Europäische Union

2003/215/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 21. November 2001 zur Genehmigung des Zusammenschlusses von Arbed S.A., Aceralia Corporación Siderúrgica S.A. und Usinor S.A. zu Newco Steel (Sache COMP/EGKS.1351 — Usinor/Arbed/Aceralia) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3696)

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Quellenkennung: 32003D0215. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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änkung oder sonstige Umgehung der EGKS-Wettbewerbsvorschriften unwahrscheinlich ist. Marktwachstum (198) Im Gegensatz zu fast sämtlichen anderen Sektoren der Stahlindustrie profitieren die Erzeuger von Edelstahl von einem Wachstum von mindestens 6 % jährlich. Diese Wachstumsrate soll auch in den nächsten mindestens vier Jahren anhalten. Es bestehen also für die vorhandenen Anbieter Anreize, ständig zu investieren und um Marktanteile zu kämpfen. Erhebliche Kapazitätsausweitungen wurden vor kurzem von Avesta Polarit (700000 t in Tornio) und ALZ (600000 t bis 2003) angekündigt. Kapazitätswachstum (199) Durchaus mögliche Kapazitätsaufstockungen durch Beseitigung von betrieblichen Engpässen werden seltener, und zur Deckung der Nachfrage sind Investitionen in neue Produktionsanlagen erforderlich. Der optimale Umfang dieser Investitionen ist im Verhältnis zur Größe des Gemeinschafts-Marktes sehr hoch. Das neue Stahlwerk von Avesta Polarit (dem aus der Fusion von Avesta Sheffield und Outokuumpu entstandenen Unternehmen) in Finnland verfügt über eine Kapazität von 1 Mio. Jato (700000 t Warmwalz-Stahl und 300000 t Kaltwalz-Stahl), und die neuen Kapazitäten von AST betragen 600000 Jato. Diese Zahlen sind der Gesamtkapazität für warmgewalzten Edelstahl gegenüberzustellen, die im Jahr 2000 6,7 Mio. t betrug. Mit der Inbetriebnahme seiner neuen Kapazitäten muss ein Erzeuger eine beträchtliche Wettbewerbstätigkeit entfalten, um die neue Anlage auszulasten. Kostenstruktur (200) Die Kostenstruktur der auf dem Markt vertretenen Anbieter entscheidet sich aufgrund zahlreicher Faktoren, zu denen auch Unterschiede beim Zugang zu Rohmaterialien zählen, erheblich. Belege für diese Schlussfolgerung wurden bereits in der Kommissionsentscheidung vom Dezember 2000 in der Sache Outokumpu/Avesta Sheffield erbracht (Randnummern 31 bis 35), wo bei den Erzeugern in der Gemeinschaft ein Unterschied von bis zu 40 % bei den Weiterverarbeitungskosten festgestellt wurde. Die beteiligten Unternehmen haben ferner ausgeführt, dass Legierungselemente wie Nickel und Chrom im Durchschnitt etwa 30 % des Preises für warmgewalzten Edelstahl ausmachen. Einige Konkurrenten sind vertikal mit Bergbauunternehmen integriert, z. B. Outokumpu Steel, Columbus (das sich zum Großteil in Besitz von Chromproduzenten befindet) oder einige japanische Wettbewerber, die über finanzielle Verbindungen mit Nickel- und Chromproduzenten verfügen. Arbed/Aceralia und Usinor hingegen sind in den einschlägigen Bergbaubranchen nicht tätig. Die unterschiedliche Kostenstruktur ergibt sich auch aus den jeweiligen Standorten der Produktionsanlagen und den damit verbundenen Transportkosten. Diese sind zwar an den absoluten Zahlen gemessen gering, können jedoch den Unterschied zwischen Verlust und Gewinn ausmachen. Die internen Transportkosten sind für einige Anbieter äußerst gering (z. B. Acerinox und Outokumpu), für andere hingegen sehr bedeutsam (AvestaSheffield). Die Transportkosten der beteiligten Unternehmen liegen in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen. ii) kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse (201) Nach Vollzug des Zusammenschlusses verbleiben auf dem Markt für kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse fünf Anbieter. Die drei größten kommen zusammen auf einen Marktanteil von [ > 80]* %, wie aus Tabelle 23 hervorgeht. Auch nach der Fusion wird TKS jedoch einen deutlich größeren Marktanteil erzielen als das fusionierte