Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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vertreiben und gingen nicht weiter darauf ein, was unter "gewisse Resistenzprobleme" zu verstehen ist. Daher war die Kommission nicht in der Lage zu prüfen, ob die oben genannten Erklärungen für die Einschätzung der Marktstellung der beteiligten Unternehmen von Bedeutung sind(41). (724) In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte legen die beteiligten Unternehmen eine Liste von Firmen vor, die ihren Angaben zufolge in Italien generisches Iprodion anbieten. Italien gehört jedoch nicht zu den Märkten, auf die sich die Wettbewerbsbedenken der Kommission beziehen. Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass die Wettbewerber erklären, es sei ihnen nicht bekannt, dass in der EU generisches Iprodion angeboten wird. (725) Ein Marktteilnehmer führt aus, dass der Wettbewerb durch Generika für neuere Produkte auf dem Botrytismarkt wahrscheinlich generell von geringerer Bedeutung ist als auf einigen anderen Märkten. Als Begründung führt er die weit verbreiteten Resistenzprobleme an, durch die der Lebenszyklus der betreffenden Produkte verkürzt wird. (726) Schließlich machen die beteiligten Unternehmen geltend, dass BASF ein neues Mittel gegen Botrytis - BAS 510 - entwickelt, das 2002 oder 2003 auf den Markt gebracht wird. Tatsächlich erwarten die meisten Marktteilnehmer, dass BAS 510 von BASF ein erfolgreiches Produkt sein wird. Die Marktteilnehmer weisen jedoch darauf hin, dass sich die Lage auf diesem Markt selbst im Falle eines Erfolgs dieses einen Produkts insgesamt nicht ändern wird, da die beteiligten Unternehmen in diesem Bereich bei weitem das beste Produktsortiment anbieten(42). (727) Den Angaben der beteiligten Unternehmen zufolge sind von dem Vorhaben sieben nationale Märkte betroffen. Von diesen ist der französische Markt mit einem Marktwert von 32 Mio. EUR bei weitem der größte, gefolgt von Italien mit 15 Mio. EUR. Wettbewerbsprobleme wurden in Deutschland, Frankreich, Griechenland und Portugal festgestellt. (728) Die beteiligten Unternehmen schätzten ihren gemeinsamen Marktanteil in Frankreich in der Notifizierung auf [40-50] % (Bayer [10-20] %, ACS [20-30] %) und bezeichneten Syngenta ([30-40] %) und BASF ([0-10] %) als die wichtigsten Wettbewerber. Diese Angaben wurden von den beteiligten Unternehmen später wie folgt korrigiert: [40-50] % (Bayer [10-20] %, ACS [20-30] %). Die Marktuntersuchung hat die Ansicht der beteiligten Unternehmen im Hinblick auf die Marktstellung der wichtigsten Wettbewerber weitgehend bestätigt(43). Demzufolge ist die Lage dadurch gekennzeichnet, dass es zwei große Wettbewerber gibt und der Abstand zum dritten Akteur - BASF - beträchtlich ist. (729) ACS erzielt fast 90 % seines Umsatzes durch den Verkauf von Scala (Pyrimethanil), während das einzige Produkt von Bayer Teldor (Fenhexamid) ist. Wie erwähnt, handelt es sich bei Pyrimethanil und Fenhexamid um relativ neue Wirkstoffe. Daher hat Bayer seinen Absatz auf dem französischen Markt für Produkte zur Bekämpfung von Botrytis von [...] EUR in den Jahren 1998 und 1999 auf [...] EUR im Jahr 2000 erhöht. Den Angaben der beteiligten Unternehmen zufolge beläuft sich der gemeinsame Marktanteil von Scala und Teldor auf [40-50] %. (730) In Anbetracht der Zusammenlegung der erfolgreichen Wirkstoffe der beteiligten Unternehmen, des Wachstumspotenzials ihrer neueren Produkte und ihres hohen Marktanteils ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Vorhabens in Frankreich eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Rebenfungizide zur Bekämpfung von Botrytis schaffen bzw. verstärken würde. (731) Die beteiligten Unternehmen schätzten ihren gemeinsamen Marktanteil in Deutschland auf [30-40] % (Bayer [10-20] %, ACS [20-30] %) und bezeichneten Syngenta ([30-40] %) und BASF ([10-20] %) als die wichtigsten Wettbewerber. Der Marktuntersuchung zufolge ist die Stellung der beteiligten Unternehmen etwas stärker als [30-40] % und liegt wahrscheinlich eher bei [40-50] %, und