kommission auf einen Anteil in der Größenordnung von 30-35 % hindeutete. Dies zeigt, dass die Lieferanten von einer erheblichen Zahl von Projekten weltweit keine Kenntnis haben und dass stattdessen die Aufträge in einem engeren Umkreis vergeben werden. (113) Schließlich und endlich ist auch zu beachten, dass zum Verkauf im EWR bestimmte Steinbrechmaschinen den Sicherheitsbestimmungen der Richtlinie 98/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten für Maschinen ("EG-Maschinenrichtlinie")(9), geändert durch die Richtlinie 98/79/EG(10), entsprechen und vor allem mit den Buchstaben "CE" gekennzeichnet sein müssen, die die Konformität mit der Richtlinie ausweisen. Die Kommission wurde darauf aufmerksam gemacht, dass nichteuropäische Hersteller diese Auflagen gegenwärtig nicht immer einhalten. So gesehen könnte die Maschinenrichtlinie also die Normen im EWR zwar angleichen und den Handel zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern, andererseits aber auch indirekt dazu führen, dass außereuropäische Lieferanten keine Produkte im EWR verkaufen können, weil sie nicht in der Lage sind, die Anforderungen zu erfuellen. Dies wiederum würde dazu beitragen, dass im EWR ein eigener Markt für Bergbaubrechmaschinen existiert. Dennoch behaupten die Parteien, die für Steinbrecher geltenden EG-Auflagen seien so grundlegender Art, dass alle Lieferanten, die in verschiedenen Teilen der Welt operieren, in der Lage sind, sie ohne größere Schwierigkeiten zu erfuellen. (114) Vor diesem Hintergrund wird der Schluss gezogen, dass die räumlichen Märkte für Bergbaubrecher EWR-weit sind. Untermauert wird diese Schlussfolgerung sowohl durch die Spezifität der Nachfrage im EWR (und speziell durch die Präsenz kleiner "Bergbaukunden", die Steinbrechmaschinen lokal beziehen oder auf wesentliche Anschlussmarktunterstützung im EWR angewiesen sind) als auch durch die Organisation der meisten Steinbrecherlieferanten auf kontinentaler Basis. Vor allem hat die Kommission - entgegen den Behauptungen der Parteien - für bestimmte Arten von Bergbaubrechern wie Primär-Kreiselbrecher keine Belege für eine größere Dimension des Markts als den EWR gefunden. Aus den unter Rdnr. 102 dargelegten Gründen werden Primär-Kreiselbrecher im EWR offensichtlich im Wesentlichen in der gleichen Weise abgesetzt wie andere Brecher für Bergbauanwendungen. VI. WETTBEWERBSRECHTLICHE WÜRDIGUNG IN BEZUG AUF BRECHER FÜR DIE BAUMATERIALPRODUKTION (115) Wie bereits unter Rdnr. 32 angeführt, sind Baustoffbrecher kleinere Maschinen, die an unabhängige Zuschlagstoffproduzenten und Auftragnehmer, Hoch- und Tiefbauunternehmen, spezialisierte Abrissunternehmen und Zementunternehmen (die kleinere Brecher für die Herstellung von Zement sowie für die Produktion von Zuschlagstoffen beziehen, die an Dritte verkauft werden) abgesetzt werden. Dazu zählen kleinere Backenbrecher, kleinere Horizontal-Prallbrecher, kleinere Kegelbrecher, Vertikal-Prallbrecher und natürlich als Zusatzeinrichtungen Siebe, Aufgeber und Förderer. Das Vorhaben führt zum Zusammenschluss von Nordberg und Svedala, den zwei größten Lieferanten von Baustoffbrechern im EWR mit einem Anteil von insgesamt [20-30 %]* an der Baustoffbrecherproduktion. Auf den nächsten Plätzen folgen Terex [5-10 %]* und Krupp [0-10 %]*. A. Andere Baustoffbrecher außer Kegel- und Backenbrechern (116) Wie in dem verfahrenseinleitenden Beschluss