Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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s Umsatzes mit dem Carbamat Carbofuran (Curaterr GR), einem Produkt von FMC. Die beteiligten Unternehmen wollen ihren gemeinsamen Marktanteil bis 2004 auf [90-100] % erhöhen (vertrauliche Information von ACS). (243) Die beteiligten Unternehmen haben erklärt, dass der vorgesehene Zusammenschluss den funktionierenden Wettbewerb auf diesem Markt nicht beschränkt. Sie haben weiter erklärt, dass - selbst wenn Fipronil noch bis (vertrauliche Information von ACS) unter Patentschutz stehen sollte - die mit ihm im Wettbewerb stehenden Organophosphate und Carbamate auf diesem Markt ein perfekter Ersatz für Insektizide auf Fipronilbasis sind. Die beteiligten Unternehmen haben außerdem behauptet, dass [...]. Schließlich haben die beteiligten Unternehmen aus der Tatsache, dass der wichtigste Markt für Curaterr Gemüsekulturen sind ([40-50] % des erzielten Umsatzes) und dass der gemeinsame Anteil beider Unternehmen am Markt für in Gemüsekulturen einzusetzende Insektizide nur [20-30] % beträgt, gefolgert, dass eine Möglichkeit für eine missbräuchliche Preisbildung für Curfaterr in Belgien nicht gegeben ist. (244) Zu Fipronil (vertrauliche Information von ACS). Angesichts der Ergebnisse der Untersuchung ist die Kommission nicht der Ansicht, dass Produkte aus älteren chemischen Kategorien wie Organophosphate und Carbamate als Ersatzstoffe für Fipronil gelten können. Wie bereits oben diskutiert, geht der Trend weg von den älteren Präparaten mit ihrer größeren Toxizität. (245) Die Kommission merkt außerdem an, dass es keine Hinweise dafür gibt, dass [...]. Angesichts der Tatsache, dass [...], ist die Kommission der Ansicht, dass die beteiligten Unternehmen [...] vehement verteidigen werden. Die Integrierten Brutto-Margen von [...] liegen in den einzelnen Mitgliedstaaten zumeist im Bereich (vertrauliche Information von ACS). (246) Zu dem Argument der beteiligten Unternehmen, wonach Curaterr GR vorwiegend in Gemüsekulturen angewendet werde, merkt die Kommission an, dass es in den zur Bodenausbringung bei Mais vorgelegten Marktdaten heißt, dass [50-60] % des Umsatzes von Curaterr GR bei Rüben und nur [0-10] % bei Gemüse realisiert werden. Der Umsatz von Curaterr GR beläuft sich bei Gemüsekulturen auf [...] EUR, bei Rüben-Kulturen auf [...] EUR und bei Mais auf [...] EUR. Da der gemeinsame Umsatz mit Curaterr GR bei Rüben- und Mais-Kulturen höher ist als der bei Gemüsekulturen und da Bayer [40-50] % des Insektizid-Marktes für Mais (Bodenausbringung) hält, ist die Kommission der Ansicht, dass die sich daraus ergebende Marktposition bei Rüben Auswirkungen auf die Preisbildung für Curaterr GR haben könnte. (247) Die beteiligten Unternehmen haben dargelegt, dass [...]. Sie haben angegeben, dass Syngenta das Präparat Fosthiazat auf diesem Markt in Verkehr bringen werde [vertrauliche Information zum Inverkehrbringen von Produkten durch die Wettbewerber]. (248) Aus all den vorstehend genannten Gründen, und besonders angesichts des hohen Marktanteils und weil das Vorhaben die größten Wettbewerber mit eigener FuE-Basis auf diesem Markt zusammenführen würde, ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das vorgeschlagene Vorhaben in Belgien auf dem Markt für Bodeninsektizide für Rüben-Kulturen eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken wird. (249) Frankreich ist der größte einzelne Markt im EWR für Insektizide zur Anwendung bei Rüben-Kulturen. Dabei entfallen auf Mittel zur Bodenausbringung nur geringfügig weniger als [40-50 %] des gesamten französischen Marktes, der 2000 [...] Mio. EUR betrug. Im Jahre 2001 ging der Gesamtmarktwert um mindestens [30-40] % zurück (Ausgangswert 2000: ... Mio. EUR). Innerhalb dieses Zeitraums hielten die beteiligten Unternehmen ihre Marktposition mehr oder weniger auf demselben Stand. Die Unternehmen haben geschätzt, dass der Gesamtwert dieses Marktes bis 2004 noch weiter zurückgehen wird. (250) Auf diesem Markt beträgt der gemeinsame