Europäische Union

2004/304/EG: Entscheidung der Kommission vom 17. April 2002 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2547 — Bayer/Aventis Crop Science) (Text von Bedeutung für den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 1462)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0304. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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folgenden Gründen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken entstehen. In Österreich erreichte Bayer 2001 einen Marktanteil von lediglich [0-10] %, während ACS mit dem Vertrieb von Molluskiziden erst 2001 in sehr geringen Mengen begann. In Dänemark hielt Bayer im Jahr 2000 einen Marktanteil von [50-60] %, während ACS dort nicht aktiv ist. In Deutschland erreichten die beteiligten Unternehmen einen niedrigen gemeinsamen Marktanteil, wobei auf Bayer im Jahre 2000 ein Anteil von [20-30] %, auf ACS ein solcher von nur [0-10] % entfielen. In Griechenland ist Bayer nicht aktiv, und der ACS-Vertrieb von Molluskiziden ist in Jahr 2000 eingestellt worden. In Italien ist der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen gering. Auf Bayer entfiel 2000 ein Anteil von [20-30] %, auf ACS lediglich [0-10] %. In Spanien schließlich ist ACS nicht mehr vertreten, und Bayer wies 2000 einen Marktanteil von nur [10-20] % auf. (534) Die Untersuchung hat ergeben, dass neben dem Methiocarb-basierten Molluskizid von Bayer (im Handel unter dem Markennamen Mesorul) und dem Thiocarb-basierten Molluskizid von ACS (im Handel unter dem Markennamen Skipper) die restlichen Marktanteile in den verschiedenen EWR-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Frankreich auf eine Anzahl zersplitterter nationaler unabhängiger Hersteller entfallen, die auf der Basis des von Lonza gelieferten Wirkstoffes wirtschaftlichere, häufig aber auch weniger wirksame lokale Marken von Molluskiziden auf der Basis von Metaldehyd herstellen. Nur in den Niederlanden, in Deutschland und Dänemark wird ein gewisses Maß an Marktanteilen durch lokale Molluskiziden-Labors auf Basis von Fe(3)Phoospaat erreicht. (535) Metaldehyd-basierte Molluskizide unterscheiden sich von den Produkten auf Methiocarb-Basis und Thiocarb-Basis von Bayer bzw. ACS schon immer in ihrer Regenbeständigkeit. Wenngleich einige lokale Labors auf bestimmten nationalen Märkten den Grad der Regenbeständigkeit von Metaldehyd-basierten Molluskiziden optimiert haben, verwendet jedes Labor sein eigenes Rezept, so dass sich die Regenbeständigkeit je nach Art der Formulierung und des Herstellungsprozesses von einem Land zum anderen ändern kann. In Ländern mit besonders feuchter Witterung, aber in Bezug auf die Anwendung von Molluskiziden sehr kleinen Märkten, erreichten Molluskizide auf der Basis von Metaldehyd keine signifikante Marktdurchdringung. (536) Die Markteinführung von Molluskiziden auf der Basis neuer Wirkstoffe ist extrem schwierig und kostenintensiv. Die Kosten für Forschung und Entwicklung und die EU-Zulassung können mehr als 100 Mio. EUR betrage, und der gesamte Prozess kann bis zu zehn Jahren andauern. Ein neuer Molluskizid-Typ auf der Basis des Wirkstoffs Fe(3)Phoospaat ist kürzlich in den Niederlanden, in Deutschland und in Dänemark auf den Markt gebracht worden. Das Zulassungsverfahren läuft derzeit in Schweden, Italien, Belgien und Frankreich. Es wird nicht davon ausgegangen, dass in den kommenden vier Jahren neue Molluskizide auf der Basis neuer Wirkstoffe