Europäische Union

2004/270/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Oktober 2001 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und dem EWR-Abkommen (Sache COMP/M.2420 — Mitsui/CVRD/Caemi) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3363) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 32004D0270. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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sen daher ganz erhebliche Größenvorteile bieten, um im Welthandel konkurrieren zu können. (38) Die meisten neuen Kapazitäten wurden folglich durch Ausweitung bestehender Bergwerke oder Öffnung neuer Schächte in ihrer Nähe erschlossen. Das letzte große Erschließungsprojekt "auf der grünen Wiese" war das Bergwerk von CVRD im nordbrasilianischen Carajas, das bei Produktionsaufnahme Mitte der 80er Jahre über eine Kapazität von 35 Mio. t verfügte (Erschließungskosten: 3,5 Mrd. USD) und anschließend für weitere 500 Mio. USD auf eine Kapazität von 50 Mio. t aufgestockt wurde. (39) Für den Bau und Betrieb von Pelletisieranlagen gibt es weniger Hindernisse. Die Baukosten betragen derzeit 50 bis 60 USD je Jahrestonnen-Kapazität. Die Kapazität einer Pelletisieranlage kann von nicht mehr als 1,5 Mio. t bis 7 Mio. t oder mehr betragen, und die Gesamtkosten liegen zwischen 100 Mio. USD und 240 Mio. USD. (40) In ihrer Erwiderung führen die beteiligten Unternehmen aus, dass die Hindernisse für neue Projekte auf der grünen Wiese zwar beträchtlich, nicht aber unüberwindbar seien. Ausrüstungsgüter und Know-how der Eisenerzindustrie würden teilweise auch in anderen Bergbauindustrien genutzt, so dass es keine technischen Hindernisse gibt. Die Kommission ist jedoch der Auffassung, dass ihre obige Analyse dadurch nicht beeinträchtigt wird, da die wichtigsten Marktzutrittsschranken nicht im Bereich der Bergbauausrüstung oder des Know-hows zu finden sind. Hoher Kapazitätsauslastungsgrad (41) Nach Angaben einiger wichtiger Marktteilnehmer sind die Kapazitäten der Unternehmen, die ihr Eisenerz nach Übersee ausführen, seit zehn Jahren fast durchgehend zu nahezu 100 % ausgelastet. Zudem wird Eisenerz in der Regel weder von den Bergbauunternehmen noch von den Stahlproduzenten in großen Mengen gelagert, da eine solche Lagerung teuer ist. Produzenten und Abnehmer lagern daher nur jene Mengen, die sie zum Auffangen kurzfristiger Produktions- und Verbrauchsschwankungen benötigen. (42) Das prognostizierte Wachstum der weltweiten Stahlnachfrage hat die größten Eisenerzproduzenten veranlasst, in neue Produktionskapazitäten zu investieren, wenn auch zum Großteil als Ersatz für erschöpfte Vorkommen(8). Zusätzlich zur Ausweitung vorhandener Bergwerke sind in Brasilien und Australien durch CVRD, BHP und Rio Tinto eine Reihe neuer Bergwerke geplant. Auch in Indien und Kanada sind Kapazitätsausweitungen vorgesehen. (43) Jede nennenswerte Kapazitätsaufstockung außerhalb von Brasilien und Australien dürfte jedoch aus zweierlei Gründen hauptsächlich durch Ausweitung bestehender Anlagen erfolgen. Zum einen dürfte sich wegen der Kosten für die Erschließung neuer Eisenerzvorkommen die Ausweitung vorhandener Bergwerke in den meisten Fällen als deutlich wirtschaftlicher erweisen. Zum andern sieht sich der Tagebau in vielen Teilen der Welt insbesondere in entwickelten Ländern zunehmendem Widerstand ausgesetzt. (44) In diesem Zusammenhang wird damit gerechnet, dass die derzeitige Angebotsknappheit noch für einige Jahre anhalten wird. Aus den Zahlen der Parteien