Europäische Union

97/81/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Juli 1996 über Beihilfen der österreichischen Regierung zugunsten des Unternehmens Head Tyrolia Mares in Form von Kapitalzuführungen (Nur der deutsche Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Avis juridique important | 31997D0081 97/81/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Juli 1996 über Beihilfen der österreichischen Regierung zugunsten des Unternehmens Head Tyrolia Mares in Form von Kapitalzuführungen (Nur der deutsche Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR) Amtsblatt Nr. L 025 vom 28/01/1997 S. 0026 - 0043 ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 30. Juli 1996 über Beihilfen der österreichischen Regierung zugunsten des Unternehmens Head Tyrolia Mares in Form von Kapitalzuführungen (Nur der deutsche Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR) (97/81/EG) DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 93 Absatz 2 erster Unterabsatz, gestützt auf das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum, insbesondere auf Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe a), nach Aufforderung der Beteiligten zur Äußerung in Anwendung der genannten Artikel und gestützt auf diese Äußerungen, in Erwägung nachstehender Gründe: 1. Hintergrund Bei der Kommission ging am 26. Juni 1995 ein Schreiben eines französischen Herstellers von Wintersporterzeugnissen (Skier, Skischuhe, Skibindungen) mit dem Ersuchen ein, mutmaßliche staatliche Beihilfen der öffentlichen Holdinggesellschaft Austria Tabakwerke (AT) zugunsten der österreichischen Gesellschaft Head Tyrolia Mares (HTM) zu untersuchen. Seit April 1995 erschienen in der Presse Berichte über Rettungsmaßnahmen des Gesellschafters AT zum Ausgleich der hohen Verluste von HTM in den letzten drei Jahren. Im einzelnen wurde im April und August 1995 über zwei Entscheidungen von AT zur Bereitstellung von neuem Kapital für HTM berichtet, wobei die zweite Entscheidung durch Verabreichung mehrerer Kapitalspritzen in den Jahren 1995 bis 1997 durchgeführt werden sollte. Im September wurde außerdem verlautbar, daß sich AT und eine internationale Gruppe von Investoren auf die Privatisierung von HTM geeinigt hätten. Die österreichischen Behörden übersandten der Kommission am 8. August 1995 ein Schreiben, in dem sie über die Absicht von AT informierten, HTM 1 500 Mio. OS (111 Mio. ECU (1)) bereitzustellen, wobei sie diese Kapitalzufuhr als rein kommerzielle Transaktion darstellten und die negativen Meldungen in den Medien zurückwiesen. Die Kommission übermittelte der österreichischen Regierung am 1. September 1995 ein Schreiben, in dem sie um eingehende Informationen über die vermeintlichen Beihilfen, die geschäftliche und finanzielle Lage von HTM, alle bereits ergriffenen oder geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen sowie über die künftigen Pläne und Prognosen für die Gesellschaft ersuchte. Die österreichische Regierung antwortete darauf mit Schreiben vom 21. September 1995, und eine erste Sitzung mit Vertretern Österreichs fand am 27. September 1995 statt. Am 6. und 16. Oktober 1995 gingen bei der Kommission zwei weitere Beschwerden von österreichischen Wettbewerbern von HTM ein. Beide Wettbewerber ersuchten die Kommission um Untersuchung der finanziellen Unterstützung von HTM durch seinen staatlichen Gesellschafter AT. Darüber hinaus unterbreitete ein am Erwerb von HTM interessierter Marktteilnehmer der Kommission in vier Mitteilungen vom 