Europäische Union

2003/569/EG: Entscheidung der Kommission vom 5. Dezember 2001 in einem Verfahren nach Artikel 81 EG-Vertrag (Sache IV/37.614/F3 PO/Interbrew und Alken-Maes) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3915)

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hmen der Amsterdam-Gruppe. Das Thema 'Zusammenarbeit' kommt hin und wieder zur Sprache, obgleich damit einige gefährliche Bedingungen verknüpft sind. Im Hinblick auf Ihr Gespräch am 16. März habe ich mich sowohl mit dem Manager Frankreich (...) als auch mit dem Manager Belgien (...) verständigt. (...) 3) Strategisches Gebiet: (...) Belgien: Das ist der heikelste Teil Ihrer Unterredung. Sie möchten wahrscheinlich die 'Zusammenarbeit' in Belgien ausbauen. Der [ehemalige CEO von Interbrew] hat uns zu Gesprächen gezwungen, 'da wir dringend etwas Geld brauchten', aber wir sind diesbezüglich sehr zurückhaltend, denn wir wollen Problemen, die die Artikel 85 und 86 berühren (...), aus dem Weg gehen. Außerdem, sie haben mehr zu gewinnen als wir. Ich füge eine Notiz über unsere bisherigen Gespräche bei, bislang aber ist noch nichts Konkretes geschehen. In Bezug auf die Fortsetzung dieser Diskussionen sind wir sehr zurückhaltend. Meiner Meinung nach sollten wir uns in Belgien an die Spitze stellen und diese Entscheidungen treffen, andere werden folgen, wenn sie klug sind" (31). (46) Die in dem internen Schriftstück vom 12. März 1993 erwähnte Notiz stammt vom 18. Februar 1993(32) und hat die "Senkung betrieblicher Investitionen mit dem Ziel, unsere Rentabilität kurz-, mittel- und langfristig zu steigern", zum Gegenstand. Interbrew verwendet hierfür den Decknamen "Université de Lille"(33). Am 10. Dezember 1992 und am 19. Januar 1993 finden bei Interbrew zwei interne Sitzungen unter demselben Namen statt(34). (47) In der Notiz finden sich unter anderem die folgenden Schlussfolgerungen und Empfehlungen: "- Die Verlagerung eines Teils der Kosten für die Bereitstellung von POS-Material [Anm. Points Of Sale] auf die Wiederverkäufer nach dem 50/50-Prinzip, parallel zu einer Preiserhöhung für die Gläser (...) - Was die Werbekosten betrifft, so sollten sie 1993 im Idealfall 300 Mio. BEF nicht übersteigen, und zwar unter der Voraussetzung, dass unser schärfster Wettbewerber unter 140 Mio. BEF bleibt. Diese Ausgaben beziehen sich nur auf Pils, einschließlich NA. [Anm. No Alcohol] und Light. (...) - Weitere zu prüfende Parameter: Kosten der Installation/Wartung der Schankanlagen, Preispolitik im Einzelhandel, neue Preisgestaltung (...)" (35). (48) Ende April 1993 treffen sich der Generaldirektor Belgien von Interbrew und der Generaldirektor von Alken-Maes in dem Brüsseler Restaurant "Duc d'Arenberg"(36). (49) Am 19. August 1993 bemerkt der neue CEO von Interbrew (vormals Executive Vice-President Core Market Beers Europe von Interbrew) in einer internen Notiz zum "Budget 93/94"(37): "Hinsichtlich der Preiserhöhung stellen 4 % eine Herausforderung dar. (...) Selbstverständlich wollen wir, dass Sie die 4 % durchsetzen. Wenn Sie Hilfe brauchen, um Maes zu überzeugen, dann lassen Sie es mich wissen."