Europäische Union

Beschluss (EU) 2019/62 der Kommission vom 19. Dezember 2018 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für die Automobilindustrie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)Text von Bedeutung für den EWR.

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Quellenkennung: 32019D0062. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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eltmanagementsystems (UMS) über alle Standorte eines Unternehmens hinweg. Dies ermöglicht die ununterbrochene Überwachung und Verbesserung aller bedeutenden Umweltaspekte. Ein UMS ist ein freiwilliges Hilfsmittel, das Organisationen dabei hilft, eine Umweltpolitik zu erarbeiten, einzuführen, einzuhalten, zu überprüfen und zu überwachen und ihre Umweltleistung zu verbessern. Hoch entwickelte Systeme können gemäß ISO 14001-2015 oder vorzugsweise EMAS eingeführt werden, welche international anerkannte und durch eine dritte Partei zugelassene oder überprüfte Systeme sind. Sie sind auf eine ständige Verbesserung und auf Leistungsvergleiche der Umweltleistung der Organisation ausgerichtet. Anwendbarkeit Ein UMS ist im Prinzip für alle Organisationen und Anlagen geeignet. Der Umfang und die Art eines UMS sowie die entsprechenden Umwelteinflüsse können je nach Größe und Komplexität der Organisation und ihrer Prozesse variieren. In einigen Fällen könnten Aspekte von Wassermanagement, biologischer Vielfalt oder Bodenverunreinigung durch das von Automobilunternehmen eingeführte UMS nicht erfasst oder angezeigt werden; dieses Referenzdokument (Abschnitte 3.2, 3.3, 3.4, 3.5) kann bezüglich dieser Aspekte Orientierung bieten. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwert (i1) Standorte mit einem hoch entwickelten Umweltmanagementsystem (% der Anlagen/Betriebsvorgänge) (i2) Zahl der Umweltleistungsindikatoren, die in der gesamten Organisation allgemein genutzt werden und/oder über die in den Umwelterklärungen berichtet wird; (i3) Gebrauch von internen oder externen Richtwerten zur Förderung der Umweltleistung (J/N) (b1) An allen Produktionsstätten weltweit wurde ein hoch entwickeltes Umweltmanagementsystem eingeführt. 3.2.   Bewährte Praktiken für das Energiemanagement Dieser Abschnitt ist relevant für Hersteller von Automobilen, Einzelteilen und Komponenten. Die wesentlichen Grundsätze sind auch allgemein für zugelassene Verwertungsanlagen für Altfahrzeuge von Bedeutung. 3.2.1.   Einrichtung eines detaillierten Energieüberwachungs- und -managementsystems Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, für die Optimierung des Energieverbrauchs an allen Produktionsstätten eine detaillierte Energieüberwachung auf Prozessebene in Verbindung mit einem Energiemanagementsystem einzuführen, das durch eine dritte Partei zugelassen oder überprüft wurde. An den bewährten Praktiken orientierte Energiemanagement-Pläne enthalten die folgenden Aspekte und sind einem Managementsystem entsprechend gestaltet, das organisatorische Verbesserungen benötigt, wie ein nach ISO 50001 zertifiziertes oder integriertes System im EMAS: — Eine Energiepolitik, eine Strategie und einen Aktionsplan umsetzen; — Für ein aktives Engagement des oberen Managements sorgen; — Leistung messen und überwachen; — Mitarbeiter schulen; — Kommunizieren; — Ständige Verbesserungen fördern; — Investieren. Anwendbarkeit Ein ISO 50001-zertifiziertes oder EMAS-registriertes Energiemanagementsystem ist für jede Anlage oder Standort geeignet. Detaillierte wenn auch nicht immer notwendige Energieüberwachungs- und Managementsysteme einzuführen, kann für jedes Werk von Vorteil sein und sollte auf der geeigneten Ebene in Betracht gezogen werden, um Fortschritte zu machen. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i4) Zahl der Anlagen mit detaillierten Energieüberwachungssystemen (# oder % der Anlagen/Betriebsvorgänge) (i5) Zahl der Anlagen mit einem ISO 50001-zertifizierten oder EMAS-registrierten Energiemanagementsystem (# oder % der Anlagen/Betriebsvorgänge) (b2) Entsprechende Energiemanagementpläne wurden an allen Standorten eingeführt (Organisationsebene) (b3) Eine detaillierte prozessbezogene Überwachung wurde am Standort eingeführt (Standortebene) (b4) Im Werk erfolgen Energiemanagementkontrollen, z. B. um für Standorte mit detaillierter Überwachung Bereiche der Anlage bei Nicht-Betrieb auszuschalten (Standortebene) 3.2.2.   Verbesserung der Effizienz energieverbrauchender Prozesse Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, eine hohe Energieeffizienz sicherzustellen, indem regelmäßige Überprüfungen der energieverbrauchenden Prozesse durchgeführt und Optionen zur Verbesserung von Kontrolle, Management, Reparaturen und/oder Ersatzleistungen ermittelt werden. Die zu befolgenden zentralen Grundsätze zur Erhöhung der Energieeffizienz der Anlagen sind: — Überprüfung der Energieleistung; — Automatisierung und Zeitplanung zur Grundlastreduzierung; — Bereichseinteilung; — Überprüfung auf Lecks und Verluste; — Anbringen von Isolierungen für Leitungen und Ausrüstungen; — Installation von Wärmegewinnungssystemen, z. B. Wärmetauschern; — Aufbau eines Kraft-Wärme-Kopplungssystems (KWK); — Nachrüstungen; — Installation von Möglichkeiten zum Wechseln oder Kombinieren von Energiequellen. Anwendbarkeit Die in diesen bewährten Praktiken genannten Techniken sind im Prinzip sowohl auf neue als auch auf bereits bestehende Anlagen anwendbar. Das Optimierungspotenzial ist jedoch meist größer bei bereits bestehenden Anlagen, die sich über die Jahre organisch weiterentwickelt haben, um den sich ändernden Produktionsauflagen gerecht zu werden, wobei Synergien und Rationalisierungen hier klarere Ergebnisse liefern. Nicht alle Anlagen werden in der Lage sein, eine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) anzuwenden: Bei Anlagen mit geringen Wärmeprozessen oder einem geringen Wärmebedarf ist Kraft-Wärme-Kopplung keine kosteneffiziente Strategie. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i6) Durchführung von regelmäßigen Überprüfungen der Systeme und der Automatisierung, von Reparaturen, Wartungen und Aktualisierungen (% der Standorte) (i7) Globaler Energieverbrauch (kWh) pro Betriebseinheit (13) — 3.2.3.   Erneuerbare und alternative Energienutzung Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, innerhalb oder außerhalb des Betriebs produzierte erneuerbare Energien zu nutzen, um den Energiebedarf einer Fahrzeugfabrik zu decken. Nachdem die Energienutzung so weit wie möglich verringert wurde (siehe Abschnitt 3.2.2), sind folgende erneuerbare oder alternative Energiequellen in Betracht zu ziehen: — Erneuerbare Energien vor Ort, d. h. Erzeugung durch Solarthermie, Fotovoltaik-Solarzellen, Windräder, Erdwärmeanlagen, Biomasse oder Hydroelektrik; — Alternative (potenziell CO2-reduzierte) Quellen vor Ort, wie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung; — Erwerb erneuerbarer Energien außerhalb des Betriebs, entweder direkt oder über große Versorgungsunternehmen. Anwendbarkeit Die Durchführbarkeit, erforderlichen Kosten und Technologien variieren je nach der örtlichen erneuerbaren Ressource. Die Umsetzbarkeit der örtlichen Erzeugung erneuerbarer Energien hängt stark von den Faktoren vor Ort und der Anlage selbst ab, von Klima, Gelände und Boden, von Schatten, Sonne und von der verfügbaren Fläche. Baugenehmigungen können je nach Rechtslage ebenfalls eine administrative Hürde darstellen. Energieerwerb außerhalb des Betriebs ist ganz allgemein möglich, entweder durch Partnerschaften mit Energieerzeugern (d. h. auf lokaler Ebene) oder einfach durch Auswahl einer Energieoption eines Versorgungsunternehmens, was in den meisten Mitgliedstaaten allen Kunden angeboten wird. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i8) Anteil an Produktionsstätten mit Möglichkeiten zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen (%) (i9) Anteil an Energienutzung im Betrieb aus erneuerbaren Energiequellen (%) (i10) Energieverbrauch aus fossilen Brennstoffen (MWh oder TJ) pro Betriebseinheit (b5) Alle Produktionsstätten werden auf die mögliche Nutzung erneuerbarer Energiequellen geprüft (b6) Über die Energienutzung erfolgt eine Berichterstattung unter Angabe des Anteils fossiler und nichtfossiler Energie (b7) Es gilt eine Politik, die auf eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien abzielt 3.2.4.   Optimierung der Beleuchtung in Automobilfabriken Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, den Energieverbrauch für die Beleuchtung zu senken durch die Kombination von optimalem Design, idealer Positionierung, effizienten Beleuchtungstechnologien und bereichsbezogenen Managementstrategien. Ein integrierter Ansatz zur Optimierung der Energieeffizienz von Beleuchtungen muss folgende Elemente berücksichtigen: — Raumgestaltung: soweit möglich, Tageslicht mit künstlichem Licht kombinieren; — Die Positionierung und Verteilung der Lichtquellen optimieren: Höhe und Abstand zwischen den Leuchten im Rahmen der Vorgaben für Wartung, Reinigung, Reparaturfähigkeit und Kosten; — Die Effizienz der Beleuchtungskörper steigern: Auswahl effizienter technischer Lösungen (auf Systemebene), die ausreichend Helligkeit für sicheres Arbeiten bieten; — Bereichsorientiertes Beleuchtungsmanagement: Licht wird an- oder ausgeschaltet je nach Anforderung und Anwesenheit. Eine Kombination der obigen Maßnahmen kann die effektivste und umfassendste Art sein, Energienutzung für die Beleuchtung zu reduzieren. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein anwendbar, wobei unterschiedliche Beleuchtungstechnologien unterschiedliche Anwendungsbereiche und Beschränkungen haben, weshalb sie für bestimmte Arbeitsumgebungen ungeeignet sein könnten. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i11) Einsatz von besser platzierten energieeffizienten Lichtquellen (% der beleuchteten Bereiche innerhalb eines Betriebes, % aller Betriebe). (i12) Einsatz von bereichsbezogenen Strategien für die Beleuchtung (% der beleuchteten Bereiche innerhalb eines Betriebes, % aller Betriebe). (i13) Energieverbrauch von Beleuchtungskörpern (14) (kWh/Jahr für eine Anlage) (i14) Durchschnittliche Effizienz von Leuchten im gesamten Werk (lm/W) (b8) Die energieeffizientesten an die speziellen Anforderungen am Arbeitsplatz angepassten Lichtlösungen kommen an allen Standorten zum Einsatz (b9) Bereichseinteilungspläne wurden an allen Anlagen eingeführt 3.2.5.   Rationale und effiziente Nutzung von Druckluft Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, den Energieverbrauch zu reduzieren, indem der Druckluftverbrauch aufgezeichnet und untersucht wird, Druckluftsysteme optimiert und Lecks beseitigt werden, das Angebot und die Nachfrage nach Luft besser angepasst, die Energieeffizienz von Kompressoren gesteigert und die Wärmerückgewinnung eingeführt wird. Der Druckluftverbrauch kann durch ein umfangreiches Maßnahmenportfolio in drei Bereichen optimiert werden: — Maßnahmen auf der Nachfrageseite: — Fehlnutzung von Druckluft vermeiden und ersetzen; — Die Nutzung von Druckluftgeräten überprüfen; — Die Nachfrage überwachen und steuern; — Bewusstseinsbildende Programme erarbeiten; — Vertriebsnetz und Systemmaßnahmen: — Lecks identifizieren und minimieren — Druckentlastung; — Bereichseinteilung; — Einsatz von Ventilen; — Maßnahmen auf der Angebotsseite: — Kompressorsystem gemäß der Nachfrage bemessen und verwalten; — Die allgemeine Energieeffizienz des Druckluftsystems steigern; — Systemdruck regelmäßig prüfen; — Die Energieeffizienz der Hauptsystemteile steigern; — Filter regelmäßig prüfen; — Für energieeffiziente Trockner und optimale Entwässerung sorgen; — Wärmerückgewinnung installieren. Anwendbarkeit