geht hervor, dass der Kapazitätsauslastungsgrad, der im Jahr 2000 93 % erreichte, auch im Jahr 2005 noch zwischen 88 und 92 % liegen wird. (45) In ihrer Erwiderung geben die Parteien das Vorhandensein von Überkapazitäten zu. Allerdings sei die Nachfrage im Jahr 2000 ununterbrochen auf einem unvorhergesehen hohen Niveau verblieben, und für die kommenden Jahre sei ein ganz anderes Bild zu erwarten. (46) Zweitens sind die beteiligten Unternehmen der Auffassung, dass die von der Kommission verwendeten Kapazitätszahlen (die die Parteien selber vorgelegt hatten) die tatsächlich vorhandene Kapazität in der Industrie unzureichend wiedergeben. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie, die von einem Wirtschaftsberatungsunternehmen angefertigt wurde. Das Beratungsunternehmen spricht in der Studie vorzugsweise von "Fähigkeiten" statt von Kapazitäten, weil damit die Exportkapazitäten eines Eisenerzunternehmens besser beschrieben seien. Die nominalen Kapazitäten könnten beispielsweise durch "Entstauung" verbessert worden sein, so dass die "Fähigkeiten", die anhand des höchsten festgestellten Produktionsniveaus berechnet würden, einen besseren Indikator für die tatsächlichen Lieferkapazitäten darstellen würden. Das Beratungsunternehmen würde beispielsweise für die Fähigkeiten der Gruben des Nordsystems von CVRD den Spitzenwert von 4,9 Mio. t bei der Verladerate, der im März 2001 erzielt wurde, zugrunde legen und diese Zahl auf das ganze Jahr umrechnen (woraus sich seine Jahres-"Fähigkeit" von 58,5 Mio. t ergäbe). (47) Die Kommission kann die Ausführungen der Parteien zu den Kapazitäten nicht akzeptieren(9). Mit den von dem Wirtschaftsberatungsunternehmen ins Feld geführten "Fähigkeiten" würde die tatsächliche Kapazität der Branche erheblich überschätzt. Die Kommission hält die Ermittlung der Jahreskapazität durch Hochrechnung der höchsten monatlichen Produktionsrate für nicht gerechtfertigt, da fälschlicherweise zugrunde gelegt wird, dass ein Eisenerzanbieter jeden Monat unter jenen Idealbedingungen produzieren könnte, die er in seinem "besten" Monat vorfand. Angesichts der Komplexität der Logistikkette (Produktion, Lagerung, Schienentransport und Schiffsbeladung) und der möglichen Engpässe bei jedem Glied dieser Kette ist dieses Szenario sehr unwahrscheinlich. Bei der Methode des Beratungsunternehmens wird davon ausgegangen, dass das optimale Produktionsniveau und die entsprechenden Beförderungskapazitäten per Bahn und zu Schiff jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung stuenden. Außerdem werden saisonale Faktoren (z. B. Nachfrageschwankungen und Wetterbedingungen) außer Acht gelassen, die in der Branche von großer Bedeutung sind. Daher gelangt die Kommission zu dem Ergebnis, dass die von den beteiligten Unternehmen ursprünglich vorgelegten Kapazitätsangaben, die auch mit den Angaben anderer Unternehmen in Einklang stehen, für die Würdigung des Vorhabens zugrunde gelegt werden sollten. (48) Aber auch unter Zugrundelegung der "Fähigkeiten"-Zahlen, die von dem Beratungsunternehmen errechnet wurden, würde der Kapazitätsauslastungsgrad über den gesamten Zeitraum zwischen 2000 und 2005 konstant in der Nähe von 90 % verbleiben, was angesichts der häufigen Unterbrechungen z. B. durch Wetteränderungen (durch die es zu Verzögerungen im See- und Eisenbahntransport kommen kann, die den Abbau beeinträchtigen usw.) bereits einen sehr hohen Wert darstellt. Da der tatsächliche Kapazitätsauslastungsgrad (auf der Basis der wirklich