(38) (50) Der CEO von Interbrew hält am 2. November mit dem Großhändler [...] Rücksprache. In einer Mitteilung vom 3. November 1993 wird darüber intern berichtet(39). Aus dieser Mitteilung: "[...] würde es außerordentlich begrüßen, wenn Interbrew die Initiative ergriffe und Kontakt zu [...] und [...] [Anm. die drei größten belgischen Supermarktketten] aufnähme, um über eine schrittweise Preiserhöhung für Bier und Erfrischungsgetränke das von ITW [Anm. Interbrew] angestrebte Niveau zu erreichen. (...) Zeichnet sich ein Konsens ab, dann sollte ein Treffen der 3 erwogen werden. (...) Ich halte es für sinnvoll, auch mich zu dem Gipfeltreffen mit [...] hinzuzuziehen. Erst wenn die ersten Kontakte geknüpft sind und eine Vereinbarung in Aussicht steht, würde ich [Alken-Maes] einbeziehen. Die Initiative von Maes im vergangenen Jahr hat sich als nicht durchführbar erwiesen: es fehlte a) das Vertrauen, aber mit Sicherheit war Maes b) auch zu klein. Nur ITW kann es hier schaffen." 4.3.2.2. Zeitraum 1994 (51) Zusammenfassung 1994 bauen Interbrew und Danone/Alken-Maes ihre Kontakte aus. Danone übt bei einem Treffen am 11. Mai 1994 Druck auf Interbrew aus. Kommt es auf dem belgischen Markt nicht zu einer Einigung zwischen den beteiligten Seiten, dann werde Interbrew das Leben auf dem französischen Markt schwer gemacht. Obwohl Interbrew Danones Forderung, 500000 Hektoliter Bier auf Alken-Maes zu übertragen, nicht nachkommt, wünscht sie keinen Krieg und bleiben die beiden Seiten in engem Kontakt. Anlässlich zweier Zusammenkünfte im Oktober 1994 bereiten die für Belgien zuständigen Generaldirektoren ein Gentlemen's Agreement zwischen den beiden Brauereien vor. Interbrew bezeichnet dieses Gentlemen's Agreement als "Université de Lille", obgleich es über das Projekt gleichen Namens zur Senkung der betrieblichen Investitionen hinausgeht, auf das Interbrews Notiz vom 18. Februar 1993 Bezug nimmt (vgl. Randnummer 46). Die Vereinbarung wird bei einem Treffen am 9. November 1994 von beiden Seiten bestätigt. Am 24. November einigen sich Interbrew und Alken-Maes im Rahmen der Zusammenarbeit über die Aufteilung der Kunden. (52) Anfang 1994 macht der CEO von Interbrew mit dem neuen Generaldirektor der Bier-Sparte von Danone Bekanntschaft(40). Bei diesem/diesen ersten Treffen, möglicherweise in Amsterdam, auf jeden Fall in den Geschäftsräumen von Danone in Paris, geht es unter anderem um das Szenario eines bestimmten Marktverhaltens(41). (53) Anlässlich einer internen Diskussion bei Interbrew am 5. Mai 1994 erläutert der CEO von Interbrew das von Danone/Kronenbourg geforderte Szenario(42). Interbrew soll 500 000 Hektoliter auf Alken-Maes (insbesondere im Einzelhandel) übertragen. Andernfalls würde Interbrew Frankreich vernichtet und Interbrew in Belgien mit Tiefstpreisen angegriffen(43). (54) Am 11. Mai 1994 erörtern Manager von Danone und Interbrew das von Kronenbourg vorgeschlagene Szenario in dem Brüsseler Restaurant "Le Roy d'Espagne"(44), wo auch Interbrew ihren Geschäftssitz hat (Grote Markt 1, B-1000 Brüssel). Vermutlich war auch ein Vertreter von Alken-Maes zugegen. Bei dieser Zusammenkunft ging es um Folgendes(45): "[Der Generaldirektor der Bier-Sparte von Danone] hat unter Androhung der Zerstörung von Interbrew in Frankreich seine Forderung bekräftigt, 500000 Hektoliter seien auf Alken-Maes zu übertragen. Er empfahl, das Kräfteverhältnis zwischen Interbrew und Alken-Maes sollte auf dem belgischen Markt auf 'den Absprachen in Frankreich' beruhen. (...) Der französische Mechanismus lässt sich wie folgt zusammenfassen. Die Verkaufsdirektoren Einzelhandel (Food) von Heineken und Kronenbourg stimmen sich in ganz bestimmten Abständen ab, um die jeweiligen Marktanteile zu kontrollieren und um Verkaufsförderungsmaßnahmen, Preise und Konditionen zu manipulieren."