Europäische Union

95/421/EG: Entscheidung der Kommission vom 21. Dezember 1994 zur Erklärung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST) (Nur der deutsche Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31995D0421. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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che Eigenschaften in Bezug auf Leitfähigkeit und elektrischen Widerstand auf. Elektroblech wird hauptsächlich im Großtransformatorenbau, für die Herstellung von Elektromotoren, für den Bau von Vorschalt- und Schaltgeräten sowie auch für den Bau von Kraftwerksgeneratoren verwendet. Elektroblech gehört zu einem selbständigen Produktmarkt. Auch für Elektroblech - als ein kaltgewalztes Blech - unterscheidet der EGKS-Vertrag zwischen Bändern unter 500 mm Breite und darüber. Jedoch besteht zwischen den beiden Arten ein hoher Grad an Substituierbarkeit auf der Herstellerseite. Wie bereits hinsichtlich der Edelstahl-Flachprodukte ausgeführt, ist auch hier darauf hinzuweisen, daß Walzwerke sowohl Produkte über 500 mm Breite (EGKS-Vertrag) wie auch unter 500 mm Breite (EG-Vertrag) herstellen können. Material unter 500 mm Breite kann durch Schneiden von Breitbandmaterial hergestellt werden. (31) Elektroblech muß weiter nach kornorientiertem und nicht-kornorientiertem Material unterschieden werden. Aus Sicht der Nachfrageseite gibt es Unterschiede zwischen den Anwendungsbereichen der beiden Arten von Produkten. Kornorientiertes Material hat eine gute Leitfähigkeit, geringen Wattverlust und eine geringe Wärmeentwicklung. Demgegenüber ist nicht-kornorientiertes Material gekennzeichnet durch höheren Widerstand und demgemäß höhere Wärmeentwicklung. Auch hinsichtlich der Herstellungsweise ist kornorientiertes und nicht-kornorientiertes Material zu unterscheiden. Beide Arten werden im Rahmen der Herstellung gebeizt und kaltgewalzt. Die Herstellung unterscheidet sich jedoch im Glühprozeß, durch den das Material die geforderten elektromagnetischen Eigenschaften erhält. Da die für die Herstellung benötigten Anlagen sich erheblich unterscheiden, besteht keine Substituierbarkeit auf der Herstellerseite. Daher sind zwei selbständige Märkte für kornorientiertes und nicht-kornorientiertes Elektroblech zu unterscheiden. HANDEL MIT EDELSTAHLPRODUKTEN (32) Wie bereits oben ausgeführt bildet der Handel mit Edelstahl einen selbständigen Markt. Etwa 30-40 % der westeuropäischen Edelstahlproduktion (die Zahlen unterscheiden sich etwas unter den verschiedenen Wettbewerbern der Beteiligten) wird über Lagerhalter oder Service Center abgesetzt. Elektroblech dagegen wird ganz überwiegend direkt an Endabnehmer abgesetzt, während Lagerhalter oder Service Center überhaupt kein Elektroblech vertreiben. (33) Zusammenfassend ist von folgenden Produktmärkten für die weitere Untersuchung auszugehen: 1. kaltgewalzter Flachedelstahl 2. kornorientiertes Elektroblech 3. nicht-kornorientiertes Elektroblech 4. Handel mit Edelstahlprodukten. Hinsichtlich der anderen vom Zusammenschluß erfaßten Produkte, die unter den EG-Vertrag und die Fusionskontrollverordnung fallen und für die der räumlich relevante Markt Westeuropa ist, bestehen keine wettbewerblichen Bedenken, weil - nur AST bei geschweißten Rohren mit einem unbedeutenden Marktanteil tätig ist; - die neue Unternehmensgruppe bei Freiform- und Gesenkschmiedestücken nur einen Marktanteil von etwa [ . . . ] und bei Titanprodukten von etwa [ . . . ] hat (vgl. Randnummer 78). DER RÄUMLICH RELEVANTE