der Kommission angegeben, gibt es keinen Hinweis darauf, dass das Vorhaben wettbewerbsrechtliche Bedenken bei Prallbrechern, Sieben, Aufgebern oder Förderern begründet. (117) Erstens wirft der Zusammenschluss keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, weil Nordberg keine Vertikal-Prallbrecher im EWR verkauft. Obwohl Nordberg gegenwärtig mit der Einführung einer Reihe neuer Produkte die Herstellung von Vertikal-Prallbrechern aufnimmt und Svedala in bestimmten Mitgliedstaaten über eine starke Marktposition verfügt, wird sich das fusionierte Unternehmen im Wettbewerb wohl weiterhin gegen andere große Hersteller von Vertikal-Prallbrechern (wie Magotteaux oder Canica-Jaques) behaupten müssen, die in den betreffenden Mitgliedstaaten stark präsent sind. Bei Horizontal-Prallbrechern überschreiten die gemeinsamen Marktanteile(11) in keinem Mitgliedstaat, wo es Überschneidungen gibt, [20-30 %]* und das fusionierte Unternehmen wird sich weiterhin dem Wettbewerb mit anderen Anbietern wie Hartl, Kleemann & Reiner oder nationalen Akteuren wie Arja stellen müssen. (118) Zweitens ist die jeweilige Marktposition der Parteien auf den Märkten für Siebe, Aufgeber und Förderer beschränkt. Den Angaben von Metso zu den Marktanteilen zufolge kommen die beiden Parteien beim Absatz von Sieben und Aufgebern im EWR zusammen auf einen Anteil von unter [10-20 %]*, und bei Förderern sind sie nur marginale Anbieter. Dies trifft auch auf nationaler Ebene zu, denn die Marktanteile der Parteien in einem Mitgliedstaat würden bei Sieben bzw. Aufgebern höchstens [20-30 %]* betragen. B. Kegel- und Backenbrecher Marktstellung der Parteien und ihrer Wettbewerber Kegelbrecher (119) Nordberg und Svedala sind die beiden mit Abstand größten Anbieter von Kegelbrechern für die Baumaterialproduktion im EWR (mit Marktanteilen von [25-35 %]* für Nordberg und [25-35 %]* für Svedala), der in der Rangfolge nächste Wettbewerber im EWR ist Terex [5-15 %]*. (120) Da das Vorhaben den Zusammenschluss von Nordberg und Svedala zum Ergebnis hat, ergeben sich hieraus unweigerlich erhebliche Marktanteile in den meisten EWR-Staaten (Österreich [65-75 %]*, Dänemark [70-80 %]*, Finnland [85-95 %]*, Frankreich [80-90 %]*, Deutschland [45-55 %]*, Italien [40-50 %]*, Norwegen [90-100 %]*, Portugal [60-70 %]*, Spanien [65-75 %]*, Schweden [75-85 %]* und Vereinigtes Königreich [35-45 %]*. (121) In diesen Mitgliedstaaten ist die Überlegenheit des neuen Unternehmens noch ausgeprägter, weil die Angebotsseite ansonsten oft stark fragmentiert ist und einige der restlichen Wettbewerber lokale Akteure sind, die nur in einigen Mitgliedstaaten tätig sind. Ein typisches Beispiel dafür ist Österreich, wo das fusionierte Unternehmen einen [...]* höheren Marktanteil als der dahinter rangierende Wettbewerber Terex [5-15 %]* haben wird. Der restliche Bedarf wird größtenteils durch lokale Konkurrenten gedeckt. Selbst in Italien, wo die Marktanteile der Parteien nicht so bedeutend sind, wird der Absatzanteil des fusionierten Unternehmens mehr als [...]