Europäische Union

1999/835/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. Oktober 1999 zu den vom Königreich Dänemark notifizierten nationalen Bestimmungen über die Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung von Kreosot (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1999) 3427) (Text von Bedeutung für den EWR) (Nur der dänische Text ist verbindlich)

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r keine der obengenannten Studien definitiv schlüssig, weil eine speziell angelegte Langzeitstudie zur Karzinogenität noch nicht abgeschlossen war. Diese Studie(7) wurde der Kommission Anfang 1998 übermittelt. Die Ergebnisse aller Studien werden im folgenden dargelegt. Ferner wurden alle Studien dem Wissenschaftlichen Ausschuß für Toxikologie, Ökotoxikologie und Umwelt zugänglich gemacht, der am 27. November 1998 zu den von Kreosot bzw. mit Kreosot behandeltem Holz ausgehenden Krebsrisiken für den Verbraucher eine erste Stellungnahme abgab. Diese Stellungnahme wurde am 4. März 1999 revidiert. 3.1. Rechtfertigung aufgrund wichtiger Erfordernisse 3.1.1. Kreosot - allgemeine Informationen (47) Kreosot ist ein komplexes Gemisch von über 200 chemischen Verbindungen, zumeist aromatischen Kohlenwasserstoffen, aber auch Phenolverbindungen und stickstoff- und schwefelhaltigen aromatischen Verbindungen. Es ist ein mittelschweres Kohleteerdestillat (Siedepunkt 200-400 °C). (48) Kreosot kann über 30 verschiedene polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) enthalten. Der PAH-Gesamtgehalt kann 85 % erreichen. Die wichtigsten PAH sind: - Acenaphthen - Naphthalin - Phenanthren - Anthracen - Fluoren - Fluoranthen - Chrysen - Triphenylen - Benzo[a]anthracen - Benzo[b]fluoranthen - Benzo[k]fluoranthen - Benzo[a]pyren (49) Benzo[a]pyren (B[a]P) ist einer der am gründlichsten erforschten PAH. Der B[a]P-Gehalt wird bei der Einstufung als Indikator bzw. als Marker verwendet und ist an sich noch kein Indiz für den PAH-Gesamtgehalt von Kreosot. Je nach Art des verwendeten Kreosots kann die B[a]P-Massenkonzentration 0,003 % und 0,3 % schwanken (30 bis 3000 ppm). Durch raffinierte Destillation von Kohlenteer und durch eine entsprechende Auswahl der Fraktionen kann ein niedriger B[a]P- bzw. Phenolgehalt erreicht werden. Das Western European Institute for Wood Preservation hat mehrere Industrienormen entwickelt, die sich hauptsächlich durch verschiedene Werte für den Gehalt an bestimmten Destillationsfraktionen und, was in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist, andere Werte für den B[a]P-Gehalt unterscheiden. Die für die Einstufungsnormen wichtigen Grenzwerte liegen bei 500 ppm und 50 ppm. (50) Sowohl die physikalischen als auch die chemischen Eigenschaften von Kreosot können für bestimmte Verwendungszwecke oder aus Umwelterwägungen verändert werden. Durch Beifügung von Komponenten mit niedrigem Siedepunkt kann ein Produkt mit geringer Viskosität hergestellt werden, das zum Auftragen mit dem Pinsel besser geeignet ist. Dieses Produkt ist auch unter der Bezeichnung "Karbolineum" bekannt. In der Richtlinie 94/60/EG wird keine entsprechende Unterscheidung getroffen: dort werden eine ganze Reihe von Kohlenteerdestillaten, die jeweils mit Namen, EINECS- und CAS-Nummern bezeichnet werden, aufgezählt und gleich behandelt. (51) Kreosot wird hauptsächlich und fast ausschließlich als Holzschutzmittel verwendet. Großtechnische industrielle und gewerbliche Anwendungen überwiegen deutlich: Eisenbahnschwellen, Strommasten, Wasserbau (Schutz von Uferbefestigungen), Landwirtschaft und Obstbau. Kreosot und verwandte Produkte werden auch von Einzelverbrauchern zur Holzimprägnierung verwendet: (52) Die wichtigsten Eigenschaften sind: - sehr guter Schutz gegen Pilzbefall, - sehr guter Schutz gegen Insektenbefall, - Langzeitwirkung, - Resistenz gegenüber Auslaugung und Verwitterung. (53) Kreosot wird in äußerst geringen Mengen auch in Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen, beispielsweise Psoriasis, verwendet. Zur Toxizität von Kreosot Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit: (54) Obwohl Kreosot seit über hundert Jahren als Holzschutzmittel verwendet wird, gibt es nur wenige veröffentlichte Daten zu den Auswirkungen einer anhaltenden Kreosotexposition auf den Menschen. Viele der vorliegenden Studien sind ziemlich alt und entsprechen hinsichtlich der Dokumentation nicht immer den heutigen Anforderungen. (55) Die Exposition kann durch Einatmen, Einnehmen oder durch Berührung mit der Haut erfolgen. Eingenommenes Kreosot wird als geringfügig bis moderat giftig eingestuft. Die meisten in Tierversuchen festgestellten Auswirkungen und alle epidemiologischen Studien am Menschen wurden mit Hautkontakten in Verbindung gebracht. (56) Eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut unter Einwirkung von Kohlenteer wird von mehreren Verfassern beschrieben. Reizungen, Pechwarzen, Hautverfärbungen und Risse in der Haut wurden bei Arbeitern festgestellt, die mit Kreosot in Berührung kamen. Die aktuellste Studie über Arbeiter in Schweden und Norwegen, die Kreosot ausgesetzt waren, wurde 1992 veröffentlicht(8). In der Studie wurden Arbeiter untersucht, die Kreosot zwischen 1950 und 1975 ausgesetzt waren. Die Forscher stellten fest, daß die Gesamtzahl der Krebsfälle etwas geringer ausfiel als erwartet, und verzeichneten ein verstärktes Risiko in bezug auf Haut- und Lippenkrebs sowie Nicht-Hodgkin-Lymphome. Allerdings ist die Zusammensetzung des Kreosots nicht dokumentiert, und die Verfasser gelangen zu der Schlußfolgerung, daß die geringe Zahl von Fällen keine gültigen Schlußfolgerungen zuläßt. Die Zunahme kann sowohl auf die Einwirkung von Kreosot als auch auf die Einwirkung von Sonnenlicht zurückzuführen sein. In einer anderen Studie(9) wurde bei Ziegeleiarbeitern, die in den Jahren 1911-1938 mit Kreosot in Berührung kamen, ein verstärktes Mortalitätsrisiko aufgrund von Skrotalkrebs festgestellt. Auch hier ist weder der B[a]P-Gehalt des Kreosots noch eine genaue Dosis-Wirkung-Beziehung bekannt. (57) Vor allem aufgrund eines Tierversuchs, in dem auf die Haut von lebenden Mäusen regelmäßig B[a]P-Lösungen in Aceton aufgebracht wurden(10), hat das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC) Kreosot als humanes Karzinogen der Gruppe 2A eingestuft. Nach Auffassung des IARC ist wie für andere Stoffe dieser Gruppe hinreichend nachgewiesen, daß Kreosot bei Tieren krebserregend ist, und es gibt gewisse Hinweise aus epidemiologischen Studien, die die Schlußfolgerung zulassen, daß Kreosot beim Menschen krebserregend wirken kann. Nennenswerte neue Nachweise aus jüngeren Untersuchungen, die dieses Ergebnis beeinflussen könnten, gibt es nicht. (58) Experten aus den Mitgliedstaaten haben im Rahmen der Richtlinie 67/548/EWG des Rates vom 27. Juni 1967 über die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe(11), zuletzt geändert durch die Richtlinie 99/33/EG(12), während mehrerer Jahre die Frage der Einstufung von Kreosot, anderen