vorhandenen Kapazität) über diese Schätzungen noch hinausgehen wird, bleibt die Kommission bei ihrer Auffassung, dass die Lage in der Branche von einem knappen Angebot gekennzeichnet ist und sich in Zukunft daran nichts ändern wird. (49) Ferner werden die Ausführungen der Parteien zu einer angeblich niedrigeren Nachfrage in den Jahren 2001 und 2002 durch die Kommissionsuntersuchung nicht bestätigt. Die Ergebnisse von CVRD in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2001 weisen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2000 ein Wachstum bei den Feinerz- und Pelletsverkäufen aus. Bei der Feststellung dieser Ergebnisse im Mai 2001 rechnete CVRD langfristig mit einem jährlichen Wachstum von 1 % bei sämtlichen Eisenerzprodukten und 4 % bei Pellets; kurzfristig wurde mit einer stabilen Nachfrage gerechnet, die nur durch eine Verlangsamung des derzeitigen Marktwachstums (nicht aber durch einen Nachfragerückgang) gefährdet wäre. Das Halbjahresergebnis von Rio Tinto zeigt die gleiche Entwicklung, wobei die Nachfrage nach Eisenerz als "weiterhin ziemlich stark" angegeben wird. (50) Auch eine niedrigere Stahlnachfrage, die eine niedrigere Eisenerznachfrage als derzeit vorhergesagt nach sich ziehen würde, wird diese Schlussfolgerung nicht erheblich beeinträchtigen, da sie die Eisenerzanbieter veranlassen würde, ihre Kapazitätsausweitungspläne zu verschieben. Wie die beteiligten Unternehmen in ihrer Erwiderung ausführen, wäre die Hinzufügung neuer Kapazitäten vor dem Aufkommen der entsprechenden Nachfrage unwirtschaftlich, da sie den Kapazitätsauslastungsgrad der Branche verringern würde. Kein Geldinstitut würde Kapazitätsausweitungsvorhaben auf dieser Grundlage finanzieren. (51) Generell gesagt deuten sämtliche von den beteiligten Unternehmen in ihrer Erwiderung aufgeführten Argumente (erhebliche Überkapazität, Vorhandensein von sofort ausbaubaren Lieferfähigkeiten, homogene Produkte und niedrige Grenzkosten) auf die Schlussfolgerung hin, dass die Eisenerzmärkte nahezu perfekte Wettbewerbsbedingungen aufweisen. In einer solchen Lage wäre zu erwarten, dass die Eisenerzanbieter nur sehr geringe Gewinnspannen erzielen (wenn überhaupt). Die Wirklichkeit ist aber, wie die Ergebnisse der Marktuntersuchung der Kommission zeigen, ganz anders. Insbesondere die Darlegungen von CVRD und Merrill Lynch im Mai 2001 deuten darauf hin, dass alle großen Eisenerzproduzenten hohe Gewinnspannen (Gewinn vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 27 % für BHP und 46 % für CVRD(10)) sowie einen hohen Kapitalertrag (30 % im Fall von CVRD) erzielen. In einer Präsentation von BHP wird der Eisenerzmarkt als eine Ausnahme gegenüber den anderen Rohstoffmärkten dargestellt, da Eisenerz unter sämtlichen Rohstoffen den höchsten Kapitalertrag bei (paradoxerweise) gleichzeitig niedrigstem Risiko und geringster Volatilität aufweise. Dieser Umstand deute auf eine erhebliche Starre des Eisenerzsektors hin, die den Produzenten komfortable Gewinne ermögliche. Die größten Anbieter von Eisenerz für Ausfuhren nach Übersee (52) Die größten Anbieter von Eisenerz für Ausfuhren nach Westeuropa und in andere überseeische Gebiete sind: CVRD (53) Wie erwähnt, ist das in Brasilien ansässige CVRD der größte Eisenerzproduzent der Welt. Es übt bereits die alleinige oder eine Mitkontrolle über die meisten brasilianischen Eisenerzproduktionsstätten aus; die Hauptausnahme ist Mineração Brasilieras Reunidas SA (MBR), eine Tochtergesellschaft von Caemi. Die Eisenerzgruben