Europäische Union

2004/310/EG: Entscheidung der Kommission vom 26. Juli 2000 die einen Zusammenschluss für mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen vereinbar erklärt (Sache COMP/M.1806 — AstraZeneca/Novartis) — Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2000) 2309) (Text von Bedeutung für den EWR)

Amtliche Ursprungsfassung

Quellenkennung: 32004D0310. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

Zur amtlichen Quelle ↗

Originaldateien und Anlagen

Durchsuchbarer Text in vereinfachter Darstellung. Tabellen, Abbildungen und verbindliche Gestaltung bitte anhand der Originaldateien prüfen.

DEN MARKTANTEILEN (97) Ein weiterer Hinweis, dass die geografischen Märkte keine EWR-weite Gültigkeit aufweisen, sind die großen Abweichungen bei den Marktanteilen in den einzelnen Mitgliedstaaten, über die nicht nur die Parteien, sondern auch ihre Wettbewerber in vielen Produktmärkten verfügen. Die Parteien geben in der Anmeldung zu, dass von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat Unterschiede bei den Marktanteilen der Unternehmen bestehen, sehen dies jedoch nicht als stützenden Beweis für eine Definition nach nationalen Märkten. Den Parteien zufolge können diese Unterschiede nur teilweise den verschiedenen Produkterfordernissen, die durch klimatische Bedingungen usw. innerhalb von Europa bedingt sind, zugeordnet werden. Die Kommission ist der Auffassung, dass dies ein Argument zugunsten enger gefasster geografischer Marktdefinitionen ist und gegen die (mindestens) EWR-weite von den Parteien befürwortete Definition spricht. Ferner sollte angemerkt werden, dass oftmals die Identität von Teilnehmern in den verschiedenen nationalen Märkten nicht dieselbe ist. Wie vorstehend ausgeführt entscheiden die Unternehmen, in welchen Ländern sie für ihre Produkte eine Zulassung erhalten möchten. Manchmal entscheiden Unternehmen, das Produkt nicht in allen Ländern zuzulassen, und typischerweise bringen Unternehmen ihre Produkte nicht in allen Ländern, in denen sie diese Produkte zulassen möchten, gleichzeitig auf den Markt. Zwischen der ersten und der letzten Zulassung eines Produkts können Abstände von mehreren Jahren liegen. PREISUNTERSCHIEDE (98) Die Marktuntersuchung hat gezeigt, dass Preise zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich voneinander abweichen können. Die internen Dokumente der Parteien nehmen an einigen Stellen auf den Bedarf nach Angleichung der Preise Bezug; aus den internen Dokumenten der Parteien geht jedoch auch hervor, dass noch immer erhebliche Preisunterschiede bestehen(29). In der Anmeldung legte AstraZeneca Beispiele für die Unterschiede beim Preis je Kilo Wirkstoff in der EU und Norwegen für verschiedene der wichtigsten aktiven Wirkstoffe von AstraZeneca vor. 1999 betrug das Verhältnis des höchsten Preises zum niedrigsten Preis [ >1]* für Azoxystrobin, [ >1]* für Chlorothalonil, [ >1]* für Fluazinam, [ >1]* für Flutriafol, [ >1]* für Hexaconazol, [ >1]* für Diquat und [ >1]* für Fluazifop-p-butyl. Die Parteien argumentieren, dass einige dieser Unterschiede auf unterschiedliche Packungsgrößen zurückgehen, wobei kleinere Packungsgrößen einen höheren Preis je Kilo aktiven Wirkstoff aufweisen als größere. AstraZeneca hat jedoch auch eine Preisgebung auf markenspezifischer Grundlage vorgelegt. Für Azoxystrobin sind die beiden Markennamen, für die Preise angegeben werden, Amistar und Quadris. Bei Amistar war lag Verhältnis des Unterschieds höchster/niedrigster Preis in 1999 bei [ >1]*, für Quadris bei [ >1]*. Für