Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

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Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Unternehmen das breiteste und modernste Portfolio an Graminiziden haben, zu dem auch Flufenacet, Fenoxaprop, Diclofop und Isoproturon in verschiedenen Mischungen gehören. Damit würden die für 2004 prognostizierten Marktanteile - außer in Deutschland, wo der Marktanteil mit [60-70] % stabil bleibt - auf [60-70] % steigen (Bayer [10-20] %, ACS [50-60] %) in Belgien, [40-50] % in Frankreich (Bayer [0-10] %, ACS [40-50] %) und [70-80] % in den Niederlanden (Bayer [0-10] %, ACS [60-70] %). (606) Die Zunahme des Marktanteils der beteiligten Unternehmen sowohl im Graminizid-Segment als auch auf dem Gesamtmarkt lässt sich durch die neuen Produkte erklären, die beide Unternehmen erst kürzlich auf den Markt gebracht haben bzw. demnächst bringen werden. So gründet sich der Erfolg von Bayer auf zwei neue Produkte, die beide bei der Bekämpfung von Ungras hervorragende Eigenschaften zeigen. Flufenacet im Mix mit Diflufenican (Markenname: Herold) ist zwar das ältere der beiden Produkte, hat aber nach wie vor ein hohes Wachstumspotenzial und einen Patentschutz bis 2009. Bayer hat die Absicht, seinen Umsatz mit Flufenacet für Getreidekulturen bis 2004 um [...] zu steigern. Das neueste Bayer-Präparat Propoxycarbazon (MKH 6561, Markenname: Attribut) steht unter Patentschutz [...]. Propoxycarbazon ist ein ALS-Inhibitor, der einen alternativen Wirkmodus für Winterweizen und -roggen sowie Triticale bietet, aber nicht für Hafer. [...]. Als Beispiel sagt Bayer bis 2004 einen Marktanteil von [0-10] % für beide Produkte in Belgien voraus (2000 hatten beide [0-10] %). Ein drittes neues Produkt, das von Bayer entwickelt und in Nordamerika vertrieben wird, Flucarbazon, wird im EWR allerdings nicht auf den Markt kommen. (607) ACS hat zwei neue Wirkstoffe. Iodosulfuron ist bereits in einigen Mitgliedstaaten in Verkehr gebracht worden. Es wird als Einzelwirkstoff, [...], patentgeschützt [...], [...], patentgeschützt [...] und der neueste Wirkstoff Mesosulfuron, patentgeschützt [...]. Sowohl Iodosulfuron als auch Mesosulfuron sind Breibandherbizide mit Ungraswirkung. ACS preist Mesosulfuron (04 H) in der Werbung als Vertreter eines neuen Standards bei der Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes an, der Gräserart mit der wahrscheinlich gravierendsten Resistenz in Europa. Die beteiligten Unternehmen prognostizieren innerhalb von zwei bis drei Jahren nach der Markteinführung einen Marktanteil zwischen [10-20] % in Schweden und [10-20] % in Belgien. (608) Zusätzlich wird ACS neue Mischungen aus [...] auf den Markt bringen. In Deutschland wird ACS [...] mit [...] und Bromoxynil [...] [...] vormischen. Wenngleich es sich bei Bromoxynil um eine recht alte Verbindung handelt, hat diese doch einige interessante Eigenschaften wie z. B. keine Unkraut-/Ungrasresistenz. Das Produkt ist seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr patentgeschützt. Allerdings besitzt ACS ein Patent auf dieses Mischpräparat. Da der Marktanteil der beteiligten Unternehmen bis 2004 in Belgien, Deutschland und Schweden wachsen wird, ersetzen diese neuen Mischpräparate nicht nur ältere Mittel, wie diese Unternehmen behaupten, sondern tragen zur Stärkung ihrer Marktstellung bei. (609) Somit besäßen die beteiligten Unternehmen nicht nur das größte Portfolio an Wirkstoffen auf dem Markt für