Europäische Union

2004/135/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. September 2001 zu Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2432 — Grupo Villar Mir/EnBW/Hidroeléctrica del Cantábrico) (Text von Bedeutung für den EWR.) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 2861)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0135. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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ch Spanien importierte Strom voraussichtlich aus Strom, der in Kraftwerken mit niedrigen Grenzkosten erzeugt wurde, bestehen und somit zu niedrigeren als den üblichen Preisen auf dem spanischen Großhandelsmarkt angeboten werden. (95) Die beobachtete Dynamik der jüngsten Entwicklungen auf dem spanischen Markt und insbesondere die parallele Zunahme an Wasserkraftstrom lässt den Schluss zu, dass sich ein Ausbau der Verbundkapazitäten und in der Folge höhere Stromeinfuhren nach Spanien günstig auf eine korrekte Preisbildung auf dem organisierten Markt (besonders zu durchschnittlichen und Schwachlastzeiten, wenn das Angebot von Endesa und Iberdrola zur Deckung der Nachfrage nicht unbedingt erforderlich ist) und auf bilaterale Vertragsabschlüsse auswirken würde. Des Weiteren käme es zu einer wesentlichen Preissenkung auf dem spanischen Großhandelsmarkt, der aufgrund der Intensivierung des Wettbewerbs und der Schwächung der duopolistischen Marktbeherrschung stärker umkämpft wäre. Der Ausbau der Verbundkapazitäten würde schließlich eine erhebliche Kapazitätsreserve voraussetzen, d. h. überschüssiges Angebot auf einem Strommarkt, auf dem mit einer Ware gehandelt wird, die nicht gelagert werden kann. (96) Die Parteien führen in ihren jeweiligen Antworten auf die Beschwerdepunkte an, dass diese Einschätzung auf einer starken Vereinfachung beruhe, ohne jedoch hinreichend überprüfte Daten zur Verfügung zu stellen, über die nachgewiesen werden könnte, dass ein Ausbau der Verbundkapazität nicht mit einer Preissenkung auf dem spanischen Markt einherginge, wie es in der bereits analysierten Situation der Fall war. EnBW beschränkte sich darauf festzustellen, dass kein Zusammenhang zwischen dem Kapazitätskoeffizienten und den Strompreisen bestehe. Diese Aussage ist keinesfalls als gesichert zu betrachten, da laut den Angaben der EnBW im Zusammenhang mit den Preisprognosen für 2002 in allen Ländern außer Belgien und den Niederlanden, in denen die Verbundkapazitäten unter 15 % der Nachfrage in Spitzenzeiten ausmachen (Italien, Portugal und Spanien), die Preise höher sind als in den anderen Ländern, wo sie über 15 % liegen (Deutschland, Schweiz, Frankreich und Österreich)(40). 5. Der Zusammenschluss kann keine wettbewerbsfördernden Auswirkungen haben, wenn die Verbundkapazität zwischen Spanien und Frankreich nicht erhöht wird (97) In ihrer Antwort auf die Beschwerdepunkte führen die anmeldenden Parteien an, dass der untersuchte Zusammenschluss den Wettbewerb gegenüber Endesa und Iberdrola begünstige. EnBW argumentiert insbesondere, dass nach dem Zusammenschluss die beherrschende Stellung des Duopols geschwächt und der Preiswettbewerb steigen werde, vor allem da EnBW die Hidrocantábrico mit technischem Know-how unterstützen und Hidrocantábrico als Unternehmen des EDF-Konzerns von der finanziellen Unterstützung und besserer Kreditwürdigkeit profitieren könne, um erfolgreich weitere Kraftwerke zu kaufen oder zu bauen. (98) Diesbezüglich betont die Kommission, dass das Preisniveau auf dem spanischen