Europäische Union

1999/458/EG: Entscheidung der Kommission vom 11. November 1998 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlußvorhabens mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR-Abkommens (Sache IV/M.1157 - Skanska/Scancem) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen K(1998) 3434) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31999D0458. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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estitionen in Umschlags- und Lagereinrichtungen und ein umfassendes Vertriebs- und Verteilungssystem erforderlich. Üblicherweise wird nur eine Zementsorte an einem Silo umgeschlagen, da nach den Aussagen von Scancem für die Umstellung auf eine andere Zementsorte mehrere Tage erforderlich sein können. Deshalb werden die Kapazitäten am besten genutzt, wenn für jede Zementsorte ein eigenes Silo vorhanden ist. Nach den Aussagen von anderen Marktteilnehmern muß ein Einführer mit Anschaffungskosten von mindestens 2 Mio. ECU für ein einziges 6000-Tonnen-Silo rechnen, in dem jährlich zwischen 40000 und 60000 t Zement kosteneffizient umgeschlagen werden können (bzw. zwei Silos. zu je 3000 t mit Anschaffungskosten von jeweils 1,2 Mio. bis 1,7 Mio. ECU)(31). (84) Skanska hat vorgebracht, daß die Zutrittskosten nicht prohibitiv seien und deshalb ein Neuzutritt möglich wäre. Bei den vorstehenden Angaben zu den Zutrittskosten ist jedoch zu gewärtigen, daß die Durchschnittskapazität der Verladestellen von Scancem rund 15000 t beträgt und daß Scancem bei den meisten Stellen eine Kapazitätsauslastung zwischen [...]* erzielen kann. Deshalb wäre es unwahrscheinlich, selbst wenn ein Neuzugang erfolgen sollte, daß das Marktverhalten von Scancem dadurch spürbar eingeschränkt würde. (85) Der von Embra im Jahr 1992 vollzogene Zutritt zum schwedischen Markt veranschaulicht die von einem Zementeinführer zu bewältigenden Schwierigkeiten ebenso wie die geringen Auswirkungen dieses Zutritts auf die beherrschende Stellung von Scancem. Wie bereits erwähnt, hat Embra in Schweden drei Verladeanlagen errichtet. Die Untersuchung hat gezeigt, daß Embra, um seine gegenwärtige Absatzhöhe zu erreichen, wesentlich niedrigere Preise als Scancem anbieten mußte, weshalb es in den vergangenen Jahren erhebliche Verluste zu verzeichnen hatte. Im Jahr 1997 beliefen sich seine Verluste im schwedischen Zementgeschäft auf 2720000 SEK bei einem Umsatz von 38312000 SEK. Außerdem geht aus dem Jahresbericht hervor, daß es Embra damit lediglich gelungen ist, seinen Marktanteil in Schweden zwischen 1995 und 1997 um einen Prozentpunkt zu erhöhen. (86) Wie bereits erwähnt, wurden die Gewinnspannen von Scancem durch die Bemühungen von Embra, seine Marktpräsenz zu stärken, nicht spürbar geschmälert, obwohl Embra eine Strategie hoher Investitionen und niedriger Zementpreise verfolgt hat. Dies stimmt mit dem Untersuchungsergebnis überein, wonach viele Kunden Embra nicht als realistische Alternative für Scancem, seine Lieferungen vielmehr als Ergänzung zu dem von Scancem bezogenen Zement ansehen. Es ist deshalb nicht in naher Zukunft mit einem neuen Marktzutritt zu rechnen, der das Marktverhalten von Scancem spürbar beeinflussen könnte. (87) Die wichtigste Marktzutrittsschranke ist somit in den sehr hohen und gleichbleibenden Marktanteilen von Scancem und seiner installierten Produktionskapazität zu sehen, die rund zweimal so hoch wie der Jahreszementverbrauch ist. Angesichts des sehr hohen Anteils der fixen Kosten bei der Zementherstellung