Europäische Union

74/153/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 20. Dezember 1973 über die Genehmigung des Erwerbs der Mehrheit der Aktien der Rheinstahl AG durch die August- Thyssen-Hütte AG (Nur der deutsche Text ist verbindlich)

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Avis juridique important | 31974D0153 74/153/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 20. Dezember 1973 über die Genehmigung des Erwerbs der Mehrheit der Aktien der Rheinstahl AG durch die August- Thyssen-Hütte AG (Nur der deutsche Text ist verbindlich) Amtsblatt Nr. L 084 vom 28/03/1974 S. 0036 - 0045 ++++ ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 20 . Dezember 1973 über die Genehmigung des Erwebs der Mehrheit der Aktien der Rheinstahl AG durch die August-Thyssen-Hütte AG ( Nur der deutsche Text ist verbindlich ) ( 74/153/EGKS ) DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - auf Grund des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl , insbesondere des Artikels 66 , auf Grund der Entscheidung Nr . 24/54 der Hohen Behörde vom 6 . Mai 1954 betreffend eine Verordnung über die Tatbestandsmerkmale der Kontrolle eines Unternehmens auf Grund des Artikels 66 § 1 des Vertrages ( 1 ) , auf Grund des Antrags der August-Thyssen-Hütte AG vom 19 . Februar 1973 auf Genehmigung des Erwerbs der Mehrheit der Aktien der Rheinstahl AG , nach Einholung der Äusserung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland , in Erwägung folgender Gründe : I 1 . Die August-Thyssen-Hütte Aktiengesellschaft in Duisburg-Hamborn ( ATH ) ist ein Unternehmen im Sinne des Artikels 80 des Vertrages mit einem Grundkapital von 1 010 Mill . DM . Die ATH ist auf dem Gebiet der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Stahl tätig . Sie ist als die Obergesellschaft der Thyssen-Gruppe an 166 in - und ausländischen Unternehmen , u . a . an folgenden Stahl erzeugenden und weiterverarbeitenden Unternehmen sowie an Stahlvertriebsunternehmen beteiligt : Unternehmen * Nennkapital ( Mill . DM ) * ATH-Beteiligung % * - Mannesmannröhren-Werke AG , Düsseldorf * 300 * 33,3 * - Deutsche Edelstahlwerke GmbH , Krefeld * 150 * 100 * - Thyssen Niederrhein AG Hütten - und Walzwerke , Oberhausen * 125 * 100 * - Westfälische Union AG , Hamm * 65 * 100 * - Rasselstein AG , Neuwied * 56 * 50 * - Stahlwerke Bochum AG , Bochum * 24,2 * 48,5 * - Walzwerk " Grillo Funke " GmbH , Gelsenkirchen * 10 * 100 * - N.K.F . Staal B.V . , Alblasserdam * 20 ( hfl . ) * 49 * - Wälzlagerrohr AG , Krefeld * 20 * 50 * - Blohm + Voß AG , Hamburg * 61,4 * 64,7 * - Baustahlgewebe GmbH , Düsseldorf * 20 * 42 * - Thyssen Industrie GmbH , Düsseldorf * 17 * 100 * - Vereinigte Schraubenwerke GmbH , Ratingen * 12,9 * 50 * - Thyssen Handelsunion AG , Düsseldorf * 46 * 96 * - Ets . Jouret Fers et Métaux S.A . , Pont-à-Celles * 100 ( bfrs ) * 49 * 2 . Die ATH hat die Möglichkeit , die vorbezeichneten Unternehmen allein oder gemeinsam mit Dritten im Sinne der Entscheidung Nr . 