Europäische Union

2008/126/EG: Entscheidung der Kommission vom 20. Dezember 2006 über die geplante Beihilfe C36/2005 zugunsten von Investbx durch das Vereinigte Königreich (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen C(2006) 5808) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32008D0126. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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orm einer Studie, aus der das Marktversagen hervorgeht, vorliegen und Aussagen über die Bereitstellung von Risikokapital und die Bedeutung des Wagniskapitalsektors enthalten. (131) Gemäß Ziff. 1.3.2 der Leitlinien ist die Hauptursache für ein Marktversagen der Risikokapitalmärkte in einem unausgewogenen Informationsstand zu suchen. Die hauptsächlichen Schwierigkeiten, vor denen kleine und junge Unternehmen beim Zugang zur Eigenkapitalfinanzierung stehen, sind die hohen Transaktions- und Abwicklungskosten und die Scheu der Investoren, in Wagniskapital zu investieren. Ein Marktversagen stellt sich in der Regel dann ein, wenn durch die ungenügende Abstimmung von Angebot und Nachfrage das Risikokapital unerreichbar wird und die Unternehmen kein Kapital auftreiben können, obwohl sie ein vielversprechendes Geschäftsmodell und gute Wachstumsaussichten vorweisen können. (132) Mit der vorliegenden Beihilfemaßnahme soll ein Marktversagen bei der Eigenkapitalfinanzierung von KMU im Bereich zwischen 0,5 Mio. und 2 Mio. GBP in der Region West Midlands behoben werden. (133) Für den Nachweis, dass die Höhe des Risikokapitals in dieser Tranche trotz der Nachfrage nach Eigenkapitalfinanzierung rentabler Unternehmen beschränkt ist, sind in Ziff. 5.2.1 der Leitlinien eine Reihe von Merkmalen zur Orientierung aufgeführt. In der nachstehenden Bewertung des Marktversagens werden die Rentabilität der Eigenkapitalinvestitionen, die Entwicklung der Eigenkapitalinvestitionen im Vereinigen Königreich in den zurückliegenden Jahren und die Verteilung der Investitionen nach Gruppen von Investitionsbeträgen bezogen auf die angegebene Tranche des Marktversagens dargelegt. Untersucht werden auch die Datenangaben zu der Region West Midlands, insbesondere die regionale Aufteilung der Eigenkapitalinvestitionen, die Nachfrage nach Eigenkapitalbeschaffung und das Ausmaß der Befriedigung dieser Nachfrage durch die etablierten Kapitalmärkte. Zu diesem Zweck wertet die Kommission die von den britischen Behörden vorgelegten Studien aus. (134) Die Beihilfemaßnahme ist für eine Region bestimmt, die sich in einem Strukturwandel befindet und wo ein elektronischer Eigenkapitalmarkt für KMU geschaffen wird. 6.3.1.1.   Nachweis eines mit der Maßnahme zu behebenden Marktversagens (135) Investbx dient der Eigenkapitalfinanzierung in der Region West Midlands in der Tranche von 0,5 bis 2 Mio. GBP. Nach den Aussagen der britischen Behörden und interessierter Dritter wird das Marktversagen in dieser Tranche von den meisten Marktteilnehmern als besonders akut empfunden. Nach ihrer Auffassung ist der entsprechende Investitionsumfang zu groß für die meisten alternativen Investoren wie private Kapitalgeber, die nur einen Zugang zu begrenzten Finanzmitteln haben (19), und zu niedrig für die meisten klassischen Wagniskapitalinvestoren, die die Kosten für die Bewertung potenzieller Investitionen für zu hoch halten, wenn ein Unternehmen nur einen geringen Beteiligungskapitalbetrag benötigt (20). Gemäß den von den britischen Behörden vorgelegten