Unternehmen. TABELLE 23 Marktanteile in der Gemeinschaft + Norwegen + Schweiz (Gesamtabsatz) im Jahr 1999 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: Beteiligte Unternehmen. (202) Die Kommission hat auch geprüft, ob der geplante Zusammenschluss zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten führen könnte, und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zusammenschluss aus den gleichen Gründen wie bei warmgewalztem Edelstahl die Stahlerzeuger wahrscheinlich nicht veranlassen würde, gemeinsam Preise anzuheben und/oder die Produktion oder den Vertrieb einzuschränken oder auf andere Weise die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen. Schlussfolgerung (203) Zusammenfassend kam die Kommission in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass das Fusionsvorhaben weder auf den Märkten für warmgewalzten noch auf denen für kaltgewalzten Edelflachstahl zu Wettbewerbsproblemen führen wird. 2. STAHLVERTRIEB 1. Vertikal integrierte Vertriebsstellen/unabhängige Vertriebshändler (204) Der Stahlvertrieb stellt einen sehr bedeutenden Teil der globalen Geschäftspolitik der vertikal integrierten Stahlerzeuger dar. Nach Angaben von Arbed/Aceralia werden rund 40 % des Stahlverbrauchs in Europa über die verschiedenen Vertriebskanäle abgewickelt. (205) Die wichtigsten europäischen Stahlerzeuger verfügen alle über eigene Vertriebsstellennetze, die sich generell über wesentliche Teile Europas erstrecken und dabei insbesondere die Hauptwirtschaftszentren abdecken. Diese Vertriebsstellennetze unterliegen im Regelfall einer einheitlichen Geschäftspolitik oder Absatzstrategie, werden zentral koordiniert oder arbeiten unter einer einheitlichen betriebswirtschaftlichen Leitung oder einer zentralen Vertriebsabteilung, auch wenn jede Vertriebsstelle über ein gewisses Maß an Unabhängigkeit verfügt. (206) Neben diesen integrierten Vertriebsstellen besteht ein unabhängiger Sektor mit einer Vielzahl von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Finanzkraft. 1999 entfielen auf diesen unabhängigen Sektor folgende Anteile am Vertrieb über Stahl-Servicecenter (Tabelle 24): TABELLE 24 Anteile eigenständiger Vertriebshändler >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Quelle: Beteiligte Unternehmen. (207) Theoretisch können eigenständige Vertriebshändler dieselben Leistungen bereitstellen wie integrierte Vertriebsstellen, sofern sie in die notwendigen Einrichtungen investiert haben. Trotzdem müssen sie einen Großteil ihrer Zulieferungen notwendigerweise von den Werken europäischer Stahlerzeuger beziehen, deren integrierte Vertriebsstellen mit ihnen beim Vertrieb in Wettbewerb stehen. Insbesondere hängt die Möglichkeit zum Bezug aller benötigten Zulieferungen oder die Weitergeltung von Preisen vollständig von den individuellen Beziehungen zwischen eigenständigen Vertriebshändlern und Erzeugern ab. Es ist darauf hinzuweisen, dass in Bezug auf die Tätigkeiten des Stahl-Servicecenters der Preis der von den Stahlwerken gelieferten breiten Coils in hohem Maß den Preis gespaltener Coils bestimmt, wie die Beteiligten ausgeführt haben. (208) Zudem hat ein bestimmter eigenständiger Vertriebshändler in seiner Antwort auf einen der Fragebogen der Kommission darauf hingewiesen, dass integrierte Vertriebsstellen in schwierigen Zeiten für Endkunden Preise festlegen, die im Wesentlichen den Preisen entsprechen, welche die Erzeuger von eigenständigen Vertriebshändlern für dieselben Erzeugnisse verlangen. Ebenso beruhen nach Angaben eines anderen eigenständigen Vertriebshändlers, der im Übrigen unterstrich, dass große Stahlerzeuger ihre integrierten Vertriebsstellen klar bevorzugten, die Preispositionen integrierter Stahl-Servicecenter teilweise nicht unbedingt auf voller Kostendeckung der betreffenden Verarbeitungs- und Logistikabläufe. (209) Neben ihrer der Herstellung der betreffenden Erzeugnisse nachgelagerten Integration haben die zu den Stahlerzeugern gehörenden Vertriebsstellen gegenüber eigenständigen