hat Scancem einen starken Anreiz, seine gegenwärtige Stellung im Markt zu verteidigen, bei dem für die nahe Zukunft nur ein geringes Wachstum erwartet wird. Hieraus ist zu schließen, daß in absehbarer Zeit nicht mit einem Marktzutritt zu rechnen ist, der die Marktmacht von Scancem zu neutralisieren vermöchte. v) Nachfragemacht (88) Scancem hat etwa [100-200]* Zementabnehmer, von denen rund [< 100]* wenigstens 300 t jährlich beziehen. Die Hauptabnehmer sind Skanska, Swerock, NCC, Färdig Betong und Strängbetong. Diese Unternehmen sind in wenigstens einem Baustoffmarkt tätig und im größten Teil von Schweden vertreten. Mit Ausnahme von Skanska hat keiner dieser Abnehmer vertikale Verbindungen zu einem Zementhersteller. (89) Skanska ist gegenwärtig der größte Einzelabnehmer und bezieht größere Mengen, als Scancem in seinem Baustoffgeschäft intern verbraucht. Gemäß den von Scancem für das Jahr 1997 vorgelegten Zählen entfallen auf Skanska und Swerock jeweils [...]* des Inlandsabsatzes von Scancem, was [...]* seines schwedischen Gesamtabsatzes einschließlich Ausfuhren entspricht. NCC ist der drittgrößte Abnehmer, auf den weniger als [...]* des Inlandsabsatzes von Scamcem entfällt, was weniger als [...]* seines Gesamtabsatzes entspricht. Auf die übrigen Kunden einschließlich Färdig Betong und Strängbetong entfallen weitaus weniger als [...]* des Inlandsabsatzes, also weniger als [...]* des Gesamtabsatzes. Ein gemeinsames Merkmal der Zementkunden von Scancem besteht darin, daß sie einen sehr hohen Anteil ihres gesamten Zementbedarfs bei Scancem beziehen (bis zu 100 %)(32). Jeder Kunde ist deshalb wesentlich stärker von Scancem abhängig als umgekehrt. Angesichts dieser Verhältnisse hat die große Mehrzahl der Abnehmer somit keine bzw. eine nur unbedeutende Nachfragemacht. (90) Die Untersuchung der Kommission hat ergeben, daß die große Mehrzahl der Kunden von Scancem für Zement nur eine Bezugsquelle hat, nämlich Scancem. Viele Abnehmer haben ausgesagt, daß sie Embra nicht als eine realistische Alternative ansehen. Die geringe Anzahl von Kunden, die Zement ebenfalls bei Embra beziehen, sehen diese Bezüge als eine Ergänzung zu den Lieferungen von Scancem an. Deshalb ist die Mehrzahl der Abnehmer nicht der Auffassung, daß es in Schweden eine realistische alternative Lieferquelle für Zement gibt. (91) Es ist auch zu bedenken, daß die Lieferverträge mit Kunden, die mehr als 300 t jährlich abnehmen, normalerweise für ein bis drei Jahre einzeln ausgehandelt werden und gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Zementbereich einbeziehen. Diese Großabnehmer sind somit nicht nur wegen fehlender gleichwertiger Alternativen, sondern auch durch ihre bestehenden Verträge an Scancem gebunden. (92) Die vorliegenden Tatsachen lassen somit darauf schließen, daß nicht einmal die größten Abnehmer in der Lage sind, das Marktverhalten von Scancem wirksam einzuschränken. vi) Schlußfolgerung (93) Allein schon aufgrund der angegebenen Marktanteile von Scancem kann man davon ausgehen, daß dieses Unternehmen eine beherrschende Stellung im Markt einnimmt(33). Dieser Befund wird angesichts des offenkundigen Vermögens von Scancem erhärtet, seine Verkaufspreise und Gewinnspannen überwiegend unabhängig von externen Marktentwicklungen auch in einem Zeitraum aufrechtzuerhalten, in dem, wie bereits erwähnt, der Zementabsatz in Schweden um rund 15 % zurückging. vii) Stärkung einer beherrschenden Stellung auf dem schwedischen Zementmarkt (94) Das angemeldete Vorhaben hätte