Finanzprojektionen geht Investbx davon aus, dass die Durchschnittsgröße einer Kapitalbeteiligung im fünften Betriebsjahr 1,66 Mio. GBP beträgt. (136) In ihrer Entscheidung zu der Beihilferegelung Eigenkapitalfonds (21) gelangte die Kommission gestützt auf die Angaben in Performance Measurement Survey 2003 (22); Report on Investment Activity 2003 (23), die vom Vereinigten Königreich vorgelegten Angaben und die Bemerkungen von dritter Seite, die ein Marktversagen bestätigten, zu dem Schluss, dass im Vereinigten Königreich ein Marktversagen im Finanzierungsbereich wischen 250 000 GBP (357 000 EUR) bis 2 Mio. GBP (2,9 Mio. EUR) vorliegt. (137) Nach Auffassung der britischen Behörden besteht ein Marktversagen im Vereinigten Königreich und insbesondere in der Region West Midlands. Sie stützen diesen Befund auf die nachstehenden, in dem von ECOTEC durchgeführten Bericht ermittelten Faktoren (24): — private Beteiligungskapitalgesellschaften können bei Beträgen unterhalb 2 Mio. GBP nicht die erforderliche Investitionsrentabilität erzielen; — das Marktversagen in der Tranche 250 000 bis 2 Mio. GBP besteht tatsächlich und entstand im Zeitraum nach 1999/2000, als sich das Wagniskapital hin zu größeren Finanzierungen verlagerte; — in der Region West Midlands werden nur wenige private Beteiligungsinvestitionen in der Tranche 250 000 bis 2 Mio. GBP vorgenommen und — in dieser Tranche des Marktversagens geht von KMU ein erheblicher Finanzierungsbedarf aus. 6.3.1.1.1.   Rentabilität bei privaten Beteiligungs- und Wagniskapitalinvestitionen im Vereinigten Königreich (138) Die Rentabilität der privaten Beteiligungs- und Wagniskapitalinvestitionen in verschiedenen Investitionskategorien ist eine Bezugsgröße für die Analyse des Marktversagens, da eine niedrige Investitionsrentabilität in einer gegeben Tranche die Investoren veranlassen kann, ihr Engagement zu den rentableren Großinvestitionen zu verlagern. Nach den jüngsten Veröffentlichungen des britischen Wagniskapitalverbandes (nachstehend „BVZA“) (25) hat sich die Rentabilität bei privaten Beteiligungs- und Wagniskapitalinvestitionen im Vereinigten Königreich seit dem Jahr 2004 wie folgt entwickelt: Ähnlich wie im Jahr 2003 haben Unternehmensausgründungen einer mittleren Größe (nachstehend „MBO“) (Beteiligungsinvestitionen zwischen 10 Mio. und 100 Mio. GBP) und große MBO (Investitionen von mehr als 100 GBP) kurz- und mittelfristig eine höhere Rentabilität erbracht als Investitionen in der Anlauf- und Entwicklungsphase. So belief sich im Jahr 2004 die Dreijahresrentabilität auf -13,2 % bei Anlaufinvestitionen und auf -5,3 % bei Investitionen in der Entwicklungsstufe, während sie bei mittleren MBO 13,7 % und bei großen MBO 16,1 % erreichte. Somit ist es bei privaten Beteiligungsinvestitionen für die Geldgeber attraktiver, in MBO jenseits einer Größe von 10 Mio. GBP als in Investitionen der Früh- oder Entwicklungsphase zu investieren. (139) Obwohl sich in dem Bericht des BVCA über die Rentabilität von privaten Beteiligungs- und Wagniskapitalinvestitionen für das Jahr 2005 im Vereinigten Königreich die zugrunde liegende Methode geändert hatte (26), waren die Rentabilitätszahlen in den Anlauf- und Wagnisstufen mittelfristig weiterhin negativ. Die mittelfristige Rentabilität bei Investitionen der Entwicklungsstufe und bei kleinen MBO lag weit unterhalb der mittelfristigen Rentabilität von mittleren und großen MBO. 6.3.1.1.2.   