Anteil nach eigenen Schätzungen der Unternehmen in ihrer Anmeldung [70-80] % (Bayer: [0-10] %, ACS: [70-80] %). Die anderen Wettbewerber auf diesem Markt - darunter lokale und Generikahersteller - sind sehr klein. Nach Schätzungen von Wettbewerbern ist die Marktposition der beteiligten Unternehmen stärker und reicht nahe an [90-100] % des Marktes. In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte der Kommission haben die beteiligten Unternehmen erklärt, dass das Dritthersteller-Produkt "Force" mit dem Wirkstoff Tefluthrin irrtümlich dem Bodenmarkt zugeschlagen worden ist, während es doch tatsächlich in der Saatgutaufbereitung Anwendung findet. Deshalb werden nach Aussage der beteiligten Unternehmen der Marktanteil von Bayer auf [0-10] % und der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf [70-80] % gesenkt. (251) [vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. (252) ACS erwirtschaftet fast seinen gesamten Umsatz mit einem Carbamat mit der Bezeichnung Aldicarb (Temik), dem größten Produkt auf diesem Markt mit einem Anteil von [60-70] % des Gesamtumsatzes. ACS vertreibt auf dem Markt auch eine Formulierung, die aus einer Kombination von Aldicarb und Fipronil (Cardinal/Trident) besteht. [70-80] % des Umsatzes von Aldicarb werden auf diesem Markt realisiert, der auch den Preis für Aldicarb bestimmt. ACS vertreibt in begrenztem Maße auch das Drittherstellerprodukt Carbofuran (Stelon), geliefert von [...]. (253) Bayer erwirtschaftet fast seinen gesamten Umsatz mit Wirkstoffen von Drittherstellern und dem Carbamat Carbofuran (Carbofuran MF, [...]). (254) Die beteiligten Unternehmen haben versichert, dass das Vorhaben trotz ihres hohen Marktanteils zu keiner Wettbewerbsverzerrung führen werde. Insbesondere werde davon ausgegangen, dass Drittanbieter nach Realisierung des Vorhabens die Lieferungen an Bayer einstellen werden. Die beteiligten Unternehmen haben ferner erklärt, dass der Preis für das Bayer-Produkt Carbofuran nicht gegen den Wettbewerb erhöht werden könne, da sich der Preis in dem im Wettbewerb stehenden Markt für [...] Insektizide bildet. Darüber hinaus haben diese Unternehmen berichtet, dass Carbofuran in den letzten Jahren merkliche Einschnitte bei den Verkaufspreisen hinnehmen musste. Nach Meinung der beteiligten Unternehmen ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass das Produkt einem heftigen Wettbewerb der Generikaanbieter ausgesetzt ist. Da Carbuforan im Prozess der Neuregistrierung von [...] verteidigt wird, haben die beteiligten Unternehmen angeführt, dass der Wettbewerb seitens der Generikahersteller in Zukunft weiter wachsen werde. Schließlich haben die Unternehmen mitgeteilt, dass Otsuka aller Wahrscheinlichkeit nach seine Carbamate Benfuracarb und Alanycarb im Zeitraum 2002/2003 auf den Markt bringen wird. (255) Die Kommission stellt zunächst fest, dass es keine Beweise dafür gibt, dass auch nur eine der Liefervereinbarungen mit Dritten gekündigt wird. Die Kommission stellt weiter fest, dass die beteiligten Unternehmen prognostiziert haben, dass sie ihre Marktposition bis 2004 auf hohem Niveau ([60-70] %) halten können. Zu Carbofuran stellt die Kommission im Lichte der Untersuchung fest, dass es in der europäischen Pflanzenschutzmittelindustrie einen generellen Preisrückgang gegeben hat, dessen Ursachen eher in den allgemeinen Schwierigkeiten der Landwirtschaft als in einer Konkurrenz der Generika zu sehen sind. (256) Zur Preisbildung bei Carbofuran stellt die Kommission fest, dass Bayer [80-90] % seines Anteils auf diesem Markt mit Produkten erwirtschaftet, die nur auf diesem Markt abgesetzt und bei denen die Preisentscheidungen auf diesem Markt getroffen werden. Deshalb ist die Preisbildung für Carbofuran bei einer Bewertung der Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Wettbewerb nicht relevant. Die Kommission ist der Ansicht, dass die marktbeherrschende Stellung, die nach dem Zusammenschluss erreicht wird, die Anreize für diese Produkte wahrscheinlich doch verändern wird. (257) Die