den Wirkstoff Hexaconazol lag das Verhältnis bei [ >1]* für den Markennamen Anvil und bei [ >1]* für den Markennamen Planete (wobei jedoch lediglich Zahlen für zwei Länder angegeben werden). Einige Beispiele desselben Verhältnisses für Novartis sind [ >1]* für das Produkt Topik EC240, [ >1]* für das Produkt Moddus 250ME und [ >1]* für das Produkt Mavrik 240. FAZIT (99) Für den Zweck der Bewertung des vorliegenden Falles müssen die Märkte für Produktformulierungen und Wachstumsregulatoren unter nationalem Gesichtspunkt betrachtet werden. C. PRÜFUNG C.1 FUNGIZIDE GETREIDEFUNGIZIDE Krankheitsbekämpfung bei Getreide (100) Der Getreidemarkt setzt sich zusammen aus Kulturpflanzen wie Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Triticale sowie einer Reihe anderer Kulturpflanzen wie Mengkorn, Sorghum, Buchweizen, Hirse und Anderen. Auf Weizen und Gerste entfallen 87 % der gesamten Getreideanbaufläche innerhalb der EU und etwa 95 % des Getreidefungizidverbrauchs. Die anderen Sorten werden überwiegend in den nordischen Ländern und Portugal angebaut, wo sie dem direkten Verbrauch im landwirtschaftlichen Betrieb als Viehfutter dienen. Die Anwendung von Fungiziden bei diesen anderen Kulturpflanzen ist geringer, da diese Kulturpflanzen sehr extensiv und auf weniger produktiven Böden angebaut werden. Nur in Schweden, Deutschland und Finnland entfallen auf diese Kulturpflanzen mehr als 10 % des Fungizidverbrauchs. Diese Kulturpflanzen werden im Folgenden nicht weiter behandelt, da Weizen und Gerste als für sämtliche Getreidesorten repräsentativ erachtet werden, selbst für Schweden, Deutschland und Finnland, da die Krankheiten und die Fungizide bei diesen Kulturpflanzen dieselben sind wie für Weizen und Gerste. Außerdem ist die Verfügbarkeit von Marktdaten bezüglich dieser Kulturpflanzen begrenzt. (101) Die Hauptkrankheiten bei Weizen sind Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides), Mehltau (Erisiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita, Puccinia hordei), Gelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattfleckenkrankheit (Septoria tritici), Septoria Blatt- und Braunfleckigkeit (Septoria nodorum) und Fusarium Hartfäule (Fusarium culmorum, F graminearum, F avenaceum, Microdochium nivale). Die Hauptkrankheiten bei Gerste sind Halmbruchkrankheit, Mehltau, Braunrost (auch Weizenkrankheiten), Netzfleckenkrankheit (Drechslera teres) und Blattfleckigkeit oder Bräune (Rhynchosporium secalis). (102) Diese Krankheiten treten unter verschiedenen Umständen in Abhängigkeit vom klimatischen Optimum und von der Empfindlichkeit der Saatgutvarietät auf. Ihr Auftreten und ihre Bedeutung sind in den einzelnen Mitgliedstaaten leicht unterschiedlich. Sie haben jedoch gemeinsam, dass sie sämtlich zu empfindlichen Ernteertragsschmälerungen führen können. Es kann eine grobe Unterteilung vorgenommen werden zwischen Krankheiten, die die den Halm, die Blätter und die Ähre der Pflanze befallen. Die Relevanz dieser Unterscheidung besteht darin, dass sich an ihr der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Pflanze ausrichtet und sich somit die Frage entscheidet, in welcher Spritzung (sofern mehrere Spritzungen vorzunehmen sind) ein gegen die spezifische Krankheit wirksames Fungizid am besten einzusetzen ist (siehe nachstehenden Abschnitt "Spritzprogramme"). (103) Bei der Halmbruchkrankheit handelt es sich um eine Krankheit, die den Halmansatz der Pflanze befällt. Das klimatische Optimum für ihre Entwicklung ist kalte und feuchte Witterung. Sie kommt daher in