* so hoch sein wie der des zweitplatzierten Wettbewerbers, und die Einheit wird auf eine beträchtliche Anzahl lokaler Anbieter treffen wie Comec (den in der Rangfolge dahinter liegenden Wettbewerber) oder Reiter e Crippa. (122) Ferner wurden bei der Angabe des durchschnittlichen gemeinsamen Marktanteils der Parteien im Vereinigten Königreich im Zeitraum 1997-1999 die tatsächlichen Marktstellungen von Nordberg und Svedala unterbewertet, da die Absatzanteile der Parteien in diesem Zeitraum beträchtlich zugenommen haben. Nordberg und Svedala kamen 1997 zwar nur auf [20-30 %]*, doch verbuchten beide 1998 einen Anteil von [40-50 %]* und 1999 einen Anteil von [50-60 %]* an den verkauften Einheiten. Im Ergebnis dieser Entwicklung wird die Marktposition des neuen Unternehmens mehr als doppelt so hoch sein wie die des darauffolgenden Wettbewerbers Terex [15-25 %]*. (123) Auf den meisten verbleibenden nationalen Märkten wird das Vorhaben entweder zu keinen Überschneidungen oder zu gemeinsamen Marktanteilen von unter [30-40 %]* führen (wie in Belgien und den Niederlanden). Etwas anders liegt der Fall in Irland, wo der gemeinsame Marktanteil von Nordberg und Svedala [40-50 %]* erreicht, aber Terex und PSP immer noch beträchtliche Anteile für sich verzeichnen (Terex [30-40 %]* und PSP [15-25 %]*). Backenbrecher (124) Nordberg und Svedala sind die beiden größten Anbieter von Baustoffbrechern im EWR (Nordberg [10-20 %]* und Svedala [5-15 %]*); die anderen großen Wettbewerber sind Terex [10-20 %]* und Extec [5-15 %]*. (125) Das Vorhaben wird zu sehr hohen Marktanteilen in Finnland [75-85 %]*, Norwegen [60-70 %]*, Schweden [55-65 %]* und Dänemark [35-45 %]* führen. In Finnland, Norwegen und Schweden ist der Rest der Angebotsseite sehr stark fragmentiert, der in der Rangfolge nächste Wettbewerber kommt kaum auf [10-20 %]* des Absatzes. Etwas anders ist die Lage in Dänemark, wo mit Böhringer ein anderer Wettbewerber im Zeitraum 1997-1999 auf [20-30 %]* kam. (126) In Portugal erzielten Nordberg und Svedala 1999 zusammen einen Absatzanteil von [40-50 %]*. Im Jahresdurchschnitt liegt der Absatz von Svedala auf diesem Markt jedoch nicht über [...]* Einheiten (bei einem Marktvolumen von 13 Einheiten). Daher ist eine Überschneidung zwischen den Parteien minimal, und das Vorhaben beeinträchtigt die Wettbewerbsbedingungen in dem Land nicht wesentlich. (127) Durch das Vorhaben kommt es auch auf einer Reihe anderer Märkte zu Überschneidungen. Mit Ausnahme von Österreich lagen die gemeinsamen Marktanteile der Parteien jedoch in keinem Land über [20-30 %]*, und sie müssen sich weiterhin dem Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern entweder auf globaler Ebene (wie Terex, Extec oder Parker) oder auf lokaler Ebene (wie Laron) stellen. Außerdem wird sich das Vorhaben in Österreich, wo Nordberg 1999 einen Marktanteil von [25-35 %]* hatte, nur minimal auswirken, da Svedala im selben Jahr nur [...]* Backenbrecher bei einem Gesamtmarktvolumen von 34 Einheiten absetzte. Weitere Wettbewerbsvorteile der Parteien (128) Die obigen Betrachtungen deuten darauf hin, dass das fusionierte Unternehmen auf den meisten der betroffenen Märkte sowohl über beträchtliche Marktanteile verfügen als auch wesentlich größer sein wird als seine Wettbewerber. Außerdem zeigt die Marktuntersuchung, dass das aus dem Zusammenschluss von Metso und Svedala hervorgehende Unternehmen von einer Reihe weiterer Wettbewerbsvorteile profitieren wird, durch die es bestehende Wettbewerber zusätzlich schwächen und die Zutrittsschranken auf den betreffenden Märkten erhöhen kann. Hoechstes Ansehen (129) Wie unter Rdnrn. 