vertikale Auswirkungen zwischen Zement einerseits und Beton und anderen mineralhaltigen Baustoffen andererseits. Dieser Zusammenhang ergibt sich daraus, daß Zement gemeinsam mit den Zuschlagstoffen den Rohstoff bildet, aus dem die letztgenannten Erzeugnisse hergestellt werden. Die Auswirkungen auf die nachgeordneten Märkte für Beton und ähnliche Erzeugnisse werden nachstehend erörtert. (95) Wie bereits erwähnt, befand sich Scancem mit einem Anteil von [80-90 %]* bereits vor dem angemeldeten Vorhaben in einer beherrschenden Stellung auf dem schwedischen Zementmarkt. Es sind keine anderen Zementhersteller vorhanden, und der verbleibende Zementabsatz entfällt auf Einfuhren aus Ländern außerhalb des EWR. Das angemeldete Vorhaben könnte für die Einführer noch stärker die Möglichkeit einschränken, Zement auf dem schwedischen Markt abzusetzen. (96) Zwischen 80 und 90 % des hergestellten Zements werden an die Betonindustrie geliefert. Nach dem Zusammenschluß wäre Skanska der bei weitem größte Hersteller verschiedener Betonsorten, weshalb anzunehmen ist, daß Skanska keinen Anreiz hätte, Zement von Wettbewerbern von Scancem zu beziehen. Deshalb wäre dieser Teil des Marktes gegen Zementeinfuhren wirksam abgeschottet. (97) Außerdem würden auch andere Hersteller von Betonerzeugnissen in geringerem Maße auf Einfuhren zurückgreifen, da sie nach dem Zusammenschluß in erheblich größerem Maße von Skanska als zuvor von Scancem abhängig würden. Nach dem Zusammenschluß wäre diese Abhängigkeit nicht nur durch die beherrschende Stellung von Scancem im Zementmarkt, sondern auch aufgrund der Stärke der neuen Einheit in den Bereichen Beton und Zuschlagstoffe gegeben (letztere sind die anderen wichtigen Bestandteile bei der Betonherstellung). (98) Die Tatsache, daß Skanska das wichtigste schwedische Bauunternehmen mit umfangreichen Tätigkeiten auch in Norwegen und in Finnland ist, bedeutet, daß für die meisten Betonhersteller Skanska zu den wichtigsten Abnehmern zählt. Andere Betonhersteller sind nach ihrer finanziellen Stärke erheblich kleinere Unternehmen als Skanska. Keiner von ihnen ist ein vertikal vorgelagert integrierter Zementhersteller, die wenigsten von ihnen sind vertikal nachgeordnet im Baumarkt integriert. (99) Unter diesen Voraussetzungen könnte Skanska eine Reihe von Strategien verfolgen, um die Kundentreue der Zementabnehmer von Scancem zu pflegen. Sollte Skanska zu der Auffassung gelangen, daß ein Zementabnehmer gegen seine Interessen handelt, könnte es die Lieferbedingungen für Zement verschlechtern, seine Wettbewerbstätigkeiten im Betonmarkt auf dieses Unternehmen konzentrieren und/oder seine Bezüge von diesem Unternehmen verkleinern bzw. dieses Vorgehen androhen. Diese vielfältigen Vorgehensweisen standen Scancem bisher nicht zur Verfügung. (100) Hierbei auch zu erwähnen ist eine weitere nachteilige Auswirkung des Zusammenschlusses, nämlich die Entstehung einer neuen Verbindung zwischen Scancem und FLS Industries/Aalborg Portland (dem dänischen Zementherstellungsmonopol) über AB Sydsten, das gegenwärtig als 50/50-Gemeinschaftsuntemehmen von FLS und Skanska betrieben wird. Sydsten ist ein wichtiger Hersteller von Lieferbeton in Südschweden und hätte ohne den beabsichtigten Zusammenschluß als Sprungbrett für den Eintritt von FLS Industries in den schwedischen Markt dienen können. (101) Hieraus zieht die Kommission die Schlußfolgerung, daß Skanska nach dem Zusammenschluß in einer noch besseren Lage als Scancem wäre, um die Märkte vom Wettbewerb durch Einfuhrzement