Europäische Union

2006/250/EG: Entscheidung der Kommission vom 3. Mai 2005 über die Beihilferegelung Eigenkapitalfonds die das Vereinigte Königreich durchführen will (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2005) 1144) (Text von Bedeutung für den EWR)

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pitalmarktlücke betrifft mittlerweile Finanzierungsbeträge, die deutlich über den in der Mitteilung festgelegten Höchstbeträgen liegen. Risikokapitalfonds konzentrieren sich verstärkt auf immer größere Investitionen sowie auf etablierte Unternehmen. 63. In seiner Stellungnahme zur Einleitung des förmlichen Prüfverfahrens hat Ungarn Folgendes festgestellt: a. Das vom Vereinigten Königreich vorgeschlagene Modell der Eigenkapitalfonds sollte im Hinblick auf eine Anwendung in Ungarn geprüft werden. b. In Ungarn war 2003 ebenfalls eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Finanzierungsbeträgen zu beobachten. Während 14 % der gesamten privaten Investitionen in Ungarn auf Finanzierungsbeträge unter 2,5 Mio. EUR entfielen, flossen die verbleibenden 86 % der privaten Investitionen in Transaktionen mit einem Volumen über 5 Mio. EUR. Es gab praktisch keine Investitionen in der Größenordnung zwischen 2,5 Mio. EUR und 5 Mio. EUR. c. Eine zu strenge Auslegung der bereits knapp bemessenen Höchstbeträge, die in der Mitteilung festgelegt sind, könnte öffentliche Maßnahmen zur Schließung dieser erheblichen Kapitalmarktlücke verhindern und so das Wachstumspotenzial von KMU blockieren. d. Statt Höchstbeträge festzulegen, sollte die Kommission ein Kontrollsystem entwickeln, das es ihr ermöglicht, die Entwicklung der Märkte abhängig von der jeweiligen Entwicklungsstufe der Mitgliedstaaten und ihrer Kapitalmärkte zu beobachten. 64. Litauen berichtete in seiner Stellungnahme zur Einleitung des förmlichen Prüfverfahrens über folgende Erfahrungen: a. Anlagen mit privatem Beteiligungskapital konzentrieren sich verstärkt auf größere Fonds und Investitionen in relativ etablierte, größere Unternehmen, während der Umfang der Investitionen in kleinere, junge Unternehmen proportional geringer ist. b. Die Eigenkapitalfonds-Regelung kann ein wichtiges Element der Strategie zur Beseitigung der Hindernisse für eine erfolgreiche Unternehmertätigkeit sein und steht daher im Einklang mit den Zielen der Gemeinschaft in den Bereichen unternehmerische Initiative und Innovation. Stellungnahmen von Verbänden und akademischen Kreisen 65. Von der Confederation of British Industry (CBI) wird der Vorschlag des Vereinigten Königreichs zur Einrichtung von Eigenkapitalfonds ausdrücklich unterstützt. Der Verband ist der Ansicht, dass die bestehende Marktlücke Investitionen in einer Größenordnung von 250 000 GBP (357 000 EUR) bis 3 Mio. GBP (4,3 Mio. EUR) betrifft und mit den Eigenkapitalfonds daher eine klar erkennbare Marktlücke bei der Finanzierung von Wachstumsunternehmen beseitigt wird. 66. Die Nederlandse Vereniging van Participatiemaatschappijen (NVP) stellt fest, dass am unteren Ende des Marktes bis zu einer Investitionshöhe von 2,5 Mio. EUR eine deutliche Kapitalmarktlücke besteht. Zwar kann diese Lücke von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat variieren, gravierende Unterschiede bestehen jedoch nicht. 67. Der niederländische Industrie- und Arbeitgeberverband VNO-NCW bestätigt die Beobachtungen von CBI und NVP, insbesondere im Hinblick auf den Umfang der Kapitalmarktlücke. 