4., 10. und 18. Oktober sowie 8. November 1995 und in einer Sitzung am 23. Oktober 1995 seine Sicht der Dinge, wobei er behauptete, daß AT sein Angebot ohne ausreichende Begründung abgelehnt habe. Die Kommission traf am 29. November 1995 mit einem Beschwerdeführer zusammen, der vorbrachte, daß ihm zu keinem Zeitpunkt angeboten worden sei, sich am Erwerb von HTM zu beteiligen, und daß seine diesbezüglichen Interessenbekundungen von AT nicht berücksichtigt worden seien. Die österreichischen Behörden und Vertreter von AT/HTM legten mit Unterstützung ihrer Berater in verschiedenen Mitteilungen vom 6., 11., 13., 20., 25. und 31. Oktober 1995 und im Verlaufe von Sitzungen mit Beamten der Kommission am 27. September, 11. und 18. Oktober sowie 7. und 21. November 1995 weitere Informationen und Erklärungen vor. Mit Telefax vom 30. November 1995 ersuchte die österreichische Regierung die Kommission, alle für 1995 bis einschließlich Juni 1996 getätigten bzw. geplanten Kapitalzuführungen von AT für HTM als Sanierungsbeihilfen zu genehmigen, nachdem diese in Gesellschafterdarlehen mit einem Jahreszinssatz von 7,78 % umgewandelt worden seien. Die Kommission beschloß am 20. Dezember 1995 die Eröffnung des formalen Verfahrens nach Artikel 93 Absatz 2 sowie die Genehmigung der Kapitalzuführungen als Sanierungsbeihilfe. Diese Entscheidung wurde der österreichischen Regierung am 2. Februar 1996 mitgeteilt. In einer Sitzung am 14. Februar 1996 und im Rahmen weiterer Kontakte wurde mit den österreichischen Behörden Einvernehmen über die Passagen im Text erzielt, die als sensitiv angesehen werden und daher aus der veröffentlichten Version zu streichen seien. Aufgrund von Übersetzungsfehlern in der deutschen Version der Entscheidung der Kommission beschloß die Kommission am 13. März 1996 eine geänderte Version. Diese Entscheidung wurde der österreichischen Regierung am 25. März 1996 mitgeteilt. Die Entscheidung wurde im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften am 27. April 1996 (C 124, S. 5) veröffentlicht. Bei der Kommission gingen Stellungnahmen der österreichischen Regierung mit Schreiben vom 25. April 1996 und von drei interessierten Dritten mit Schreiben vom 30. April, 21. Mai, 24. Mai und 28. Mai 1996 ein. Die Stellungnahmen der interessierten Dritten wurden den österreichischen Behörden mit Schreiben vom 5. und 14. Juni 1996 übermittelt. Eine Zusammenkunft mit Vertretern der österreichischen Behörden, AT und HTM fand am 25. Juni statt und eine weitere mit einem der Beschwerdeführer am 27. Juni 1996. Die Reaktion der österreichischen Regierung auf die Stellungnahmen der interessierten Dritten und das Ersuchen der Kommission um Übermittlung zusätzlicher Informationen (28. Juni 1996) erfolgte mit Schreiben vom 8. Juli 1996. 2. Austria Tabakwerke und Head Tyrolia Mares AT befindet sich zu 100 % im Besitz der Republik Österreich, vertreten durch das Finanzministerium. Das Kerngeschäft von AT besteht (abgesehen von Aktivitäten im Sportsektor und in begrenztem Maße im Immobilienbereich) in der Verwaltung des staatseigenen österreichischen Tabakmonopols. In Übereinstimmung mit dem Gemeinschaftsrecht wurde dieser Markt mit Ausnahme bestimmter Aktivitäten wie beispielsweise dem Vertrieb, bei dem AT für einen bestimmten Zeitraum weiterhin mit Sonderrechten ausgestattet ist, ab 1. Januar 1995 liberalisiert. HTM ist die Holdinggesellschaft einer Gruppe von Unternehmen, die Sporterzeugnisse insbesondere für den Wintersport, für Tennis und Tauchen herstellen