Europäische Union

2013/163/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 26. März 2013 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Herstellung von Zement, Kalk und Magnesiumoxid (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2013) 1728) Text von Bedeutung für den EWR

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erhöht, um die gebildeten Gase zu oxidieren. Luft und Gas müssen in der Verbrennungszone effektiv vermischt werden, um die CO- und die NOx-Konzentration auf niedrigem Niveau zu halten. Bis 2007 wurde die gestufte Verbrennung in der Kalkindustrie noch nicht angewendet. c Selektive nichtkatalytische Reduktion (SNCR) Beim Verfahren der selektiven nichtkatalytischen Reduktion werden die Stickstoffoxide (NO und NO2) durch eine selektive nichtkatalytische Reduktion aus dem Abgas entfernt. Es wird ein Reduktionsmittel zugegeben, welches mit den Stickstoffoxiden reagiert und diese in Stickstoff und Wasser überführt. Üblicherweise werden Ammoniak oder Harnstoff als Reduktionsmittel genutzt. Die Reaktion erfolgt bei Temperaturen zwischen 850 und 1 020  °C, der optimale Bereich liegt üblicherweise zwischen 900 und 920 °C. 1.6.3   SOx-Emissionen   Maßnahme/Technik Beschreibung a Zugabe von Absorptionsmitteln Hierbei wird ein Absorptionsmittel trocken direkt in den Ofen (Zuführung oder Eindüsung) oder trocken oder nass (z. B. Hydratkalk oder Natriumbicarbonat) in den Abgasstrom des Ofens gegeben, um die SOx-Emissionen zu entfernen. Bei Eindüsung in den Abgasstrom muss eine ausreichende Verweilzeit zwischen der Eindüsungsstelle und der Entstaubungseinrichtung (Gewebe- oder Elektrofilter) gegeben sein, um eine effiziente Absorption zu erreichen. In Drehrohröfen kann die Maßnahme/Technik umfassen: — Verwendung von Kalkstein: Bei einem gewöhnlichen, mit Dolomit betriebenen Drehrohrofen kann eine erhebliche Minderung der SO2-Emissionen bei der Beschickung mit solchem Kalkstein auftreten, der einen hohen Feinkornanteil enthält oder bei der Aufheizung leicht zerfällt. Der feinkörnige Kalkstein kalziniert, wird vom Ofenabgas mitgenommen und entfernt auf dem Weg zum oder im Staubfilter das SO2. — Kalkeindüsung in die Verbrennungsluft: Eine patentierte Technik (EP 0 734 755 A1) beschreibt die Minderung der SO2-Emissionen von Drehrohröfen durch Eindüsung von feingemahlenem Branntkalk oder Kalkhydrat in die in den Feuerungsraum des Ofens zugeführte Luft. 1.7   Beschreibung der Maßnahmen/Techniken für die Magnesiumoxidindustrie 1.7.1   Staubemissionen   Maßnahme/Technik Beschreibung a Elektrofilter Zur allgemeinen Beschreibung von Elektrofiltern siehe Abschnitt 1.5.1. b Gewebefilter Zur allgemeinen Beschreibung von Gewebefiltern siehe Abschnitt 1.5.1. Gewebefilter erreichen eine Partikelabscheidung, üblicherweise über 98 % und bis zu 99 % je nach Partikelgröße. Diese Maßnahme/Technik bietet im Vergleich zu den anderen in der Magnesiumoxidindustrie angewendeten Staubminderungstechniken den höchsten Wirkungsgrad bei der Partikelabscheidung. Allerdings müssen wegen der hohen Temperaturen der Ofenabgase spezielle Filtermaterialien eingesetzt werden, die hohe Temperaturen vertragen. Bei der Herstellung von totgebrannter Magnesia werden Filtermaterialien eingesetzt, die bei Temperaturen bis zu 250 °C betrieben werden können, wie PTFE-(Teflon)Filtermaterial. Dieses Filtermaterial hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Säuren oder Alkalien; eine Reihe von Korrosionsproblemen konnte somit gelöst werden. c Zyklon-/Zentrifugalabscheider Zur allgemeinen Beschreibung von Zyklonabscheidern siehe Abschnitt 1.6.1. Zyklonabscheider sind robust, für eine weite Spanne von Betriebstemperaturen geeignet und haben einen geringen Energiebedarf. Wegen ihrer naturgemäß beschränkten Wirksamkeit bei der Partikelabscheidung werden Zyklonabscheider hauptsächlich als Vorabscheider für Grobstaub und Rauchgase verwendet. d Nassabscheider Zur allgemeinen Beschreibung von Nassabscheidern (Nasswäschern) siehe Abschnitt 1.6.1. Nassabscheider können je nach Design und Funktionsprinzip in vielfältige