18-21 ausgeführt, sind die Abnehmer aufgrund der Langlebigkeit und der Bedeutung von Steinbrechanlagen wenig risikofreudig und entscheiden sich lieber für sichere Produkte und Lieferanten, auch wenn sie dafür höhere Preise in Kauf nehmen müssen. Ein Abnehmer drückte es so aus: "Qualität spielt bei Produktvergleichen die größte Rolle. Das gilt unabhängig von der Art der Ausrüstung." (130) In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass erstens nach Aussagen der Kunden bei Leistung, Zuverlässigkeit und Kundendienstleistungen beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern bestehen und dass zweitens Nordberg und Svedala nahezu einmütig als die Steinbrecherlieferanten mit dem höchsten Ansehen in der Branche betrachtet werden. Dies kommt in den Ergebnissen der Nachprüfung durch die Kommission zum Ausdruck, die insbesondere zeigt, dass die Produkte von Nordberg und Svedala eindeutig die Lösungen der Wahl sind, wenn es um die Aufbereitung von hartem oder abrasivem (und daher anspruchsvollem) Gestein geht. Ebenso lassen interne Unterlagen von Nordberg den Schluss zu, dass einer der angestrebten Wettbewerbsvorteile des Unternehmens darin bestand, die "besten und zuverlässigsten Produkte in der Branche zu offerieren, die den Abnehmern mehr bewährte Vorteile bieten als Konkurrenzprodukte", während andere Unterlagen zeigen, dass "Nordbergs Produkte im Schnitt als gut und qualitativ hochwertig angesehen werden." Breite Produktpalette (131) Das fusionierte Unternehmen wird auch beträchtliche Vorteile aus ihrer breiten Produktpalette ziehen können. Insbesondere haben Abnehmer wie auch Wettbewerber hervorgehoben, dass die Fähigkeit, ein breites Sortiment an Ausrüstungen liefern zu können, wichtig sei im Zusammenhang mit schlüsselfertigen Anlagen auf neu erschlossenen Standorten der Steinbrechbranche oder für umfangreiche Kapazitätserweiterungen, und es würde dem betreffenden Anbieter von Steinbrechlösungen auch ermöglichen, komplette Kundendienstlösungen anzubieten. Außerdem reduzierten sich die Risiken, wenn ein Anbieter die Gesamtverantwortung für die Steinbrechanlage trägt. Zudem wurde argumentiert, auf diese Weise würde der Anbieter der Steinbrechmaschinen den Einsatzort der Technik beim Abnehmer bestmöglich kennen lernen und dadurch in die Lage versetzt, optimale Ratschläge und Lösungen für Verbesserungen, Modernisierungen und Kapazitätserweiterungen anzubieten. Nach Aussagen des Präsidenten und des CEO (Chief Executive Officer) von Svedala "suchen die Abnehmer Lieferanten, die Komplettlösungen bereithalten". (132) Dass Nordberg und Svedala als die Anbieter mit der umfangreichsten Produktpalette gelten, bringt für das fusionierte Unternehmen noch einen weiteren bedeutenden Wettbewerbsvorteil mit sich. Ähnlich wie das Unternehmen Nordberg, das für sich in Anspruch nimmt, über ein "vollständiges Produktsortiment zu verfügen, um alle Kundenanforderungen in der Gesteinzerkleinerung und -klassierung abdecken zu können", äußerte Svedalas Präsident und CEO: "Nur Svedala bietet ein komplettes Sortiment an. [...]*. Folglich können die Kunden ein vollständiges Sortiment an Produkten und Dienstleistungen von einem einzigen Anbieter beziehen, während unsere Konkurrenten nur Teile des Gesamtbedarfs der Kunden decken können. [...]