Private Beteiligungsinvestitionstätigkeiten im Vereinigten Königreich (140) Gemäß der BVCA-Studie über die private Beteiligungsinvestitionstätigkeit im Vereinigten Königreich (27) wuchs die Durchschnittsgröße der Investitionen im Vereinigten Königreich im Jahr 2005 auf 5,2 Mio. GBP verglichen mit 4,1 Mio. im Jahr 2004, 3,2 Mio. im Jahr 2003, 3,7 Mio. im Jahr 2002 und 3,6 Mio. im Jahr 2001. (141) Gemäß der erwähnten BVCA-Studie erhöhte sich der Umfang des in britische Unternehmen investierten Beteiligungskapitals in den vorangehenden Jahren erheblich (6,813 Mrd. GBP im Jahr 2005, 5,336 Mrd. im Jahr 2004 und 4,074 Mrd. im Jahr 2003). In der Tranche 0,5 Mio. bis 2 Mio. GBP war hingegen keine Zunahme, sondern vielmehr ein Rückgang im Jahr 2005 auf 313 Mio. GBP verglichen mit 330 Mio. im Jahr 2004 und 286 Mio. im Jahr 2003 zu verzeichnen. Im Jahr 2005 entfiel auf Investitionen von weniger als 0,5 Mio. GBP ein Anteil von 2 % des gesamten in britische Unternehmen investierten privaten Beteiligungskapitals, ein Anteil von 5 % auf die Tranche 0,5 bis 2 Mio. GBP, die übrigen 94 % jedoch auf Investitionen eines Umfangs von mehr als 2 Mio. GBP. Im Jahr 2005 war der Anteil des in der Tranche 0,5 bis 2 Mio. GBP investierten Betrages gemessen an den Gesamtinvestitionen niedriger als in den vorangehenden Jahren (5 % im Jahr 2005, 6 % im Jahr 2004, 7 % im Jahr 2003, 10 % in den Jahren 2002 und 2001). (142) Die Studie hat auch gezeigt, dass die Anzahl der Zielunternehmen in der Tranche 0,5 bis 2 Mio. GBP verglichen mit der Gesamtanzahl der Zielunternehmen im Vereinigten Königreich ebenfalls tendenziell zurückgeht (23 % im Jahr 2005, 25 % im Jahr 2004, 25 % im Jahr 2003, 30 % im Jahr 2002 und 31 % im Jahr 2001). In absoluten Zahlen war im Jahr 2005 die Anzahl der Zielunternehmen in dieser Tranche die niedrigste der vergangenen fünf Jahre (302 im Jahr 2005, 321 im Jahr 2004, 317 im Jahr 2003, 361 im Jahr 2002 und 399 im Jahr 2001). (143) Die britischen Behörden haben sich auf verschiedene Studien und Untersuchungen bezogen, die auf ein Marktversagen im Vereinigten Königreich hinweisen, wie z.B.: — das Haushaltskonsultationsdokument des Britischen Finanzministeriums mit dem Titel „ Bridging the Finance Gap “  (28) hat die Lücke in der Tranche 0,25 Mio. bis 2 Mio. GBP bestätigt. Der Studie lagen Erhebungen, BVCA-Daten und Beugnahmen auf akademische Studien zugrunde (29). In den Untersuchungen haben 97 % der Befragten des Konsultationspapiers „ Bridging the finance gap “ die Auffassung vertreten, dass die KMU mit einem erheblichen Marktversagen konfrontiert sind, wobei das Ausmaß der Finanzierungslücke abhängig von der Größe, dem Wirtschaftszweig und der Entwicklungsstufe des jeweiligen Unternehmens schwanken soll. Die Erwiderungen auf das Konsultationspapier machen deutlich, dass es eine Gruppe von kleinen und mittleren Unternehmen gibt, die sich für eine Kreditfinanzierung nicht eignen und die gegenwärtig keinen Zugang zum Beteiligungskapital haben, das sie für ihr Weiterkommen benötigen. Auch Unternehmen, die geringe Beträge für Investitionen und die Modernisierung bzw. Diversifizierung ihrer Tätigkeiten benötigen, seien betroffen. In dem Bericht wird vorgebracht, dass einige KMU für die Kreditfinanzierung nicht geeignet seien und dass die Beschaffung von Beteiligungskapital eine geeignetere Finanzierungsform sein könnte, wenn ein Unternehmen noch nicht ausreichende Einnahmen erzielt, um die Schuldzinsen zurückzuzahlen und/oder