Markt, wie bereits weiter oben dargelegt, durch zusätzliches Angebot von Billigstrom im Pool beeinflusst wird. Die beabsichtigte Übernahme eines Kraftwerks, wie zum Beispiel des Endesa gehörenden Kraftwerks in Viesgo, dessen Kapazität 5 % der in Spanien vorhandenen Erzeugungskapazitäten (+ 2500 MW) entspricht, würde weder mit einer Erhöhung des im Pool angebotenen Billigstroms noch mit einer wesentlichen Verringerung des Marktanteils von Endesa einhergehen. Auch ist nicht zu vergessen, dass (wenn die Verbundkapazität nicht erweitert wird) die Entstehung einer strukturellen Verbindung in der Kontrolle von EDF und Hidrocantábrico das Verschwinden der wichtigsten ausländischen Wettbewerbsquelle auf dem spanischen Markt bedeuten würde. Diese Punkte werden in einem späteren Erwägungsgrund erläutert. 6. Der geplante Ausbau der Erzeugungskapazitäten in Spanien wird nicht zum Verschwinden des Duopols Endesa-Iberdrola führen (99) Auch wenn, wie weiter unten dargelegt werden wird, die Erzeugungskapazität von Hidrocantábrico in den nächsten Jahren tatsächlich ausgebaut wird (und dadurch seine Position auf dem spanischen Markt gestärkt wird), darf man nicht vergessen, dass trotz der von EnBW erwähnten gesetzlichen Frist, die die am Duopol beteiligten Unternehmen daran hindert, vorläufig in neue Kapazitäten(41) zu investieren, diese beiden Unternehmen auch demnächst die Inbetriebnahme neuer Kraftwerke beabsichtigen. Beispiele dafür sind San Roque (Endesa) mit einer installierten Leistung von 400 MW und einer geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2002, Besós (Endesa und Gas Natural) mit einer installierten Leistung von 800 MW und einer geplanten Inbetriebnahme ebenfalls 2002, Castellón (Iberdrola, Repsol und BP), dessen installierte Leistung 800 MW beträgt und das 2002 in Betrieb gehen soll, Castejón (Iberdrola) mit einer installierten Leistung von 400 MW und einer geplanten Inbetriebnahme 2002 etc. Die für Endesa und Iberdrola in den nächsten Jahren geplanten Anteile an der Stromerzeugung werden somit voraussichtlich nicht wesentlich von den aktuellen Anteilen abweichen, zumindest nicht so weit, dass die derzeitige duopolistische Stellung durch diesen Faktor allein gefährdet werden würde. (100) Obwohl die geplanten neuen Kraftwerke laut den der Kommission vorliegenden Angaben(42) bis zum Jahr 2005 zu einer Erhöhung der Erzeugungskapazität von ungefähr 10-15 % führen werden, rechnet man bei Berücksichtigung des voraussichtlichen Nachfrageanstiegs und der Kosten des erzeugten Stroms (die wesentlich höher sind als die für den in Frankreich und anderen europäischen Ländern erzeugten Strom) schließlich nicht damit, dass sich das zusätzliche, aus den neuen Kraftwerken kommende Stromangebot im Pool auf die Preise(43) oder auf die Möglichkeiten von Endesa und Iberdrola, diese zu diktieren, auswirken wird. Es ist zu bedenken, dass der Strom aus Kombikraftwerken (aus denen in den kommenden Jahren der zusätzliche ans Pool gelieferte Strom grundsätzlich stammen wird) wesentlich höhere Produktionskosten verursacht als die von EDF erzeugte Kernenergie und dass, wie bereits erwähnt, ein bedeutender Teil der neuen Kombikraftwerke, die bis zum Jahr 2005 in Betrieb gehen sollen, gänzlich oder teilweise Endesa und Iberdrola gehören werden. (101) Auch wenn die beabsichtigte Erhöhung der Erzeugungskapazität, insbesondere durch den Zutritt neuer Akteure zum spanischen Großhandelsmarkt, den Wettbewerb auf ihm in einem beschränkten Ausmaß verbessern kann, scheint