Europäische Union

2002/165/EG: Entscheidung der Kommission vom 3. Juli 2001 in einem Verfahren nach Artikel 82 EG-Vertrag (Sache COMP D3/38.044 — NDC Health/IMS HEALTH: Einstweilige Anordnung) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 1695) (Text von Bedeutung für den EWR.)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32002D0165. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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er neuen Struktur erfolgte in Zusammenarbeit mit den Pharmaunternehmen, da deren Verkaufsvertreter die erforderlichen Ortskenntnisse hatten. Der Vertreter von IMS bemerkte ausdrücklich, dass die Verkaufsvertreter von Glaxo Wellcome bestimmte Segmente im Gebiet Hamburg angepasst hatten ... Der nunmehr für GESDAT arbeitende Absatzdirektor von IMS für den Zeitraum 1993 bis 1995 bemerkte Folgendes: In diesen Workshops machte IMS die Vorschläge, legte Karten und Verwaltungseinteilungen vor. Die endgültige Definition der einzelnen Segmente wurde jedoch stets von den Verkaufsvertretern bestimmt, die die erforderlichen Ortskenntnisse zur Entwicklung einer praktischen und vernünftigen Struktur hatten. (81) Merck betonte hierzu Folgendes: Es trifft zu, dass IMS bereits seine eigenen Vorschläge für eine Einteilung des Bundesgebiets entwickelt hatte; da sich diese jedoch ausschließlich an der Landkarte orientierten, waren sie für die Pharmahersteller überwiegend nicht brauchbar. ... Um diese Segmente sinnvoll zu unterteilen, musste man wissen, welche Ärzte welche Arzneimittel verschrieben und bei welchen Apotheken diese Verschreibungen eingelöst wurden. ... Diese Kenntnisse konnten jedoch nur von den Verkaufsvertretern eingebracht werden ... Somit hätte die neue RPM-Struktur ohne den Beitrag der Verkaufsvertreter nicht geschaffen werden können. Die Segmente wurden teilweise in sehr zeitaufwändigen Gesprächen unter massiver Mitwirkung der Industrievertreter festgelegt. Letztendlich beruhte die gesamte RPM-Struktur auf einem Konsens der mitwirkenden Verkaufsvertreter der Pharmaindustrie. Deren Arbeitsergebnisse wurden daraufhin von IMS unverändert übernommen. (82) Laut Fournier haben die Vertreter der Pharmaunternehmen, die gewählten Mitglieder des Arbeitskreises, die RPM-Strukturen 1845 und 1860 gemeinsam entwickelt. Leo Pharma fügt hinzu, dass es für IMS unbedingt erforderlich gewesen sei, auf die eingehenden Ortskenntnisse der Verkaufsvertreter mehrerer Pharmaunternehmen für die geografischen Einzelheiten, den Fluss der Verschreibungen vom Arzt zur Apotheke, die Nähe der Apotheken zu den Krankenhäusern usw. zurückzugreifen, um die Segmente in der Struktur 1845/1860 festzulegen. Ohne die Beiträge der Pharmaunternehmen wäre IMS Health kaum in der Lage gewesen, diese Struktur zu errichten. (83) Es steht auch fest, dass die deutsche Pharmaindustrie erhebliche Ressourcen investierte, um zu gewährleisten, dass die Bausteinstruktur ihren Anforderungen vollständig entsprach. So sagte z. B. BPI, der Deutsche Verband der Pharmaunternehmen, dass die Pharmaindustrie an der Entwicklung der Struktur 1860 massiv teilnahm. Selbst kleinere Unternehmen oder Unternehmen, die nicht an dem RPM-Arbeitskreis teilnahmen, machten direkte oder indirekte Beiträge. Die umfangreichen weiteren Unterlagen und Aussagen(30) zum Zeitpunkt der Schaffung der Struktur 1845, dem direkten Vorgänger der Struktur 1860, erhellen die umfassende und ausschlaggebende Rolle der Pharmaunternehmen an diesem Vorhaben. Dies ist einer der Gründe, warum die "Struktur 1860 Bausteine" als die bestmögliche erscheint und offenbar den Anforderungen der Pharmaindustrie genau entspricht. Dies erklärt auch teilweise ihre über einen langen Zeitraum entstandene Abhängigkeit von dieser Struktur und den äußerst geringen Anreiz, zu einer anderen Struktur überzugehen, was darauf schließen lässt, dass kein in einer anderen Struktur formatierter regionaler Absatzdatendienst den Wettbewerb aufnehmen könnte. (84) Die Arbeitsgruppe hat auch zu anderen Zeitpunkten eine wichtige Rolle gespielt. [Geschäftsgeheimnis] (85) [Geschäftsgeheimnis] - Funktion der "Struktur 1860 Bausteine" als Industrienorm (86) Gemäß den vorliegenden Informationen funktioniert die "Struktur 1860 Bausteine" als Industrienorm, u. a. weil die Pharmaunternehmen an seiner Schaffung beteiligt waren. Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen, die auf das Auskunftsersuchen der Kommission nach Artikel 11 der Verordnung Nr. 17 antworteten und regionale Absatzberichte beziehen (74 Unternehmen) sind der Auffassung, dass die Struktur 1860 bzw. kompatible Strukturen als Industrienorm bzw. "gemeinsame Sprache" funktionieren. Neun Unternehmen hatten eine abweichende oder unklare Auffassung(31). Drei dieser neun Unternehmen waren der Auffassung, dass die 1860er Struktur als De-facto-Industrienorm fungiere, weil sie von der Mehrzahl der Pharmaunternehmen verwendet werde. Drei der verbleibenden sechs Unternehmen hielten die Struktur 1860 zwar nicht für eine Industrienorm, meinten jedoch, dass sie dennoch nicht zu einer anderen Bausteinstruktur übergehen würden, um regionale Absatzdatendienste von anderen Anbietern zu beziehen. Die verbleibenden drei Unternehmen Robugen, Hermal und Berlin Chemie sind kleine oder mittelständische Unternehmen, von denen die beiden ersten auf bestimmte Produkte spezialisiert sind: Während Robugen Kamilleprodukte herstellt, erzeugt Hermal Creme für Hautbeschwerden. Auf diese Unternehmen entfallen lediglich 4 % der Unternehmen, die sich zu diesem besonderen Punkt geäußert haben. Es waren auch die einzigen Unternehmen, die bereit wären, einer anderen Bausteinstruktur zuzustimmen. Alle übrigen Pharmaunternehmen betonten, dass sie die gegenwärtige 1860er Struktur nicht ändern und auch einer neuen Struktur nicht zustimmen könnten, weil sie dann ihre gegenwärtigen Absatzgebiete ändern müssten. (87) Diesbezügliche Beispiele von Äußerungen gegenüber der Kommission: "Die 'Struktur 1860 Bausteine' ist eine Industrienorm, da auf dieser Grundlage verschiedene Arten von Pharmadaten bei unterschiedlichen Anbietern bezogen werden können." (Yamanouchi). "Nach unserer Auffassung können nicht kompatible Bausteinstrukturen nicht nebeneinander bestehen. Um die erheblichen Kosten bei der Umstellung auf einen anderen Anbieter zu vermeiden, muss eine einzige Norm verfügbar sein" (Kreussler). "Die 'Struktur 1860 Bausteine' ist eine Industrienorm angesichts der besonderen Art der Berichte, der bewährten Vergleichbarkeit der Bausteine und der langen und häufigen Verwendung durch die Industrie" (Schering). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass unterschiedliche, nicht kompatible Strukturen nebeneinander bestehen können. Es muss eine Norm geben, um die Leistungen der Wettbewerber mit den eigenen Absatzzahlen zu vergleichen. Unterschiedliche Strukturen würden die Gültigkeit der Daten in den Absatzberichten in Frage stellen. Die Kosten der Umstellung auf einen anderen Anbieter wären immens, sodass kein Wettbewerb bestehen würde" (Fournier). (88) IMS macht hingegen geltend, dass die "Struktur 1860 Bausteine" keines der Merkmale einer eigenen Industrienorm aufweise, dass deren Verwendung nicht gesetzlich vorgeschrieben sei und dass 30 % der Kunden in Deutschland diese Struktur nicht nutzen. (89) Die Kommission stimmt zwar darin überein, dass die Verwendung dieser Struktur gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, hält diese jedoch für eine De-facto-Industrienorm, wie bereits oben erwähnt, denn die überwiegende Mehrheit der befragten pharmazeutischen Unternehmen würde die derzeitige 1860-Struktur nicht wechseln oder könnte eine neue Struktur nicht akzeptieren, die eine Modifikation ihrer derzeitigen Verkaufsgebiete notwendig machte. Die 1860-Bausteinstruktur ist eine "gemeinsame Sprache" für den Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten in der pharmazeutischen Industrie, eine Tatsache, die von der Industrie selbst bestätigt wurde. (90) Das Landgericht Frankfurt stimmte mit dieser Schlussfolgerung offenbar überein, als es in seinem Urteil vom 16. November 2000 feststellte, dass (Unterstreichung hinzugefügt): sich die von der Klägerin IMS verwendete Gebietsunterteilung zur bestehenden Norm für die Erstellung regionaler Auswertungen der deutschen Pharmahersteller entwickelt hat; die Kunden der Klägerin haben ihren Vertrieb und ihre IT-Struktur auf die von der Klägerin verwendete Gebietsstruktur abgestimmt. (91) Die Behauptung von IMS, dass rd. 30 % der deutschen Kunden diese Industrienorm nicht verwenden, trifft nicht zu, da wertmäßig weit über [Geschäftsgeheimnis] der regionalen Absatzdatendienste von IMS in der "Struktur 1860 Bausteine" erbracht werden. Die übrigen [Geschäftsgeheimnis] entfallen auf AzyX und NDC, wobei die regionalen Absatzdatendienste in einer Struktur formatiert werden, deren Vereinbarkeit mit der 1860er Struktur vom Landgericht Frankfurt noch nicht geprüft worden ist. - Wirtschaftliche Abhängigkeit der Pharmaunternehmen von der "Struktur 1860 Bausteine" (92) Wie aus den vorstehenden Ausführungen hervorgeht, hat sich die "Struktur 1860 Bausteine" teilweise aufgrund der Rolle der Arbeitsgruppe zur Industrienorm entwickelt. Die Pharmaunternehmen sind in diese Norm auf eine Weise "eingeschlossen", dass ein Überwechseln auf Absatzdaten, die in einer nicht kompatiblen Struktur formatiert sind, theoretisch zwar möglich, jedoch wirtschaftlich nicht machbar wäre. Gemäß den vorliegenden Informationen könnten die Pharmaunternehmen aus folgenden Gründen nicht zu einer anderen Bausteinstruktur überwechseln. - Vergleichbarkeit und Kompatibilität der Daten (93) Einer der Gründe, warum die Pharmaunternehmen regionale Absatzdaten erwerben, ist das Erfordernis, Absatzzahlen bestimmter Arzneimittel im Vergleich zu den Absätzen ihrer Wettbewerber zu haben, um die Marktanteile zu erfassen und die Ergebnisse ihrer Verkaufsvertreter zu messen. Beides sind wichtige Wettbewerbsparameter auf dem Arzneimittelmarkt und müssen für unterschiedliche Zeiträume erfasst werden, um Vergleiche zu ermöglichen. Es müssen deshalb die Daten für unterschiedliche Zeiträume vergleichbar sein, weshalb Daten einer neuen Struktur auf die 1860er Struktur (oder umgekehrt) umgerechnet werden müssten, um diese Vergleichbarkeit zu ermöglichen, was sehr kostenaufwändig wäre. Absatzkampagnen und die Marktforschung sind gemäß den Daten in dieser Struktur aufgebaut. Novo Nordisk vertrat die Auffassung, dass jegliche vergleichbaren Daten gemäß der Bausteinstrukturen 1860 oder 2847 erfasst und