24/54 zu kontrollieren . Demnach sind diese Unternehmen mit der ATH und miteinander im Sinne des Artikels 66 § 1 zusammengeschlossen . 3 . Im Jahre 1971/1972 betrug der Aussenumsatzerlös der Thyssen-Gruppe 10,7 Milliarden DM . Die Belegschaft belief sich im Jahresdurchschnitt auf 92 000 Arbeiter und Angestellte . 4 . Die Rheinstahl Aktiengesellschaft in Essen ( Rheinstahl ) ist ein Unternehmen der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Stahl mit einem Grundkapitel von 470 Mill . DM . Rheinstahl ist als Obergesellschaft der Rheinstahl-Gruppe an 83 in - und ausländischen Stahl erzeugenden und weiterverarbeitenden Unternehmen beteiligt , u . a . an folgenden : Unternehmen * Nennkapital ( Mill . DM ) * Rheinstahl-Beteiligung % * - Rheinstahl Hüttenwerke AG , Essen * 104,1 * 100 * - Edelstahlwerk Witten AG , Witten * 41,4 * 62,8 * - Bergische Stahlindustrie KG , Remscheid * 15 * 58,4 * - Guß-Stahlwerk Oberkassel GmbH , Düsseldorf * 5,75 * 100 * - Rheinstahl Gießerei AG , Mülheim * 21 * 100 * - Rheinstahl Concordiahütte GmbH , Bendorf * 6 * 100 * - Rheinstahl Schmiedetechnik GmbH , Wattenscheid * 8 * 100 * - Rheinstahl Nordseewerke GmbH , Emden * 18 * 100 * - Waggon Union GmbH , Siegen und Berlin * 10 * 50 * - Rheinstahl Eggers-Kehrhahn GmbH , Hamburg * 6 * 100 * - R . Stahl Aufzuege GmbH , Stuttgart * 6 * 75 * 5 . Rheinstahl hat die Möglichkeit , die vorbezeichneten Unternehmen allein oder gemeinsam mit Dritten zu kontrollieren . Demnach sind diese Unternehmen mit Rheinstahl und miteinander zusammengeschlossen . 6 . Im Jahre 1971 betrug der Aussenumsatzerlös der Rheinstahl-Gruppe 5,1 Milliarden DM . Die Belegschaft belief sich im Jahresdurchschnitt auf 67 000 Arbeiter und Angestellte . 7 . Infolge des beabsichtigten Erwerbs der Aktienmehrheit bei Rheinstahl erhält die ATH die Möglichkeit , Rheinstahl zu kontrollieren . Dieses Vorgehen bewirkt demnach einen Zusammenschluß zwischen ATH und Rheinstahl und den Unternehmen der beiden Gruppen . II 8 . Für die Beurteilung der Stellung der beteiligten Unternehmen auf dem Stahlmarkt sind in erster Linie die Art und Menge der Produktion , die Produktions - und Marktanteile sowie die künftigen Produktionsmöglichkeiten von Bedeutung . 9 . Die Gruppen Thyssen und Rheinstahl verzeichneten im Jahre 1971 die aus der folgenden Tabelle ersichtliche Erzeugung . Die Rheinstahl-Gruppe verfügt demnach über eine im Vergleich mit der Thyssen-Gruppe beschränkte Stahlproduktion , jedoch über eine erhebliche Gießereiroheisenherstellung . Die Produktion von Walzstahl-Fertigerzeugnissen ist bei Rheinstahl auf wenige Erzeugnis - und Gütekategorien konzentriert , insbesondere auf Grob - und Mittelbleche , Walzdraht und Stabstahl sowie Edelstahlgüten . 