Europäische Union

1999/458/EG: Entscheidung der Kommission vom 11. November 1998 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlußvorhabens mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR-Abkommens (Sache IV/M.1157 - Skanska/Scancem) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1998) 3434) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31999D0458. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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Produktmärkten (z. B. Lieferbeton, Mörtel und Glattputz sowie Egalisierungsmittel für Fußböden) und auf benachbarten räumlichen Märkten (Norwegen und Finnland), was die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Gesellschaften, die auf einem dieser Nachbarmärkte tätig sind, reduziert. Für die Feststellung, daß ein potentieller Markteintritt in absehbarer Zukunft in einem Maßstab wahrscheinlich ist, der ausreichen würde, die Marktmacht von Skanska nach Vollzug des Zusammenschlusses zu neutralisieren, liegen also keine ausreichenden Hinweise vor. Nachfragemacht (162) Skanska hat insgesamt 100 Trockenbetonabnehmer in Schweden. Scancem zählt rund 800 Abnehmer und hat nach eigenen Angaben keinen einzigen Abnehmer, der über [...]* seines Jahresabsatzes auf sich vereinigt. (163) Skanska hat vorgebracht, daß bestimmte Scancem-Abnehmer "Einkaufsvereinigungen" angehören, die Sammelbestellungen für Trockenbeton aufgeben. Die größte dieser "Einkaufsvereinigungen" soll [...]* des gesamten Scancem-Absatzes beziehen. Skanska hat allerdings keine Angaben zu den Verhandlungen und Verträgen zwischen Scancem und den "Einkaufsvereinigungen" gemacht und auch nicht erklärt, warum in der Buchführung von Scancem jedes Mitglied dieser Vereinigungen einzeln und nicht die Vereinigung als solche genannt wird. Skanska hat erklärt, daß große Baumärkte wie Beijer über eine signifikante Nachfragemacht verfügen. Dies scheint jedoch äußerst zweifelhaft, da weniger als [...]* der Skanska-Verkäufe und weniger als [...]* der Scancem-Verkäufe auf dieses Unternehmen entfallen. Tatsächlich bezog 1997 kein einziger Abnehmer von Skanska, mit Ausnahme seiner Abnehmer aufgrund von Zulieferverträgen, über [...]* seines Gesamtabsatzes. (164) Demnach besteht also bei den Trockenbetonabnehmern keine Nachfragemacht, die ausreichen würde, die Marktmacht von Skanska nach Vollzug des Zusammenschlusses zu neutralisieren. iv) Schluß (165) Aufgrund dieser Analyse ist die Kommission zu der Feststellung gelangt, daß der angemeldete Zusammenschluß im Bereich des Trockenbetonabsatzes eine beherrschende Stellung in Schweden begründen würde. Dies ergibt sich zum einen aus den horizontalen Überschneidungen zwischen Skanska und Scancem und der Tatsache, daß ihr gemeinsamer Marktanteil weit über den Marktanteilen aller vorhandenen Wettbewerber liegen würde, zum anderen aber aus den vertikalen Auswirkungen des Zusammenschlusses, also aus der Tatsache, daß die konkurrierenden Trockenbetonhersteller hinsichtlich ihrer Zementversorgung und ihrer Trockenbetonverkäufe an Skanska, Schwedens größtem Bauunternehmen, weitgehend von der neuen Wirtschaftseinheit abhängen würden. Auch wenn Skanska gegenwärtig über einen verhältnismäßig geringen Marktanteil verfügt, hätte der Zusammenschluß nicht nur zur Folge, daß Skanska als Wettbewerber von Scancem verschwinden würde, sondern auch, daß durch die Verbindung zwischen Skanska und STO sowie seinen anderen Zulieferern die Wahrscheinlichkeit des Wettbewerbs durch die zuletzt genannten