zusammengestellt werden müssten. (94) Die langfristige Gewährleistung der Vergleichbarkeit der Daten bei einem Wechsel innerhalb der Strukturen von zwei unterschiedlichen Anbietern wirft mehr Probleme auf, als Änderungen, die in der Vergangenheit an der IMS-Struktur vorgenommen wurden. Diese Änderungen bestanden, wie bereits erwähnt, gewöhnlich aus der weiteren Untergliederung der ursprünglichen Bausteine in kleinere Einheiten. In diesen Fällen konnte die Summe der entstandenen neuen, kleineren Bausteine mit den ursprünglich größeren verglichen werden, was die Vergleichbarkeit erleichterte. Andere Änderungen an dieser Struktur, z. B. der Wechsel von 1845 auf 1860 Bausteine, waren gering in ihrem Umfang. Die Tatsache, dass die Daten von nur einem Unternehmen, nämlich IMS, stammten, erleichterte die Vergleichbarkeit, weil die Daten in der gleichen Weise formatiert waren. (95) IMS machte geltend, dass die Vergleichbarkeit der Daten über einen bestimmten Zeitraum und deren Kompatibilität keine Schwierigkeiten aufwerfen, da die Großhändler ihre Aufzeichnungen wenigstens für zwei Jahre aufbewahrten, [Geschäftsgeheimnis] (96) Zum ersten Teil des von IMS vorgetragenen Arguments ist zu bemerken, dass zumindest einige Großhändler die Apothekendaten lediglich für 15 bis 18 Monate aufbewahren, dem erforderlichen Angabenumfang, um ein Zusammenrechnen zu einer vollständig neuen Struktur zu ermöglichen. Laut GESDAT bewahren die von ihm vertretenen drei Großhandelsunternehmen die Rohdaten seit 1999 auf und zerstören sie nach 15 oder 18 Monaten. Dies könnte jedoch ein Einzelfall sein, und es ist möglich, dass andere Großhändler die Daten lediglich in der bereits gelieferten Struktur aufbewahren. Weil 3 der 16 in Deutschland tätigen Großhandelsunternehmen die Daten nur für diesen Zeitraum aufbewahren, können die Absatzdaten nicht gemeinsam erfasst werden. Aufbewahrte unvollständige Daten sind jedoch beinahe wertlos, da die Pharmaunternehmen eine umfassende Darstellung der Verkäufe auf dem deutschen Pharmamarkt benötigen, weshalb sie unvollständigen Daten nicht zustimmen können. (97) Während die Absatzdaten für die Pharmaindustrie wenigstens zwei Jahre aufbewahrt werden müssen (Mindestzeitraum für die Aufbewahrung sind zwei Jahre: (Medac)), ist für besondere Anwendungen oder Zwecke ein längerer Zeitraum erforderlich: 28 Monate sind erforderlich, um die Provision zu errechnen (Wyeth Pharma); fünf Jahre Aufbewahrung der Absatzdaten ist optimal (Zambon); wir benötigen zumindest die Daten des vergangenen Jahres, besser sind Daten über fünf Jahre (Essex Pharma); für die allgemeinen Zielvorgaben und Auswertungen sind über zwei bis drei Jahre aufbewahrte Daten in der Regel ausreichend. Für statistisch relevante Verfahren der Messung der Auswirkungen von Ausgaben usw. kann in einigen Fällen fünf Jahre ein angemessener Zeitraum sein (Lilly); je nach Auswertung werden unterschiedliche Anzahlen von Jahresdaten benötigt. In der Regel zwei bis fünf Jahre(32)(Schaper & Brümmer); es ist die Entwicklung der Marktanteile über 36 Monate erforderlich (Takeda); die Daten werden für rund drei Jahre benötigt (MSD); wir verwenden Daten, die über zwei Jahre zurückreichen, wenn möglich sogar drei Jahre, um langfristige Entwicklungen aufzuzeigen und gewonnene Marktanteile zu ermitteln (Novo Nordisk); es wäre günstig, wenn man die Daten für den gleichen Zeitraum hätte, wie ein Produkt von den Vertretern gefördert wird. Deshalb beträgt der Zeitraum gegenwärtig zwischen anderthalb und drei Jahren (Bayer); wir brauchen vergleichbare Vorjahreszeiträume von minimal drei Jahren für Marktforschung und Inzentivberechnungen(33) (Novartis); wir brauchen zumindest drei Jahre zurückgehende Daten (Verla Pharm); wir nutzen für unsere Planungen und Gebietsentwicklungen die Vergangenheitsdaten von drei Jahren(34)(Pohl Boskamp); wir benötigen mindestens drei Jahre zurückliegende Daten, um die Entwicklung des Absatzes in den Bausteinen zurückzuverfolgen (Solvay); drei Jahre reichen aus (Galderma). (98) Krewel hat auch angeführt, dass eine Änderung des Aufbaus den erheblichen Nachteil hätte, dass kein Vergleich der Daten mit den vorangehenden Jahren möglich wäre. Die Entwicklung des Absatzes könnte deshalb nicht mehr zurückverfolgt werden. Dermapharm hat angegeben, dass ein Wechsel zu einer anderen Struktur finanziell und unter Zeitgesichtspunkten kaum vorzustellen wäre, da ein solcher Wechsel die vollständige Umstrukturierung der Bereiche Marketing und Außendienste unseres Unternehmens erfordern würde. Ein weiterer erheblicher Nachteil wäre, dass ein Vergleich mit den Daten der vorangehenden Jahre nicht mehr möglich wäre. Doch diese zurückliegenden Daten sind unbedingt erforderlich, um die Entwicklung des Absatzes zu ermitteln, die Marketingaktionen auszuwerten und die Höhe der Provisionen festzulegen. Schering bemerkte, dass es für die Vergleichbarkeit der Daten unbedingt erforderlich ist, die gleiche räumliche Struktur für sämtliche regionalen Daten zu haben. (99) Die Untersuchungen der Kommission in diesem Bereich haben somit ergeben, dass die Pharmaunternehmen häufig weiter zurückliegende Daten benötigen, als sie von potenziellen Neuanbietern von regionalen Datendiensten bereitgestellt werden könnten. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, warum Pharmaunternehmen keine in einer anderen als der Struktur 1860 formatierte Daten nachfragen. (100) Ein weiterer Punkt ist die Kompatibilität der regionalen Absatzdaten mit anderen Daten und anderen Softwareprodukten. Die pharmazeutischen Unternehmen erfassen auch andere Daten als regionale Absatzdaten in der 1860er Struktur wie z. B. Daten über Verschreibungen, soziale und wirtschaftliche Informationen, Standort der Ärzte usw., und beziehen diese in die Absatzdaten zur weiteren Auswertung ein. Eine Änderung in der Struktur würde deshalb auch eine Änderung des für die andere Information geforderten Formats bzw. eine hausinterne Konvertierung der Daten erfordern. (101) Es ist besonders wichtig, dass die Verschreibungsdaten in einer kompatiblen Struktur vorliegen, da allgemein anerkannt wird, dass beide Datenformen erforderlich sind, um die Erfassungsprobleme zu bewältigen, die sich ergeben, wenn Kunden Verschreibungen in einem Baustein erhalten, jedoch die Arzneimittel in einem anderen Baustein kaufen. [Geschäftsgeheimnis] Merck hat auf der Anhörung ausgesagt, dass es auf jeden Fall erforderlich ist, die Verschreibungsdaten in einer vom Modell 1860 abgeleiteten oder damit kompatiblen Struktur zu haben. DuPont Pharma sagte hierzu, dass keine Leistungsmessungen vorgenommen werden können, wenn keine kompatible Struktur vorliegt. Galderma erklärte, dass nur mit der gleichen Struktur die Leistungsfähigkeit und Entwicklung des Verkaufspersonals und die Wirksamkeit der Marketingtätigkeiten ermittelt werden können. Liechtenstein Pharmazeutica sagte, dass für die Auswertung der Unterschiede in den Verkäufen und Verschreibungen eine identische Struktur für die regionalen Absatzdaten und die Verschreibungsdaten