Getreideherbizide, sondern auch die besten Präparate zur Gräserbekämpfung, insbesondere reine Graminizide, aber auch Breitbandpräparate. Das neue Unternehmen hätte nicht nur Flufenacet, einen Zellteilungshemmer, sondern auch alle drei führenden Wirkmechanismen gegen Ungräser in seinem Portfolio, und in jeder Kategorie eines oder das führende Präparat: die PS-II_Hemmer (Isoproturon), den Wirkmodus "ACC-ase" (Fenoxaprop) und die "ALS"-Wirkungsweise (Iodosulfuron, Mesosulfuron und Propoxycarbazon). Dies ist durch mehrere Marktteilnehmer bestätigt worden. Diese haben darauf hingewiesen, dass die drei neuen Produkte, die alle bei der Gräserbekämpfung wirksam sind, die beherrschende Marktstellung der beteiligten Unternehmen, die diese bereits heute haben, noch weiter stärken würde. (610) In ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte behaupten die beteiligten Unternehmen, dass es vor allem bei Iodosulfuron, Mesosulfuron und Propoxycarbazon eine interne Kannibalisierung geben werde, da all diese drei neuen Produkte den gleichen Wirkmodus haben (ALS). Allerdings ist der Effekt eines solchen internen Wettbewerbs von den beteiligten Unternehmen nicht quantifiziert worden. Dazu kommt, das für das Resistenzmanagement nicht nur der Wirkmechanismus wichtig ist, sondern auch die chemische Klasse. Propoxycarbazon von Bayer gehört zu einer anderen chemischen Klasse als Iodosulfuron und Mesosulfuron. (611) Das einzige andere Unternehmen, das ein neues Produkt in der Entwicklung hat, ist BASF. Allerdings ist ihr neuer Wirkstoff Tritosulfuron ein Breitblattherbizid. Es soll erst ab 2003 auf den Markt gebracht werden und soll - entsprechend dem Unternehmensplan der BASF - seinen höchsten Marktanteil in Deutschland im Jahre 2004 mit [...%] erzielen. [...]. BASF hat vor kurzem einen neuen Wirkstoff - Picolinafen - in Verkehr gebracht. Picolinafen ist ein im Nachauflaufverfahren anzuwendendes Breitblatt-Herbizid mit dem gleichen Wirkmechanismus wie Diflufenican. Allerdings kann Diflufenican auch als Vorauflaufherbizid eingesetzt werden. Diflufenican ist daher vielseitiger verwendbar, was sich auch in der Tatsache widerspiegelt, dass es bereits mehr als 30 Mischpräparate von Diflufenican gibt. [...](28). Es ist daher unwahrscheinlich, dass das neue Picolinafen größere Anteile auf dem Markt für Getreideinsektizide erschließen kann. BASF geht davon aus, dass sie mit Picolinafen und Vormischungen von Picolinafen - basierend auf ihrem eigenen Portfolio - im Jahre 2004 [...%] des deutschen Marktes erzielen kann. Die beteiligten Unternehmen selbst gehen für 2004 von einem stabilen oder sogar geringeren Marktanteil der BASF in Belgien, Frankreich, Deutschland oder Schweden aus. (612) Die beteiligten Unternehmen behaupten, dass das Präparat Flupyrsulfuron von DuPont (Markenname: Lexus) ein enormes Potenzial für die Bekämpfung von Ungräsern besitzt. Allerdings ist Flupyrsulfuron nur wirksam gegen eine Grasart, den Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides). Der Hauptvorteil von Lexus besteht in seiner Wirksamkeit bei Resistenzproblemen mit dem Ackerfuchsschwanz. Allerdings ist der Zeitraum für die Anwendung von Lexus bei Ackerfuchsschwanz enger als bei Konkurrenzprodukten, da die Anwendung erfolgen muss, wenn die Pflanze noch klein ist (zwei bis drei Blätter), während andere Produkte in einem wesentlichen breiteren Zeitfenster zum Einsatz kommen können. Außerdem dürfte das neue Mesosulfuron von ACS eine gleich hohe