10 . Die Produktion der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe ergibt insgesamt die aus der Tabelle auf Seite 39 ersichtlichen Anteile an der Produktion der Bundesrepublik , der Gemeinschaft der Sechs und , soweit möglich , der Gemeinschaft der neun Mitgliedstaaten ( 2 ) : Produktion 1971 ( 1 ) * ( 1 000 Tonnen ) * Erzeugnisgruppen * Gesamtproduktion * darunter Edelstahl * * Thyssen ( 1 ) * Rheinstahl * Thyssen * Rheinstahl * Roheisen * 8 880 * 1 386 * * * davon : * * * * * Stahleisen * 8 534 * 916 * * * Gießereiroheisen * 184 * 451 * * * Ferromangan usw . * 162 * 19 * * * Rohstahl * 11 676 * 1 474 * 858 * 666 * davon : * * * * * Kohlenstoff-Feinstähle * * * 178 * 111 * legierte Edelstähle * * * 680 * 555 * Warmbreitband insgesamt * 4 965 * * * * Walzstahlfertigerzeugnisse * 8 628 * 867 * 439 * 265 * davon : * * * * * Oberbaumaterial * 107 * * * * Breitflanschträger * 234 * * * * sonstige Profile * 187 * * * * Röhrenrundstahl * 240 * 5 * 60 * 5 * Walzdraht * 1 555 * 126 * 234 * 103 * Stabstahl * 682 * 140 * 74 * 126 * Breitflachstahl * 138 * * * * Bandstahl * 268 * * 1 * * Grob - und Mittelbleche * 1 271 * 596 * 32 * 31 * Feinbleche * 3 152 * * 34 * * Coils ( Fertigerzeugnis ) * 794 * * 4 * * Weiterverarbeitete Walzstahlerzeugnisse * * * * * Weißblech und sonstige verzinnte Bleche * 496 * * * * Feinstblech und -band * 3 * * * * verzinkte und sonstige überzogene Bleche * 674 * * * * Transformatoren - und Dynamobleche * 241 * * * * ( 1 ) Ohne die in die eigene Rohrentertigung gelangende Mannesmann-Produktion . Produktion 1971 Thyssen - Rheinstahl Erzeugnisgruppen * in % BRD * in % EG ( 6 ) * in % EG ( 9 ) * * Insgesamt * darunter Edelstahl * Insgesamt * darunter Edelstahl * Insgesamt * darunter Edelstahl * Roheisen * 34,2 * * 13,6 * * 11,3 * * davon : * * * * * * * Stahleisen * 33,8 * * 13,3 * * * * Gießereiroheisen * 37,3 * * 17,7 * * * * Ferromangan usw . * 53,6 * * 17,2 * * * * Rohstahl * 31,7 * 23,9 * 12,7 * 13,4 * 10,3 * * davon : * * * * * * * Kohlenstoff-Feinstahle * * 16,1 * * 8,3 * * * legierte Edelstähle * * 25,6 * * 15,6 * * 12,8 * Warmbreitband ( insgesamt ) * 46,8 * * 16,8 * * 13,5 * * Walzstahlfertigerzeugnisse * 32,6 * 29,2 * 12,6 * 13,8 * 10,1 * * davon : * * * * * * * Oberbaumaterial * 23,8 * - * 9,2 * - * 7,4 * * Breitflanschträger * 39,1 * - * 12,4 * - * 6,0 * * sonstige Profile * 13,2 * - * 5,0 * - * 6,0 * * Röhrenrundstahl * 21,9 * 27,2 * 11,8 * 14,2 * 6,0 * * Walzdraht * 42,8 * 42,2 * 20,7 * 27,3 * 17,0 * * Stabstahl * 16,7 * 25,9 * 4,8 * 9,7 * 4,2 * * Breittlachstahl * 34,3 * - * 23,0 * - * 12,3 * * Bandstahl * 10,0 * 1,1 * 4,6 * 0,3 * 3,6 * * Grob - und Mittelbleche * 40,1 * 34,7 * 18,7 * 9,8 * 14,3 * * Feinbleche * 48,0 * 29,8 * 15,8 * 9,5 * 12,3 * * Coils ( Ferugerzeugnis ) * 34,0 * 5,1 * 15,6 * * * * Weiterverarbeitete Walzstahlfertigerzeugnisse * * * * * * * Weißblech und sonstige verzinnte Bleche * 63,7 * * 18,3 * * 12,5 * * Feinstblech und -band * 4,8 * * 2,9 * * * * verzinkte und sonstige überzogene Bleche * 51,4 * * 22,4 * * * * Transformatoren - und Dynamobleche * 79,8 * * 32,2 * * * * Demnach tritt infolge des Vorgehens in den Bereichen Gießereiroheisen , Rohstahl , Walzdraht , Grob - und Mittelbleche und Edelstahl eine teils erhebliche Zunahme der Produktionsanteile ein . Die Marktanteile