das Unternehmen neue Techniken oder Produkte mit einem erheblichen Wachstumspotenzial, jedoch großem Risiko entwickelt. Gemäß dem Bericht können den Investoren erhebliche Kosten bei der Erkundung geeigneter Investitionsmöglichkeiten entstehen, insbesondere Kosten für die Sorgfaltsprüfung und die Begleitung der Investitionen in kleine und junge Unternehmen. Im Gegensatz zu den großen börsennotierten Unternehmen sei der Informationsfluss über kleine, nichtnotierte Gesellschaften, die Investitionskapital benötigen, begrenzt. Wegen des unausgewogenen Informationsstandes könne es für potenzielle Investoren schwierig sein, das Gewinn-/Risikoprofil der Betriebe genau einzuschätzen, was sie von einer Investition in Wagniskapital abhalten könnte. Der Bericht gelangt zu dem Schluss, dass die hohen Transaktionskosten und die verhältnismäßig höheren Kosten bei der Erlangung von Informationen über kleinere Unternehmen die Investoren veranlassen, ihr Interesse auf größere Investitionen zu verlagern. Die strukturellen Einschränkungen bei der Bereitstellung von Kapital und Wagniskapital-Fachwissen für kleinere und mit größeren Risiken behaftete Firmen lassen vermuten, dass die Wagniskapitalinvestoren sich noch mehr auf die größeren Investitionen in einem späteren Entwicklungsstadium hin orientieren werden. — Eine von ECOTEC durchgeführte Untersuchung (30) hat das Vorhandensein eines Marktversagens im Bereich wischen 0,5 und 5 Mio. GBP bestätigt, wobei sich die größten Schwierigkeiten für Unternehmen stellen, die Expansionskapital von bis zu 2 Mio. GBP benötigen. — Auch die jüngsten Berichte des Britischen Industrieverbandes CBI kamen zu dem Ergebnis, dass eine eindeutige Lücke beim Zugang zum Kapital besteht. Demnach bestünden Marktversagen und Anomalien im System fort, die angegangen werden müssen. ... Es gibt Hinweise für ein zunehmendes Marktversagen im Bereich zwischen 500 000 und 3 Mio. GBP. Die jüngsten Daten von BVCA enthielten keine Anzeichen für ein Schließen dieser Lücke, während der Durchschnittsbetrag einer Beteiligungsinvestition weiterhin zunehme (31). In einigen Studien wurde ein Marktversagen sogar unterhalb von 0,5 Mio. und oberhalb von 2 Mio. GBP ausgemacht. In keiner der Studien wird jedoch das Bestehen eines Marktversagens im Bereich 0,5 bis 2 Mio. GBP bestritten, der Zieltranche für die Beteiligungsinvestitionen von Investbx. In dieser Tranche wird die Finanzierungslücke als besonders akut angesehen. (144) Die britischen Behörden haben sich auch auf eine Reihe von Studien und Untersuchungen berufen, in denen verschiedene Aspekte der Benachteiligung von Kleinunternehmen aufgezeigt werden, die eine Börsennotierung anstreben: — In einem Forschungsartikel von Brian Zivicky (32) wird auf die Tatsache hingewiesen, dass im Vereinigten Königreich nur wenige der kleinen börsennotierten Unternehmen von Analysten ausgewertet werden, da das geringe Handelsvolumen die mit der Kursanalyse verbundenen Kosten nicht rechtfertigt. — Gemäß einem von Jaffe Associates für die Quoted Company Alliance erstellten Bericht (33) bewerben sich die kleinen börsennotierten Unternehmen um einen kleinen und weiter abnehmenden Anteil des institutionellen Beteiligungskapitals im Vereinigten Königreich. Die Fähigkeit, Großaufträge umzusetzen, sei ein Hauptmotiv für die Investitionsbeschlüsse, wodurch kleinere Unternehmen automatisch benachteiligt würden. — In einer von SWR Worldwide erstellten Untersuchung (34) wird