Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

n befand. [...]. (325) Was beißend-kauende Insekten anbelangt, so ist die Kommission angesichts der Ergebnisse der Untersuchung der Meinung, dass [vertrauliche Information zu einem noch in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt] dazu dienen kann, in naher Zukunft den Wettbewerb in diesem Insektizid-Segment anzukurbeln. (326) Was saugende Insekten anbelangt, so ist die Kommission der Meinung, dass, [vertrauliche Information zu einem noch in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt], [...] die Position der beteiligten Unternehmen in diesem Segment beträchtlich stärken wird. Bayer hat zu bedenken gegeben, dass [...]. Die Kommission ist jedoch der Meinung, dass eine potenzielle Kannibalisierung in diesem Fall irrelevant ist, da die Umsätze im eigenen Unternehmen verbleiben. Die Kommission ist ferner der Ansicht, dass die Markteinführung von [...] neuen Neonicotinoiden den beteiligten Unternehmen eine einzigartige Position für ihr Angebot von Spritzprogrammen für das Resistenzmanagement verschafft. Die Kommission meint deshalb generell, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Marktposition der beteiligten Unternehmen infolge ihres starken Neonicotinoid-Portfolios weiter verbessert wird. (327) Was die Behauptung der beteiligten Unternehmen anbelangt, wonach eine große Anzahl von Generikaanbietern auf dem griechischen Markt aktiv ist, so stellt die Kommission auf der Basis der von den beteiligten Unternehmen vorgelegten Informationen fest, dass es Registrierungen durch andere Unternehmen nur für sechs Produkte der beteiligten Unternehmen gibt. Die Kommission hat jedoch keine Informationen darüber, ob all diese Produkte aktiv auf dem Markt gehandelt werden. Es gibt keine Registrierungen für die Generika-Version von Imidacloprid, und die Kommission verfügt über keine Belege dafür, dass irgendein Dritter dabei ist, ein Nachahmer-Imidacloprid zu entwickeln. (328) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben in Griechenland auf dem Markt für Blattinsektizide für Baumwollkulturen eine beherrschende Stellung begründet bzw. verstärkt. f) Insektizide für den Obst- und Nuss-Anbau (329) Mit einem Gesamtmarktwert von 203 Mio. EUR ist der Markt der Insektizide für den Obst- und Nuss-Anbau der bei weitem größte Markt für landwirtschaftliche Insektizide im EWR. Mit einem aggregierten Umsatz von [...] EUR stellen die Blattinsektizide das größte Segment von Obst- und Nuss-Insektiziden dar und belaufen sich auf [90-100] % des Gesamtmarktes. (330) Sowohl Bayer als auch ACS sind sowohl in Blatt- als auch in Bodenanwendungen aktiv. In dem EWR-weiten Blattsegment beläuft sich ihre gemeinsame Position auf [30-40] % (Bayer: [20-30] %, ACS: [10-20] %). Syngenta hält [10-20] % dieses Marktes. Bei den Bodenanwendungen haben die beteiligten Unternehmen EWR-weit einen Marktanteil von [70-80] %, der sich in der Hauptsache aus den Aktivitäten von Bayer ([70-80] %) ergibt. Alle Wettbewerber haben Marktanteile um die [0-10] % und darunter. (331) Auf nationaler Ebene überschneiden sich die Aktivitäten der beteiligten Unternehmen nur bei den Blattinsektiziden. Die Unternehmen verfügen über hohe Marktanteile in folgenden Mitgliedstaaten: Belgien ([50-60] %), Dänemark ([50-60] %), Deutschland ([70-80] %), Griechenland ([40-50] %) und Portugal ([40-50] %). (332) Der belgische Markt hatte im Jahr 2000 einen Wert von insgesamt [...] Mio. EUR. Es wird davon ausgegangen, dass er bis 2004 geringfügig nachgibt. Der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen an diesem Markt beläuft sich auf [50-60] % (Bayer: [20-30] %, ACS: [20-30] %). Diese Marktposition ist über die letzten drei Jahre mehr oder weniger stabil geblieben. Die wichtigsten Wettbewerber sind Syngenta ([20-30] %), BASF ([0-10] %) und Dow ([0-10] %). Nach Schätzungen der beteiligten Unternehmen liegt deren gemeinsamer Marktanteil im Segment "Saugende Insekten" bei [...] % und im Segment "Beißend-kauende Insekten" bei [40-50] %. (333) Die Kommission hat die Marktanteile mit den vertraulichen Umsatzzahlen, die sie von den Wettbewerbern erhalten hat, verglichen. [Vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. Daher scheint die Schätzung ihres Marktanteils durch die beteiligten Unternehmen im Großen und Ganzen korrekt zu sein. (334) Die wichtigsten Bayer-Produkte auf diesem Markt sind Imidacloprid (Confidor), das Organotin Azocyclotin (Peropal, [...]) und Tebufenpyrad (Masai, [...]). Bayer hat auch den Vertrieb des Pyrethroids Cyfluthrin (Baythroid) übernommen. Das führende Produkt von ACS ist das Amidin Amitraz (Mitac), die führenden Produkte von Drittherstellern sind [...] Diflubenzulor (Dimlin) und das Benzoylhydrazin Tebufenozid (Mimic, [...]) von Dow. ACS vertreibt auch das Pyrethoid Deltamethrin (Decis, Decis Quick). (335) Sowohl Bayer als auch ACS erwirtschaften auf diesem Markt etwa ein Drittel ihres jeweiligen Umsatzes mit Produkten von Drittherstellern. Die beteiligten Unternehmen rechnen damit, dass ihr Vertriebskanal nach erfolgtem Zusammenschluss für einige dieser Produkte von Drittherstellern geschlossen wird, was zu einer Reduzierung des Marktanteils auf [40-50] % führen würde. Die beteiligten Unternehmen haben auch prognostiziert, dass der Marktanteil von Dow nach der Markteinführung von Spinosad ansteigen wird, da dieses Produkt von den Landwirten zur Bekämpfung des Apfelwicklers eingesetzt wird. Die beteiligten Unternehmen haben mit dem Argument operiert, dass die vorgezogene Registrierung von Etoxazol von Sumitomo und Milbemectin von Sankyo zu einem weiteren Absinken ihres Marktanteils führen wird. Schließlich haben die beteiligten Unternehmen erklärt, dass die Nachfrageseite in Belgien mit den zehn größten Großhändlern, auf die etwa [60-70] % des belgischen Gesamtumsatzes entfallen, wobei der größte Großhändler mit [50-60] % des Gesamtumsatzes an diesem Produktsegment beteiligt ist, sehr konzentriert ist. Die beteiligten Unternehmen haben dazu erklärt, dass die Kunden über ausreichende alternative Lieferquellen verfügen. Damit hätte der belgische Markt selbst nach Abschluss des Vorhabens einen relativ niedrigen Konzentrationsgrad. (336) Da die beteiligten Unternehmen keine Belege dafür beigebracht haben, dass die Lieferverträge zurückgenommen werden, geht die Kommission für den Zweck dieser Würdigung davon aus, dass die Lieferverträge in Kraft bleiben. (337) Die Untersuchungen der Kommission zeigen, dass mit der Markteinführung neuer Produkte schon bald zu rechnen sein wird. [Vertrauliche Information zu einem in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt]. Die Kommission verfügt über keine Informationen zu Etoxazol und Milbemectin. Angesichts der Tatsache, dass [...], ist die Kommission jedoch der Ansicht, dass es in der Lage sein wird, seine Marktposition in diesem Segment zu behaupten. Aufgrund der relativ kurzen Nutzdauer der Produkte in diesem Schädlingssegment sind wettbewerbsrechtliche Bedenken bei Akariziden unwahrscheinlich. (338) Die Marktposition der beteiligten Unternehmen im Sektor "Saugende Insekten" wird in Zukunft in signifikantem Maße gestärkt werden. Bayer ist mit Imidacloprid bereits auf dem Markt vertreten [...]. (339) [...]. (340) Die Kommission hält es für unwahrscheinlich, dass der Marktanteil der beiden Unternehmen in naher Zukunft auf den von diesen geschätzten Wert sinkt. Im Segment "Saugende Insekten" wird das bestehende Portfolio der beteiligten Unternehmen gestärkt [...]