der Gruppe können in Ermangelung ausreichender Statistiken für die Beitrittslander gegenwartig nur auf Grund der Marktversorgung der ursprunglichen Gemeinschaft sowie der BRD - des Hauptabsatzgebiets der Beteiligten - ermittelt werden . Es muß davon ausgegangen werden , daß der globale Markt anteil der Gruppe in der Gemeinschaft der Neun zwangsläufig geringer ist als in der Gemeinschaft der Sechs und demnach für die Beteiligten günstiger wäre . 11 . Im Bereich des Gießereiroheisens wird die neue Gruppe mit einem Produktionsanteil von 14 % ( 4 % Thyssen + 10 % Rheinstahl ) die dritte Stelle unter den Herstellern der vergrösserten Gemeinschaft einnehmen , nach zwei Unternehmen mit 15 und 14 % und gefolgt von drei Unternehmen mit 12 , 11 und 9 % . Die vier nächsten Unternehmen haben Anteile von 6 , 5 , 3 und 1 % . Insgesamt stellen die zehn grössten Unternehmen rund 90 % her ; der verbleibende Teil wird durch elf andere Erzeuger vertreten . An der Marktversorgung der ursprünglichen Gemeinschaft war Thyssen-Rheinstahl 1971 mit ebenfalls 14 % ( davon 1/3 Konzernverbrauch ) beteiligt . Auf dem Gießereiroheisenmarkt der Gemeinschaft besteht insbesondere infolge der Niedrigpreis-Einfuhren aus Drittländern beträchtlicher Wettbewerb . In der BRD beträgt der Marktanteil der Beteiligten 33 % ( davon entfallen rund 2/3 auf Lieferungen an Konzerngesellschaften ) . Vier weitere deutsche Hersteller versorgen den Markt zu 58 % . Die Einfuhr aus der Gemeinschaft und aus dritten Ländern in die BRD erreicht 9 % der Marktversorgung . 12 . Im Rohstahlbereich wird die neue Gruppe mit 10 % ( 9 % Thyssen + 1 % Rheinstahl ) der Produktion der erweiterten Gemeinschaft in allen Stahlgüten nach einem Hersteller mit 17 % die zweite Stelle einnehmen vor sechs Unternehmen mit 9 , 8 , 8 , 7 , 7 und 6 % und vier weiteren mit je 2 bis 3 % . Diese zwölf grössten Stahlhersteller vertreten insgesamt 83 % der Rohstahlproduktion der Gemeinschaft . Die verbleibenden 17 % verteilen sich auf eine Vielzahl von Unternehmen kleinen Zuschnitts . Auf dem Gebiet des Edelstahls , für sich allein und ohne die Produktion der Unternehmen der drei Beitrittsländer betrachtet ( 3 ) steht die neue Gruppe mit 13 % ( 7 % Thyssen + 6 % Rheinstahl ) der Edelstahlproduktion der Sechsergemeinschaft vor vier Unternehmen mit 12 , 11 , 9 und 7 % an erster Stelle . Sieben weitere Unternehmen verfügen über einen Anteil von je 3,4 bis 4,6 % . Die zwölf grössten Hersteller vertreten rund 80 % der Gemeinschaftsproduktion . Die verbleibenden 20 % verteilen sich auf mehr als 60 Edelstahlhersteller , darunter 29 deutsche . 