Vertriebshändlern weitere Vorteile. Insbesondere ermöglicht die geografische Lage der verschiedenen integrierten Vertriebsstellen an zahlreichen Standorten in Europa den Abschluss von Rahmenverträgen mit Großkunden, die in Europa über mehrere Standorte verfügen und ihre Einkaufsentscheidungen in einer Zentrale treffen. So werden zwischen kleineren Kunden und der Vertriebsorganisation jedes Stahl-Servicecenters zwar individuelle Verhandlungen geführt, mit Großkunden werden jedoch Lieferrahmenverträge abgeschlossen, im Regelfall auf europäischer Basis, woraufhin die Erzeugnisse und Leistungen über die den Kundenstandorten am nächsten gelegene Vertriebsstelle bereitgestellt werden. Diese Praxis ist im Automobilsektor und in der Hausgerätebranche besonders verbreitet. (210) Die Marktuntersuchung bestätigt, dass eine Reihe eigenständiger Wettbewerber ernste Bedenken zu der angemeldeten Maßnahme hegt. Zwar verspricht sich eine kleine Zahl von Konkurrenten von der vorgeschlagenen Fusion mehr Effizienz für die Fusionsbeteiligten und daher stabilere Märkte, von anderen wird jedoch insbesondere befürchtet, dass der Stahlvertrieb in noch höherem Maße von den Erzeugern zum Nachteil kleiner eigenständiger Vertriebshändler beherrscht wird. Dies könnte zu einem Rückgang der Anzahl vorhandener Anbieter und zu einem Anstieg der Preise führen. Einige eigenständige Vertriebshändler brachten vor, das Zusammenschlussvorhaben könne zum Verschwinden ihrer Bezugsquellen führen, insbesondere wenn berücksichtigt werde, dass sie sich in der Vergangenheit starken Lieferkontinuitätsschwankungen von Herstellern außerhalb der Gemeinschaft gegenübergesehen hätten. (211) Daher kann im Einklang mit früheren Kommissionsentscheidungen(78) festgestellt werden, dass bei der Bewertung der Auswirkungen der Fusion auf den Vertriebssektor, obwohl es sich beim Stahlvertrieb um eine regionale oder nationale Leistung handelt, die Folgen der Vertikalintegration von Stahlherstellern für den Wettbewerb zwischen den Vertriebshändlern zu berücksichtigen sind, insbesondere die Belieferung von Vertriebshändlern mit Stahlerzeugnissen auf europäischer Ebene. 2. Würdigung der verschiedenen Vertriebsmärkte (212) Die vorgeschlagene Maßnahme wird zu besonders hohen Marktanteilen auf den folgenden Märkten führen: a) Stahl-Servicecenter in Frankreich, b) Stahl-Servicecenter in Spanien/Portugal, c) Großhandel in Frankreich und d) Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich. (213) Weitere betroffene Märkte im Sinne dieser Entscheidung sind: a) Stahl-Servicecenter in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen, b) Stahl-Servicecenter im Vereinigten Königreich und Irland sowie c) Großhandel in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen. a) Stahl-Servicecenter in Frankreich (214) Die im Jahr 2000 von Stahl-Servicecentern in Frankreich verkaufte Gesamtmenge an Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen belief sich auf 3,9 Mio. Tonnen (was rund 41 % der Gesamtliefermenge an Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen entspricht), wovon ca. [...]* Mio. Tonnen von Usinor und [...]* Mio. Tonnen von Arbed/Aceralia verkauft wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [40-45]* % (1999: [40-45]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [5-10]* % (1999: [5-10]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [5-10]* % (Corus), [5-10]* % (Riva) und [5-10]* % (TKS). (215) Nach der Fusion wird der Marktanteil der Newco nahezu fünfmal so groß sein wie der ihres Hauptkonkurrenten auf dem französischen Markt und fast doppelt so hoch wie der gesamte Marktanteil ihrer drei größten Wettbewerber zusammengenommen. Zudem ist der Marktanteil unabhängiger Stahl-Servicecenter in Frankreich im Vergleich zu Nachbarländern recht niedrig. So entfallen auf unabhängige Stahl-Servicecenter lediglich [< 30]* % des Marktes in Frankreich, wohingegen sich dieser Wert auf nahezu [ > 50]* % in Deutschland (ohne Nordrhein-Westfalen), [ > 40]* % in Italien und [ > 40]* % im Vereinigten Königreich beläuft. Darüber hinaus ist dieser unabhängige Sektor stark in eine große Zahl kleiner Anbieter aufgesplittert. (216) Zu berücksichtigen wäre außerdem die Vertikalintegration der Beteiligten und insbesondere der hohe Anteil der Newco am vorgelagerten Markt für Produktion und Direktvertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen sowohl auf EWR-Ebene als auch in Frankreich. 