festgestellt, dass nach Auffassung sowohl der Emittenten als auch der Investoren die bestehenden Mechanismen für die Erbringung von Finanzdienstleistungen an KMU verbessert werden könnten, insbesondere durch eine bessere Vermittlung zwischen Emittenten und Investoren. Die Untersuchung hatte ergeben, dass die Qualität und Quantität der Informationen die maßgeblichen Faktoren für Investitionsentscheidungen sind. Die Mehrzahl der befragten Fondsverwalter, hochsolventen Investoren und Wagniskapitalgeber betonten, dass die Börsen gegenwärtig noch nicht ihr Bestes tun, um den Zugang für die KMU herzustellen oder Liquidität für die von KMU angebotenen Sicherheiten bereitzustellen. — Gemäß einer von Tim Mocroft erstellten Untersuchung (35) sind die Börsennotierung und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen der bestehenden Börsen zwar kostenaufwändig, doch seien diese Kosten angesichts der Größe der beteiligten Unternehmen und der eingesammelten Geldbeträge nicht erheblich. Beide Faktoren bilden jedoch einen Sockel für die Größe eines Unternehmens, das Zugang zu den größten Märkten im Vereinigten Königreich erlangen möchte — d. h. die offizielle Notierung an der Londoner Börse und der AIM […]. In der Regel kostet eine Börsennotierung auf beiden Märkten rund 500 000 GBP; bei einem solchen Kostenaufwand sei das Aufbringen relativ geringer Kapitalbeträge unwirtschaftlich. — In dem Bericht von Deloitte „ Improving Access to Finance for Small and Medium Sized Enterprises “  (36) wird auf der Grundlage von Befragungen der Beteiligten festgestellt, dass die KMU in der Regel wenig über das Vorhandensein und die Möglichkeiten von Finanzierungsoptionen Bescheid wissen. Die Befragungen hatten ergeben, dass die mangelnde Investitionsbereitschaft das Haupthindernis für den Zugang zum Kapital in der gesamten Region West Midlands bildet. Die Investitionsbereitschaft umfasst die Einstellung der Unternehmen gegenüber der Kapitalaufbringung, die Qualität der Geschäftsunterlagen und die allgemeine Eignung eines Projekts zur Finanzierung. Dies hat Auswirkungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite: Wenn Unternehmen damit rechnen, für ihr Anliegen kein Gehör zu finden, kann es sie von der Kapitalbeschaffung abhalten, und es kann die Bereitstellung von Kapital einschränken, wenn ein potenzieller Investor, der eine ungenügende Investitionsbereitschaft feststellen muss, vor einem erhöhten Risiko steht. 6.3.1.2.   Das Marktversagen in der Region West Midlands (145) Die vorstehenden Darlegungen beziehen sich auf das gesamte Vereinigte Königreich, die Kommission hat im vorliegenden Fall jedoch zu ermitteln, ob in der Region West Midlands, dem Zielgebiet von Investbx, ein Marktversagen vorliegt. Dabei hat sie neben den vorstehenden Gesichtspunkten andere Aspekte von Angebot und Nachfrage von Investitionen auf regionaler Ebene berücksichtigt. (146) In den Bemerkungen von dritter Seite wurde das Bestehen eines Marktversagens in der Region West Midlands überwiegend bestätigt. Außerdem haben die britischen Behörden in Erwiderung auf diese Bemerkungen Nachweise vorgelegt, die auf Angaben von in der Region tätigen Wagniskapitalgebern beruhen, wonach ein Marktversagen zwischen 0,5 und 2 Mio. GBP besteht, und dass von den 500 bis 750 jährlichen Anträgen lediglich 1 % erfolgreich sind, obwohl die Mehrzahl der zurückgewiesenen Unternehmen tragfähige Geschäftspläne vorlegten und für eine Finanzierung in Frage kämen, wenn ein Mechanismus wie der von Investbx vorgesehene bestanden hätte. 