13 . Auf dem Gebiet des Walzdrahtes ( alle Güten ) wird Thyssen Rheinstahl mit einem Produktionsanteil von 17 % ( 16 % Thyssen + 1 % Rheinstahl ) an erster Stelle der erweiterten Gemeinschaft stehen , gefolgt von vier Unternehmen mit 13 , 10 , 9 und 9 % . Sieben weitere Unternehmen verfügen über Anteile von je 2 bis 3,5 % . Die zwölf grössten Unternehmen stellen 78,5 % der Gemeinschaftsproduktion her ; der verbleibende Teil entfällt auf 34 Unternehmen . Der Marktanteil der Beteiligten in der ursprünglichen Gemeinschaft belief sich 1971 auf 17 % , davon betrifft fast die Hälfte Konzernverbrauch . Ihr Marktanteil in der BRD betrug 1971 rund 29 % . Neben neun weiteren deutschen Anbietern wird der Markt der BRD zu 25 % durch Einfuhren von Walzdraht aus der Gemeinschaft und aus dritten Ländern versogt . Bei Walzdraht aus Edelstahl steht die Gruppe mit einem Produktionsanteil von 27 % ( 18 % Thyssen + 9 % Rheinstahl ) der Gemeinschaft der Sechs an erster Stelle . Sie wird von sechs Unternehmen mit 12 , 9 , 9 , 8 , 7 und 7 % gefolgt . Die zwölf grössten Unternehmen vertreten 94 % der Gemeinschaftsproduktion . Der Marktanteil der Gruppe in der ursprünglichen Gemeinschaft ist infolge der bedeutenden Exporte der Beteiligten nach dritten Ländern mit 17 % wesentlich niedriger als ihr Produktionsanteil . Auf dem deutschen Markt steht die Gruppe mit einem Produktionsanteil von 42 % ebenfalls an erster Stelle , gefolgt von neun weiteren Herstellern , darunter drei mit 23 , 21 und 7 % . Der Marktanteil der Gruppe beläuft sich auf 45 % , davon wird jedoch die Hälfte an eigene Konzerngesellschaften geliefert . 14 . Auf dem Markt der Grob - und Mittelbleche stehen die Beteiligten mit 14 % ( 10 % Thyssen + 4 % Rheinstahl ) an zweiter Stelle der Hersteller der neun Mitgliedstaaten . Ein Hersteller nimmt mit 22 % die erste Stelle ein ; fünf Hersteller folgen mit 9 , 9 , 9 , 7 und 6 % ; fünf weitere mit Anteilen von 2,5 % bis 4 % . Die zwölf grössten Unternehmen der erweiterten Gemeinschaft vertreten insgesamt 93 % der Gesamtproduktion ; die verbleibenden 7 % verteilen sich auf eine grössere Anzahl von Herstellern . Der Marktanteil der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe in der Gemeinschaft der Sechs beträgt etwa 12 % ( davon 1/3 an Konzerngesellschaften ) . In der BRD beläuft sich der Marktanteil der Beteiligten auf etwa 20 % . Sieben weitere deutsche Hersteller beliefern den Markt . Die Einfuhren in die BRD betrugen 30 % der Marktversorgung . Bei den Grob - und Mittelblechen in Edelstahlqualitäten sind die von Jahr zu Jahr stark schwankenden absoluten Mengen sehr gering , so daß die Marktanteile von schwacher Aussagekraft sind . Die Gruppe wird mit 10 % ( 5 % Thyssen + 5 % Rheinstahl ) der Gemeinschaftsproduktion an dritter Stelle stehen , nach zwei Unternehmen mit 43 % und 11 % , gefolgt von fünf Unternehmen mit 7 , 5 , 4 , 4 und 3 % . Die zwölf grössten Unternehmen der Gemeinschaft der Sechs vereinigen somit 95 % auf sich . 15 . Hinsichtlich der übrigen in der Tabelle auf Seite 39 erscheinenden Erzeugnisse treten infolge des Vorgehens keine bemerkenswerten Änderungen auf . 16 . Die folgende Übersicht gestattet einen Vergleich zwischen den Produktionsmöglichkeiten der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe in der Sechsergemeinschaft für die Jahre 1971 und 1977 . Hiernach ist ein relativer Rückgang der Stellung der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe sowohl in der Gemeinschaft als auch in der BRD festzustellen . 