dies dennoch nicht zum Verschwinden des Duopols Endesa/Iberdrola zu führen. Der Zutritt von EDF über Hidrocantábrico zum Markt würde zusammen mit der Blockierung eines Ausbaus der Verbundkapazität zwischen Frankreich und Spanien in jedem Fall mit einer Verstärkung der (derzeitigen und in Zukunft absehbaren) Marktbeherrschung durch das Duopol verbunden sein. 7. Nach dem geplanten Zusammenschluss werden die Anreize für die EDF, den massiven Ausbau der Verbundkapazitäten zwischen Frankreich erheblich zu unterstützen, wegfallen (102) Nach der Durchführung des geplanten Zusammenschlusses würde sich die strategische Situation der EDF in Hinblick auf den spanischen Markt voraussichtlich grundlegend ändern und mit neuen mittel- und langfristigen handelspolitischen Zielen einhergehen. a) EDF erwirbt große Erzeugungskapazitäten in Spanien und gleichzeitig eine hervorragende Präsenz auf dem spanischen Strommarkt (103) Nach der Durchführung des Vorhabens erwirbt EDF die Mitkontrolle über das Unternehmen Hidrocantábrico, dessen Stromerzeugungsanteil in Spanien ungefähr 50 % der gesamten installierten Kapazität des Landes darstellt. Hidrocantábrico trat bisher üblicherweise als Nettoverkäufer auf dem Großhandelsmarkt auf. Der Anteil des Unternehmens an den Umsätzen auf dem Spotmarkt im Pool lag im Jahr 2000 bei über [5-10]* %. Dazu kommen die Aktivitäten der EDF als ausländischer Anbieter, d. h. ihre Einfuhren auf den spanischen Markt, die ungefähr [< 5]* % der Umsätze auf dem Spotmarkt in diesem Zeitraum betrugen. (104) EDF wird nach der Fusion entweder direkt oder indirekt gemeinsam mit anderen eine Strommenge auf dem spanischen Markt kontrollieren, die ungefähr [9-12]* % der Umsätze auf dem Spotmarkt des spanischen Strom-Großhandelsmarktes ausmacht. Dies bedeutet, dass das Unternehmen auf dem spanischen Strommarkt stark vertreten sein und etwas hinter dem dritten Anbieter (Unión Fenosa), aber in großem Abstand von den beiden beherrschenden Unternehmen (Endesa und Iberdrola) liegen wird. (105) Die Position der EDF auf dem spanischen Markt könnte sich in der Zukunft verbessern, wenn auch nur in geringem Maße, wenn Hidrocantábrico auf dem Erzeugungsmarkt, sei es durch den Bau neuer Kraftwerke(44) (indem es den Endesa und Iberdrola gesetzlich auferlegten Beschränkungen bezüglich der Schaffung neuer Kapazitäten profitiert), sei es durch eine Strategie des Erwerbs von Erzeugungskapazitäten, an Bedeutung gewinnt. Dieser Expansionsspielraum wird die EDF voraussichtlich nicht in die Lage versetzen, das aus den beiden größten Stromunternehmen bestehende Duopol zu beenden. Wie später dargelegt werden wird, ist aber auch nicht absehbar, dass für die EDF wirtschaftliche und handelspolitische Anreize vorliegen werden, um Handlungen zu setzen, die eine erhebliche Senkung des derzeitigen Preisniveaus auf dem spanischen Großhandelsmarkt bewirken würden. Die finanzielle Beteiligung der EDF an Hidrocantábrico (106) Im Zuge des Prüfverfahrens haben die Parteien dargelegt, dass - auch wenn die EDF nach erfolgtem Zusammenschluss unbestreitbar die Mitkontrolle über Hidrocantábrico ausüben wird - die finanzielle Beteiligung an dem Unternehmen dennoch begrenzt sein wird, solange die EDF 34,5 % an EnBW hält, die wiederum 50 % von Ferroatlántica besitzt, welche schließlich ungefähr 60 % der Anteile von Hidrocantábrico hält. Daraus schließen sie, dass die Beteiligung der EDF an den Gewinnen aus der Geschäftstätigkeit der Hidrocantábrico unwesentlich sein wird, was sich