Südeuropa nicht vor, tritt jedoch in Großbritannien, Irland, Norddeutschland und Nordfrankreich häufig auf. Sie tritt auch im übrigen Teil Deutschlands und Frankreichs sowie in Österreich und Skandinavien auf. Die Krankheit wirkt sich auf die Füllung der Ähre aus (d. h. auf das Gewicht des Korns an der Pflanze), führt zu Schrumpfungen des Korns und kann zum Umknicken der Pflanze vor dem Abernten führen (Umfallen). Die Ertragsminderung bewegt sich im Bereich von 5-20 %. (104) Die Gruppe der Fusariumpathogene kann zu Halm- oder Ährenkrankheiten führen. Diese Krankheiten sind schwer vorherzusagen, Nässe ist jedoch ein Hinweis auf eine mögliche Infektion (eher an der Ähre in nassen Jahren und am Halm bei warmen, trockenen Böden). Die Krankheit hat in den letzten Jahren zugenommen und kann zum Umfallen der Pflanze (am Halmansatz) oder zu Qualitätsminderungen am Korn sowie zur Bildung von Toxinen führen. Sie tritt in allen Ländern auf. (105) Die Blattkrankheiten bei Weizen und Gerste sind Mehltau und Braunrost. Mehltau ist eine Blatt- und Ährenkrankheit, die bei warmer Witterung (12-20 °C) und hoher relativer Luftfeuchtigkeit auftritt. Sie wird bei Temperaturen über 25 °C und durch starke Regenfälle gehemmt. Sie tritt in sämtlichen EWR-Ländern häufig auf. Der Einfluss der Saatgutvarietät auf das Auftreten der Krankheit ist groß. Sie betrifft das Blatt und die Kornfuellung mit Ertragsminderungen von 10-15 %, manchmal bis zu 40 %. (106) Braunrost entsteht bei warmer Witterung (15-22 °C). Trockene und windige Bedingungen begünstigen die Ausbreitung der Krankheit. Sie tritt mit größerer Wahrscheinlichkeit im wärmeren Klima Südeuropas auf und seltener im kühleren Nordeuropa. Gerste ist weniger davon betroffen als Weizen. Die Krankheit führt zur Verminderung der Anzahl und der Größe des Korns und kann zu Ertragsschmälerungen von 10-15 %, manchmal bis zu 50 % führen. (107) Die Blattkrankheiten, die ausschließlich bei Weizen auftreten, sind die verschiedenen Arten von Septoria und Gelbrost. Die Netzfleckenkrankheit und Bräune sind Gerstenblattkrankheiten, sie können jedoch auch die Ähre befallen. (108) Septoria tritici ist derzeit die wichtigste Weizenkrankheit in Europa. Je weiter nördlich, desto verbreiteter ist sie. Ihre Entstehung wird begünstigt durch Temperaturen zwischen 15-20 °C und Regen zur Verbreitung der Infektion. Ihr Kulturoptimum ist gekennzeichnet durch eine frühe Aussaat und eine Düngung mit hohem Nitrogengehalt. Septoria nodorum wird durch wärmere Bedingungen als bei Tritici (18-25 °C) begünstigt und befällt ebenfalls die Ähre. Diese Krankheit ist jetzt weniger verbreitet und weist eine geringere Wahrscheinlichkeit auf als die Septoria-Blattfleckenkrankheit. (109) Gelbrost tritt in erster Linie am Blatt auf, kann jedoch auch die Ähre befallen. Er wird durch Temperaturen um 10-15 °C mit trockenen, windigen Tagen zur Sporenverbreitung begünstigt. Er tritt häufiger in Großbritannien und Irland auf und der Einfluss der Saatgutvarietät auf die Häufigkeit dieser Krankheit ist sehr hoch. (110) Die Gerstenkrankheiten Netzfleckenkrankheit und Bräune werden durch kühle und feuchte Bedingungen begünstigt. Für beide Krankheiten ist der Einfluss der Saatgutvarietät groß. Besonders die Netzfleckenkrankheit kann zu erheblichen Ernteeinbußen führen (10-40 %). Beide Krankheiten treten häufig in Großbritannien, Irland, Norddeutschland, Nordfrankreich, Belgien und Skandinavien auf. Die Netzfleckenkrankheit tritt überdies häufig in Österreich und Bräune häufig in den Niederlanden