Europäische Union

96/435/EG: Entscheidung der Kommission vom 16. Januar 1996 betreffend ein Verfahren nach der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und mit der Funktionsfähigkeit des EWR-Abkommens (IV/M.623 - Kimberly-Clark/Scott) (Text von Bedeutung für den EWR) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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Quellenkennung: 31996D0435. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Branded Toilet Tissue in the UK der Beraterfirma Cambridge Economics Inc. und - Competition in the UK Toilet Tissue Market der Beraterfirma Boston Consulting Group. (168) Ein wichtiger Wettbewerber der Parteien hat folgende zwei Studien unterbreitet: - The Role of Brands in the UK Tissue Market and the Competitive Strength of Andrex and Kleenex von Professor Patrick Barwise, Professor für Management und Marketing an der London Business School, und - Price Elasticity Estimates: UK Toilet Tissue, eine ökonometrische Studie der Beraterfirma Lexecon. (169) Die vorgelegten Studien konzentrieren sich auf die Stellung der Herstellermarken auf dem britischen Toilettenpapiermarkt und insbesondere die Frage, ob die Preise der Handelsmarken Druck auf die Preise der Herstellermarken ausüben. (170) In der von London Economics ausgearbeiteten Studie wird der Eindruck vermittelt, daß der britische Toilettenpapiermarkt im wesentlichen ein Massenmarkt sei, auf dem Herstellermarken und Werbung keine wichtigen Faktoren seien. Es wird die Meinung vertreten, daß es sich bei Toilettenpapier um einen kurzlebigen Verbraucherartikel mit niedrigen Umsteigekosten handele, bei dem die Produktqualität unmittelbar nach der Verwendung bekannt sei. Bei derartigen Erzeugnissen wäre die Markentreue in der Regel gering. Die Studie gelangt zu der Schlußfolgerung, daß die Handelsmarken auf die Preisbildung der Herstellermarken Druck ausüben, weil: - "Herstellermarken und Handelsmarken von vielen Verbrauchern als substituierbar angesehen würden, - die Umsteigekosten auf dem Toilettenpapiermarkt sehr niedrig seien, - der Wettbewerb überwiegend preisgebunden sei und häufig auf die Werbung zurückgegriffen werde, um diese Form des Wettbewerbs zu stärken, - die Werbung keine erhebliche Marktzutrittsschranke darstelle, was insbesondere für potentielle Anbieter von Herstellermarken wie Procter & Gamble oder SCA/PWA gelte, und - angesichts des ausgeprägten Wettbewerbs im britischen Einzelhandel der Regalplatz keine spürbare Marktzutrittsschranke darstelle, weil der Verbraucher der Auswahl, dem Preis und der Qualität der von dem Einzelhändler zum Verkauf angebotenen Erzeugnisse großen Wert beimesse. Für die Einzelhändler sei es stets vorteilhafter, eine größere Palette erfolgreicher Produkte vorrätig zu haben." (London Economics, S. 26 ff). (171) In seiner für einen großen Wettbewerber ausgearbeiteten Studie gelangt Professor Barwise zu vier eher abweichenden Schlußfolgerungen: - "Erstens seien Herstellermarken wichtig auf den britischen Tissue-Märkten: Innovation und Preise werden von den Herstellermarken angeführt, während die Handelsmarken eine zweitrangige Rolle spielten. Die führenden Hersteller könnten über eine ausgeprägte Markentreue verfügen und wesentlich höhere Preisaufschläge durchsetzen. - Zweitens gäbe es nur zwei große britische Tissue-Marken, Kleenex und Andrex, die in unmittelbarem Wettbewerb zueinander stehen. Andere britische Marken seien schlecht beworben und erzielten nur schwache Markentreue. - Drittens wäre angesichts