ihr gemeinsamer Marktanteil ist wesentlich größer als der Marktanteil von Syngenta(44). (732) Das wichtigste Produkt von Bayer, das auf dem deutschen Markt für den Schutz von Reben gegen Botrytis angeboten wird, ist Teldor (Fenhexamid), während der Marktanteil von ACS auf den Produkten Scala (Pyrimethanil), Rovral (Iprodion) und Sumico (Carbendazim und Diethofencarb) beruht. (733) In Anbetracht der Zusammenlegung der erfolgreichen Wirkstoffe der beteiligten Unternehmen, des Wachstumspotenzials ihrer neueren Produkte und ihres hohen Marktanteils ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Vorhabens in Deutschland eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Rebenfungizide zur Bekämpfung von Botrytis schaffen bzw. verstärken würde. (734) Die beteiligten Unternehmen schätzten ihren gemeinsamen Marktanteil in Griechenland auf [20-30] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [10-20] %) und bezeichneten Syngenta ([30-40] %), BASF ([10-20] %) und DuPont ([0-10] %) als die wichtigsten Wettbewerber. Den Schätzungen anderer Marktteilnehmer zufolge ist der Marktanteil der beteiligten Unternehmen wesentlich höher (zwischen [50-60] % und [80-90] %). Die Marktuntersuchung ergab tatsächlich, dass die Marktstellung der beteiligten Unternehmen wahrscheinlich erheblich über deren Schätzungen liegt und dass der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen wesentlich größer ist als der Marktanteil jedes anderen Wettbewerbers(45). (735) Bayer vertreibt Teldor (Fenhexamid), während ACS die Produkte Rovral (Iprodion), Scala (Pyrimethanil) und Ronilan Flow (Vinclozolin) vertreibt, auf die fast [50-60] % der Umsätze von ACS auf diesem Markt entfallen. (736) In Anbetracht der Zusammenlegung der erfolgreichen Wirkstoffe der beteiligten Unternehmen, des Wachstumspotenzials ihrer neueren Produkte und ihres hohen Marktanteils ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Vorhabens in Griechenland eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Rebenfungizide zur Bekämpfung von Botrytis schaffen bzw. verstärken würde. (737) Die beteiligten Unternehmen schätzten ihren gemeinsamen Marktanteil in Portugal auf [50-60] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [30-40] %) und bezeichneten DuPont ([10-20] %), Syngenta ([10-20] %) und BASF ([0-10] %) als die wichtigsten Wettbewerber. Die Marktuntersuchung hat generell bestätigt, dass der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen mit wahrscheinlich über [50-60] % wesentlich höher ist und den Marktanteil jedes anderen Wettbewerbers erheblich übersteigt(46). (738) Bayer vertreibt Euparen (Dichlofluanid), während ACS die Produkte Scala (Pyrimethanil) und Rovral (Iprodion) vertreibt. Bayer plant die Einführung von [...]. Beide Unternehmen werden voraussichtlich bis 2004 signifikante Marktanteile erlangen. (739) In Anbetracht der Zusammenlegung der erfolgreichen Wirkstoffe der beteiligten Unternehmen, des Wachstumspotenzials ihrer neueren Produkte und ihres hohen Marktanteils ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Realisierung des Vorhabens in Portugal eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Rebenfungizide zur Bekämpfung von Botrytis schaffen bzw. verstärken würde. e) Hopfenfungizide (740) Nach Angaben der beteiligten Unternehmen ist lediglich der Markt in Deutschland betroffen, auf dem sie ihren gemeinsamen Marktanteil auf [30-40] % (Bayer: [0-10] %, ACS: [20-30] %) schätzen; als die wichtigsten Wettbewerber werden BASF ([40-50] %), Syngenta ([0-10] %) und Dow ([0-10] %) genannt. Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass dieser Markt weitgehend von zwei Akteuren beherrscht würde, Bayer/ACS und BASF, hinter denen Syngenta und Dow weit zurückbleiben würden(47). Ferner sei darauf hingewiesen, dass Bayer Ende 2000 das Produkt Flint, ein auf dem Strobilurin Trifloxystrobin basierendes Fungizid, übernahm. Dieses Produkt wurde 2000 in Deutschland eingeführt und hatte 2001 bereits einen Marktanteil von [0-10] % erlangt(48). Den Prognosen der beteiligten Unternehmen zufolge wird der Marktanteil von Flint bis 2004 auf [10-20] % ansteigen. (741) Bayer vertreibt vor allem Bayfidan (Triadimenol), ein Produkt zur Bekämpfung von Echtem Mehltau. ACS vertreibt ausschließlich Aliette WG (Fosetyl). Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass dieses Produkt in erster Linie für den Schutz von Reben gegen Falschen Mehltau bestimmt ist. Darüber hinaus erklären sie generell, dass es sich bei zum Schutz von Hopfen eingesetzten Produkten um Mehrzweckprodukte handele, die vorrangig für den Schutz anderer Kulturen eingesetzt würden. In Anbetracht der Tatsache - so die Argumentation der beteiligten Unternehmen -, dass dieselben Endformulierungen und dieselben Wirkstoffe für unterschiedliche Kulturen verwendet würden, sei es für die Unternehmen schwierig, gegenüber Produzenten einer bestimmten Kultur eine Preisdiskriminierung auszuüben. Aus den Angaben der beteiligten Unternehmen geht jedoch auch hervor, dass das Produkt Aliette WG in Deutschland zu 100 % für Hopfen verwendet wird. Somit ist das wichtigste Produkt, das die Parteien in Deutschland vertreiben, kein Mehrzweckprodukt, sondern wird ausschließlicht für Hopfen verwendet. (742) Dritte schließen sich jedoch im Allgemeinen dem Argument der beteiligten Unternehmen an, dass der Markt für Hopfenfungizide klein ist und kein Unternehmen ausschließlich für Hopfen bestimmte Produkte entwickelt. Eine wichtige Folge dieser Tatsache besteht jedoch auch darin, dass eine starke Stellung auf einem Hopfenmarkt sehr wahrscheinlich von Dauer ist, da der Marktzutritt weniger wahrscheinlich ist als bei anderen Kulturen, für die in größerem Umfang Fungizide vertrieben werden. (743) Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass sich ihr Marktanteil gegenüber dem Marktanteil von BASF wahrscheinlich verringern wird, da BASF 2003 voraussichtlich sein neues Produkt BAS 500 einführen wird, ein Strobilurin mit der Bezeichnung Pyraclostrobin. Sie weisen darauf hin, dass das Strobilurin Flint (Trifloxystrobin) von Bayer durch BAS 500 unter starken Wettbewerbsdruck geraten werde. Ferner führen die beteiligten Unternehmen an, dass Flint voraussichtlich nur den Rückgang beim Vertrieb anderer Produkte von Bayer ausgleichen werde, für die eine Einstellung der Lieferung ([...]) bzw. ein erheblicher Umsatzrückgang zu erwarten sei ([...]). Daher erklären die beteiligten Unternehmen, dass die voraussichtliche Markteinführung von Flint die derzeitige Marktlage nicht wesentlich ändern werde. Die Kommission weist darauf hin, dass Flint bereits erfolgreich auf dem Markt präsent ist. Die Kommission kann sich bei ihrer Einschätzung dieses Marktes nicht auf die Behauptungen der beteiligten Unternehmen stützen, nach denen diese die Lieferung einiger ihrer Produkte voraussichtlich einstellen werden. Die beteiligten Unternehmen haben keine Erklärung dafür vorgelegt, warum der Absatz von [...] kurzfristig zurückgehen soll. In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte machen die beteiligten Unternehmen außerdem geltend, dass ihre Produkte aufgrund der Zulassung des Produkts Ridomil Granular und der voraussichtlichen Zulassung des Produkts Amistar dem Wettbewerb durch Syngenta ausgesetzt sein würden. Die Marktuntersuchung, einschließlich einer Bewertung der Einführung neuer Produkte hat weder die Behauptung der beteiligten Unternehmen, die Einführung von Flint werde ihre Marktstellung nicht stärken, noch die angebliche Bedeutung der Einführung neuer Produkte durch Wettbewerber bestätigt(49). (744) In Anbetracht dieser Erkenntnisse in Verbindung mit der Tatsache, dass die beteiligten Unternehmen bereits eine starke Position innehaben und dass sie gemeinsam wesentlich größer sind als ihre stärksten Konkurrenten, des Wachstumspotenzials bei ihren neueren und künftigen Produkten und der Tatsache, dass in naher Zukunft nicht mit einer neuen starken Konkurrenz zu rechnen ist, gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Vorhaben eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Hopfenfungizide in Deutschland