auf. Spritzprogramme (111) Der Landwirt entscheidet auf der Grundlage von Beratungen mit seinem Vertreiber, unabhängigen Pflanzenschutzberatern oder mit einem technischen Institut über die optimale Anzahl von Behandlungen und die zu behandelnden Krankheiten. Diese Entscheidung basiert auf der Saatgutvarietät, den klimatischen Bedingungen, früherem Auftreten von Krankheiten und anderen relevanten Faktoren. Sobald diese Entscheidung getroffen wurde, werden sowohl die in das Spritzprogramm aufzunehmenden Produkte als auch ihre Dosierung festgelegt. (112) Das Ergebnis dieser Entscheidungen variiert zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich und steht in engem Zusammenhang mit der Intensität des Getreideanbaus mit Erträgen von 6 t/ha oder weniger bis zu 10 t/ha oder mehr. In Abhängigkeit von der Intensität bestimmt sich die Anzahl der Fungizidbehandlungen, sie bewegen sich von Null in Griechenland bis zu drei (oder vier) Spritzungen für Weizen und zwei für Gerste in den produktivsten Gebieten. Gemessen an den Aufwendungen für Getreidefungizide pro Hektar reicht dies von EUR 0/ha in Griechenland bis zu EUR 68/ha in den Beneluxländern und Irland. (113) In einem Dreifach-Behandlungsprogramm für Weizen wäre die Halmansatzbehandlung ("T1") gegen die Halmbruchkrankheit und Fusarium, die Blattbehandlung ("T2") gegen Mehltau, Septoria sowie Geldrost und Braunrost, und die Ährenbehandlung ("T3") gegen Fusarium und Septoria gerichtet. In einigen Fällen wird eine sehr frühzeitige Spritzung ("T0") gegen die Halmbruchkrankheit vorgenommen. In einem typischen Doppelbehandlungsprogramm für Gerste wäre die T1 Halm- und Blattbehandlung gegen die Halmbruchkrankheit, Rhynchosporium und Mehltau gerichtet, die T2 Blatt- und Ährenbehandlung gegen die Netzfleckenkrankheit, Bräune und Rost. Technische Stärke der aktiven Wirkstoffe, die bei Getreidepflanzen zur Anwendung kommen (114) Jeder aktive Wirkstoff verfügt über eine typische Aktivität gegenüber einer bestimmten Krankheit einer Getreidepflanze und dies wirkt sich auf die Wahl des Landwirts aus. Die Aktivität eines Wirkstoffs steht in Beziehung zu der Wirksamkeit, mit der er die Krankheit bekämpft oder heilt sowie zur Dauer des Schutzes (bei kurativen Wirkstoffen bezieht sich dies auf den maximalen Zeitraum, innerhalb dessen die Krankheit an der Pflanze bereits vorhanden ist, durch das Fungizid jedoch noch geheilt werden kann; bei schützenden Wirkstoffen bezieht sich dies auf den maximalen Zeitraum der Schutzwirkung). Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist die Fähigkeit des Produkts zur Spritztankmischung durch den Landwirt mit anderen Produkten, die aktive Wirkstoffe enthalten. (115) Die derzeit als Getreidefungizide eingesetzten aktiven Wirkstoffe gehören hauptsächlich zu drei verschiedenen chemischen Klassen. Die Morpholine sind die älteste dieser drei Klassen, sie kamen 1969 auf den Markt, sind hauptsächlich gegen Mehltau aktiv und sind aus diesem Grund noch immer Bestundteil moderner Mischungsprodukte. Sie verfügen über eine gewisse kurative Wirkung. 