MARKT Herstellung von kaltgewalztem Edelstahl (34) Der räumlich relevante Markt für kaltgewalzten Edelstahl in Westeuropa (EG und EFTA). Es gibt keine Zölle im Handel zwischen den EG- und den EFTA-Mitgliedstaaten. Obgleich alle größeren Edelstahlhersteller hohe Absatzanteile in ihren jeweiligen Herkunftsländern haben, gibt es intensive Handelsströme sowohl zwischen den EG-Mitgliedstaaten als auch zwischen den verschiedenen EG- und EFTA-Ländern. Die Transportkosten sind im Vergleich zum Wert des fraglichen Produkts nicht hoch (2-3 %). Rechtliche oder technische Marktzutrittsschranken sind zwischen den EG- und EFTA-Mitgliedstaaten nicht vorhanden. (35) Der räumlich relevante Markt geht nicht über Westeuropa hinaus. Westeuropa ist nach Schätzungen der Beteiligten wie auch anderer Hersteller bei globaler Betrachtung, im Vergleich zu anderen Absatzgebieten auf der Welt, der größte Markt (Marktvolumen 1,9 Millionen Tonnen), gefolgt von Amerika (1,3 Millionen Tonnen), dem Fernen Osten (einschließlich China) - 1,2 Millionen Tonnen - und Japan (0,9 Millionen Tonnen). Die wichtigsten Herstellungsgebiete sind Westeuropa, Japan und Amerika. In Westeuropa wie auch in Japan ist die vorhandene Produktionskapazität höher als der Verbrauch; ein erheblicher Teil der westeuropäischen und der japanischen Kapazität wird in andere Teile der Welt exportiert. Westeuropa exportierte 1993 fast 30 % seiner Produktion in andere Absatzgebiete. Etwa 9 % der gesamten westeuropäischen Produktion wurde jeweils in Fernost (einschließlich China) und in Amerika abgesetzt. Die Exporte von Westeuropa nach Japan sind von untergeordneter Bedeutung (700 Tonnen 1993). (36) Die Einfuhren von Gebieten außerhalb Westeuropas sind sehr gering. Sie machen nur 3 % des Gesamtverbrauchs in Westeuropa aus und stammen hauptsächlich von einigen japanischen, südkoreanischen und südafrikanischen Herstellern. (37) Die Transportkosten für Einfuhren von Gebieten außerhalb Westeuropas belaufen sich auf 4-6 % der Verkaufserlöse. Für Einfuhren aus Ländern außerhalb der EWR-Staaten bestehen Zölle in Höhe von 6 %. Jedoch wird gegenwärtig im Rahmen der GATT-Verhandlungen über eine Senkung der Zölle für Stahlprodukte mit dem Ziel einer linearen Senkung innerhalb eines 1995 beginnenden Zeitraums von 10 Jahren verhandelt. (38) Die Untersuchungen haben ergeben, daß das Preisniveau für kaltgewalzte Edelstahl-Flachprodukte in den verschiedenen Absatzgebieten der Welt sich erheblich unterscheidet. Nach den eingeholten Angaben war das Preisniveau im ersten Vierteljahr 1994 in Amerika 20-29 % und in Japan 30-48 % höher als in Westeuropa, während es in Fernost (einschließlich China) etwa 10 % niedriger ist. (39) Selbst wenn das Preisniveau in Westeuropa erheblich ansteigen würde, zum Beispiel um 5 %, kann nicht erwartet werden, daß eine solche Preiserhöhung die Importe aus Japan, Fernost oder Amerika ansteigen lassen würde, da das höhere Preisniveau in Japan und Amerika sowie Zölle und Transportkosten zu berücksichtigen sind. Auch aus Fernost sind trotz des niedrigeren Preisniveaus keine erheblichen Importe zu erwarten, da die dortigen Hersteller neben den Transportkosten und Zöllen Kundenforderungen nach zusätzlichen Rabatten als Ausgleich für eine geringere Lieferzuverlässigkeit - im Vergleich zu westeuropäischen Herstellern - und für fehlende Dienstleistungen zu berücksichtigen haben. Darüber hinaus wird es auch keine wesentlichen Einfuhren aus osteuropäischen Ländern geben. (40) Die Beteiligten haben