abzuschotten, und daß die durch den Zusammenschluß geschaffenen vertikalen Verhältnisse eine Stärkung der beherrschenden Stellung auf dem schwedischen Zementmarkt herbeiführen würden. viii) Norwegen und Finnland (102) Marktstruktur- und Marktgröße sind in Norwegen und Finnland ähnlich wie in Schweden. Der Marktanteil von Scancem beträgt jeweils zwischen [80-90 %]*, Embra ist der einzige Wettbewerber mit einem Marktanteil von mehr als 5 %. Außerdem gibt es ähnliche Zutrittsschranken wie in Schweden; die Kunden sind in einer vergleichbar schwachen Stellung gegenüber Scancem, wobei auf keinen Abnehmer mehr als [...]* des Inlandsabsatzes von Scancem entfällt. (103) Gemäß der Anmeldung ist lediglich Scancem als Hersteller von Beton und sonstigen Baustoffen in Norwegen und Finnland tätig(34). Nach Empfang der Beschwerdepunkte gemäß Artikel 18 hat Skanska eingeräumt daß seine finnische Tochtergesellschaft Tekra OY Lieferbeton und Betonfertigteilen herstellt. Außerdem wurde Skanska jüngst durch den Erwerb von Polar OY zum größten Hausbauunternehmen in Finnland(35). Die sich aus der Stellung von Skanska auf dem Baumarkt ergebenden vertikalen Auswirkungen wären zumindest in Finnland die gleichen wie die für Schweden beschriebenen. (104) Gestützt auf die vorliegenden Informationen kann man somit davon ausgehen, daß Scancem auch in Finnland und Norwegen eine beherrschende Stellung bei Zement einnimmt. Für die Zwecke dieser Bewertung kann die Frage jedoch offen bleiben, ob das angemeldete Vorhaben diese beherrschende Stellung stärken würde, da die Bewertung davon nicht berührt wäre. ix) Gesamtschlußfolgerung betreffend Zement (105) Die Kommission ist somit zu der Schlußfolgerung gelangt, daß Scancem bereits vor dem angemeldeten Vorhaben eine beherrschende Stellung auf dem Zementmarkt in Schweden, Norwegen und Finnland einnahm und daß diese Stellung zumindest auf dem schwedischen Markt durch den Vollzug des Vorhabens verstärkt würde. b) Zuschlagstoffe i) Angebotsstruktur (106) Gemäß Skanska ist der Markt für Zuschlagstoffe seit 1990 fast auf die Hälfte seiner vormaligen Größe geschrumpft. Diese Entwicklung ist das Ergebnis des konjunkturell bedingten Rückgangs in der schwedischen Bauindustrie in jenem Zeitraum, der zu einer ungenügenden Auslastung der Kapazitäten geführt hat, wodurch viele Steinbrüche umfangreiche Bestände an Zuschlagsstoffen aufgebaut haben. Wie bereits erwähnt, wird in Schweden gegenwärtig nur die Hälfte der Gruben ausgebeutet. Dies zeigt sich auch daran, daß Skanska und Scancem ihre Geschäfte mit einer relativ niedrigen Kapazitätsauslastung, nämlich mit rund [...]* der Hoechstkapazität, betreiben. Auch bei den wichtigsten Wettbewerbern sind relativ große überschüssige Produktionskapazitäten anzunehmen. (107) Skanska und Scancem betreiben in Schweden 40 (davon drei in Miteigentum) bzw. sieben Zuschlagwerke. Während Skanska im ganzen Land vertreten ist, sind die Werke von Scancem auf das östliche Küstengebiet konzentriert. Auf Ortsebene, ist Skanska in 19 von 21 Verwaltungsbezirken vertreten, während Scancem in Bezirken tätig ist, auf die jedoch zusammengenommen mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes von Zuschlagstoffen in Schweden entfällt. Die Tätigkeiten von Skanska und Scancem überschneiden sich in sechs von 21 Verwaltungsbezirken. (108) Die wichtigsten Wettbewerber in Schweden sind Ballast/NCC Swerock und die schwedische Straßenbehörde (Vägverket). Außerdem gibt es eine Reihe kleinerer lokaler Wettbewerber. (109) Hinsichtlich