schaffen oder stärken würde. f) Öl- und Eiweißsaatenfungizide (745) Die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass sich der wertmäßige Umsatz des EWR-Gesamtmarktes für Ölsaaten im Jahr 2000 auf [...] Mio. EUR belief, bei folgender Aufteilung der Marktanteile: beteiligte Unternehmen [20-30] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [10-20] %), Syngenta und BASF jeweils [10-20] % und DuPont [10-20] %. Da ACS nur in einigen Ländern innerhalb des EWR präsent ist, überschneiden sich die Aktivitäten der beteiligten Unternehmen nach eigenen Angaben nur in drei Ländern. (746) Die beteiligten Unternehmen schätzten ihren gemeinsamen Marktanteil in Deutschland auf [50-60] % (Bayer: [30-40] %, ACS: [20-30] %) und bezeichneten BASF mit [40-50] % als den wichtigsten Wettbewerber. Die Marktuntersuchung hat die Einschätzung der beteiligten Unternehmen bezüglich der Marktanteile weitgehend bestätigt, d. h. sie halten einen sehr großen gemeinsamen Marktanteil, und BASF ist der einzige Wettbewerber mit einem signifikanten Marktanteil(50). (747) ACS realisiert mit dem von Bayer gelieferten Produkt Folicur, das auf dem Wirkstoff Tebuconazol basiert, etwa [60-70] % seines Umsatzes. Bayer vertreibt ausschließlich Folicur. Die restlichen [40-50] % des Umsatzes von ACS entfallen auf die von dem Unternehmen hergestellten Produkte Derosal (Carbendazim) und Verisan (Iprodion). (748) Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass das Vorhaben angesichts der Tatsache, dass ACS bereits jetzt von Bayer gelieferte Produkte vertreibt, nicht zu einer wesentlichen Änderung der derzeitigen Marktstruktur führen werde. Dagegen vertritt die Kommission die Auffassung, dass durch die Realisierung des Vorhabens der direkte Wettbewerb beim Vertrieb von Produkten auf der Basis von Tebuconazol beseitigt würde, auf die Dritten zufolge etwa [50-60] % des deutschen Marktes entfallen, während es 1997 noch etwa [70-80] % waren. (749) Die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass ihr gemeinsamer Marktanteil sich erheblich verringern und 2004 nur noch [30-40] % betragen wird. Sie weisen darauf hin, dass sie einem starken Wettbewerb durch BASF ausgesetzt sind und dass dieses Unternehmen in der Lage sei, seine Marktstellung auf dem deutschen Markt durch sein Fungizid Metconazol auszubauen. Den beteiligten Unternehmen zufolge hat sich der Marktanteil von BASF in den letzten Jahren vor allem aufgrund dieses Produkts erhöht, während ihr eigener Marktanteil während desselben Zeitraums rückläufig war. Die beteiligten Unternehmen argumentieren, dass sich der Wettbewerbsdruck auf das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen infolge der für 2002/2003 zu erwartenden Einführung des Produkts Pyraclostrobin durch BASF noch erhöhen werde. Sie weisen außerdem darauf hin, dass Syngenta unter dem Markennamen Eria ein Fungizid auf der Basis von Difenoconazol auf den Markt bringen wird, das voraussichtlich einen Marktanteil von mehr als [10-20] % erzielen werde. Darüber hinaus machen sie geltend, dass das Patent für das Produkt Tebuconazol von Bayer 2003 abläuft und die starke Konkurrenz auf dem deutschen Markt für Öl- und Eiweißsaatenfungizide durch die dann auf den Markt kommenden Generika noch weiter verschärft werde. Den beteiligten Unternehmen zufolge wird die Konkurrenz durch Generika vor allem von Makhteshim ausgehen. Die Behauptungen der beteiligten Unternehmen über die Bedeutung der in Kürze anstehenden Einführung verschiedener Produkte wurden durch die Marktuntersuchung nicht bestätigt(51). (750) In Anbetracht dieser Erkenntnisse in Verbindung mit der Tatsache, dass die beteiligten Unternehmen bereits eine starke Position innehaben und dass sie gemeinsam wesentlich größer sind als ihre stärksten Konkurrenten, des Wachstumspotenzials bei den neueren und künftigen Produkten und der Tatsache, dass in naher Zukunft nicht mit einer neuen starken Konkurrenz zu rechnen ist, gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Vorhaben eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Öl- und