Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

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Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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dieser Beschreibung trifft noch zu. (665) Die beiden wichtigsten Getreidekulturen sind Weizen und Gerste. Auf sie entfallen etwa 87 % der gesamten Getreideanbaufläche in der EU und etwa 95 % des Verbrauchs an Getreidefungiziden. Weizen wird vornehmlich von Augenfleckenkrankheit, Echtem Mehltau, Braunrost, Streifenrost, Septoria-Blattfleckenkrankheit und Septoria-Spelzenbräune sowie Ährenfusariose befallen. Die wichtigsten Krankheiten bei Gerste sind Augenfleckenkrankheit, Echter Mehltau, Gerstenzwergrost, Netzfleckenkrankheit und Blattfleckenkrankheit oder Brand. (666) Jeder Wirkstoff besitzt gegenüber einer bestimmten Krankheit in einer Getreideart eine typische Wirksamkeit, nach der sich die Entscheidung des Landwirts richtet. Die Wirkung einer Substanz kommt in der Wirksamkeit, mit der sie die Krankheit verhindern bzw. heilen kann, sowie der Dauer des Schutzes (bei kurativen Stoffen ist dies der maximale Zeitraum, während dessen die Krankheit in der Kultur bereits vorhanden ist, das Fungizid jedoch in der Lage ist, eine Heilung zu bewirken; bei protektiven Substanzen ist dies der maximale Zeitraum des verbleibenden Schutzes) zum Ausdruck. Zu den weiteren Faktoren, die dabei berücksichtigt werden, zählt die Eignung des Produkts, mit anderen Produkten, die andere Wirkstoffe enthalten, im Spritzbehälter des Landwirts gemischt zu werden. (667) Die gegenwärtig als Getreidefungizide eingesetzten Wirkstoffe gehören im Wesentlichen zu drei verschiedenen chemischen Klassen. Die Morpholine sind dabei die älteste, 1969 auf den Markt gebrachte Klasse. Sie werden in erster Linie gegen Echten Mehltau eingesetzt und sind daher weiterhin Bestandteil moderner Mischungen. Ihre Wirkung ist kurativer Natur. 1976 wurden Wirkstoffe der chemischen Klasse der Triazole eingeführt. Gegenwärtig befinden sich etwa 15 Wirkstoffe dieser Klasse auf dem Markt, von denen einige erst in den letzten Jahren eingeführt wurden. Ihre Hauptstärke liegt in der Bekämpfung von Septoria, Rost und Fusarium. Die jüngste erst 1996 eingeführte chemische Klasse, die Strobilurine, kombiniert ein breites Wirkspektrum (Echter Mehltau, Rost, Septoria) mit einer Erhöhung der Ernteerträge. Neben diesen drei Klassen gibt es noch einige andere Wirkstoffe, von denen Cyprodinil am wichtigsten für die Bekämpfung der Augenfleckenkrankheit und Quinoxyfen die wirksamste Substanz gegen den Echten Mehltau ist. (668) Aufgrund ihrer hervorragenden Wirksamkeit ersetzen Fungizide auf Basis von Strobilurinen in zunehmendem Maße nicht-strobilurinhaltige Fungizide. Nach Schätzungen von Bayer belief sich im Jahre 2000 der Umsatz im Strobilurin-Segment im EWR insgesamt auf 443,4 Mio. EUR; der Marktwert der nicht-strobilurinhaltigen Fungizide betrug im gleichen Zeitraum 451,4 Mio. EUR. 2004 werden nach Schätzungen der beteiligten Unternehmen auf das Strobilurin-Segment 558,5 Mio. EUR entfallen, während der Umsatz im Nicht-Strobilurin-Segment voraussichtlich auf 350,4 Mio. EUR zurückgehen werden. ACS befasst sich nicht mit der Herstellung von strobilurinhaltigen Fungiziden und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich auch keine Fungizide auf Basis der Strobilurine auf den Markt bringen. In einem Markt für Strobilurine würde es daher auch keine Überschneidung der