Europäische Union

Beschluss (EU) 2018/813 der Kommission vom 14. Mai 2018 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für den Agrarsektor gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)Text von Bedeutung für den EWR.

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iehe Kapitel 3.7 über die Dungbewirtschaftung, Kapitel 3.9 über Pflanzenschutzmittel und die bewährte Umweltmanagementpraxis 3.10.3 über die Abfallwirtschaft im Unterglasanbau. (12)  Gemäß der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien (Abfallrahmenrichtlinie) (ABl. L 312 vom 22.11.2008, S. 3) sollten Abfallwirtschaftspraktiken in der folgenden Reihenfolge priorisiert werden: a) Vermeidung, b) Vorbereitung zur Wiederverwendung, c) Recycling, d) sonstige Verwertung, z. B. Energierückgewinnung, und e) Entsorgung. (13)  Das heißt die direkt vom Betrieb verkauften Erzeugnisse, entweder auf dem Hof oder einem lokalen Bauernmarkt sowie die im Rahmen von Programmen zum Verkauf von nicht makellosem Gemüse verkauften Produkte oder Erzeugnisse, die im Zuge sonstiger durch die Gemeinschaft geförderter Aktivitäten verkauft wurden. (14)  Die Bruttostickstoffbilanz bezeichnet den Überschuss an oder die Verringerung des Stickstoffs auf Agrarflächen. Zu ihrer Berechnung wird pro Hektar Agrarfläche die Differenz zwischen dem in das Bewirtschaftungssystem eingetragenen Stickstoffgehalt und dem Stickstoffgehalt gebildet, der dem System entzogen wurde. (15)  Unter Fruchtfolge oder Fruchtwechsel ist die Aufeinanderfolge von humusvermehrenden und humuszehrenden Pflanzen auf einem Feld innerhalb eines Mehrjahreszyklus zu verstehen, wobei regulatorische und edaphische Einschränkungen beachtet werden müssen. Die Fruchtfolge bringt viele Vorteile mit sich. Zum Beispiel werden Leguminosen, d. h. tief wurzelnde, stickstoffbindende, humusaufbauende und die Bodenfruchtbarkeit steigernde Pflanzen, in einem ausgewogenen Verhältnis zusammen mit stickstoff- und humuszehrenden Pflanzen wie Getreide und Wurzelfrüchten angebaut. (16)  Eine Brachekultur ist eine Zweitfrucht, die angebaut wird, um die wiederholte Aussaat von Getreide im Rahmen der Fruchtfolge zu unterbrechen. (17)  Als Zwischenfrucht bezeichnet man eine Feldfrucht, die zwischen zwei zur Hauptnutzung dienenden Feldfrüchten oder zu einem Zeitpunkt angebaut wird, wenn kein Anbau von Hauptfrüchten stattfindet. (18)  Die präzise Nährstoffausbringung sollte den „4R Nutrient Stewardship“-Grundsätzen folgen: Richtiger Dünger, Richtige Zeit, Richtige Menge und Richtige Methode. (19)  Die EU hat ein Referenzdokument mit den besten verfügbaren Techniken für die Herstellung großer Mengen anorganischer Chemikalien — Ammoniak, Säuren und Düngemittel (Reference Document on Best Available Techniques for the Manufacture of Large Volume Inorganic Chemicals — Ammonia, Acids and Fertilisers) im Rahmen von Artikel 13 Absatz 1 der Richtlinie über Industrieemissionen (2010/75/EU) erstellt. Das Referenzdokument ist abrufbar unter: http://eippcb.jrc.ec.europa.eu/reference/BREF/lvic_aaf.pdf. (20)  Der CO2-Fußabdruck der nitratbasierten Produkte muss vom Lieferanten in einer offen ausgewiesenen Berechnung zur Verfügung gestellt werden. (21)  Sofern es die Bodenverhältnisse zulassen, hat es sich bewährt, bei einer verringerten Anbauintensität Wintergetreidearten frühzeitig auszusäen; Deckfrüchte sollten ausgesät werden, wenn die Aussaat von Getreide erst im Frühling erfolgt. (22)  Weitere relevante Maßnahmen können der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.2.3 über den Erhalt der Bodenstruktur und die Vermeidung von Erosion und Verdichtung entnommen werden. (23)  Landwirte können die Aufnahme trockener Grasmengen mithilfe einer in der gesamten Vegetationsperiode regelmäßig vorgenommenen Messung der Grashöhe abschätzen. Anhand der Messungen der Grashöhe vor und nach der Beweidung kann die Menge des von den Tieren während der Weideperiode gefressenen Grases bestimmt werden. (24)  Zu den „lokal wichtigen Arten“ gehören örtlich begrenzte sowie seltene oder bedrohte Arten. Der Landwirt kann geltende nationale/regionale die Biodiversität und Habitate betreffende Rechtsvorschriften zu Rate ziehen und sich an NRO vor Ort wenden, um die bedeutendsten lokal wichtigen Arten zu bestimmen. (25)  Wird die Ernte auf maximale D-Werte ausgerichtet, kann es zu gewissen Ertragseinbußen kommen; in diesem Fall ist eine Beurteilung der Ernte unter Berücksichtigung des Gesamtfutterbedarfs während der gewünschten