Wirksamkeit bei Ackerfuchsschwanz haben wie Flupyrsulfuron. Es gibt weitere Produkte, wie z. B. Topik von Syngenta und Puma von ACS, die beide eine höhere Wirksamkeit bei einem breiteren Spektrum von Grasarten haben. Eine weitere Grenze von Lexus besteht darin, dass das Präparat nicht bei Hafer eingesetzt werden kann. (613) Monsanto hat 1998 einen Sulfonyl-Harnstoff in den Verkehr gebracht. Sulfusulfuron wird unter dem Markennamen Monitor vertrieben und ist Eigentum der Firma Takeda, die darauf bis mindestens 2007 Patentschutz hat. Monitor ist ein Blatt- und Bodenherbizid, formuliert als ein wasserlösliches Granulat mit 80 Gewichtsprozent Sulfosulfuron. Monitor wird zur Anwendung im Nachauflaufverfahren im Frühjahr für alle Arten von Weizen empfohlen. Es handelt sich dabei in erster Linie um ein Graminizid, wenngleich es auch zur Bekämpfung einiger breitblättriger Unkräuter eingesetzt werden kann. Da Monitor auf Weizen beschränkt ist, dürfte sein Marktanteil entsprechend dem Unternehmensplan der Firma Monsanto auf EWR-Ebene in Spitzenzeiten nicht mehr als [...%] erreichen. (614) Die beteiligten Unternehmen erklären, dass der geplante Zusammenschluss nicht zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf den oben genannten Märkten führen werde. Die Stellung von Bayer ist relativ schwach, was sich in Marktanteilen von weniger als [0-10] % und in vielen Fällen weniger als [0-10] % niederschlägt. Hoch sind die Marktanteile insgesamt in Belgien, Deutschland und Schweden. Diflufenican von ACS hat sich in den letzten Jahren als einer der besten Wirkstoffe in Getreideinsektiziden erwiesen und konnte in Europa einen Umsatz von annähernd [...] Mio. EUR erzielen. Obwohl der Patentschutz für Diflufenican im Jahre 2001 abgelaufen ist, wird es als unwahrscheinlich erachtet, dass seine Marktstellung schnell schrumpfen wird, da der Wirkstoff in der EU nicht in Reinform, sondern generell in Mischpräparaten vertrieben wird. Daher würden Makhteshim Agan und andere konkurrierende Generikahersteller - selbst wenn es ihnen gelingt, für Diflufenican im Jahre 2004 eine Zulassung zu erhalten und das Präparat zu vertreiben - Partner finden müssen, mit denen sie zusammen Mischpräparate entwickeln können. Einige der neuesten Diflufenican-Mischpräparate stehen jedoch bis 2004 (Flurtamon, ACS) oder sogar bis 2009 (Flufenacet, Bayer) unter Patentschutz. (615) Aus allen oben genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das geplante Vorhaben in Belgien, Deutschland und Schweden auf dem Markt für Getreideherbizide eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken würde. Maisherbizide (616) Der Gesamtmarktwert des europäischen Marktes für Maisherbizide beläuft sich auf 361,3 Mio. EUR. Innerhalb des EWR entfallen auf drei Länder annähernd [80-90] % des Umsatzes mit Maisherbiziden: Frankreich ([...] Mio. EUR), Deutschland ([...] Mio. EUR) und Italien ([...] Mio. EUR). Nach Schätzung der beteiligten Unternehmen würden sie einen Anteil am EWR-Gesamtmarkt für Maisinsektizide in Höhe von [20-30] % (Bayer [10-20] %, ACS [...] %) erwirtschaften, gefolgt von Syngenta mit [20-30] %, BASF ([10-20] %), Monsanto ([0-10] %), DuPont ([0-10] %) und Dow ([0-10] %). Die beteiligten Unternehmen gehen für 2004 von einer Steigerung ihres Marktanteils auf [20-30] % aus. In einer späteren Stellungnahme wurde diese Zahl aufgrund niedrigerer Umsätze mit dem neuen Produkt MaisTer auf [20-30] % korrigiert (siehe unten). (617) Von dem