Kommission ist der Ansicht, dass das Vorhaben zu einer beträchtlichen strukturellen Veränderung des Marktes durch Zusammenschluss der beiden Großunternehmen mit eigener FuE führen wird. Diese Position wird weiter gestärkt durch (vertrauliche Information von ACS)(16). [Vertrauliche Information zur Markteinführung von Produkten der Wettbewerber]. Der Kommission liegen keine Informationen über die angeblichen Markteinführungen der Carbamate Benfuracarb and Alanycarb vor. Jedenfalls hält es die Kommission für nicht wahrscheinlich, dass diese Produkte, die für alte chemische Kategorien stehen und deren Verwendung im EWR nach und nach verringert wird, in der Lage sind, der starken Position der beteiligten Unternehmen etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen, insbesondere deshalb nicht, weil (vertrauliche Information von ACS). (258) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Zusammenschlussvorhabens in Frankreich auf dem Markt für Bodeninsektizide zur Anwendung bei Rüben-Kulturen eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken wird. (259) Der Gesamtmarkt für Bodeninsektizide für Rüben-Kulturen im Vereinigten Königreich hatte im Jahre 2000 einen Wert von [...] Mio. EUR. Der Marktwert ist seit 1998, als er die Höhe von [...] Mio. EUR auswies, um etwa [40-50] % zurückgegangen. Die Unternehmen haben ihre Marktposition während dieses Zeitraumes weitgehend gehalten. (260) Der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen liegt nach deren eigener Schätzung bei [70-80] % (Bayer: [0-10] %, ACS: [60-70] %) - eine Position, die auch in der nächsten Zukunft gehalten werden soll. Größter Wettbewerber ist DuPont mit einem Marktanteil von [10-20] %. Auf Syngenta entfallen [0-10] % des Marktes. (261) Die Kommission hat die Absatzzahlen Dritter sorgfältig geprüft. [vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. Der Marktanteil der Unternehmen könnte aus diesem Grunde sogar bei mehr als [70-80] % liegen. (262) Der gesamte Absatz von ACS ergibt sich aus Aldicarb (das unter dem Markennamen Temik vertrieben wird), während das einzige Bayer-Produkt im Vereinigten Königreich Carbofuran (im Handel als Yaltox GR) ist. (263) Die beteiligten Unternehmen haben versichert, dass auf dem Markt keine Bedenken bezüglich einer Wettbewerbsverzerrung aufkommen werden. Sie haben angegeben, dass - da Bayer nur in relativ geringem Maße zum Marktanteil von ACS beiträgt - das Zusammenschlussvorhaben keine signifikante Veränderung der derzeit gegebenen Marktstruktur bewirken werde. Dies gelte in noch stärkerem Maße für das einzige Bayer-Produkt Carbofuran, das als Dritthersteller-Produkt von [...] geliefert wird. Was Aldicarb anbelangt, so haben die beteiligten Unternehmen argumentiert, dass die Preise für Aldicarb trotz des [60-70] %igen Marktanteils von ACS in den letzten Jahren im Vereinigten Königreich stetig gefallen sind. Die beteiligten Unternehmen haben die Meinung geäußert, dass - nachdem das Aldicarb-Patent bereits ausgelaufen und das Präparat dem Wettbewerb von Generikaherstellern ausgesetzt ist - alle Umstände darauf hindeuten, dass dieser Preisrückgang auch in Zukunft anhalten wird. Weiter entfallen auf das Umsatzvolumen von Aldicarb bei Rüben nur [10-20] % des Gesamtumsatzes dieses Produkts im Vereinigten Königreich. Der wichtigste Markt für Aldicarb sind Kartoffeln ([80-90] % des Umsatzes), so dass sich die Preise auf dem Kartoffelmarkt und nicht auf dem Rüben-Markt bilden. Die beteiligten Unternehmen haben des Weiteren vorgetragen, dass die Wettbewerber jeden Versuch des neuen Unternehmens zur Anhebung der Preise dazu nutzen würden, ihren Umsatz und ihre Marktanteile zu erhöhen, und dass die Wettbewerber trotz ihrer geringen Marktpräsenz in der Lage seien, die Marktposition des fusionierten Unternehmens zu schwächen. Schließlich wurde von den beteiligten Unternehmen behauptet, dass den Erwartungen zufolge Otsuka seine neuen Carbamat-Produkte Benfuracarb und Alanycarb im Jahre 2002 bzw. 2003 auf den Markt bringen will und dass diese mit