(46) (55) Ein von Heineken stammendes Dokument(47) bestätigt Interbrews Erklärung zu dem Verhältnis zwischen dem belgischen und dem französischen Markt sowie zu den Vorschlägen von Kronenbourg/Danone. "Vor drei Jahren hat [der Generaldirektor der Bier-Sparte von Danone] Interbrew vor die Wahl gestellt, entweder 500000 hl zusätzlich auf Maes zu übertragen oder er würde sie aus Frankreich vertreiben. Verwiesen wurde auf die Art der Zusammenarbeit zwischen Heineken und Kronenbourg in Frankreich." (56) Am 6. Juli 1994 erörtern der CEO von Interbrew und der Président Directeur Général von Danone in einem Telefongespräch abermals die Lage in Frankreich und in Belgien(48). In einer internen Notiz des CEO von Interbrew vom 7. Juli 1994 heißt es(49): "Ich bin mit dem 'Big Boss' von 'Green' [Anm. = Danone] übereingekommen, keinen Krieg zu entfachen, sondern zu versuchen, Zeit zu gewinnen. Unser Ziel ist es, eine Lösung wie beispielsweise in Form eines Handelsvertrags zu finden und Gleiches in Belgien in die Praxis umzusetzen. Wir bleiben bestimmt in Kontakt."(50) Obgleich sich dieses Telefongespräch Danone zufolge auf die geschäftlichen Bemühungen Interbrews in Frankreich bezog, bestätigen Dokumente von Danone(51) die Existenz eines Nichtangriffspakts zwischen Interbrew und Danone/Alken-Maes auf dem belgischen Markt. Verwiesen wird so auf "Juli 94: Frieden mit [CEO Interbrew] so gut wie unterzeichnet"(52) und "Marktanteile als Friedensrichter"(53). Aus eben diesen Dokumenten geht auch der Zusammenhang zwischen den Vereinbarungen auf dem belgischen und denen auf dem französischen Markt hervor: "Belgischer Frieden [harr ] regionaler Frieden in Frankreich [rarr ] nationaler Frieden"(54) (57) Am 29. August 1994 treffen sich ein Manager von Interbrew und der Generaldirektor von Alken-Maes zu einem Abendessen(55). Der Vertreter von Interbrew erklärt zu dieser Zusammenkunft(56): "Obgleich bei diesem Treffen im 'Roy d'Espagne' nicht über den Horeca-Sektor gesprochen worden ist, rief mich [...], nachdem er zum Generaldirektor von Alken-Maes in Belgien bestellt worden war, an und wollte wissen, ob wir das Vorgehen gemeinsam abstimmen können, um den enormen Anstieg der Investitionen für den Abschluss von Brauereiverträgen unter Kontrolle zu bekommen. Mehrere weitere Gespräche, vornehmlich telefonisch, mit [dem Generaldirektor von Alken-Maes] folgten. Er hat versucht, ein System der Konsultation vor dem Kauf oder Verkauf von Gaststätten zu errichten. Ich habe das immer abgelehnt. In diesem Zusammenhang hatte ich ein Abendessen mit [dem Generaldirektor von Alken-Maes] (...). Danach habe ich meine Notiz vom 5. Oktober 1994 an [den CEO von Interbrew] verfasst. (...) Bei diesem Abendessen ging es nur um allgemeine Dinge. Ich habe abermals bekräftigt, die 'französischen Mechanismen' könnten nicht auf Belgien übertragen werden."(57) (58) Zu dem Abendessen mit dem Generaldirektor von Alken-Maes heißt es in der internen Notiz vom 5. Oktober 1994 von Interbrew wie folgt(58): "1. Er weiß, dass sich die Situation in Frankreich erheblich von der in Belgien unterscheidet und das, was in dem einen Land geschehen kann, in dem anderen nicht möglich ist. 2. Die Zentrale übt sehr starken Druck auf ihn aus, in Belgien eine aggressive Politik zu führen, von der er befürchtet, sie werde teuer und nicht unbedingt effizient sein. 3. Wir haben uns darauf verständigt, dass Diskussionen in der CBB über das Horeca-2000-Projekt von Arthur D. Little (Anm. vgl. auch ab Randnummer 129) ein geeignetes Forum darstellen können, um die Art und Weise sowie die Instrumente zur Senkung der Geschäftskosten im Horeca-Segment zu prüfen. 