1976 wurden aktive Wirkstoffe der chemischen Klasse der Triazole eingeführt. Es befinden sich derzeit rund 15 aktive Wirkstoffe dieser Klasse auf dem Markt, von denen einige erst in den letzten Jahren eingeführt wurden. Sie wirken hauptsächlich gegen Septoria, Roste und Fusarium. Die jüngste chemische Klasse, die Strobilurine, Markteinführung 1996, wirken gegen ein breites Spektrum (Mehltau, Roste, Septoria) mit ertragssteigernder Wirkung. Über diese drei Klassen hinaus gibt es einige weitere aktive Wirkstoffe, der wichtigste hiervon ist Cyprodinil, der "goldene Standard" zur Behandlung der Halmbruchkrankheit, sowie Quinoxyfen, die wirksamste Substanz gegen Mehltau. Folgende Tabelle klassifiziert die aktivsten Wirkstoffe gemäß ihrer Wirksamkeit nach folgender Klassifizierung (Quelle: ITCF/Parteien): XXXX Hervorragende Wirksamkeit - bester aktiver Wirkstoff für diese Krankheit XXX Gute Wirksamkeit; wichtiger aktiver Wirkstoff zur Bekämpfung dieser Krankheit XX Geringe Wirksamkeit X Lediglich Nebenwirkungen 0 Keine Wirksamkeit gegen diese Krankheit. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (116) Bei den fett gedruckten aktiven Wirkstoffen handelt es sich um die Wirkstoffe der Parteien. Die erste Gruppe sind die Strobilurine sowie Famoxadon, das technisch gesehen kein Strobilurin ist (und auch nicht den bei Strobilurinen zu beobachtenden Greening-Effekt aufweist), das jedoch, weil es dieselbe Wirkungsweise wie Strobilurin hat, denselben Resistenzmanagement-Vorschriften unterliegt. Die zweite Gruppe sind die Morpholine und die dritte Gruppe die Triazole. Getreidefungizide auf Strobilurinbasis (117) Die sich heute auf dem Markt befindlichen strobilurinbasierten Produkte enthalten einen von drei aktiven Wirkstoffen auf Strobilurinbasis. Dies sind Kresoxim-methyl von BASF (im Folgenden "KM"), Azoxystrobin von AstraZeneca und Trifloxystrobin von Novartis. Die beiden ersteren wurden in 1996 und 1997 eingeführt. Trifloxystrobin hat die Zulassung für die relativ kleinen Märkte in Norwegen und Belgien in 1999 erhalten und im März 2000 erhielt es in Großbritannien, einem der großen Getreidemärkte, die Zulassung. Die Zulassung in Frankreich und Deutschland wird für 2000 erwartet. (118) BASF hat KM lediglich in Koformulierungen mit einer oder zwei ihrer aktiven Wirkstoffe, die zu anderen chemischen Klassen gehören, eingeführt. Man verfügt über drei verschiedene Formulierungen: Eine bestehend aus KM und dem Triazol von BASF, Epoxiconazol; eine mit dem Morpholin Fenpropimorph; und eine, die aus den drei aktiven Wirkstoffen besteht. (119) AstraZeneca verkauft Azoxystrobin hauptsächlich als Monowirkstoffprodukt unter dem Markennamen Amistar. Man bietet auch ein gemischtes Produkt mit dem Triazol Flutriafol (Amistar Pro) an und bringt in Frankreich eine Mischung mit dem anderen Triazol von AstraZeneca, Hexaconzol (Amistar Ter) auf den Markt. Bis 1999 hatte AstraZeneca Kapazitätsengpässe bei den Strobilurinprodukten, so dass das Umsatzpotential dieser Produkte nicht voll ausgeschöpft werden konnte. (120) Novartis wird Trifloxystrobin als Monowirkstoffprodukt (Twist/Flint) auf den Markt bringen, jedoch auch in Mischungen mit den stärksten Triazolen von Novartis, Cyproconazol (Sphere/Dexter) und Propiconazol (Rombus/Stratego). (121) Die Einführung von Getreidefungiziden auf Strobilurinbasis hatte enorme Auswirkungen auf die Getreidefungizidmärkte. Ihr spektakuläres Wachstum und das relative Gewicht der vorhandenen aktiven Wirkstoffe wird durch folgende Tabelle veranschaulicht, die den Marktanteil von Produkten auf Strobilurinbasis für Getreide in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Belgien und den Niederlanden aufzeigt: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (122) Auf die zuvor genannten Länder entfallen über 90 % des gesamten Getreidefungizidverbrauchs im EWR. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass der Gesamtmarktanteil von BAST von [60-70]* % in 1997 auf [50-60]* % in 1999 zurückgegangen ist. AstraZeneca hat ihren Marktanteil von [20-30]* % auf [40-50]* % erhöht. (123) Da auf Frankreich, Deutschland und Großbritannien weit über 90 % des Verbrauchs an Getreidefungiziden auf Strobilurinbasis entfallen, werden diese Länder im Folgenden eingehender erörtert. Auch für die nordischen Märkte wird ein Überblick gegeben. Getreidefungizide auf Strobilurinbasis in Frankreich (124) Frankreich ist bei Weitem der größte Getreidefungizidmarkt mit einem Strobiluringesamtumsatz von fast 200 Mio. EUR in 1999, etwa [40-50]* % des Gesamtumsatzes an Getreidefungiziden in Frankreich. Der Strobilurinumsatz verteilte sich zu gleichen Teilen zwischen BASF und AstraZeneca. Im Vergleich zu 1998 vergrößerte AstraZeneca den Umsatz um [...]* während der Umsatz von BASF [Geschäftsgeheimnis von BASF]* (125) Die Einführung von Produkten auf Strobilurinbasis in 1997 hatte erhebliche Auswirkungen auf den französischen Markt. Nach zwei Kampagnen (1997-1998 und 1998-1999) verwenden bereits etwa drei Viertel aller Landwirte diese Produkte. Darüber hinaus empfiehlt das unabhängige technische Institut ITCF Strobilurine für sämtliche verschiedenen regionalen Programme, da es für den Landwirt wirtschaftlich machbar ist, die maximale Anzahl von Strobilurinen in sein Spritzprogramm aufzunehmen(30) (in einem Programm mit einer Spritzung sollte ein Strobilurin enthalten sein; in einem Programm mit zwei Spritzungen sollte es zweimal enthalten sein und in einem Programm mit drei Spritzungen sollte es ebenfalls zweimal(31) enthalten sein). Da derzeit in Frankreich durchschnittlich 2,25 Spritzungen vorgenommen werden und Strobilurine nur in 0,98 Spritzungen zum Einsatz kommen, kann man zum dem Schluss gelangen, dass es in Frankreich beträchtliche Wachstumsmöglichkeiten für Strobilurine gibt. (126) BASF hat in Übereinstimmung mit der allgemeinen Unternehmenspolitik für Europa ihr Strobilurin (Kresoxim-methyl oder "KM") nur in Koformulierungen mit anderen aktiven Inhaltsstoffen auf den Markt gebracht. 1997 hat BASF eine Mischung von KM mit dem Triazol von BASF, Epoxiconazol (allgemein als das beste Triazol auf dem Markt anerkannt) eingeführt, die unter den Markennamen Ogam und Ludion verkauft wird. 1998 führte BASF eine Mischung von KM mit Fenpropimorph ein, ein Morpholin mit guten kurativen Eigenschaften gegen Mehltau, um KM angesichts von Resistenzproblemen zu ergänzen (Markennamen Senso und Larso). In 2000 hat BASF ihre Dreifachmischung aus KM, Epoxiconazol und Fenpropimorph eingeführt. Es wird jedoch nicht erwartet, dass dies zu einem signifikanten Anstieg des Umsatzes führen wird, da die durch das Institut ITCF durchgeführten Tests ähnliche Ergebnisse brachten wie für Ogam (KM + EPOXI). Es könnte bei einem starken Auftreten von Mehltau anstelle von Ogam eingesetzt werden. Auf Ogam entfällt nahezu der gesamte Umsatz an KM in Frankreich in 1999 und insgesamt blieb der Umsatz von BASF zwischen 1998 und 1999 stabil. Ogam wird in sämtlichen Behandlungen eingesetzt, größtenteils ohne weitere Tankbeimischungen. (127) AstraZeneca führte in 1997 sowohl ihr Azoxystrobinmonowirkstoffprodukt (Amistar) als auch eine Mischung mit Fenpropimorph (Amistar Pro) ein. In 2000 führt AstraZeneca ein drittes Produkt ein, Amister Ter, eine Mischung aus Azoxystrobin und dem Triazol von AstraZeneca, Hexaconazol. Diese Mischung wird nur in Frankreich auf den Markt kommen, da Hexaconazol lediglich in Belgien und Frankreich zugelassen ist. Das ITCF erwartet, dass diese Mischung die Markteindringung von Azoxystrobin angesichts der kurativen