Europäische Union

2004/310/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. Juli 2000 die einen Zusammenschluss für mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen vereinbar erklärt (Sache COMP/M.1806 — AstraZeneca/Novartis) — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 2309) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0310. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

steller für die Angabe zur Verfügung stehen, dass sein Produkt als Tankbeimischung mit bestimmten Produkten anderer Hersteller geeignet ist. Im Gegensatz zu anderen Mitgliedstaaten erfordert dies die Einwilligung beider Hersteller, selbst in Bezug auf die jeweilige Dosierung, in der die Tankmischung zu empfehlen ist. In dieser Hinsicht wird auf eine jüngere Vereinbarung zwischen Zeneca und Novartis (zur Kampagne 2000) verwiesen, Tankmischungen zwischen Produkten auf Azoxystrobin- und Fenpropidinbasis zu empfehlen. Da die Dosierung, in der die Mischung empfohlen wird, niedriger ist als die vorgeschriebene Dosierung für andere Mischungen, haben die Unternehmen hierdurch die Möglichkeit, die attraktivste Mischung zum Schaden der Mischungskandidaten auf Fenpropimorph- oder Quinoxyfenbasis (Segment Mehltau) der anderen Unternehmen anzubieten. Der britische Getreidefungizidmarkt (170) Der durchschnittliche Aufwand für Getreidefungizide in Großbritannien liegt bei EUR 44/ha. In Großbritannien ist T2 die wichtigste Spritzung für Weizen, gefolgt von T1 und T3. T3 ist nur in feuchten Sommern populär und zunehmend wird Amistar in geringen Dosierungen populär. Von den insgesamt zwei Spritzungen reagiert Gerste besser auf eine Anwendung in T1. Hinsichtlich der behandelten Fläche erhält ein Drittel der Gesamtfläche zwei Spritzungen, auf den Rest kommen zu gleichen Teilen eine bzw. drei Spritzungen. Hinsichtlich des Wertes entfallen nahezu [40-50]* % des Marktes auf die Dreifachspritzprogramme (wobei T2 die wertvollste Behandlung ist), [30-40]* % auf Zweifachspritzungen (wobei T2 die wertvollste Behandlung ist) und etwas über [5-10]* % auf den Bereich der Einfachspritzprogramme. (171) Die Parteien schätzen, dass der Gesamtumsatz 1998 bei etwa [...]* EUR lag. Ihrer Schätzung zufolge entfallen davon auf Syngenta [30-40]* % (N [10-20]* % + AZ [10-20]* %), auf BASF [30-40]* %, auf Bayer und DuPont jeweils [5-10]* % und auf Aventis unter [0-5]* %. Auf Grundlage der Marktuntersuchung lag der Gesamtumsatz unter 150 Mio. EUR und BASF wäre der Marktführer, dicht gefolgt von der fusionierten Einheit. Zusammen entfielen auf die beiden Unternehmen zirka [60-70]* %. Bayer läge bei über [5-10]* % und die anderen Unternehmen bei weit unter [5-10]* %. Der Gesamtmarkt wird mit [...]* EUR veranschlagt, wobei auf BASF [30-40]* % entfallen, gefolgt von Syngenta mit [30-40]* % (N [20-30]* % + AZ [10-20]* %). Bayer verfügt über [10-20]* %, Dupont und Aventis jeweils über [0-5]* %. Dow liegt bei [0-5]* % und Cyanamid bei unter [0-5]* %. (172) Der Gesamtmarkt ist in 1999 gewachsen. Dieses Gesamtwachstum verdeckt jedoch beträchtliche Umschichtungen zwischen den Unternehmen, wobei es zu einem spektakulären Zuwachs bei AstraZeneca (Verdoppelung des Umsatzes) und einem weiteren Wachstum für BASF kam. Die anderen Unternehmen, insbesondere Novartis, erlitten beträchtliche Umsatzeinbußen. Insgesamt bliebe BASF Marktführer, dicht gefolgt von der fusionierten Einheit. Der Gesamtmarkt liegt bei [...]* EUR. BASF liegt bei [30-40]* %, konnte somit ihren Umsatz um mindestens [...]