. [Vertrauliche Information zu einem sich in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt]. Die Kommission ist jedoch der Ansicht, dass eine potenzielle Kannibalisierung für die Bewertung dieses Vorhabens unerheblich ist, da die Umsätze im Unternehmen verbleiben. (341) Die Kommission stellt ferner fest, dass das Vorhaben zu einer Stärkung der Position der beteiligten Unternehmen im Segment der beißend-kauenden Insekten führt. Obwohl die neuen Konkurrenzprodukte auf das Segment der beißend-kauenden Insekten gerichtet sind [...], ist die Kommission der Ansicht, dass die Kombination der bestehenden Produktportfolios [...] zur Schaffung einer beherrschenden Stellung bei Mitteln gegen beißend-kauende Insekten führt. (342) Die Kommission ist der Ansicht, dass die Position der beteiligten Unternehmen aufgrund der daraus resultierenden starken Position beim Resistenzmanagement in den Segmenten der saugenden und beißend-kauenden Schädlinge gestärkt werden kann. Die beteiligten Unternehmen haben dazu erwidert, dass Insekten, die insbesondere Obst und Nüsse angreifen, innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes zu einer Resistenzbildung gegenüber bestimmten Produkten neigen und die Rotation der Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlicher Wirkungsweise der Eckstein eines Integrierten Resistenzmanagement-Programms ist, unterstreichen jedoch, dass sie kein besseres Resistenzmanagement als die meisten ihrer Wettbewerber anbieten können. Nach Aussagen der beteiligten Unternehmen muss ein erfolgreiches Resistenzmanagement-Programm aus mindestens zwei oder drei unterschiedlichen Produkten mit unterschiedlichen Wirkmodi bestehen, die in einer bestimmten Kultur nach dem Rotationsprinzip eingesetzt werden. Die beteiligten Unternehmen haben erklärt, dass nicht nur das fusionierte, sondern auch die meisten anderen in der Agrochemie tätigen Unternehmen eine ausreichende Palette wirksamer Produkte und Wirkmodi anbieten, die nach dem Rotationsverfahren eingesetzt werden, um ein Integriertes Resistenzmanagement zu gewährleisten. (343) Die Untersuchung in dieser Sache zeigt, dass das Vorhaben hinsichtlich des Resistenzmanagements ein besonders leistungsfähiges Unternehmen schaffen würde. Die beiden Unternehmensteile wären nach einer Fusionierung der einzige Hersteller auf dem Markt, der über zwei Neonicotinoide verfügte. Diese würden eine wirksame Rotation der Produkte mit unterschiedlichen Wirkmodi erlauben und damit die Entwicklung einer Resistenz bekämpfen und gleichzeitig die Nutzdauer des Produkts erhöhen. [...] könnte für das Rotationsverfahren sowohl bei saugenden als auch bei beißend-kauenden Insekten angewendet werden. Keiner der Wettbewerber hat Neonicotinoide in seinem Portfolio und wäre deshalb außer Stande, der Produktpalette der beteiligten Unternehmen etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die Kommission ist ferner der Ansicht, dass das Vorhandensein einer ausreichenden Kaufkraft für die Würdigung des vorliegenden Falles unerheblich ist, da die Großhändler die Neonicotinoide bei den beteiligten Unternehmen einkaufen müssten. (344) Angesichts der starken Marktposition, die das fusionierte Unternehmen heute hätte, und angesichts der zukünftigen Markteinführung von Produkten ist die Kommission aus allen vorstehend genannten Gründen nicht der Ansicht, dass Markteinführungen von Konkurrenzprodukten ausreichen, um die Marktmacht des neuen Unternehmens zu zügeln. Deshalb ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Zusammenschlussvorhabens in Belgien auf dem Markt für Blattinsektizide zur Anwendung in Obst- und Nusskulturen eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken würde. (345) In Dänemark belief sich der Gesamtwert des Marktes im Jahre 2000 auf [...] Mio. EUR. Damit ist der Markt von [...] Mio. EUR leicht zurückgegangen, soll aber auf dem derzeitigen Niveau verbleiben. Der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen beläuft sich nach eigenen Angaben auf [50-60] % (Bayer: [40-50] %, ACS [0-10] %). Der größte Wettbewerber ist Syngenta mit einem Marktanteil von [20-30] %. (346) [Vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. (347) Der Marktanteil von Bayer beruht ausschließlich auf Produkten, die von [...] geliefert werden. Bayer vertreibt das Organophosphat Malathion (Maladan) sowie das Thiazolidinon Hexythiazox (Nissorun). ACS vertreibt das Amidin Amitraz (Mitac), das Organophosphat Phosalon (Zolon), das Tetrazin Clofentezin (Apollo) und den Benzoylharnstoff Diflubenzuron (Dimlin). Da ACS sein Produkt Clofentezin Anfang dieses Jahres an [...] abgegeben hat, dürfte der Marktanteil von ACS in den kommenden Jahren um etwa [0-10] % zurückgehen. Mit der Einführung von Thiamethoxam (Syngenta) soll der Marktanteil der beteiligten Unternehmen nach eigenen Angaben in naher Zukunft auf [40-50] % sinken. Die beteiligten Unternehmen haben ihren gemeinsamen Marktanteil auf [50-60] % bei den saugenden und auf [40-50] % bei den beißend-kauenden Insekten geschätzt. (348) [...]