Europäische Union

2010/461/GASP: Beschluss 2010/461/GASP des Rates vom 26. Juli 2010 zur Unterstützung der Tätigkeiten der Vorbereitungskommission der Organisation des Vertrags für das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) zur Stärkung ihrer Überwachungs- und Verifikationsfähigkeiten im Rahmen der Umsetzung der Strategie der EU gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen

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Quellenkennung: 32010D0461. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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, beizutragen und — eine solide wissenschaftliche und technische Basis für die Bewertung dessen zu schaffen, was auf lange Sicht notwendig ist, um die Überprüfbarkeit der Einhaltung des CTBT sicherzustellen. Projektumfang 18. Dieses Projekt deckt drei Aufgaben ab: — die Schaffung eines Rahmens für eine strukturierte Zusammenarbeit mit externen Technikern und Wissenschaftlern zur Förderung neuer Projekte und von Innovationen, die den CTBT-Verifikationsfähigkeiten zugute kommen sollen, — die Ermittlung der Bereiche, in denen eine gezielte Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Steigerung der Wirksamkeit und Effizienz des Verifikationssystems wesentliche Auswirkungen haben kann, sowie — die Weiterentwicklung solcher Techniken, so dass sie den PMOs vorgestellt und von diesen geprüft werden können. 19. Diese Aufgaben sollen zum einen im Rahmen gezielter thematischer Workshops erfolgen, auf denen die Bereiche erörtert und ermittelt werden, die das größte Potenzial für die CTBT-Verifikation in sich bergen, und zum anderen durch die Bereitstellung von Finanzmitteln für die Entwicklung und Erprobung dieser Verfahren im Hinblick auf ihre mögliche Nutzung im Verifikationssystem. Durch das vDEC wird die Mitwirkung von Wissenschaftlern und Technikern verbessert und der Zugang zu Daten und EDV-Ressourcen zur Unterstützung der Projekte gewährleistet. 20. Im Rahmen der ISS09-Konferenz wurden die Fähigkeiten des CTBT-Verifikationssystems überprüft. Gegenwärtig werden als Grundlage für dieses Projekt die Informationen und Forschungsergebnisse, die auf der ISS09-Konferenz vorgelegt wurden, vom PTS zusammengestellt und analysiert. Im Anschluss daran wird auf der Grundlage des Analyseergebnisses wie folgt vorgegangen: — Phase I des Projekts wird eine Reihe gezielter thematischer Workshops und technischer Sitzungen mit Fachleuten aus Wissenschaft und Technik umfassen. Mit der Veranstaltung dieser Workshops, die entweder Bestandteil des regulären Veranstaltungskalenders der CTBTO-Vorbereitungskommission sein oder aus diesem Projekt gesondert finanziert werden, wird gegen Ende des zweiten Halbjahrs 2010 oder Anfang 2011 begonnen werden; sie werden Präsentation umfassen und untersuchen, welche Techniken und Verfahren das größte Potenzial haben, die Wirksamkeit und Effizienz des Verifikationssystems zu verbessern. — Im Laufe der Projektphase II werden wissenschaftliche Forschungsinstitute damit betraut, die in Phase I ermittelten vielversprechendsten Lösungen mit dem Ziel weiterzuentwickeln und zu erproben, dass diese vielversprechenden Lösungen getestet und in betriebsfähige Software umgesetzt werden. Diese Software wird dann den PMOs vorgelegt, die prüfen, ob sie in das vorläufige operative Umfeld des CTBT-Verifikationssystems integriert werden kann. 21. Ergänzend zu den Maßnahmen der Phasen I und II werden Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen im Rahmen einer technologischen Vorausschau (Technology Foresight) in die Untersuchung entstehender Wissenschaften und Technologien, die für das CTBT-Verifikationssystem von Belang sind, einbezogen. Diese parallel ablaufende Maßnahme wird sich ebenfalls auf die Zusammenstellung und Analyse der Ergebnisse der ISS09-Konferenz stützen und in den Jahren 2010 und 2011 im Rahmen von Workshops und durch bibliometrische Analysen fortgeführt. Mit dieser technologischen Vorausschau wird das Ziel verfolgt, die Informationen und Analysen zu beschaffen, die notwendig sind, um in absehbarer Zukunft auf dem Gebiet der Verifikationswissenschaften führend zu bleiben. Projektleitung 22. Die Durchführung dieses Projekts unterliegt in allen Bereichen dem PTS unter potenzieller Mitwirkung von Dritten. Die PMOs werden regelmäßig über alle Maßnahmen und deren potenziellen Nutzen informiert. Dies geschieht durch Kurzinformationen über laufende Projekte beziehungsweise durch die gezielte Präsentation bestimmter Projekte. 