68. Das Institute of Chartered Accountants in England and Wales geht davon aus, dass eine Kapitalmarktlücke besteht, die möglicherweise sogar Investitionen bis zu einer Größenordnung von 5 Mio. GBP (7 Mio. EUR) betreffen könnte, und nennt dafür folgende Gründe: a) Die meisten professionellen Beteiligungskapitalgeber sind nicht an Investitionen unter 3 Mio. GBP (4,3 Mio. EUR) interessiert. b) Die Erfahrungen zeigen, dass nur wenige Risikokapitalgesellschaften im Vereinigten Königreich aktiv in Unternehmen mit einem Investitionsbedarf von 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) oder darunter investieren. Daher ist im 12-Monats-Zeitraum die Anzahl der kleinen Unternehmen sehr gering, die Finanzierungsbeträge von 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) oder in einer ähnlichen Größenordnung aus diesen Quellen erhalten. Für andere Kapitalgeber kann diese Investitionshöhe interessant sein, entweder im Rahmen einer sehr viel größeren Finanzierungsrunde mit einem Volumen über 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) oder wenn sie sich an der Finanzierung eines Management-Buy-out (MBO) oder eines Eigentümerwechsels in einem Unternehmen beteiligen, aber dies ist keine systematische Entwicklung. c) Die professionellen Risikokapitalgesellschaften im Vereinigten Königreich haben einen aktiven Sektor für privates Beteiligungskapital aufgebaut, der mittlere bis große Finanzierungsbeträge bereitstellt und dessen Schwerpunkt darin besteht, entweder große Anteile an oder die Kontrolle über sehr profitable und große Unternehmen zu erlangen. In den letzten fünf bis sechs Jahren scheint sich die Zahl der Risikokapitalgesellschaften, die gezielt Mittel für Investitionen in eine beträchtliche Anzahl kleiner Unternehmen mit einem Investitionsbedarf in der Größenordnung bis zu 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) bereitstellen, verringert zu haben. Nach Ansicht des Instituts wird die vorgeschlagene Eigenkapitalfonds-Regelung eine wertvolle Finanzierungsquelle für Unternehmen sein, die relative geringe Beträge an Beteiligungskapital benötigen. Außerdem wird ein spezieller Fonds für diesen Sektor andere Investoren ermutigen, sich ebenfalls an der Bereitstellung kleiner Finanzierungsbeträge zu beteiligen, statt nur gelegentlich und bei guten Ertragsaussichten in diesem Segment aktiv zu werden. 69. Einem Bericht der England’s Regional Development Agencies zufolge hat eine kürzlich von der Advantage West Midlands RDA durchgeführte Studie ergeben, dass für die Unternehmen, die Finanzierungsbeträge zwischen 250 000 GBP (357 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) aufnehmen wollen, der Zugang zu Wachstumskapital am schwierigsten ist. Folgende Fakten belegen dies: a) Die Studie zeigt, dass sich die Kapitalmarktlücke seit 1999 bzw. 2000 vergrößert hat, da es bei den formellen Risikokapitalinvestitionen eine Verlagerung auf höhere Finanzierungsbeträge zwischen 2 Mio. GBP und 3 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR bis 4,2 Mio. EUR) gegeben hat. b) Für das untere Ende des Risikokapitalmarkts sind im Vereinigten Königreich mehrere Instrumente vorhanden, mit denen kleinere Beträge an Wachstumskapital für KMU bereitgestellt werden können. Wie die aktuellen Berichte belegen, gibt es jedoch eine große Zahl von Unternehmen mit einem Investitionsbedarf, der den Höchstbetrag von 250 000 GBP (357 000 EUR) erheblich übersteigt. 