von CVRD befinden sich vor allem in zwei Regionen Brasiliens: dem so genannten "Nordsystem", das aus Gruben in der Region um Carajas im Bundesstaat Para besteht (Kapazität etwa 50 Mio. t), und dem so genannten "Südsystem" mit Gruben im Bundesstaat Minas Gerais (mit einer Kapazität von etwa 60 Mio. t). Beide Grubensysteme werden durch eigene Schienennetze mit Hochseehäfen verbunden, deren Anlagen sich zum Teil ebenfalls im Besitz von CVRD befinden. Außerdem hat CVRD vor kurzem Kontrollbeteiligungen zum einen an der S.A. Mineraçao da Trindade ("Samitri") erworben, die sich ebenfalls im Südsystem befindet (hochwertige Vorkommen und eine Jahreskapazität von schätzungsweise 17 Mio. t), und zum anderen an der Bergwerksgruppe Socoimex (Jahresproduktionskapazität von schätzungsweise 7 Mio. t). Sämtliche Gruben sind in Brasilien gelegen und produzieren sowohl Fein- als auch Stückerz. (54) CVRD ist mit zwischen 50 und 100 % an neun Pelletisieranlagen beteiligt und errichtet eine zehnte eigene Anlage in Brasilien; am Bau einer elften in Bahrain (durch die Gulf Industrial Investment Company) ist es mit 50 % beteiligt, und an jeweils einer weiteren die italienische Riva mit 49 %, die spanische Aceralia mit 49 % und die koreanische Posco mit 50 %. Zwei Pelletisieranlagen in Brasilien befinden sich zu jeweils 50 % im Besitz von Samarco (einem Eisenerzpellets-Exporteur und früherem Tochterunternehmen von Samitri) und von BHP. Die von diesen Gemeinschaftsunternehmen produzierten Pellets werden entweder dem an diesem Unternehmen beteiligten Abnehmer oder im Rahmen langfristiger Kaufverträge an CVRD verkauft. Die Erlöse aus den Gemeinschaftsunternehmen werden als Dividenden unter CVRD und dem jeweiligen Pelletabnehmer aufgeteilt. (55) Vor kurzem (2001) hat CVRD mit Ferteco Mineração SA (Ferteco) den im Bundesstaat Rio de Janeiro ansässigen damals drittgrößten Eisenerzproduzenten Brasiliens aufgekauft. Das Unternehmen verfügt über eine Produktionskapazität von etwa 15 Mio. t pro Jahr sowie weitere abbaubare Erzvorkommen von ungefähr 263 Mio. t Ferteco betreibt zwei Tagebaugruben im Südsystem und eine Pelletisieranlage mit einer Kapazität von 4 Mio. t/Jahr ebenfalls im Bundesstaat Minas Gerais. Darüber hinaus ist Ferteco mit 10,5 % an dem Schienennetz MRS Logistica SA beteiligt, das das Südsystem mit dem Hochseehafen von Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro verbindet. (Das andere für den Frachtverkehr reservierte Schienenetz, das das Südsystem mit dem Hochseehafen von Tubarao verbindet, wo sich die meisten Pelletisieranlagen von CVRD befinden, befindet sich im Besitz von CVRD.) Darüber hinaus betreibt Ferteco durch sein 100%iges Tochterunternehmen Companhia Portuária Baía de Sepetiba S.A. (CPBS) ein Hochseeterminal im Hafen von Sepetiba. Rio Tinto (56) Die australische Rio Tinto ist der zweitgrößte Eisenerzproduzent der Welt und verkaufte im Jahr 2000 (einschließlich North Limited - siehe unten) etwa 116 Mio. t, davon 113 Mio. t nach Übersee. (57) Rio Tinto ist mit 100 % an den Gruben Marandoo, Mount Tom Price/Paraburdo und Yandicoogina sowie mit 60 % an der Grube im westaustralischen Channar (die Hammersley-Minen) mit einer Gesamtkapazität von etwa [...]* Mio. t pro Jahr beteiligt, die bis 2002 auf etwa [...]* Mio. t und bis 2010 auf etwa [...]* Mio. t aufgestockt werden soll. Nach öffentlich erhältlichen Quellen beträgt die Produktion von marktfähigem Eisenerz in den Eisenerzabbaugruben von Hammersley im Jahr 2000 65,7 Mio. t (Gesamtabsatz 67,1 Mio. t); diese Produktion wurde fast vollständig exportiert; [...]