23. Um die Impulse, die durch die ISS09-Konferenz gegeben wurden, weitestmöglich zu nutzen, sind die Personen, die bei dieser Konferenz an der Koordination und Integration der verschiedenen verifikationsbezogenen Fachbereiche mitgewirkt haben, mögliche Kandidaten, um sich an der Organisation der gezielten thematischen Workshops zu beteiligen und führende Rollen bei deren Durchführung zu übernehmen. Diese führenden Wissenschaftler werden mit der Projektleitung des PTS zusammenarbeiten, um für eine Beteiligung von Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen zu sorgen und um bei der Durchführung und gemeinsamen Leitung dieser Sitzungen und Workshops behilflich zu sein. 24. Das PTS wird die bei den thematischen Workshops erarbeiteten und empfohlenen Vorschläge und möglichen Projekte prüfen. Durch die PTS-Leitung wird sichergestellt, dass die im Rahmen des Projektes durchgeführten Maßnahmen auf das Endziel, nämlich die Verbesserung der Fähigkeiten des Verifikationssystems, ausgerichtet bleiben. vDEC 25. Der Aufbau des vDEC geht voran, da es eines der wichtigsten Instrumente ist, mit denen das PTS schrittweise seine Fähigkeiten zu verbessern sucht. Der ursprüngliche Impuls für den Aufbau des vDEC ging von den im Rahmen des ISS09-Projekts unternommenen Bemühungen im Bereich des maschinellen Lernens/des Data Mining (innovative Verarbeitungstechniken) aus, und beruhte zu großen Teilen darauf, dass ein Bedarf an Plattformen für Austausch und Kommunikation festgestellt worden war, die einen Zugriff auf Daten und den Zugang zu PTS-Software ermöglichen. 26. Um diesem Bedarf gerecht zu werden und um Zugriff auf Daten und Zugang zu Verarbeitungsprogrammen zu gewähren, wird die Entwicklungsplattform des vDEC (Hardware und Software) Folgendes leisten: — die Host-Funktion für den wissenschaftlichen Austausch, — die Bereitstellung eines umfassenden Archivs von parametrischen sowie Wellenform-und Radionuklid-Daten für Forscher, die an einer Verbesserung der Verarbeitung arbeiten, — den Zugang zu Software, — den Zugang zu Testversionen der Verarbeitungspipelines, um wechselnde Module einfügen und testen zu können, — die Integration zusätzlicher Daten mit den Daten des IMS, um prüfen zu können, welche Verbesserungen sich aus dieser Hinzufügung ergeben. Technologien für Überwachung und OSIs 27. Die für die Überwachung und die OSIs verwendeten Technologien sind die Basis des CTBT-Verifikationssystems. Im Rahmen der ISS09-Konferenz erfolgte eine externe wissenschaftliche Überprüfung dieser Technologien; zugleich wurden zahlreiche Ergebnisse der Spitzenforschung in diesem Bereich vorgestellt. Es ist wichtig, das Wesentliche der vorgelegten Informationen zu erfassen und gleichzeitig in den Bereichen voranzuschreiten, in denen die Verifikationsfähigkeiten konkret verbessert werden können. 28. Die Informationen und Forschungsergebnisse von Wissenschaftspostern und Präsentationen, die anlässlich der ISS09-Konferenz vorgestellt wurden, werden derzeit zusammengestellt und registrierten Anwendern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt. Sie werden die Grundlage für gezielte thematische Workshops und Fachsitzungen (Projektphase I) in bestimmten Fachgebieten bilden, um die Ergebnisse der ISS09-Konferenz weiter zu konsolidieren und weitere vielversprechende Ideen, die es sich im Hinblick auf einen Nutzen für das CTBT-Verifikationssystem zu verfolgen lohnt, zu bestimmen und diesen Ideen nachzugehen. Ausgewählte Projekte mit dem Ziel, die vielversprechendsten Ideen weiterzuentwickeln und zu erproben, werden finanziell unterstützt (Projektphase II). Die Ergebnisse dieser Projekte werden den PMOs zur möglichen Prüfung vorgelegt, wenn sie nachweislich eine Verbesserung des Systems bewirken. Die mit diesem Projekt verbundenen Nutzen bestehen in einer gesteigerten Effizienz und Wirksamkeit der im CTBT-Verifikationssystem angewendeten Prüfverfahren. 