Europäische Union

94/215/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 16. Februar 1994 in einem Verfahren nach Artikel 65 des EGKS- Vertrags betreffend Vereinbarungen und verabredete Praktiken von europäischen Trägerherstellern (Nur der spanische, deutsche, englische, französische und italienische Text sind verbindlich)

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Avis juridique important | 31994D0215 94/215/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 16. Februar 1994 in einem Verfahren nach Artikel 65 des EGKS- Vertrags betreffend Vereinbarungen und verabredete Praktiken von europäischen Trägerherstellern (Nur der spanische, deutsche, englische, französische und italienische Text sind verbindlich) Amtsblatt Nr. L 116 vom 06/05/1994 S. 0001 - 0062 ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 16. Februar 1994 in einem Verfahren nach Artikel 65 des EGKS-Vertrags betreffend Vereinbarungen und verabredete Praktiken von europäischen Trägerherstellern (Nur der spanische, der deutsche, der englische, der französische und der italienische Text sind verbindlich) (94/215/EGKS) DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, insbesondere auf Artikel 65, im Hinblick auf die der Kommission vorliegenden Informationen und die von Beamten der Kommission gemäß Artikel 47 des EGKS-Vertrags durchgeführten Nachprüfungen, im Hinblick auf die schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen, die gemäß Artikel 36 des EGKS-Vertrags von den Parteien und in deren Namen gemacht wurden, in Erwägung nachstehender Gründe: I. SACHVERHALT A. ZUSAMMENFASSUNG DER WETTBEWERBSBESCHRÄNKUNGEN (1) Die von der Kommission beanstandeten Wettbewerbsbeschränkungen rühren von einer Reihe von Vereinbarungen, Beschlüssen und verabredeten Praktiken her, die die Festsetzung von Preisen, die Zuteilung von Quoten und einen umfassenden Informationsaustausch auf dem Trägermarkt in der Gemeinschaft bezwecken oder bewirken. Einige dieser Vereinbarungen oder verabredeten Praktiken reichen mindestens bis in das Jahr 1984 zurück. (2) Diese Zusammenarbeit zwischen europäischen Trägerherstellern und -händlern und einigen ihrer Verbände wurde auf verschiedenen Ebenen praktiziert, die sich zusammenfassend wie folgt beschreiben lassen: a) GEMEINSCHAFT Auf Ebene der Gemeinschaft bildeten die Sitzungen einer als "Träger-Kommission" bekannten Gruppe - einer der Ausschüsse von Eurofer - das wichtigste Forum für diese Zusammenarbeit. Auch der Informationsaustausch über Eurofer ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen. b) EINZELNE MÄRKTE Abgesehen von den Sitzungen der Träger-Kommission trafen sich einzelne Unternehmen und Unternehmensverbände auch auf einer weniger regelmässigen Basis, um die Lage auf den Märkten einzelner Mitgliedstaaten - nämlich Italien, Frankreich und Deutschland - zu erörtern und ihr Verhalten auf diesen Märkten zu koordinieren. c) EINZELVEREINBARUNGEN Zusätzlich zu der obengenannten Zusammenarbeit schlossen verschiedene Unternehmen individuelle Marktaufteilungs- und/oder Preisfestsetzungsvereinbarungen. d) EUROFER/SCANDINAVIA Unternehmen und Unternehmensverbände aus den Ländern der Gemeinschaft trafen sich in den sogenannten "Eurofer/Scandinavia"-Sitzungen regelmässig mit Unternehmen und Unternehmensverbänden aus Norwegen, Schweden und Finnland zur Erörterung der Lage auf den skandinavischen Märkten (einschließlich Dänemarks). B. DIE RELEVANTEN PRODUKTE (3) Bei den