. [Vertrauliche Information zur Markteinführung von Konkurrenzprodukten]. (349) Die beteiligten Unternehmen haben mit der Feststellung argumentiert, dass die dänischen Kunden mit ihrer Kaufkraft eine wirksame Gegenmacht gegen die Hersteller darstellen, da die drei dänischen Großhändler [90-100] % des Gesamtumsatzes in Dänemark abwickeln. Die Kommission hält dieses Argument nicht für stichhaltig, da es unwahrscheinlich ist, dass die drei Großhandelsunternehmen ihren Insektizidbedarf zusammen abdecken. Auch die anderen oben im Zusammenhang mit Kaufkraftargumenten vorgetragenen Gründe sind auf die vorliegende Sache anwendbar. Mehr noch: Die Kommission ist der Ansicht, dass in einer solchen Situation - mit dem größten Wettbewerber weit abgeschlagen - die beteiligten Unternehmen durchaus in der Lage sind, ihre Preise zu erhöhen, da in dieser Kultur ausschließlich Bayer-Produkte angewendet werden und zwei der drei verbleibenden ACS-Produkte entweder in dieser Kultur angewendet oder an Märkte verkauft werden, auf denen ACS einen Marktanteil vom [90-100] % hat. (350) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben in Dänemark auf dem Markt für Blattinsektizide in Obst- und Nusskulturen eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken würde. (351) In Deutschland wird bis 2004 von einem Rückgang des Gesamtmarktwertes in Höhe von [...] Mio. EUR um [...] Mio. EUR ausgegangen. Der gemeinsame Anteil der beteiligten Unternehmen auf diesem Markt beläuft sich deren Schätzungen zufolge auf [70-80] % (Bayer: [40-50] %, ACS: [30-40] %). Bayer ist auf diesem Markt traditionell sehr stark vertreten (1998: [30-40] %; 1999: [30-40] %). Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sind Syngenta und BASF mit einem Marktanteil von [10-20] % bzw. [0-10] % die größten Wettbewerber. Laut Schätzung der beteiligten Unternehmen liegt ihr gemeinsamer Marktanteil bei saugenden Schädlingen bei [70-80] %. (352) [Vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. (353) Bayer erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit dem Organophosphat Oxydemeton-M (Metasystor-R und Metasystor-R-Spezial). Bayer hat außerdem den Vertrieb von neun anderen Produkten, einschließlich Imidacloprid, inne. Das Produktportfolio von ACS besteht aus den Produkten von Drittherstellern - nämlich dem Benzoylhydradzin Tebufenozid (Mimic), Fenpyroximat (Kiron) und Benzoylharnstoff Diflubenzuron (Dimlin). (354) Die beteiligten Unternehmen haben versichert, dass trotz ihres hohen Marktanteils keinerlei Bedenken wegen einer Wettbewerbsverzerrung erwartet werden. Sie haben argumentiert, dass sich ihre Marktposition aufgrund der sukzessiven Herausnahme von Produkten aus dem Markt und der Einstellung des Vertriebs von Produkten von Drittherstellern in Zukunft verschlechtern werde. Sie haben des Weiteren erklärt, dass die erwartete Zulassung der neuen Konkurrenzprodukte Spinosad (Dow) und Indoxacarb (DuPont) den deutschen Markt in Zukunft beeinflussen werde. Sie haben behauptet, dass Oxydemeton-Methyl auch als Generikum (United Phosphorus) hergestellt werde und dass somit den Landwirten ein zweiter Anbieter dieses Produkts zur Verfügung stehe. Die beteiligten Unternehmen haben ferner das Argument vorgetragen, dass Bienentoxizität ein Schlüsselfaktor für den Erfolg oder Misserfolg eines bestimmten Produkts auf diesem Markt sei, weil Insektizide während der Blütezeit der Bäume angewendet werden müssen. Die beteiligten Unternehmen haben argumentiert, Indoxacarb sei weniger schädlich für Bienen und