Zusammenschlussvorhaben wären zwei Märkte betroffen, auf denen die beteiligten Unternehmen im Jahre 2000 hohe Marktanteile erreichten. In Belgien beläuft sich der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf [50-60] % (Bayer: [40-50] %, ACS: [0-10] %). Größter Wettbewerber ist BASF mit einem Marktanteil von [20-30] %. Auf die Firma Belchim, die den Alleinvertrieb für die japanischen Unternehmen MC und ISK in Belgien innehat, entfallen etwa [0-10] %. Der hohe Marktanteil stammt weitgehend aus dem Verkauf des Bayer-Produkts Sulcotrion, das mit [30-40] % am Gesamtmarkt beteiligt ist. ACS erzielt das Gros ihres Marktanteils ([0-10] %) durch den Vertrieb von Bropyr, einem Syngenta-Produkt. Mittlerweile ist diese Vertriebsvereinbarung gekündigt worden. Das einzige weitere Produkt von ACS ist Isoxaflutol (Markenname: Merlin). Nach Schätzung der beteiligten Unternehmen werden auf diese im Jahre 2004 [60-70] % des belgischen Marktes entfallen. In einer späteren Stellungnahme wurde diese Zahl auf [30-40] % korrigiert. Dieser drastische Rückgang des Marktanteils im Vergleich zu 2000 ist nach Angaben der beteiligten Unternehmen durch einen Umsatzverlust von [...] und einen weniger günstigen Umsatz von [...] bedingt. (618) In den Niederlanden beläuft sich der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf [50-60] % (Bayer: [40-50] %, ACS: [10-20] %). Syngenta hat einen Marktanteil von [20-30] %. Bayer vertreibt nur Sulcotrion und ACS nach Kündigung der Vertriebsvereinbarung mit Syngenta für Bropyr nur noch Isoxaflutol (Markenname Merlin). Auf Bropyr entfielen im Jahre 2000 [10-20] % des Marktes. Die beteiligten Unternehmen erwarten für 2004 einen Anteil von [60-70] %. In einer späteren Stellungnahme wurde diese Zahl auf [30-40] % korrigiert. Als Grund für diesen Rückgang von [50-60] % im Jahre 2000 auf lediglich [30-40] % im Jahre 2004 wurde angeführt, dass der Marktanteil von [...] von [40-50] % auf lediglich [10-20] % absinken wird. Wie in Belgien ist der Hauptgrund für die Umsatzeinbußen von Sulcotrion von Bayer die Einführung eines ähnlichen, aber - laut Bayer - besseren Produkts durch Syngenta: mit der Bezeichnung Mesotrion. Dazu behauptet Bayer, dass sein Produkt Sulcotrion in den Niederlanden zwei behördlichen Beschränkungen unterliege und damit gegenüber Mesotrion im Nachteil sei. Die niederländischen Behörden beschränken den Einsatz von Wirkstoffen auf 1000 g pro ha. Da Sulcotrion in den Niederlanden eine höhere Dosis als Mesotrion erfordert (300 g gegenüber 100 g), kann Sulcotrion nicht so oft angewendet werden wie Mesotrion. Zweitens darf Sulcotrion nicht auf Böden mit einem pH-Wert von mehr als 6 angewendet werden. Bayer zufolge schließt dies die Verwendung von Sulcotrion bei 20-30 % der niederländischen Maiskulturen aus. (619) Allerdings machen sich die beiden Produkte auf der Ackerfläche, auf der Sulcotrion nicht verwendet werden kann, keine Konkurrenz. Daher kann der Umsatz mit Mesotrion auf dieser Fläche die Marktstellung von Sulcotrion nicht beeinträchtigen. In seiner Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte führt Bayer an, dass in den Niederlanden die Herbizide von Kundendienstmitarbeitern und nicht von den Landwirten selbst appliziert werden, um die Maisfelder unkrautfrei zu bekommen. Da diese Mitarbeiter große Flächen behandeln, würden sie das Produkt einsetzen, das überall zur Anwendung kommen kann, d. h. Callisto von Syngenta. Allerdings ist von diesen Kundendienstmitarbeitern