relevanten Produkten handelt es sich um Breitflanschträger und andere I-, H- und U-Profile mit einem Durchmesser von 80 mm und mehr (ausgenommen Grubenprofile). Diese Produkte werden im folgenden zusammenfassend als "Träger" bezeichnet. Es sind warmgewalzte Langstahl-Fertigerzeugnisse, die vor allem in der Bauwirtschaft Verwendung finden. Träger sind EGKS- Erzeugnisse im Sinne von Artikel 81 des EGKS-Vertrags. Die betreffenden Unternehmen und Unternehmensverbände teilen Träger in verschiedene Kategorien ein. Nachstehend die im Juli 1987 in Deutschland eingeführte Klassifizierung: "" ID="1">1> ID="2">IPN 80 - 220 UPN 80 - 220"> ID="1">2a> ID="2">IPE 80 - 220"> ID="1">2b1> ID="2">HE 100 - 180"> ID="1">2b2> ID="2">UPN 240 - 300 IPE 240 - 330 HE 200 - 220"> ID="1">2b3> ID="2">IPN 240 - 300 IPE 360 - 400 HE 240 - 300"> ID="1">2c> ID="2">IPN 320 - 500 UPN 320 - 400 IPE 450 - 600 HE 320 - 600"> ID="1">3> ID="2">IPN 550 - 600 IPE 750 HE 650 - 1 000"> Mit Wirkung vom 1. Juli 1990 wurde in Deutschland eine neue Kategorie 2d (UPN 320-400) verwendet. Alle beteiligten Parteien wenden für die kontinentaleuropäischen EGKS-Märkte die gleichen Kategorien (mit geringfügigen Abweichungen) an. Im Vereinigten Königreich sind wegen der dort nach wie vor geltenden "britischen" Masse andere Kategorien üblich. Die betreffenden Produkte werden als "joists", "beams/columns" und "channels" klassifiziert. So bestanden z. B. im vierten Quartal 1990 folgende Kategorien: "" ID="1">A 1> ID="2">203 × 133 all kg weights 152 × 152 all kg weights"> ID="1">A 2> ID="2">203 × 102 254 × 102 × 22 only 254 × 146 all kg weights 305 × 165 all kg weights 356 × 171 all kg weights 406 × 178 × 54 406 × 178 × 60only 457 × 191 × 67 457 × 191 × 74only 533 × 210 × 82 533 × 210 × 92only 203 × 203 × 46 203 × 203 × 52 203 × 203 × 60 only 254 × 254 × 73 254 × 254 × 89only"> ID="1">A 3> ID="2">Alle sonstigen "beams" und "columns""> (4) In den verschiedenen von der Kommission seit 1980 erlassenen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise in der Stahlindustrie (siehe weiter unten Abschnitt G) wurden Träger - zusammen mit Grubenprofilen - als "Kategorie III" geführt. Ungeachtet der Tatsache, daß diese Maßnahmen mittlerweile ausgelaufen sind, wird dieser Begriff in der Industrie noch immer verwendet. C. DER MARKT (5) Wie aus Tabelle 1 deutlich wird, hat die Herstellung von Trägern in der EGKS bis 1990 deutlich zugenommen (1): Tabelle 1 Produktion in der EGKS "(in 1 000 t)> "> ID="1">1984> ID="2">4 769"> ID="1">1985> ID="2">5 218"> ID="1">1986> ID="2">6 508"> ID="1">1987> ID="2">6 618"> ID="1">1988> ID="2">7 580"> ID="1">1989> ID="2">7 944"> ID="1">1990> ID="2">8 003""(Quelle: Eurostat) > (6) Die wichtigsten Hersteller von Trägern in der EGKS haben ihren Sitz im Vereinigten Königreich, in Deutschland, in Spanien und in Luxemburg. Tabelle 2 gibt Aufschluß über die Trägerproduktion nach Mitgliedstaaten in den Jahren 1986-1990: Tabelle 2 Produktion "(in Tonnen)> "> ID="1">Deutschland> ID="2">1 266 587> ID="3">1 279 870> ID="4">1 480 212> ID="5">1 529 624> ID="6">1 552 923"> ID="1">Belgien> ID="2">320 294> ID="3">260 964> ID="4">309 830> ID="5">334 362> ID="6">357 879"> ID="1">Frankreich> ID="2">560 076> ID="3">541 985> ID="4">619 810> ID="5">568 153> ID="6">571 734"> ID="1">Italien> ID="2">573 148> ID="3">635 723> ID="4">733 699> ID="5">836 150> ID="6">926 494"> ID="1">Luxemburg> ID="2">1 002 647> ID="3">928 279> ID="4">1 096 178> ID="5">1 195 