und vermarkten. Im Jahre 1994 erzielte dieser Konzern einen Umsatz von 5 200 Mio. OS (386 Mio. ECU), den er beinahe ausschließlich in den USA, Japan und Westeuropa erzielte. Im Juni 1995 beschäftigte der Konzern rund 2 700 Arbeitnehmer. AT erwarb 1993 die Mehrheitsbeteiligung an HTM, die schweizerischen, US-amerikanischen und japanischen Anlegern gehörte. Dieser Diversifizierungsschritt, der in ähnlicher Weise auch bei anderen Holdinggesellschaften im Tabaksektor wie Philip Morris oder der Amer-Gruppe zu beobachten war, wurde durch die rückläufige Entwicklung auf dem Tabakmarkt und das absehbare Verbot des staatlichen Tabakmonopols nach dem Beitritt Österreichs zum EWR ausgelöst. Zum Zeitpunkt seines Erwerbs besaß HTM durch zwei kurz zuvor abgegebene fremdfinanzierte Übernahmeangebote ein hohes Verschuldungsniveau, so daß es zu einem sehr niedrigen Preis erworben werden konnte (20 Mio. USD (16 Mio. ECU)). Aus demselben Grunde wurde HTM entsprechend einer Auflage im Kaufvertrag sofort neues Kapital in Höhe von 100 Mio. USD (80 Mio. ECU) zugeführt, und die Gesellschaft erhielt darüber hinaus ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 85,25 Mio. DM (45 Mio. ECU). Trotz der angekündigten Rationalisierungs-, Diversifizierungs- und Neuinvestitionsprogramme erlitt die HTM-Gruppe 1993 und 1994 schwere Verluste. Für 1995 wurde eine beträchtliche negative Gewinnspanne vorausgesagt, und zwar von minus 13 % zum Konzernumsatz. Die negativen Ergebnisse sind vor allem auf den stark rückläufigen internationalen Skimarkt (bei dem die Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren um 45 % zurückgegangen ist) und die äußerst negativen Ergebnisse in bestimmten Bereichen wie Sportkleidung und Golfausrüstungen zurückzuführen. Hohe finanzielle Lasten und eine Reihe von Umstrukturierungs- und Sonderposten schwächten die finanzielle Leistung weiter. Im Januar 1995 ersuchte AT die Handelsbank SBC Warburg um Unterstützung bei der Ausarbeitung eines Plans um HTM zu sanieren. Im März 1995 wurde SBC Warburg mit der Erstellung eines Privatisierungsplanes für HTM betraut. Im Mai startete SBC Warburg ein Auswahlverfahren für potentielle Käufer, das im Juni ausgeweitet wurde und in dessen Rahmen rund 40 Kandidaten angeschrieben wurden. Im April 1995 sah sich AT zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit von HTM gezwungen, dem Unternehmen weitere 400 Mio. OS (30 Mio. ECU) zuzuführen und das Darlehen von 1993 in neues Eigenkapital umzuwandeln. Im Juli 1995 wurde ein Umstrukturierungsplan erarbeitet, mit dem HTM in die Lage versetzt werden sollte, bis 1997 seine Rentabilität wiederherzustellen und gewinnbringend zu arbeiten. Dieser Plan sah die Konzentration des Kerngeschäfts auf Alpinskier, Skibindungen und Skischuhe sowie Tennis- und Tauchausrüstungen und den Verzicht auf Golfausrüstungen, Sportkleidung und Sportschuhe (mit Ausnahme von Tennisschuhen) vor. Zur Finanzierung dieses Plans und zur Abwendung eines neuen Insolvenzverfahrens genehmigte das Finanzministerium als Vertreter des Alleineigentümers von AT im August 1995 die Entscheidung von AT, eine weitere Kapitalspritze für HTM von bis zu 1.500 Mio. OS (111 Mio. ECU) zu gewähren. Die Zufuhr dieses Kapitals sollte in verschiedenen, 1995, 1996 und 1997 zahlbaren Tranchen durchgeführt werden. Im August und September gelangten 373 Mio. OS (28 Mio. ECU) zur Auszahlung an HTM. Während AT den Umstrukturierungsplan annahm, bemühte es sich gleichzeitig um einen Käufer für HTM. Außerdem