Kohlenteerdestillaten sowie weiteren sogenannten komplexen Stoffen geprüft. In der Richtlinie 94/69/EG(13) der Kommission zur einundzwanzigsten Anpassung an den technischen Fortschritt werden Kreosot und einige andere Kohlenteerdestillate - im wesentlichen gestützt auf dieselben Daten, die auch vom IARC herangezogen worden waren - als Karzinogene der Kategorie 2 eingestuft, die mit dem Gefahrensatz R 45, "Kann Krebs verursachen", zu kennzeichnen sind. Eine Einstufung als Karzinogen ist jedoch nicht notwendig, wenn nachgewiesen werden kann, daß der Stoff eine B[a]P-Massenkonzentration(14) von weniger als 0,005 % (= 50 ppm) enthält. Dies ist ein Unterschied zur IARC-Einstufung, in der keine näheren Angaben zum B[a]P-Gehalt vorgesehen sind. (59) Der Grenzwert von 50 ppm für die B[a]P-Konzentration zum Zwecke der Einstufung in gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften mit dem Ziel, zwischen karzinogenen und nicht karzinogenen Kohlenteerdestillaten zu unterscheiden, war von den Mitgliedstaaten in der Arbeitsgruppe für die Anpassung der Richtlinie 67/548/EWG an den technischen Fortschritt nur unter Bedingung einer gemeinsamen Erklärung der Kommission und der Mitgliedstaaten akzeptiert worden. In dieser Erklärung heißt es, die Lage werde erneut geprüft, sobald die obenerwähnte wissenschaftliche Studie des Fraunhofer-Instituts, die von der Industrie in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) in Auftrag gegeben worden war und sich damals in Arbeit befand, vorliege. Es muß festgestellt werden, daß 1994 keine experimentellen Daten zur Verfügung standen, um nachzuweisen, ob Kreosot mit einem B[a]P-Gehalt von weniger als 50 ppm karzinogen ist oder nicht. Dies hat sich seitdem geändert. Die Ergebnisse der Fraunhofer-Studie werden weiter unten dargelegt. (60) Über die Toxikokinetik von Kreosot bei Menschen oder Versuchstieren ist nur wenig bekannt. Nur in Studien aus jüngster Zeit ist die quantitative PAH-Absorption über die Haut untersucht worden, und zwar durch Messung des Pyrengehalts exekrierter Metaboliten(15). Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß der Absorptionsgrad zwischen einzelnen Individuen sowie zwischen verschiedenen Kontaktstellen beim selben Individuum erheblich variiert. In einer gesonderten Studie(16) wurde die Absorption verschiedener PAH-Verbindungen über die Haut gemessen. PAH mit höherem Molekulargewicht als Pyren, beispielsweise B[a]P, wurden langsamer absorbiert. Schätzungen der B[a]P-Aufnahme, die sich auf Pyren-Marker stützen, führen also zu einer Überbewertung und sind folglich als konservativ einzustufen. (61) Alle in Tierversuchen oder epidemiologischen Untersuchungen beim Menschen beobachteten Auswirkungen beruhen auf einer hochdosierten chronischen Exposition. In der Fachliteratur gibt es keine Beispiele für Berichte über Fälle von Hautkrebs (oder anderen Krebsarten), die auf eine Kreosotexposition außerhalb des Arbeitsumfeldes zurückgeführt werden könnten. (62) Eine Exposition von Verbrauchern kann bei der Verwendung von kreosot- oder karbolineumhaltigen Zubereitungen zur Holzimprägnierung durch Auftragen mit dem Pinsel (über Hautkontakte oder Einatmung) oder durch Verwendung behandelten Holzes (z. B. bei erwachsenen beim Bau von Zäunen oder anderen Holzkonstruktionen für den privaten Gebrauch, bei Kindern durch Spielen an Geräten aus behandeltem Holz) zustande kommen. Zur Kreosotexposition von Verbrauchern - unmittelbar durch Verwendung des Produktes oder mittelbar durch Berührung mit