990> ID="6">1 189 903"> ID="1">Vereinigtes Königreich> ID="2">1 321 718> ID="3">1 528 223> ID="4">1 721 151> ID="5">1 787 280> ID="6">1 770 252"> ID="1">Spanien> ID="2">1 284 330> ID="3">1 243 093> ID="4">1 379 117> ID="5">1 379 805> ID="6">1 336 744"> ID="1">Portugal> ID="2">22 703> ID="3">20 262> ID="4">26 172> ID="5">28 383> ID="6">20 810"> ID="1">Irland> ID="2">156 626> ID="3">179 239> ID="4">213 505> ID="5">283 762> ID="6">276 636"> ID="1">Total> ID="2">6 508 129> ID="3">6 617 638> ID="4">7 579 674> ID="5">7 943 509> ID="6">8 003 375""(Quelle: Eurostat - Steel Data Base) > (7) Der Handel zwischen den Mitgliedstaaten der EGKS ist sehr bedeutend. So machten 1990 die Importe aus anderen Mitgliedstaaten mehr als 36 % der Gesamtproduktion aus. Ein beachtlicher Teil der Gemeinschaftsproduktion (gewöhnlich rund 25 %) wird nach Drittländern exportiert. Die Importe aus Drittländern hingegen sind weniger bedeutend. Tabelle 3 Handel zwischen Mitgliedstaaten und mit Drittländern "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">2 349> ID="3">640> ID="4">2 989> ID="5">2 302> ID="6">1 853> ID="7">4 155"> ID="1">1989> ID="2">2 635> ID="3">655> ID="4">3 290> ID="5">2 604> ID="6">1 863> ID="7">4 467"> ID="1">1990> ID="2">2 895> ID="3">619> ID="4">3 514> ID="5">2 877> ID="6">1 939> ID="7">4 816""(Quelle: Eurostat) > (8) Der genaue Verbrauch von Trägern in der EGKS ist insofern schwer zu ermitteln, als es an hinlänglich genauen und detaillierten Statistiken über die Bestandsveränderungen auf den verschiedenen Ebenen der Verteilungskette (Hersteller, Händler und Verbraucher) fehlt. Der sichtbare Verbrauch lässt sich jedoch in der Weise errechnen, daß die Einfuhren aus Drittländern zur Produktion hinzugerechnet und die Ausfuhren nach Drittländern abgezogen werden. Diese annähernden Zahlen vermitteln eine Vorstellung von der Bedeutung der betroffenen Produkte. Tabelle 4 Sichtbarer Verbrauch in der EGKS "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">7 580> ID="3">640> ID="4">1 853> ID="5">6 367"> ID="1">1989> ID="2">7 943> ID="3">655> ID="4">1 863> ID="5">6 735"> ID="1">1990> ID="2">8 003> ID="3">619> ID="4">1 939> ID="5">6 683""(Quelle: Eurostat) > (9) Da verschiedene der Vereinbarungen und verabredeten Praktiken die Märkte einzelner Mitgliedstaaten betreffen, müssen auch diese Teilmärkte in die Untersuchung einbezogen werden: Tabelle 5 Deutscher Markt "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">1 480> ID="3">440> ID="4">254> ID="5">694> ID="6">578> ID="7">213> ID="8">791> ID="9">1 577"> ID="1">1989> ID="2">1 530> ID="3">490> ID="4">378> ID="5">868> ID="6">633> ID="7">218> ID="8">851> ID="9">1 513"> ID="1">1990> ID="2">1 553> ID="3">560> ID="4">343> ID="5">903> ID="6">715> ID="7">204> ID="8">919> ID="9">1 569""(Quelle: Eurostat) > Tabelle 6 Italienischer Markt "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">734> ID="3">212> ID="4">64> ID="5">276> ID="6">181> ID="7">142> ID="8">323> ID="9">781"> ID="1">1989> ID="2">836> ID="3">254> ID="4">81> ID="5">335> ID="6">192> ID="7">115> ID="8">307> ID="9">808"> ID="1">1990> ID="2">926> ID="3">276> ID="4">60> ID="5">336> ID="6">206> ID="7">104> ID="8">310> ID="9">900""(Quelle: Eurostat) > Tabelle 7 Französischer Markt "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">620> ID="3">148> ID="4">151> ID="5">299> ID="6">594> ID="7">60> ID="8">654> ID="9">973"> ID="1">1989> ID="2">568> ID="3">165> ID="4">144> ID="5">309> ID="6">645> ID="7">54> ID="8">699> ID="9">958"> ID="1">1990> ID="2">572> ID="3">179> ID="4">130> ID="5">309> ID="6">754> ID="7">39> ID="8">793> ID="9">1 