wurde in Verbindung mit dem Beschluß von AT und unter der Voraussetzung der Durchführung des Umstrukturierungsplans durch AT eine Übereinkunft mit den wichtigsten HTM finanzierenden Banken dahingehend erreicht, daß diese bereit waren, einen Teil ihrer Forderungen (430 Mio. OS - 32 Mio. ECU) auszubuchen, eine Umschuldung vorzunehmen und auf einen Teil der Zinsen zu verzichten (200 Mio. OS - 15 Mio. ECU). Zum selben Zeitpunkt trat die Führungsspitze von AT zurück, und es wurden zwei Interimsgeschäftsführer (die zuvor Mitglied des Aufsichtsrats waren) bestellt. Im September 1995 wurde die Alternative der eigenständigen Umstrukturierung zugunsten des sofortigen Verkaufs aufgegeben. Dies war der drastischen Verschlechterung der Lage von HTM zuzuschreiben, in deren Folge das neue Management von AT erklärte, nicht über die erforderlichen Fähigkeiten zur Leitung von HTM zu verfügen. Im übrigen würde ein langwieriger Umstrukturierungsprozeß die österreichische Regierung zwingen, die geplante Privatisierung von AT zurückzustellen oder den Ertrag aus der Privatisierung durch Herabsetzung des am Markt gebotenen Preises schmälern. Im September 1995 beschloß der AT-Vorstand auf Anraten der SBC Warburg das vorläufige Angebot einer von Johan Eliasch (im folgenden als "Eliasch" bezeichnet) geführten Gruppe internationaler Investoren anzunehmen und Verhandlungen über eine sofortige Privatisierung der gesamten HTM aufzunehmen. Die Kaufvereinbarung mit Eliasch sah einen Kaufpreis von 10 Mio. OS (0,7 Mio. ECU) und einen Kapitalzuschuß von AT für HTM in Höhe von 1 190 Mio. OS (88 Mio. ECU) vor, wobei die Zahlungen nach folgendem Zeitplan vorgenommen werden sollten: 400 Mio. OS am 30. September 1995 (tatsächlich wurden im August und September 373 Mio. OS gezahlt), 250 Mio. OS am 31. Dezember 1995, 250 Mio. OS am 30. Juni 1996, 145 Mio. OS am 31. Dezember 1997 und 145 Mio. OS am 31. März 1998. Eliasch verpflichtete sich, HTM 1998 weitere 300 Mio. OS (22 Mio. ECU) zuzuführen, nachdem sämtliche Raten des AT-Beitrags gezahlt worden sind. (Diese Vereinbarung wurde später teilweise geändert: Eliasch verpflichtete sich, 25 Mio. OS (1,9 Mio. ECU) des Betrags sofort nach Genehmigung der Maßnahmen von AT durch die Kommission zuzuführen.) Darüber hinaus wird AT 15 % der Veräußerungsgewinne erhalten, die Eliasch beim völligen oder teilweisen Verkauf der HTM an Dritte mittels Anteilsverkauf oder öffentlichem Verkaufsangebot erzielt. Schließlich wird Eliasch die Produktion an den österreichischen Standorten mindestens drei Jahre lang weiterführen und den Beschäftigungsstand am Produktionsort Schwechat auf 50 % des derzeitigen Standes und an den Produktionsstandorten Hörbranz und Kennelbach auf 80 % des derzeitigen Standes halten. Die Bankenvereinbarung über den Forderungsverzicht und die Umschuldung wurde aufgrund der neuesten Entwicklungen ungültig. Aus diesem Grunde wurden neue Verhandlungen aufgenommen. Die Maßnahmen von AT zugunsten von HTM lassen sich wie folgt zusammenfassen: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Außerdem bleiben HTM unter dem neuen Eigentümer die Steuergutschriften im Zusammenhang mit den früheren Verlusten, die vorgetragen werden, erhalten. Diese Verluste wurden zum 31. Dezember 1994 für den Gesamtkonzern auf ca. 370 Mio. USD (296 Mio. ECU) veranschlagt. In der letzten Novemberwoche wurde die Kommission davon in Kenntnis gesetzt, daß die kreditgebenden Banken erneut ihre Bereitschaft bekräftigt haben, einen - wenn auch leicht verringerten - Beitrag zur Umstrukturierung von HTM unter dem neuen Eigentümer durch Forderungsverzicht (391 Mio. OS (29 Mio. ECU)), Umschuldung und Zinsverzicht (200 Mio. OS (15 Mio. ECU)) zu leisten. Zusätzlich zu den in der Beteiligungskaufvereinbarung festgelegten 10 Mio. OS (0,7 Mio. ECU) sieht die neue Vereinbarung eine Kapitalzufuhr durch Eliasch in Höhe von 25 Mio. OS (1,9 Mio. ECU) vor. Anfang Februar wurde der Kommission mitgeteilt, daß die Umsetzung der Beteiligungskaufvereinbarung durch die Übertragung des HTM-Aktienbesitzes von AT an Eliasch durchgeführt worden sei. 3. Wettbewerbsstellung, industrielle und finanzielle Lage von HTM Mitte 1995 bestand die HTM-Gruppe aus den folgenden fünf Hauptgeschäftsbereichen: Head, Tyrolia, Mares, Brixia und Head Sportswear. Head produziert und verkauft Tennis-, Squash- und Racquetball-Schläger, Tennisschuhe, Skier und Skiausrüstungen für den alpinen Skilauf sowie Golfausrüstungen. Von Tyrolia werden Skier, Skibindungen und Skischuhe für den alpinen Skilauf sowie Skibindungen und -schuhe für den Langlauf hergestellt und verkauft. Mares stellt Schwimm- und Sporttauchausrüstungen her und vermarktet sie. Brixia produziert und verkauft Ski- und Wanderschuhe (unter den Marken San Marco und Munari). Head Sportswear entwirft, produziert und vertreibt Sportkleidung unter den Markennamen Head und Tyrolia. Darüber hinaus werden von HTM Tennisbälle und -zubehör unter der Marke Penn verkauft, und das Unternehmen agiert als Vertriebshändler für Puma-Schuhe und Uvex-Brillen in Italien. Das Unternehmen ist an Standorten in den Vereinigten Staaten und in Europa (Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien und Estland) tätig. Die Produktionsstandorte in Österreich sind Kennelbach (536 Beschäftigte), Hörbranz (279 Beschäftigte), Schwechat (395 Mitarbeiter) und Neusiedl (80 Beschäftigte). Im Jahre 1994 belief sich der Umsatz von HTM auf 5.200 Mio. OS (386 Mio. ECU), wobei sich der Umsatz auf die verschiedenen Erzeugnisse wie folgt verteilt: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Hinsichtlich der geographischen Aufteilung ist festzustellen, daß 1994 HTM 27,4 % seines Umsatzes in den USA und Kanada, 22,1 % in Japan und ca. 45 % in Westeuropa (Deutschland 13,2 %, Italien und Spanien 10,6 %, Österreich 7,8 %, Frankreich 4,4 %) erzielte. In seinen Hauptgeschäftsfeldern verfügte HTM 1994 über die folgenden Marktanteile und rangierte unter den Wettbewerbern an folgender Stelle (auf dem europäischen Markt waren die Ränge für HTM ungefähr mit den in der Tabelle angegebenen identisch, außer im Tennissektor, wo Head mit einem Anteil von 18,8 % Marktführer war): >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Die nachstehende Tabelle zeigt die wirtschaftliche und finanzielle Lage von HTM und die negative Entwicklung ihrer Ergebnisse. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> In dem für 1995 erwarteten massiven Reinverlust ist eine Reihe einmaliger Aufwendungen und Kosten für die laufende Umstrukturierung enthalten. Die Verluste lassen sich in etwa wie folgt zuordnen (in Mio. USD): >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Mit Hilfe der Kapitalzuführungen von AT konnte HTM den größten Teil der erlittenen Verluste ausgleichen, das Eigenkapital wieder ins Plus bringen und die Schuldenlast auf ein erträgliches Maß reduzieren. 