Aktivitäten der beteiligten Unternehmen geben. Ein Gesamtmarkt für Getreidefungizide (669) In den Getreidefungizidmärkten insgesamt (Fungizide auf Strobilurin- und Nicht-Strobilurin-Basis) wird nach Aussagen der beteiligten Unternehmen das Vorhaben zu einem gemeinsamen Marktanteil von mehr als 25 % lediglich auf einem nationalen Markt, nämlich Italien, führen. Da es sich bei den Umsätzen der beteiligten Unternehmen in diesem Land um rein nicht-strobilurinhaltige Fungizide handelt, werden die Auswirkungen des Vorhabens auf den Wettbewerb unter der Annahme eines Marktes für nicht-strobilurinhaltige Fungizide für Getreide betrachtet, und der Gesamtmarkt für Getreidefungizide nicht weiter bewertet. Ein Markt für nicht-strobilurinhaltige Getreidefungizide (670) Die beteiligten Unternehmen führen an, dass ihr gemeinsamer Marktanteil im EWR [20-30] % (Bayer [10-20] %, ACS [10-20] %) betragen würde. Auf Syngenta würden [30-40] %, auf BASF [20-30] %, auf DuPont [0-10] % und auf Dow [0-10] % entfallen. Die wichtigsten von den beteiligten Unternehmen vertriebenen Wirkstoffe sind Tebuconazol und Spiroxamin (Bayer) sowie Fluquinconazol, Bromuconazol und Prochloraz (ACS). Diese Wirkstoffe werden entweder pur oder in Mischungen mit anderen Wirkstoffen verkauft. Bei Tebuconazol, Fluquinconazol, Bromuconazol und Prochloraz handelt es sich um Triazole, während Spiroxamin ein morpholinähnliches Produkt mit einer guten Wirksamkeit gegen Echten Mehltau ist. (671) Mehrere Marktteilnehmer haben darauf hingewiesen, dass Bayer gegenwärtig ein neues Triazol entwickelt, das angeblich eine sehr gute Wirksamkeit gegen eine Reihe von Krankheiten einschließlich Augenfleckenkrankheit und Fusarium besitzt. Laut Entscheidung der Kommission in der Sache M.1806 - AstraZeneca/Novartis ist Prochloraz von ACS gegenwärtig das Triazol mit der besten Wirksamkeit gegen die Augenfleckenkrankheit, wobei das Bromuconazol von ACS an zweiter Stelle folgt. (672) Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Übereinstimmung dahingehend zu bestehen scheint, dass unter den nicht-strobilurinhaltigen Fungiziden für Getreide das Triazol Epoxiconanzol von BASF die besten Verkaufszahlen erreicht. Laut Aussage eines Marktteilnehmers entfallen EU-weit allein auf Epoxiconazol 48 % des gesamten Umsatzes von in Getreide eingesetzten Triazolen. Entsprechend dieser Quelle ist Tebuconazol von Bayer als das in der ganzen Welt absatzstärkste Triazol (für alle Kulturen) mit etwa 16 % die Nummer 2 auf dem Getreidemarkt der EU. Nach Schätzungen der gleichen Quelle beläuft sich der Gesamtumsatz der beteiligten Unternehmen bei Triazolen auf ungefähr 27 % des EU-Marktes. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das neue Triazol von Bayer so erfolgreich sein wird, dass das neu gebildete Unternehmen generell die führende Stellung von BASF im Triazol-Segment ernsthaft gefährden kann. Ferner sei daran erinnert, dass der Nicht-Strobilurin-Markt durch die Strobilurine ständig unter Druck gerät, die Erstere auf den meisten Märkten zum Teil ersetzen. Da durch die Marktuntersuchung bestätigt wurde, dass die beteiligten Unternehmen in den meisten Mitgliedstaaten keinen Anteil am Markt (oder Marktanteilzuwächse) in einer Höhe haben, die im Normalfall als besorgniserregend angesehen würde, beschränken sich die verbleibenden Bedenken allein auf den Mitgliedstaat Italien, bei dem es sich zufällig auch noch um einen der Mitgliedstaaten handelt, in denen nach Ansicht der beteiligten