auf den Markt kommen. (537) Die Untersuchung hat ergeben, dass entgegen den Behauptungen der beteiligten Unternehmen weder Bayer noch ACS bei ihren Molluskiziden Methiocarb bzw. Thiodicarb mit einem konkreten Wettbewerb durch Generika konfrontiert sind. Obwohl Methiocarb und Thiodicarb seit einer Reihe von Jahren nicht mehr unter Patentschutz stehen, gibt es de facto weltweit nur zwei asiatische Generikahersteller von solchen Wirkstoffen: Ningbo Agro-Star Industrial, ein chinesischer Generikahersteller von Methiocarb, und Ceryung (ehemals Jin Heung Fine Chemical), ein koreanischer Generikahersteller von Thiodicarb. Keines dieser Unternehmen liefert allerdings diese Wirkstoffe derzeit nach Europa. (538) Außerdem haben die beteiligten Unternehmen während der Untersuchung eingeräumt, dass der europäische Molluskizidmarkt für asiatische Generikahersteller nicht attraktiv ist. Da dieser Markt extremen Schwankungen unterliegt, ist es unwahrscheinlich, dass er in Zukunft erheblich wachsen wird. Außerdem ist er ein sachlich relevanter Markt mit zu geringen Gewinnspannen. Die Parteien haben erklärt, dass - bedingt durch die Tatsache, dass der klimatologische Verlauf des Sommers der kritische Faktor ist - es unmöglich ist, die Größe des Marktes mehr als etwa zwei Monate im Voraus zu prognostizieren, und dass dies nicht die Art von Markt ist, die Generikahersteller anzieht, weil jeder Hersteller von Molluskiziden bereit sein muss, große Bestände möglicherweise mehrere Jahre vorrätig zu halten. b) Nationale Märkte, die wettbewerbsrechtliche Bedenken auslösen (539) Mit Blick auf die obigen Ausführungen und die im folgenden dargelegten Gründe würde das geplante Vorhaben auf den folgenden nationalen Märkten für Molluskizide eine beherrschende Stellung herbeiführen oder verstärken wird: im Vereinigten Königreich, in Belgien, Irland, Portugal, Schweden, Finnland und Island. (540) Im Vereinigten Königreich belief sich der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen im Jahre 2000 auf [40-50] % (Bayer [30-40] %, ACS [0-10] %). Bayer würde nach Abschluss des Zusammenschlussvorhabens auf dem Markt des Vereinigten Königreichs für Molluskizide Marktführer werden. Die beteiligten Unternehmen machen geltend, dass Lonza mit einem Marktanteil von etwa [50-60] % Marktführer bliebe. Wie bereits erwähnt, ist Lonza jedoch kein Hersteller von Molluskiziden, sondern lediglich ein Hersteller von Metaldehyd, das die Firma an nationale unabhängige Hersteller von Molluskiziden auf Metaldehyd-Basis liefert, so z. B. De Sangosse, Luxan, Chiltern Farm Chemicals, Doff Poortland und Clartex mit geschätzten Marktanteilen von [10-20] %, [0-10] %, [0-10] %, [0-10] % bzw. [0-10] %. Nach der Transaktion wird Bayer daher im Vereinigten Königreich mit einer Anzahl kleiner lokaler und zersplitterter Labors konfrontiert sein, die häufig Molluskizide geringerer Qualität herstellen, - und nicht mit einem starken Wettbewerber, wie die beteiligten Unternehmen behauptet haben. (541) Darüber hinaus muss festgestellt werden, dass die Produkte von Bayer und ACS die qualitativ besten auf dem Markt des Vereinigten Königreichs vertriebenen Molluskizide sind. Nach Schätzungen der beteiligten Unternehmen liegt der Preis der Molluskizide von Bayer und ACS im Vereinigten Königreich bei etwa [...]/ha bzw. (vertrauliche Information von ACS), d. h. mehr als [60-70] % über dem Preis für die im Vereinigten Königreich vertriebenen qualitativ schlechten Molluskizide auf Metaldehyd-Basis (...]