* EUR steigern. Syngenta liegt bei [30-40]* % (N [10-20]* % + AZ [20-30]* %). Novartis verlor über [...]* EUR an Umsatz, AstraZeneca steigerte ihren Umsatz jedoch um [...]* EUR. Bayer liegt bei [5-10]* %, Aventis bei [0-5]* %, Dupont und Dow bei [0-5]* %. (173) Es darf angemerkt werden, dass der geschätzte Umsatz 2000 für das im März 2000 eingeführte Trifloxystrobinprodukt von Novartis allein einem Umsatz entspräche, der fast dem Gesamtumsatz von Novartis in 1999 in Höhe von [...]* EUR entspricht, wobei der Umsatz einem geschätzten Marktanteil von [10-20]* % entspräche. Es besteht deshalb kein Zweifel daran, dass die fusionierte Einheit in 2000 der Marktführer wäre. Die nordischen Länder: Schweden, Finnland und Dänemark (174) Die Parteien schätzen, dass der schwedische Markt in 1998 einen Wert von [...]* EUR aufweist und Syngenta einen Marktanteil von [90-100]* % (N [50-60]* % + AZ [30-40]* %) hätte. BASF würde über einen Marktanteil von [0-5]* % verfügen. Dies wird durch die Marktuntersuchung weitgehend bestätigt. Auf dem in 1999 wachsenden Markt konnten die Parteien ihre Marktanteile halten, wobei es zu beträchtlichen Zuwächsen bei AstraZeneca kam, die den Verlust von Novartis ausgeglichen haben. BASF ist der andere relevante Marktteilnehmer. (175) AstraZeneca war bis zur Einführung von Amistar in 1997, zwei Jahre vor der Einführung von Mentor (KM+Fenpropimorph) durch BASF, auf dem Getreidefungizidmarkt nicht vertreten. In diesen beiden Jahren brachte AstraZeneca rund zwei Drittel des Gesamtmarktes an sich und das Ergebnis hätte sogar noch besser ausfallen können, wäre das Produkt in größerem Umfang erhältlich gewesen; Engpässe schränkten jedoch die Verkaufsförderungsaktivitäten ein. BASF gelang es lediglich unter [5-10]* % des Marktes an sich zu bringen und der Umsatz des Unternehmens bewegte sich im Jahr der Markteinführung von Amistar deutlich unterhalb des Umsatzes von AstraZeneca. (176) Vor der Einführung der Strobilurine war Novartis mit ihren Produkten auf Propiconazol- und Fenpropimorphbasis (zumeist Mischungen) unangefochtener Marktführer. Auch BASF hatte ein Monowirkstoffprodukt mit Fenpropimorph auf dem Markt, der Umsatz ist jedoch sehr begrenzt, selbst im Vergleich zum Umsatz der Fenpropimorph+Propiconazolmischung von Novartis (Tilt Top). Dieses Mischungsprodukt von Novartis hat somit die Entwicklung des Monowirkstoffprodukts von BASF erfolgreich blockiert (siehe auch Dänemark, Ziffern 179 ff.). Novartis gelang es 1999 eine Zulassung für ihre Cyprodinil + Propiconazolmischung (Stereo) zu erhalten, ein Konkurrenzprodukt zu Amistar bei Gerste. Das einzige weitere Triazol auf dem Markt ist Sportak (Prochloraz) von Aventis, der Vertrieb erfolgt durch BASF. Es hat eine Menge an Marktanteil verloren und hat aufgrund seines begrenzten Spektrums eingeschränkte Anwendungsmöglichkeiten. (177) Die Parteien schätzen, dass der finnische Markt 1998 einen Wert von [...]* EUR hatte und Novartis läge bei einem Marktanteil von [60-70]* %, während AstraZeneca auf dem Markt nicht vorhanden war. Dies wird durch die Marktuntersuchung bestätigt. AstraZeneca trat jedoch 1999 in den Markt ein und nahm einen Marktanteil von unter [5-10]* % ein. Des Weiteren vergrößerte Novartis ihren Umsatz. Es kann daher geschlossen werden, dass der Marktanteil der fusionierten Einheit 1999 bei etwa [80-90 %]* liegt. (178) Sämtliche Pflanzenschutzprodukte auf dem finnischen Markt werden entweder durch Berner oder durch Kemira importiert. Diese Unternehmen haben