Unternehmen keine Umsätze mit Strobilurinen erzielt werden. Daher ruft eine starke Marktstellung im italienischen Nicht-Strobilurin-Markt mehr Bedenken hervor als eine solche Stellung auf Märkten, auf denen Strobilurine im Vormarsch sind. (673) In Italien schätzen die beteiligten Unternehmen ihren gemeinsamen Marktanteil auf [30-40] % (Bayer [10-20] %, ACS [10-20] %), wobei Syngenta ([30-40] %), BASF ([10-20] %) und DuPont ([0-10] %) die führenden Wettbewerber sind. Die Marktuntersuchung hat die Schätzungen der Unternehmen hinsichtlich ihres Marktanteils nicht bestätigt. Der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen dürfte bei etwa [50-60] % liegen(31). Es hat sich ferner gezeigt, dass ihr Marktanteil beträchtlich höher ist als der jedes anderen Marktteilnehmers. (674) Bayer vertreibt die Wirkstoffe Triadimenol unter dem Markennamen Bayfidan, Triadimenol als Mischung mit Tebuconazol unter dem Markennamen Matador und Tebuconazol unter dem Markennamen Folicur. ACS vertreibt hauptsächlich das Produkt Stanza mit den Wirkstoffen Prochloraz und Fenpropimorph. (675) Italien ist eine Besonderheit, weil Fungizide für Getreide einen recht kleinen Markt darstellen. Hier werden Fungizide nicht im gleichen Maße eingesetzt wie in Nordeuropa. Der Anbau erfolgt extensiver als in Nordeuropa, so dass die Erträge bedeutend niedriger ausfallen. Infolge des wärmeren Klimas treten weniger Krankheiten auf, so dass der Fungizidmarkt auch keine so erhebliche Rolle spielt. Dementsprechend stehen in Italien weniger Produkte zur Verfügung als beispielsweise auf dem wesentlich größeren französischen Markt. Da es sich vielfach um große Anbauflächen handelt, ist die Kosteneindämmung für den italienischen Getreideproduzenten von überragender Bedeutung. Auf den Markt gebrachte hochwertige neue Produkte werden somit dort nicht so leicht angenommen wie auf anderen westeuropäischen Getreidemärkten. Die meisten Marktteilnehmer stimmen darin überein, dass es sich in Italien um einen Nicht-Strobilurin-Markt handelt. Wie angeführt wurde, ist in Italien Hartweizen die Hauptgetreideart. Die hauptsächlich auftretende Krankheit sei die Fusariose, gegen die weder Strobilurine noch das absatzstarke Triazol von BASF, Epoxiconazol, Wirkung zeige. Das erklärt auch, weshalb teure Produkte wie Strobilurine in Italien praktisch nicht verwendet werden und BASF offenbar weder Epoxiconazol noch sein Strobilurin Krexomim Methyl für Getreide in Italien hat anmelden lassen(32). Offensichtlich ist in naher Zukunft keine wesentliche Produkteinführung für diesen Markt vorgesehen. So dürfte der Eindruck bestehen bleiben, dass sich die wichtigsten Produkte und ein sehr großer Teil des Marktes im Besitz der beteiligten Unternehmen befinden. (676) Angesichts der Tatsache, dass die beteiligten Unternehmen zusammen beträchtlich stärker als ihre größten Wettbewerber sind und es keinen neuen starken Wettbewerber in nächster Zukunft geben wird, ist die Kommission der Überzeugung, dass die Realisierung des Zusammenschlussvorhabens in Italien eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Getreidefungizide begründen oder stärken würde. b) Fungizide für Obst und Nüsse (677) Die beteiligten Unternehmen erklären, dass der Markt für Obst und Nüsse ein relativ breites Produktsortiment umfasst, zu dem insbesondere ältere Fertigprodukte wie Kupferpräparate und Dithiocarbamate (Mancozeb, Ziram und Thiram) gehören. Sie führen an, es gebe eine Vielzahl von Generikaanbietern vor