den Produkten der beteiligten Unternehmen in Wettbewerb stehen werden. (264) Die Kommission stellt zunächst fest, dass in Anbetracht der schon jetzt starken Position von ACS und [vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber] anderer Wettbewerber auf dem Markt das Vorhaben zu einer grundlegenden Veränderung der Marktstruktur führen werde. Die Kommission hält die Wettbewerber für nicht in der Lage, der starken Marktposition des neuen Unternehmens etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die Kommission hat keine Belege dafür, dass die Lieferbeziehung mit [...] eingestellt wird. Was den Preisrückgang bei Aldicarb angeht, so stellt die Kommission im Einklang mit der oben genannten Einschätzung fest, dass in der europäischen Pflanzenschutzbranche ein genereller Preisrückgang zu verzeichnen war, hervorgerufen durch die allgemeinen Schwierigkeiten, denen sich die Landwirtschaft gegenübersieht und nicht so sehr durch den Wettbewerb mit Generika. Die Kommission stellt außerdem fest, dass ACS eine starke Position auf dem Kartoffelmarkt ([50-60] %) hat, auf dem der Preis für Aldicarb bestimmt wird. Da Aldicarb im Vereinigten Königreich nur für Kartoffel- und Rüben-Kulturen vertrieben wird, ist die Kommission der Ansicht, dass - nachdem eine beherrschende Stellung bei Rüben erreicht ist - dies die preispolitischen Anreize von Aldicarb verändern könnte. Schließlich hat die Kommission keinerlei Informationen über die angebliche Markteinführung der Carbamat-Produkte Benfuracarb und Alanycarb. Auf jeden Fall hält es die Kommission für unwahrscheinlich, dass diese Produkte, die alten chemischen Kategorien zugehören, deren Verwendung im EWR allmählich zurückgeht, in der Lage sein werden, mit der starken Position der beteiligten Unternehmen gleichzuziehen, zumindest nicht in naher Zukunft. (265) Aus allen oben genannten Gründen ist die Kommission zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben im Vereinigten Königreich eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Bodeninsektizide für Rüben begründen oder verstärken würde. (266) In Italien ist die Größe des Marktes insgesamt mehr oder weniger stabil geblieben und belief sich im Jahre 2000 auf [..] Mio. EUR. Den Erwartungen zufolge dürfte dieser Markt bis 2004 auf [...] Mio. EUR anwachsen. (267) Nach eigenen Schätzungen belaufen sich die Marktanteile der beteiligten Unternehmen zusammengenommen auf [40-50] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [20-30] %). Die Unternehmen haben angegeben, dass Syngenta [10-20] % des Marktes hält. Sie haben ferner darauf hingewiesen, dass es eine große Anzahl von lokalen und Generikaherstellern gibt, deren Marktanteil zusammengenommen sich auf [30-40] % beläuft. (268) [vertrauliche Information zur Marktposition der Wettbewerber]. (269) ACS tätigt ihren gesamten Umsatz mit Fipronil, das unter dem Markennamen Regent im Handel ist. Bayers Marktanteil wird hauptsächlich mit dem von einem Dritthersteller (Marshall GR) produzierten Carbamat Carbosulfan erreicht. Bayer vertreibt auf diesem Markt insgesamt [...] Produkte, wozu auch die eigenen Produkte Cyfluthrin und Methiocarb gehören. (270) Fipronil (vertrauliche Information von ACS). Der Anteil von Fipronil hat sich von [0-10] % im Jahre 1998 auf [20-30] % im Jahre 2000 erhöht; die beteiligten Unternehmen erwarten bis 2004 eine weitere Zunahme dieses Anteils auf [30-40] %. Diese Unternehmen gehen davon aus, dass ihr Marktanteil zusammengenommen bis 2004 bei über [50-60] % liegt. (271) Die beteiligten Unternehmen haben ihre Meinung erläutert, wonach auf diesem Markt keine Bedenken wegen einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs aufkommen werden, da der wichtigste Anwendungsbereich von Cyfluthrin und Methiocarb bei anderen Kulturen liege und der Preis für diese Mittel demzufolge nach der Wettbewerbssituation auf anderen Märkten gebildet werde. Ein weiteres Argument der beiden Unternehmen lautete, dass eine ganze Reihe von lokalen und Generikaherstellern, auf die zusammengenommen