Unternehmen erheblich reduziert würde. Außerdem ist unwahrscheinlich, daß potentielle Wettbewerber in absehbarer Zukunft irgendeine signifikante Rolle spielen werden oder daß die Abnehmer des neuen Unternehmens in der Lage wären, seine Fähigkeit zum selbständigen Handeln am Markt zu untergraben. d) Betonfertigteile i) Angebotsstruktur (166) Wie bereits erwähnt, hat Skanska vorgebracht, daß bei Betonfertigteilen zwischen Hoch- und Tiefbauprodukten unterschieden werden sollte, da Hochbauerzeugnisse eine homogene Reihe von Fertigteilen bilden, für die dieselben Produktionsausrüstungen und dasselbe Know-how verwendet werden, während Tiefbauerzeugnisse unterschiedliche und spezifischere Technologien und Ausrüstungen voraussetzen. (167) Diese Unterteilung entspricht der Unterteilung in den Statistiken des schwedischen Betonherstellerverbandes ("Betongvaruindustrins Riksförbund") und wird offensichtlich auch von den Wettbewerbern verwendet. (168) Scancem ist vor allem im Bereich der Hochbauprodukte tätig, die nach Auffassung von Skanska den für die Würdigung des Vorhabens sachlich relevanten Markt darstellen. Doch soll in diesem Abschnitt die Stellung der Parteien auf dem Gesamtmarkt für Betonfertigteile sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau beschrieben werden, da, wie bereits erwähnt wurde, die Wahl der Definition für die vorliegende Würdigung nicht entscheidend ist. (169) Schon vor dem angemeldeten Zusammenschlußvorhaben waren die Anbieter von Betonfertigteilen auf dem schwedischen Markt mit drei Unternehmen, die 55 bis 75 % des Marktes beliefern (Skanska, Scancem und Strängbetong, ein relativ kleines Unternehmen, das ausschließlich Betonfertigteile herstellt), stark konzentriert. Skanska verfügt im Vergleich zu Scancem mit sechs und Strängbetong mit sieben über die meisten Produktionsbetriebe (18). (170) Skanska hat erklärt, daß seine Kapazitätsauslastung in den letzten drei Jahren zwischen [...]* lag. Scancem und Strängbetong haben ähnliche Angaben gemacht. (171) Scancem hat mit Strängbetong in Estland ein in der Produktion und im Verkauf tätiges Gemeinschaftsunternehmen gegründet (Swetrak AS). Dieses Unternehmen dehnt seine Tätigkeiten gegenwärtig auf Litauen aus. (172) Abgesehen von den drei größten Fertigteilherstellern ist die Angebotsseite zersplittert und besteht vor allem aus Unternehmen, die ihre Produktion auf ein einziges Produkt oder eine geringe Anzahl von Produkten konzentrieren (häufiger im Tiefbaubereich). Die meisten dieser Anbieter haben nur einen Produktionsbetrieb. Zu den kleineren Anbietern am Markt gehört Swerock. Dieses unternehmen ist mit Scancem zu gleichen Teilen an einem Produktionsgemeinschaftsunternehmen (Gottåsa AB) und mit Skanska an einem FuE-Gemeinschaftsunternehmen (AB G-stöd) beteiligt. ii) Marktgröße und Marktanteile (173) Nach Angaben der Parteien können Betonfertigteile je nach Produktart nach Menge, Gewicht oder Länge berechnet werden. Daher liegen keine Angaben über das gesamte Marktvolumen vor. Der schwedische Betonfertigteil-Herstellerverband veröffentlicht allerdings jedes Jahr Angaben über den Marktwert. Skanska hat sich auf diese Statistiken gestützt, um den Gesamtwert des Markts zu berechnen(49). (174) Der Gesamtwert des schwedischen Marktes belief sich 1997 auf 202 Mio. ECU. Skanska verfügte über einen Marktanteil von [20-30 %]*. Scancem war mit [10-20 %]* am Markt beteiligt. Der gemeinsame Marktanteil der Parteien betrug demnach [40-50 %]*. Sowohl Skanska als auch Scancem haben ihre Marktanteile in den vergangenen drei Jahren erhöht. Für Skanska beläuft sich der Zuwachs auf über [...]