allem in den wichtigsten Obstanbauländern (Spanien, Italien und Frankreich), die leicht einen Ersatz für die Produkte der beteiligten Unternehmen liefern und auf ein wettbewerbswidriges Verhalten der führenden Hersteller reagieren können. Die beteiligten Unternehmen vertreten den Standpunkt, dass man nicht davon ausgehen kann, dass diese Fertigprodukte vollständig durch neue strobilurinhaltige Fungizide oder andere innovative Formulierungen ersetzt werden können. Um die Gefahr der Resistenzentwicklung zu verringern, dürfen Obst und Nüsse nach Aussage der beteiligten Unternehmen nur begrenzt mit strobilurinhaltigen Fungiziden und anderen Produkten mit gezielter Wirkung behandelt werden. Daher argumentieren die Unternehmen, dass sich selbst die Einführung neuer Produkte wie strobilurinhaltiger Fungizide (Trifloxystrobin von Bayer oder Pyraclostrobin von BASF) nur in gewissem Maße auf den Obst- und Nussmarkt auswirken wird. (678) Im Hinblick auf die Stellung der Generikahersteller sind die befragten Unternehmen der Meinung, dass die älteren Fertigprodukte nicht vollständig durch neuere Produkte ersetzt werden. Sie führen auch an, dass die älteren Produkte die Präparate der beteiligten Unternehmen "nicht so leicht ersetzen" können. Einer der Befragten stellte die Frage, weshalb die beteiligten Unternehmen Millionen von Dollar für die Forschung zur Produktentwicklung ausgeben sollten, wenn sich die neuen Erzeugnisse nicht wesentlich von den vorhandenen unterscheiden und vor allem nicht anders als die alten Grundprodukte sind. Es stimmt allerdings, dass die Anwendung älterer Produkte dieser Art in Südeuropa weit verbreitet ist. Auf Nordeuropa trifft das nicht im gleichen Maße zu, und die beteiligten Unternehmen haben in der Tat gemeinsam eine sehr starke Marktposition in einigen nordeuropäischen Ländern inne. (679) Im Rahmen der Marktuntersuchung der Kommission befragte Unternehmen führen an, dass die Stellung der beteiligten Unternehmen in naher Zukunft durch die Einführung des Produkts "Flint" von Bayer (Trifloxystrobin) gestärkt wird. Die Stärkung der Position erfolgt im Zusammenwirken mit den bereits vorhandenen Produkten Scala (Pyrimethanil), Vision (Pyrimethanil und Fluquinconazol), Folicur (Tebuconazol) und Euparen (Dichlofluanid). Ferner wird darauf hingewiesen, dass sich das von Bayer neu entwickelte Botrytizid Teldor (Fenhexamid) noch im Stadium der Marktdurchdringung befindet und die Marktpräsens der Unternehmen fördert. Ein einzigartiges Verkaufsargument für Teldor sei die äußerst kurze Sperrfrist von lediglich null bis drei Tagen bei verschiedenen Obstkulturen. Diese Vielzahl von Fungiziden stelle ein umfassendes Produktsortiment mit unterschiedlichen Wirkungsweisen dar. Trifloxystrobin ist ein strobilurinhaltiges Fungizid, Pyrimethanil gehört zur Gruppe der Anilinopyrimidine, bei Fluquinconazol und Tebuconazol handelt es sich um Triazole und Dichlofluanid ist eine isozyklische Verbindung. Bayleton (Triadimefon) von Bayer als Spezialprodukt, das zur Bekämpfung von Echtem Mehltau bei Kernobst eingesetzt wird, ergänzt die Stellung der beteiligten Unternehmen. Es wird angeführt, dass diese Unternehmen über das weitaus größte Produktportfolio verfügten. Diese Produkte hätten unterschiedliche Wirkungsweisen, die es den beteiligten Unternehmen ermöglichten, ihre Produkte zur Bekämpfung der Resistenz auf dem Obstfungizidmarkt sehr effektiv einzusetzen. (680) In ihrem Antwortschreiben auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte stimmen die beteiligten Unternehmen zu, dass Flint und Teldor im Markt für Obst- und Nussfungizide noch über Wachstumspotenzial verfügten. Sie führen jedoch an, dass [...]