* Das heißt, wir haben eine sehr starke Ausgangsbasis für die Zukunft." (133) Vor allem durch die Verbindung aus hohem Ansehen und breiter Produktpalette dürfte sich das fusionierte Unternehmen bei Verträgen über neue schlüsselfertige Anlagen als Anbieter der Wahl empfehlen. Dies wäre besonders deshalb der Fall, weil erstens andere Wettbewerber angegeben haben, dass sie in Bezug auf die Lieferung bestimmter Maschinen (vor allem von Kegelbrechern) auf die Parteien angewiesen sind, zweitens die meisten Abnehmer angegeben haben, Nordberg und Svedala wären als einzige in der Lage, Aufträge über große schlüsselfertige Anlagen zu übernehmen, und drittens Dritte geäußert haben, sie würden Kegelbrecher als den "Wettbewerbsfaktor" ansehen, nach dem dann andere Kaufentscheidungen getroffen werden (besonders, wenn es um das Brechen von hartem Gestein geht, wo die Leistung des Kegelbrechers für die Leistung der Anlage maßgeblich ist). (134) Aufträge für schlüsselfertige Anlagen sind verhältnismäßig selten (sie machen ungefähr [...]* des Umsatzes von Nordberg bei Steinbrechtechnik aus). Wie aber bereits unter Rdnr. 39 ausgeführt, wirken sie sich anscheinend stark auf die Wettbewerbsbedingungen aus. Den Auskünften zufolge schaffen sie vor allem ein lange währendes Verhältnis zwischen dem Ausrüstungslieferanten und seinem Kunden, was es dem Anbieter angesichts der geringen Risikofreudigkeit der Abnehmer im Allgemeinen erleichtert, bei künftigen Aufträgen des betreffenden Abnehmers den Zuschlag zu erhalten und so den Wettbewerbsdruck, der von anderen Anbietern ausgeht, noch weiter zu vermindern. Große räumliche Ausdehnung (135) Nordberg und Svedala verfügen über eine beispiellose geografische Ausdehnung im EWR (und vielleicht sogar weltweit). In einer konjunkturabhängigen Branche hilft das erstens dem fusionierten Unternehmen, geschäftliche Risiken abzumildern und bei Verkäufen und Dienstleistungen in Kundennähe zu sein. (136) Zweitens, und das ist noch wichtiger, dürfte diese großräumige Ausdehnung das neue Unternehmen in die Lage versetzen, selektiv in Konkurrenz zu anderen Anbietern mit einem stärker eingeschränkten (und mitunter nationalen) Betätigungsfeld zu treten. Die Auswirkungen eines solchen Verhaltens wären umso abträglicher, als im Baustoffbrechersektor ein beträchtlicher Teil der Wettbewerber (und mitunter der nächstgroße Lieferant nach dem fusionierten Unternehmen) in diese Kategorie fällt. Dies trifft z. B. für die norwegischen, schwedischen und italienischen Märkte für Kegelbrecher für die Baustoffproduktion zu. Größenvorteile (137) Es gibt Hinweise darauf, dass die Größe in der Baustoffbrecherbranche eine Rolle spielt. Wettbewerber gaben nämlich an, dass man, um in der Branche wettbewerbsfähig zu sein, verhältnismäßig große Stückzahlen an Brechern für die Baumaterialproduktion verkaufen muss, um Größenvorteile nutzen zu können. (138) In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das fusionierte Unternehmen der bei weitem größte Produzent von Baustoffkegelbrechern (mit [60-70 %]* des Absatzes) sowie (wenn auch in geringerem Maße) Backenbrechern (mit [20-30 %]* des Absatzes) im EWR werden wird. In einigen Mitgliedstaaten sind alle Wettbewerber der Parteien viel kleinere Unternehmen, und so könnte das fusionierte Unternehmen in die Lage versetzt werden, gezielt in Konkurrenz zu diesen Wettbewerbern zu treten und ihre Position auf den betreffenden Märkten weiter zu festigen. (139) Dies könnte bei Böhringer, dem größten Wettbewerber von Nordberg und Svedala auf dem dänischen Markt für Backenbrecher, der Fall sein, der zwar