* seines Absatzes im Jahr 1995. Für Scancem ist der Zuwachs wesentlich größer. (175) Der größte Wettbewerber, Strängbetong, verfügte 1997 in bezug auf den gesamten Markt über einen dem von Scancem vergleichbaren Anteil. Allerdings ist bemerkenswert, daß das Unternehmen zwischen 1996 und 1997 einen erheblichen Teil davon verloren hat. Alle anderen Wettbewerber, Einfuhren inbegriffen, haben Marktanteile von unter 5 %. (176) Das Hochbausegment macht rund die Hälfte des gesamten Marktes aus und erreichte 1997 einen Gesamtwert von 106 Mio. ECU. Skanska war an diesem Segment mit [20-30 %]* beteiligt. Der Umsatz von Scancem stammt weitgehend aus dem Hochbausegment, an dem es mit [20-30 %]* beteiligt war. Der gemeinsame Marktanteil der Parteien betrug also [40-50 %]*. Während Skanska [...]* seines Marktanteils von 1995 verloren hat, hat Scancem seinen Anteil während desselben Zeitraums mehr als [...]*. Demnach ist der gemeinsame Marktanteil der Parteien seit 1995 um [...]* gestiegen. (177) Wie Scancem verfügt auch Strängbetong im Hochbausegment, gemessen am Gesamtmarkt, über einen höheren Marktanteil, wobei sein Marktanteil 1997 mit dem der Parteien vergleichbar war. Aber auch in diesem Segment hat Strängbetong einen signifikanten Teil verloren, wenngleich dieser Verlust im Hochbausegment geringer als am übrigen Markt ausfiel. (178) Schließlich hat Skanska vorgebracht, daß es 1997 im Tiefbausegment über einen Marktanteil von [20-30 %]* verfügte (dabei betrug sein Anteil bei spezifischen Produkten wie Schächten und Klärgruben, Betonrohren und Stützmauern angeblich 40-60 %). Der Anteil von Scancem an diesem Segment belief sich auf [< 10 %]*. Die Marktanteile der Parteien haben sich hier im Vergleich zum Hochbausegment in entgegengesetzter Richtung entwickelt. Seit 1995 hat Skanska seinen Marktanteil um [...]* erhöht, während der Marktanteil von Scancem fast um [...]* zurückgegangen ist. iii) Vertikale Auswirkungen (179) Zement ist nicht nur für Betonfertigteile unbedingt notwendig, sondern darüber hinaus einer der wichtigsten Kostenfaktoren bei der Produktion von Fertigteilen. Nach Angaben von Skanska ist Zement der Kostenfaktor, der am stärksten variiert und rund [...]* der gesamten Produktionskosten ausmacht (sowohl im Hochbausegment als auch am gesamten Markt). Die Tatsache, daß Zement in geringerem Maße an den Gesamtkosten beteiligt ist als z. B. bei der Lieferbetonproduktion, ist u. a. darauf zurückzuführen, daß Betonfertigteile wesentlich arbeitsintensiver sind und anderes Material wie Tragekonstruktionen aus Stahl enthalten, wodurch die Wertschöpfung steigt. (180) Daß Zement rund [...]* der gesamten Produktionskosten ausmacht, beweist aber auch dessen Bedeutung für die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit eines Betonfertigteilherstellers. Angesichts insbesondere der rückläufigen Marktstellung von Strängbetong muß festgestellt werden, daß das neue Unternehmen aufgrund der beherrschenden Stellung von Scancem im Zementsektor enorme Möglichkeiten hat, die Kosten seiner Hauptwettbewerber in die Höhe zu treiben. (181) Als das größte schwedische Bauunternehmen hat sich Skanska vor kurzem zu einem der größten Abnehmer von Strängbetong entwickelt. Bis 1997 bezog Skanska relativ geringe Mengen von Strängbetong. Während der ersten sieben Monate dieses Jahres beliefen sich aber die Gesamtbezüge von Skanska auf rund [...]