Fütterungsperiode erforderlich. Möglicherweise ist die Produktion eines höheren Ertrags mit einer geringeren Silagequalität, die mit Kraftfutter ausgeglichen wird, vorzuziehen. (26)  Das Futterverwertungsvermögen bezeichnet die Fähigkeit von Nutztieren, Futtermasse in Körpermasse oder sonstige Erzeugnisse (z. B. Milch bei Milchvieh) umzuwandeln. (27)  Das Referenzdokument über die besten verfügbaren Techniken für die Intensivhaltung von Geflügel und Schweinen bezieht sich auf große Industrieanlagen. Einige der beschriebenen Techniken können sich jedoch auch für die in kleinerem Maßstab betriebene Viehwirtschaft als relevant erweisen. Das Dokument ist online abrufbar unter: http://eippcb.jrc.ec.europa.eu/reference/irpp.html. (28)  Die Eigenschaften kommen entweder aus wichtigen wirtschaftlichen (z. B. Produktivität), gesellschaftlichen (z. B. Tierwohl) oder ökologischen (z. B. Artenvielfalt) Gesichtspunkten für die Aufnahme in ein Zuchtziel in Betracht. (29)  Die Definitionen von Nährstoffüberschuss und Nährstoffverwertungseffizienz können der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.3.1 entnommen werden. Allerdings bezieht sich die bewährte Umweltmanagementpraxis 3.3.1 auf die Kostenplanung der Nährstoffversorgung auf Feldebene, während es bei dieser bewährten Umweltmanagementpraxis um die Kostenplanung für die Nährstoffversorgung in Viehzuchtbetrieben auf Ebene des Gesamtbetriebs geht, d. h. Berücksichtigung der Ein- und Austräge in Bezug auf den jeweiligen Betrieb. (30)  Die Effizienz der dietätischen Stickstoffverwertung bei Wiederkäuern wird größtenteils von dem Verhältnis von Energie zu Protein im Pansen bestimmt. Das Gras intensiv bewirtschafteter Weiden weist einen hohen Stickstoffgehalt und zudem eine hohe Abbaubarkeit im Pansen auf, insbesondere wenn übermäßige Mengen an Stickstoff aus Düngemitteln eingesetzt werden. Steht das stickstoffreiche Gras nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zur Energie, ist eine schlechte Stickstoffverwertung seitens der Wiederkäuer die Folge. (31)  Bei Schweinen und Geflügel sollten die eiweißarmen Futtermittel ebenfalls im richtigen Verhältnis zu verdaulichen Aminosäuren stehen. (32)  Ein hoher Ballaststoffanteil, ein hoher pH-Wert im Pansen und eine langsame Verdauung im Pansen begünstigen allesamt die Methanbildung. (33)  Mit sauberen Weiden sind Weiden gemeint, auf denen ein Jahr lang keine vorherige Beweidung durch dieselbe Art stattgefunden hat, oder Felder, die bewirtschaftet wurden, nachdem ältere Tiere dort gegrast haben. (34)  Das Prinzip der fünf Freiheiten für das Tierwohl umfasst: Freiheit von Hunger und Durst; Freiheit von Unbehagen; Freiheit von Schmerz, Verletzung oder Krankheit; Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen und Freiheit von Angst und Leiden (siehe http://www.oie.int/en/animal-welfare/animal-welfare-at-a-glance/). Ihre Beurteilung kann im Rahmen der Beobachtung des Tierverhaltens und vor allem dank folgender Prüfungen erfolgen: i) umgebungsbedingte Stressfaktoren, ii) körperlicher Zustand, iii) relevante physiologische Indikatoren/Anzeichen, iv) die verbrauchte Wasser- und Futtermenge sowie v) Aufzeichnungen tiermedizinischer Behandlungen. (35)  Das Referenzdokument über die besten verfügbaren Techniken für die Intensivhaltung von Geflügel und Schweinen bezieht sich auf große Industrieanlagen. Einige der beschriebenen Techniken können sich jedoch auch für die in kleinerem Maßstab betriebene Viehwirtschaft als relevant erweisen. Das Dokument ist online abrufbar unter: http://eippcb.jrc.ec.europa.eu/reference/irpp.html. (36)  Die folgenden organischen Rückstände sind zur Ergänzung von Gülle und Dung im Rahmen des Rohstoffgemisches für die betriebsinterne anaerobe Vergärung geeignet: Lebensmittel, Futtermittel und Ernterückstände. Der Anbau von Pflanzen für die anaerobe Vergärung ist dagegen in vielen Fällen mit einer schlechten Umweltverträglichkeit über den gesamten Lebenszyklus verbunden und stellt als solcher keine bewährte Praxis dar. (37)  Wie in der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.7.2 beschrieben. (38)  Die Wassernutzungseffizienz ist als Ernteertrag (z. B. kg) pro Volumeneinheit (z. B. m3) des verwendeten Bewässerungswassers definiert. Praktiken, die den Ertrag pro „Wassertropfen“ verbessern, tragen auch zu einer besseren Wassernutzungseffizienz bei. Daher wird die Wassernutzungseffizienz verbessert, indem die pflanzliche Erzeugung gesteigert und/oder die saisonale Wasserverwendung