auf die strategischen Entscheidungen auswirken wird, auf die in der vorliegenden Entscheidung Bezug genommen wird. (107) Erstens ist zu betonen, dass die EDF - zwar nur gemeinsam mit anderen und auf indirekte Weise - die Kontrolle über Hidrocantábrico ausüben wird. Dies bedeutet, dass das Unternehmen abgesehen von den konkreten finanziellen Anreizen der Beteiligung der EDF an einem Unternehmen, das im selben Wirtschaftssektor auf einem für das französische Unternehmen höchst interessanten Markt tätig ist, eine Reihe von strategischen und industriellen Zielen verfolgt (Beteiligung am Kapital der REE(45) mit dem daraus folgenden Zugang zu zusätzlichen Informationen über den Betrieb des spanischen Übertragungsnetzes, Positionierung als europaweiter Lieferant, Möglichkeiten der Ausfuhr nach Marokko und Portugal ohne die Notwendigkeit, die spanisch-französische Verbundkapazität auszubauen). (108) Aus dynamischer Sicht betrachtet, hat die Untersuchung über diese erste Feststellung hinaus gezeigt, dass es nicht nur möglich, sondern höchst wahrscheinlich ist, dass die finanzielle Beteiligung der EDF an Hidrocantábrico in nächster Zukunft zunehmen wird. Dies kann auf verschiedenen Weisen erfolgen; zum Beispiel durch eine größere finanzielle Beteiligung von Ferroatlántica an Hidrocantábrico, durch den direkten Kauf von Anteilen an diesem letzteren Unternehmen durch EnBW oder EDF oder sogar durch eine größere finanzielle Beteiligung der EnBW an Ferroatlántica oder der EDF an EnBW. Hinsichtlich des Kapitals von Hidrocantábrico, das nicht im Zuge des angemeldeten Zusammenschlusses von Ferroatlántica erworben wurde, ist insbesondere festzuhalten, dass das besagte Vorhaben zu einem Zeitpunkt durchgeführt wurde, als drei öffentliche Übernahmeangebote für dieses Stromunternehmen vorgelegt wurden (auch wenn eines davon später zurückgezogen wurde). Die Interessen der restlichen Aktionäre von Hidrocantábrico könnten sich nach der Konsolidierung der aus dem angemeldeten Vorhaben hervorgehenden Kontrollsituation ändern, was wiederum die EDF dazu veranlassen könnte, ihre Beteiligung an Hidrocantábrico (direkt oder indirekt) zu erhöhen. Weiters hat die Untersuchung gezeigt, dass für die EDF klare strategische, wirtschaftliche und finanzielle Anreize vorliegen, ihre Beteiligung an Hidrocantábrico zu erhöhen. Eine stärkere finanzielle Beteiligung der EDF an Hidrocantábrico würde eine höhere Beteiligung an dem durch den Betrieb dieses Unternehmens erwirtschafteten Gewinn bedeuten, und diese Steigerung wäre, wie weiter unten genauer dargelegt wird, größer als der Gewinn, der sich für die EDF aus dem Ausbau der Verbundkapazität ergeben würde. (109) Wie weiter unten näher ausgeführt wird, hat die Untersuchung jedenfalls gezeigt, dass auch in der Situation, in der EDF über eine indirekte finanzielle Beteiligung von ungefähr 10 % die Mitkontrolle an Hidrocantábrico ausübt, die Anreize für das französische Unternehmen, die Verbundkapazität auszubauen, nicht mehr im selben Ausmaß gegeben sein werden wie vor der Fusion, als EDF keine Erzeugungskapazitäten in Spanien besaß. b) Die Stellung der EDF auf dem spanischen Markt wird wesentlich gestärkt, ohne dass das Stromangebot in Spanien zunimmt (110) Wie bereits festgestellt, wird die EDF nach der Durchführung des Vorhabens die Mitkontrolle an Hidrocantábrico übernehmen, deren Stromerzeugungskapazität ungefähr 2175 MW beträgt. Diese Kapazität könnte außerdem, wie ebenfalls bereits gesagt, in Hinkunft ausgebaut werden. (111) Die