* Mio. t gingen nach Japan, [...]* Mio. t nach China, [...]* Mio. t nach Korea und Taiwan sowie in andere asiatische Länder und [...]* Mio. t nach Europa(11). (58) Im Herbst 2000 übernahm Rio Tinto North Limited, das indirekt mit 53 % an der Grube Robe River Iron Associates beteiligt ist. Rio Tinto selbst kontrolliert unmittelbar 65 % und verkauft als Vertriebsagentur die gesamte Produktion von Robe River, die 2000 etwa [...]* Mio. t betrug und zur Gänze ausgeführt wurde. Die Jahreskapazität von Robe River soll bis 2009 um weitere [...]* Mio. t steigen, davon [...]* Mio. t bis 2003 durch Ausbau des Vorkommens in West Angelas (Westaustralien)(12). (59) Darüber hinaus ist Rio Tinto mit 56 % an der Iron Ore Company of Canada ("IOC") beteiligt. Die Tagebaugrube der IOC in Neufundland kann zurzeit [...]* Mio. t Feinerz (Konzentrat) produzieren, wovon [...]* Mio. t in unmittelbarer Nähe der Grube zu Pellets verarbeitet und anschließend weiterverkauft werden. Das Erz wird über einen Hafen in Quebec ausgeführt. Rio Tinto hat die Renovierung seiner Pelletisieranlage Sept Iles in Quebec angekündigt, das 2002 mit einer Kapazität von [...]* Mio. t den Betrieb wieder aufnehmen soll; bis 2004 soll die Kapazität auf [...]* Mio. t/Jahr aufgestockt werden. Der Absatz von IOC betrug im Jahr 2000 [...]* Mio. t, von denen ein Teil an kanadische Stahlproduzenten ging und [...]* Mio. t ausgeführt wurden. Darüber hinaus ist Rio Tinto Eigentümer einer Grube im brasilianischen Corumba, die zurzeit über eine Jahreskapazität von etwa [...]* Mio. t verfügt(13). BHP (60) Die in Australien ansässige BHP ist der drittgrößte Eisenerzproduzent der Welt; sein Anteil an der weltweiten Produktion beträgt etwa 8 %. Nach den Schätzungen der Parteien belief sich der von BHP kontrollierte Umsatz (einschließlich 50 % der Produktion von Samarco - siehe unten) im Jahr 2000 auf etwa [...]* Mio. t. (61) BHP ist mit 85 % an den westaustralischen Gemeinschaftsunternehmen Mount Newman, Yandi und Goldsworthy sowie mit 100 % an der südaustralischen Middleback Range und der westaustralischen Grube Jimblebar beteiligt. Die Gesamtkapazität dieser Gruben beträgt etwa [...]* Mio. t und dürfte bis 2003 auf etwa [...]* Mio. t steigen. Darüber hinaus besitzt BHP mit Taharoa und Waikato zwei Gruben in Neuseeland mit einer Kapazität von ungefähr [...]* Mio. t. Die Parteien rechnen damit, dass die Kapazitäten von BHP aufgrund von derzeit in der Entwicklung befindlichen Projekten bis 2003 um weitere [...]* Mio. t und danach um weitere [...]* Mio. t ansteigen(14). (62) Im Jahr 2000 stockte BHP seine Beteiligung an der Grube und den Pelletisieranlagen von Samarco in Brasilien auf insgesamt 50 % auf. Die übrigen 50 % befinden sich in den Händen von CVRD. Die Kapazität der Samarco-Grube wird zurzeit mit [...]* Mio. t pro Jahr veranschlagt, davon [...]* Mio. t Pellets. Der Gesamtumsatz betrug 2000 [...]* Mio. t (davon [...]* Mio. t Pellets)(15). CAEMI (63) Wie oben erwähnt, handelt es sich bei Caemi um ein brasilianisches Holding-Unternehmen mit Beteiligungen an zahlreichen Eisenerzgruben in Brasilien und Kanada und den zugehörigen Logistikunternehmen. U. a. kontrolliert Caemi das brasilianische Bergwerkunternehmen Mineração Brasilieras Reunidas SA (MBR) mit 85 % der stimmberechtigten Aktien; MBR ist (nach CVRD) Brasiliens zweitgrößter Eisenerzproduzent und verfügt über eine Kapazität von etwa [...]