Vereinbarungen mit einem oder mehreren der Hersteller für ihre gesamte Produktreihe. Amistar wurde erst 1999 eingeführt, Zulassungsinhaber hierfür ist Berner. Im Gegensatz zu den anderen nordischen Ländern konnte Amistar in Finnland nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes erobern. Die Produktpalette von Novartis (Tilt und Stereo), importiert durch Kemira, nimmt noch immer den Großteil des übrigen Marktes ein. (179) Der dänische Markt ist der viertwichtigste Getreidefungizidmarkt. Mit einem von den Parteien geschätzten Gesamtumsatz von [...]* entspricht er jedoch nur einem Bruchteil des Umsatzes von 160 Mio. auf dem drittwichtigsten Markt, Großbritannien. Die Parteien schätzen, dass Syngenta einen Marktanteil von [80-90]* % hätte (N [40-50]* % + AZ [40-50]* %). BASF hätte einen Marktanteil von [5-10]* % und Bayer von [0-5]* %. 1999 nahm der Gesamtmarkt leicht zu, Novartis büßte jedoch beträchtlich an Umsatz und Marktanteil ein. Durch AstraZeneca konnten diese Verluste jedoch mehr als wettgemacht werden. Insgesamt konnte Syngenta ihren hohen Marktanteil halten. Die Marktuntersuchung zeigt, dass der Marktanteil der fusionierten Einheit 1998 bei über [60-70]* % lag und dass er sich 1999 auf nahezu [70-80]* % weiter erhöht hat. (180) In Dänemark sind wie in den anderen nordischen Ländern wenige Pflanzenschutzprodukte zugelassen. Dies gilt auch für Getreidefungizide. Mehrere der neuen Triazole wurden in den nordischen Ländern getestet, kamen jedoch nicht durch die Zulassungstests. Eine typische Eigenschaft des dänischen Marktes besteht darin, dass die Dosierungen im Vergleich zum übrigen Europa extrem niedrig sind. Die Empfehlung für Amistar liegt bei 1 l/ha und es wird als Monosubstanz im Bereich von 0.6-0.9 l/ha angewendet, der dänische Landwirt verwendet jedoch nur 0.3 l/ha. (181) Seit der Einführung des Produkts Tilt von Novartis in 1982 hatte es in den Jahren vor der Einführung der Strobilurine stets einen Marktanteil von etwa [80-90]* %. Die anderen Anbieter waren Bayer (Bayfidan), Aventis (Sportak) und BASF (Corbel). Ein Wettbewerber wies darauf hin, dass zum Zeitpunkt als es nur zwei wichtige zugelassene Fungizidprodukte gab, nämlich Fenpropimorph (aufgeteilt zwischen Novartis und BASF) und Propiconazol (ausschließlich Novartis), Novartis den Absatz des Monowirkstoffs Fenpropimorph von BASF durch die Einführung der Fenpropimorph/Propiconazol-Mischung erfolgreich blockieren konnte. 1997 erhielt Folicur (Tebuconazol) von Bayer die Zulassung, acht Jahre nachdem der erste Zulassungsantrag gestellt worden war. Folicur erreichte 1998 einen Marktanteil von rund [5-10]* %, der Umsatz ging jedoch in 1999 erheblich zurück. (182) Die Einführung von Amistar in 1998 verlief extrem erfolgreich, innerhalb von zwei Jahren wurde ein Marktanteil von [40-50]* % erreicht. BASF brachte ihre KM+Fenpropimorph-Mischung Mentor 1999 auf den Markt, erzielte jedoch einen Absatz, der erheblich hinter dem von AstraZeneca im Vorjahr zurückblieb. Überdies steht nicht zu erwarten, dass die KM + Epoxiconazol-Mischung in irgendeinem der nordischen Ländern zugelassen wird. Andererseits hat AstraZeneca in 1998 und 1999 keinen Gebrauch von ihrer Zulassung für Amistar Pro gemacht. (183) Das Spitzenprodukt von Novartis, Tilt Top (Propiconazol+Fenpropimorph) hat beträchtlich an Umsatzvolumen verloren, was nur teilweise durch die Einführung der neuen Cyprodinil + Propiconazol-Mischung (Stereo) in 1999 wettgemacht wurde. Novartis bleibt jedoch mit ihrer Triazol + Morpholin-Produktreihe der klare zweitplatzierte Hersteller auf dem dänischen Markt. Es kann angemerkt werden, dass die Möglichkeit einer Tankmischung zwischen Amistar und Tilt als [...]