die Auffassung vertreten, daß Überkapazitäten in Südafrika zu verstärkten Importen nach Westeuropa führen werden. Zwar wird der von der Kommission befragte südafrikanische Hersteller Columbus seine Produktionskapazität bis 1998 erhöhen. Die dadurch in Südafrika entstehenden Überkapazitäten werden jedoch verhältnismäßig gering sein (ca. 100 000 Tonnen). Mögliche Exporte aus Südafrika werden nicht nur nach Amerika und Fernost gehen. Außerdem werden südafrikanische Anbieter in Westeuropa dieselben Schwierigkeiten haben wie Produzenten in Fernost hinsichtlich der geringeren Lieferzuverlässigkeit und fehlender Dienstleistungen; es ist daher sehr unwahrscheinlich, daß Importe aus Südafrika die Importrate in Westeuropa erheblich erhöhen werden. (41) Unter diesen Umständen ist der relevante räumliche Markt für kaltgewalzte Edelstahl-Flachprodukte Westeuropa. Herstellung von Elektroblech (42) Die Kommission hat bereits in einer früheren Entscheidung nach dem EGKS-Vertrag festgestellt, daß der räumlich relevante Markt für kornorientiertes Elektroblech der Weltmarkt ist (5). Wesentliche Gründe hierfür waren die Bedeutung der japanischen und amerikanischen Produzenten, die die Technologie durch Patentrechte kontrollieren, sowie die weltweiten Einfuhr- und Ausfuhraktivitäten. Einfuhren in die Gemeinschaft aus Drittländern beliefen sich auf 21 % des EWR-Verbrauchs. Diese Gründe gelten auch heute noch. Daher ist der Markt für kornorientierte Elektrobleche der Weltmarkt. (43) Hinsichtlich nicht-kornorientiertem Elektroblech haben die Beteiligten vorgetragen, daß der räumlich relevante Markt mindestens der westeuropäische Markt sei, obgleich dieser Bereich immer internationaler werde und sich zu einem Weltmarkt entwickele. Nach den vorliegenden Tatsachen kann nicht festgestellt werden, daß der Markt größer als Westeuropa ist. Die Wettbewerbsbedingungen in den bedeutenden Absatzgebieten der Welt - Westeuropa, Nordamerika und Japan - sind unterschiedlich. Die von einem außereuropäischen Hersteller zu berücksichtigenden Transportkosten machen 8-12 % des Verkaufspreises aus. Der Großteil der Importe unterliegt einem Zoll von 6 %, der Rest von 10 %. Gegenstand der GATT-Verhandlungen ist eine Ermäßigung der Import-Zölle. Es besteht nur ein geringer Handelsaustausch zwischen Westeuropa und anderen Gebieten der Welt. Die Exporte von Westeuropa in andere Länder der Welt sind mit 5 % des westeuropäischen Verbrauchs nicht hoch. Auf Importe aus Drittländern nach Westeuropa entfielen nur 4 % des westeuropäischen Verbrauchs. Daher ist der relevante räumliche Markt für nicht-kornorientiertes Elektroblech Westeuropa. Handel mit Edelstahlprodukten (44) Stahlhändler erfuellen Großhandelsfunktionen, indem sie größere Mengen von den Herstellern beziehen und auf Lager nehmen und sie in kleineren Mengen an Kunden weiterveräußern, die nur geringe Mengen benötigen. Da der Stahlvertrieb durch Lagerhalter und Service Center auf regionaler Ebene erfolgt, ist der relevante räumliche Markt ein regionaler Markt. Da AST im Handelsmarkt für Edelstahlprodukte hauptsächlich in Italien tätig ist, wird sich der Zusammenschluß hauptsächlich in diesem Mitgliedstaat auswirken. VI. VEREINBARKEIT MIT DEM GEMEINSAMEN MARKT KALTGEWALZTE EDELSTAHL-FLACHPRODUKTE a) Charakterisierung des Marktes Allgemeiner Überblick (45) Im Unterschied zu normalem Kohlenstoffstahl, der sich in einer reifen Marktphase befindet, ist Edelstahl einschließlich kaltgewalzter Edelstahl noch in der Expansionsphase. Auf