keine Quantifizierung der Auswirkung eines solchen Produktwechsels vorgelegt worden. (620) Die Beschränkung auf 1000 g würde immer noch drei Anwendungen von Sulcotrion bei einer vollen Dosis (d. h. 300 g/ha) ermöglichen. Allerdings verwenden die Landwirte - wie sie selbst zugeben - in aller Regel Maisherbizide in einmaliger Anwendung und als Tankmischung aus zwei bis drei Produkten. Bei Anwendung in Mischungen wird die volle Dosis von Mikado normalerweise reduziert. Daher können bei keinem Produkt in einer normalen Saison 1000 g/ha erreicht werden. (621) Die beteiligten Unternehmen erklären, dass das Bayer-Produkt Sulcotrion (Markenname Mikado), das Bayer im Jahre 2000 von Syngenta erworben hat, durch das neue Syngenta-Produkt Mesotrion (Markenname Callisto) voll ersetzt werden könnte. Somit kann nach Meinung der beteiligten Unternehmen davon ausgegangen werden, dass Syngenta in der Lage sein wird, seine Marktstellung mit der geplanten Markteinführung von Callisto in all denjenigen Mitgliedstaaten zu stärken, in denen es registriert werden soll, insbesondere in Belgien und den Niederlanden. Nach den Prognosen dieser Unternehmen wird Syngenta einen Marktanteil erzielen können, der mindestens so hoch ist wie der Marktanteil des fusionierten Unternehmens im Jahre 2004. (622) Mesotrion und Sulcotrion gehören beide zur gleichen Triketon-Chemie und sind daher auf dem gleichen Teilmarkt Konkurrenten. Aufgrund der Tatsache, dass beide Produkte aus der gleichen chemischen Quelle stammen, sind die biologischen Produktprofile sehr ähnlich. Bayer zufolge hat Mesotrion bei den meisten Unkräutern eine bessere Wirksamkeit. Obwohl Sulcotrion in der Regel oft eine bessere Bekämpfung der Ungräser bietet und Mesotrion eine bessere Bekämpfung einiger Unkräuter, scheint es kein echtes Leistungsgefälle zwischen beiden Präparaten zu geben. Infolge der geplanten Übernahme wird Bayer Zugang zu den Herbiziden von ACS (Foramsulfuron, Iodosulfuron, Isoxaflutol und Bromoxynil) erhalten, der vielfache Möglichkeiten für Mischungen mit Sulcotrion eröffnet, um eine Unkrautbekämpfung zu ermöglichen, die mindestens der von Callisto gleichkommt. (623) Angesichts der Tatsache, dass das Syngenta-Produkt erst im Jahre 2001 auf den Markt kam, sind die Mischungen noch in einer frühen Entwicklungsphase und werden daher nicht vor 2004 vermarktet. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Callisto in der Lage sein wird, einen solch dramatischen Umsatzeinbruch bei Sulcotrion auszulösen. Die beteiligten Unternehmen selbst sagen für Syngenta eine Steigerung von 8 % auf 15 % in Belgien und von 27 % auf 34 % in den Niederlanden voraus, was nicht genug wäre, um den erheblichen Verlust bei Sulcotrion von Bayer zu kompensieren. Allerdings wird die Einführung eines sehr ähnlichen Produkts mit einer fast identischen Wirkung durch Syngenta auf Bayer im Hinblick auf die Preisgestaltung einen gewissen Druck ausüben. (624) Darüber hinaus machen die beteiligten Unternehmen geltend, dass BASF derzeit ein neues Produkt entwickelt. Allerdings wird dieses neue BASF-Produkt Tritosulfuron im Jahre 2003 in Verkehr gebracht und außerhalb von Deutschland keine größeren Umsätze bringen. Sein Marktanteil in Belgien und in den Niederlanden im Jahre 2004 wird unter [...