17 . Infolge des beabsichtigten Vorgehens verschwindet Rheinstahl als unabhängiger Anbieter vom Stahlmarkt . Die Thyssen Rheinstahl-Gruppe wird auf bestimmten Teilmärkten über eine sehr starke Stellung verfügen , insbesondere in der BRD . Obwohl das Oligopol sich verdichtet , verbleiben genügend potente Wettbewerber auf dem Stahlmarkt der erweiterten Gemeinschaft . Sieben darunter erreichen mit Thyssen/Rheinstahl vergleichbare Grössenordnungen . Die verbleibenden 130 Unternehmen sind meistens auf bestimmte Erzeugnisse oder Stahlgüten ( Edelstahl z.B . ) spezialisiert . In Anbetracht der grossen Zahl und des Zuschnitts der in der BRD tätigen deutschen und ausländischen Anbieter - die Marktversorgung der BRD mit Stahlerzeugnissen erfolgt zu fast einem Drittel durch Einfuhren - und der somit für den deutschen Abnehmer gegebenen mannigfaltigen Möglichkeiten der Wahl der Anbieter , vermögen die vom Vorgehen betroffenen Unternehmen weder in ihrem Hauptabsatzgebiet noch in anderen Teilen des gemeinsamen Stahlmarktes einen wirksamen Wettbewerb zu verhindern . Produktionsmöglichkeiten Erzeugnisse * 1971 * 1977 * * in Mill . jato * Thyssen + Rheinstahl in % * in Mill . jato * Thyssen + Rheinstahl in % * * Gemeinschaft ( 6 ) * BRD * Gemeinschaft ( 6 ) * BRD * Gemeinschaft ( 6 ) * BRD * Gemeinschaft ( 6 ) * BRD * Roheisen * 99 * 42 * 15,7 * 36,8 * 126 * 52 * 13,7 * 33,3 * Rohstahl * 136 * 58 * 14,9 * 34,2 * 169 * 67 * 12,2 * 30,1 * Coils - Gesamterzeugung * 38 * 15 * 17,5 * 44,8 * 56 * 19 * 12,4 * 37,2 * Walzstahlfertigerzeugnisse * 108 * 46 * 15,3 * 34,8 * 135 * 54 * 13,5 * 32,6 * Schwere P * e * 15 * 8 * 14,9 * 29,5 * 16 * 6 * 6,8 * 16,7 * Stabstahl * 23 * 8 * 6,2 * 17,7 * 28 * 10 * 7,1 * 19,6 * Walzdraht * 11 * 5 * 22,5 * 45,6 * 14 * 6 * 18,1 * 35,2 * Bandstahl und Röhrenstreifen * 8 * 4 * 7,6 * 16,0 * 9 * 4 * 7,6 * 17,2 * Grob - und Mittelbleche ( a ) * 17 * 9 * 22,9 * 42,1 * 21 * 10 * 21,4 * 42,3 * Feinblech * 27 * 10 * 17,6 * 49,1 * 37 * 13 * 17,5 * 48,1 * Coils ( Fertigerzeugnis ) * 7 * 3 * 16,4 * 32,7 * 11 * 4 * 9,8 * 24,5 * ( a ) Einschließlich Breittlächstahl . Quelle : Die Investitionen in den Kohle - und Stahlindustrien der Gemeinschaft , Erhebungen 1972 und 1973 . III 18 . Im Jahre 1971 verbrauchte die Thyssen-Gruppe 792 000 t Walzstahlfertigerzeugnisse , davon stammten 78 000 t von Fremden , einschließlich 4 000 t aus der Produktion der Rheinstahl-Gruppe . Die Gesamtproduktion von Walzstahlfertigerzeugnissen der Thyssen-Gruppe belief sich auf 8 600 000 t . Die Rheinstahl-Gruppe verbrauchte im gleichen Jahre 280 000 t Walzstahlfertigerzeugnisse , davon entfielen 185 000 t auf Fremdbezuege , in denen Lieferungen der Thyssen-Gruppe von rund 60 000 t enthalten sind . Die Gesamtproduktion von Walzstahlfertigerzeugnissen der Rheinstahl-Gruppe betrug 867 000 t . Bei einer Zusammenfassung der Gruppen Thyssen und Rheinstahl ergäbe sich demnach ein Selbstverbrauch von 873 000 jato Walzstahlfertigerzeugnissen , d.h . 