der starken Stellung von Andrex und Kleenex ein neuer Marktzutritt schwierig, teuer und eine besonders risikoreiche Investition. - Viertens hätte jedes Unternehmen, das sowohl Andrex als auch Kleenex kontrolliert, erhebliche Möglichkeiten zur Erhöhung der Preise und zu einem strategischen Verhalten, mit dem konkurrierende Herstellermarken und potentielle Anbieter neuer Handelsmarken ausgeschaltet werden könnten." (Barwise, S. 2 ff). (172) In den Studien von Boston Consulting Group, Cambridge Economics und Lexecon wird durch unmittelbare Folgerung aus Preis-/Mengendaten untersucht, ob die Preise für Handelsmarken Druck auf die Preise für Herstellermarken ausüben. Boston Consulting Group haben hierbei eine graphische Methode angewandt, während Cambridge Economics und Lexecon versucht haben, die Preis- und Kreuzpreiselastizität anhand ökonometrischer Techniken zu ermitteln. Der Schwerpunkt wird auf die letzteren beiden Studien gelegt. (173) Sowohl in der Studie von Cambridge Economics als auch in der Lexecon-Studie werden die Preiselastizitäten für den gesamten Markt und die Preis- und Kreuzpreiselastizitäten für die Marktsegmente der Herstellermarken und der Handelsmarken getrennt ermittelt. In beiden Studien wurden die wöchentlichen Supermarkt-Scannerdaten von Nielsen verwendet. Tabelle 17 Vergleich der wichtigsten Elastizitätszahlen >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> [. . .] (50) (174) Die von Cambridge Economics und Lexecon ermittelten Marktpreiselastizitäten zeigen, daß die Gesamtmarktnachfrage nach Toilettenpapier inelastisch ist. Dies ist auch bei einem einfachen, billigen Gebrauchsgegenstand wie Toilettenpapier zu erwarten. Die Elastizitätszahlen könnten aus dieser Perspektive sogar hoch sein. Weder die Parteien noch der wichtigste Wettbewerber haben bestritten, daß die Gesamtmarktnachfrage bei Toilettenpapier preisinelastisch ist. (175) Die Ergebnisse der beiden Studien unterscheiden sich erheblich hinsichtlich der Preis- und der Kreuzpreiselastizitätszahlen. Aus der Tabelle geht hervor, daß Cambridge Economics von einer Kreuzpreiselastizität des Handelsmarkensegments gegenüber dem Herstellermarkensegment von [. . .] (51) ausgeht, während Lexecon diese Elastizität [. . .] (52) ansetzt. Die von Cambridge Economics ermittelten Zahlen lassen darauf schließen, daß Handelsmarken einen gewissen Druck auf die Herstellermarken ausüben. Zu dieser Schlußfolgerung ist die Lexecon-Untersuchung nicht gelangt. (176) Bei der Anhörung sagte Lexecon aus, daß Cambridge Economics über umfassendere Daten aus einem längeren Zeitraum als Lexecon verfügen konnte und deshalb in der Lage gewesen sei, eine bessere Untersuchung vorzulegen. Lexecon untersuchte auch die Preis- und Kreuzpreiselastizitäten auf der Markenebene. Hierbei ergab sich eine Kreuzpreiselastizität bei Handelsmarken gegenüber Andrex von [. . .] (53). Dies würde die Annahme eines gewissen Preiswettbewerbs zwischen dem Handels- und dem Herstellermarkensegment bestätigen. (177) Aufgrund der vorliegenden Studien ist nicht auszuschließen, daß Handelsmarken im Wettbewerb zu Herstellermarken stehen. Selbst in differenzierten Produktmärkten ist es normal, daß ein gewisses Maß an Wettbewerb zwischen verschiedenen Produktgruppen herrscht. Vernünftigerweise kann man dies auch beim britischen Toilettenpapiermarkt annehmen, auf dem einige Handelsmarken als hochwertige Markenerzeugnisse angeboten werden. Angesichts der Besonderheiten des britischen Toilettenpapiermarkts kann jedoch nicht der