Holz, das mit Kreosot behandelt worden ist - liegen keine Meßwerte vor. In den Studien sind verschiedene Modell und Berechnungen der Exposition entwickelt worden, auf die weiter unten eingegangen wird. Umweltauswirkungen (63) Berichte über eine kreosotbedingte Umweltkontaminierung liegen aus einer Reihe von Ländern vor; häufig wurde diese durch alte Holzverarbeitungsanlagen verursacht. Die meisten Informationen über die Umweltauswirkungen von Kreosot stammen aus Berichten über Industrieunfälle, bei denen Kreosot freigesetzt wurde, und über die Kontaminierung durch stillgelegte Anlagen, in denen Kreosot verarbeitet worden war. Die Umweltkontaminierung wurde durch Analyse ausgewählter PAH-Verbindungen verfolgt, zu denen insbesondere B[a]P zählt. (64) Kreosot ist giftig für bestimmte Organismen im Boden und hochgiftig für Wasserorganismen (wobei die 96h LC-50-Werte oft bei weniger als 1 mg/l liegen). Viele dieser Bestandteile sind bioakkumulierend. (65) Die wichtigsten Merkmale der PAH in der Umwelt sind: - PAH binden sich fest an organischen Substanzen im Boden. - PAH werden im Boden oder in anderen Umweltmedien im allgemeinen nur langsam abgebaut. Kreosotrückstände können viele Jahre in der Umwelt fortbestehen (< 20-30 Jahre). - Die wichtigsten Abbauprozesse sind Photodegradation (unter Einwirkung des Sonnenlichtes) und mikrobieller Abbau (durch bestimmte Bakterien). Mikrobieller Abbau kann unter aeroben und anaeroben Bedingungen stattfinden. PAH-Verbindungen mit vier oder mehr Ringen sind unter Umständen nur schwer abbaubar. - PAH, die in Gewässer gelangen, gehen schnell in die Sedimente über. - In Gewässern werden die PAH mit niedrigem Molekulargewicht zumeist mikrobiell entfernt, die Verbindungen mit höherem Molekulargewicht dagegen durch Photooxidation und Sedimentierung. Der mikrobielle Abbau der leichter wasserlöslichen PAH erfolgt unter aeroben und anaeroben Bedingungen. Die Bioakkumulation von PAH-Bestandteilen bei aquatischen Arten ist nachgewiesen. (66) PAH-Emissionen in Luft, Wasser und Boden können während der Imprägnierung ebenso auftreten wie bei der Lagerung am Ort der Imprägnierung und bei der Verwendung von behandeltem Holz. Die PAH, die in den einzelnen Umweltmedien nachgewiesen werden, stammen jedoch aus ganz verschiedenen Quellen (alle Verbrennungsprozesse, Verkehr usw.), und es ist oft schwierig, nachgewiesene Konzentrationen auf eine bestimmte Quelle, beispielsweise mit Kreosot behandeltes Holz, zurückzuführen. (67) Eine schwedische Studie(17) hat gezeigt, daß mit Kreosot imprägnierte Pfähle nach 40 Jahren im Boden einen Teil der in Kreosot enthaltenen Bestandteile verloren hatten, vor allem diejenigen mit dem niedrigsten Siedepunkt (< 270 °C). Der Teil der Pfähle über dem Erdboden hatte am meisten verloren. Allerdings war die Mobilität der ausgelaugten Verbindungen sehr gering, da sie nur in Bodenproben in unmittelbarer Nähe der Pfähle nachgewiesen werden konnten. Dies steht im Einklang mit der Beobachtung, daß die Mobilität von PAH im Boden - gerade weil PAH von organischer Materie so stark absorbiert werden - extrem niedrig ist. (68) Erhöhte PAH-Werte in Gewässern werden oft auf die Präsenz von mit Kreosot behandeltem Holz zurückgeführt. Die Migration von Kreosot-Bestandteilen aus behandeltem Holz ins Wasser, die in Süßwasser ausgeprägter ist als in Meerwasser, ist durch zahlreiche Studien nachgewiesen. Im Meerwasser scheint die Migration geringer auszufallen; die in einer Studie untersuchten Pfähle enthielten nach 10 Jahren im Meer noch 93 % ihrer ursprünglichen Kreosotverbindungen(18). Die Verschmutzung von Sedimenten durch aus Uferschutzeinrichtungen ausgelaugtes Kreosot ist in den Niederlanden(19) und auch in Studien zur Verschmutzung durch ehemalige Imprägnierungsanlagen dokumentiert worden. (69) Ebenso wie für die Exposition des Menschen gibt es zur kreosotbedingten Umweltverschmutzung durch PAH nur wenige gemessene Daten. 