70. Die Northwest Regional Development Agency hat folgende Stellungnahme vorgelegt: a) Der Finanzierungsbedarf von Beteiligungsnehmern, die eine Anschlussfinanzierung zwischen 750 000 EUR und 2,9 Mio. EUR benötigen, ist für die meisten Risikokapitalgeber nicht interessant. b) Im Risikokapitalsektor des Vereinigten Königreichs bewegt sich die Mindestgrenze für Investitionen auf einen Wert von 5 Mio. GBP (7 Mio. EUR) zu. c) Die tatsächliche Kapitalmarktlücke im Vereinigten Königreich dürfte in einer Größenordnung zwischen 3 Mio. GBP und 5 Mio. GBP (5,2 Mio. EUR bis 7 Mio. EUR) liegen. d) Wenn die Kommission das Vorliegen eines Marktversagens unterhalb von 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) anerkennt, wird dies wesentlich und entscheidend zur Förderung von Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial im Vereinigten Königreich beitragen. 71. Auf der Grundlage persönlicher Gespräche mit Technologietransferexperten von über 50 Universitäten im Vereinigten Königreich nimmt die University of Warwick Stellung zum Risikokapitalmarkt für Unternehmen in der Frühphase und insbesondere zu den Problemen von Spin-off-Unternehmen im Hochschulbereich. Dabei werden folgende Aspekte hervorgehoben: a) Während Spin-off-Unternehmen von Universitäten anscheinend relativ einfach kleinere Beträge über Zuschuss- und Beteiligungsfinanzierungen bis zu 500 000 GBP (700 000 EUR) beschaffen können, gibt es relativ wenige Quellen, die Kapital von mehr als 500 000 GBP (700 000 EUR) bereitstellen. Die wichtigste, und häufig einzige Quelle für Risikokapitalbeteiligungen in dieser Phase sind Risikokapitalgesellschaften, die sich auf den Technologiebereich spezialisiert haben. b) Es gibt relativ wenige auf diesen Bereich spezialisierte Risikokapitalgesellschaften und alle haben nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Das Wachstum einzelner Spin-off-Unternehmen wird durch den Mangel an Beteiligungskapital in dieser Größenordnung eingeschränkt und verlangsamt. c) Weniger als eines von 15 Spin-off-Unternehmen aus der Bezugsgruppe hat Beteiligungskapital in der Größenordnung von 500 000 GBP (700 000 EUR) bis 1 Mio. GBP (1,4 Mio. EUR) aufgenommen. d) Alle Spin-off-Unternehmen von Universitäten, die Beteiligungskapital zwischen 1 Mio. GBP und (1,4 Mio. EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) aufnehmen wollen, sind im Wesentlichen mit denselben Problemen konfrontiert. Weil die Quellen begrenzt sind und weil sich diese Unternehmen auf einem ähnlichen Entwicklungsstand befinden, stoßen sie bei der Beschaffung von Kapital bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) auf dieselben Schwierigkeiten. e) Keine der befragten Universitäten konnte Kapital in einer Größenordnung von 1 Mio. GBP (1,4 Mio. EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) für Spin-off-Unternehmen bereitstellen. Liegt der Finanzierungsbedarf dagegen oberhalb von 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR), können Spin-off-Unternehmen von Universitäten auf mehr Quellen für Beteiligungskapital zurückgreifen. Stellungnahmen von privaten Risikokapitalgesellschaften 72. Northern Enterprise Limited (Nelfunding) geht davon aus, dass im Vereinigten Königreich ein Marktversagen für Risikokapitalinvestitionen unter 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) vorliegt, das negative Auswirkungen auf die Entwicklung von KMU hat. 73. Stonesfield Capital Limited investiert aktiv in den Bereich zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR), in dem die mit den Eigenkapitalfonds anvisierte Kapitalmarktlücke besteht, und hat folgende Stellungnahme übermittelt: a) Im Vereinigten Königreich ist das Kapitalangebot für Investitionen in einer Größenordnung zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) äußerst begrenzt. Es besteht