Grund seiner besonderen Eigenschaften und einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis, ist Edelstahl für eine Vielzahl von Anwendungen verwendbar. Die wachsenden Anforderungen des Umweltschutzes, die häufig mit entsprechenden Gesetzen durchgesetzt werden, haben zu neuen Anwendungen im Energiebereich und in der Automobilindustrie (Abgassysteme) geführt. Die Expansion im Fast-Food-Bereich hat die Nachfrage nach Edelstahlprodukten ebenso erhöht wie der Bedarf der Industrie nach hygienischen Materialien, die über eine rückstandsfreie Oberfläche verfügen. Während sich die Stahlherstellung im allgemeinen seit 1950 um jährlich 2,4 % erhöht hat, vergrößerte sich die Edelstahlproduktion innerhalb desselben Zeitraums um jährlich 5,8 %. Die Geschwindigkeit, mit der die Produktion von Edelstahl wächst, hat sich mit der Zeit bei größerer Sättigung des Marktes verlangsamt: Zwischen 1970 und 1993 lag die jährliche Wachstumsrate bei etwa 3,8 %. Innerhalb dieses Zeitraums fand auch eine Umschichtung hinsichtlich der bei Verbrauch und Herstellung führenden Länder statt: Während bis in die 60er Jahre Nordamerika in diesem Sinne führend war, folgten danach Westeuropa und Japan. Wachstum findet heute in den in einem Industrialisierungsprozeß befindlichen Schwellenländern statt. Dort beträgt die jährliche Wachstumsrate etwa 16 %. Einige europäische Hersteller haben - neben ihren Exporten - auch in Netto-Import-Ländern in Amerika und in Ostasien Investitionen im Edelstahlbereich durchgeführt. (46) Hinsichtlich der nächsten 4 Jahre kann übereinstimmend mit einigen langfristigen Prognosen davon ausgegangen werden, daß der Verbrauch an kaltgewalztem Edelstahl in der westlichen Welt um 5-6 % steigen wird, obgleich entsprechend den Angaben der Beteiligten sich der Verbrauch in Westeuropa nur um etwa 3,8 % in den nächsten 4 Jahren erhöhen wird. Wegen der höheren Wachstumsrate in den Schwellenländern, wird jedoch die Wachstumsrate in der westlichen Welt insgesamt um den oben angegebenen Satz steigen. (47) Der Markt für kaltgewalzten Edelstahl ist, wie der Stahlmarkt überhaupt, hinsichtlich des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage starken Schwankungen unterworfen. Die schwankende Nachfrage führt immer wieder zu nicht genutzten Produktionskapazitäten. Der Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft während der letzten 3-4 Jahre hatte in Westeuropa eine langsamere Zunahme des Verbrauchs von Edelstahl (bei einem erheblichen Rückgang im Jahre 1993) zur Folge, so daß mehr Produktionskapazität als benötigt vorhanden war. Der Verbrauch von kaltgewalzten Edelstahl-Flachprodukten ging 1993 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 % zurück. Die größten Rückgänge waren in Deutschland (13,4 %) und in Spanien (11,7 %) festzustellen. Sowohl diese Entwicklung wie auch der Rückgang bei den Preisen für Rohmaterial (insbesondere Nickel) führte innerhalb der letzten Jahre zu sinkenden Preisen. Offenbar hat sich die Situation in den letzten Monaten des Jahres 1994 geändert. Die Nachfrage ist gestiegen und es gibt Anzeichen, daß Preise wieder anziehen. Überkapazität (48) Nach offiziellen Zahlen der Kommission belief sich die gesamte Produktionskapazität (6) in Westeuropa im Jahre 1993 auf etwa 3 000 000 Tonnen (7), der Verbrauch auf ca. 1 600 000 Tonnen und die Produktion auf etwa 2 300 000 Tonnen. Die Verbrauchszahlen für 1990 (etwa 1 700 000 Tonnen), 1991 (etwa 1 800 000 Tonnen) und 1992 (etwa 1 900 000 Tonnen) zeigen, daß