3.1.2. Der Standpunkt Dänemarks (70) Nach Auffassung Dänemarks ist Kreosot unabhängig vom B[a]P-Gehalt grundsätzlich krebserzeugend, also nicht nur bei einem B[a]P-Gehalt von mehr als 50 ppm, wie er anläßlich der Ausarbeitung der Richtlinie 94/69/EG, der einundzwanzigsten Anpassung der Richtlinie 67/548/EWG an den technischen Fortschritt, als Schwellenwert festgelegt wurde. Anders als in der EG-Einstufung ist in der IARC-Einstufung von Kreosot ein Schwellenwert für den B[a]P-Gehalt nicht vorgesehen. Daten über die kanzerogenen Eigenschaften von Kreosot mit einem B[a]P-Gehalt von weniger als 50 ppm liegen nicht vor. (71) Durch Einnehmen oder durch Berührung mit der Haut absorbiertes Kreosot wird als geringfügig bis moderat giftig eingestuft, und es verursacht Reizungen der Haut und der Augen. Kreosot entfaltet phototoxische Wirkungen auf der Haut; bei Tieren ist es nachweislich hautkrebserregend. Das Vorhandensein von Karzinogenen kann bei der Entwicklung von Hautkrebs eine wichtige Rolle spielen. Ferner verursacht es bei Exposition der Haut unter Einfluß des Sonnenlichtes phototoxische Ekzeme. (72) Dänemark ist der Ansicht, daß die Exposition gegenüber Kohlenteer bzw. Kreosot am Arbeitsplatz das Auftreten von Hautkrebs bei Arbeitnehmern begünstigt. Als Beleg wird die weiter oben bereits erwähnte Studie angeführt. Die aufgrund von Untersuchungen von Arbeitern in skandinavischen Kreosot-Imprägnierungsanlagen erstellt wurde(20). (73) Die PAH-Exposition am Arbeitsplatz erfolgt nicht nur über Hautkontakte mit Kreosot bzw. hiermit behandelten Produkten, sondern auch durch Inhalation kontaminierter Luft. Die Holzimprägnierung mit Kreosot trägt zur Luftverschmutzung durch PAH bei. In Dänemark gilt am Arbeitsplatz ein Grenzwert von 200 µg/m3; die Messung erfolgt anhand der in Benzol löslichen Schwebstoffraktion. In der dänischen Begründung werden als Beispiel Messungen angeführt, die (vor 1985) in einer Fabrik in den USA durchgeführt wurden und Ergebnisse im Bereich 0,05-650 µg/m3 aufwiesen. In einigen Untersuchungen wurde die B[a]P-Konzentration separat gemessen. Vor allem wenn das behandelte Holz, wie beispielsweise beim manuellen Lichtbogenschweißen, erhitzt wird, ist eine erhebliche B[a]P-Konzentration (0,39 bis 0,89 µg/m3 zu verzeichnen. Im Urin von Kreosotarbeitern konnten nach der Exposition durch Einatmen und über die Haut Metaboliten von Kreosotverbindungen nachgewiesen werden. (74) Die Exposition (von Verbrauchern) außerhalb des Arbeitsplatzes erfolgt über behandeltes Holz; so werden in Dänemark zum Beispiel ehemalige Eisenbahnschwellen in Gärten und auf Spielplätzen verwendet. Die Exposition über die Haut kann bei Tätigkeiten im Freien erfolgen, besonders im Sommer, wenn die Kreosotkonzentrationen an der Holzoberfläche infolge hoher Temperaturen steigen und die Verbraucher sommerlich gekleidet sind, so daß eine Berührung mit der ungeschützten Haut wahrscheinlicher wird. Holzproben von der Oberfläche auf Spielplätzen verwendeter ehemaliger Bahnschwellen wiesen eine hohe B[a]P-Konzentration auf (konkrete Zahlen werden nicht