EDF müsste als exportierender ausländischer Anbieter, um eine entsprechende zusätzliche Strommenge zu erzielen, d. h. über Einfuhren aus Frankreich, erst einen erheblichen Ausbau der Verbundkapazitäten zwischen diesem Land und Spanien erreichen. Auch wenn die derzeitige Situation unverändert bleibt, in der die EDF im Allgemeinen [70-80]* % der vorhandenen kommerziellen Verbundkapazität in Anspruch nimmt, müsste die bestehende Verbundleitung zumindest um ca. 3000 MW erweitert werden, was die kommerzielle Verbundkapazität auf über 4000 MW erhöhen würde. Diese Zahl ist auf alle Fälle eher vorsichtig angesetzt, denn berücksichtigt man eine niedrigere Auslastung der Verbundleitung und eine gewisse Entwicklung der Kapazitäten von Hidrocantábrico, erhält man für die erforderliche Verbundkapazität einen wesentlich höheren Wert. (112) Wie bereits vorher dargelegt, hätte dieser Ausbau der Verbundkapazitäten und die daraus folgende Zunahme der Einfuhren nach Spanien voraussichtlich gewisse Auswirkungen auf die Preise auf dem spanischen Großhandelsmarkt. Allerdings würde der Ausbau der Verbundkapazitäten nicht nur EDF, sondern auch anderen betroffenen europäischen Unternehmen im Export nach Spanien zugute kommen. (113) Mit dem geplanten Zusammenschluss erlangt die EDF hingegen eine massive Präsenz auf dem spanischen Markt, ohne dass die im Pool angebotene Strommenge zunimmt und ohne dass dadurch die derzeit bestehende duopolistische Marktbeherrschung und die hohen Strompreise in Spanien bedroht werden. c) Der EDF wird voraussichtlich daran gelegen sein, die Isolierung des spanischen Strommarktes aufrechtzuerhalten, um neue Wettbewerber an einer Herausforderung des herrschenden Preisniveaus zu hindern (114) EDF wird nicht mehr nur exportierender ausländischer Anbieter sein, sondern die Mitkontrolle über einen der Akteure auf dem spanischen Markt ausüben. Die Kombination der aus dem angemeldeten Vorhaben resultierenden (gemeinsamen) Kontrolle über eingeführte inländische Erzeugungskapazitäten auf dem spanischen Markt mit einer überwiegenden Nutzung der bestehenden Verbundkapazitäten würde voraussichtlich eine qualitative Veränderung der strategischen Interessen der EDF bedeuten. (115) Die EDF legt somit ihre Interessen mit denen eines bereits auf dem spanischen Markt etablierten Unternehmens, das über eigene Produktionskapazitäten verfügt, zusammen. Weiterhin scheinen sich auch die besonderen Merkmale des Erzeugungsmix des spanischen Unternehmens (im Wesentlichen in Wärmekraftwerken erzeugter Strom) und der EDF (im Wesentlichen in Kernkraftwerken erzeugter Strom) entsprechend zu ergänzen. (116) Die Untersuchung hat gezeigt, dass die EDF nach erfolgter Fusion logischerweise mehr daran interessiert sein wird, von ihrer bequemen Position auf dem oligopolistischen spanischen Markt zu profitieren und Nutzen aus den extrem wettbewerbsfähigen Preisen im Pool zu ziehen, als ihre Ausfuhren nach Spanien über einen Ausbau der Verbundkapazitäten zu erhöhen. Der Grund dafür ist, wie bereits dargelegt, dass ein erheblicher Ausbau der Verbundkapazität und die daraus folgende Erhöhung der Einfuhren in das Pool einen bedeutenden Preisverfall mit sich bringen würde. Dieser Rückgang der Preise würde sich auf den Gewinn der Hidrocantábrico (und indirekt den der EDF) auswirken. In Anbetracht des Erzeugungsmix von Hidrocantábrico wäre mit dem erwähnten Sinken der Preise, die das Unternehmen für den abgesetzten Strom erhalten würde, außerdem eine relative Verringerung