6.3.1.2.1.   Regionale Aufteilung der Investitionen (147) Gemäß den Datenangaben in dem BVCA-Bericht zur Investitionstätigkeit im Jahr 2005 machten die privaten Beteiligungsinvestitionen in der Region West Midlands 4 % des Gesamtbetrages im Vereinigten Königreich aus, während auf die Regionen Südosten und London zusammengenommen 44 % aller Investitionen entfielen. Bei den Investitionen in der Frühphase betrug der Anteil der West Midlands 1 % des Gesamtbetrages für das Vereinigten Königreich, während auf die Regionen Südosten und London 49 % entfielen. Bei den Investitionen in der Wachstumsphase waren die entsprechenden Zahlen 2 % für die West Midlands und 42 % für den Südosten und London. Diese Daten müssen im Rahmen des Anteils der verschiedenen Regionen am BIP des Vereinigten Königreiches gesehen werden. Gemäß den Eurostat-Daten für das Jahr 2003 belief sich der BIP-Anteil der Region West Midlands auf 8 %, der Anteil der Regionen Südosten und London auf 34 %. Hieraus folgt, dass in der Region West Midlands gemessen an der Wirtschaftstätigkeit wesentlich geringere Eigenkapitalbeträge in der Früh- und der Wachstumsphase als in der Region Südosten und London bereitgestellt werden. (148) Gemäß einer Analyse (37) der gesamten Marktkapitalisierung der auf der Londoner Börse und der AIM notierten Unternehmen sämtlicher Regionen ist die Höhe der Marktkapitalisierung in der Region Midlands besonders niedrig. Im Jahr 2003 erreichte die regionale Marktkapitalisierung als Anteil des BIP im Gebiet London 621 %, in der Region Südosten 139 %, im gesamten VK 153 %, in der Region Midlands jedoch lediglich 25 %. Gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung ist die Marktkapitalisierung der Region Midlands unter den Regionen des Vereinigten Königreiches besonders niedrig. 6.3.1.2.2.   Nachfrage nach Beteiligungsfinanzierung von KMU in der Region West Midlands (149) Aus den statistischen Daten lässt sich nur schwer nachprüfen, ob eine unbefriedigte Kapitalnachfrage von Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsplänen besteht. Es hat sich herausgestellt, dass Untersuchungen das bestmögliche Mittel waren, um die Nachfrage von Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsplänen nach Beteiligungskapital zu ermitteln. (150) Die britischen Behörden haben eine Reihe von Konsultationen, Workshops und Erhebungen zur Nachfrage nach Beteiligungskapital von KMU in den West Midlands durchgeführt. Gemäß einer Untersuchung vom April 2003 empfanden 73 % der 41 befragten Unternehmen aus dieser Region, dass der Zugang zu den Kapitalmärkten ein erhebliches Problem für die KMU war, 88 % waren der Meinung, dass die etablierten Kapitalmärkte den Kapitalbedarf der KMU nicht befriedigten. Außerdem äußerten 68 % der Befragten, dass Ofex eine wenig genutzte Kapitalquelle für KMU war, während 73 % Interesse an der Einbeziehung in das Investbx-Projekt bekundeten. (151) Im November 2003 fand in Birmingham eine Zusammenkunft betreffend Investbx statt, an der 81 Vertreter der Wirtschaft teilnahmen. Eine weitere Zusammenkunft fand in London beim Studienzentrum für Finanzinnovation (CSFI) statt, zu der 27 Vertreter der Geschäftswelt eingeladen wurden. Das CSFI sprach sich fast einmütig für das Projekt aus. Im Mai 2004 wurden 21 Beratungsunternehmen gebeten, an der Entwicklung des Vorhabens Investbx mitzuwirken und zu erkunden, wie viele ihrer Kunden für eine Einbeziehung in Investbx geeignet sein könnten. 