* erachtet wird. Die Fusion eliminiert daher automatisch diese [...]*. Die anderen Getreidefungizidmärkte (184) Die Parteien schätzen, dass sie wahrscheinlich auch Marktführer in Spanien sind, dies wird jedoch durch die Marktuntersuchung nicht bestätigt. In Irland haben die Parteien 1999 ihre Marktführung ([40-50]* % in 1998) an BASF verloren. In allen anderen Ländern ist BASF der Marktführer bzw. haben die Parteien größtenteils einen Marktanteil von etwa [20-30]* %. Den höchsten Marktanteil haben sie mit [30-40]* % in Österreich, Bayer liegt hier bei [20-30]* %. Neue Produkte (185) Wie in Ziffer 139 ausgeführt werden die einzig neuen Produkte auf Strobilurinbasis zwischen dem jetzigen Zeitpunkt bis Ende 2003 ausschließlich von der fusionierten Einheit und BASF kommen. Novartis führt derzeit ihr neues Strobilurin, Trifloxystrobin, auf den EWR-Märkten ein. AstraZeneca hat das neue Strobilurin Picoxystrobin in der Entwicklung, das erste Strobilurin der zweiten Generation, das in [...]* eingeführt werden soll. Aus den internen Dokumenten beider Parteien geht hervor, dass sie die Markteinführung des Strobilurins der zweiten Generation von BASF, BAS500F, für 2002 erwarten. (186) Vor [...]* wird keine Einführung neuer nicht-strobilurinaktiver Wirkstoffe auf den Getreidefungizidmärkten des EWR erwartet. Die einzigen neuen Produkte werden Mischungen der vorhandenen aktiven Wirkstoffe sein sowie einige Neueinführungen von vorhandenen Produkten in weiteren Ländern. Überblick zu den derzeitigen Marktanteilen (187) Die folgende Tabelle enthält einen Überblick zu den Marktanteilen der fusionierten Einheit und von BASF an den gesamten Getreidefungizidmärkten in 1998 und 1999. Dieser Überblick wird erstellt für den EWR sowie für die sechs betreffenden nationalen Märkte: Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden und Finnland. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Erwartete zukünftige Marktanteile (188) Wie oben angezeigt steht es angesichts des geschätzten Absatzes mit dem Strobilurin von Novartis in Großbritannien außer Zweifel, dass die fusionierte Einheit in 2000 auch in Großbritannien Marktführer sein wird. (189) Im Marktjahr 1999-2000 werden bei AstraZeneca für Amistar erstmals keine Lieferengpässe vorliegen. In den vorangegangenen Jahren war die Kapazität für die Herstellung von Amistar begrenzt, was dazu führte, dass die den einzelnen Ländern zugeteilten Mengen extrem schnell verkauft wurden. Der Absatz von Amistar liegt daher bislang unterhalb des Potenzials des Produkts. In Frankreich erwartet AstraZeneca für das Jahr 1999/2000 eine Steigerung des Gesamtmarktanteils um [...]*, so dass ein Marktanteil von [...]* erreicht wird, womit eine Absatzsteigerung bei Amistar, Amistar Pro und Amistar Ter von rund [...]* einhergeht. In Großbritannien wird, wie aus dem Marketingplan 1999 hervorgeht, ein Gesamtziel von [...]* angestrebt. (190) Laut Marketingplan von Novartis wird ein Anteil an den Getreidefungizidmärkten im EWR in 2003 von insgesamt [...]