der tatsächlich durch das Unternehmen verkauften Strommengen - insbesondere der, die zu höheren Grenzkosten erzeugt werden - verbunden. Dieser Rückgang der von Hidrocantábrico abgesetzten Mengen und der Preise im Pool würde den Gewinn, den die EDF aus der Geschäftstätigkeit des spanischen Unternehmens erzielt, eindeutig verringern. Wie die Untersuchung gezeigt hat, würde dies nicht durch eine Zunahme der Ausfuhren der EDF auf den spanischen Markt ausgeglichen werden, da diese ebenfalls zu einem geringeren Grenzpreis bezahlt würden, der aus der größeren Marktöffnung durch den erheblichen Ausbau der Verbundkapazität resultieren würde. (117) Schließlich scheint es für die EDF von Vorteil zu sein, wenn die derzeitige Situation, der Status quo mit hohen Preisen, die dem Unternehmen eine Maximierung der Gewinne und die Amortisierung der Investition erlauben, weiter besteht. Die EDF hat aufgrund der Mitkontrolle über die EnBW Interesse daran, dass die im Zuge des Zusammenschlusses erworbenen Vermögenswerte Gewinne erbringen, die die Kosten der durchgeführten Investition abdecken, was dann gesichert ist, wenn das hohe Preisniveau im Pool erhalten bleibt. In diesem Sinn besteht die Strategie, die der EDF eine Maximierung der Gewinne ermöglichen würde, aus den erwähnten Gründen nicht in einem erheblichen Ausbau der Verbundkapazitäten, sondern in einer relativ begrenzten Entwicklung der Erzeugungskapazitäten von Hidrocantábrico sowie der Absätze des Unternehmens auf dem spanischen Markt, durch die das derzeitige Preisniveau im Pool nicht gefährdet würde. (118) Durch den Ausbau der Erzeugungskapazitäten von Hidrocantábrico in Spanien behält die EDF die Auswirkungen ihrer Entscheidung auf die Kapazitätsstruktur auf dem spanischen Markt völlig unter Kontrolle, während - wie bereits vorher festgestellt - der Ausbau der Verbundkapazitäten nicht nur der EDF, sondern auch anderen außerhalb der Iberischen Halbinsel ansässigen Anbietern zugute käme, mit denen sich die EDF unter wettbewerblichen Bedingungen um eine erhebliche Nutzung der neuen Verbundkapazitäten bemühen müsste (insbesondere wenn der Zugang über ein Versteigerungssystem erfolgt). Wenn die EDF einmal eine massive Präsenz auf dem spanischen Markt erreicht hat, wird sie klar daran interessiert sein, dass die Eintrittsbarriere durch die eindeutig unzureichenden Verbundkapazitäten erhalten bleibt und dass es somit anderen, in Mitgliedstaaten außerhalb der Iberischen Halbinsel ansässigen Anbietern nicht erleichtert wird, ihre Ausfuhren auf dem spanischen Markt zu erhöhen und dadurch die Preise auf diesem Markt zu beeinflussen. Die Entscheidung, sich gegen den Ausbau der Verbundkapazitäten zu stellen, beseitigt keineswegs die strategischen Wachstumsalternativen der EDF auf dem spanischen Markt, die - wie bereits vorher erwähnt - in der Entwicklung der Erzeugungskapazität von Hidrocantábrico bestehen. Mit anderen Worten: Erfolgt der Ausbau der Verbundkapazität nicht, bleiben die Eintrittsbarrieren für Importe nach Spanien für nicht in diesem Land ansässige Unternehmen weiterhin bestehen, ohne dass dadurch die strategischen Optionen der EDF erheblich beeinträchtigt würden. (119) Im Lichte der oben dargelegten Faktoren kann man annehmen, dass die für die EDF günstigste Strategie nach erfolgter Fusion darin bestehen wird, ihre Handelsstrategie im Rahmen der derzeit bestehenden duopolistischen Marktbeherrschung an die der übrigen spanischen Stromunternehmen anzupassen. Die Gewinne der EDF wie auch der