%] liegen. Die beteiligten Unternehmen erklären ferner, dass BASF s-Dimethenamid erneut registriert, wodurch sich der Marktanteil der BASF weiter erhöhen dürfte. Allerdings ersetze s-Dimethenamid laut BASF lediglich das vorhandene Dimethenamid; dies sei ein notwendiger Schritt zur Verbesserung seines ökologischen Profils. Außerdem besitzt BASF Vertriebsrechte für Nicosulfuron, einen weiteren patentgeschützten Sulfonyl-Harnstoff, der der japanischen Firma ISK gehört, allerdings nur für einige Mitgliedstaaten. ACS hatte Vertriebsrechte für die drei Mitgliedstaaten Frankreich, Portugal und Spanien, die von der ISK mit Wirkung vom Sommer 2002 zurückgezogen wurden. (625) Wie von mehreren Marktteilnehmern berichtet, wird auch ACS mit neuen Produkten auf den Markt kommen. So werden ab 2002 von ACS die Präparate Foramsulfuron-Einzelwirkstoff und Foramsulfuron-Mischungen in Verkehr gebracht. [...] auf den Markt soll eine Kombination von Foramsulfuron und Iodosulfuron (Markenname MaisTer) kommen. Bei dem neuen Produkt handelt es sich um ein Breitband-Nachauflauf-Maisherbizid, das 45 Unkräuter mit einem Wirkungsgrad von über 90 % und zehn weitere mit einer Wirksamkeit zwischen 80 und 90 % vernichtet(29). Eine spezielle Stärke des neuen Produkts ist dessen sicherere Technologie auf Basis von Isoxadifen-Ethyl, die die Anwendung des Produkts in [...] Maissorten erlaubt. (626) Es sollte ferner beachtet werden, dass ACS zwei weitere eigene Substanzen hat, die noch Patentschutz genießen. Eine davon ist Isoxaflutol, ein Breitband-Maisherbizid, das zur neuen Kategorie der Herbizide gehört, die als Ixosazol bezeichnet werden, und noch bis zum [...] Patentschutz genießt. Es wird entweder als Einzelwirkstoff oder in Mischungen z. B. mit Aclonifen verkauft. ACS prognostiziert für 2004 einen Anstieg der Verkaufszahlen für Isoxaflutol sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden, [...]. Die andere Substanz ist Bromoxynil, eine recht alte Verbindung, die aber noch immer einige interessante Eigenschaften hat, wie z. B. das Fehlen jeder Unkrautresistenz. Diese Substanz hat seit Mitte der 80er Jahre keinen Patentschutz mehr, allerdings ist ACS Inhaber eines Patentes auf ein Mischpräparat bis zum [...]. (627) Neben Sulcotrion gründet sich das Mais-Herbizid-Portfolio von Bayer in der Hauptsache auf Flufenacet. Flufenacet birgt noch Wachstumspotenzial in sich. Es ist ein Vorauflauf- und frühes Nachauflauf-Graminizid, das als Grundlage für Mischungen verwendet wird. Die beiden Hauptmischungen von Bayer aus Flufenacet sind Flufenacet mit Metosulam ("Terano", Patentschutz bis [...]) und Atrazin ("Aspect", Patentschutz bis [...]). Bayer will Aspect auch in Belgien einführen. Bayer behauptet, dass ein Verbot von Atrazin in Europa die Verkaufszahlen für Aspect drücken würde. Allerdings wird Aspect in den Niederlanden nicht in Verkehr gebracht. Dazu kommt, dass ACS (und andere Wettbewerber mit guten Unkrautherbiziden für Maiskulturen) von einem Verbot von Atrazin in Europa profitieren könnte. Ein jeder solcher Gewinn durch ACS könnte zumindest mögliche Verluste aus dem Verkauf des Bayer-Präparats Aspect kompensieren. Dies wird unterstützt von [...]