4. Wir haben zu verstehen gegeben, er sei es, der aggressiv geworden ist, und wir würden speziell im Einzelhandel auf seine Preisaktionen reagieren, aber nicht von uns aus tätig werden. (...)" (59). (59) Der neue Generaldirektor Belgien von Interbrew und der Generaldirektor von Alken-Maes treffen sich am 12. Oktober 1994 im Sheraton Airport Hotel am Brüsseler Flughafen(60). In der vorbereitenden Notiz des kaufmännischen Direktors Belgien von Interbrew an den Generaldirektor Belgien von Interbrew(61) heißt es: "1. 'die teuren Angriffe stoppen' Bereich nationaler Kunden (...) äußerst schwierig, eine Grenze zu ziehen, wenige oder keine Regelungen Bereich des herkömmlichen Horeca (...) fürs Erste ist eine Verfahrensweise festzulegen (...) sämtliche Dimensionen der Handelsverträge sind zu prüfen: a. die Investitionspolitik b. das Rabattsystem (...) c. die logistischen Interventionen 2. 'die unproduktiven Ausgaben senken' Bereiche: Werbung, Schankanlagen, ... Aus einem gemeinsamen Vorgehen auf der Grundlage der Arthur D. Little-Studie können alle Seiten erheblichen Nutzen ziehen. Die zwei wichtigsten Brauereien können hier durchaus das Gesetz diktieren, indem sie Regelungen mit dem Verband der Bierverleger festlegen. (...) 4. Allgemeines - (...) dass die Anwendung gegenseitiger Vereinbarungen keinesfalls kontrolliert werden kann (oder es muss über eine neutrale dritte Instanz geschehen, und dann ist die Gefahr des Bekanntwerdens zu groß) - mit Hilfe der CBB unsere Ziele zu verwirklichen, erscheint mir vernünftiger (...)." (60) In einer internen Notiz vom 14. Oktober 1994 zur "Université de Lille" berichtet der Generaldirektor Belgien von Interbrew über die Ergebnisse des Treffens am 12. Oktober 1994(62): "Anbei übersende ich Ihnen ein Dokument unserer Freunde sowie das von mir vorgeschlagene eine Seite umfassende Konzept. Dieses wurde von unseren Freunden grundsätzlich akzeptiert"(63). Das von Alken-Maes stammende Dokument zeichnet ein Bild vom belgischen Biersektor und von möglichen Lösungen für festgestellte Probleme(64). In dem vom Generaldirektor Belgien von Interbrew präsentierten "eine Seite umfassenden Konzept" heißt es unter anderem(65): "3. Gentlemen's Agreement: - Kein Angriff auf Bezugsverpflichtungen [Anm. Horeca-Verkaufsstellen, mit denen eine Alleinbezugsvereinbarung abgeschlossen worden ist] - Preispositionierung Einzelhandel - Kein systematischer Angriff von Marken in den jeweils anderen Bezugsverpflichtungen 4. Effizienz/Marktdynamik - Senkung unproduktiver Ausgaben: - P. O. S. - Service für Schankanlagen - Prospektaktionen (Zahl, % Rabatt, (...)) - Investitionen im Horeca-Segment (Definitionen?!) 5. Strukturmaßnahmen Konzentration der Produktion Geschäftspolitik (Preise, 20 BEF, ...)" (66). (61) Auch bei Danone wusste man von dieser Vereinbarung. In einem internen Telefongespräch bei Danone wird Ende 1999/Anfang 2000 anlässlich der von der Kommission bei Alken-Maes vorgenommenen Nachprüfung auf eine "Vereinbarung '94 mit dem [Generaldirektor von Alken-Maes] über die Preise"(67) verwiesen(68). (62) Eine nicht datierte Notiz des Generaldirektors Belgien von Interbrew (in der die oben erwähnten Punkte erneut aufgeführt sind) enthält zudem einen Zeitplan(69):"Projektdefinition und Gentlemen's Agreement 1. November, Marktdynamik 