eine erhebliche Kapitalmarktlücke für kleine Unternehmen, die Mittel in dieser Höhe benötigen, und diese Lücke wird nicht kleiner, sondern eher noch größer. b) Nach dem jüngsten Bericht über die Investitionstätigkeit 2003 („Report on Investment Activity 2003“) der British Venture Capital Association sind die Investitionen in Unternehmen in der Frühphase zwischen 2001 und 2003 um 32 % zurückgegangen. c) Im selben Zeitraum sank die Rendite von Frühphasenfonds ebenfalls deutlich. Die langfristige jährliche Rendite, die Investoren mit Frühphasenfonds erwirtschaften konnten, verringerte sich von 14,1 % im Jahr 2001 auf 4,7 % im Jahr 2003. d) Sowohl der Rückgang bei den Investitionen als auch bei der Rendite in diesem Zeitraum hat dazu geführt, dass sich einige Risikokapitalgeber für Unternehmen in der Frühphase aus dem Markt zurückgezogen haben. e) Diese Entwicklungen auf dem Markt spiegeln sich auch in der durchschnittlichen Investitionshöhe in Unternehmen in der Frühphase wieder. 2001 lag die durchschnittliche Investitionshöhe bei 1 Mio. GBP (1,4 Mio. EUR). 2003 war sie bereits auf 1,6 Mio. GBP (2,3 Mio. EUR) gestiegen. f) Dies zeigt, dass Investoren im Risikokapitalmarkt meist größere Summen investieren, um das Risiko zu verringern, und so zur Vergrößerung der Kapitalmarktlücke auf bis zu 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) beitragen. g) Am schwersten haben es Unternehmen, die Beträge zwischen 1 Mio. GBP (1,4 Mio. EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) aufnehmen wollen. Investitionen bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) unterschreiten bei den meisten Risikokapitalgesellschaften die Mindestgrenze. h) Die Mittelaufnahme für Risikokapitalinvestitionen in Unternehmen in der Frühphase ging zwischen 2001 und 2003 um 73 % zurück. 2001 wurden 1,4 Mrd. GBP (2 Mrd. EUR) für Risikokapitalinvestitionen in Unternehmen in der Frühphase aufgenommen, während es 2003 nur noch 369 Mio. GBP (517 Mio. EUR) waren. Nur 1 % dieser 369 Mio. GBP (517 Mio. EUR), die 2003 aufgenommen wurden, entfielen auf Finanzierungsbeträge unter 10 Mio. GBP (14 Mio. EUR). i) Eine höhere Mittelaufnahme, die 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) überschreitet, kommt für KMU nicht in Betracht, weil sie aufgrund ihrer Größe und ihrer Entwicklungsphase nicht die notwendige Reife besitzen und die Verwässerung für den Unternehmer zu groß wäre. Das bedeutet, dass eine erhebliche Finanzierungslücke besteht, die geschlossen werden muss, damit sich diese KMU zu erfolgreichen größeren Unternehmen entwickeln können. Die Bereitstellung von Finanzmitteln zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) ist für das Überleben und das Wachstum zahlreicher kleiner Unternehmen unverzichtbar. 74. Von der YFM Group wurde folgende Stellungnahme vorgelegt: a) Nach der aktuellen Statistik der British Venture Capital Association (BVCA) wurden 2003 von den Mitgliedern der BVCA 724 Mio. GBP (1 Mrd. EUR) in 1 015 britische Unternehmen investiert, wobei die Finanzierungsbeträge jeweils unter 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) lagen. b) Ein völlig anderes Bild ergibt sich, wenn man die Finanzierungsbeträge unter 500 000 GBP (700 000 EUR) abzieht. Im Jahr 2000 wurden insgesamt 481 Mio. GBP (675 Mio. EUR) in 348 Unternehmen investiert. Die Finanzierungsbeträge lagen in einer Größenordnung zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR). 