Behauptung zugestimmt werden, daß es sich um einen Massenmarkt handele, auf dem die Herstellermarken von geringer Bedeutung wären. Erstens entfällt rund die Hälfte des Markts auf Herstellermarken, wovon Andrex als wichtigster Hersteller fast [30-40 %] (54) einnimmt. Zweitens können die beiden führenden Marken wesentlich höhere Preise erzielen. Dies läßt an sich schon auf das Vorhandensein von Markentreue und Markenausgewogenheit schließen. Drittens sind die beiden führenden Marken "Anführerwaren", die als Bezugspunkte für den gesamten Markt dienen. In Anbetracht dieser Tatsachen muß man davon ausgehen, daß der Besitz der beiden führenden Marken in Verbindung mit der Stellung als führender Anbieter von extraweichen Handelsmarken Kimberly Clark/Scott Paper eine erhebliche Verhandlungsmacht auf dem Gesamtmarkt des Herstellermarken- und des Handelsmarken-Toilettenpapiers verschaffen würde. Angesichts der sowohl von Cambridge Economics als auch von Lexecon ermittelten inelastischen Preisnachfrage nach Toilettenpapier von [. . .] (55) ist anzunehmen, daß die Parteien Spielraum haben würden, um ihre Stellung auf dem britischen Toilettenpapiermarkt nach dem Zusammenschluß mißbrauchen zu können. Von unabhängigen Weiterverarbeitern ausgehender Wettbewerbsdruck (178) Die Parteien haben die Fähigkeit unabhängiger Weiterverarbeiter im Vereinigten Königreich hervorgehoben, Tissue-Papiererzeugnisse herzustellen und damit dem Verhalten der gemeinsamen Unternehmenseinheit KCS entgegenzuwirken. Die Kommission stimmt mit dieser Auffassung nicht überein. (179) Die unabhängigen Weiterverarbeiter verfügen nur über sehr geringe Kapazitäten. Sie sind überwiegend auf dem AFH-Markt bzw. dem Niedrigpreissektor des Handelsmarken-Verbrauchermarkts tätig. Auf dem Markt der Herstellermarken sind sie nicht oder wenn, dann nur in geringem Umfang tätig. Die Parteien haben auf die Rentabilität dieser Hersteller unter Bezugnahme auf deren Kapitalrendite hingewiesen. Nach Auffassung der Kommission handelt es sich hierbei um geschönte Zahlenangaben, weil die Ausrüstung dieser Hersteller in der Regel aus alten, technisch überholten und damit auch voll abgeschriebenen Maschinen besteht. Diese Einschätzung deckt sich - mit einer oder zwei bemerkenswerten Ausnahmen - grundsätzlich mit den von ihnen auf den Markt gebrachten Billigerzeugnissen einer niedrigeren Qualität. (180) Die Gewinne, das Anlagevermögen und die Umsätze dieser Weiterverarbeiter machen in absoluten Beträgen nur einen Bruchteil der entsprechenden Werte von KSC aus. Sie wären nach eigenen Angaben bereit, extraweiche Mutterrollen zu erwerben, wenn diese auf dem Markt erhältlich wären, da sie Schwierigkeiten haben, mit Mutterrollen einer gleichbleibenden Qualität zuverlässig beliefert zu werden. Einige von ihnen hängen für ihre Lieferungen von Scott oder Kimberly Clark ab, während die meisten den Unwägbarkeiten des Verhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage bei Mutterrollen auf dem Weltmarkt ausgesetzt sind. In den Untersuchungen der Kommission hat sich bestätigt, daß der schnelle Anstieg der Weltmarktpreise für Zellstoff einige Anbieter veranlaßt hat, die Lieferung von Mutterrollen zu verweigern. (181) Um die Wettbewerbsstellung der Weiterverarbeiter eingehender zu ermitteln, hat die Kommission bei den größeren dieser Unternehmen eine Untersuchung durchgeführt. Dabei gingen Antworten von sieben Weiterverarbeitern ein. Die Kommission hatte sie gebeten, die Leichtigkeit (Note = 1) bzw. Schwierigkeit (Note = 5) anzugeben, mit