der Verbrauch im Jahre 1993 erheblich zurückgegangen ist. Fast der gesamte westeuropäische Verbrauch wird von den Herstellern in Westeuropa gedeckt. Ein erheblicher Teil ihrer Produktion - ungefähr 700 000 Tonnen (etwa 30 %) - wurde 1993 in andere Regionen der Welt exportiert. Aus dem Unterschied zwischen Kapazität und Produktion ergibt sich, daß eine erhebliche Überkapazität in Westeuropa besteht. (49) Nach Schätzungen von Herstellern von kaltgewalztem Edelstahl werden auf dem westeuropäischen Markt Überkapazitäten sowohl wegen der jetzt schon bestehenden Überkapazitäten als auch wegen des Baus neuer Werke für kaltgewalzten Edelstahl in Westeuropa mit einer zusätzlichen Kapazität von etwa 200 000 Tonnen durch westeuropäische Hersteller jedenfalls bis 1998 fortbestehen. Nach Schätzungen der befragten Wettbewerber wird 1998 die Kapazität in Westeuropa mindestens um 700 000 Tonnen über dem Verbrauch liegen. Anbieter und Nachfrager im räumlich relevanten Markt (50) Gegenwärtig sind dort neben KTR und AST die Unternehmen Ugine, Outokumpu, Avesta Sheffield, Acerinox und ALZ tätig, so daß nach dem Zusammenschluß neben KTR und AST noch 5 Wettbewerber mit einem integrierten Stahlherstellungsprozeß und einige auf das Kaltwalzen beschränkte Unternehmen vorhanden sind. Auf Importe entfällt nur 3 % des Verbrauchs an kaltgewalztem Edelstahl in Westeuropa. Die Importe stammen hauptsächlich von einigen japanischen Herstellern (Nippon Stahl, Daiclo Stahl, Hitachi Metals), dem südkoreanischen Hersteller Posco und dem südafrikanischen Hersteller Columbus. (51) Es gibt zwei Gruppen von Nachfragern: Die Endabnehmer, die unterschiedlichen Branchen angehören (vgl. Randnummer 25), auf der einen Seite und Lagerhändler sowie Service Center auf der anderen Seite. Die Endabnehmer beziehen entweder große Mengen direkt vom Hersteller oder kleinere Posten von den Lagerhändlern, die die traditionelle Großhandelsfunktion erfuellen. Diese kaufen große Mengen beim Hersteller ein und setzen zumeist kleinere Posten an ihre Kunden ab. Darüber hinaus haben die Lagerhändler eigene Bearbeitungseinrichtungen geschaffen, in denen sie Dienstleistungen im Interesse ihrer Kunden erbringen. Dazu gehören das Längsschneiden, das Glätten und das Polieren. Diese Aktivitäten werden traditionell auch von den Service Centern erbracht. Marktanteile (52) Der Verbrauch von kaltgewalzten Edelstahl-Flachprodukten betrug 1993 in Westeuropa (EG und EFTA) etwa 1 600 000 Tonnen. Auf das Unternehmen KTR, in dem Krupp und Thyssen ihr Edelstahlgeschäft zusammengefaßt haben, entfällt ein Marktanteil von [20-30 %] und auf AST von [10-20 %] (8). Nach dem Zusammenschluß wird der Marktanteil der an der Fusion Beteiligten zusammen [35-45 %] betragen. Auf den nächstgrößeren Wettbewerber, Ugine, entfällt ein Marktanteil von [15-25 %]. Die anderen fünf Wettbewerber haben Marktanteile von [10-20 %], [unter 10 %] (zwei der Wettbewerber) und [mehr als 5 %]. Die gesamten Importe kommen auf einen Marktanteil von 3 %. (53) Auf Krupp und Thyssen zusammen entfiel 1993 [20-30 %] und auf AST [10-20 %] der gesamten westeuropäischen Produktionskapazität für kaltgewalzte Edelstahl- Flacherzeugnisse. Nach dem Zusammenschluß entfällt somit auf die am Zusammenschluß Beteiligten insgesamt [35-45 %] der westeuropäischen Produktionskapazität. Krupp und Thyssen zusammen hatten 1993 einen Anteil von [20-30 %] und AST einen Anteil von [10-20 %] an der westeuropäischen Produktion, so daß die Beteiligten zusammen auf