. (628) Aus allen vorstehend genannten Gründen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben eine beherrschende Stellung auf den Märkten für Mais-Herbizide in Belgien und den Niederlanden herbeiführen würde. Kartoffelherbizide (629) Die Schätzung der beteiligten Unternehmen zum Gesamtwert des europäischen Kartoffelherbizidmarktes liegt bei 77 Mio. EUR. Die vier wichtigsten nationalen Kartoffelherbizid-Märkte sind Deutschland ([...]) Mio. EUR, Frankreich ([...] Mio. EUR), das Vereinigte Königreich ([...] Mio. EUR) und die Niederlande ([...] Mio. EUR). (630) Die beteiligten Unternehmen schätzen, dass sie einen Marktanteil von [20-30] % (Bayer [10-20] %, ACS [0-10] %) an den EWR-Kartoffelherbizidmärkten insgesamt erreichen und damit hinter Syngenta mit [30-40] % und vor BASF ([10-20] %) und Du Pont ([0-10] %) liegen. In Griechenland erhielten die beteiligten Unternehmen [50-60] % (Bayer [30-40] %, ACS [20-30] %), in Portugal [40-50] % (Bayer [30-40] %, ACS [10-20] %) und in Schweden [70-80] % (Bayer [60-70] %, ACS [0-10] %) des Marktes. (631) Wenn die Herbizide in Vor- und Nachauflaufpräparate eingeteilt werden, kommt es zu einer Überschneidung nur bei Vorauflaufherbiziden, da ACS keine Nachauflauf-Präparate für Kartoffeln herstellt. Die hohen Marktanteile am Gesamtmarkt für Kartoffelherbizide ergeben sich zumeist aus der starken Position der beteiligten Unternehmen bei Vorauflaufherbiziden. Die beteiligten Unternehmen würden in diesem Segment Marktführer mit Marktanteilen von [50-60] % und mehr in folgenden Mitgliedstaaten: Finnland ([50-60] %), Griechenland ([50-60] %), Italien ([50-60] %), Portugal ([50-60] %) und Schweden ([80-90] %). Auf all diesen Märkten erreicht die Überschneidung mehr als [10-20] %. Außerdem wird prognostiziert, dass die Marktanteile in diesem Segment im Jahre 2004 bei über [50-60] % in Finnland ([50-60] %), in Griechenland ([50-60] %), in Italien ([50-60] %) und in Schweden ([70-80] %) bleiben und in den Niederlanden [50-60] % sowie in Spanien [40-50] % erreichen werden. Einen Rückgang auf [30-40] % wird nur für Portugal vorausgesagt. (632) Bayer ist auf dem Markt für Kartoffelherbizide mit zwei wichtigen eigenen Produkten vertreten: dem Graminizid Flufenacet und dem Breitband-Herbizid Metribuzin, die sowohl im Vor- als auch im Nachauflaufverfahren eingesetzt werden können. Metribuzin, das unter dem Markennamen Sencor vertrieben wird, hat keinen Patentschutz mehr und sieht sich dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt, so z B. in Deutschland durch FCS. Allerdings hat Bayer vor kurzem eine Mischung aus Metribuzin und Flufenazet unter den Markennamen Artist, Bastille und Cadou herausgebracht, die bis 2009 patentrechtlich geschützt ist. Dieses Produkt [...]. Für Deutschland prognostiziert Bayer beispielsweise für 2004 - nur drei Jahre nach der Markteinführung - einen Marktanteil von [10-20] %. [...] den gemeinsamen Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf dem Gesamtmarkt für Kartoffelherbizide in Italien und Spanien. Für Italien prognostizieren die beteiligten Unternehmen einen gemeinsamen Marktanteil im Jahre 2004 von [40-50] % (Bayer [30-40] %, ACS [10-20] %) - gegenüber [30-40] % im Jahre 2000. Die entsprechende Zahl für Spanien liegt bei [40-50] % (Bayer [30-40] %, ACS [0-10] %) - gegenüber [30-40] % im Jahre 2000. (633) In einer späteren Stellungnahme behauptet Bayer, dass die neue Mischung Flufenacet/Metribuzin gewissen Varietäten und Verwendungsbeschränkungen unterliegt und in Gebieten mit niedrigem Feuchtigkeitsgrad eine sehr begrenzte Wirksamkeit hat. Infolgedessen würde die neu patentierte Mischung den beteiligten Unternehmen keine deutliche Erweiterung ihres Portfolios bringen. Allerdings hätten diese 2004 auch ohne die neue Mischung einen Marktanteil von mehr als [40-50] % in Griechenland und Schweden. In Spanien würde nach Angaben der beteiligten Unternehmen die

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.