des Zuschlaggeschäfts von Skanska ist zu erwähnen, daß sechs seiner Werke als Gemeinschaftsunternehmen mit verschiedenen Partnern betrieben werden: Jordbrokrossen (50 % JM Bygg), Olundakrossen (50 % Uppsala kommun), Krossbolaget (Swerock 35 %), Härryda Kross (Fraktkedjan 50 %) und Sydsten (FLS Industries 50 %), das zur Hälfte Forsertumsten HB gehört. Außerdem gehören Skanska und Sabema (ein Teil von Scancem) sowie Fördig Betong jeweils ein Drittel von Strömstadbetong & Co. KB, das überwiegend Lieferbeton und Zuschlagstoffe herstellt und vertreibt. Schließlich ist Scancem an einem Gemeinschaftsunternehmen mit NCC (15 %) und (40 %) beteiligt(36). ii) Marktgröße und Marktanteile (110) Das Schwedische Geologische Institut ("Sveriges Geologiska Undersökning") erstellt jährlich einen Bericht über das nach Verwaltungsbezirken (schwedisch "län") und Kommunen (schwedisch "kommun") aufgeschlüsselte Produktionsvolumen des Landes. Seine Statistiken stützen sich auf Daten über die Tätigkeit in den schwedischen Sand- und Kiesgruben bzw. Steinbruchanlagen, die von den zuständigen Verwaltungsbehörden erhoben werden. Laut Anmeldung ist der schwedische Markt für Zuschlagstoffe wertmäßig mit 326 bis 370 Mio. ECU zu veranschlagen. Skanska, Scancem und andere große Anbieter haben ihrerseits Schätzungen über den Wert und das Volumen der schwedischen Zuschlagproduktion vorgelegt. Die jüngsten Zahlen stammen von Skanska, das den Absatz für 1997 auf 62629000 t schätzte, was rund 366 Mio. ECU entspricht. Da diese Angaben weitgehend mit denen der übrigen Unternehmen übereinstimmen, wurden sie bei den folgenden Betrachtungen zugrunde gelegt. Im Zeitraum 1995-1997 ist der gesamte Zuschlagmarkt, nach den Angaben in der Anmeldung zu urteilen, um nahezu ein Drittel zurückgegangen, während die Parteien ihren Marktanteil leicht ausgebaut haben. (111) Der landesweite Marktanteil von Skanska und Scancem liegt - nach den jüngsten Informationen der Parteien - bei schätzungsweise [10-20 %]* bzw.[< 10 %]*; gemeinsam kommen sie somit auf einen Gesamtmarktanteil von [20-30 %]*(37). Der Marktanteil von Ballast/NCC, dem zweitgrößten Zuschlaglieferanten, ist im Vergleich dazu etwas niedriger, während Swerock und Vägverket nicht einmal halb so groß sind. Der übrige Markt wird von einer großen Zahl lokaler Kleinanbieter beliefert. (112) Regional gesehen würden die Unternehmen infolge des Zusammenschlusses in einigen Gebieten aber wesentlich höhere Marktanteile erreichen. Ein Wettbewerber hat Schweden in fünf etwa gleich große regionale Märkte unterteilt. Danach käme die fusionierte Einheit in der Großregion Stockholm auf einen Marktanteil 35-40 % und in Westschweden auf 30-35 %, was der Marktführerschaft gleichkommt. Legt man noch kleinere Gebietseinheiten zugrunde, betrüge der gemeinsame Marktanteil wertmäßig 40 % im Verwaltungsbezirk Stockholm bzw. 25 % in den Verwaltungsbezirken Västra Götaland und Gävleborg. (113) Die landesweiten Marktanteile, die Skanska und Scancem angegeben haben, sind in den letzten drei Jahren trotz der generell beobachteten Schrumpfung des Zuschlagmarkts leicht gestiegen Außerdem haben sich die durchschnittlichen Verkaufspreise von Skanska [...]*(38). 