* des von Strängbetong am Markt für Betonfertigteile im Jahr 1997 erzielten Umsatzes (und einen noch höheren Prozentsatz seines Umsatzes im Hochbausegment). iv) Anfechtbarkeit Bestehender Wettbewerb (182) Der einzige bedeutende Wettbewerber am schwedischen Markt für Betonfertigteile, ob am Gesamtmarkt oder im Hochbausegment, ist Strängbetong. Der Marktanteil dieses Unternehmens beläuft sich aber auf weniger als die Hälfte des gemeinsamen Marktanteils von Skanska und Scancem. Die anderen Wettbewerber sind wesentlich kleiner. Abgesehen von seinem kleineren und rückläufigen Marktanteil würde Strängbetong hinsichtlich seiner Zementversorgung weiterhin von Skanska/Scancem abhängen. Die Tatsache, daß sich Skanska in diesem kritischen Moment zu einem seiner wichtigsten Abnehmer entwickelt hat, wird den Wettbewerbseifer von Strängbetong noch weiter bremsen. Strängbeton wird einsehen müssen, daß Skanska seine Marktmacht auf verschiedene Weise verwenden könnte, damit es sich seinem Marktverhalten unterordnet. Folglich wäre Strängbetong nicht in der Lage, Skanska wirklich Einhalt zu gebieten, sollte es z. B. versuchen, die Preise für Betonfertigteile über das sich unter normalen Wettbewerbsbedingungen ergebende Maß heraufzusetzen. Aufgrund seiner Stellung sähe es sich vielmehr veranlaßt, derartigen Versuchen keinen Widerstand entgegenzusetzen. Potentieller Wettbewerb (183) Skanska hat vorgebracht, daß wegen der für die Produktionsaufnahme verhältnismäßig geringen Investitionskosten die Zutrittsschranken zur Produktion von Betonfertigteilen niedrig sind. Als Beispiel hat Skanska angeführt, daß zwei Unternehmen, nämlich Ulricehamm Betong und Kynnisrud AB, 1990 bzw. 1997 mit der Produktion von Hochbauprodukten begonnen haben. Demnach ist nach Auffassung von Skanska ein Eintritt in den Markt durchaus möglich. (184) Im Rahmen dieser Würdigung ist allerdings nicht nur die Frage des möglichen Markteintritts, sondern auch die Frage von Bedeutung, ob ein neuer Marktteilnehmer genug Gewicht hat, um das von seinen Wettbewerbern nach dem Zusammenschluß weitgehend unabhängige Verhalten von Skanska einzuschränken. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß keiner der angegebenen neuen Marktteilnehmer in der Lage gewesen ist, einen bedeutenden Marktanteil zu gewinnen, und daß die Neuen ihre beschränkte Stellung anderen kleinen Herstellern oder möglicherweise Strängbetong verdanken. Wie bereits erwähnt, konnten Skanska und Scancem ihre Marktanteile seit 1995 erhöhen. Im übrigen besteht kein Grund, daß diesen Unternehmen oder anderen kleineren Herstellern nicht dieselben Wettbewerbsbeschränkungen wie Strängbetong auferlegt würden. (185) Skanska hat außerdem erklärt, daß es dem potentiellen Wettbewerb von Unternehmen in Nachbargebieten ausgesetzt sein würde, und nannte in diesem Zusammenhang Spenncom (Dänemark) und Spenn Gruppen (Norwegen)(50). Doch hat keines dieser Unternehmen laut Skanska in den letzten drei Jahren nach Schweden geliefert. Darüber hinaus ist das norwegische Unternehmen ein Zementabnehmer von Scancem, und Skanska ist zumindest für das dänische Unternehmen einer der größten Abnehmer. Folglich unterliegen beide Unternehmen ähnlichen wie den im Fall von Strängbetong beschriebenen Beschränkungen. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines möglichen Markteintritts ist die Feststellung wichtig, daß sowohl Skanska als auch Scancem über bedeutende Kapazitätsreserven verfügen und daß in absehbarer Zukunft mit keinem bedeutenden Marktwachstum gerechnet wird. Für die Feststellung, daß ein potentieller Markteintritt in absehbarer Zukunft in einem Maßstab wahrscheinlich ist, der ausreichen würde, die Marktmacht von Skanska nach Vollzug des Zusammenschlusses zu neutralisieren, liegen also keine ausreichenden Hinweise vor. Nachfragemacht (186) Im Bereich der Betonfertigteile hat Skanska in Schweden insgesamt [ > 3000]* Abnehmer, davon [< 500]* Abnehmer im Hochbausegment. Scancem hat halb soviel Kunden. Da die meisten dieser Abnehmer nur sehr geringe Mengen beziehen, haben sie keine oder nur eine geringe Nachfragemacht. 1997 kaufte kein Dritter über [...]* der Skanska-Produktion (ob Betonfertigteile generell oder nur Hochbauprodukte). Scancem hatte einen Abnehmer, der mehr als [...]* kaufte. Denselben Zahlen zufolge würde nach Vollzug des Zusammenschlusses kein Abnehmer mehr als [...]* der gemeinsamen Produktion beziehen. Demnach besteht also auf der Abnehmerseite keine Nachfragemacht, die ausreichen würde, die Marktmacht von Skanska nach Vollzug des Zusammenschlusses zu neutralisieren. v) Schluß (187) Aufgrund dessen ist die Kommission zu dem Schluß gelangt, daß der angemeldete Zusammenschluß im Bereich des Absatzes von Betonfertigteilen sowohl am gesamten Markt als auch im Hochbausegment eine beherrschende Stellung in Schweden begründen würde. Dies ergibt sich zum einen aus den horizontalen Überschneidungen zwischen Skanska und Scancem und der Tatsache, daß ihr gemeinsamer Marktanteil rund doppelt so hoch wie der Marktanteil des einzigen bedeutenden Wettbewerbers am Markt wäre, zum anderen aber auch aus den vertikalen Auswirkungen des Zusammenschlusses, also aus der Tatsache, daß konkurrierende Hersteller hinsichtlich ihrer Zementversorgung und ihrer Verkäufe von Fertigteilen an Skanska, Schwedens größtem Bauunternehmen, weitgehend von der neuen Wirtschaftseinheit abhängen würden. Es scheint also äußerst unwahrscheinlich, daß die Marktmacht des neuen Unternehmens aufgrund des potentiellen Wettbewerbs oder der Nachfragemacht tatsächlich neutralisiert werden könnte. e) Andere Baustoffe (188) Abgesehen von den vorerwähnten Tätigkeiten im Betonsektor sind Skanska und insbesondere Scancem am schwedischen Markt als Anbieter einer Vielzahl anderer Baustoffe tätig. (189) Skanska hat in der Anmeldung erklärt, daß beide Unternehmen am Markt für Bekleidungsmaterial tätig sind. In diesem Segment bieten die Parteien vor allem Mauersteine, Mörtel, Betonputz und Wandelemente an. Zu dem Gesamtmarkt für Bekleidungsmaterial rechnete Skanska aber auch Erzeugnisse wie Holz, Glas und Weißblech. Skanska konnte die Austauschbarkeit der verschiedenen Produktgruppen nicht nachweisen. Das Unternehmen war nicht einmal in der Lage, Informationen über den Gesamtwert des bezeichneten Marktes zu erteilen. Da Zweifel daran bestehen, daß der betreffende Markt wettbewerbspolitisch als der relevante Markt angesehen werden kann, kann der Schätzung von Skanska, wonach es selber über einen Anteil von [10-20 %]* und Scancem über einen Anteil von [30-40 %]* am gesamten Bekleidungsmaterialmarkt verfügt, kein großer Wert beigemessen werden. Da die Hauptüberschneidungen der Parteien bereits im Rahmen der verschiedenen vorerwähnten Betonmärkte berücksichtigt wurden, braucht diese Frage aber für die vorliegende Würdigung nicht weiter untersucht zu werden. (190) Scancem ist am Markt mehrerer Baustoffe tätig, wo Skanska nicht präsent ist. Der Anteil von Scancem am schwedischen Mauersteinmarkt betrug 1997 [30-40 %]*(51) und am Gipsplattenmarkt [60-70 %]*. Außerdem verfügte das Unternehmen bei Glattputz über einen Marktanteil von [70-80 %]*. Bei Egalisierungsmitteln für Fußböden hat Scancem in der Anmeldung einen Marktanteil von 15 bis 30 % angegeben, je nachdem, ob nach Produkten für neue Böden oder Produkten für Instandsetzungsarbeiten unterschieden wird. Diese Ergebnisse für Egalisierungsprodukte enthalten einen Schätzwert der Parteien für manuelle Bearbeitung wie z. B. Schleifen. Schließt man dieses Element aus, so beläuft sich der Marktanteil von Scancem nach Angaben Dritter auf 70 bis 85 %. (191) Da zwischen den Tätigkeiten in den vorerwähnten Bereichen keine bedeutenden Überschneidungen bestehen, gelangt die Kommission in ihrer Untersuchung nicht zu dem Ergebnis, daß das Vorhaben zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung führen würde. Allerdings würde aufgrund der vor dem Zusammenschluß bestehenden Stellung von Scancem in den betreffenden Bereichen für die Abnehmer auf den Betonmärkten ein zusätzlicher Druck entstehen, da die meisten von ihnen für ihre Bautätigkeit auch Mauersteine, Gipsplatten, Glattputz und/oder Egalisierungsmittel benötigen. C. DIE BAUMÄRKTE (192) Skanska hat für den schwedischen Baumarkt 1997 einen Gesamtwert von 21370 Mio. ECU angegeben, davon 72 % für den Hochbaumarkt und die restlichen 28 % für den Tiefbaumarkt. (193) Die schwedische Wettbewerbsbehörde hat kürzlich die schwedischen Baumärkte eingehend untersucht(52). Nach ihrer Entscheidung gibt die Marktlage bei kleinen Bauvorhaben (Hoch- und Tiefbau) keinen Anlaß zu wettbewerblichen Bedenken. Für Projekte dieser Größe sind beschränkte Mittel und keine allzu hohen Anforderungen - in bezug auf technisches Know-how und finanzielle Mittel - notwendig. Neben den großen auf nationaler Ebene bestehenden Bauunternehmen gibt es daher sehr viele regionale oder Nischenunternehmen, die auf diesen Märkten wirksam konkurrieren können. Diese abschließende Feststellung wird nicht durch die Ergebnisse der Kommissionsuntersuchung widerlegt. (194) Aus der vorerwähnten Entscheidung ergibt sich allerdings, daß der Markt für große Hochbauprojekte wesentlich konzentrierter ist, da dort 80 bis 90 % aller Vorhaben auf nur drei Unternehmen entfallen. Auf diesem Markt verfügen Skanska und NCC über Marktanteile von jeweils rund 35 %, wobei Skanska insgesamt größer ist(53). Der dritte Marktteilnehmer, Peab, verfügt über einen Anteil von 15 bis 20 %. Wie bereits erwähnt, sind NCC und in geringerem Maße Peab vertikal integrierte Bau- und Baustoffunternehmen. (195) Auf dem Markt für große Tiefbauprojekte, auf dem vier Unternehmen rund 85 % des Gesamtumsatzes auf sich vereinigen, ist die Situation ähnlich. Skanska ist der größte Anbieter mit einem Marktanteil von rund 30 %. Die Marktanteile von NCC und Peab betragen 25 bzw. 10 %. Die schwedische Straßenbehörde ("Vägverket"), deren Bautätigkeiten und Verwaltungsaufgaben voneinander getrennt wurden, verzeichnet einen Marktanteil von 20 %. (196) In der vorerwähnten Entscheidung gelangte die schwedische Wettbewerbsbehörde zu dem Schluß, daß die Merkmale auf den Märkten für Hoch- und Tiefbauprojekte darauf hinweisen, daß Skanska und NCC gemeinsam eine beherrschende Stellung halten. Die Wettbewerbsbehörde stützte ihre Feststellung auf die ähnliche Größe und Struktur der beiden Unternehmen und eine Reihe von Verpflichtungen im Rahmen ihrer Gemeinschaftsunternehmen. Sie nahm diesen Einwand allerdings später zurück, nachdem NCC die Verpflichtung eingegangen war, alle