4. Marktsituation und Markttendenzen Seit Ende der 80er Jahre ist die Lage auf allen angestammten Märkten, in denen HTM tätig ist, aufgrund des starken weltweiten Nachfragerückgangs angespannt. Eine Ausnahme bildet lediglich der Tauchsport, der erhebliche Zuwächse verzeichnet. Alpinski Hierbei handelt es sich um einen gesättigten Markt, der beträchtliche Überkapazitäten aufweist. Japan und die USA stellen die größten Märkte dar. Weltweit ging der Umsatz in den vergangenen fünf Jahren um 45 % zurück, und es wird damit gerechnet, daß er sich bei ca. 5 Mio. Paar Skiern stabilisieren wird. Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf das zunehmende Alter der Skisportler, auf Umweltschutzbedenken, die Konkurrenz durch das Snowboard und sonstige Formen des Wintertourismus. Bei den Preisen, die sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben, wird mit einem Anstieg nicht gerechnet. Zwar bieten einige attraktive Marktnischen und neu entstehende Märkte unter Umständen noch gewisse Wachstumsmöglichkeiten, doch zeichnet sich generell eine Konzentration auf eine geringe Anzahl großer Hersteller ab. Skibindungen Für Skibindungen gilt das gleiche wie für den Skimarkt. In Ermangelung neuer Technologien wie der Elektronik, mit deren Einsatz nicht so bald zu rechnen ist, entwickeln sich Skibindungen eher zu Gebrauchsartikeln, die zusammen mit Skiern als "Set" angeboten werden und bei denen zwischen den Marken nur geringe Unterschiede bestehen. Skischuhe Dieser Markt entwickelt sich parallel zu den Märkten für Skier und Skibindungen. Tennis Auf diesem Markt, der seit 1991 rückläufig ist, ist der weltweite Absatz um ca. 34 % auf 8 Mio. Schläger gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die junge Generation zu modischeren Sportarten tendiert und die ältere Generation sich anderen Sportarten wie beispielsweise Golf zuwendet. Es wird von einem weiteren Schrumpfen des Marktes ausgegangen, wenn auch in bestimmten Regionen noch ein Wachstumspotential vorhanden ist. Die Preise werden im Durchschnitt weiter sinken, und nur mit einer erfolgreichen Produktdifferenzierung wird es den Herstellern gelingen, das derzeitige Preisniveau zu halten oder anzuheben. Der allgemeine Trend weist in Richtung Globalisierung sowohl bei den Produkten als auch den Herstellern. Tauchsport Dieser Markt zeichnet sich vor allem seit Anfang der 90er Jahre durch ein stetiges Wachstum aus. Auch für die kommenden Jahre werden Zuwachsraten von 3 bis 4 % angenommen. 5. Umstrukturierung von HTM Der Kommission wurde ein umfassender Geschäftsplan für die Neuordnung von HTM einschließlich der für die Umstrukturierung und Finanzierung notwendigen Maßnahmen vorgelegt. Ausgearbeitet wurde dieser Plan von Eliasch in Zusammenarbeit mit der HTM-Geschäftsleitung und mit Unterstützung von SBC Warburg, M & C Saatchi und Gutmann & Cie. Die strategische Zielsetzung ist die Rückkehr zu den Basisaktivitäten von HTM (Tennis, Skier, Skibindungen, Skischuhe und Tauchausrüstungen), mit Konzentration in der nächsten Zeit auf die Marke "Head", Marketingaktivitäten, innovative und hochtechnologische Produkte sowie auf den US-amerikanischen Markt. Die langfristigen Ziele nach Abschluß der Umstrukturierung sind die Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf neue Produkte (durch Lizenzerwerb) und neue geographische Märkte. Der Umstrukturierungsplan sieht das Erreichen der Gewinnschwelle im operativen Bereich für 1996, die Rückkehr zur Rentabilität für 1997 und als Endziel den Gang zur Börse im Jahre 1998 oder 1999 vor. Der Umstrukturierungsplan stützt sich auf folgende Eckpunkte: - Anpassung der Produktionskapazitäten in den