anderen Erzeuger werden hoch sein, solange die Preise im Pool hoch bleiben. Außerdem wird die EDF in ihrer Eigenschaft als exportierender ausländischer Anbieter weiterhin vom gegenüber Frankreich hohen Preisniveau in Spanien profitieren. (120) Beim derzeitigen System der Zuweisung von Kapazitäten wird die EDF weiterhin von der Möglichkeit Gebrauch machen, den Großteil der Verbundkapazität für ihre Ausfuhren auf den spanischen Markt zu nutzen. Selbst wenn demnächst die vereinbarte Änderung des Zuteilungssystems (die zunächst nicht die zwischen EDF und REE vertraglich festgelegten Kapazitäten betreffen wird) konkret wird, sollte man vorsichtigerweise davon ausgehen, dass die EDF weiterhin einen Großteil der Verbundkapazitäten in Anspruch nehmen wird, um erhebliche Gewinne mit den nach Spanien exportierten Strommengen zu erzielen. Die derzeitigen Verbundkapazitäten werden vielmehr verhindern, dass sich durch im Ausland ansässige Anbieter ein wirksamer Wettbewerb auf dem spanischen Strom-Großhandelsmarkt entwickeln kann. Derzeit spielen diese Anbieter - die EDF ausgenommen - eine unbedeutende Rolle auf dem spanischen Markt. Wenn die Verbundkapazitäten in den nächsten Jahren nicht erheblich ausgebaut werden, wird die Rolle der nicht in Spanien ansässigen Unternehmen weiterhin klein bleiben, so dass die spanischen Anbieter, und dann auch die EDF, weiterhin relativ ungestört und vor einem wirksamen Wettbewerb mit ausländischen Mitbewerbern geschützt ihre Umsätze auf dem spanischen Markt erzielen können. (121) In diesem Sinn scheint es in Anbetracht der beschränkten Verbundkapazität in jeder Hinsicht unwahrscheinlich, dass andere, nicht in Spanien ansässige Wettbewerber erfolgreich am Wettbewerb auf dem spanischen Markt teilnehmen können, auch wenn die neue Regelung der Kapazitätszuteilung ihnen mehr Nutzungsmöglichkeiten einräumt. Auf der Grundlage der oben dargelegten Zahlen entspricht die verfügbare kommerzielle Verbundkapazität zwischen Frankreich und Spanien ungefähr [500-600]* MW (die gesamte kommerzielle Verbundkapazität bleibt bei 1100 MW; der langfristige Vertrag zwischen EDF und REE umfasst [500-600]* MW). Weiters ist zu berücksichtigen, dass es für dritte Anbieter keine garantierte kommerzielle Verbundkapazität gibt, da diese für den Vertrag zwischen EDF und REE bestimmt ist. Auch wenn man annimmt, dass die Zuteilungsregelung so geändert wird, dass die ausländischen Lieferanten eine höhere Verbundkapazität erhalten, würde der gesamte von ihnen auf dem spanischen Großhandelsmarkt angebotene Strom weniger als [< 5]* % betragen. Diese Angebote wären zu geringfügig, um sich wesentlich auf die Preise im Pool auszuwirken. (122) In ihren jeweiligen Antworten auf die Beschwerdepunkte führen die anmeldenden Parteien an, dass die Kommission nicht beweisen könne, dass es für die EDF mit dem Kauf von Hidrocantábrico keine Anreize gebe, über Einfuhren am Wettbewerb teilzunehmen. Die Grupo Villar Mir hält sogar Folgendes fest: "puesto que EDF sólo estaría comprando una participación mínima en Hidrocantábrico, la rentabilidad de las acciones de ésta sería sorprendente si pudiera compensar a EDF por el dinero que dejaría de ganar si abandona la posibilidad de importar electricidad." (Nachdem die EDF nur eine kleine Beteiligung an Hidrocantábrico erwerben würde, wäre die Rentabilität ihrer Anteile überraschend, wenn die EDF für den aufgrund der Einstellung der Stromeinfuhren entgangenen Gewinn ents

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.