/ha). Das einzige Molluskizid auf Metaldehyd-Basis mit Spitzenqualität scheint Metarex von De Sangosse zu sein. (542) Die hohe Preisdifferenz zwischen den Molluskiziden von Bayer und ACS und solchen auf der Basis von Metaldehyd erklärt sich durch die Tatsache, dass in Gebieten oder zu Jahreszeiten, die durch feuchte Witterungsbedingungen charakterisiert sind, die Anwendungsdosis von Molluskiziden auf Metaldehyd-Basis im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch ist wie die der Bayer- oder ACS-Produkte. Eine mehr oder weniger konstante Anzahl von Landwirten ist daher bereit, für die Produkte von Bayer und ACS mehr auszugeben als für solche, die auf den ersten Blick billiger erscheinen, aber in der Praxis wegen ihrer hohen Anwendungsrate teurer sind. (543) Derzeit wird im Vereinigten Königreich ein gewisser Grad an Wettbewerb im Segment der Molluskizide mit Spitzenqualität durch den Wettbewerb zwischen den Produkten von Bayer, ACS und De Sangosse garantiert. Nach Abschluss des geplanten Zusammenschlusses würde dieser Wettbewerb allerdings weitgehend ausgeschaltet. Die einzige Alternative zum fusionierten Unternehmen im Segment der Molluskizide mit Spitzenqualität würde De Sangosse mit einem geschätzten Marktanteil von lediglich [10-20] % gegenüber dem geschätzten Anteil des fusionierten Unternehmens von [40-50] % bleiben. Wenn sich also nach dem Zusammenschluss Bayer dazu entschlösse, den Preis von zwei der drei Molluskiziden höchster Qualität und besteingeführter Marken im Vereinigten Königreich (Mesurol und Skipper) zu erhöhen, wäre zu wenig Wettbewerbsdruck seitens der verbleibenden Spitzenqualitätsmarke (Metarex) oder der Metaldehyd-Molluskizide minderer Qualität vorhanden, um dies zu verhindern. (544) Diese Bedenken werden ferner dadurch bestätigt, dass die beteiligten Unternehmen einräumen, dass die Produkte von ACS und Bayer über Eigenschaften verfügen, die diese von den Produkten ihrer Wettbewerber unterscheiden, und dass der Preis nur ein Aspekt ist, der vom Endverbraucher in Betracht gezogen wird, wenn er sich für ein bestimmtes Produkt entscheidet. (545) Die beteiligten Unternehmen machen ferner geltend, dass die Konzentration auf der Nachfrageseite im Vereinigten Königreich sicherstellt, dass das Vorhaben nicht zu einer beherrschenden Marktstellung des fusionierten Unternehmens führt, weil auf die zehn größten Großhändler etwa [90-100] % des Gesamtumsatzes auf dem britischen Markt entfallen und weil sie in den Verhandlungen eine starke Gegenmacht darstellen. Die Tatsache bleibt jedoch, dass eine beträchtliche Anzahl von britischen Endverbrauchern von Molluskiziden bereit ist, für Produkte von Bayer und ACS einen Preis zu zahlen, der [60-70] % höher liegt als der für die Metaldehyd-basierten Molluskizide minderer Qualität und dass sie diese Produkte sehr gern weiter beziehen wollen, selbst dann, wenn deren Preis im Ergebnis des vorgesehenen Zusammenschlusses weiter stiege. (546) Angesichts der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben zur Schaffung bzw. Stärkung einer beherrschenden Stellung im britischen Molluskizidhandel führen würde. (547) In Belgien lag der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen im Jahre 2000 bei etwa [90-100] % (Bayer: [10-20] %, ACS: [80-90] %), und diese rechnen damit, dass sie ihre Marktstellung in den kommenden drei Jahren auf diesem Niveau werden halten können. Auf Metaldehyd-basierte Molluskizide entfallen weniger als [0-10] % des belgischen Marktes. Derzeit läuft in Belgien ein Antrag auf Zulassung eines neuen Wirkstofftyps mit molluskiziden Eigenschaften unter der Bezeichnung Fe(3)Phoospaat. Es ist jedoch ungewiss, wann das Registrierungsverfahren abgeschlossen und ob es erfolgreich sein wird. (548) Die beteiligten Unternehmen behaupten, dass das Vorhaben den Wettbewerb auf dem belgischen Märkten nicht einschränken wird, da die von Bayer und ACS vertriebenen Produkte nicht mehr unter Patentschutz stehen und neue Unternehmen leicht mit Generika auf den belgischen Markt kommen könnten, wenn das fusionierte Unternehmen den Versuch machen sollte, die Preise wettbewerbswidrig zu erhöhen. Wie jedoch oben bereits erläutert, gibt es nur zwei asiatische Hersteller von generischem Methiocarb und Thiodicarb, die in Europa nicht aktiv sind und die aller Wahrscheinlichkeit nach Durchführung des Zusammenschlussvorhabens nicht in diesen Markt eindringen werden. Ihr Einstieg in den belgischen Markt wäre sogar noch unwahrscheinlicher, wenn man die relativ geringe Größe dieses Marktes und die Signifikanz der von den beteiligten Unternehmen gehaltenen Position betrachtet. (549) Die beteiligten Unternehmen erklären weiter, dass die Tatsache, dass Neudorff auf den belgischen Markt drängt, eindeutig zeigt, dass die Markteinführung eines Konkurrenzprodukts auch auf kleinen Märkten wie dem belgischen sehr wohl attraktiv sein kann und dass deshalb ein potenzieller Wettbewerb von asiatischen Herstellern nicht als unwahrscheinlich betrachtet werden darf. Die Kommission merkt jedoch an, dass Neudorff versucht, mit einem Produkt auf den Markt zu kommen, das auf einem neuartigen Wirkbestandteil (Fe(3)Phoospaat) beruht, der - wenn er erfolgreich ist- sich von den bereits auf dem Markt etablierten Wirkstoffen unterscheiden würde. Hersteller aus Asien dagegen könnten bei der Einführung ihrer Produkte auf dem europäischen Markt nicht mit derselben Produktdifferenzierung rechnen. (550) Die beteiligten Unternehmen machen ferner geltend, dass Lonza bereits auf dem belgischen Markt aktiv ist und dass die Firma als führender Anbieter von Molluskiziden im EWR ihre Aktivitäten in Belgien erweitern könnte, um auf ein mögliches wettbewerbsfeindliches Verhalten des fusionierten Unternehmens zu reagieren. Wie oben bereits erläutert, ist Lonza jedoch kein Hersteller von Molluskiziden, sondern lediglich ein Hersteller von Metaldehyd, das er an nationale unabhängige Hersteller von Metaldehyd-basierten Molluskiziden liefert. (551) In Belgien ist die Regenbeständigkeit von Molluskiziden von wesentlicher Bedeutung. Die Molluskizide von Bayer und ACS weisen einen besonders hohen Grad an Regenbeständigkeit auf. Den Entwicklungslabors für Metaldehyd-basierte Molluskizide in Belgien ist es nicht gelungen, den gleichen Grad an Regenbeständigkeit zu erreichen. (552) Die beteiligten Unternehmen schätzen, dass in Belgien der durchschnittliche Brutto-Netto-Preis für den Handel mit Metaldehyd-Molluskiziden höchster Qualität bei etwa [...] EUR/ha liegt, der für Bayer- und ACS-Molluskizide bei etwa [...] EUR/ha bzw. (vertrauliche Information von ACS). Allerdings beträgt die Anwendungsrate von Metaldehyd-basierten Molluskiziden aufgrund der Witterungsbedingungen im Durchschnitt mehr als das Doppelte der Anwendungsrate von Bayer- oder ACS-Produkten. Die Endverbraucher sind aus diesem Grunde eher geneigt, für Bayer- und ACS-Produkte mehr zu zahlen als für ein Produkt, das auf den ersten Blick