* Mio. t/Jahr für Ausfuhren nach Übersee; darüber hinaus betreibt das Unternehmen drei Tagebaugruben, in denen Fein- und Stückerz produziert wird. Caemi übt durch eine Beteiligung von 50 % der stimmberechtigten Aktien eine Mitkontrolle über die kanadische Quebec Cartier Mining Company (QCM) aus (die übrigen 50 % befinden sich in den Händen des kanadischen Stahlunternehmens Dofasco); QCM produziert Feinerz und Pellets und verfügt über Ausfuhrkapazitäten nach Übersee von etwa [...]* Mio. t/Jahr. Weltweit liegt Caemi unter den Eisenerzproduzenten (nach CVRD, Rio Tinto und BHP) an vierter Stelle(16). (64) Zu den Logistikbeteiligungen (Schienenverkehr und Hafenanlagen in Brasilien) zählt u. a. eine Beteiligung von 32 % an der MRS Logistica SA, dem größten Schienenfrachtverkehrsnetz Brasiliens, das auch die Gruben des Südsystems bedient und diese mit dem Hochseehafen von Sepetiba verbindet. SNIM (65) Die Société Nationale Industrielle et Minière ("SNIM") ist der einzige Eisenerzproduzent in Mauretanien und verfügt über eine Gesamtkapazität von etwa [...]* Mio. t/Jahr. Die gesamte Produktion wird ausgeführt; 1998 ging sie fast zur Gänze (mehr als 90 %) nach Westeuropa, vor allem nach Frankreich, Italien und Belgien(17). LKAB (66) Der schwedische Eisenerzproduzent Luossavaara Kirunavaara AB ("LKAB") produziert und vermarktet Feinerz und Pellets und verfügt derzeit über eine Gesamtkapazität von etwa [...]* Mio. t, ([...]* Mio. t Pellets und [...]* Mio. t Feinerz). Der Gesamtumsatz belief sich im Jahr 2000 auf [...]* Mio. t ([...]* Mio. t Pellets), von denen [...]* Mio. t ausgeführt wurden. Auf LKAB entfielen somit [< 5]* % der weltweiten Produktion und [< 5]* % der weltweiten Ausfuhren im Jahr 2000. Wegen des Kostenvorteils im Frachtverkehr nach Europa ist der Anteil des LKAB-Erzes am Eisenerzverbrauch innerhalb der EU deutlich höher(18). ISCOR (67) Der größte südafrikanische Eisenerzproduzent Iscor verfügt über Kapazitäten von etwa [...]* Mio. t pro Jahr. Knapp die Hälfte dieser Produktion wird von den unternehmenseigenen Stahlwerken verwertet. Das übrige Erz (etwa [...]* Mio. t) wird vornehmlich nach Asien ausgeführt(19). Iscor plant zwar in naher Zukunft eine Ausweitung seiner Exportkapazitäten, dürfte aber beim Ausbau der Schienenverbindungen und Hafenkapazitäten in Südafrika auf Schwierigkeiten stoßen. Mitsui (68) Wie erwähnt, handelt es sich bei Mitsui um ein japanisches Unternehmen mit Minderheits- oder Kontrollbeteiligungen an mehreren australischen und indischen Eisenerz-Bergwerksunternehmen. So hält Mitsui z. B. 51 % des indischen Bergbauunternehmens SESA Boa Ltd, das 2000 etwa [...]* Mio. t Eisenerz förderte, wovon etwa [...]* Mio. t nach Europa ausgeführt wurde. Zu den Minderheitsbeteiligungen von Mitsui gehört auch eine erhebliche Minderheitsbeteiligung an der zweitgrößten Eisenerzgruppe der Welt, Robe River (Australien), an der neben Mitsui Rio Tinto und zwei japanische Stahlproduzenten beteiligt sind. Ferner ist Mitsui an den Gruben von Yandi, Goldworthy und Mount Newman (mit jeweils 7 %) beteiligt; kontrolliert werden diese Gruben von BHP (85 %). Ausführlicher wird nachstehend auf die derzeitige Beteiligung von Mitsui an Caemi in Höhe von 40 % der stimmberechtigten Aktien eingegangen. Da SESA Goa das einzige Unternehmen ist, das von Mitsui kontrolliert wird, werden lediglich die (äußerst geringen) Produktions- und Umsatzzahlen dieses Unternehmens für die nachstehende wettbewerbsrechtliche Würdigung bei der Berechnung der Marktanteile einbezogen. B. Die Nachfrage