1999 entfielen auf die Beteiligten [40-45]* % der gemeinschaftsweiten Produktion an warmgewalztem Kohlenstoffstahl und [45-50]* % an kaltgewalztem Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen. Darüber hinaus hat die Marktuntersuchung ergeben, dass einige eigenständige Vertriebshändler, die mit dem Usinor-Vertriebsnetz in Frankreich in Wettbewerb stehen, in hohem Maß auf Zulieferungen von Arbed/Aceralia angewiesen sind; die angemeldete Maßnahme wird zum Verschwinden dieser alternativen Bezugsquelle führen. Kurz: das neue Unternehmen wird nach der Fusion in der Lage seine, die Preise zu bestimmen, den Vertrieb zu kontrollieren oder zu vermindern oder einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern. (217) Vor diesem Hintergrund gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter in Frankreich zu umgehen. b) Stahl-Servicecenter in Spanien/Portugal (218) Auf der Iberischen Halbinsel stellen Stahl-Servicecenter rund 44 % der Gesamtliefermenge von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen bereit, wohingegen der Großhandel und Sauerstoffbrennschneidewerke ca. 10 % liefern. Im Einzelnen beliefen sich die Gesamtmengen von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen, die in Spanien und Portugal im Jahr 2000 durch Stahl-Servicecenter verkauft wurden, auf 4,2 Mio. Tonnen, wovon ca. [...]* Mio. Tonnen von Usinor und [...]* Mio. Tonnen von Arbed/Aceralia abgesetzt wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [45-50]* % (1999: [50-55]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [10-15]* % (1999: ebenfalls [10-15]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [10-15]* % (Grupo Ros), [5-10]* % (Gutser) und [5-10]* % (A. Gallardo). (219) Betrachtet man zudem Spanien und Portugal als separate geografische Märkte, würden für beide Länder ernste wettbewerbsrechtliche Bedenken aufkommen. Der Anteil der Newco würde sich dabei 1999 in Spanien auf [40-45]* % ([30-35]* % + [10-15]* %) und in Portugal auf [65-70]* % ([65-70]* % + [< 5]* %) belaufen. (220) Auch hier wäre der Abstand der Newco zu ihren Hauptwettbewerbern nach der Fusion ganz erheblich. Die Newco wäre viermal größer als der nächstgrößere Wettbewerber. Zudem handelt es sich bei den Hauptwettbewerbern der Newco um eigenständige Vertriebshändler (statt um integrierte Vertriebsstellen anderer Stahlerzeuger), die für ihre Zulieferungen von Stahlerzeugnissen großenteils von den die Anmeldung vornehmenden Beteiligten abhängen. Darüber hinaus wird die Newco über eine besonders starke Stellung beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter wie Großhandelsunternehmen in Frankreich verfügen, dem der Iberischen Halbinsel am nächsten gelegenen Markt, was die Möglichkeiten zur Umstellung auf alternative Lieferanten für spanische und portugiesische Kunden vermindert. (221) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte haben die beteiligten Unternehmen eingewandt, dass es bei Zugrundelegung nationaler Märkte nicht zu Überschneidungen in Portugal kommen würde, da der Marktanteil von Arbed/Aceralia dort [< 5]* % beträgt. Wegen des besonders hohen Marktanteils von Usinor in Portugal ([65-70]* %) und des grenzüberschreitenden Handels mit Spanien stellen Arbed/Aceralia aufgrund ihrer Präsenz in Spanien allerdings die Hauptquelle für potenziellen Wettbewerb auf dem portugiesischem Markt dar. Insbesondere angesichts des Größenunterschieds zwischen dem portugiesischen und dem spanischen Markt ist der Absatz von Arbed/Aceralia im Sektor Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse über Service-Centren in Spanien ([...]