056""(Quelle: Eurostat) > Tabelle 8 Spanischer Markt "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">1 379> ID="3">348> ID="4">324> ID="5">672> ID="6">46> ID="7">9> ID="8">55> ID="9">762"> ID="1">1989> ID="2">1 380> ID="3">331> ID="4">265> ID="5">596> ID="6">70> ID="7">13> ID="8">83> ID="9">867"> ID="1">1990> ID="2">1 337> ID="3">341> ID="4">258> ID="5">599> ID="6">152> ID="7">34> ID="8">186> ID="9">924""(Quelle: Eurostat) > Tabelle 9 Dänischer Markt "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">-> ID="3">12> ID="4">1> ID="5">13> ID="6">31> ID="7">54> ID="8">85> ID="9">72"> ID="1">1989> ID="2">-> ID="3">2> ID="4">1> ID="5">3> ID="6">40> ID="7">41> ID="8">81> ID="9">78"> ID="1">1990> ID="2">-> ID="3">4> ID="4">3> ID="5">7> ID="6">52> ID="7">51> ID="8">103> ID="9">96""(Quelle: Eurostat) > Tabelle 10 Markt des Vereinigten Königreichs "(in 1 000 t)> "> ID="1">1988> ID="2">1 721> ID="3">148> ID="4">472> ID="5">620> ID="6">234> ID="7">53> ID="8">287> ID="9">1 388"> ID="1">1989> ID="2">1 787> ID="3">229> ID="4">316> ID="5">545> ID="6">266> ID="7">43> ID="8">309> ID="9">1 551"> ID="1">1990> ID="2">1 770> ID="3">313> ID="4">490> ID="5">803> ID="6">217> ID="7">29> ID="8">246> ID="9">1 213""(Quelle: Eurostat) > D. DIE BETEILIGTEN UNTERNEHMEN UND UNTERNEHMENSVERBÄNDE (10) An den Verstössen waren folgende Unternehmen und Unternehmensverbände beteiligt: 1. Peine-Salzgitter AG 2. Thyssen Stahl AG 3. Saarstahl AG 4. Walzstahl-Vereinigung 5. TradeARBED S.A. 6. Cockerill Sambre S.A. 7. Unimétal, Société Française des Aciers Longs S.A. 8. British Steel plc 9. Empresa Nacional Siderúrgica S.A. 10. José María Aristrain Madrid S.A. und José María Aristrain S.A. 11. Ferdofin S.p.A. 12. Acciaierie e Ferriere Stefana F.lli fu Girolamo S.p.A. 13. Eurofer asbl 14. Hösch Stahl AG 15. Neue Maxhütte Stahlwerke GmbH 16. Norsk Jernverk AS 17. SSAB - Svenskt Staal AB 18. Ovako Profiler AB 19. Smedjebacken / Fundia Steel AB. Diese Liste ist nicht die gleiche wie die Liste der Adressaten dieser Entscheidung. E. ANGABEN ZU DEN BETEILIGTEN UNTERNEHMEN UND UNTERNEHMENSVERBÄNDEN (11) DEUTSCHLAND a) Stahlwerke Peine-Salzgitter AG (im folgenden "Peine-Salzgitter" genannt) ist eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 312 Millionen DM. Fast alle Aktien (99,48 %) sind im Besitz der Salzgitter Hüttenwerk GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Salzgitter GmbH, die selbst wiederum eine hundertprozentige Tochter der Preussag AG ist. Peine-Salzgitter gehört zu den bedeutenden Stahlproduzenten Deutschlands und hatte 1989/90 einen konsolidierten Umsatz von 3,225 Milliarden DM. 1990 betrug ihr Umsatz bei Trägern [. . .] (2). 1992 wurde der Name des Unternehmens in Preussag Stahl AG geändert. b) Thyssen Stahl AG (im folgenden "Thyssen" genannt) ist eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von annähernd 2 Milliarden DM. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der Thyssen AG (früher August-Thyssen-Hütte) und zugleich die grösste stahlerzeugende Tochtergesellschaft der Thyssen-Gruppe. 1989/90 betrug ihr Umsatz 8,241 Milliarden DM. 1990 beliefen sich ihre Verkäufe von Trägern auf [. . .]