vorgelegt). (75) Eine Exposition außerhalb des Arbeitsplatzes kann auch bei Verwendung von imprägniertem Holz für Bauzwecke sowie bei der Oberflächenbehandlung mit kreosothaltigen Farben erfolgen. (76) Bei der offenen Verbrennung mit Kreosot behandelter Bahnschwellen werden hohe Konzentrationen an PAH freigesetzt. Wenn die akkumulierte Lebenszeitdosis der beste Indikator für das Krebsrisiko ist, sind vereinzelte akute Dosen in hinreichenden zeitlichen Abständen wahrscheinlich mit einem vernachlässigbaren Risiko verbunden, während bei häufiger Exposition nicht akzeptable Risiken auftreten können. (Alle diese Angaben werden in der dänischen Begründung nicht durch konkrete Daten belegt.) (77) Die dänische Regierung erwähnt ferner, daß Kreosot ökotoxische Auswirkungen auf den Boden und das Wasser hat. Kreosot und mit Kreosot verschmutzte Sedimente weisen gegenüber aquatischen Organismen eine hohe Toxizität auf. Viele Kreosotbestandteile können in der Natur bioakkumulieren. Aufgrund seiner ausgeprägten akuten Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und der lipophilen Eigenschaften von Kreosot und vielen seiner Bestandteile, wodurch diese bioakkumulieren, ist eine Freisetzung von Kreosot aus Umweltschutzgründen nicht wünschenswert. (78) PAH verdampfen aus dem mit Kreosot behandelten Holz, und die Zusammensetzung ändert sich mit der Zeit. Einige der PAH-Bestandteile an der Erdoberfläche können durch Sonneneinstrahlung abgebaut werden. Auch mikrobieller Abbau kann zur Beseitigung der PAH beitragen. Mikrobieller Abbau kann unter aeroben und anaeroben Bedingungen stattfinden. PAH-Verbindungen mit vier oder mehr Ringen sind unter Umständen nur schwer abbaubar. Der Abbau ist nicht vollständig und die einschlägigen Studien wurden bei einer Wassertemperatur von über 20 °C durchgeführt, während die Grundwassertemperatur in Dänemark weniger als 10 °C beträgt. Da Temperatur und Sonneneinstrahlung in Dänemark niedriger sind als in anderen Staaten der Gemeinschaft, ist auch der photochemische und mikrobielle Abbau von Kreosot entsprechend geringer. (79) Eine Wiederaufnahme der Verwendung von Kreosot in Dänemark würde die bereits bestehende Umweltverschmutzung durch PAH verschärfen, die in Dänemark aufgrund seiner geographischen Lage und seines Klimas nur sehr langsam abgebaut wird. Bei der Verbrennung von mit Kreosot behandeltem Holz können PAH-Verbindungen in hoher Konzentration freigesetzt werden. Bei der Verbrennung von behandeltem Holz in Kaminen von Privatwohnungen steigt infolge der Konzentration die Gefahr, daß es zu schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit kommt. (80) Kreosot enthält neben B[a]P weitere gesundheitsschädliche Stoffe, die, wenn sie ins Grundwasser absickerten, die Qualität des Trinkwassers in Dänemark beeinträchtigen würden. Zu den Kreosotbestandteilen, die in das Grundwasser gelangen können, zählen unter anderem Phenole, Naphthalin und Benzopyrene. Ihre Konzentration überschreitet die dänischen Qualitätskriterien. In Dänemark wird ungeklärtes Grundwasser als Trinkwasser verwendet. 