einen Anteil von [35-45 %] kommen (ihr Anteil an der Weltproduktion ist [unter 20 %]). b) Marktbeherrschung aa) Einzelmarktbeherrschung (54) Nach dem Zusammenschluß haben die Beteiligten zusammen einen Marktanteil von [35-45 %]. Der Gesamtumsatz aller am Zusammenschluß beteiligten Unternehmen beträgt etwa 30 Milliarden ECU und ihre Stahlproduktion beläuft sich weltweit auf 17,6 Millionen Tonnen. Schließlich hält Thyssen noch einen Anteil von 33,3 % an dem mexikanischen Edelstahlhersteller Mexinox. Dennoch kann nicht festgesellt werden, daß durch den Zusammenschluß eine einzelmarktbeherrschende Stellung entsteht, durch die wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt erheblich behindert werden würde. Obwohl dem durch den Zusammenschluß entstehenden Gemeinschaftsunternehmen AST ein Marktanteil zuzurechnen ist, der mehr als doppelt so hoch ist, wie der des nächstgrößeren Wettbewerbers, Ugine, ist zu berücksichtigen, daß dem Gemeinschaftsunternehmen starke finanzkräftige Wettbewerber, wie Usinor, Britisch Steel und Acerinox, mit beträchtlichen Marktanteilen, großen Produktionskapazitäten und Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gegenüberstehen. Wirksamer Wettbewerb (55) Der zweitgrößte Hersteller im Markt, Ugine (Marktanteil [15-25 %]), gehört zu dem Usinor-Sacilor-Konzern, der seinerseits der führende europäische Stahlhersteller und weltweit der zweitgrößte Stahlproduzent ist (Stahlproduktion weltweit 21 Millionen Tonnen). Sein Umsatz, der fast vollständig im Stahlgeschäft erzielt wird, beläuft sich auf 12,7 Milliarden ECU. Ugine verfügt über [15-25 %] der gesamten westeuropäischen Produktionskapazität für kaltgewalzten Edelstahl. Das Unternehmen besitzt eine beträchtliche, nicht genutzte Kapazität, deren Einsatz etwaige Versuche der durch die Fusion entstehenden Unternehmensgruppe, Preise durch Einschränkung der Produktion zu erhöhen, scheitern lassen würde. Im Hinblick auf seine Gesamtgröße und angesichts der Tatsache, daß seine Edelstahlherstellung nicht auf Europa beschränkt ist, muß Ugine als ein Unternehmen angesehen werden, das in Bezug auf Investitionsmittel, Forschung und Entwicklung sowie Verkaufsnetz eine sehr starke Stellung besitzt. Dabei ist Forschung und Entwicklung gerade im Edelstahlbereich von besonderer Bedeutung (9). Schließlich trägt auch das internationale Engagement von Usinor zur Stärkung der Gruppe im relevanten Markt bei: Zu Usinor gehört mit J& L der größte Hersteller von kaltgewalztem Edelstahl in den USA. Darüber hinaus hält Usinor einen Anteil von 21 % an Thainox, dem ersten Hersteller von kaltgewalztem Edelstahl in Thailand. (56) Avesta Sheffield ist der drittgrößte Wettbewerber in Westeuropa mit einem Marktanteil von [10-20 %]. Das Unternehmen wird von dem zweitgrößten Stahlhersteller in Europa, Britisch Steel plc (Stahlproduktion weltweit 12 Millionen Tonnen), beherrscht. Der weltweite Umsatz von Britisch Steel beläuft sich auf 6,4 Milliarden ECU; davon entfallen 5,5 Milliarden ECU auf das Stahlgeschäft. Avesta Sheffield ist aus dem Zusammenschluß britischer und schwedischer Edelstahlproduzenten hervorgegangen. Avesta plant, seine Produktionskapazitäten in Westeuropa zu vergrößern. (57) Der nächstgrößere Wettbewerber, Acerinox (Marktanteil [unter 10 %]), ist noch nicht sehr lange im Stahlgeschäft tätig. Das 1974 gegründete Unternehmen verfügt über moderne Produktionsanlagen und ist bekannt für niedrige Kosten und für beträchtliche Profitabilität. Seinen Umsatz weltweit von 600 