Beziehungen zu Skanska zu beenden. (197) Die meisten Dritten haben den Marktanteil von Skanska genauso eingeschätzt, wie oben angegeben wurde, und ebenfalls bestätigt, daß das Unternehmen auf dem Tiefbaumarkt etwas stärker als auf dem Hochbaumarkt ist. Die Kommission konnte jedoch während ihrer Untersuchung keine Anhaltspunkte dafür finden, daß das angemeldete Vorhaben zur Begründung oder Verstärkung einer beherrschenden Stellung von Skanska auf den betreffenden Baumärkten führen würde. Die oben erwähnten Fakten beweisen aber eindeutig, wie konzentriert die schwedischen Märkte insbesondere für Großbauprojekte sind und wie mächtig die Stellung von Skanska auf diesen Märkten ist. Dies untermauert die bereits gemachten Feststellungen über die vertikalen Auswirkungen des notifizierten Vorhabens auf die Zement- und Betonmärkte. VII. GESAMTWÜRDIGUNG (198) Wie bereits erklärt, würde das angemeldete Vorhaben zur Begründung einer beherrschenden Stellung auf den schwedischen Märkten für Lieferbeton, Trockenbeton und Betonfertigteile führen. Außerdem würde es die beherrschende Stellung von Scancem auf dem schwedischen Zementmarkt verstärken. Diese negativen Wirkungen ergäben sich teilweise aus der überragenden Marktmacht des neuen Unternehmens, die seine hohen Marktanteile im Vergleich zu seinen kleineren und schwächeren Wettbewerbern belegen. Diese Wirkungen würden durch die vertikalen Wirkungen, die sich aus der Zusammenlegung der Tätigkeiten von Skanska und Scancem auf den Rohstoffmärkten (Zement und Zuschläge), den Baustoffmärkten (Beton und andere Baustoffe) und schließlich dem Baumarkt als solchem ergeben würden, noch wesentlich verstärkt. Im Rahmen des Vorhabens würde somit eine Wirtschaftseinheit mit einer starken oder beherrschenden Stellung in sämtlichen Bereichen des Bausektors entstehen. Da die meisten Skanska-Wettbewerber auf den verschiedenen Ebenen überhaupt nicht vertikal integriert sind, würde hierdurch die generelle Beherrschung durch das Unternehmen verstärkt und die Möglichkeit zu einem wirksamen Wettbewerb der Konkurrenten gegenüber Skanska noch weiter reduziert. Die weitreichenden Tätigkeiten des neuen Unternehmens würden außerdem eine bedeutende Zutrittsschranke zu sämtlichen Bereichen, in denen es aktiv ist, darstellen. (199) Aus diesen Gründen ist die Kommission zu dem Schluß gelangt, daß der notifizierte Zusammenschluß mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR-Abkommens unvereinbar ist, da er zur Begründung bzw. Verstärkung einer beherrschenden Stellung auf den schwedischen Märkten für Zement, Lieferbeton, Trockenbeton und Betonfertigteile führen würde und aufgrund dessen wirksamer Wettbewerb im Sinne des Artikels 2 Absatz 3 der Fusionskontrollverordnung erheblich behindert würde. VIII. ZUSAGEN VON SKANSKA (200) Um die von der Kommission dargelegten Wettbewerbsbedenken auszuräumen, hat Skanska in einem Schreiben vom 12. Oktober 1998(54) die nachstehenden Zusagen gemacht: a) Umstrukturierung des Zementsektors (201) Skanska wird dafür sorgen, daß Scancem innerhalb von [...]* Monaten [...]* der Entscheidung der Kommission alle Aktiva in Verbindung mit Produktion, Vermarktung, Verkauf und Vertrieb von Zement in Finnland als einziges Unternehmen an einen rentablen Käufer veräußert, der über die notwendigen finanziellen Mittel und Sachkenntnisse verfügt, um das Unternehmen als aktive Wettbewerbskraft fortzuführen und fortzuentwickeln. Der Käufer wird von Skanska und

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.