29. Folgende spezifische Problemstellungen könnten in der Projektphase II weiterverfolgt werden: — die Datenverknüpfung, — die Identifizierung von Wellenform-Phasen, — die Inspektionstechniken für OSIs sowie — fortgeschrittene Datenverarbeitung und Ereigniskategorisierung für die Radionuklid-Analyse. Die Überwachung und Bewertung der Systemleistung in diesen speziellen Bereichen wird eine der prioritären Maßnahmen sein, mit denen die Ergebnisse der neu entwickelten Prüfverfahren quantifiziert werden. 30. Die Verknüpfung von Wellenformdaten war Thema einer kürzlich durchgeführten Fachsitzung zum Data Mining (innovative Verarbeitungstechniken); die in dieser Sitzung vorgestellten Ideen werden Ende 2010 so weit ausgearbeitet sein, dass Finanzmittel dafür bereitgestellt werden können. Zwei Unterprojekte zur Datenverknüpfung stehen zur Finanzierung durch Auftragnehmer an: nämlich die Verknüpfung von Wellenformdaten (von seismischen, hydroakustischen sowie Infraschall-Wellenformdaten) sowie die Verknüpfung von Wellenform- und Radionuklidprodukten/-daten zur Erstellung eines „Fused Event Bulletin“ (d.h. eines Ereigniskurzberichts über die Datenverknüpfung). 31. Das PTS hat die Phasenerkennung als eines der Gebiete ermittelt, zu dem die Wissenschaft einen bedeutenden Beitrag leisten könnte. Dieses Thema ist bereits auf Data-Mining-Workshops behandelt worden und wird auch weiterhin auf solchen Workshops behandelt werden; außerdem wird die Phasenerkennung auch eines der Themen des Infraschall-Workshops sein, der Ende 2010 stattfindet. 2011 wird ein Auftrag vergeben, in dessen Rahmen vielversprechende Techniken weiterentwickelt und in der Datenverarbeitungsinfrastruktur des vDEC erprobt werden sollen. 32. Der CTBT gestattet für eine OSI im Einklang mit den für die Gewinnung, Handhabung und Analyse von Proben und Messungen geltenden Bestimmungen und Einschränkungen die Nutzung einer Reihe unterschiedlicher technischer Verfahren. Insgesamt sind neun Verfahrensgruppen zulässig, von denen zahlreiche an eine Anwendung im Rahmen von OSIs angepasst wurden. Drei dieser Verfahren, nämlich die multispektrale Bildgewinnung, aktive seismische Verfahren und Bohrverfahren, stecken noch in den Kinderschuhen, was ihre Anwendung bei OSIs betrifft, obwohl sie im Bereich der geophysikalischen Schürfverfahren, der kommerziellen Nutzung und der Forschung bereits weit entwickelt sind. Deshalb muss mit Experten beraten werden, wie diese Verfahren an die Besonderheiten und Einschränkungen, denen bei der Durchführung von OSIs Rechnung getragen werden muss, angepasst werden können; hierbei kann es sich unter anderem um zeitliche Beschränkungen, beschränkte Ressourcen, logistische Besonderheiten, potenzielle von dem Inspektionsvertragsstaat auferlegte Beschränkungen usw. handeln. 33. Im zweiten Halbjahr 2010 und im ersten Halbjahr 2011 werden drei Fachtagungen veranstaltet, an denen Vertreter von Explorationsunternehmen und wissenschaftlichen Instituten, Forscher und Experten für Nuklearversuche teilnehmen werden; dabei sollen folgende Themen behandelt werden: — Multispektrale Bildgewinnung — sie ist (einschließlich Wellenlängen im Infrarotbereich) in der Anfangsphase einer OSI zulässig. In Kombination mit radiometrischen Untersuchungen aus der Luft könnten Oberflächenanomalien ermittelt werden, die möglicherweise mit typischen Erscheinungen bei Nuklearversuchen in Zusammenhang stehen könnten. — Aktive seismische Verfahren — sie könnten eingesetzt werden, um das Vorhandensein von Hohlräumen oder zumindest Änderungen in den charakteristischen Eigenschaften des Felsens rund um den Ort der Detonation einer unterirdischen Nuklearexplosion aufzuspüren. — Bohrverfahren — sie könnten die Gewinnung von Bodenproben aus dem Boden nahe des Hohlraums möglich machen, die eine abschließende Antwort auf die Frage ermöglichen würden, ob ein Nuklearversuch durchgeführt wurde. 