andere Nützlinge, und sie gingen davon aus, dass dieses Produkt Marktanteile zu Lasten von Oxydemeton-Methyl hereinholen werde. Die beteiligten Unternehmen erwarten dennoch, dass ihre gemeinsamen Marktanteile bis 2004 auf einem relativ hohen Niveau ([bei 50-60] %) bleiben werden. Schließlich wiesen die beteiligten Unternehmen darauf hin, dass deutsche Kunden von ihrem starken Gegengewicht gegen die Marktmacht der Hersteller Gebrauch machen. Auf die zehn wichtigsten Großhändler entfallen mehr als [90-100] % des Gesamtumsatzes mit landwirtschaftlichen Produkten. (355) Was die Behauptung der beteiligten Unternehmen angeht, sie verlören mit den Produkten von Zulieferern gleichzeitig auch Marktanteile, so haben diese noch keine Beweise dafür beigebracht, dass auch nur eine einzige Vereinbarung mit Drittunternehmen gekündigt wurde. Clofentezin wurde 2001 an [...] abgegeben, trug aber 2000 mit [0-10] % nur wenig zum Marktanteil von ACS bei. (356) Angesichts der Tatsache, dass Oxydemeton-Methyl von United Phosphorus auch als Generikum hergestellt wird, stellt die Kommission fest, dass es eine Weile dauern wird, bevor der Umsatz mit diesem Produkt in größerem Maße ansteigt. Außerdem erscheint es mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse denkbar, dass der Umsatz von Oxydemeton-Methyl als Organophosphat wegen seiner Toxizität rückläufig sein wird. Auf der anderen Seite gibt es Grund zu der Annahme, dass der Umsatz mit neueren Produkten wie Imidacloprid aufgrund des besseren Sicherheitsprofils dieser Produkte ansteigen (auch von den beteiligten Unternehmen prognostiziert) und den mit Oxydemeton-Methyl ersetzen wird. Die Untersuchung zeigt, dass von einer Zunahme des Umsatzes mit Organophosphaten in der Zukunft nicht ausgegangen werden kann. (357) [Vertrauliche Information zur Markteinführung von Konkurrenzprodukten]. Abgesehen von [vertrauliche Information zu einem in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt] sind alle diese Produkte wirksam gegen beißend-kauende Insekten, haben aber keine merkliche Wirkung bei saugenden Insekten. (358) Gleichzeitig ist die Kommission der Meinung, dass die beteiligten Unternehmen ihre gemeinsame Marktposition aufgrund von [...] stärken werden. [Vertrauliche Information zu einem in Entwicklung befindlichen Produkt]. (359) Die Kommission ist der Meinung, dass sich die Position der beteiligten Unternehmen - im wesentlichen aus den gleichen Gründen wie auf dem Blattinsektizidmarkt für Obst und Nüsse in Belgien - verbessern wird [...] - und dies sowohl in den Segmenten saugende wie beißend-kauende Insekten. Was [vertrauliche Information zu einem in Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukt] anbelangt, vertritt die Kommission den Standpunkt, dass [vertrauliche Information zum Marktpotenzial eines in der Entwicklung befindlichen Konkurrenzprodukts]. (360) Zu dem Argument der beteiligten Unternehmen, Indoxacarb sei weniger schädlich gegenüber Bienen und anderen Nützlingen, stellt die Kommission fest, dass Indoxacarb nur gegen beißend-kauende Insekten wirksam ist. Bei saugenden Insekten [...]. (361) Im Hinblick auf das Argument der beteiligten Unternehmen, wonach deutsche Kunden ein starkes Gegengewicht zur Marktkraft der Gegenseite haben, ist der Kommission kein Kunde bekannt, der signifikante Umsätze allein auf dem deutschen Agrarmarkt erzielt. Auch hat die Kommission keinerlei Hinweise darauf, dass diese Kunden gemeinsame Einkaufsregelungen oder ähnliche Maßnahmen haben, um ihre Marktkraft gegenüber den beteiligten Unternehmen zu stärken. Schließlich hat keiner der Wettbewerber Neonicotinoide in seinem Portfolio und wäre daher nicht in der Lage, dem Portfolio der beteiligten Unternehmen etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Daher ist die nachfrageseitige Elastizität nur gering ausgeprägt. Dazu kommt, dass die Kunden nicht damit beginnen können, die Produkte selbst herzustellen oder eine erneute Marktzulassung zu erhalten. Angesichts dieser Fakten ist die Kommission der