. c) Saarstahl AG (im folgenden "Saarstahl" genannt) ist die Nachfolgerin der Saarstahl Völklingen GmbH. Letztere war am 15. Juni 1989 in eine Aktiengesellschaft namens DHS-Dillinger Hütte Saarstahl AG (nachstehend "DHS" genannt) umgewandelt worden. In der Folgezeit wurde der Haupttätigkeitsbereich der früheren Saarstahl Völklingen GmbH an die neugegründete Saarstahl AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von DHS, übertragen. Saarstahl, eine Herstellerin von Langstählen, ist somit wirtschaftlich die Nachfolgerin der Saarstahl Völklingen GmbH und hat sich bereit erklärt, alle Verbindlichkeiten der Saarstahl Völklingen GmbH zu übernehmen. Soweit im vorliegenden Schreiben in bezug auf die Zeit vor 1989 von "Saarstahl" die Rede ist, wird damit auf die Saarstahl Völklingen GmbH Bezug genommen. 70 % der Anteile an der DHS waren vom Usinor-Sacilor-Konzern und 27,5 % vom Saarland gehalten. Die restlichen 2,5 % waren im Besitz der ARBED S.A. 1989 hatte Saarstahl einen Umsatz von 2,438 Milliarden DM, davon [. . .] im Trägersektor. Am 18. Mai 1993 wurde Saarstahl für zahlungsunfähig erklärt und am 31. Juli 1993 unter Konkursverwaltung gestellt. d) Hösch Stahl AG Dortmund (im folgenden "Hösch" genannt) war eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 210 Millionen DM. Alle Aktien waren im Besitz der Hösch AG, die 1989 einen konsolidierten Umsatz von 10,679 Milliarden DM hatte. 1992 fusionierte Hösch mit Krupp zur Krupp-Hösch AG. e) Klöckner Stahl GmbH (im folgenden "Klöckner" genannt) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Klöckner-Werke AG, einem in den Bereichen Stahl, Kunststoff und Maschinenbau tätigen Konzern. 1989/90 hatte die Klöckner-Werke AG einen konsolidierten Umsatz von knapp 7,5 Milliarden DM. Im gleichen Geschäftsjahr erreichte ihre Walzstahlproduktion mehr als 3,6 Millionen Tonnen. Im Mai 1993 beantragte die Klöckner Stahl GmbH Vergleich; am 3. Juni 1993 kam ein Vergleich mit den Gläubigern einschließlich der Kommission zustande (siehe Randnummer 29). f) Neue Maxhütte Stahlwerke GmbH (im folgenden "Neue Maxhütte" genannt) wurde 1988 gemeinsam vom Freistaat Bayern (der damals 45 % der Anteile hielt), von der Thyssen Stahl AG (5,5 %), der Thyssen Edelstahlwerke AG (5,5 %), der Lech-Stahlwerke GmbH (11 %), der Krupp Stahl AG (11 %), der Klöckner Stahl GmbH (11 %) und der Mannesmannröhren-Werke AG (11 %) gegründet. Die Gesellschaft übernahm den Hauptteil der Aktiva der am 16. April 1987 in Konkurs gegangenen Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte mbH. 1991 betrug ihr Umsatz 226 Millionen DM. Das Unternehmen ist jetzt als NMH Stahlwerke GmbH bekannt. g) Die Walzstahl-Vereinigung ist ein Verband deutscher Walzstahlerzeuger, zählt jedoch auch einige ausländische Hersteller als Mitglieder. Sie gehört zur Wirtschaftsvereinigung Stahl, dem deutschen Verband der Stahlhersteller. (12) LUXEMBURG a) S.A. TradeARBED (im folgenden "TradeARBED" genannt) ist eine Aktiengesellschaft, deren Anteile (mittel- oder unmittelbar) zu 100 % im Besitz der ARBED S.A. (im folgenden "ARBED" genannt), dem fünftgrössten Stahlhersteller Europas, sind. TradeARBED ist zuständig für den Vertrieb der Stahlprodukte der ARBED. 