der sie Herstellermarken- und Handelsmarkenerzeugnisse in folgenden Segmenten liefern könnten: Super Premium, Premium, preiswert und billig. Die Ergebnisse sehen wie folgt aus: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Mit Durchschnittsnoten von 4,4 und 3,4 zeigt diese Tabelle, daß die Weiterverarbeiter besondere Schwierigkeiten bei der Lieferung von Premium- und Super-Premium-Erzeugnissen im Herstellermarkensektor haben. (182) In derselben Untersuchung wurden die Weiterverarbeiter darüber hinaus gebeten, verschiedene Benachteiligungen zu bewerten (1 = keine Schwierigkeiten, 5 = größere Schwierigkeiten), denen die Weiterverarbeiter gegenüber den integrierten Lieferanten bei folgenden Bezugsgrößen ausgesetzt sein könnten: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Diese Tabelle zeigt, daß die Verfügbarkeit von extraweichen Mutterrollen und die Liefersicherheit die beiden größten Benachteiligungen der Weiterverarbeiter gegenüber den integrierten Lieferanten sind. Von den sieben befragten Unternehmen hatten nur zwei keinerlei Schwierigkeiten bei der Belieferung mit extraweichen Mutterrollen: Ein Unternehmen konnte eine lange Lieferbeziehung mit Scott vorweisen, das andere Unternehmen war eine langfristige Liefervereinbarung mit einem außereuropäischen Anbieter eingegangen. Außerdem gaben sechs Weiterverarbeiter an, daß sie extraweiche Mutterrollen kaufen würden, wenn diese auf dem Markt verfügbar wären, während das siebte Unternehmen daran nicht interessiert war, da es ausschließlich den AFH-Markt beliefert. (183) Aus den beschriebenen Gründen ist die Kommission der Auffassung, daß diese Weiterverarbeiter auf das zukünftige Verhalten der neuen Einheit KCS vor allem auf dem Sektor der Herstellermarken keinen spürbaren Druck würden ausüben können. Schlußfolgerungen (184) Die neue Unternehmenseinheit KCS würde eine beherrschende Stellung im Vereinigten Königreich und in Irland auf den Endverbraucher-Tissue-Märkten für Toilettenpapier und Kosmetik-Taschentücher ausüben, wobei die vorhandenen Wettbewerber für sie keine ernstzunehmende Herausforderung wären. Bei Küchentüchern geht die Kommission davon aus, daß der Anteil der Handelsmarken höher ist als bei Toilettenpapier und bei Kosmetik-/Taschentüchern und daß die Marktstellung von KC bei Markenküchentüchern nicht so stark ist wie bei Toilettenpapier und Kosmetik-/Taschentüchern. Dennoch geht die Kommission davon aus, daß das gemeinsame Unternehmen schnell eine beherrschende Stellung für Küchentücher erreichen würde, die von Wettbewerbern nicht mehr hinreichend kontrolliert würde. Nach dem Zusammenschluß würde KCS unmittelbar klarer Marktführer bei Markenerzeugnissen werden. Während der Marktanteil nur 19,8 % wäre, würde KCS mehr als die Hälfte des gegenwärtigen Bedarfs an Markenware liefern und über einen vierfach bzw. achtfach höheren Marktanteil bei Markenprodukten verfügen als die Wettbewerber auf dem zweiten bzw. dritten Rang. Einschließlich des Handelsmarkenanteils würde KCS im Markt einen Produktionsanteil von [40-50 %] (56) halten. KCS würde über die zwei bedeutendsten Marken verfügen und besäße die einzige TAD-Anlage im Vereinigten Königreich, wobei die TAD-Technologie besonders geeignet ist für die Herstellung von Küchentüchern hoher Qualität. Gestützt auf seine Stärke bei allen Endverbrauchertissueprodukten und durch starkes Marketing und Werbung, wird KCS nach Auffassung der Kommission in der Lage sein, relativ schnell eine beherrschende Stellung für Küchentücher zu