erforderlich ist. Servier erläuterte, dass die Verschreibungs- und Absatzdaten nur von Wert seien, wenn sie vergleichbar sind. AzyX führte aus, dass beide Daten verwendet werden, um den Erfolg der Außendienstmitarbeiter zu messen. Wären diese Daten nicht kompatibel, würde ein Datensatz nicht in die Einteilung der Verkaufsgebiete des Unternehmens passen. Ein weiterer wichtiger Grund für den Erwerb sowohl von Verschreibungs- als auch Absatzdaten ist die Messung der Auswirkungen der sogenannten Reiseverschreibung. Dies würde bei unterschiedlichen Strukturen unmöglich werden. NDC erklärte: wenn die Verschreibungs- und Absatzstrukturen nicht kompatibel wären, wäre es nicht möglich, das Verhältnis der ausgestellten Verschreibungen zur Bevorratung der Apotheken mit diesem Produkt zu ermitteln, außerdem wäre es nicht möglich festzustellen, wo und wie viele Verschreibungen sich von einem Verkaufsgebiet in ein anderes bewegen, wenn die Patienten ihre Verschreibungen nicht in dem Gebiet einlösen, wo ihr Arzt ansässig ist. (102) [Geschäftsgeheimnis] Zudem könnte laut IMS jeder Dritte, der eine unterschiedliche Bausteinstruktur entwickelt hat, dieselben Daten in ebendieser Struktur anbieten. Die Untersuchung der Kommission hat jedoch ergeben, dass tatsächlich 44 % der Pharmaunternehmen derartige Daten erwerben, was ein erheblicher Anteil ist. Ein Grund für die Unterschiede bei diesen beiden Zahlen könnte sein, dass IMS lediglich einer von mehreren Anbietern von Daten ist, die in der "Struktur 1860 Bausteine" formatiert sind. Adressen- oder Landkartenanbieter wie Pan Address Direktmarketing, Easy map oder Systeme wie regio graph 5.0 versorgen die Pharmaunternehmen für den Postversand oder die Erstellung von Karten in erheblichen Umfang. Hierzu stellte Schering fest, dass sämtliche Daten wie die Anzahl der Ärzte, der Apotheken, der Einwohner nach Geschlecht und der Quadratmeterfläche der Bausteine in der Struktur 1860 formatiert sein müssen. Auch Hoffmann-LaRoche erwirbt Daten zu der sozialen Lage der Bevölkerung, der Kaufkraft und der Auswahl von Zielgruppen sowie Landkarten von unterschiedlichen Anbietern. (103) Die Untersuchung der Kommission hat ergeben, dass viele Unternehmen andere Arten von Daten in dieser Struktur nutzen, die sie für aussagekräftige Analysen von regionalen Absatzdatenberichten für unerlässlich halten. Die Pharmaunternehmen benötigen diese Daten in einem mit der 1860er Struktur kompatiblen Format. Der deutsche Verband der Pharmaunternehmen hat hierzu ausgeführt, dass Absatzdaten in einer anderen Regionalstruktur uns von allen übrigen relevanten Daten abschneiden würde, die zur Vervollständigung der Absatzdaten benötigt werden und die alle nur in der 1860er Struktur vorliegen. Insbesondere für die kleineren Pharmaunternehmen wäre es unmöglich, zu einer anderen Struktur eines neuen Anbieters von Absatzdaten überzuwechseln. Hieraus folgt, dass die Pharmaunternehmen nur ein Überwechseln zu einer anderen Struktur erwägen könnten, wenn diese anderen Daten auch in der neuen Struktur vorliegen würden. Es wäre zwar technisch möglich, diese anderen Daten in einem anderen Format bereitzustellen, doch wären die Kosten für ein Pharmaunternehmen, das diese Daten in einer anderen Struktur als der bestehenden nachfragen würde, so hoch, dass den Unternehmen daraus eindeutig ein Wettbewerbsnachteil erwachsen würde. (104) Wie unter Ziffer 26 geschildert, werden von dritten Softwareanbietern wie z. B. P & P Software, IDV, ISS, DHM, GFD, GfK, und Easycom