preisgünstiger erscheint, in der Praxis jedoch wegen seiner höheren Anwendungsrate teurer ist. (553) Dies ist von einem belgischen Molluskizid-Großhändler bestätigt worden, der eindeutig festgestellt hat, dass die Molluskizide von Bayer und ACS nicht durch Metaldehyd-basierte Molluskizide ersetzt werden können und dass im Falle einer auf Dauer angelegten Preiserhöhung um zwischen 5 und 10 % bei Bayer- und ACS-Produkten die Anzahl der Endverbraucher, die bereit wären, auf Metaldehyd-basierte Molluskizide umzusteigen, äußerst gering wäre. Zwei Großhändler erklärten, die drei Produkte seien austauschbar, einer erklärte jedoch, dass die Wahl der Kunden von der Regenbeständigkeit des Produktes abhänge und dass die Kunden selbst im Fall einer Preiserhöhung weiterhin die Produkte von Bayer und ACS kaufen würden, da diese eine höhere Regenbeständigkeit aufweisen. (554) Angesichts der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass der geplante Zusammenschluss zumindest kurzfristig den einzigen wirklichen Wettbewerber auf dem belgischen Markt für Molluskizide ausschalten und eine beherrschende Stellung begründen oder verstärken würde. (555) In Irland lag der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen im Jahre 2000 bei etwa [90-100] %, (Bayer [80-90] %, ACS [10-20] %); die Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Marktstellung während der nächsten drei Jahre auf diesem Stand halten können. Auf Metaldehyd-basierte Molluskizide entfallen [0-10] % des irischen Marktes. (556) Die beteiligten Unternehmen geben zu bedenken, dass Drittunternehmen leicht auf den Markt gelangen können. Vor diesem Hintergrund haben die beteiligten Unternehmen erläutert, dass ACS in den Jahren 1998 und 1999 auf dem irischen Markt nicht tätig war und im Jahre 2000 schließlich einen Marktanteil von [10-20] % erreichte. Es wird nicht davon ausgegangen, dass Dritthersteller mit Molluskiziden auf der Basis von Metaldehyd oder anderer Wirkstoffen auf den irischen Markt gehen. (557) Wie in Belgien, so ist auch in Irland die Regenfestigkeit von Molluskiziden von wesentlicher Bedeutung. Bei der Witterungsbeständigkeit der Bayer- und der ACS-Molluskizide konnten die lokalen Entwicklungslabors für Metaldehyd-basierte Molluskizide nicht gleichziehen. Alle vier Großhändler, die im Laufe der Untersuchung Stellungnahmen abgaben, bestätigten, dass Metaldehyd-basierte Molluskizide nicht so wirksam sind wie die von Bayer gelieferten Molluskizide auf Methiocarb-Basis. Sie brachten dabei gleichzeitig zum Ausdruck, dass sie auch bei einer Preiserhöhung von 5-10 % weiterhin Produkte von Bayer und ACS beziehen würden. Ein Großhändler bestätigte, dass die Methiocarb-basierten Molluskizide bei Anwendung auf Zuckerrüben, bei denen das Bayer-Präparat gegen Nacktschnecken und Schnakenlarven eingesetzt wird, durch Methaldehyd-basierte Molluskizide nicht zu ersetzen ist. Nur ein Großhändler äußerte die Meinung, dass er im Falle einer solchen Preiserhöhung alternative Molluskizide in Kombination mit Metaldehyd in Betracht ziehen wolle. Zwei Großhändler gaben ihrer Sorge Ausdruck, dass das Zusammenschlussvorhaben zu einer Preiserhöhung bei Bayer- und ACS-Molluskiziden führen könnte. (558) Die beteiligten Unternehmen geben auch zu bedenken, dass sie sich in Zukunft auch einem Wettbewerb von Generikaanbietern ausgesetzt sehen könnten. Wie oben erläutert, gibt es jedoch nur zwei asiatische Hersteller von generischen Formen von Methiocarb und Thiodicarb, die