ein Marktanteil von weit mehr als [30-40] % entfalle, problemlos auf jedes wettbewerbswidriges Verhalten des fusionierten Unternehmens reagieren könnten. Neben dem Syngenta-Präparat Fosthiazat böten diese Wettbewerber eine breite Produktpalette, einschließlich Organophosphaten und Carbamaten, die nach Einschätzung der beteiligten Unternehmen die gleiche Wirksamkeit haben wie das auf der Basis von Fipronil entwickelte Produkt von ACS und die Bayer-Produkte. Wie auf dem französischen und dem britischen Markt werde Otsuka seine neuen Carbamat-Produkte Benfuracarb und Alanycarb voraussichtlich 2002 bzw. 2003 auf den Markt bringen. Die beteiligten Unternehmen haben erklärt, dass beide Produkte voll austauschbar mit ihren eigenen Produkten seien. (272) Die Kommission stellt zunächst fest, dass das stärkste Bayer-Produkt (Carbosulfan), das den der Kommission vorliegenden Informationen zufolge die größte Einzelposition nach Fipronil auf dem Markt darstellt, hauptsächlich bei dieser Kultur verwendet wird ([50-60] %). Daher wird der Preis für Carbosulfan weitgehend auf diesem Markt gebildet. Die beherrschende Stellung, die auf diesem Markt geschaffen wird, gibt den beteiligten Unternehmen möglicherweise Anreize, den Preis für Carbosulfan zu erhöhen. Die Kommission stellt ferner fest, dass drei weitere Bayer-Produkte vor allem auf diesem Markt verwendet werden. Angesichts der geringen Bedeutung aller anderen Marktteilnehmer ist die Kommission nicht der Meinung, dass diese der beherrschenden Marktstellung des neuen Unternehmens gewachsen sind. (273) Außerdem ist die Kommission im Lichte der Untersuchungsergebnisse nicht der Ansicht, dass Organophosphate und Carbamate die Position von Fipronil gefährden könnten. In dieser Hinsicht wird die angebliche Markteinführung von zwei Carbamaten nach Ansicht der Kommission in naher Zukunft keine merklichen Auswirkungen auf den Markt haben, vor allem weil sie mit zwei Spitzenprodukten konkurrieren müssen. Die Marktposition der beteiligten Unternehmen wird weiter gestärkt werden durch (vertrauliche Information von ACS). (274) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben in Italien eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Bodeninsektizide für Rüben begründen oder verstärken würde. c) Insektizide für Getreidekulturen Einführung (275) Die Kommission befand in ihrem Beschluss in der Sache COMP/M.1806 - AstraZeneca/Novartis, dass ungeachtet der Tatsache, dass Getreidekulturen von verschiedenen Insekten befallen werden, Blattläuse die mit Abstand schlimmsten Schädlinge sind. Daher kann der Markt für Getreideinsektizide als Markt gegen Blattläuse angesehen werden. Blattläuse sind Blattschädlinge und gehören zu den wichtigsten saugenden Insekten. (276) Die Kommission befand bei der Bewertung der Getreidemärkte in ihrem Beschluss in der Sache COMP/M.1806 - AstraZeneca/Novartis (Punkt 422) ferner, dass der Marktanteil der Pyrethroide mit einiger Wahrscheinlichkeit weiter wachsen wird, da Hersteller von Insektiziden, die auf den beiden anderen großen chemischen Kategorien - Organophosphaten und Carbamaten - beruhen, im Zusammenhang mit dem Registrierungsverfahren auf ordnungspolitische Grenzen stoßen. Die Kommission stellte in diesem Beschluss außerdem fest, dass im Gebiet des EWR Lambda-Cyhalothrin das Pyrethroid Nr. 1 ist, noch vor Deltamethrin (Aventis), Cypermethrin und Tau-Fluvalinat. (277) Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sind Neonicotinoide auf den Getreidemärkten nicht sehr erfolgreich. Die Unternehmen haben erklärt, dass die Preise von Neonicotinoiden wie z. B. Imidacloprid auf [...] basieren, so dass sie wirtschaftlich unattraktiv für Getreidebauern sind, die traditionell an einem preisgünstigen Knockdown(17)-Produkt für Blattläuse interessiert sind. Dies gilt nach Aussage der beteiligten Unternehmen vor allem für die südeuropäischen Getreidemärkte in Griechenland, Italien und Portugal, wo der Getreideanbau wirtschaftlich weniger rentabel ist als in den nordeuropäischen Ländern wie beispielsweise Deutschland und Frankreich. Die beteiligten Unternehmen haben erklärt, dass [...]