erlangen. Tatsächlich war der Werbeaufwand für Küchentücher begrenzt, wie sich aus Tabelle 5 im Anhang ergibt. Aus den Angaben der Einzelhändler ergibt sich, daß es vor dem Zusammenschluß einen starken Markenhersteller nicht gab und Investitionen in die Marken gering waren. Diese Lage würde sich nach dem Zusammenschluß klar ändern. Die Kommission geht deshalb davon aus, daß die Parteien eine beherrschende Stellung für Küchentücher innehaben werden. Nachfragemacht des Einzelhandels (185) Die Parteien haben auf die Nachfragemacht des britischen Einzelhandels, insbesondere der Einzelhandelsketten hingewiesen. Die Kommission ist jedoch nicht der Auffassung, daß die britischen Einzelhändler in der Lage wären, dem Marktverhalten der Parteien nach dem Zusammenschluß in spürbarem Maße entgegenzuwirken. (186) Die Gründe dafür sind: i) Abhängigkeit der Einzelhändler von den Parteien bei wichtigen Herstellermarken; ii) Abhängigkeit der Einzelhändler von den Parteien bei der Belieferung mit Handelsmarkenprodukten wegen nicht ausreichender Belieferungsalternativen, insbesondere beim wachsenden Marktsegment der extraweichen Tissue-Erzeugnisse; iii) selbst wenn die Einzelhändler langfristig eine alternative Belieferung mit Herstellermarkenprodukten sicherstellen könnten - der unabhängige britische Papierhersteller Kruger hat neue Investitionen vorgenommen und weist ein starkes Umsatzwachstum auf -, so haben die beiden Parteien zusammen jedoch eine ausreichende Stärke im Herstellermarkenbereich, die es ihnen ermöglicht, beim Absatz von Hersteller- und Handelsmarkenprodukten eine Koppelpolitik betreiben zu können. (187) Die Parteien haben auch geltend gemacht, daß Einzelhandelsketten aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu transnationalen Einkaufskonsortien Nachfragemacht bei der Belieferung mit Tissue-Erzeugnissen hätten. Die Ermittlungen der Kommission haben jedoch ergeben, daß keine der Einzelhandelsketten, die auf das Informationsersuchen geantwortet haben, einem transnationalen Einkaufskonsortium angehört. Darüber hinaus würden sich bei einer transnationalen Einkaufspolitik Logistikschwierigkeiten und zusätzliche Transportkosten ergeben. (188) Einen Beleg für die Stärke der Hersteller führender Marken in Preisverhandlungen mit den Einzelhändlern liefern die unterschiedlichen Handelsspannen bei Andrex, Kleenex und Handelsmarkenprodukten. Anhand der ihr vorliegenden Informationen hat die Kommission folgende Handelsspannen (Differenz zwischen dem Einkaufspreis beim Hersteller und dem Einzelhandelsverkaufspreis) festgestellt: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (189) Da davon ausgegangen werden kann, daß die Einzelhändler versuchen, eine möglichst große Handelsspanne zu erzielen, könnten diese Handelsspannen als Gradmesser für die Verhandlungsstärke genommen werden. Die Einzelhändler sind gegenüber dem Marktführer Andrex in einer schwächeren Position als gegenüber der zweitplazierten Marke Kleenex. Wenn Andrex und Kleenex nach erfolgter Fusion von derselben Partei kontrolliert würden, würden die Möglichkeiten und finanziellen Anreize für die Verfolgung einer Koppelpolitik bei den Herstellermarkenprodukten offenbar. Spätere Unterstützung der Fusion durch die Einzelhändler (190) Die Kommission ist sich bewußt, daß eine große Anzahl von Einzelhändlern (und anderen Kunden im AFH-Sektor) in einer späteren Phase des Verfahrens nach ihrer Beantwortung des Kommissionsfragebogens schriftlich zum Ausdruck gebracht haben, daß sie die Fusion gutheißen. Bei