. Ebenso stellen sie fest, dass [...]. Ferner vertreten sie den Standpunkt, das Produkt Scala von ACS sehe sich bereits einem starken Wettbewerb durch die Einführung des Syngenta-Produkts Chorus (auf Basis des Wirkstoffs Cyprodinil) und der Produkte von BASF auf Kresoxim-Basis gegenüber, die unter den Markennamen Discus, Stroby, Alliage und Candit vertrieben werden. Darüber hinaus gehen die beteiligten Unternehmen nicht davon aus, dass Flint und Teldor gänzlich die Verluste ausgleichen werden, die ihnen aufgrund der Einführung des Generikums Tebuconazol durch Makhteshim und des Generikums Pyrimethanil durch Makhteshim und Chimac entstehen. Die Unternehmen argumentieren außerdem, dass für Euparen, ein Produkt von Bayer auf Dichlofluanid-Basis, keine erneute Zulassung gemäß Richtlinie 91/414/EWG des Rates vorgenommen wird und dass das Ersatzprodukt Euparen M (auf Tolylfluanid-Basis) voraussichtlich nicht vollständig den Absatzrückgang ausgleichen wird, da davon ausgegangen werden kann, dass in der Übergangszeit zwischen dem Auslaufen von Euparen und der Einführung von Euparen M die "Lücke" von anderen Produkten gefuellt wird. Darüber hinaus wird erwartet, dass BASF ein äußerst konkurrenzfähiges Breitbandmischprodukt BAS510 (BAS510 + BAS500) auf den Markt bringen wird. Schließlich vertreten die beteiligten Parteien den Standpunkt, dass BASF und Syngenta jeweils ähnliche oder sogar noch umfassendere und komplementärere Portfolios als das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen haben oder haben werden, einschließlich von Strobilurinen (beide), Triazolen (Syngenta: Hexaco, Difenoco, Penconazol), Anilinopyrimidinen (Syngenta: Cyprodinil), spezifischen Protektanzien (BASF: Dithianon), Phenylpyrrolen (Syngenta: Fludioxonil) und Produkten mit neuer, innovativer Wirkungsweise wie bei den SDI (BASF: BAS 510). Weder Bayer noch ACS sind in der Lage, Phenylpyrrole oder SDI anzubieten. Daher vertreten die beteiligten Unternehmen die Meinung, dass sie sich bereits jetzt einem heftigen Wettbewerb auf dem Obst- und Nussmarkt ausgesetzt sehen und der Wettbewerb aufgrund der Einführung neuer Produkte durch BASF und innovativer neuer Wirkungsweisen durch Syngenta und BASF noch schärfer wird. Die Unternehmen machen geltend, dass die Kommission in ihrer wettbewerbsrechtlichen Würdigung der verschiedenen Märkte in ihrer Mitteilung der Beschwerdepunkte die Marktsituation "überhaupt nicht" in Betracht gezogen habe. (681) Die Kommission kann diesen Argumenten nicht zustimmen. So hat sie beispielsweise in ihrer Mitteilung der Beschwerdepunkte die Behauptungen der beteiligten Unternehmen hinsichtlich der Auswirkungen untersucht, die die Einführung neuer Produkte mit neuen Wirkstoffen durch Generikahersteller und Wettbewerber mit eigenen Forschungskapazitäten hat. Auf der Grundlage von Informationen von Wettbewerbern, wo und wann sie neue Produkte auf den Markt bringen wollen und welchen Umsatz sie mit solchen Produkten erwarten, kam die Kommission im Hinblick auf jeden der Märkte, für die wettbewerbsrechtliche Bedenken in der Mitteilung der Beschwerdepunkte geäußert wurden, zu dem Schluss, dass die Auswirkungen der Einführung neuer Produkte nicht ausreichten, um die starke Marktstellung, die die beteiligten Unternehmen gemeinsam einnehmen, infrage