Ansicht, dass eine als Gegengewicht gedachte Kaufkraft für die Bewertung der Sache nicht relevant ist. (362) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das geplante Vorhaben in Deutschland auf dem Markt für Blattinsektizide für Obst und Nüsse eine beherrschende Stellung begründet oder verstärkt. (363) Der griechische Markt für Blattanwendungen bei Obst/Nüssen ist im EWR der drittgrößte nach Italien und Frankreich. Der Gesamtmarkt belief sich im Jahr 2000 auf einen Wert von [...] Mio. EUR. Es wird erwartet, dass dieser bis 2004 auf etwa [...] Mio. EUR zurückgeht. (364) Auf diesem Markt beläuft sich der gemeinsame Anteil der beteiligten Unternehmen auf [40-50] % (Bayer: [30-40] %, ACS: [0-10] %) - eine Position, die über die letzten drei Jahre relativ konstant geblieben ist. Die größten Wettbewerber sind Syngenta ([10-20] %), BASF ([0-10] %) und Dow ([0-10] %). Nach Angaben der beteiligten Unternehmen werden [30-40] % des Marktes durch lokale und Generikahersteller bedient. Schätzungen der beteiligten Unternehmen zufolge beträgt ihr Marktanteil bei Produkten gegen beißend-kauende Insekten [40-50] % und gegen saugende Insekten [30-40] %. (365) [Vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. Auf der Grundlage dieser Zahlen sieht es so aus, als beliefe sich der Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf etwa [40-50] %, wenngleich festgestellt werden muss, dass die Umsatzzahlen den Umsatz mit Acetamiprid nicht widerspiegeln, das 2001 zur Anwendung in Pfirsichkulturen in Verkehr gebracht worden ist. Im Segment "Saugende Insekten" ist die Marktposition der beteiligten Unternehmen daher und wegen [vertrauliche Information zum Umsatz eines Wettbewerbers] mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit signifikant stärker, als die Unternehmen dies selbst eingeschätzt haben. (366) Das Produktportfolio der beteiligten Unternehmen auf diesem Markt ist umfangreich: Bayer vertreibt insgesamt [...] Produkte und ACS 13. Bayer erwirtschaftet etwa die Hälfte seines Umsatzes mit Produkten auf Fenthion-Basis (die unter den Markennamen Lebaycid und Lebaycid-Minister verkauft werden). Die wichtigsten Produkte von ACS sind Amitraz, Phosalone und Deltamethrin. Die beteiligten Unternehmen haben erklärt, dass alle diese Produkte nicht mehr unter Patentschutz stehen und folglich dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt sind. Die beteiligten Unternehmen gehen von einem Rückgang des Fenthion-Umsatzes aufgrund von Problemen mit einer erneuten Registrierung aus. Daher behaupten die beteiligten Unternehmen, dass ihr gemeinsamer Marktanteil mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2004 auf [30-40] % sinken werde Der Einschätzung der beteiligten Unternehmen zufolge würden alle anderen Wettbewerber ihren Marktanteil steigern können. (367) Die Kommission stellt fest, dass es auf diesem Markt drei weitere Zulassungen für Amitraz gibt, zwei für Phosalon und eine für Deltamethrin. Der Kommission liegen allerdings keine Informationen darüber vor, ob alle diese Produkte auch tatsächlich aktiv auf dem Markt vertrieben werden(19). Bayer vertreibt sein Neonicotinoid Imidacloprid auf diesem Markt. Allerdings haben die beteiligten Unternehmen argumentiert, dass Imidacloprid auf dem griechischen Markt für Insektizide zur Anwendung bei Obst und Nüssen weder jetzt noch in Zukunft von Bedeutung sein wird (auf Imidacloprid entfallen derzeit [0-10] % des Gesamtumsatzes auf dem Markt). Die beteiligten Unternehmen haben behauptet, dass das Produkt auf diesem Markt keine Schlüsselrolle spielen werde, da es nicht für Oliven zugelassen ist, deren Anteil am griechischen Markt für Obst und Nüsse bei [90-100] % liegt. [...]. Alle anderen Produkte im Portfolio der beteiligten Unternehmen sind für Oliven zugelassen. (368) Wie bereits erwähnt, hat ACS bereits 2001 das neue Neonicotinoid Acetamiprid für Pfirsiche in Verkehr gebracht. [Vertrauliche Information zu einem noch in der Entwick

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.