ebenfalls Produkte in der "Struktur 1860 Bausteine" angeboten. Ein Beispiel hierfür ist die Software für die Anpassung der Absatzgebiete, die eine Zuteilung von Postleitzahlgebieten oder Bausteinen an einen Verkaufsvertreter ermöglichen. Diese Software ist mit dem Absatzpotenzial und der Ärzteanzahl für jede Postleitzahl bzw. jeden Baustein versehen, wobei ein Hinzufügen oder Hinwegnehmen von Postleitzahlen oder Bausteinen von einem Absatzgebiet durch die Software im Hinblick auf den Absatz und die Ärzteanzahl kumuliert errechnet wird. Wie von dem Pharmaunternehmen Zambon erläutert, sind sämtliche damit verbundenen Informationen (z. B. Adressendaten usw.) in irgendeiner Weise an diese regionale Struktur (1860/3000) geknüpft, sodass Zambon die Bausteinstruktur nicht verändern würde, weil es damit die Kompatibilität mit den Arzneimittelherstellern verlieren würde. Mehr als die Hälfte der angesprochenen Unternehmen geben die regionalen Absatzdaten an Marktanalyse- oder Softwareunternehmen weiter. (105) Zu diesem Punkt macht IMS geltend, dass die anderen Anbieter regionaler Datendienste (AzyX und NDC) in der Lage wären, den Softwareerbringern Zugang zu ihren Strukturen zu gewähren, damit sie eine neue mit ihren Bausteinstrukturen kompatible Software entwickeln könnten. Aus den bereits bei der Erbringung von Daten in einer mit der 1860er Struktur nicht kompatiblen Struktur genannten Gründen ist hier nicht der Frage nachzugehen, ob dies technisch möglich wäre. Die von der bestehenden Norm für regionale Absatzdaten abweichenden Pharmaunternehmen müssten die Schaffung einer anderen Software finanziell unterstützen, um die Analyse und Verwendung dieser Daten zu ermöglichen, was wiederum kein Anreiz wäre, um Daten in einer unterschiedlichen Bausteinstruktur nachzufragen. (106) Wie aus den nachstehenden Kommentaren hervorgeht, ist diese Frage für die Pharmaunternehmen von Bedeutung. Lilly erläuterte, dass die angestammte "Struktur 1860 Bausteine" von den meisten (wenn nicht allen) Pharmaunternehmen intern zur Festlegung der Vertretergebiete usw. verwendet wird. Außerdem hatten sämtliche auf die Pharmaindustrie spezialisierte Marktforschungs- und Softwareverkäufer freien Zugang zu dieser Normstruktur. Würde sich die Struktur von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden, hätten die Verkäufer (d. h. Software- und Marktforschungsunternehmen) große Schwierigkeiten mit der Schaffung neuer Normprodukte. Dies könnte die Innovation behindern. Janssen-Cilag bemerkte, dass alle verfügbaren externen Daten ebenfalls auf der "Struktur 1860 Bausteine" beruhen. - Änderung der Absatzgebiete: Verlust der Beziehung zwischen den Verkaufsvertretern und den Ärzten (107) Im Gegensatz zu anderen Sektoren, wo Bestellungen direkt eingehen, könnten die Verkaufsvertreter der Pharmaunternehmen die Verschreibung eines Arzneimittels lediglich empfehlen. Deren Erfolg bei der Vermarktung eines Produktes hängt deshalb besonders vom Aufbau und der langfristigen Pflege eines guten Verhältnisses zu den Ärzten ab. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der Aufbau eines solchen Verhältnisses eine gewisse Zeit erfordert. Novo Nordisk erläuterte die Bedeutung dieses Verhältnisses wie folgt: Der Hauptgrund für die Beibehaltung der Strukturen in ihrer gegenwärtigen Form besteht darin, dass jegliche Änderung nachteilige Auswirkungen auf die Pflege unserer Kundenbeziehungen hätte. In unserem Geschäft ist es besonders wi

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.