9 % ihrer Gesamtproduktion von 9,5 Millionen * . Bei einem Gesamtverbrauch von rund 1,1 Millionen jato würde die Thyssen/Rheinstahl-Gruppe - soweit sie die benötigen Erzeugnisse und Güten selbst zu erzeugen vermag - ihren internen Verbrauch demnach um 127 000 t auf etwa 11 % ihrer Produktion von Walzstahlfertigerzeugnissen verhältnismässig geringfügig steigern können . Die Gruppe würde jedoch im Absatz von rund 89 % ihrer Produktion von Walzstahlfertigerzeugnissen auf den Markt angewiesen bleiben . In der Stahlindustrie der Gemeinschaft ist die Weiterverarbeitung von Walzstahlfertigerzeugnissen in konzerneigenen Betrieben verhältnismässig stark ausgeprägt und überschreitet jährlich eine Menge von 1 Million Tonnen ( z.B . BSC , Usinor , Finsider , Fiat , Estel ) . Unter den grossen und mittleren Gruppen ist die Gruppe Thyssen Rheinstahl auch nach erfolgtem Zusammenschluß mit einem internen Verbrauch von rund 11 % ihrer Walzstahlfertigerzeugung weiterhin eine nicht übermässig stark vertikal integrierte Stahlgruppe . Unter diesen Umständen ist die Zunahme der wechselseitigen internen Stahlabsatzmöglichkeiten der neuen Gruppe nicht geeignet , ihr eine Stellung in der Versorgung oder im Absatz zu verschaffen , die als künstliche Vorzugsstellung im Sinne des Artikels 66 § 2 bezeichnet werden müsste . 19 . Der Gesamtumsatz der Thyssen-Gruppe belief sich 1971/1972 auf 13,9 Milliarden DM . Der Aussenumsatz erreichte 10,7 Milliarden DM , davon entfielen 6,4 Milliarden DM = 60 % auf den Stahlbereich und 4,3 Milliarden DM = 40 % auf die übrigen Bereiche ( insbesondere Schmiede - und Gußstücke aus Edelstahl , Draht - und Stahlblechverarbeitung , Produktion von Bauteilen und Regalen , Behälterbau , Schiffbau , Steine und Erden ) . Der Gesamtumsatz der Rheinstahl-Gruppe betrug 1972 5,5 Milliarden DM . Der Aussenumsatz belief sich auf 5,1 Milliarden DM , davon betrafen 0,8 Milliarden DM = 15,7 % Stahlerzeugnisse und 4,3 Milliarden DM = 84,3 % die übrigen Erzeugnisse ( insbesondere der Eisen - und Stahlgießereien , des Maschinen - , Anlagen - und Schiffbaus sowie der Bergbau - , Transport - , Bau - und Wärmetechnik ) . Der Gesamtumsatz der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe erreichte sonach 19,4 Milliarden DM . Von dem Aussenumsatz in Höhe von 15,8 Milliarden DM entfielen 7,2 Milliarden DM , d . h . 45,6 % , auf den Stahlbereich und 8,6 Milliarden DM , d.h . 54,4 % , auf die übrigen Sektoren . Infolge des Zusammenschlusses wird Thyssen den Stahlanteil am Aussenumsatz von 60 % auf 45,6 % verringern . Der Anteil der übrigen Erzeugnisse steigt dementsprechend von 40 % auf 54,4 % . Auf Grund dieser , gemessen am Aussenumsatz demnach um rund 15 % zunehmenden Diversifizierung der Thyssen/Rheinstahl-Gruppe wird sie jedoch weder auf ihren Stahlmärkten noch auf ihren übrigen Teilmärkten eine solche Stellung einnehmen , daß sie eine vom Markt unabhängige Strategie betreiben kann und sich demnach auf andere Weise als durch eine künstliche Vorzugsstellung den Wettbewerbsregeln des Vertrages entziehen kann . 