Wirksamkeit dieses Triazols weiter ausdehnen wird, und die Testergebnisse zeigen bei Septoria und den Rosten ausgezeichnete Ergebnisse gegenüber unvermischtem Azoxystrobin. Der Gesamtumsatz an Azoxystrobin erhöhte sich 1999 um mehr als [20-30]* % gegenüber 1998 und etwa [60-70]* % von AstraZenecas Strobilurinumsatz entfallen auf das Monowirkstoffprodukt Amistar. Azoxystrobin wird meistens bei Weizen als T3-Behandlung eingesetzt und es gilt als der "goldene Standard" für Gerste. Insgesamt wird Amistar hauptsächlich in Tankmischungen mit anderen Produkten verwendet. (128) Novartis wird ihre Trifloxystrobinprodukte in 2001 auf den Markt bringen. Man erwartet bei Novartis im ersten Jahr einen Umsatz von [...]*, der sich bis 2004 auf [...]* erhöhen soll. Getreidefungizide auf Strobilurinbasis in Deutschland (129) In Deutschland hatte die Einführung von Strobilurin 1996 ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation bei Getreidefungiziden, wobei auf die strobilurinbasierten Produkte in 1999 etwa die Hälfte der Aufwendungen für Getreidefungizide in Höhe von rund 240 Mio. EUR entfielen. Der Strobilurinumsatz von BASF war bis 1999 beträchtlich größer als der entsprechende Umsatz von AstraZeneca. Die rapide Resistenzentwicklung bei Mehltau, die ersten resistenten Stämme wurden 1998 in Norddeutschland entdeckt, und die vom Markt als unangemessen eingestufte strategische Reaktion von BASF haben sich zugunsten von AstraZeneca negativ auf die Produktpositionierung von BASF ausgewirkt. 1998 verkaufte BASF Juwel (eine Mischung aus KM und Epoxiconazol) und empfahl seine Anwendung für T1- und T2-Behandlungen. In Reaktion auf das Anwachsen der Mehltauresistenz nahm man 1999 das Produkt Jewel vom Markt (und zog die Vorräte zurück, ein außerordentliches Vorgehen innerhalb des Pflanzenschutzgewerbes) und ersetzte das Produkt durch Juwel Top (Dreifachmischung aus KM + Epoxiconazol + Fenpropimorph). Das Produkt ist als ausschließliche T1-Behandlung positioniert; für T2 empfiehlt BASF die Anwendung von Opus Top (Epoxiconazol + Fenpropimorph). Juwel Top wird von führenden Beratern als unangemessenes Anti-Mehltauresistenzprodukt eingestuft, da der Fenpropimorphgehalt in der Mischung zu gering ist. BASF unterstützt auch eine Tankmischung des eigenen Produkts Juwel Top mit Fortress von Dow (Quinoxyfen). Für die Kampagne von 1999-2000 haben BASF und Dow eine Zwillingspackung aus Juwel Top und Fortress mit dem Namen Juwel Forte auf den Markt gebracht, das für T1 empfohlen wird, während Juwel Top für T2 empfohlen wird. Dieser Packung wird von einem unabhängigen Sachverständigen(32) bescheinigt, beinahe die Mehltauwirksamkeit des originalen Jewel-Produkts zu erreichen, jedoch mit geringerer Langzeitwirkung gegen Septoria und Roste. BASF hat deshalb ihre Produktpalette und Positionierung mit jedem Jahreszyklus verändert. (130) AstraZeneca hat mit Amistar eine sehr einheitliche Strategie verfolgt, die sich für sämtliche Spritzungen eignete. Eine Eigenheit für Deutschland besteht darin, dass für Tankmischungsempfehlungen mit anderen Produkten Vorschriften hinsichtlich der Dosierung bestanden und dass diese Dosierungen der Genehmigung durch die beiden Unternehmen unterlagen. Die empfohlenen Partner für Amistar für T1-Weizen war vor 1999 das Tebuconazol von Bayer (Pronto) und in 1999 Pronto Plus (Tebuconazol + Spiroxamin). Für T1-Gerste ist der empfohlene Partner Harvesan von Dupont (Flusilazol + Carbendazim). 2000 wird Amistar beim Weizen

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.