1990 hatte ARBED einen konsolidierten Umsatz von 208,76 Milliarden lfrs, davon [. . .] im Trägersektor. Bei Trägern und anderen Langstählen hat ARBED mit zwei Wettbewerbern, nämlich Cockerill Sambre und Unimétal, Kooperations- und Vertriebsvereinbarungen geschlossen. Eine Vereinbarung zwischen ARBED und Cockerill Sambre über Rationalisierung und Spezialisierung der Produktion im Bereich von Flach- und Langstählen wurde von der Kommission am 28. Mai 1984 für eine Dauer von annähernd zehn Jahren genehmigt. Im Rahmen dieser Vereinbarung sollte sich ARBED auf Langstähle, Cockerill Sambre hingegen auf Flachstähle spezialisieren. Nach einer Änderung der Vereinbarung im Jahr 1989/90 wird ein Teil der von TradeARBED vermarkteten Träger jetzt von Cockerill Sambre hergestellt, die sich selbst aus dem Markt zurückgezogen hat. Am 14. Juli 1988 genehmigte die Kommission bis Ende 1992 eine Spezialisierungsvereinbarung zwischen ARBED und Unimétal im Bereich Langstähle. Am 9. September 1991 genehmigte sie eine Vereinbarung zwischen ARBED und Usinor Sacilor über den gemeinsamen Vertrieb von Trägern (Entscheidung 91/515/EGKS) (3). Am 23. Juli 1993 genehmigte sie den Zusammenschluß verschiedener Tätigkeiten von Usinor Sacilor und ARBED einschließlich der Trägerherstellung und des Trägervertriebs innerhalb der ProfilARBED S.A., einer Tochtergesellschaft der ARBED. b) Eurofer asbl (im folgenden "Eurofer" genannt), die europäische Vereinigung der Eisen- und Stahlindustrie, ist ein Verband. Mitglieder von Eurofer sind mehrheitlich Unternehmensvereinigungen. Daneben sind jedoch auch einige Unternehmen (wie Det Danske Staalvalsevärk A.S. und British Steel während des von dieser Entscheidung erfassten Zeitraums) selbst Mitglied von Eurofer. (13) BELGIEN Cockerill Sambre S.A. (im folgenden "Cockerill Sambre" genannt) ist der grösste Stahlhersteller Belgiens. Steelinter S.A. (im folgenden "Steelinter" genannt) vertreibt den grössten Teil der Stahlproduktion von Cockerill Sambre, die - mittelbar oder unmittelbar - alle Anteile an Steelinter besitzt. 1990 hatte die Gruppe Cockerill Sambre einen Umsatz von 203 Milliarden bfrs. 1989 - dem letzten Jahr, in dem Cockerill Sambre Träger herstellte - erreichte ihr Trägerumsatz [. . .]. (14) FRANKREICH Unimétal Société Française des Aciers Longs S.A. (im folgenden "Unimétal" genannt) ist der grösste Langstahlhersteller der Usinor-Sacilor-Gruppe und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft dieses Konzerns. 1990 belief sich ihr Umsatz auf 6 896 Millionen ffrs, davon [. . .] im Trägersektor. Usinor Sacilor S.A. (im folgenden "Usinor Sacilor" genannt) ist eine staatliche Holding, unter deren Dach die Mehrzahl der französischen Stahlhersteller zusammengefasst ist. Sie entstand durch die Fusion von Usinor S.A. und Sacilor S.A., die am 18. November 1987 förmlich vollzogen wurde. De facto bestand der Zusammenschluß der beiden Unternehmen bereits seit 1982. Dieser Zusammenschluß war von der Kommission am 2. April 1982 genehmigt worden. Usinor Sacilor ist der zweitgrösste Stahlhersteller der Welt. 1990 betrug ihr konsolidierter Umsatz 96 053 Millionen ffrs. (15) VEREINIGTES KÖNIGREICH British Steel plc (im folgenden "British Steel" genannt) ist der grösste Stahlproduzent des Vereinigten Königreichs. British Steel ist die Nachfolgerin der 1988 privatisierten British Steel Corporation. In dem am 31. März 1990 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hatte British Steel einen konsolidierten Umsatz von 5,113 Milliarden £Stg. Ihr Trägerumsatz belief sich 1990 auf [. . .]. (16) SPANIEN a) Empresa Nacional Siderúrgica S.A. (im folgenden "Ensidesa" genannt) gehört zu den führenden Stahlherstellern Spaniens. 