1. Februar, Umstrukturierung 1. April"(70). (63) Am 18. Oktober 1994 findet ein Folgetreffen zwischen dem Generaldirektor Belgien von Interbrew und dem Generaldirektor von Alken-Maes statt(71). Den Aufzeichnungen des kaufmännischen Direktors Horeca Belgien zufolge ist bei diesem Treffen über die "Université de Lille" gesprochen worden(72). (64) In einer internen Notiz vom 24. Oktober 1994 fasst der Generaldirektor Belgien die bisherigen Gespräche mit Alken-Maes zusammen und schlägt dem CEO von Interbrew weitere Schritte vor(73): "1. Antwort von 'Green' [Anm. hier: Alken-Maes] auf Interbrews Vorschlag 1.1. Preise In Ordnung, für Pils denselben Preis festzulegen und Kronenbourg etwa 5 % höher. 1.2. Gentlemen's Agreement: - beschränkt auf herkömmliches Horeca; - gilt nicht für nationale Kunden; Präsenz der jeweils anderen Marken in den Bezugsverpflichtungen 1.3. Sämtliche übrigen Elemente: in Ordnung 1.4. Weitere Vorschläge: (...) - Anwendung von Rabatten auf Nettopreise (Anm. Preise ohne Verbrauchsteuer, siehe unter anderem auch Randnummern 96 und 104) (...) Moderate Preiserhöhung im Jahr 1995 (...) (74)". (65) Die Gespräche zwischen dem Generaldirektor Belgien von Interbrew und dem Generaldirektor von Alken-Maes werden am 26. Oktober 1994 fortgesetzt(75). Am 7. November erstattet der Generaldirektor Belgien dem CEO von Interbrew wie folgt Bericht(76): "1. Grundlage sämtlicher Vereinbarungen Überlegung betreffend die Achtung der derzeitigen Marktstellung der jeweils anderen Seite akzeptiert (...) 2. Programm für Gewinnzuwachs Grundlegende Vereinbarung zum Vorgehen in 3 Stufen: A. 1. Priorität Preise im Einzelhandel festlegen Hoechstrabatte oder -prämien für Verkaufsförderung definieren Überprüfung von P.O.S.-Material und Horeca-Kosten Überprüfung von P.O.S.-Investitionen (...) B. 2. Priorität Rationalisierung der Produktion C. 3. Priorität Umstrukturierung des Markts: - Preisgestaltung - Horeca-Investitionen - Schankanlagenkosten - usw. ... 3. Nächste Schritte 04.11.: 'Green' [Anm. hier: Alken-Maes] wird Programm mit Vorgesetzten prüfen Treffen mit den jeweiligen Verkaufsdirektoren, um: - die generelle Überlegung zu bekräftigen - die nächsten Schritte für die '1. Priorität' festzulegen (...)" (77) (66) Das in der Notiz vom 7. November 1994 für den 9. November 1994 angekündigte Treffen findet tatsächlich auch an diesem Tag statt. Im Namen von Interbrew sind der Generaldirektor Belgien, der Direktor Food und der kaufmännische Direktor Belgien und im Namen von Alken-Maes außer dem Generaldirektor auch der Manager Food sowie der Manager Horeca zugegen(78). In einem gesonderten Dokument finden sich das in der Notiz vom 7. November 1994 erwähnte "Programm für Gewinnzuwachs" sowie diesbezügliche Anmerkungen(79). Diese Aufzeichnungen sind möglicherweise bei dem Treffen am 9. November 1994 angefertigt worden und verweisen unter anderem auf eine Preisabsprache im Einzelhandel, wobei der Preis für einen Kasten Pils auf 275 BEF (in der Notiz vom 7. November 1994 unter 1. Priorität aufgeführt) festgesetzt wird(80). Außerdem heißt es, die unter die "3. Priorität" fallenden Punkte würden über die CBB umgesetzt. (67) Zugleich sind während oder anlässlich dieser Zusammenkunft vom kaufmännischen Direktor Horeca Belgien von Interbrew auf den 9. November 1994 datierte Aufzeichnungen angefertigt worden. Unter der Überschrift "spirit" ist unter anderem aufgeführt: "Kreativer Wettbewerb - direkte Angriffe vermeiden - Aufmerksamkeit auf andere Wettbewerber richten - Beratungen"(81). (68) Am 24. November 1994 erörtern der kaufmännische Direktor Horeca Belgien von Interbrew und der Manager Horeca von Alken-Maes strittige Fragen (in Bezug auf spezielle Verkaufsstellen) und das "Project Green"(82). In handschriftlichen Notizen von diesem oder anlässlich dieses Treffen(s) beschreibt der kaufmännische Direktor Horeca von Interbrew die Vereinbarung für den "klassischen Horeca-Sektor" im Einzelnen wie folgt(83):"Einigung, die Getränkebezugsverträge jederzeit zu achten. Keine neuen Verträge, wenn Kunden noch länger als 2 Jahre gebunden sind, das heißt, zunächst der heutigen Brauerei die Möglichkeit einer Verlängerung einräumen. Keine Prospektierung für Spezialitäten in den Pilsverpflichtungen der Konkurrenz (jeder bleibt bei sich). Keine Anreize für Bierverleger, durch die Anhebung von Rabatten die Spezialitäten zu ändern." In diesen Aufzeichnungen versieht der kaufmännische Direktor Horeca Belgien von Interbrew die Vereinbarungen zudem mit einigen kritischen Randbemerkungen. Er merkt unter anderem an, es bestehe die Gefahr, dass eine "dritte Partei das Geschäft macht". 4.3.2.3. Zeitraum 1995 (69) Zusammenfassung 1995 beraten Interbrew und Alken-Maes (sowie Danone) regelmäßig über die Umsetzung der 1994 getroffenen Absprachen. Zugleich nehmen die beiden Brauereien Gespräche über die Einführung eines neuen Preissystems für das Horeca-Segment und den Einzelhandel auf(84). (70) Am 10. Januar 1995 erörtern der Generaldirektor Belgien, der CEO von Interbrew sowie der Generaldirektor der Bier-Sparte von Danone im Brüsseler "Le Roy d'Espagne" die Entwicklung der Beziehungen zwischen Interbrew und Alken-Maes(85). (71) Am 25. Januar 1995 und am 10. Februar 1995 tauschen sich der Generaldirektor Belgien von Interbrew und der Generaldirektor von Alken-Maes unter anderem über den Stand vom "Project Green" aus(86). (72) Am 30. Januar 1995 übermittelt der Manager Horeca von Alken-Maes dem kaufmännischen Direktor Horeca von Interbrew ein Schreiben, in dem die Angebote von Alken-Maes mit denen von Interbrew verglichen werden. Darin stellt er fest: "Daraus muss ich mithin schließen, dass es Interbrew nicht wirklich Ernst mit ihren Bemühungen um einen solideren Horeca-Markt ist, da der Geist unserer regelmäßigen gemeinsamen Beratungen, wohlgemerkt in Anwesenheit und auf ausdrückliche Anregung unserer jeweiligen Hierarchie, offensichtlich negiert wird. (...) Ich bitte um eine Stellungnahme, auch in der Hoffnung, dass Sie die Dinge präzisieren können und - insbesondere - künftig Wiederholung zu vermeiden willens sind. Ich möchte eindeutig zum Ausdruck bringen, dass unsere Gespräche in den CBB-Arbeitsgruppen kaum oder keinerlei Erfolg zeitigen werden, wenn sich bereits jetzt herausstellt, dass wir uns auf dem Gebiet bilateral nicht über einen vernünftigen Standpunkt einigen können."(87). (73) Die Beziehungen und Absprachen auf dem Markt kommen bei einem Treffen am 18. April 1995 in Leuven erneut zur Sprache. Zugegen sind der Generaldirektor Belgien, der kaufmännische Direktor Horeca Belgien und der Direktor Food von Interbrew sowie der Generaldirektor, der Manager Horeca und der Manager Food von Alken-Maes(88). Ein vorbereitendes Dokument des kaufmännischen Direktors Horeca Belgien von Interbrew vom 14. April 1995 listet die entsprechenden Bereiche, Ziele und Instrumente auf(89): ">PLATZ FÜR EINE TABELLE>" (90). Den anlässlich dieser