zu stellen. [...] merkt die Kommission an, dass Teldor auf einigen der Märkte, auf denen es eingeführt wurde, bereits sehr erfolgreich ist. Aufgrund von Angaben der beteiligten Unternehmen erreichte Teldor beispielsweise in Dänemark im ersten Jahr, in dem es in diesem Land verkauft wurde, einen Marktanteil von [20-30] %. [...], sei in dieser Hinsicht angemerkt, dass es sich bei dem BASF-Produkt BAS 500, von dem die beteiligten Unternehmen behaupten, es werde ein wichtiges neues Produkt für Obst und Nüsse sein, auch um ein Strobilurin handelt. Die beteiligten Unternehmen haben Material von BASF zur Verfügung gestellt, in dem unter anderem die Resistenzbekämpfung behandelt wird. BASF empfiehlt, abwechselnd BAS 500 und andere Fungizide aus anderen Wirkstoffklassen einzusetzen. [...]. (682) Das Zusammenschlussvorhaben wird zu einer beträchtlichen Überschneidung auch auf dem EWR-Markt führen, auf dem die beteiligten Unternehmen ihren Schätzungen nach einen Anteil von [30-40] % (Bayer [20-30] %, ACS [10-20] %) haben werden. Die führenden Wettbewerber sind BASF ([10-20] %), Syngenta ([10-20] %), DuPont ([0-10] %) und Dow ([0-10] %). Auf nationaler Ebene werden die beteiligten Unternehmen in mehreren Ländern, vor allem in Dänemark, Frankreich und Deutschland, eine starke Stellung einnehmen. (683) In Bezug auf Dänemark schätzten die beteiligten Unternehmen in ihrer Anmeldung ein, dass ihr gemeinsamer Marktanteil [40-50] % (Bayer: [40-50] %, ACS: [0-10] %) betragen werde. Die führenden Wettbewerber seien Dow ([30-40] %) und Syngenta ([10-20] %)(33). In ihrem Antwortschreiben auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte haben die beteiligten Unternehmen einige falsche Zuordnungen der Umsätze des Produkts Scala vorgenommen und führen jetzt an, ihr gemeinsamer Marktanteil liege bei [50-60] %. Das bedeutet logischerweise, dass die Schätzwerte, die die beteiligten Unternehmen zu den Marktanteilen der Wettbewerber angegeben haben, niedriger sein müssen als die oben angeführten Werte. (684) Bei den Produkten handelt es sich, nach Bedeutung geordnet, um Baycor (Bitertanol), Teldor (Fenhexamid), Euparen-M (Tolyfluanid) und Folicur (Tebuconazol), während ACS Aliette (Fosetyl) und Scala (Pyrimethanil) vertreibt. (685) Die beteiligten Unternehmen führen an, dass lediglich [10-20] % des mit Scala erzielten Umsatzes auf Obst und Nüsse entfallen, da Scala hauptsächlich bei Gemüse eingesetzt werde und der Preis somit entsprechend der Wettbewerbssituation in diesem Markt festgelegt werde(34). Ähnlich argumentieren die Unternehmen, dass nur [50-60] % der Umsätze von Aliette in Dänemark auf Obst und Nüsse entfallen. Die restlichen [50-60] % der Umsätze werden bei Gemüse erzielt. Daher führen die Unternehmen an, dass es für das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen unmöglich wäre, von Obst- und Nussbauern unterschiedliche Preise zu verlangen. Allerdings erklären sie nicht, wie dieses Argument auch für Bayer-Produkte gelten kann. Teldor wird zu [90-100] %, Baycor zu [90-100] % und Euparen-M zu [90-100] % für Obst und Nüsse verkauft. Lediglich Folicur erzielt den Hauptteil seines Absatzes außerhalb des Obst- und Nusssegments. (686) Ferner äußern die beteiligten Unternehmen, dass der Marktanteil von BASF sich aufgrund des Inverkehrbringens eines äußerst wettbewerbsfähigen Breitbandgemischs (BAS 510 und BAS 500) erhöhen könnte. Sie haben allerdings keine konkreten Hinweise gegeben, wann dies erfolgen soll. Die