einen Anteil von [20-30 %]* am Absatz im Land verbucht, EWR-weit aber nur auf [0-10 %]* des Absatzvolumens des fusionierten Unternehmens kommen wird. So könnte es auch auf dem britischen und irischen Markt für Kegelbrecher aussehen, wo der größte Wettbewerber der Parteien wohl über ansehnliche Marktpositionen verfügt, dessen EWR-Absatz von Kegelbrechern für die Baumaterialproduktion aber weniger als ein Siebtel des Absatzes des fusionierten Unternehmens betragen wird. Unzureichender Wettbewerbsdruck durch vorhandene Wettbewerber (140) Die obigen Betrachtungen zeigen, dass nach der geplanten Fusion kleinere Wettbewerber mit einem schmaleren Produktangebot und einem geringeren Umfang der Geschäftstätigkeit nicht in der Lage sein werden, einen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das fusionierte Unternehmen auszuüben. Vor allem werden sie eindeutig nicht das Gewährleistungsniveau, Ansehen und die Unterstützung zu bieten haben, die wenig risikofreudige Abnehmer gewöhnlich fordern. (141) Wie jedoch bereits unter Rdnr. 37 ausgeführt, ist für die Steinbrechbranche auch ein kontinuierlicher Bestand an Anbietern kennzeichnend, der von großen, internationalen Unternehmen mit einem breitgefächerten Angebot (wie Svedala, Nordberg, Terex oder Krupp) bis hin zu kleineren Unternehmen reicht, die eine begrenzte Zahl an Produkten in einem engen geographischen Raum anbieten (wie das Unternehmen Haahjem Base, das Backenbrecher für die Baumaterialproduktion in den nordischen Ländern anbietet (Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island) oder Rodrigo Matias Magalhães, ein nur in Portugal tätiges Unternehmen). Da einige der größeren Anbieter von Steinbrechanlagen jedoch in den betreffenden Ländern auch auf dem Gebiet der Kegel- und Backenbrecher für die Baustoffproduktion tätig sind, ist zu prüfen, ob der Druck dieser Anbieter das Wettbewerbsverhalten des fusionierten Unternehmens wesentlich zügeln könnte. (142) Vier dieser größeren Unternehmen, nämlich Terex, Krupp, Parker und Kleemann & Reiner, fertigen Kegel- und/oder Backenbrecher: - Terex ist ein in den USA ansässiger diversifizierter globaler Hersteller von Hebe-, Erdbewegungs- und Leichtbautechnik für das Bauwesen, Steinbrüche, die Recyclingindustrie und den Bergbau. Das Unternehmen gelangte 1999 mit dem Erwerb der Unternehmen Cedarapids Inc. mit Sitz in den USA und Powerscreen mit Sitz im Vereinigten Königreich auf den Markt für Baustoffbrecher. Es bietet nunmehr ein komplettes Sortiment an Brechtechnik für die Baumaterialproduktion an, darunter Backenbrecher (stationär, raupenmobil und fahrbar) und Kegelbrecher an. Terex verkauft seine Produkte in 60 Ländern. - Krupp Fördertechnik ist ein deutsches Tochterunternehmen des ThyssenKrupp-Konzerns, das eine vollständige Palette an Brechtechnik anbietet. Es verkauft von Telsmith entwickelte Kegelbrecher im Rahmen eines Lizenzvertrags unter dem Markennamen Telsmith (eines großen Anbieters in den USA). - Parker ist ein alteingesessener britischer Hersteller von Brech- und Siebanlagen, der seine Produktpalette in den vergangenen fünf Jahren erweitert hat. Das Unternehmen verkauft ein breites Sortiment an stationären, raupenmobilen und fahrbaren Backenbrechern. Zu seiner Produktpalette gehört auch ein Kegelbrecher. Parker setzt seine Produkte im EWR ab. - Kleemann

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.