34. Da es sich bei diesen Verfahren um Standardverfahren der Industrie handelt, wird auf den Workshops der Projektphase I keine Weiterentwicklung im Rahmen der Projektphase II folgen; die auf den Fachtagungen ausgesprochenen Empfehlungen werden in einem Bericht über die Anwendung dieser Verfahren im Rahmen von OSIs zusammengefasst, der den PMOs zur Prüfung vorgelegt wird. 35. Im Hinblick auf eine Einbeziehung von Edelgas-Messverfahren in das Verifikationssystem ist eine verbesserte Datenverarbeitung und Ereigniskategorisierung für die Radionuklid-Analyse erforderlich. Im zweiten Halbjahr 2010 werden Wissenschaftler aufgerufen, an einem Workshop zum internationalen Edelgasexperiment (International Noble Gas Experiment) teilzunehmen, bei dem die Vorstellungen seitens der Wissenschaftler zu diesem Thema zusammengetragen und erörtert werden. 2011 wird dann ein Auftrag vergeben werden, in dessen Rahmen vielversprechende Verfahren entwickelt und in der Datenverarbeitungsinfrastruktur des vDEC getestet werden sollen. 36. Die Vergabe von Arbeiten zur Bewertung der Systemleistung mittels der Ressourcen des vDEC wird 2011 erfolgen. Eine externe Beteiligung an der Bewertung der Systemleistung ist unerlässlich, um weltweit die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit zu wahren; außerdem wird hierdurch das Vertrauen der Vertragsstaaten in das Verifikationssystem gestärkt, wenn es um die Validierung des Systems und die Inbetriebnahme seiner verschiedenen Komponenten geht. Die im Rahmen dieses Projektes entwickelten Leistungsmaßstäbe werden voraussichtlich zu neuartigen und verbesserten Maßstäben für die Bewertung der Systemleistung führen, die den PMOs als Verbesserungsvorschläge vorgelegt werden können. Technologische Vorausschau 37. Während das im Aufbau befindliche CTBT-Verifikationssystem auf die operative Nutzung vorbereitet wird, muss auch der Frage nachgegangen werden, wie auf lange Sicht die wissenschaftliche und technische Glaubwürdigkeit der Verifikationsfähigkeiten des Systems gewahrt werden kann. Eine technologische Vorausschau, die darin besteht, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, die langfristig zu diesen Fähigkeiten beitragen können, zu prüfen, wird der CTBTO-Vorbereitungskommission dabei helfen, in diesem Gebiet zu den Fortschrittlichsten zu zählen. Die zahlreichen Eingaben aus Wissenschaft und Forschung auf der ISS09-Konferenz haben wertvolle Beiträge und eine solide Grundlage für eine umfassende technologische Vorausschau geliefert. Die Kenntnis neu aufkommender Technologien ermöglicht es, einen Fahrplan für die Einbeziehung dieser Technologien in das Verifikationssystem aufzustellen und Empfehlungen für Umsetzungspläne bezüglich der Technologien, die eine Verbesserung der Überwachungsverfahren bewirken, an die PMOs zu richten. 38. Im Jahr 2009 hat das PTS Mittel für Beratungsleistungen auf dem Gebiet der technologischen Vorausschau bereitgestellt; Ziel war vor allem die Entwicklung bibliometrischer Analyse-Techniken und deren Anwendung auf zwei Fachgebiete der technologischen Vorausschau. Gestützt auf die dabei gewonnenen Erkenntnisse soll im Rahmen dieses Projektes ab dem zweiten Halbjahr 2010 die Anwendung dieser bewährten Techniken auf vier weitere Fachgebiete, die für die CTBT-Systeme im Hinblick auf die technologische Weiterentwicklung sehr wichtig sind, ausgeweitet werden: — Informationstechnologie und Kommunikation, — Energiequellen, — Sensoren und Bildgebung, — Automation und Schnittstellen zwischen Mensch und System. 