2003 lag die Investitionssumme nur noch bei 286 Mio. GBP (400 Mio. EUR), das ist gegenüber dem Jahr 2000 ein Rückgang um 41 %, und die Zahl der Unternehmen, in die investiert wurde, sank auf 277. c) Diese Zahlen beinhalten Management-Buy-outs (MBO), Management-Buy-ins (MBI), Expansionen in späteren Phasen, den Erwerb von Anteilen auf dem Sekundärmarkt und Transaktionen zur Refinanzierung von Bankkrediten. Berücksichtigt man diese Transaktionen nicht und konzentriert sich stattdessen nur auf Investitionen in Unternehmensgründungen und Unternehmen in der Frühphase, fallen sowohl das Investitionsvolumen als auch die Anzahl der Unternehmen, die Mittel erhalten haben, sogar noch geringer aus. d) Die Investitionen in Unternehmensgründung und Unternehmen in der Frühphase sind unabhängig von der Höhe der Finanzierungsbeträge von insgesamt 703 Mio. GBP (984 Mio. EUR) im Jahr 2000 auf 263 Mio. GBP (368 Mio. EUR) im Jahr 2003 gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 63 %. e) Dank der Anstrengungen der Europäischen Kommission und der britischen Regierung ist nun wieder ein Anstieg bei der Zahl und dem Wert der Transaktionen im Marktsegment bis 500 000 GBP (700 000 EUR) zu beobachten. f) Im nächsthöheren Segment führt die Verlagerung des Finanzsektors im Vereinigten Königreich auf immer größere Transaktionen zu einer Finanzierungslücke. Das begrenzte Angebot entwickelt sich zu einem gravierenden Problem. Unternehmen, die Investitionen in einer Größenordnung von unter 500 000 GBP (700 000 EUR) erhalten haben und nun Nachfolgeinvestitionen in erheblichem Umfang benötigen, können die erforderlichen Mittel nicht aufnehmen, weil im Bereich zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) eine Finanzierungslücke besteht. 75. Von Close Venture Management Limited wurde auf folgende Punkte hingewiesen: a) Vieles deutet darauf hin, dass von der Kapitalmarktlücke, die sich im Laufe der Zeit ausgeweitet hat, mittlerweile Investitionen im Bereich von 500 000 GBP (700 000 EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) betroffen sind. Im Laufe der Zeit und mit steigendem Fondsvermögen haben sich Risikokapitalgeber aus dem Segment unterhalb von 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) zurückgezogen. b) Das ist symptomatisch für einen weit verbreiteten und unausweichlichen Trend. Wenn Investmentmanager erfolgreich arbeiten, wächst das von ihnen verwaltete Vermögen und dies ermöglicht ihnen immer größere Transaktionen. Wegen potenzieller Größenvorteile im Sektor für Risikokapital/privates Beteiligungskapital verzichten Investmentmanager in der Regel sobald es ihnen möglich ist auf kleinere Transaktionen. c) Das heißt, dass es im Vereinigten Königreich nur sehr wenige professionelle oder institutionelle Investoren im Segment bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) gibt. Derzeit können 60 % des Investitionsbedarfs in der Größenordnung zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) nicht gedeckt werden, weil nicht genügend Risikokapitalgeber vorhanden sind. 76. Enterprise Corporate Finance Limited berichtet, dass es immer schwieriger wird, Kapital in einer Größenordnung zwischen 500 000 GBP (700 000 EUR) und 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) für ihre Unternehmenskunden zu beschaffen: a) Der Hauptgrund besteht nicht in der mangelnden Qualität der Investitionsmöglichkeiten selbst, sondern in der sinkenden Bereitschaft von Risikokapitalgebern, kleine Beträge in solche Unternehmen zu investieren. b) Der Markt hat sich in den letzten Jahren erheblich verschlechtert, so dass bei Transaktionen unter 5 Mio. GBP (7 Mio. EUR) mittlerweile nur geringe Chancen bestehen, die