* kt im Jahr 1999) wesentlich umfangreicher als der gesamte portugiesische Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahl über Stahlservice-Centren (399000 t im Jahr 1999), obwohl das Unternehmen auf dem spanischen Markt damit nur auf einen Anteil von [10-15]* % kommt. (222) Vor dem Hintergrund der genannten Überlegungen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter in Spanien und Portugal zu umgehen. c) Großhandelsunternehmen in Frankreich (223) Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten für den Vertrieb aller Kohlenstoffstahlerzeugnisse belief sich im Jahr 2000 auf [25-30]* % ([20-25]* % + [5-10]* %), ebenso 1999 ([15-20]* % + [5-10]* %). Ihre Hauptwettbewerber waren KDI, dessen Marktanteil sich 1999 auf [25-30]* % belief, sowie Descours et Cabaud mit [15-20]* %. (224) Newco würde jedoch beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen über einen besonders hohen Marktanteil verfügen ([35-40]* % im Jahr 1999). Damit wäre Newco erheblich größer als seine Hauptwettbewerber beim Vertrieb von Flacherzeugnissen, nämlich KDI (10-15 %) und Descours et Cabaud (5-10 %). Der verbleibende Großhandelsmarkt ist extrem aufgesplittert und weist über 500 kleine unabhängige Anbieter auf. Auch die Kundenbasis ist fragmentiert, wobei die Hauptkunden kleinere und mittlere Unternehmen sind. (225) Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Newco, wie erwähnt, nicht nur beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Frankreich durch Großhandelsunternehmen über einen erheblichen Anteil verfügen würde, sondern auch beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Frankreich durch Stahl-Servicecenter eine marktbeherrschende Stellung innehätte (mit einem Marktanteil von über 40 %). Darüber hinaus hätte Newco als vertikal integrierter Konzern auch beim vorgelagerten Markt für die Produktion von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Europa eine starke Stellung (z. B. [45-50]* % der Produktion von kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in der Gemeinschaft im Jahr 1999). (226) Die beteiligten Unternehmen bestreiten in ihrer Erwiderung die Würdigung der Kommission mit dem Hinweis, dass der relevante Markt den Großhandel mit sämtlichen Kohlenstoff-Stahlerzeugnissen umfassen sollte, auf dem die beteiligten Unternehmen wie oben erwähnt nur auf einen Anteil von [25-30]* % kämen (Randnummer 223). Diese Frage wurde jedoch schon in dem Abschnitt über die Produktmarktdefinition behandelt. (227) Deswegen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Großhandelsunternehmen in Frankreich zu umgehen. d) Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich (228) Die in Frankreich im Jahr 2000 durch Sauerstoffbrennschneidewerke verkauften Gesamtmengen beliefen sich auf 200000 Tonnen, wovon ca. [...]* Tonnen von Usinor und [...]* Tonnen von Arbed/Aceralia abgesetzt wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [35-40]* % (1999: [30-35]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [5-10]* % (1999: ebenfalls [5-10]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [5-10]* % (Oxymetal), [5-10]* % (Devillers) und [5-10]* % (Oxycentre). (229) Der Marktanteil von Newco wird erheblich größer sein als der seiner Hauptwettbewerber; so wird es fünfmal so groß wie der nächstgrößere Mitbewerber. Ein erheblicher Teil des Marktes (34 %) ist stark zersplittert und weist über hundert Marktteilnehmer auf. Die Kundenbasis ist ebenfalls recht fragmentiert: Bei den Kunden handelt es sich größtenteils um kleine und mittlere Unternehmen mit geringem Blechverbrauch und wenig oder gar keiner Einkaufsmacht. Einfuhren von außerhalb des EWR fallen kaum ins Gewicht und stellen keinen Wettbewerbsdruck dar. Zudem kommt das Sauerstoffbrennschneiden wegen neuer Technologien wie Laserschneiden und Wasserstrahlschneiden immer weniger zum Einsatz, weswegen nicht mit dem Eintritt ins Gewicht fallender neuer