Typen unterschieden werden, z. B. die Venturi-Wäscher. Bei dieser häufig in der Magnesiumoxidindustrie angewandten Art eines Nassabscheiders wird das Gas durch den engen Querschnitt des Venturi-Rohrs, den sogenannten Venturi-Hals, geleitet und kann dort Strömungsgeschwindigkeiten zwischen 60 und 120 m/s erreichen. Die Waschflüssigkeit, die am Venturi-Hals zugeführt wird, wird zu einem Nebel aus sehr feinen Tröpfchen zerstäubt und intensiv mit dem Gas vermischt. Die an die Wassertröpfchen angelagerten Partikel werden schwerer und können in einem an den Venturi-Wäscher angeschlossenen Tropfenabscheider leicht abgefangen werden. 1.7.2   SOx-Emissionen   Maßnahme/Technik Beschreibung a Zugabe von Absorptionsmitteln Hierbei wird den Abgasen ein Absorptionsmittel in trockener oder nasser Form (halbnasse Abscheidung) zugegeben, um die SOx-Emissionen zu entfernen. Wichtig ist eine ausreichende Verweilzeit des Abgases zwischen Zugabestelle und Entstaubungsaggregat, um eine hoch wirksame Absorption zu erreichen. Reaktive MgO-Sorten werden in der Magnesiumoxidindustrie als effizientes Absorptionsmittel für SO2 eingesetzt. Trotz ihrer geringeren Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Absorptionsmitteln hat die Anwendung von MgO-Sorten zwei Vorteile: zum einen geringere Investitionskosten, zum anderen wird der Filterstaub nicht mit anderen Substanzen verunreinigt. Das MgO kann wiederverwendet und als Rohmaterial für die Herstellung von Magnesia oder als Düngemittel (Magnesiumsulfat) eingesetzt werden, so dass sich das Abfallaufkommen verringert. b Nassabscheider Bei der Nassabscheidung wird SOx durch eine Flüssigkeit/Suspension aufgenommen, die in einem Sprühturm im Gegenstrom zum Abgas versprüht wird. Hierfür werden 5 bis 12 m3 Wasser je Produkt-Tonne benötigt, das anschließend einer Abwasseraufbereitung unterzogen werden muss. (1)   OJ L 315, vom 14.11.2012, S. 1. (2)  Die Definition der wesentlichen Änderung an dieser Stelle berührt nicht die genehmigungsrechtliche Interpretation des Begriffs in den einzelnen Mitgliedsstaaten. (3)  Für gesinterten Dolomit, der im Zwei-Stufen-Prozess hergestellt wird, gilt die Korrektur für Sauerstoff nicht. (4)  Für totgebrannte Magnesia, die im Zwei-Stufen-Prozess hergestellt wird, gilt die Korrektur für Sauerstoff nicht. (5)  Die Werte gelten nicht für Anlagen zur Herstellung von Spezialzement- oder Weißzementklinker, die aufgrund der Produktspezifikationen sehr viel höhere Prozesstemperaturen benötigen. (6)  Unter normalen (ausgenommen z. B. An- und Abfahrvorgänge) und optimierten Betriebsbedingungen. (7)  Die Produktionskapazität wirkt sich auf den Energiebedarf aus. Bei höherer Kapazität kann Energie eingespart werden, während der Energiebedarf bei geringerer Kapazität steigt. Auch die Anzahl der Zyklonvorwärmerstufen wirkt sich auf den Energieverbrauch aus: je mehr Zyklonstufen, desto geringer der Energieverbrauch des Ofenprozesses. Wie viele Zyklonstufen angemessen sind, wird hauptsächlich vom Feuchtigkeitsgehalt der Rohmaterialien bestimmt. (8)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.5.1 erläutert. (9)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.5.1 erläutert. (10)  Die Maßnahmen/Techniken werden Abschnitt 1.5.2 erläutert. (11)  Der obere Wert der mit BVT verbundenen Emissionswerte beträgt 500 mg/Nm3, wenn der NOx-Ausgangswert nach Anwendung von Primärmaßnahmen/-techniken >1 000 mg/Nm3 beträgt. (12)  Das Ofendesign, die Eigenschaften des Brennstoffmixes einschließlich Abfall und die Brennbarkeit des Rohmaterials (z. B. Spezialzement- oder Weißzementklinker) haben einen Einfluss darauf, ob die Werte in der angegebenen Bandbreite liegen. Werte unter 350 mg/Nm3 werden unter günstigen Bedingungen erreicht, wenn die SNCR-Technik eingesetzt wird. Im Jahr 2008 wurde der untere Wert von 200 mg/Nm3 als Monatsmittelwert für drei Anlagen (mit leicht brennbarer Mischung), in denen die SNCR-Technik eingesetzt wurde, angegeben. (13)  Abhängig von den Ausgangswerten und dem NH3-Schlupf. (14)  Der Ammoniakschlupf hängt vom NOx-Ausgangswert und vom