benötigten Mittel zu erhalten, auch wenn der Beteiligungsnehmer die besten Voraussetzungen mitbringt. c) Besonders gravierend ist das Problem für die Unternehmen, die Mittel in der Größenordnung von 250 000 GBP (357 000 EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) benötigen, vor allem wegen der abschreckend hohen Kosten und der unzureichenden Kompetenzen im kaufmännischen Bereich. Der größte Anteil der Risikokapitalfinanzierung fließt in größere, reifere Unternehmen, die Sicherheiten bieten und nachweisen können, dass sie Gewinne machen. 77. Die 3i Group hebt in ihrer Stellungnahme Folgendes hervor: a) In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich vor dem Hintergrund sinkender Renditen für Investitionen in Unternehmen in der Frühphase sowie in kleinere Wachstumsunternehmen ein grundlegender Wandel im Risikokapitalmarkt vollzogen. b) Dies hat in Verbindung mit einem branchenweiten Trend hin zu größeren Investitionen und vorsichtigeren Investitionsstrategien zu einem Rückgang der Investitionstätigkeit am unteren Ende des Marktes geführt. Die 3i Group geht davon aus, dass sich die Kapitalmarktlücke von 500 000 GBP (700 000 EUR) bis 1 Mio. GBP (1,4 Mio. EUR) mittlerweile auf einen Bereich bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) ausgeweitet hat. Auch die 3i Group hat ihre Investitionen in diesem Marksegment erheblich reduziert. Während sie 2001 europaweit noch etwa 1,1 Mrd. EUR an Risikokapital für Unternehmen in der Frühphase bereitgestellt hat, wurden die Investitionen der 3i Group in dieser Unternehmenskategorie in der Zwischenzeit erheblich verringert, was dazu geführt hat, dass 2004 nur noch rund 150 Mio. EUR in diesem Marktsegment investiert wurden. 78. Cavendish Asset Management Limited schließt sich der Stellungnahme des Institute of Chartered Accountants in England and Wales unter Ziffer 68 an. V.   STELLUNGNAHME DES VEREINIGTEN KÖNIGREICHS 79. Die Stellungnahme des Vereinigten Königreichs zum Beschluss der Kommission, das förmliche Prüfverfahren nach Artikel 88 Absatz 2 EG-Vertrag einzuleiten, sowie zu den Stellungnahmen der Beteiligten wird unter den Ziffern 80 bis 96 zusammengefasst. 80. Obgleich sich der Zugang zur Fremdfinanzierung seit Mitte der 90er Jahre für die meisten Unternehmen im Vereinigten Königreich verbessert hat, ist es für eine nicht unerhebliche Minderheit der KMU mit hohem Wachstumspotenzial weiterhin schwierig, Beteiligungskapital zu beschaffen. 81. Beteiligungskapital eignet sich für Unternehmen in einer frühen Phase ihrer Entwicklung, deren Einnahmen für die Rückzahlung von Kreditzinsen noch nicht ausreichen. Weiter kann es in Unternehmen eingesetzt werden, die neue Technologien oder Produkte entwickeln oder neue Märke erschließen und ein hohes Wachstumspotenzial bieten, gleichzeitig aber auch ein erhebliches Risiko bergen. 82. Die öffentliche Konsultation über den Zugang kleiner Unternehmen zu Wachstumskapital, die aggregierten Daten des BVCA sowie wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass im Vereinigten Königreich eine Kapitalmarktlücke besteht, von der Unternehmen betroffen sind, die Beteiligungskapital in der Größenordnung von 250 000 GBP (357 000 EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) aufnehmen wollen. 83. Die Kapitalmarktlücke hat sich in den letzten Jahren vergrößert, insbesondere seit 1999, was unter anderem auf den Erfolg des Sektors für privates Beteiligungskapital und die verstärkte Konzentration auf größere Investitionen zurückzuführen ist. Die durchschnittliche Investitionshöhe ist erheblich gestiegen, da Risikokapitalgesellschaften zunehmend versuchen, von Größenvorteilen zu profitieren. 