1997 ist Skanskas Marktanteil leicht zurückgegangen. iii) Schluß (114) Auch wenn Skanska und Scancem zusammen nicht mehr als [20-30 %]* des Marktes besetzen, würde das neue Unternehmen landesweit die Marktführerschaft einnehmen bzw. auf einigen regionalen Märkten hohe Marktanteile halten. Skanska hat vorgebracht, daß das neue Unternehmen erheblichem Wettbewerb von seiten regional tätiger Konkurrenten ausgesetzt sein wird, die in der Lage seien, auf regionaler Ebene einen starken Wettbewerbsdruck auszuüben, auch wenn ihr landesweiter Marktanteil unbedeutend ist. Die Kommission räumt ein, daß es viele regionale Wettbewerber gibt. Sie weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, daß der Markt für Zuschlagstoffe sich offensichtlich in einem Strukturwandel befindet. Ein verändertes Nachfrageverhältnis zwischen Kies und Schotter kann die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Anbieter beeinträchtigen. (115) Die schwedische Regierung hat, wie erwähnt, steuerliche Maßnahmen ergriffen, um die Verwendung von Kies einzuschränken und den Einsatz von Schotter zu fördern. Die Tatsache, daß die Produktion von Schotter wesentlich höhere Investitionen erfordert als Kies(39), begünstigt finanzstarke Großunternehmen wie Skanska/Scancem (40). Da jedoch eine Reihe von kleinen Zuschlaganbietern gegenwärtig einen erheblichen Kapazitätsüberschuß im Schotterbereich aufweisen, käme der Vorteil den Großen nur dann zugute, wenn die kleinen Produzenten neue Steinbruchkapazitäten errichten müssen. (116) Skanska weist in seiner Erwiderung darauf hin, daß den Herstellern auch Konkurrenz aus den Zuschlagstoffen erwächst, die während der Bautätigkeit vor Ort anfallen und von den Bauunternehmen entweder direkt am Bau verwendet oder (seltener) auf den Markt gebracht werden. Ferner wird nach Einschätzung von Skanska künftig ein beträchtlicher Wettbewerbsdruck von wiederverwendeten Zuschlägen ausgehen. Da das Unternehmen aber nicht in der Lage war, den Umfang dieser konkurrierenden Produkte mit Zahlen zu belegen, bleibt ihre konkrete Auswirkung auf den Markt unklar. Außerdem hat keine der Personen, die sich im Verlauf der Untersuchungen der Kommission zur Sache geäußert haben, diesen Erzeugnissen eine besondere Bedeutung beigemessen. (117) In den meisten Stellungnahmen betroffener Dritter wird für Skanska und Scancem ein gemeinsamer Marktanteil angenommen, der im großen und ganzen dem vorstehend genannten entspricht, und die Marktführerrolle der fusionierten Einheit bestätigt. Die Nachforschungen der Kommission haben dessen ungeachtet ergeben, daß der angemeldete Zusammenschluß von Skanska und Scancem auf dem schwedischen Markt für Zuschlagstoffe (ob auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene) keine beherrschende Stellung begründen oder verstärken würde. Dennoch ist zu berücksichtigen, daß Zuschläge zusammen mit Zement zu den wichtigsten Ausgangsstoffen bei der Herstellung von Betonerzeugnissen zählen, wo das neue Unternehmen einen hohen Marktanteil erlangen würde. Das Zuschlaggeschäft der am Zusammenschluß beteiligten Unternehmen trägt somit zu deren Marktmacht und der starken Marktstellung der neuen Einheit als vertikal integrierter Hersteller bei und stützt den Befund der Kommission über die vertikalen Auswirkungen des angemeldeten Vorhabens auf dem Zement- und auf dem Betonmarkt. B. BAUSTOFFE a) Beton insgesamt (118) Die nachstehende Tabelle gibt die wertmäßigen Anteile von Skanska und Scancem am schwedischen Betonmarkt im Jahr 1997 wieder: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> b) Lieferbeton i) Angebotsstruktur (119) Statistiken des schwedischen Verbands der Lieferbetonhersteller "Svenska Fabriksbetongföreningen") zufolge befindet sich die Branche seit 1989 in einer deutlichen Konzentrationsphase: In diesem Zeitraum ist die Zahl der