99,9997 % der Aktien sind im Besitz des (staatlichen) Instituto Nacional de Industria. Der konsolidierte Umsatz von Ensidesa belief sich 1990 auf 1 437 Millionen ECU, davon [. . .] im Trägersektor. b) José María Aristrain Madrid S.A. und José María Aristrain S.A. (im folgenden zusammen "Aristrain" genannt) sind stahlerzeugende Unternehmen der Aristrain-Gruppe, deren Aktien sich im Besitz der Familie Aristrain befinden. 1990 hatte die Gruppe einen Umsatz von 73,216 Milliarden Pta, davon [. . .] im Trägersektor. José María Aristrain Madrid S.A. und José María Aristrain S.A. sind jetzt unter den Namen Siderúrgica Aristrain Madrid S.L. bzw. Siderúrgica Aristrain Olaberria S.L. bekannt. c) Am 6. Januar 1993 genehmigte die Kommission eine Vereinbarung über Spezialisierung und gemeinsamen Verkauf von Trägern zwischen Aristrain und Ensidesa. (17) ITALIEN a) Ferdofin S.p.A. (im folgenden "Ferdofin" genannt) ist eine Holding, die sich über ihre Tochtergesellschaften im Bereich Langstähle spezialisiert hat. Zu ihren Tochtergesellschaften gehört die Eurocolfer Acciai S.p.A.; Ferdofin besitzt 99,99 % der Aktien dieses Unternehmens. ILVA ist mit 20 % an Ferdofin beteiligt. 1990 hatte Ferdofin einen konsolidierten Umsatz von 773 Milliarden Lit, davon [. . .] im Trägersektor. b) Acciaierie e Ferriere Stefana F.lli fu Girolamo S.p.A. (im folgenden "Stefana" genannt) ist ein Hersteller von Langstählen. Ihr Umsatz betrug 1990 215,194 Milliarden Lit. (18) SKANDINAVIEN a) Fundia Norsk Jernverk AS (im folgenden "Norsk Jernverk" genannt) entstand 1989, als Norsk Jernverk AS in Fundia Norsk Jernverk AS und Norsk Jern Eiendom AS aufgeteilt wurde. Norsk Jernverk AS war eine norwegische Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 300 Millionen Nkr. Im Jahre 1990 belief sich ihr Absatz insgesamt auf 1 450 Millionen Nkr (180 Millionen ECU). Norsk Jernverk ist auf dem EGKS-Markt unter anderem über Tochtergesellschaften in Deutschland und im Vereinigten Königreich tätig. Für die Zeit vor 1989 ist der Verweis auf "Norsk Jernverk" als Bezugnahme auf Norsk Jernverk AS zu verstehen. b) SSAB Svenskt Staal AB (im folgenden "SSAB" genannt) wurde 1978 gegründet. Sie ist eine schwedische Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 2 650 Millionen Skr. Im Jahre 1990 hatte sie einen konsolidierten Umsatz von 15,619 Milliarden Skr (2,094 Milliarden ECU). Ungefähr 53 % der Stahlerzeugung des Unternehmens wurden 1990 in Länder ausserhalb Skandinaviens exportiert. Vertriebsgesellschaften sind in mehreren EG-Ländern ansässig. Am 1. September 1988 verkaufte SSAB ihren Geschäftsbereich schwere Profilstähle (einschließlich Produktion von Trägern) an Ovako. SSAB zog sich damit aus dem Markt für die Herstellung von Trägern zurück. c) Ovako AB entstand 1986 durch den Zusammenschluß der beiden führenden Industriestahlproduzenten Skandinaviens, der schwedischen SKF Steel und des finnischen Unternehmens Ovako. Ovako AB exportiert in die EGKS mittels hundertprozentiger Tochtergesellschaften, die in mehreren EGKS-Staaten ansässig sind. Ovako Profiler AB (im folgenden "Ovako" genannt) war eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Ovako AB, in der das von SSAB übernommene Trägergeschäft zusammengefasst war. Sie bildete einen Teil des Unternehmensbereichs Stahl im Ovako-Konzern. 1990 belief sich der Umsatz des Ovako-Konzerns auf 6,006 Milliarden Skr (805 Millionen ECU). Der Umsatz des Unternehmensbereichs Stahl allein betrug 3,355 Milliarden Skr (450 Millionen ECU), d. h. 56 % des Gesamtumsatzes. Am 14. Mai 1992 erwarb Inexa AB, ei

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.