84. Für KMU in der Frühphase ist die Kapitalmarktlücke in den letzten Jahren noch problematischer geworden, da es eine deutliche Verlagerung der Investitionen von Risikokapitalgebern auf andere Arten von Investitionen gegeben hat. Bei Risikokapitalinvestitionen ist eine Tendenz zu Investitionen in späteren Entwicklungsphasen sowie in Management-Buy-outs (MBO) und Management-Buy-ins (MBI) erkennbar. 85. Die aktuellen BVCA-Daten für 2003 zeigen einen anhaltenden Trend hin zu Investitionen in Unternehmen in einer späteren Entwicklungsphase und insbesondere zu großen Buy-outs. Bei den Risikokapitalinvestitionen im Vereinigten Königreich lag der Anteil der Frühphaseninvestitionen 2003 bei nur 6,5 % oder unter 0,02 % des BIP. Zwischen 1998 und 2001 wurden noch durchschnittlich 0,05 % des BIP in Unternehmen in der Frühphase investiert. 86. Es wird damit gerechnet, dass sich neue Risikokapitalfonds verstärkt auf größere Investitionen in bereits etablierte Unternehmen konzentrieren werden. Nach den neuesten Daten der BVCA werden voraussichtlich nur 4 % der aufgenommenen Mittel in Frühphaseninvestitionen, 3 % in Expansionsinvestitionen und 1 % in MBO unter 10 Mio. GBP fließen. Nur noch 3 % der aufgenommenen Mittel werden den Prognosen zufolge für Technologieinvestitionen in der Früh- oder Expansionsphase bereitgestellt, verglichen mit 5 % im Jahr 2002. 87. Weiter belegen die Daten, dass nur ein Viertel der Investitionen, die im Bereich der Kapitalmarktlücke von 250 000 GBP (357 000 EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) getätigt werden, Investitionen von Einzelinvestoren in Unternehmensgründungen sind. Von den rund 1 000 Investitionen unter 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR), die im Zeitraum 2000-2002 getätigt wurden, waren über 70 % Nachfolgeinvestitionen. 88. Während sich Risikokapitalgesellschaften verstärkt auf größere Investitionsvolumina konzentrieren, gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich im unteren Segment des Marktes neue Risikokapitalgeber etablieren. Im Risikokapitalsektor ist ein guter Ruf sehr wichtig und dies stellt ein Hindernis für neue Fondsmanagementteams dar, die sich auf dem Risikokapitalmarkt behaupten wollen. Diese Entwicklung wird dazu führen, dass sich der Mangel an erfolgreichen und erfahrenen Fondsmanagern in dem Marktsegment, in dem die Kapitalmarktlücke besteht, weiter verschärft und immer schwieriger zu beheben sein wird, da die erfolgreichen Fondsmanager, deren Fondsvermögen im Laufe der Zeit wächst, sich auf größere Transaktionen verlegen. Angesichts der Fachkenntnisse, die für eine erfolgreiche Investitionstätigkeit im Bereich von kleineren und Frühphaseninvestitionen notwendig sind, muss der Zugang qualifizierter Fachkräfte zum Markt sichergestellt werden, weil nur so ein dynamischer Markt für Frühphaseninvestitionen gewährleistet werden kann. 89. Das Vereinigte Königreich stellt fest, dass sich anscheinend alle Beteiligten, die Stellungnahmen abgegeben haben, darin einig sind, dass im Risikokapitalmarkt ein Marktversagen vorliegt, das KMU mit hohem Wachstumspotenzial den Zugang zur Finanzierung erschwert. Alle Stellungnahmen der Beteiligten bestätigen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass sich der Markt verändert hat und mittlerweile eine Kapitalmarktlücke besteht, die Finanzierungsbeträge betrifft, die über den in der Mitteilung festgelegten Höc

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.