reduziert wird. Um hohe Ernteerträge zu gewährleisten, müssen die Aufnahme und Speicherung von Regenwasser im Boden sowie die Fähigkeit der Pflanze, die Bodenfeuchte zu nutzen, maximiert werden; gleichzeitig sollte der Schweregrad der Wasserknappheit während wichtiger Stadien der pflanzlichen Entwicklung minimiert werden. (39)  Die Wasserbilanzmethode besteht aus drei grundlegenden Schritten: i) Schätzung des verfügbaren Wassers im Wurzelbereich anhand von Bodenstruktur und Wurzeltiefe, ii) Auswahl des zulässigen Wasserdefizits in Abhängigkeit von Pflanzenart, Wachstumsstadium, Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens und Pumpleistung des Bewässerungssystems sowie iii) Schätzung der Evapotranspiration der Pflanzen. Mit dieser Methode findet eine Bewässerung immer dann statt, wenn das zulässige Wasserdefizit aufgrund der Evapotranspiration überschritten wird. (40)  Bodenfeuchtesensoren werden eingesetzt, um die Bewässerungshäufigkeit und -menge festzulegen. Die Menge wird anhand der Änderungen des Bodenfeuchtegehalts zwischen zwei Bewässerungsvorgängen ermittelt; hierbei wird davon ausgegangen, dass die Evapotranspiration zwischen den beiden Ereignissen der Änderung des Bodenfeuchtegehalts zwischen den beiden Vorgängen entspricht. Eine alternative Berechnungsmethode sieht eine Messung der Bodenspannung vor der Bewässerung sowie die Nutzung des zulässigen Wasserdefizits zur Schätzung der bereitzustellenden Wassermenge vor. (41)  Die Bewässerungsleistung bezeichnet das ausgebrachte Wasser, das den Pflanzen tatsächlich zur Verfügung steht. Dieser Indikator wird berechnet, indem der Wirkungsgrad der Wasserzuführung, d. h. die Effizienz des Wassertransports zum Feld, z. B. über Kanäle, mit dem Wirkungsgrad der Wassergabe auf dem Feld multipliziert wird. (42)  Richtlinie 2009/128/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 zur Schaffung eines Aktionsrahmens der Gemeinschaft für die nachhaltige Verwendung von Pestiziden (ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 71). (43)  Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur Aufhebung der Richtlinien 79/117/EWG und 91/414/EWG des Rates (ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 1). (44)  Die biologische Schädlingsbekämpfung kann mit folgenden Maßnahmen umgesetzt werden: Einfuhr, Verstärkung und Erhaltung. Die Einfuhr beruht auf der Bestimmung der relevanten zu kontrollierenden Schädlinge, der Ermittlung der entsprechenden natürlichen Feinde und ihrer Aussetzung auf dem Feld. Die Verstärkung besteht in der zusätzlichen Freilassung bereits vor Ort auftretender natürlicher Feinde und somit einer Vergrößerung der natürlich vorkommenden Population. Bei der Erhaltung bestehender natürlicher Feinde geht es darum, Bedingungen zu schaffen, die den Fortbestand natürlich vorkommender Populationen natürlicher Feinde sichern. Die letztgenannte Methode ist am einfachsten umzusetzen, weil die natürlichen Feinde sich bereits an den Lebensraum und die Zielschädlinge angepasst haben. (45)  Während der Herstellungs- und Nutzungsphase. (46)  Bei Verdunstungskühlern werden Lüfter an einer Wand und ein sogenanntes Coolpad an der gegenüberliegenden Wand angebracht, sodass Luft von außen durch das Coolpad in das Gewächshaus gesogen und damit die Temperatur gesenkt wird. Die Vernebelung basiert auf der Bereitstellung von Wasser in sehr kleinen Tröpfchen, das verdunstet, wodurch sich die Temperatur im Gewächshaus verringert. (47)  Im Unterglasanbau wird davon ausgegangen, dass der Netto-Wasserbedarf der Pflanzen der pflanzlichen Evapotranspiration entspricht, da kein Regen in das Gewächshaus gelangt und der Feuchtigkeitsverlust gering ist. (48)  Der Begriff „Wassernutzungseffizienz“ ist in der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.8.1 definiert. (49)  Beschluss (EU) 2015/2099 der Kommission vom 18. November 2015 zur Festlegung der Umweltkriterien für die Vergabe des EU-Umweltzeichens für Kultursubstrate, Bodenverbesserer und Mulch (ABl. L 303 vom 20.11.2015, S. 75). (50)  Die EMAS-Kernindikatoren sind in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (Abschnitt C Nummer 2) aufgeführt. (51)  Die Zahlen beziehen sich auf die Kapitel in diesem Dokument. (52)  Die Nährstoffeinträge umfassen den Zukauf von Mineraldüngern, Tierfutter, Einstreu, tierischem Dünger, Nutztieren und Saatgut sowie die biologische Stickstoffbindung und den Stickstoffeintrag aus der Atmosphäre.

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.