der Bewertung dieser Äußerungen ist jedoch zu bedenken, daß eine gewisse Interessengleichheit bei den Einzelhändlern und den fusionierenden Parteien gegeben sein kann. (191) Der ungewöhnliche Geschäftserfolg von Andrex, der auf einer erfolgreichen Werbung beruht, hat es den Tissue-Herstellern und den Einzelhändlern im Vereinigten Königreich und in Irland offenbar erlaubt, bei den britischen Verbrauchern Preise für Toilettenpapier zu erzielen, die weltweit zu den höchsten gehören. Diese Einschätzung wird durch den oben angeführten Preisvergleich und durch folgende Aussage in der Studie Andrex - sold on a pup belegt: "Die Preisrealisierung, ein Maß für die dem Produkt innewohnende Rentabilität, ist im Vereinigten Königreich höher als in jedem anderen Markt für Toilettenpapier auf der Welt." (S. 74). (192) Die Preisführerschaft von Andrex und das hohe Preisniveau, das mit dieser erfolgreichen Werbung durchgesetzt wurde, haben es dem Einzelhandel bisher erlaubt, von Andrex durchgeführte Preiserhöhungen auch bei ihren eigenen Handelsmarken nachzuvollziehen. Es liegen wenig Anzeichen dafür vor, daß sich dies in Zukunft ändern wird. (193) Grundsätzlich ist die Kommission der Auffassung, daß der Toilettenpapierkonsum relativ preisunelastisch ist. Quantitative Analysen in der Lexecon-Studie stützen diese Auffassung (Preiselastizität der Nachfrage nach Toilettenpapier weit unterhalb von 1). Bei den ohnehin schon überhöhten Andrex-Preisen hat der britische Verbraucher daher keine andere Alternative, als auch bei den Handelsmarkenprodukten die höheren Preise zu zahlen. Einen Absatzrückgang als Folge einer Preiserhöhung bei Herstellermarkenprodukten könnte KCS aufgrund seiner Stellung als führender Anbieter von Handelsmarkenprodukten zumindest teilweise wieder ausgleichen (57). (194) Auf der Einzelhandelsebene trifft es offenbar zu, daß zu beiderseitigem Nutzen von Händlern und Herstellern Preiserhöhungen mit Erfolg bei den Verbrauchern durchgesetzt werden können, vorausgesetzt, alle britischen Einzelhändler weisen in etwa dasselbe Preisniveau bei den wichtigen Toilettenpapier-Markenprodukten auf. Dies dürfte zumindest bisher der Fall gewesen sein. (195) In ihrer Antwort auf die Beschwerdepunkte haben die Parteien unter Hinweis auf den erbitterten Preiswettbewerb zwischen den britischen Einzelhändlern bestritten, daß es sich beim Verhalten der britischen Supermärkte um ein "nicht aggressives" Kartell handele. Die Kommission ist sich bewußt, daß auf dem britischen Einzelhandelsmarkt ein ausgeprägter Wettbewerb herrscht und in den vergangenen Jahren erhebliche Preissenkungen erfolgt sind. Diese Feststellung ändert jedoch nichts an der Erkenntnis, daß für die britischen Einzelhändler ein Anreiz vorhanden ist, Preiserhöhungen nachzuvollziehen, die für die Verbraucher durch die Preiserhöhungen für Andrex zumutbar gemacht werden. Der Einzelhandel ist in der Lage, einer allgemeinen Preisentwicklung nach oben langfristig zu folgen, kurzfristig jedoch Preiserhöhungen hinauszuzögern, um einen vorübergehenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Einzelhändlern zu erzielen. Die Kommission hat ein derartiges Vorgehen bei der Durchführung von Preiserhöhungen für Andrex festgestellt. Somit ist ein ausgeprägter Wettbewerb auf der Einzelhandelsstufe offenbar damit vereinbar, daß die Preisbewegungen des Markenführers von den Handelsmarken nachvollzogen werden. (196) Hieraus folgt, daß man auch bei den Einzelhändlern einen Anteil an den Gewinnen ansetzen kann, die