Bereichen Wintersport (Skier, Skischuhe, Skibindungen) und Schläger an den Nachfragerückgang. Das schließt, zur Senkung der Produktionskosten, Zukauf und Verlagerung arbeitsintensiver Herstellungsprozesse in osteuropäische Länder ein. - Stufenweise Einstellung unrentabler Produktgruppen und Reduzierung der Lagerbestände. - Rationalisierung und Senkung der Fixkosten von Vertrieb und Verwaltung einschließlich der Fusion von Gesellschaften. - Entwicklung und Einrichtung eines Logistiksystems für eine zentrale Kontrolle der Lagerverwaltung, des Warenbestands und des Versands sowie Modernisierung der internen Managementsysteme und Abläufen. Bei den Hauptproduktkategorien sind folgende Maßnahmen geplant: Skiproduktion (Kennelbach) Das Unternehmen verfügte 1994 über eine Jahresproduktionskapazität von [. . .] (2) Skiern. In der Saison 1996/97 sollen einige Produktgruppen auslaufen, so daß die Kapazität um [. . .] Skier pro Jahr (-39 %) gesenkt werden kann, und zwar hauptsächlich durch den Verzicht auf Verfahren, die auf der Sandwich-Technik und der PU-Cap-Sandwich-Technik beruhen. Ein bereits genehmigtes Projekt zum Aufbau einer PU-Cap-Anlage zur Fertigung von bis zu [. . .] Einheiten wird nicht verwirklicht. HTM wird dementsprechend einen Teil seiner Ausrüstung aussondern. Gleichzeitig wird die Belegschaft an diesem Standort um [. . .] % ([. . .]) % der unmittelbar in der Produktion Beschäftigten verringert. Dem Geschäftsplan zufolge sollen 1996 ca. [. . .] Skier (z.T. durch Zukauf von anderen Herstellern) verkauft werden, nachdem sich die Zahl 1995 noch auf 596 000 belief. Der Betriebsgewinn vor Abzug der Fixkosten wird auf rund [. . .] % des Umsatzes veranschlagt. HTM wird seine Strategie hauptsächlich auf die Marke "Head" ausrichten, die auf Spitzentechnologie beruht und bei den Hochleistungsprodukten über eine starke Stellung verfügt. Fertigung von Skibindungen (Schwechat) Die derzeitige Produktionskapazität des Werks von [. . .] Bindungen soll auf [. . .] zurückgeführt werden (-59 %). Das Montagewerk in Neusiedl wird geschlossen. Dadurch verringert sich die Belegschaft um insgesamt [. . .] % (minus [. . .] % bei den unmittelbar in der Produktion Beschäftigten). 1996 sollen [. . .] Einheiten abgesetzt werden (gegenüber 1 371 000 im Jahre 1995), während für 1997 eine Steigerung auf [. . .] Einheiten vorgesehen ist (bei teilweisem Zukauf). Die Gewinnspanne vor Abzug der Fixkosten wird mit [. . .] angesetzt. Die Angebotspalette soll erheblich reduziert werden. Tyrolia wird auf seine starke Position im technologischen Bereich setzen und sich auf das Hochleistungssegment konzentrieren, um mit dem Markenimage von Head gleichzuziehen und von höheren Gewinnspannen zu profitieren. Fertigung von Skischuhen Zu den wichtigsten Schritten zählen die Verlagerung der Fertigung in das Werk in Tallinn (Estland), Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung und die Reduzierung der Mitarbeiterzahl. Am Produktionsstandort in Italien ist eine Rückführung der Kapazität von [. . .] Paar Schuhen in den Jahren 1994 und 1995 auf [. . .] Paar 1997 vorgesehen. Die Kapazität des Werks in Tallinn beläuft sich auf rund [. . .] Paar, so daß sich eine Verringerung der Gesamtkapazität um 9 % ergibt. Beim Absatz wird von [. . .] Paar im Jahre 1996 (gegenüber 626 000 Paar 1995) ausgegangen. Die Gewinnspanne vor Abzug der Fixkosten wird auf ca. [. .] % veranschlagt. Fertigung von Tennisschlägern (Hörbranz) Hier wird

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.