NOx-Minderungsgrad ab. Bei Lepolöfen und langen Drehrohröfen kann der Wert auch höher sein. (15)  Die Maßnahmen/Techniken werden in Abschnitt 1.5.3 erläutert. (16)  Die Bandbreite berücksichtigt den Schwefelgehalt der Rohmaterialien. (17)  Bei der Herstellung von Weißzement- und Spezialzementklinker kann der Klinker möglicherweise deutlich weniger Schwefel aus dem Brennstoff zurückhalten, was zu höheren SOx-Emissionen führt. (18)  Es wurden niedrige Werte berichtet, bedingt durch die Qualität von Rohmaterialien und Brennstoffen. (19)  Es wurden niedrige Werte berichtet, bedingt durch die Qualität von Rohmaterialien und Brennstoffen. Werte über 0,03 mg/Nm3 müssen weiter untersucht werden. Bei Werten um 0,05 mg/Nm3 sind zusätzliche Maßnahmen in Betracht zu ziehen (z. B. Senkung der Abgastemperatur, Aktivkohle). (20)  Der Energieverbrauch hängt von der Art und Qualität des Produkts, von den Prozessbedingungen und vom Rohmaterial ab. (21)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.6.1 erläutert. (22)  Gegebenenfalls können Zentrifugal-/Zyklonabscheider zur Vorbehandlung der Abgase eingesetzt werden. (23)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.6.1 erläutert. (*1)  In Ausnahmefällen, bei hohem Widerstand des Staubs, kann der mit BVT verbundene Emissionswert bis zu 30 mg/Nm3 (Tagesmittelwert) betragen. (24)  Die Maßnahmen/Techniken werden in Abschnitt 1.6.2 erläutert. (25)  Der obere Wertebereich gilt für die Erzeugung von Dolomitkalk und hartgebranntem Kalk. Noch höhere als die angegebenen Werte können bei der Herstellung von gesintertem Dolomitkalk auftreten. (26)  Bei LDO und VDO mit Schachtvorwärmer, die hartgebrannten Kalk erzeugen, kann der obere Wert bis zu 800 mg/Nm3 betragen. (27)  Wenn die unter BVT 45 a) I. genannten primären Maßnahmen/Techniken nicht ausreichen, um diesen Wert zu erreichen, und keine Sekundärmaßnahmen/-techniken zur Verfügung stehen, um die NOx-Emissionen auf 350 mg/Nm3 zu begrenzen, beträgt der obere Wert 500 mg/Nm3, insbesondere für hartgebrannten Kalk und für den Einsatz von Biomasse als Brennstoff. (28)  Die Maßnahmen/Techniken werden in Abschnitt 1.6.3 erläutert. (29)  Der Wert hängt vom SOx-Ausgangsniveau im Abgas und von der Minderungsmaßnahme/-technik ab. (30)  Bei der Herstellung von gesintertem Dolomitkalk, der im Zwei-Stufen-Prozess hergestellt wird, können die SOx-Emissionen den angegebenen oberen Wertebereich übersteigen. (31)  In Abhängigkeit von den verwendeten Rohmaterialien und/oder der Art des produzierten Kalks, z. B. hydraulischem Kalk, kann der Wert höher sein. (32)  Der mit BVT verbundene Emissionswert gilt nicht für MSO und RSO. (33)  Je nach Organikgehalt der verwendeten Rohmaterialien und/oder Art des produzierten Kalks, insbesondere von hydraulischem Kalk, kann der Wert höher sein. (34)  In Ausnahmefällen kann der Wert höher sein. (35)  Diese Spanne spiegelt nur die Informationen im Kapitel des BVT-Merkblatts über Magnesiumoxid wider. Genauere Angaben zu den wirksamsten Maßnahmen/Techniken für die jeweils hergestellten Produkte liegen nicht vor. (36)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.7.1 erläutert. (37)  Die Techniken werden in Abschnitt 1.7.1 erläutert. (38)  Die Maßnahmen/Techniken werden in Abschnitt 1.7.2 erläutert. (39)  Die Werte hängen vom Schwefelgehalt der Rohmaterialien und Brennstoffe ab. Die unteren Werte sind verbunden mit der Verwendung von Rohmaterialien mit geringem Schwefelgehalt und Erdgas, die oberen Werte sind verbunden mit Rohmaterialien mit einem höheren Schwefelgehalt und schwefelhaltigen Brennstoffen. (40)  Bei der Ermittlung der besten Kombination von BVT zur Minderung der SOx-Emissionen sind die medienübergreifenden Wirkungen zu beachten. (41)  Wenn kein Nassabscheider eingesetzt werden kann, hängen die mit BVT verbundenen Emissionswerte vom Schwefelgehalt der Rohmaterialien und Brennstoffe ab. In dem Fall beträgt der mit BVT verbundene Emissionswert < 1 500 mg/Nm3 während die SOx-Emissionen um mindestens 60 % gesenkt werden.

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.