Kommission hat gegenwärtige und potenzielle Wettbewerber gebeten, sich zu den von den Unternehmen vorgetragenen Behauptungen zu äußern und ist zu der Überzeugung gelangt, dass dieses neue Produkt in naher Zukunft keine bedeutsame Veränderung der Wettbewerbssituation bewirken wird(35). (687) Überdies sei darauf hingewiesen, dass Teldor (Fenhexamid) erst 2000 auf dem dänischen Obst- und Nussmarkt eingeführt wurde und in diesem Jahr einen Marktanteil von [...] erzielte. Daher dürfte die Marktstellung der beteiligten Unternehmen 2001 sogar noch besser gewesen sein als im Jahre 2000. (688) In Anbetracht dieser Erkenntnisse und der Tatsache, dass die beteiligten Unternehmen bereits eine starke Marktstellung innehaben und sie gemeinsam wesentlich größer sind als ihre stärksten Konkurrenten, sowie in Anbetracht des Wachstumspotenzials bei ihren neueren und künftigen Produkten und der Tatsache, dass in naher Zukunft nicht mit einer neuen starken Konkurrenz zu rechnen ist, gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Zusammenschlussvorhaben in Dänemark eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Obst- und Nussfungizide begründen oder stärken würde. (689) In Bezug auf Frankreich schätzten die beteiligten Unternehmen in ihrer Anmeldung den gemeinsamen Marktanteil auf [50-60] % (Bayer: [20-30] %, ACS: [20-30] %), wobei als Hauptwettbewerber BASF ([10-20] %), Syngenta ([10-20] %), DuPont ([0-10] %) und mehrere nationale Hersteller, die hauptsächlich Kupfer- (ungefähr [10-20] %) und Schwefelverbindungen vertreiben, genannt wurden. Später haben die beteiligten Unternehmen ihren gemeinsamen Marktanteil auf [50-60] % (Bayer: [30-40] %, ACS: [20-30] %) korrigiert. In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte haben sie diese Zahl aufgrund falscher Zuordnungen des Produkts Scala nochmals korrigiert und erklären nun, dass der gemeinsame Marktanteil [50-60] % beträgt. Daraus folgt logischerweise, dass die Schätzwerte, die die beteiligten Unternehmen zu den Marktanteilen der Wettbewerber angegeben haben, etwas unter den oben genannten liegen müssen. Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass der Anteil der beteiligten Unternehmen über [50-60] % liegt und ihr gemeinsamer Marktanteil beträchtlich größer als der jedes Wettbewerbers ist(36). (690) Das Portfolio von ACS umfasst [...] Produkte. Der wichtigste Wirkstoff ist Iprodion, das in drei verschiedenen Formulierungen vertrieben wird (Kidan, Rovran 500 WP und Rovran Aq 500 SC). Weitere wesentliche Wirkstoffe sind Pyrimethanil, das unter dem Markennamen Sari vertrieben wird, sowie Fluquinconazol (Vision) und Myclobutanil (Systan). Zu den Hauptprodukten von Bayer gehören Horizon (Tebuconazol), Euparen (Tolylfluanid) und Captan. (691) Die beteiligten Unternehmen führen an, dass Horizon, das über [30-40] % des Umsatzes von Bayer im Markt für Obst- und Nussfungizide auf sich vereint, hauptsächlich bei Getreide verwendet wird und sie daher den Preis von Horizon nicht erhöhen könnten, ohne Absatzeinbußen im Getreidemarkt hinnehmen zu müssen. Euparen und Captan werden jedoch zu [90-100] % bei Obst und Nüssen eingesetzt. Von den ACS-Produkten wird Kidan zu [70-80] % in Obst und Nüssen verwendet, während es bei Sari und Vision zu [90-100] % wie auch bei anderen ACS-Produkten wie Octave (Prochloraz), Melprex (Donine), Aliette WG (Fosetyl), Indar (Fenbuconazol), Rhodiasan Flash (Thiram), Aaprotec und Carba

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.