* angestrebt. (191) Der Überblick mit den höchsten Annahmen der Parteien bezüglich zukünftiger Marktanteile in Europa bei Getreide geht auf das im Abschnitt über Strobilurine genannte Dokument vom September 1999 zurück, durch das der Vorstand von AstraZeneca zur Genehmigung einer Picoxystrobininvestition aufgefordert wurde. Der erwartete Umsatz von BASF und Novartis werden in dem genannten Dokument folgendermaßen angegeben: Marktanteile bei Getreidefungiziden in der EU - 2005 >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (192) Nach vorstehendem Überblick entfällt auf die fusionierte Einheit ein gemeinsamer Marktanteil von [50-60]* % an den gesamten Getreidefungizidmärkten. Es kann angemerkt werden, dass ein weiterer Wettbewerber für die fusionierte Einheit ähnliche Marktanteile für 2003 prognostiziert. Ferner erwarten die meisten Wettbewerber, dass Produkte auf Strobilurinbasis etwa 60-70 % des Gesamtumsatzes ausmachen werden. Entfielen auf Grundlage dieser Annahme tatsächlich [60-70]* % des Gesamtumsatzes auf Strobilurine, würde sich der Marktanteil der fusionierten Einheit an den gesamten Getreidefungizidmärkten um weitere [0-5]* % erhöhen. (193) Die folgende Tabelle enthält die Prognosen für die zukünftigen Marktanteile der fusionierten Einheit und von BASF an den gesamten Getreidefungizidmärkten im EWR für die Jahre 2000 bis 2004. Die Tabelle basiert auf den prognostizierten Umsätzen, die der Kommission von AstraZeneca, Novartis und BASF jeweils vorgelegt wurden. Bei der Schätzung für den Umfang des Gesamtmarktes handelt es sich um die von BASF vorgelegte(36). [...]* >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (194) Aus vorstehender Tabelle geht hervor, dass die fusionierte Einheit ab 2000 in jedem Jahr mindestens eine Führung von [10-20]* % gegenüber einer Führung von [0-5]* % in 1999 aufzuweisen hätte. (195) Derselben Methode zufolge stellt sich das Ergebnis für Frankreich, Deutschland und Großbritannien wie folgt dar(37): >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (196) Aus vorstehender Tabelle geht hervor, dass die fusionierte Einheit auf jedem der nationalen Getreidefungizidmärkte in 2000 klarer Marktführer mit einem Abstand von 11 bis 23 Prozentpunkten wäre. Dieser Führungsabstand wird sich in jedem der drei Länder weiter vergrößern. (197) Wie oben ausgeführt basiert die angewandete Methode auf der von BASF vorgelegten Schätzung des Gesamtmarktes und drückt die Umsatzprognosen der fusionierten Einheit und von BASF in Form eines prozentualen Anteils an dieser Schätzung aus. Auf der Grundlage dieser Schätzung kann die Summe der Prognosen beider Parteien über [90-100]* % liegen. Der Vorteil dieser Schätzung liegt jedoch darin, dass die relative Stärke jedes Unternehmens als Funktion eines Input-Elements ausgedrückt wird. Die Kommission hat die zukünftigen Marktanteile ebenso auf der Grundlage der Prognosen sämtlicher anderen Wettbewerber errechnet, die Forschung und Entwicklung betreiben. Im Rahmen dieses Szenarios ist die gesamte geschätzte Marktgröße die Summe der Selbstprognosen eines jeden einzelnen Unternehmens. Auch auf dieser Grundlage hätte die fusionierte Einheit einen Marktanteil von [40-50]* % in Deutschland, [40-50]* % in Frankreich und [50-60]* % in Großbritannien. Auf BASF entfielen jeweils [30-40]* %, [20-30]* % und [30-40]* %. Die fusionierte Einheit hätte somit eine Marktführung im Bereich von etwa 10 bis 25-plus Prozentpunkten. (198) Die vorstehend aufgezeigten großen Marktanteile geben starken Anlass zu der Vermutung, dass die angemeldete Transaktion zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf den Getreidefungizidmärkten führen wird. Dieser Schluss wird durch die Tatsache untermauert, dass Syngentas großes Produktportfolio aus starken Strobilurinprodukten und