Zusammenkunft angefertigten Aufzeichnungen zufolge ist unter anderem über eine Obergrenze von [...] (Investitions-)Kosten pro Hektoliter gesprochen worden. Zudem haben Interbrew und Alken-Maes den Stand des "Vision 2000"-Projekts innerhalb der CBB erörtert (vgl. zu diesem Projekt auch ab Randnummer 129)(91). (74) Der Controller von Alken-Maes berichtet während einer internen Sitzung bei Alken-Maes am 15. Mai 1995 über die von Interbrew beabsichtigte Einführung ihrer neuen Preise zum 1. Januar 1996 und gibt dazu Einzelheiten bekannt. Zugleich teilt er mit, Interbrew wolle diesbezüglich zu Alken-Maes Kontakt aufnehmen und eine Sitzung sei für den 18. Mai anberaumt. Ziel ist es offensichtlich, "dieselbe Richtung" einzuschlagen(92). Alken-Maes beschließt darauf, die eigene Preisstudie zu beschleunigen, und am 16. Mai 1995 wird einigen Mitgliedern der Geschäftsleitung von Alken-Maes ein Aktionsplan vorgelegt(93). (75) Der Generaldirektor Belgien von Interbrew und der Generaldirektor von Alken-Maes treffen sich am 18. Mai(94). (76) Während einer internen Vorlage der Preisstudie bei Alken-Maes am 12. Juni 1995 heißt es in Bezug auf das neue Preissystem von Interbrew, die "genauen Auswirkungen werden später gemeinsam geprüft. (IB-AM)" und "Alken-Maes muss die erste Phase ebenfalls bis zum 1. Januar 1996 abgeschlossen haben". Als eine Voraussetzung für die Umsetzung zum 1. Januar 1996 wird "+- auf derselben Wellenlänge wie IB liegen" genannt(95). (77) Das nächste Treffen zwischen dem Generaldirektor Belgien von Interbrew und dem Generaldirektor von Alken-Maes findet am 30. Juni 1995 in den Geschäftsräumen von Interbrew statt(96). Am 4. Juli 1995 führt der CEO von Interbrew ein Telefongespräch mit dem Generaldirektor der Bier-Sparte von Danone. Aus der vorbereitenden Notiz des Executive Vice-President Western Europe von Interbrew sowie aus dem Bericht des CEO von Interbrew zu dieser Unterredung geht hervor, dass Interbrew der Meinung ist, ihre Absprachen in Belgien eingehalten zu haben(97): "Wir haben uns an unsere Absprache in Belgien gehalten (...)"(98) (78) In einer internen Notiz (ohne Anlage) vom 12. Juli 1995 zur "Preisfestsetzung - logistisch" erklärt der Generaldirektor Belgien von Interbrew: "Ich halte es für angezeigt, diese Preise mit A-M zu erörtern. Wann ist dies möglich? Als Termin wird der 30.08. vereinbart"(99). (79) Am 28. August 1995 übermittelt der neue Generaldirektor Belgien von Interbrew (zuvor Direktor Food von Interbrew) dem Generaldirektor von Alken-Maes ein Schreiben mit dem folgenden Wortlaut(100): "Ich möchte Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die Beweise der Sympathie danken, die mir anlässlich meiner Bestellung zum Generaldirektor Belgien zuteil geworden sind. Ich werde bestrebt sein, Ihre von vollem Einvernehmen geprägten Beziehungen zu [dem ehemaligen Generaldirektor Belgien von Interbrew] in demselben Geist fortzuführen. Möglichkeiten für eine Gewinn-/Gewinn-Situation entweder direkt oder über eine professionell zu Werke gehende CBB gibt es mehr als genug, und ein umfassender Gedankenaustausch bürgt für Erfolg. Bis zum 1. September." (80) Also nicht am 30. August, sondern am 1. September 1995 findet das Treffen des ehemaligen Generaldirektors Belgien von Interbrew (im August zum Chief Operating Officer (COO) Europe/Asia Pacific/Africa von Interbrew bestellt), des neuen Generaldirektors Belgien von Interbrew und

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.