nicht in Europa aktiv sind und die nach Realisierung des Vorhabens sehr wahrscheinlich auch nicht in diesen Markt einsteigen würden. Ihr Auftreten auf dem irischen Markt wird noch unwahrscheinlicher, wenn man die relativ geringe Größe dieses Marktes und die Signifikanz der Marktstellung der beteiligten Unternehmen berücksichtigt. (559) In Anbetracht der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben den einzigen wirksamen Wettbewerber von Bayer aus dem irischen Markt für Molluskizide verdrängen und zur Schaffung bzw. Stärkung einer beherrschenden Stellung auf diesem Markt führen würde. (560) In Portugal lag der gemeinsame Marktanteil im Jahre 2000 bei etwa [70-80] % (Bayer [70-80] %, ACS [0-10] %). Die beteiligten Unternehmen rechnen damit, ihre Marktstellung während der nächsten drei Jahre auf diesem Niveau halten zu können. Den restlichen Marktwert teilen sich zwei lokale Labors zur Herstellung Metaldehyd-basierter Molluskizide (Agroquisa, mit einem Marktanteil von etwa [0-10] %) und Permutadora mit etwa [20-30] %) sowie weitere lokale Kleinunternehmen. (561) Die beteiligten Unternehmen behaupten, dass das Vorhaben den Wettbewerb auf dem portugiesischen Molluskizid-Markt nicht beeinträchtigen werde, weil ACS den Marktanteil von Bayer nur geringfügig ansteigen ließe. Die Marktuntersuchung hat jedoch gezeigt, dass auf dem portugiesischen Markt nur das Thiodicarb-basierte Molluskizid von ACS als ebenso wirksam wie Bayers Methiocarb-basiertes Molluskizid angesehen wird. Drei der vier Großhändler äußerten, dass bei einer auf Dauer angelegten Preiserhöhung dieser beiden Produkte um 5-10 % die meisten Endabnehmer nicht zu Metaldehyd-basierten Molluskiziden übergehen würden. Einer der Großhändler erklärte, dass der Preis des Bayer-Molluskizids bereits höher ist als der der Produkte auf Metaldehyd-Basis. Zwei Großhandelsfirmen gaben ihrer Sorge Ausdruck, dass das Zusammenschlussvorhaben zu einer Preiserhöhung sowohl bei Bayer- als auch bei ACS-Molluskiziden führen könnte. (562) Die beteiligten Unternehmen gehen ferner von der Annahme aus, dass Lonza oder andere Generikaanbieter im Falle einer wettbewerbsfeindlichen Preisanhebung bei den Produkten des fusionierten Unternehmens möglicherweise auf den Markt gehen. Wie vorstehend erläutert, ist Lonza allerdings kein Molluskizidhersteller: es liefert vielmehr nur Metaldehyd an lokale Molluskizidlabors. Was den Wettbewerb durch Generika anbelangt, so ist bereits oben darauf hingewiesen worden, dass es nur zwei asiatische Hersteller von generischem Methiocarb und Thiodicarb gibt, die in Europa nicht aktiv sind und die nach erfolgtem Zusammenschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf diesem Markt in Erscheinung treten werden. Ihr Einstieg in den portugiesischen Markt erscheint angesichts der geringen Größe dieses Marktes noch unwahrscheinlicher. (563) In Anbetracht der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben den einzigen wirksamen Wettbewerber von Bayer aus dem portugiesischen Markt für Molluskizide verdrängen und zur Schaffung bzw. Stärkung einer beherrschenden Stellung auf einem solchen Markt führen würde. (564) In Schweden, Finnland und Island ist Bayer [...] mit einem Marktanteil von [90-100] %. Das Zusammenschlussvorhaben würde einen starken potenziellen Wettbewerber vom Markt nehmen, der - bei den klimatischen Bedingungen dieser Länder - in der Lage wäre, in diese Märkte mit einem Produkt einzusteigen, dass so wirksam wäre wie das von