20 . Zur Aufrechterhaltung eines wirksamen Wettbewerbs auf oligopolitischen Märkten muß die Kommission darauf achten , daß die Unabhängigkeit und Selbständigkeit grosser Gruppen nicht durch Verflechtungen und andere Bindeglieder beeinträchtigt wird . 21 . Die ATH besitzt 1/3 des Grundkapitels in Höhe von 300 Millionen DM der Mannesmannröhren-Werke AG ( MRW ) . Die übrigen 2/3 werden von der Mannesmann AG gehalten . Mannesmann und ATH haben am 16 . Dezember 1969 vereinbart , sich zu einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts mit dem Namen " Vereinigung Mannesmannröhren-Werke AG ( Vereinigung MRW ) " zusammenzuschließen . Zweck der Vereinigung ist die Bildung eines einheitlichen Beherrschungswillens der beiden Partner in einem aus Vertretern der Partner bestehenden Partnerausschuß . Mit der Geschäftsführung der Vereinigung ist der Vorstand von Mannesmann beauftragt . Mannesmann hat für die Herbeiführung der Beschlüsse über die Bildung eines einheitlichen Beherrschungswillen Sorge zu tragen und das Weisungsrecht gegenüber MRW auszuüben . ... ( 4 ) . Am 13 . 16 . März 1970 wurde auf Grund der vorbezeichneten Vereinbarung mit MRW ein Beherrschungs - und Gewinnabführungsvertrag geschlossen . Mannesmann stellt ausschließlich Halbzeug für die Stahlrohrfertigung her . Ein Teil dieses Halbzeugs wird von ATH auf Grund von Lohnveredelungsverträgen für MRW zu Warmbreitband , Spaltband und Grobblech ausgewalzt ( schätzungsweise jährlich etwa 500 000 t ) . Ausser diesen Lohnveredelungsverträgen bestehen zwischen der ATH/Rheinstahl-Gruppe und der Mannesmann-Gruppe weder produktionstechnische Verbindungen noch nenneswerte Überschneidungen auf den Märkten . Die Kapitalbeteiligungen und Verträge zwischen ATH und Mannesmann über MRW . Diese gemeinsame Kontrolle gibt den Beteiligten die Möglichkeit , auch ihr Verhalten auf dem Gebiet der Erzeugung von Rohstahl und Röhrenvormaterial aufeinander abzustimmen , so daß der Wettbewerb zwischen ihnen insoweit beschränkt wird . Die Begründung der gemeinsamen Kontrolle von ATH und Mannesmann über MRW ist von der Kommission mit Entscheidung vom 21 . Januar 1970 genehmigt worden . 22 . Inzwischen haben sich die tatsächlichen Verhältnisse , die dieser Entscheidung zugrunde lagen , wesentlich geändert . Mannesmann hat die Kontrolle der DEMAG erworben und damit die Diversifizierung der Mannesmann-Gruppe erweitert . Infolge des beabsichtigten Vorgehens erreicht ATH ihrerseits eine erhebliche zusätzliche Diversifizierung ihrer Erzeugung und verstärkt ihre Stellung auf dem Stahlmarkt . Die neue ATH/Rheinstahl-Gruppe , die eine der drei bedeutendsten deutschen Industriekonzerne werden wird , wird durch ihre Finanz - und Wirtschaftskraft und infolge ihrer starken Diversifizierung eine hervorragende Stellung auf dem oligopolistischen Stahlmarkt einnehmen . Berücksic

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