durch höhere Preise auf dem britischen Toilettenpapiermarkt entstehen. Markteintritt (197) Gestützt auf die nachstehende Prüfung ist die Kommission nicht der Auffassung, daß der potentiellen Marktbeherrschung der Parteien durch einen zukünftigen Markteintritt neuer Anbieter hinreichend entgegengewirkt werden könnte. Hoher Konzentrationsgrad (198) Die britischen Märkte der Tissue-Verbrauchererzeugnisse weisen einen hohen Konzentrationsgrad auf, der auf dem großen Toilettenpapiermarkt am ausgeprägtesten ist, wo der gemeinsame Marktanteil von KCS bei Hersteller- und Handelsmarkenprodukten bei [50-60 %] (58) liegt. Der nächstfolgende Anbieter Jamont hält einen Marktanteil von beinahe [10-20 %] (59), so daß auf die beiden größten Anbieter fast [60-80 %] (60) des Markts entfallen. Ein hoher Konzentrationsgrad erhöht die mit einem Neueintritt verbundenen Risiken, da die Wahrscheinlichkeit zunimmt, daß der beherrschende Anbieter zur Wahrung seiner Marktstellung und seiner Rentabilität Maßnahmen gegen die Marktneulinge ergreift. (199) Unter den besonderen Umständen dieses Falls hält die Kommission den hohen Konzentrationsgrad im Herstellermarkensegment, wo die Parteien eine besonders starke, unanfechtbare Stellung einnehmen, für relevanter. Markentreue (200) Die erhebliche Markentreue bei Toilettenpapier und Kosmetiktüchern von Kleenex und Andrex erschwert es, die Verbraucher von einem Wechsel zu überzeugen (61) und damit den Anbietern einen Markteintritt nahezulegen. Das Ausmaß der Markentreue bei diesen Erzeugnissen im Vergleich zu anderen bekannten Verbraucherprodukten im Vereinigten Königreich ist in Tabelle 9 des Anhangs dargestellt. (201) In ihrer Antwort auf die Beschwerdepunkte haben die Parteien diese Auslegung zurückgewiesen und geltend gemacht, daß die Nielsen-Methode zur Ermittlung der Markentreue die preisunempfindliche Markentreue nicht einbeziehe. Der Homescan-Dienst gebe lediglich eine Antwort auf folgende Frage: "Welcher Anteil des Toilettenpapier-Gesamtbedarfs der Teilnehmer eines Verbraucher-Panels, die im vergangenen Jahr zumindest eine Rolle Andrex-Papier gekauft hatten, wurde von Andrex gedeckt?" (202) Die Parteien weisen darauf hin, daß aus den Homescan-Daten lediglich hervorgehe, daß 43 % des Bedarfs derjenigen Panel-Teilnehmer, die zumindest eine Andrex-Rolle gekauft hatten, auf Andrex entfiel. Die Homescan-Daten würden hingegen keine Antwort auf folgende beide Fragen geben: i) Wieviel Panel-Teilnehmer hatten zumindest eine Andrex-Rolle gekauft (z. B. 1 000 oder 7 000 von 8 000 in das britische Homescan-Panel einbezogenen Haushalten)? ii) Kaufen diejenigen, die zumindest eine Andrex-Rolle gekauft hatten, Andrex-Rollen (unabhängig vom Preis) "stets" oder nur "in der Regel" oder "zuweilen"? (203) Außerdem haben die Parteien zusätzliche Homescan-Daten vorgelegt, die anhand derselben Meßtechniken ein relativ hohes Maß an Markentreue auch bei den Handelsmarken nachweisen. Insbesondere weisen sie darauf hin, daß die Markentreue-Kennziffer für Handelsmarken-Toilettenpapier höher ist als bei Kleenex-Toilettenpapier. Diese Aussage ist folgenden Zahlen zu entnehmen: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (204) Die Kommission erkennt an, daß die Bemerkungen der Parteien begründet sind und die Homescan-Daten für die präzise Feststellung der preisunabhängigen Treue zu Herstellermarken nur von begrenzter Aussagekraft sind. (205) Allerdings werden die Homescan-Daten gemeinhin von Her

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.