. Sie haben sich auf das Argument gestützt, dass Getreidebauern mit dem Spritzen warten, bis der Blattlausbefall sichtbar ist, und deshalb sehr stark an einem Knockdown-Effekt interessiert sind. Den beteiligten Unternehmen zufolge liegt der einzige Grund dafür, weshalb Neonicotinoide für einen kleinen Teil der Getreidebauern interessant sind, in deren relativer Sicherheit im Vergleich zu älteren Produkten und/oder in der Voraussagbarkeit von Blattlausbefall in bestimmten Gebieten, die ein prophylaktisches Spritzen möglich machen. Die beiden Unternehmen haben allerdings darauf hingewiesen, dass auf diese Verbraucher ein nur begrenzter Umsatz entfällt. (278) Die dritte Seite war sich allgemein einig darin, dass der Markt für Insektizide zur Blattanwendung bei Getreide im wesentlichen ein Pyrethroidmarkt ist und dass ältere Produkte immer noch effizient eingesetzt werden. Es hat Diskussionen darüber gegeben, dass der Hauptgrund dafür in der begrenzten Migration des Wirkstoffes in der Pflanze nach Anwendung des Blattsprays liegt, da wegen der Morphologie der Pflanze mit dem Spritzen alle auf der Ähre befindlichen Homoptera (Blattläuse) wegen deren exponierter Lage erreicht werden. Pyrethroide sind daher eine gute Lösung für die Eindämmung von Insekten in Getreide und sind zudem noch preisgünstig. Eine Migration in der Getreidepflanze ist nicht unbedingt erforderlich. (279) Blattbehandlungen beim Getreide werden im Herbst und Frühjahr für die Winter- oder im Frühjahr und Sommer für die Frühjahrsaussaat vorgenommen. Es ist berichtet worden, dass bei Wintergetreide eine Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden einen sehr viel größeren Schutz bietet als jede andere Blattanwendung und einen Blattlausbefall im Herbst unter Kontrolle hält.. Die Bedeutung der Bekämpfung der Blattläuse zu dieser Jahreszeit liegt darin begründet, dass diese Virenübertragen, die das Getreide über den Winter schädigen. Die Blattanwendungen im Frühjahr werden vorgenommen, um die Blattläuse abzutöten, die die Ähren in ihrer Entwicklung angreifen. Dritte haben darauf hingewiesen, dass die meisten Blattsprays heute entweder Pyrethroide, Organophosphate oder Carbamate sind. Am beliebtesten sind Pyrethroide oder Mischungen von Pyrethroiden mit einem Organophosphat oder einem Carbamat. Erwähnt wurde auch, dass die Neonicotinoide nicht die besten Präparate für Blattsprays sind, da sie teurer sind und sich eine Resistenz entwickeln würde, wenn eine Blattspray-Behandlung mit einem Neonicotinoid auf eine Saatgutaufbereitung ebenfalls mit einem Neonicotinoid folgte. (280) Bei Sommergetreide hat die Saatgutaufbereitung eher das Ziel, Drahtwürmer und Bodenschädlinge einzudämmen. Es ist behauptet worden, dass die Neonicotinoid-Sprays dafür nicht die besten Voraussetzungen bieten. Wie beim Wintergetreide werden Blattanwendungen gewählt, die hauptsächlich Pyrethroide, Organophosphate oder Carbamate enthalten. Allerdings ist dazu angemerkt worden, dass die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Resistenz bei Anwendung eines auf die Blätter aufzutragenden Neonicotonoid-Sprays geringer sei. Für Anwendungen in der Phase der Ährenbildung ist angeführt worden, dass Neonicotinoide dank ihres schnellen Wirkungseintritts ihre Marktanteile allmählich vergrößern. Marktposition (281) Der Gesamtmarkt für Getreideinsektizide ist mit 59,9 Mio. EUR einer der größten Insektizidmärkte im EWR. Auf das Blattsegment entfallen [...] Mio. EUR, auf das Bodensegment nur [...] Mio. EUR. (282) Die beteiligten Unternehmen haben einander überschneidende Aktivitäten im Segment der Blattinsektizide. Im Segment der Bodeninsektizide sind keinerlei Märkte betroffen. EWR-weit liegen die Anteile der beteiligten Unternehmen für die Blattanwendungen bei [30-40] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [10-20] %) und für Bodenausbringung bei [20-30] % (bei ei

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.