nicht-strobilurinbasierten Produkten es dem Unternehmen erlauben wird, Produktportfoliostrategien zu verfolgen, denen kein Wettbewerber gewachsen sein wird und die es Syngenta in der Tat ermöglichen werden, ihre beherrschende Stellung auszunutzen. Die zuletzt genannten Argumente werden in den folgenden Abschnitten ausgeführt. Produktportfoliostrategien (199) Die vorstehenden Überblicke zu den derzeitigen und zukünftigen Marktanteilen und Produkteinführungen basieren auf Einschätzungen der Situation vor dem Zusammenschluss und daher auf Einschätzungen des Wettbewerbs zwischen drei Unternehmen, die Strobilurinprodukte anbieten, wobei jedes dieser Unternehmen über seine eigenen nicht-strobilurinbasierten Produkte verfügt. Bei diesen Einschätzungen bleibt somit der Nutzen außer Acht, den die fusionierte Einheit aus der Kombination der Produkte von Novartis und AstraZeneca ziehen kann. Beispiele aus der Vergangenheit (200) Zur Veranschaulichung der Möglichkeiten, die die Portfoliosteuerung einem Unternehmen auf den europäischen Getreidefungizidmärkten bieten kann, sei auf die zuvor beschriebene Situation auf dem dänischen Markt vor einigen Jahren verwiesen. Die beiden zugelassenen Hauptprodukte basierten auf Propiconazol und Fenpropimorph. Novartis verfügte über Produkte mit beiden aktiven Wirkstoffen, BASF über Fenpropimorph. Durch eine Mischung der beiden Wirkstoffe gelang es Novartis zum Nachteil der früheren Stellung von BASF, einen großen Marktanteil zu erobern. (201) Verwiesen sei auch auf die zuvor beschriebene Situation auf dem deutschen Markt, wo es die Vereinbarung zwischen Zeneca und Novartis, Tankmischungen zwischen Produkten auf Azoxystrobin- und Fenpropidinbasis zu empfehlen, den Unternehmen ermöglicht, die attraktivste Mischung zum Schaden der auf Fenpropimorph oder Quinoxyfen basierten Mischungskandidaten der anderen Unternehmen (Mehltausegment) anzubieten. Zurücknahme von Produkten mit Strobilurin als Monowirkstoff (202) Es bestehen beträchtliche Möglichkeiten für die fusionierte Einheit, ihre Stellung durch die Zurücknahme von Strobilurin als Monowirkstoff oder zumindest durch die Nicht-Einführung neuer Strobilurin-Monowirkstoffe zu verbessern. Dies ist möglich, sofern die hauseigenen vorformulierten Mischungen des Unternehmens eine umfassende Krankheitsbekämpfung gewährleisten und ein angemessenes Resistenzmanagement ermöglichen. (203) Zuvor wurde ausgeführt wie das Gesamtportfolio von AstraZeneca anders als bei BASF keine großen Möglichkeiten für die Entwicklung solcher Mischungen bot, so dass es im allgemeinen Interesse von AstraZeneca lag, Azoxystrobin als Monowirkstoff anzubieten. Angesichts des Erfolges von Azoxystrobin war es für die anderen Hersteller wichtig, mit einigen guten Mischungspartnern in der Lage zu sein, diese Möglichkeit zu nutzen. In dieser Hinsicht sei auf die Produkte Pronto und Pronto Plus (Tebuconazol und Spiroxamin) von Bayer sowie auf Flamenco (Fluquinconazol) von Aventis verwiesen. Aus der Tabelle mit dem Überblick der jeweiligen Wirksamkeit der aktiven Wirkstoffe (Ziffer 115) geht hervor, dass die Wirksamkeit einer Mischung zwischen Amistar und Flamenco durch eine vorformulierte Mischung von Azoxystrobin und Cyproconazol von Novartis ersetzt werden könnte. Die Wirksamkeit von Bayers Pronto/Plus könnte ebenfalls durch eine Kombination aus Cyproconazol und einem der Morpholine ersetzt werden. Lediglich in Bezug auf Fusarium Roseum scheint der fusionierten Einheit ein Spitzenprodukt zu fehlen. In