Eiweißsaatenfungizide in Deutschland schaffen oder verstärken würde. g) Gemüsefungizide (751) Den Schätzungen von Bayer zufolge belief sich der EWR-Markt für Gemüsefungizide im Jahr 2000 auf etwa [...] Mio. EUR. Auf EWR-Ebene wären die beteiligten Unternehmen mit [30-40] % Marktführer, gefolgt von Syngenta ([20-30] %), BASF ([10-20] %), DuPont ([0-10] %) und Dow ([0-10] %). Nach Angaben der beteiligten Unternehmen wären von dem Vorhaben auf nationaler Ebene Märkte in zwölf Ländern betroffen. (752) Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass das Segment der Gemüsekulturen sehr viele unterschiedliche Pflanzen umfasse, bei denen eine Vielzahl von Problemen auftreten könne. Nach ihrem Dafürhalten seien einerseits, obwohl es etwa 30 verschiedene Gemüsekulturen gebe, die Krankheiten, die diese befallen, und die zu ihrer Behandlung verwendeten Produkte weitgehend ähnlich. Andererseits erfordere der Schutz von Gemüsekulturen aufgrund der Vielzahl der Krankheiten, von denen die verschiedenen Pflanzen befallen werden, die Verwendung von Produkten mit einer breitbandigen Wirkung, die auch für andere Kulturen eingesetzt werden können. (753) Bei den von Bayer vertriebenen Produkten handelt es sich hauptsächlich um Formulierungen der Wirkstoffe Tebuconazol, Propineb, Triadimenol und Dichlofluanid, während ACS Fungizide auf der Basis von Iprodion und Fosetyl vertreibt. Tebuconazol ist ein systemischer fungizider Wirkstoff, der als Spray mit den Markennahmen Folicur und Horizon sowie zur Saatgutaufbereitung verwendet wird. Die beteiligten Unternehmen weisen darauf hin, dass der Wirkstoff zur Bekämpfung verschiedener Krankheiten bei Getreide (Fusarium, Septoria und Puccinia), Erdnüssen (Mycosphaerella, Puccinia, Sclerotinia, Rhizoctonia), Reben (Uncinula), Ölraps (Pyrenopeziza, Alternaria, Leptosphaeria), Bananen, Kaffee, Obst und Gemüse eingesetzt werden kann. Desgleichen erklären die beteiligten Unternehmen, dass das unter dem Markennamen Antracol vertriebene Propineb für eine Reihe von Kulturen, einschließlich Gemüse, Kartoffeln, Tabak, Zierpflanzen, Obst und - in einigen Regionen - Reis, Hopfen und Kaffee verwendet wird. Triadimenol schließlich, das als Spray unter dem Markennamen Bayfidan und als Saatgutbehandlungsmittel unter dem Markennamen Baytan vertrieben wird, wirkt gegen Echten Mehltau, Rostkrankheit und verschiedene Arten von Blattfleckenkrankheiten, insbesondere bei Getreide, Kaffee, Reben, Obst und Gemüse. (754) Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass sie einer starken Konkurrenz durch andere internationale und nationale Unternehmen ausgesetzt seien, von denen einige (einschließlich Syngenta und BASF) eine starke Stellung auf fast allen nationalen Märkten innehaben. Sie führen an, dass BASF 2003 voraussichtlich die auf Strobilurin basierenden Fungizide Dimoxystrobin und Pyraclostrobin sowie BAS 510 auf den Markt bringen wird und dass daher von einer Erhöhung des Marktanteils des Unternehmens ausgegangen werden könne. Ferner tragen die beteiligten Unternehmen vor, dass die meisten der für die Formulierung von Gemüsefungiziden verwendeten Wirkstoffe nicht mehr patentrechtlich geschützt sind und daher generische Konkurrenzprodukte auf dem Markt bereits problemlos erhältlich seien. Als Beispiel führen sie das Produkt Triadimenol von Bayer an, das nach ihrer Aussage von Makhteshim sowie von verschiedenen chinesischen Herstellern (z. B. Seven Continents Agriculture) hergestellt und in der EU vertrieben wird. Dasselbe gelte für Propineb, das von China in den EWR eingeführt werde. Der Patentschutz des Wirkstoffs Tebuconazol von Bayer wird 2003 ablaufen. Da der Generikahersteller Makhteshim in seinen Produktionsstätten in Brasilien bereits Tebuconazol herstellt, werde er - so die Argumentation der beteiligten Unternehmen - in der Lage sein, den Wirkstoff im EWR zu vertreiben sobald der Patentschutz abgelaufen ist. Schließlich realisierten Bayer und ACS ähnlich wie auf dem Markt für Obst- und Nussfungizide einen Teil ihres Umsatzes aus dem Vertrieb