39. Ergänzend zu den Analysen werden 2011 unter Teilnahme von Vertretern aus Wissenschaft und Technik vier gezielt auf diese thematischen Schwerpunkte ausgerichtete Workshops veranstaltet, die dazu dienen sollen, diese Themen weiter zu untersuchen und weiterzuentwickeln und folglich sicherzustellen, dass die neuesten technischen Entwicklungen bekannt sind und die CTBT-Systeme dem neuesten Stand der Technik entsprechen. 40. Es sollen Finanzmittel dafür eingesetzt werden, Softwareinstrumente für die technologische Vorausschau für 18 Monate zu lizenzieren und Expertendienstleistungen einzukaufen, um das bestehende Kommunikationssystem für die technologische Vorausschau (Technology Foresight Communication System — TFCS) leichter zugänglich zu machen und seine Effizienz zu steigern und es so zu einem wirksameren Instrument und einem tatsächlich zur Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern geeigneten Forum zu machen. 41. Künftige Fortschritte auf den Gebieten neue Energiequellen, geophysikalische Sensoren, Automation und Anzeigevorrichtungen werden der CTBTO-Vorbereitungskommission zugute kommen, da sie möglicherweise eine Verringerung der Betriebskosten der Stationen, eine Erhöhung der Zuverlässigkeit der Stationen und der automatischen Verarbeitung und eine Verbesserung von Effizienz und Wirksamkeit der Analysen bewirken, um nur einige Beispiele zu nennen. Fazit 42. Das Engagement seitens der Wissenschaftler und Techniker verschiedenster Fachrichtungen im Rahmen der ISS09-Konferenz führte zu zahlreichen Vorschlägen zur Verbesserung der Verifikationsfähigkeiten der CTBT durch den Einsatz von Spitzentechnologie und neuesten Verfahren. Das PTS ist derzeit bemüht, die vielversprechendsten Ansätze und Vorschläge zur konkreten Verbesserung seiner Prüfverfahren zu sammeln und das Verifikationspotenzial neuer Verfahren zu untersuchen. 43. Durch die im Rahmen dieses Projektes vorgeschlagenen Maßnahmen werden Wissenschaftler und Techniker dabei eingebunden, spezielle technische Problemstellungen zu untersuchen und innovative Verfahren zur Verbesserung der aktuellen Leistungen des CTBT und seiner Bewertung zu entwickeln, und zwar zunächst einmal durch eine Reihe thematisch gezielt ausgerichteter Workshops, auf denen neue Ideen untersucht werden sollen, und dann durch die Erprobung der vielversprechenden Techniken und ihre Entwicklung zur Anwendbarkeit in Verfahren. Diese werden den PMOs übermittelt, die prüfen, ob sie in das vorläufige operative Umfeld des CTBT integriert werden können. 44. Darüber hinaus soll sich die wissenschaftliche Gemeinschaft auf breiter Ebene daran beteiligen, neu aufkommende Wissenschaften und Techniken im Hinblick auf ihre Bedeu-tung für die CTBT-Verifikation zu prüfen. Diese Maßnahme wird sich ebenfalls auf die Zusammenstellung und Analyse der Ergebnisse der ISS09-Konferenz stützen und in den Jahren 2010 und 2011 im Rahmen von Workshops und mittels bibliometrischer Analysen fortgeführt. Mit der technologischen Vorausschau wird das Ziel verfolgt, die Informationen und Analysen zu beschaffen, die notwendig sind, um in absehbarer Zukunft auf dem Gebiet der Verifikationswissenschaften die Spitze zu halten. 45. Die Anfangsfinanzierung wird zur Deckung der Kosten verwendet, die im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Förderung der aus der ISS09-Konferenz und der technologischen Vorausschau hervorgegangenen besten Vorschläge anfallen. Im Rahmen des Projekts wird das PTS die Verfahren und Instrumente für die Einbeziehung von Wissenschaftlern ausarbeiten und weiter verfeinern und nachweisen, welchen Wert diese Partnerschaft hat, wenn es darum geht, Verbesserungen des Verifikationssystems zu entwickeln, zu erproben und in der Praxis anzuwenden. Es ist geplant (über dieses Projekt hinaus), die Verbindungen zu Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachbereiche zu intensivieren und so den Status und die Zahl der potenziell an den