3.1.3. Beurteilung des dänischen Standpunktes (81) Der Standpunkt der dänischen Regierung ist unter Heranziehung der Informationen zur Toxizität und Ökotoxizität von Kreosot zu bewerten. Ferner ist zu beachten, daß alle von der dänischen Regierung angeführten Informationen über kreosotbedingte Gefahren für Gesundheit und Umwelt älteren Datums sind und zur Zeit der Vorbereitung der Richtlinie 94/60/EG bereits bekannt waren. Insbesondere die verfügbaren Daten zur Karzinogenizität waren bei der Vorbereitung der Richtlinie im Zusammenhang mit der Einstufung von Kreosot eingehend erörtert worden. (82) Alle Ergebnisse der einzelnen Studien wurden weiter oben im allgemeinen Informationsteil dargelegt. Erst seit sehr kurzer Zeit liegen experimentelle Daten vor, die darauf hindeuten, daß das von Kreosot mit einem B[a]P-Gehalt von weniger als 50 ppm ausgehende Krebsrisiko doch nicht zu vernachlässigen sein könnte. (83) Was die Exposition von Arbeitnehmern durch Einatmen betrifft, so ist fraglich, ob die vor geraumer Zeit in einer Fabrik in den USA gemessenen Daten im dänischen Umfeld mit seinen Normen, die ein hohes Schutzniveau für Arbeitnehmer gewährleisten, von Bedeutung sind. Hinzu kommt, daß die niederländische Regierung in ihrem Antrag auf eine Ausnahmeregelung gemäß ex-Artikel 100a Absatz 4 REG-Vertrag zu den Bestimmungen derselben Richtlinie ebenfalls die Risiken überprüft hat, denen Arbeitnehmer durch Einatmen ausgesetzt sind, und zu dem Ergebnis gelangt ist, daß diese Risiken akzeptabel sind. (84) Die von der dänischen Regierung als Beleg für ihre Behauptung, die Exposition gegenüber Kreosot führe zu einem verstärkten Auftreten von Hautkrebs, angeführte Studie wurde weiter oben bereits erwähnt(21). Die Schlußfolgerungen der Verfasser der Studie fallen weniger deutlich aus als die der dänischen Regierung ("keine gültigen Schlußfolgerungen"). Entsprechendes gilt für andere epidemiologische Studien. (85) Was die Exposition außerhalb des Arbeitsplatzes betrifft, so ist hervorzuheben, daß bisher alle gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Kreosot entweder in Tierversuchen oder im Rahmen der Exposition am Arbeitsplatz beobachtet worden sind. In der Fachliteratur gibt es keine Beispiele für Berichte über Fälle von Hautkrebs (oder anderen Krebsarten), die auf eine Kreosotexposition außerhalb des Arbeitsumfeldes zurückgeführt werden könnten. (86) Die Holzbehandlung mit Kreosot wurde in Dänemark seit über 100 Jahren praktiziert. Bei Einführung des Genehmigungsverfahrens im Jahr 1987 waren drei Imprägnierungsanlagen in Betrieb. Genehmigungen zur Verwendung von Kreosot wurden nur zur Holzbehandlung in geschlossenen Industrieanlagen erteilt. Die Verwendung von behandeltem Holz war auf Bahnschwellen und Leitungsmasten beschränkt. Die Laufzeit der letzten Genehmigung endete im Januar 1991. Seitdem sind keine Genehmigungen erteilt worden. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Verwendung von mit Kreosot behandeltem Holz in Europa im Jahr 1990, also vor Ablauf der letzten Genehmigung zur Verwendung von Kreosot in Dänemark. (87) Schon 1990 hatte Dänemark den zweitniedrigsten Verbrauch pro Kopf an mit Kreosot behandeltem Holz und einen der niedrigsten pro km2. Die Verwendung von mit Kreosot behandeltem Holz ist schon seit Anfang der siebziger Jahre rückläufig zum Vorteil von anderen Holzschutzmitteln, beispielsweise Kupfer-Chrom-Arsen-Komplexen (CCA). (88) Epidemiologische Nachweise, Berichte über Vorfälle sowie Daten oder Schätzungen der Kreosotaufnahme im Rahmen der einzelnen Expositionsformen liegen für Dänemark nicht vor. Deshalb ist es nicht möglich, unmittelbar zu schätzen, in welchen Mengen Kreosot von der dänischen Bevölkerung absorbiert wird bzw. welchen Mengen die dänische Bevölkerung ausgesetzt ist. In Anbetracht des niedrigen Verbrauchs pro Kopf und km2 ist die Exposition jedoch wohl e

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.