Die Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz von Druckluftsystemen können von allen Unternehmen ungeachtet ihrer Größe angewandt werden, die über solch ein System verfügen. Die Ersetzung von Druckluftgeräten sowie die Beseitigung von Lecks ist allgemein auf alle Systeme anwendbar, unabhängig von ihrem Alter und aktuellem Zustand. Was die Optimierung des Systemdesigns betrifft sind die Empfehlungen insbesondere für Systeme relevant, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben — Schätzungen zufolge trifft dieser Ansatz auf mindestens 50 % aller Druckluftsysteme zu. Betreffend die Nutzung von Abwärme ist eine ständige Nachfrage an Prozesswärme erforderlich, um die bestehenden Energie- und Kosteneinsparpotenziale zu verwirklichen. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i15) Stromverbrauch des Druckluftsystems pro Volumeneinheit an der Verwendungsstelle (kWh/m3 der gelieferten Druckluft) (b10) Der Energieverbrauch des Druckluftsystems beträgt weniger als 0,11 kWh/m3 erzeugte Druckluft für große, bei einem Überdruck von 6,5  bar operierende Anlagen, mit einem normierten Volumenstrom bei 1 013 mbar und 20 oC und Druckschwankungen, die 0,2  bar nicht überschreiten. (b11) Nachdem alle Luftverbraucher ausgeschaltet wurden, bleibt der Netzdruck stabil und die Kompressoren (im Standby-Betrieb) wechseln nicht in den Lastzustand. 3.2.6.   Optimierung der Nutzung von Elektromotoren Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, den Stromverbrauch durch die optimale Nutzung von Elektromotoren zu reduzieren, insbesondere durch den Einsatz von drehzahlvariablen Antrieben, um meist für Anwendungen wie Pumpen die Motordrehzahl an die Nachfrage anzupassen. Elektromotoren kommen in den meisten Produktionsprozessen zum Einsatz und können für eine größere Effizienz optimiert werden. Zu den einleitenden Schritten gehören die Erforschung möglicher Optionen zur Reduzierung der Motorlast und eine Überprüfung der Stromqualität, der Motorsteuerung und der Motor- und Übertragungseffizienz. Eine Ersetzung kann in Betracht gezogen werden, da moderne energieeffiziente Motoren den Energieverbrauch im Vergleich zu älteren Modellen bis zu 40 % senken können. Eine weitere Verbesserung für drehzahlvariable/lastvariable Anwendungen ist die Installation von drehzahlvariablen Antrieben, um den Motorbetrieb für einen minimalen Verlust elektronisch anzupassen. Dies ist von besonderem Interesse und birgt das größte Einsparpotenzial für gängige Anwendungen wie Pumpen und Ventilatoren. Kurze Amortisationszeiten machen diese Investitionen oft wirtschaftlich attraktiv. Anwendbarkeit Die Art der Belastung und der geeignete Elektromotor müssen vor der Beurteilung des Optimierungspotenzials berücksichtigt werden. Die Nachrüstung stellt das größte Optimierungspotenzial dar, nachdem geprüft wurde, ob ein Motor mit geringerer Nennleistung installiert werden kann (wenn die Last reduziert wird), und z. B. Größe, Gewicht und Startfähigkeit berücksichtigt wurden. Aber auch bei Neubauten oder Neuanschaffungen hat eine möglichst nutzungsnahe Anpassung der Motorauswahl das Potenzial für einen optimierten Betrieb. Bei der Betrachtung des drehzahlvariablen Antriebs sind vor allem harmonische Verzerrungen, Kühlprobleme bei niedrigen Drehzahlen und mechanische Resonanzen bei bestimmten Drehzahlen zu berücksichtigen. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i16) Anteil an Elektromotoren mit Drehzahlregelung (% der installierten Gesamtleistung bzw. der Gesamtzahl) (i17) Anteil an Pumpen mit Drehzahlregelung (% der installierten Gesamtleistung bzw. der Gesamtzahl) (i18) Durchschnittlicher Pumpenwirkungsgrad (%) — 3.3.   Bewährte Praktiken für die Abfallwirtschaft Dieser Abschnitt betrifft Hersteller von Automobilen, Einzelteilen und Komponenten und ist allgemein von Bedeutung für zugelassene Verwertungsanlagen für Altfahrzeuge. 3.3.1.   