13 Firmen gaben an, dass sie zwischen einem und sechs ihrer Kunden für eine Teilnahme jährlich vorschlagen könnten. Da nur ein kleiner Anteil der Firmen an den Workshops teilnahm, gehen die britischen Behörden davon aus, dass der Finanzierungsansatz von Investbx von 10 KMU jährlich Eigenkapitalfinanzierung einer niedrigen Nachfrageeinschätzung entspricht. Da Beratungsunternehmen nur ein Honorar bekommen, wenn die Unternehmen erfolgreich Kapital aufbringen, liegt es in ihrem Interesse, nur Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsplänen vorzuschlagen, damit sich nur diejenigen um eine Finanzierung über Investbx bewerben, die nach Auffassung der Berater für Investoren attraktiv sind. (152) Hinsichtlich der Bereitstellung einer Eigenkapitalfinanzierung für KMU in der Region West Midlands im Bereich zwischen 0,5 und 2 Mio. GBP — dem Hauptziel von Investbx — befriedigt nach Auffassung der britischen Behörden das bestehende Angebot an Beteiligungskapital für KMU nicht in ausreichendem Maße deren Nachfrage und leistet somit keinen Beitrag zur Behebung des Marktversagens. Trotz einiger Kapitalbeteiligungen an KMU wurde in der Region West Midlands Kapital nicht in ausreichendem Maße bereitgestellt, außerdem war der regionale Schwerpunkt nicht auf KMU gerichtet. Laut britischen Behörden lassen die vorliegenden Nachweise darauf schließen, dass die Privatwirtschaft das Problem des Marktversagens nicht lösen wird. Auf zwei getrennten von AWM veranstalteten Zusammenkünften wurden leitende Vertreter von Ofex aufgefordert, ihre Pläne zur Behebung des Marktversagens in der Region West Midlands darzulegen, doch Ofex war laut britischen Behörden dazu entweder nicht in der Lage oder nicht daran interessiert. (153) Bei Ofex sind gegenwärtig sieben Unternehmen aus der Region West Midlands notiert, wovon lediglich fünf gehandelt werden (38). Die britischen Behörden gehen nicht davon aus, dass Ofex das Problem des Marktversagens gelöst hat, auch glauben sie nicht, dass Ofex die gegenwärtig festgestellte Nachfrage von wenigstens zehn Unternehmen jährlich in der Region befriedigt. In den Jahren 2004 und 2005 wurden bei Ofex jeweils nur ein KMU aus der Region West Midlands neu notiert, während Investbx davon ausgeht, zwischen fünf und zwölf Unternehmen aus der Region in seine Notierung jährlich aufzunehmen. Schlussfolgerung zum Marktversagen (154) Nach Auffassung der Kommission kann man im Einklang mit Ziff. 5.2.1 der Risikokapital-Leitlinien aus den erstellten und ausgewerteten Studien schließen, dass in der Region West Midlands ein Marktversagen in der Tranche zwischen 0,5 und 2 Mio. GBP vorliegt. 6.3.2.   Ist das Beihilfeinstrument geeignet, das Ziel von gemeinsamem Interesse zu verwirklichen? (155) Gemäß Ziff. 5.2.2 der Risikokapital-Leitlinien bewertet die Kommission, ob die Maßnahme geeignet ist, das festgestellte Marktversagen zu beheben. Außerdem berücksichtigt sie eventuell vorgenommene Folgenabschätzungen und prüft die Möglichkeit, ob die gleichen Ziele mit anderen Mitteln erreicht werden könnten. 6.3.2.1.   Behebung des Marktversagens (156) Mit der vorgesehenen Beihilfe soll über Investbx das beschriebene Marktversagen behoben werden, indem eine regionale elektronische Plattform geschaffen wird, auf der die KMU sich vorstellen, Kapital aufbri

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.