Millionen ECU erzielte Acerinox hauptsächlich im Stahlgeschäft. Das Unternehmen hat kürzlich die alleinige Kontrolle über den in den USA ansässigen Edelstahlhersteller North American Stainless erworben, der früher ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem amerikanischen Hersteller Armco war. Die japanischen Unternehmen Nisshin Steel und Nissho Iwai sind mit 9,66 % bzw. mit 7,7 % größte Aktionäre von Acerinox. Nisshin Steel ist der zweitgrößte japanische Edelstahlhersteller. Vier von neun Mitgliedern in der Geschäftsführung von Acerinox sind Japaner. Acerinox hat kürzlich entschieden, seine Produktionskapazität in Europa (und darüber hinaus in den USA) zu erweitern. Acerinox besitzt einen Anteil von 33 % an Mexinox, dem mexikanischen Hersteller von kaltgewalztem Blech. An diesem Unternehmen hält auch Thyssen einen ähnlichen Anteil. Acerinox exportiert einen im Vergleich zu seinen Wettbewerbern überdurchschnittlich großen Teil seiner Produktion von kaltgewalztem Edelstahl in Länder außerhalb Europas. Das Unternehmen verfügt in beträchtlichem Umfang über freie Produktionskapazität. (58) Der finnische Wettbewerber Outokumpu Polarit (Marktanteil [unter 10 %]), hat, ähnlich wie Acerinox, sehr moderne Produktionseinrichtungen, die ausschließlich für die Herstellung von kaltgewalzten Edelstahl-Flachprodukten genutzt werden. Outokumpu ist der einzige westeuropäische Hersteller, der selbst Rohmaterialien für die Edelstahlherstellung - Ferrochrom und Nickel - herstellen kann. Das Unternehmen ist deshalb unabhängig von den sich verändernden Weltmarktpreisen für diese Rohstoffe (vgl. Randnummer 24). Der weltweite Umsatz des Unternehmens beträgt etwa 2,6 Milliarden ECU. Outokumpu plant, seine Produktionskapazität für kaltgewalzten Edelstahl in Westeuropa zu vergrößern. (59) ALZ (Marktanteil [über 5 %]) hat in den letzten Jahren erhebliche Investitionen durchgeführt, die seine wettbewerbliche Stärke im relevanten Markt erhöht haben. Das Unternehmen gehört zum Arbed-Konzern, der mit einem Umsatz von etwa 5 Milliarden ECU einer der führenden europäischen Stahlhersteller ist. Der Erwerb von Kloeckner durch Arbed (Stahlproduktion der neuen Gruppe weltweit 10 Millionen Tonnen) wird auch ALZ zugute kommen, da Kloeckner über moderne Warmwalzkapazitäten verfügt. (60) Acerinox, Outokumpu und ALZ haben ihren Marktanteil in Westeuropa von zusammen 15 % im Jahre 1980 auf etwa 25 % im Jahre 1993 zu Lasten der führenden europäischen Hersteller gesteigert. (61) Die Preise für kaltgewalzten Edelstahl sind in dem Zeitraum von 1990 bis zum ersten Halbjahr 1994 erheblich gesunken. Nach den von Herstellern eingeholten Auskünften sind ihre Preise für das meistverkaufte Produkt, kaltgewalzter Edelstahl AISI 304 (DIN 4301) in dem angegebenen Zeitraum durchschnittlich um etwa 19 % gefallen. Von 1990-1992 stieg der Verbrauch in Westeuropa von 1 758 000 Tonnen auf 1 907 000 Tonnen, während er im Jahr 1993 auf 1 600 000 Tonnen zurückging. Bemerkenswert ist jedoch, daß der Preis auch in der Zeit des noch steigenden Verbrauchs um durchschnittlich 9 % gesunken ist. Dies ist ein klarer Anhaltspunkt für bestehenden Preiswettbewerb in dem Markt. (62) Es kann davon ausgegangen werden, daß auch nach dem Zusammenschluß Preiswettbewerb fortbestehen wird. Wie bereits aufgeführt, wird es in dem westeuropäischen Markt jedenfalls mittelfristig weitherhin Überkapazitäten geben. Nach den Zahlen über die Kapazitäten u

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.