Abfallvermeidung und Abfallwirtschaft Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, eine übergreifende organisatorische Abfallwirtschaftsstrategie mit hohen Zielvorgaben für die Abfallminimierung zu erarbeiten und auf Standortebene mit maßgeschneiderten Abfallwirtschaftsplänen umzusetzen, welche die Abfallproduktion während des Betriebs minimieren und strategische Partnerschaften einzugehen, um Märkte für die verbleibenden Abfallfraktionen zu finden. Eine wirksame organisatorische Abfallwirtschaftsstrategie zielt darauf ab, die Endlagerung zu vermeiden, indem sie der Abfallhierarchie folgt (15), d. h. in der Reihenfolge ihrer Priorität. — Reduzierung durch vorausschauendes Planen, Verlängerung der Lebensdauer des Produkts bevor es zu Abfall wird, verbesserte Fertigungsmethoden und das Management des Abfalls in der Lieferkette; — Materialien in ihrer aktuellen Form wiederverwenden; — Recycling durch die Einrichtung von: — Sammlung und Trennung; — Messung und Überwachung der Abfallproduktion; — Prozeduren und Vorgehensweisen; — Bereitstellung einer Abfalllogistik; — Partnerschaften und Engagement der Interessenträger — Energiegewinnung aus Abfall durch Verbrennung oder fortschrittlichere Techniken. Anwendbarkeit Begrenzte lokale Recycling-Infrastrukturen und Abfallbeseitigungsvorschriften in bestimmten Regionen können ein Hindernis für die Vermeidung von Deponieverfüllungen sein. In diesen Fällen ist die Zusammenarbeit mit lokalen Interessenträgern ein wichtiger Aspekt des Abfallwirtschaftsplans. Bei der Auswahl der am besten geeigneten Abfallbehandlungsoptionen werden sowohl die Logistik als auch Materialeigenschaften und der wirtschaftliche Wert berücksichtigt. Kleine und mittlere Unternehmen sind möglicherweise nicht in der Lage, sich die Kapitalkosten einiger Abfallreduzierungstechniken zu leisten, die neue Geräte, Schulungen oder Software erfordern. Schließlich können sehr ehrgeizige Ziele wie die Vermeidung von Deponieverfüllungen für einige Anlagen je nach Grad der vertikalen Integration der Prozesse in der Anlage nicht erreicht werden. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i19) Abfallproduktion pro Betriebseinheit (kg/Betriebseinheit) (i20) Produktion von gefährlichem Abfall pro Betriebseinheit (kg/Betriebseinheit) (i21) Abfälle, die in bestimmte Ströme geleitet werden, einschließlich Recycling, Energierückgewinnung und Deponierung (kg/Betriebseinheit, % Gesamtabfall). (i22) Erarbeitung und Umsetzung einer übergreifenden Abfallstrategie mit Überwachung und Verbesserungszielen (J/N) (i23) [Für Organisationen mit mehreren Standorten] Anzahl der Standorte mit fortgeschrittenen Abfallwirtschaftsplänen (#) (i24) [Für Organisationen mit mehreren Standorten] Anzahl der Standorte, die keinen Abfall auf die Deponie bringen (#) (b12) Abfallwirtschaftspläne eingeführt [an allen Standorten] (b13) Keine Deponierung von Abfällen aus allen Produktions- und Nicht-Produktionstätigkeiten/Standorten 3.4.   Bewährte Praktiken für das Wassermanagement Dieser Abschnitt ist relevant für Hersteller von Automobilen, Einzelteilen und Komponenten. Die wesentlichen Grundsätze sind auch allgemein von Bedeutung für zugelassene Verwertungsanlagen für Altfahrzeuge. 3.4.1.   Wassernutzungsstrategie und Wassermanagement Wassermanagement ist ein Thema von steigendem Interesse, das in der Regel nicht im Detail in Standard-Umweltmanagementsystemen behandelt wird. Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht deshalb darin, Überwachungen durchzuführen und eine Überprüfung der wasserwirtschaftlichen Fragen nach einem anerkannten konsolidierten Rahmen für das Wassermanagement durchzuführen, die den Organisationen folgendes ermöglicht: — Bewertung des Wasserverbrauchs und -abflusses; — Bewertung des Risikos in Bezug auf das Einzugsgebiet und die Lieferkette; — Erstellung eines Plans zur effizienteren Wassernutzung und Verbesserung der Abwasserableitung; — Zusammenarbeit mit der Lieferkette und anderen Organisationen; — Die Organisation und andere zur Verantwortung ziehen; — Kommunikation der Ergebnisse. Anwendbarkeit Wassermanagement ist ein stark lokales Thema: Der gleiche Wasserverbrauch könnte die verfügbaren Wasserressourcen in wasserarmen Regionen stark belasten, während er in Gebieten mit hoher Wasserversorgung kein Problem darstellt. Die Anstrengungen der Unternehmen im Bereich des Wassermanagements müssen daher in einem angemessenen Verhältnis zur lokalen Situation stehen. Es gibt Herausforderungen im Zusammenhang mit der Sammlung ausreichender Daten für eine vollständige Wasserverträglichkeitsprüfung. Daher sollten Organisationen ihre Bemühungen auf die wasserintensivsten Prozesse, Gebiete und Produkte sowie auf die Gebiete konzentrieren, in denen ein hohes Wasserknappheitsrisiko besteht. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i25) Wassernutzung pro Betriebseinheit (m3/Betriebseinheit) (i26) Standorte, die eine Wasserstrategieprüfung durchgeführt haben (% der Anlagen/Betriebsvorgänge) (i27) Standorte mit Überwachung der Wassernutzung (%) (i28) Standorte mit getrennter Wasserüberwachung für Produktionsprozesse und sanitäre Nutzung (%) (b14) Einführung einer Wasserstrategie nach einem anerkannten Instrument wie dem CEO Water Mandate, das eine Bewertung der Wasserknappheit integriert. (b15) Der Wasserverbrauch im Betrieb wird pro Standort und pro Prozess und ggf. mittels automatisierter Software gemessen. 3.4.2.   Wassersparmöglichkeiten in Automobilfabriken Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, den Wasserverbrauch an allen Standorten zu minimieren, die Umsetzung von Maßnahmen zur Wassereffizienz regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass die meisten Verfahren und Geräte als hocheffizient eingestuft werden. Das Potenzial der Wassereinsparung in der gesamten Anlage (16) kann ausgeschöpft werden durch: — Die Vermeidung von Wasserverbrauch: — Alle Bereiche vor dem Abspritzen trocken fegen; — Lecks beseitigen; — Alternativen zu Flüssigkeitsringpumpen verwenden; — Die Reduzierung des Wasserverbrauchs: — Die Effizienz der Betriebsvorgänge verbessern; — Durchflussbegrenzer an der Leitungswasserleitung montieren; — Zum Spülen/Abspritzen wassersparende Düsen verwenden; — Eine Zeitschaltuhr zur Spülsteuerung verwenden; — Wassersparende Personaleinrichtungen installieren; — Einsatz von Ultraschall-Reinigungsverfahren; — Gegenstromspülung; — Zwischenstufenspülung. Anwendbarkeit Wassersparende Geräte sind breit einsetzbar und beeinträchtigen die Leistung nicht, wenn sie richtig gewählt und installiert werden. Zugehörige Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i25) Wassernutzung pro Betriebseinheit (m3/Betriebseinheit) (I29) Anteil der Betriebsvorgänge an bestehenden Standorten, die mit wassersparenden Sanitäreinrichtungen und Verfahren nachgerüstet sind (%) (i30) Anteil neuer Standorte mit wassersparenden Geräten und Verfahren (%) (b16) Alle neuen Standorte sind mit wassersparenden Sanitäreinrichtungen ausgestattet, und die Nachrüstung von wassersparenden Einrichtungen erfolgt schrittweise an allen bestehenden Standorten 3.4.3.   Wasserrecycling und Regenwasserkollekte Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, die Verwendung von Wasser hoher Qualität bei Prozessen zu vermeiden, wo dies möglich ist, sowie die Wiederverwendung und das Recycling zu fördern, um den verbleibenden Bedarf zu decken. Für viele Verwendungen wie z. B. Kühlwasser, Toiletten- und Urinalspülung, Fahrzeug/Komponentenreinigung und Bewässerung (außer Pflanzenbewässerung) ist es möglich, Trinkwasser oder Wasser hoher Qualität durch rückgewonnenes Wasser aus Regenwasser oder recyceltem Wasser aus anderen Quellen zu ersetzen. Die Installation dieser Systeme benötigt in der Regel folgende E

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.