diesem Segment bleiben Tankmischungen unumgänglich. Es kann jedoch angemerkt werden, dass die beste Strategie zur Vermeidung eines Fusarium Roseum-Risikos darin besteht, das Feld zu pfluegen, wenn zuvor Mais angebaut wurde, und insgesamt weniger anfällige Sorten auszusäen(38). (204) In ihrer Antwort haben die Parteien erklärt, dass die fusionierte Einheit dazu verpflichtet ist, weiterhin Azoxystrobin als Monowirkstoff zu verkaufen, und zwar primär aufgrund seines Spektrums als Monowirkstoff, der als solcher mit Mischungen in direktem Wettbewerb steht. Andere von den Parteien angeführte Gründe beziehen sich auf die Vorlieben der Landwirte für Tankmischungen, auf den Kostenaufwand von Mischungen, auf den resultierenden Verlust von Marktanteil sowie auf die Tatsache, dass die Entwicklung einer neuen vorformulierten Mischung drei bis vier Jahre für Entwicklung und Zulassung erfordert. (205) Die Kommission anerkennt den Zeitraum, der erforderlich ist, bevor neue Mischungen auf den Markt gebracht werden könnten. In einer Wettbewerbsumgebung jedoch, wo der einzige andere Strobilurinhersteller (BASF) seine Strobilurine nicht als Monowirkstoff anbietet und wo die fusionierte Einheit über ein Portfolio möglicher Mischungspartner verfügt, könnte dies eine durchführbare Handlungsweise darstellen. Es kann angemerkt werden, dass in den Argumenten der Parteien für den Landwirt eine Alternative mit Strobilurin als Monowirkstoff voraussetzt wird, die gar nicht weiter bestuende, wenn die fusionierte Einheit eine entsprechende Entscheidung treffen würde. Einstellung der Zusammenarbeit mit Wettbewerbern bei Mischungen (206) [...]* Es läge im ökonomischen Interesse von Syngenta, diese Zusammenarbeit einzustellen, da sich das Produkt mit Syngentas hauseigenen Produkten überschneidet. Es darf angemerkt werden, dass Picoxystrobin ebenfalls die hervorragende Mehltauwirksamkeit aufwiest, die mit Quinoxyfen erreicht wird. Darüber hinaus könnte im Hinblick auf das Resistenzmanagement eines der Morpholine hinzugefügt werden. (207) Denkbar wäre auch, dass es nicht notwendigerweise im langfristigen Interesse der fusionierten Einheit liegen muss, die Liefervereinbarung über Azoxystrobin an Bayer für deren nordische Mischung mit Spiroxamin zu verlängern. Zum Zeitpunkt des Auslaufens der Vereinbarung wird Picoxystrobin wahrscheinlich auf dem Markt sein, ein Wirkstoff, der gegen Mehltau sogar noch besser wirkt. Einführung neuer Kombinationen - Portfolio von Syngenta (208) Auf den europäischen Getreidefungizidmärkten, die im Allgemeinen für neue Produkte offen sind, bietet das Portfolio von Syngenta reichlich Möglichkeiten für die Einführung neuer, potenziell sehr erfolgreicher Mischungen zur weiteren Steigerung des Umsatzes über die oben beschriebenen Mechanismen hinaus. Die fusionierte Einheit würde aktuell über 31 verschiedene Formulierungen auf dem Markt verfügen. Einem Wettbewerber zufolge sind 12 weitere neue Kombinationen absehbar, von denen 10 erst nach dem Zusammenschluss umsetzbar wären. Diese sind: Einerseits Mischungen zwischen jeweils Azoxystrobin und Picoxystrobin (beide AZ) und andererseits zwischen jeweils Propiconazol, Cyproconazol, Fenpropidin, Cyprodinil und Acibenzolar-S-methyl. [...]*(39) (209) Die Parteien haben erklärt, dass eine Mischung aus Azoxystrobin und Cyprodinil eine volle Dosis Cyprodinil erfordern würde, um die Halmbruchkrankheit zu bekämpfen, wodurch diese Mischung für den Landwir

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.