Marktteilnehmer zu rechnen ist, was auch dadurch belegt wird, dass in den letzten fünf Jahren kein wesentlicher Markteintritt mehr stattgefunden hat. (230) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte bestreiten die beteiligten Unternehmen die Schlussfolgerungen der Kommission mit folgenden Argumenten: 1. Arbed erzielt nur einen geringfügigen Absatz, und 2. in die Erzeugung von Usinor werden 100 % der Produktion von Eurodecoupe eingerechnet, obwohl es sich bei diesem Unternehmen um eine Tochtergesellschaft von DHS handelt, die von Usinor nicht alleine kontrolliert wird. (231) Mit Blick auf das erste Argument ist zu entgegnen, dass Arbed mit einem Umsatzanteil von [5-10]* % bei den Sauerstoffbrennschneidewerken in Frankreich derzeit am Absatz gemessen der zweitgrößte Konkurrent von Usinor knapp hinter dem stärksten Wettbewerber (Oxymetal mit einem Marktanteil von [5-10]* % im Jahr 1999) ist und vor den übrigen Marktteilnehmern (Devillers, Oxycentre, Savoy Decoupe, Bretagne Oxy und UF Acier) liegt. Mit Blick auf den zweiten Einwand haben die beteiligten Unternehmen selbst bestätigt, dass Usinor eine Mitkontrolle über Eurodecoupe ausübt, weswegen sämtliche Verkäufe dieses Unternehmens bei der Würdigung des geplanten Zusammenschlusses zu berücksichtigen sind. (232) Deswegen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Quartoblechen durch Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich zu umgehen. e) Sonstige betroffene Märkte (233) Bei der Würdigung des Zusammenschlussvorhabens sind außerdem folgende Vertriebsmärkte zu berücksichtigen: 1. Stahl-Servicezentren in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen, wo die Parteien im Jahr 2000 im Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen auf einen Anteil von [20-25]* % kamen ([10-15]* % + [10-15]* %). Die größten Konkurrenten sind Corus mit einem Marktanteil von [20-25]* % und TKS mit einem Anteil von ebenfalls [20-25]* %. Im Fall einer weiteren Untergliederung dieses Marktes käme Newco gemessen an der Situation des Jahres 1999 auf Anteile von [20-25]* % in Belgien und Luxemburg, [25-30]* % in den Niederlanden und [15-20]* % in Deutschland (einschließlich Nordrhein-Westfalen). Auf allen drei Märkten sind ähnlich große oder gar größere Konkurrenten vertreten: Corus in Belgien und Luxemburg ([25-30]* %) und den Niederlanden ([25-30]* %) und TKS in Deutschland ([15-20]* %). 2. Stahl-Servicezentren im Vereinigten Königreich und Irland, wo die beteiligten Unternehmen im Jahr 2000 gemeinsam auf [15-20]* % ([5-10]* % + [10-15]* %) kamen. Bei Zugrundelegung nationaler Märkte würde Newco [20-25]* % im Vereinigten Königreich erzielen ([5-10]* % + [10-15]* %) und < 5 % ([< 5]* % + [< 5]* %) in Irland. Der Marktanteil der Parteien beim Handel mit Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen im Vereinigten Königreich und Irland liegt somit auf jeden Fall eindeutig unter dem von Corus ([30-35]* %). 3. Großhandel in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen, wo die beteiligten Unternehmen gemeinsam bei Kohlenstoff-Flachstahl im Jahr 2000 auf einen Anteil von [15-20]* % ([10-15]* % + [5-10]* %) kamen. Unabhängig von einer etwaigen weiteren Untergliederung der Produktmärkte (Flachstahl/Langstahl) und geografischen Märkte (nationale Märkte) würden die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen im Verhältnis zu denen anderer Marktteilnehmer keine ernsthaften Wettbewerbsbedenken aufwerfen. (234) Das Vorhaben wirft daher auf den in diesem Abschnitt beschriebenen Märkten keine ernsthafte Wettbewerbsbedenken auf. VI. VERPFLICHTUNGSZUSAGEN DER BETEILIGTEN UNTERNEHMEN 1. ZUSAMMENFASSUNG 1. Geplante Veräußerungen (235) Um die von der Kommission festgestellten Wettbewerbsbedenken auszuräumen, haben die beteiligten Unternehmen angeboten, eine Reihe von Unternehmen und Geschäftsbereichen in den Sektoren Stahlerzeugung und Stahlhandel zu veräußern. a) Stahlerzeugung (2

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.