von Produkten Dritter. Die Lieferung einiger dieser Produkte werde wahrscheinlich von den betreffenden Herstellern eingestellt, da die Produkte Dritter sich häufig mit dem gemeinsamen Produktsortiment von Bayer und ACS überschneiden. (755) Die Kommission erklärte in ihrer Mitteilung der Beschwerdepunkte, dass es aufgrund der zumeist sehr allgemeinen Art dieser Argumente schwierig ist, ihnen bei der Bewertung der betreffenden Märkte große Bedeutung beizumessen. Die beteiligten Unternehmen nannten keine konkreten Beispiele für Produkte Dritter, deren Lieferung wahrscheinlich eingestellt wird. Sie erklärten auch nicht, auf welchen Märkten Generikahersteller Triadimenol und Propineb vertreiben oder wann und auf welchen Märkten sie eine Konkurrenz durch generisches Tebuconazol erwarten(52). Die Marktuntersuchung der Kommission ergab darüber hinaus, dass die Bedeutung, die die beteiligten Unternehmen den künftigen Produkten von BASF beimessen, nicht uneingeschränkt bestätigt werden kann(53). (756) In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte haben die beteiligten Unternehmen erstmals Listen betreffend den Stand der Zulassung von generischem Triadimenol der Firma Makhteshim vorgelegt. Sie verweisen erneut auf Tebuconazol, erwähnen, dass generisches Propineb von Agrimont in Italien und von SPRJ in China hergestellt wird und nennen die Namen angeblicher Konkurrenten, die in Belgien verschiedene Generika herstellen. Die beteiligten Unternehmen versuchen nicht, die Auswirkungen dieser Konkurrenz zu quantifizieren oder auch nur zu erklären, ob (und in welchen Mengen) die zugelassenen Produkte tatsächlich vertrieben werden. Die Kommission kann ihre generelle Auffassung, dass der Wettbewerb durch Generika auf diesen Märkten keine ernsthafte Bedrohung für die starke gemeinsame Stellung der beteiligten Unternehmen darstellt, nicht auf der Grundlage so spärlicher Informationen, die ihr in einem sehr späten Stadium des Verfahrens übermittelt wurden, ändern. (757) Dagegen wurde ähnlich wie im Fall der Obstfungizide darauf hingewiesen, dass die Stellung der beteiligten Unternehmen in Kürze durch die Einführung des Produkts Flint (Trifloxystrobin) von Bayer gestärkt wird. In Verbindung mit den bereits verfügbaren Produkten der beteiligten Unternehmen, Scala (Pyrimethanil), Vision (Pyrimethanil und Fluquinconazol), Folicur (Tebuconazol) und Euparen (Dicholfluanid) wird die Stellung der beteiligten Unternehmen gestärkt. Darüber hinaus wird argumentiert, dass das neu entwickelte Botrytizid von Bayer, Teldor (Fenhexamid), noch weiter auf dem Markt Fuß fasst und die Marktpräsenz der beteiligten Unternehmen unterstützt. Ferner wird ins Feld geführt, dass die beteiligten Unternehmen weitere Produkte, wie zum Beispiel BAY14120 (Triazol Procid) und Dioaxastrobin in Vorbereitung haben(54). Ferner sollen die Produkte Iprovalicarb von Bayer und Fenamidon von ACS derzeit dabei sein, auf dem Markt Fuß zu fassen. (758) Die beteiligten Unternehmen räumen außerdem ein, dass ACS ein neues Fungizid für [...] mit der Bezeichnung [...] auf den Markt bringen wird, das voraussichtlich in mehreren Ländern beträchtliche Marktanteile erlangen wird, darunter der höchste [...]. (759) In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte weisen die beteiligten Unternehmen darauf hin, dass das neue Produkt von ACS, [...], ausschließlich dazu diene, das bestehende [...]-Produkt, [...], zu ersetzen. Dasselbe gelte für [...], das Rovral WP ersetzen werde. Die Kommission bestreitet nicht, dass dies bis zu einem gewissen Grade zutreffend sein mag. Diese Informationen vermitteln jedoch, was einige Länder betrifft, kein vollständiges Bild. So erwarten die beteiligten Unternehmen beispielsweise, dass [...] in Deutschland 2004 einen Marktanteil von [10-20] % erlangen werde, während sich der Marktanteil von Previcur 2000 lediglich auf [0-10] % belief. Ferner sei darauf hingewiesen, dass, selbst wenn das Ersatzprodukt nicht zu einer Erhöhung des Marktanteils führt, di

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.