gemeinsamen Bemühungen Mitwirkenden zu erhöhen, um so aus der Spitzenforschung den größtmöglichen Nutzen für das Verifikationssystem zu ziehen. Projekt III:    „Technische Hilfe“ für Unterzeichnerstaaten in Afrika, Lateinamerika und der Karibik, damit sie uneingeschränkt an dem CTBT-Verifikationssystem teilhaben und dazu beitragen können Hintergrund 46. Unter den Rüstungskontrollregelungen zeichnet sich das CTBT-Verifikationssystem dadurch aus, dass es als einziges in der Lage ist, für die Einhaltung des Vertrags relevante Informationen in Echtzeit an die Unterzeichnerstaaten zu liefern. Über die primären Verifikationsziele des CTBT-Überwachungssystems hinaus sind die Techniken und Daten des IMS auch für zivile und staatliche Einrichtungen bei der Analyse (beispielsweise) von Erdbeben, von Vulkanausbrüchen, von Unterwasser-Explosionen, des Klimawandels und von Tsunamis von beträchtlichem Nutzen. 47. Während das Interesse an der Einrichtung nationaler Datenzentren (National Data Centres — NDC) in den letzen Jahren in den Entwicklungsländern erheblich zugenommen hat (Anstieg der Teilnehmerzahl der IDCs um etwa 20 %), verfügen zahlreiche dieser Länder noch immer nur über einen eingeschränkten Zugang zum CTBT-System. Deshalb unternimmt das PTS derzeit zusätzliche Anstrengungen, um die Zahl der NDCs, die Zahl der für Unterzeichnerstaaten eingerichteten sicheren Zugriffskonten und die Zahl der berechtigten Nutzer zu erhöhen. Zielgruppe sind die 70 verbleibenden Unterzeichnerstaaten, die noch keinen Zugriff auf die Daten des IMS und die Produkte des IDC haben (dies sind 29 Staaten in Afrika, 8 in Lateinamerika, 10 im Nahen und Mittleren Osten und Südasien, 12 in Südostasien, im Pazifikraum und im Fernen Osten, 3 in Osteuropa und 8 in Nordamerika und Westeuropa). Die Anstrengungen richten sich vorrangig an diejenigen, die der technischen Unterstützung durch das PTS bedürfen, um die besagten Daten und Produkte stärker nutzen zu können. 48. Nach der Gemeinsamen Aktion 2008/588/GASP wurde ein Projekt für technische Hilfe eingeleitet, das darauf abzielt, afrikanische Staaten stärker am CTBT-Verifikationssystem und an dessen zivilem und wissenschaftlichem Nutzen zu beteiligen. Insgesamt wurden 19 afrikanische Staaten als Nutzerstaaten dieses Projekts ausgewählt. Es sind jedoch zusätzliche Mittel erforderlich, um den für Afrika und auch für die anderen Regionen ermittelten Bedarf befriedigen zu können. 49. Bei dem hier vorgeschlagenen neuen Projekt für technische Hilfe handelt es sich um eine Folgemaßnahme zu dem unter der Gemeinsamen Aktion 2008/588/GASP eingeführten Projekt. Durch dieses neue Projekt soll die technische Hilfe auf die afrikanischen Staaten, die im ersten Projekt nicht berücksichtigt werden konnten, sowie auf ausgewählte Staaten in Lateinamerika und der Karibik ausgeweitet werden. Bei der Auswahl der vorgesehenen Nutzerstaaten gelten folgende Prioritäten: — Unterzeichnerstaaten, für die kein sicheres Zugriffskonto eingerichtet wurde (37 Staaten in beiden Regionen), — Unterzeichnerstaaten, für die ein sicheres Zugriffskonto eingerichtet wurde, die jedoch ihre technische Infrastruktur verbessern müssen, um IMS-Daten und IDC-Produkte besser für ihre effektive Teilnahme am Verifikationssystem sowie für zivile und wissenschaftliche Anwendungen nutzen zu können. 50. Die laufenden Kosten für den Betrieb der NDC müssen von den Empfängerstaaten getragen werden, um die Tätigkeit der Zentren aufrechtzuerhalten. Die entsprechende Verpflichtung seitens der Empfängerstaaten ist Voraussetzung für den Erfolg des Projekts. 51. Wie bei dem mit der Gemeinsamen Aktion 2008/588/GASP eingeführten Projekt wird auch dieses Projekt die Veranstaltung von Gruppenlehrgängen in der Region beinhalten, die sich mit der Verarbeitung von IMS-Daten und der Auswertung von Produkten des Internationalen Datenzentrums (International Data Centre — IDC) befassen; dar

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.