Bayer. (565) Was Finnland anbelangt, so geben die beteiligten Unternehmen zu bedenken, dass Lonza oder Generikaanbieter ohne Schwierigkeiten auf den Markt gelangen können. Lonza ist jedoch kein Hersteller von Molluskiziden, und er könnte auch nicht Metaldehyd an lokale Labors in Finnland liefern, weil in diesem Land Metaldehyd-basierte Molluskizide seit einer Reihe von Jahre verboten sind. Was die Generikaanbieter anbelangt, so ist oben erläutert worden, hätten asiatische Hersteller keinen Anreiz, diese relativ kleinen Märkte zu nutzen. (566) Ein neuer Wirkstofftyp mit molluskiziden Eigenschaften - Fe(3)Phoospaat von Neudorff - durchläuft gegenwärtig in Schweden das Registrierungsverfahren. Es ist jedoch ungewiss, wann dieser abgeschlossen und ob das Ergebnis positiv sein wird. (567) Die beteiligten Unternehmen geben ferner zu bedenken, dass ACS [...]. Die Kommission ist der Ansicht, dass das Zusammenschlussvorhaben einen realistischen potenziellen Wettbewerber aus den nationalen Märkten für Molluskizide in Schweden, Finnland und Island drängen würde. (568) Die beteiligten Unternehmen geben zu bedenken, dass - wenn es ungewiss ist, ob das neue Fe(3)Phoospaat-basierte Molluskizid mit Erfolg auf den schwedischen Markt kommt - die Argumente unlogisch sind, wonach ACS ein potenzieller Wettbewerber sei, da das ACS-Produkt in Schweden, Norwegen und Island noch nicht einmal zur Registrierung angemeldet ist. Die Kommission stellt jedoch fest, dass das ACS-Produkt auf den meisten nationalen Märkten bereits registriert ist und dass es auch bereits seine Fähigkeit gezeigt hat, schnell in neue nationale Märkte einzudringen, so wie die beteiligten Unternehmen das für Irland beanspruchen. (569) Im Licht der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben zur Stärkung der beherrschenden Stellung von Bayer auch auf den folgenden nationalen Molluskizidmärkten führt: Schweden, Finnland und Island. Allgemeine Schlussfolgerung zu Molluskiziden (570) Im Lichte der obigen Darlegungen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass das Zusammenschlussvorhaben zur Schaffung bzw. Stärkung einer beherrschenden Stellung auf den folgenden nationalen Molluskizidmärkten führen würde: Vereinigtes Königreich, Belgien, Irland, Portugal, Schweden, Finnland und Island. C. HERBIZIDE (571) Sowohl Bayer als auch ACS sind in der Entwicklung und Herstellung von Herbiziden tätig. Herbizide sind Pflanzenschutzmittel, die den Unkrautbesatz in einer Kultur verhüten oder verringern und damit in der Lage sind, die manuelle und die mechanische Unkrautvernichtung zu ersetzen oder zu reduzieren. (572) Bayer schätzt den Wert des Herbizidmarktes im EWR im Jahre 2000 auf 2,1 Mrd. EUR. C.1. Sachlich relevante Märkte (573) Die beteiligten Unternehmen folgen im Prinzip dem Ansatz zur Definition des "sachlich relevanten Marktes" wie in der Sache M.1806 - Astra Zeneca/Novartis festgelegt. (574) Dabei wird eine erste Unterscheidung zwischen selektiven und nicht-selektiven Herbiziden getroffen. Nicht-selektive Herbizide sind Pflanzenschutzmittel, die dazu dienen, nach der Ernte einer Kultur und vor der Aussaat der nächsten die Felder von Unkraut zu befreien. Sie sind gegen zahlreiche Pflanzenarten wirksam, darunter Kulturpflanzen, die sie vernichten würden, sofern sie bei diesen angewandt würden. Im Gegensatz dazu sollen selektive Herbizide nur die Unkräuter vernichten und die Kulturpflanzen, auf die si

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.