Lieferbetonhersteller in Schweden um 55 % von 87 auf 39 zurückgegangen, während die Anzahl der Produktionsanlagen nur um 6 % gesunken ist. (120) Lediglich fünf der verbliebenen 39 Produzenten setzen jährlich mehr als 100000 m3 ab (dies entspricht rund 5 % des Gesamtvolumens), die meisten übrigen Hersteller weniger als 10000 m3 (weniger als 1 % des Gesamtvolumens). (121) Sowohl Skanska als auch Scancem haben sehr große Kapazitäten für die Herstellung von Lieferbeton errichtet (zusammen können sie fast das Dreifache der 1997 in Schweden abgesetzten Menge produzieren), die jedoch nur schwach ausgelastet sind. Selbst wenn die diesbezüglichen Angaben sowohl zeitlich als auch räumlich schwanken: Skanska weist im Durchschnitt einen Auslastungsgrad von [...]* oder weniger aus. Seine Kapazitäten brauchen aber, um rentabel wirtschaften zu können, nur zu rund [...]* ausgelastet zu sein. Skanskas Angaben zufolge liegen alle Produktionseinheiten auf oder über der Rentabilitätsschwelle. Scancem hat ähnliche Zahlen für seinen Auslastungsgrad und seine Rentabilitätsschwellen genannt. Doch auch bei größten Wettbewerbern scheinen beträchtliche Überkapazitäten zu bestehen, wenngleich zumeist in geringerem Umfang als bei Skanska und Scancem. Dennoch wirtschaften zumindest einige ihrer Produktionsstätten unterhalb der Gewinnschwelle. (122) Skanska und Scancem betreiben 39 bzw. 20 Lieferbetonwerke in Schweden. Beide Unternehmen sind ziemlich flächendeckend vertreten. Skanska ist in 13 der insgesamt 21 schwedischen Verwaltungsbezirke tätig, in denen [70-80 %] des in Schweden produzierten Lieferbetons abgesetzt.werden. Scancem beliefert insgesamt sieben Verwaltungsbezirke. Da das Unternehmen aber besonders stark im Raum um die drei größten Städte Schwedens - Stockholm, Göteborg und Malmö - vertreten ist, deckt es eine Fläche ab, die [50-60 %]* des Gesamtabsatzvolumens entspricht. Die Tätigkeiten der beiden Unternehmen überschneiden sich auf allen betroffenen regionalen Märkten. (123) Die übrigen Hersteller von Bedeutung in Schweden - NCC, Färdig Betong und Swerock - setzen landesweit erheblich weniger Lieferbeton ab als Skanska und Scancem. NCC, Schwedens zweitgrößtes Bauunternehmen, ist ein vertikal integrierter Baustoffanbieter, der allerdings keine strukturellen Verflechtungen mit einem Zementhersteller aufweist. Färdig Beton ist ein Familienunternehmen, das ausschließlich Lieferbeton und Zuschlag herstellt. Swerock ist auf Baustoffe spezialisiert. Die künftigen Eigentumsverhältnisse bei Swerock sind ungewiß, da einer der beiden bisherigen Inhaber sich der schwedischen Wettbewerbsbehörde gegenüber verpflichtet hat, seine Beteiligung abzustoßen(41). (124) Acht der 39 Produktionsanlagen von Skanska werden von den Gemeinschaftsunternehmen Sydsten AB, das je zur Hälfte Skanska und FLS Industries gehört, und Strömstadsbetong, an dem Skanska, Scancem und Färdig Betong zu je 33 % beteiligt sind, betrieben. Außerdem hat Skanska mit Färdig Beton eine langfristige Vereinbarung über die Herstellung von Lieferbeton in Gebieten getroffen, in denen Skanska selbst nicht produziert. Scancem wiederum hat mit Swerock das Gemeinschaftsunternehmen Essbetong KB gegründet, das Lieferbeton herstellt und vertreibt. Auch die übrigen Anbieter von Rang haben sich in unterschiedlicher Zusammensetzung an Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. ii) Marktgröße und Marktanteile (125) Der schwedische Verband der Lieferbetonhersteller leg

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.