nach Eisenerz(20) Nachfragetrends (69) Wie erwähnt, handelt es sich bei den Abnehmern von Eisenerz um die Stahlproduzenten, die Eisenerz als Rohmaterial für die Herstellung von Stahlerzeugnissen verwenden. Die Abnehmer können in zwei Großgruppen gegliedert werden, zum einen die Stahlwerke, die in Sauerstoffeinblaseöfen mit basischem Futter Roheisen aus Sintererz (Feinerz), Stückerz und Pellets sowie in einem geringeren Ausmaß auch aus Schrott herstellen, und zweitens die Direktreduktions-Produzenten, die aus Pellets und Stückerz Direktreduktionserz (DRE) für die Stahlerzeugung in elektrischen Lichtbogenöfen herstellen. (70) Die relativ hohen Stromkosten in der EU haben zur Folge, dass fast das gesamte in der EU erworbene Eisenerz für die Stahlerzeugung im Hochofen verwendet wird (auf die Direktreduktions-Methode entfallen weniger als 10 % des weltweiten Gesamtverbrauchs an Eisenerz); das einzige westeuropäische Stahlwerk, das Stahl aus DRE im Lichtbogenofen erzeugt(21), ist ein von Ispat in Deutschland betriebenes Werk mit einer Kapazität von 0,45 Mio. t(22). Aus dem gleichen Grund gilt es als unwahrscheinlich, dass innerhalb der EU neue EAF-Anlagen zur Stahlproduktion aus DRE-Erz gebaut werden(23). (71) Im vergangenen Jahrzehnt folgte die Entwicklung in Produktion und Verbrauch von Rohstahl eng den Wirtschaftstrends in den USA, Asien und Europa. Von 770 Mio. t im Jahr 1990 sank die Rohstahlproduktion weltweit aufgrund der Rezession in den USA und Europa 1991-1992 und der sich verschärfenden Wirtschaftskrise in den US-Ländern auf 720 Mio. t und stieg anschließend wieder allmählich auf den Hoechstwert von 799 Mio. t im Jahr 1997. Wegen der Asienkrise Ende 1997 ging die Produktion 1998 erneut auf 772 Mio. t zurück, nahm aber dann Ende 1999 und im Jahr 2000 wieder zu. Das International Iron and Steel Institute schätzt, dass die Rohstahlproduktion im Jahr 2000 über 840 Mio. t betrug. (72) Nach Wirtschaftsregionen unterteilt ist festzustellen, dass die Rohstahlproduktion in Westeuropa und den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahrzehnt nur in bescheidenem Umfang zunahm. In den US-Ländern ging sie von 207 Mio. t im Jahr 1990 um nahezu die Hälfte auf weniger als 103 Mio. t im Jahr 1998 zurück, stieg aber dank sehr aggressiver Exportpolitik, die den Rückgang des einheimischen Verbrauchs ausgleichen sollte, in den Jahren 1999 und 2000 wieder an. In China und Korea stieg die Rohstahlproduktion (und mit ihr die Einfuhren von Eisenerz) im vergangenen Jahrzehnt massiv. Die Konkurrenz relativ billiger Stahleinfuhren hat die Stahlerzeuger in den USA und - in geringerem Ausmaß - in Europa beträchtlich unter Druck gesetzt. Dieser Wettbewerbsdruck beeinträchtigt indirekt auch die Eisenerzproduzenten in Brasilien, Australien, Schweden und anderen Ländern, die Eisenerz nach Übersee exportieren, soweit sie den Großteil des Eisenerzbedarfs westeuropäischer Stahlproduzenten decken und nur geringe Mengen an osteuropäische Stahlerzeuger liefern. (73) Der Eisenerzmarkt spiegelte im vergangenen Jahrzehnt die Entwicklung der Stahlnachfrage wider. Trotz der Asienkrise wuchs die Nachfrage nach Eisenerz seit der Rezession 1991/92 um rund 1,5 % pro Jahr. Die weltweite Produktion fiel von einem Hoechststand von 921 Mio. t im Jahr 1997 leicht auf weniger als 900 Mio. t im Jahr 1999; der Überseehandel mit Eisenerz ging von 417 Mio. t im Jahr 1998 auf 411 Mio. t im Jahr 1999 zurück. Die Zunahme d

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.