Europäische Union

96/222/EG: Entscheidung der Kommission vom 14. November 1995 über die Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt und der Funktionsweise des EWR- Abkommens (Sache Nr. IV/M. 603 - Crown Cork & Seal/CarnaudMetalbox) (Nur der englische Text ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR)

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Quellenkennung: 31996D0222. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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indung mit dem veralteten Flaschenvorrat verursachen. Bei kohlensäurehaltigen Getränke, die in Glasflaschen mit glattem Hals abgefuellt werden, gibt es für Kronenkorken praktisch keine Ersatzprodukte. Diese Faktoren tragen zu einer geringen Kreuzpreiselastizität bei. Kronenkorken stellen folglich einen getrennten sachlich relevanten Markt dar. 2. Aluminium- und Plastikschraubverschlüsse für Getränkeflaschen (34) Kunststoffverschlüsse werden auf Glas- und (PET)-Kunststoffflaschen für Getränke mit und ohne Kohlensäure verwendet. Diese Verschlüsse fallen je nach Flaschenform und Flascheninhalt unterschiedlich aus (ein- und zweiteilige Verschlüsse). Der Verschluß hängt weitgehend von der Flaschenwahl des Abnehmers ab. Er wird auf die gewählte Flaschenart abgestellt. Die Produktionsanlagen für Kunststoffverschlüsse können für die Herstellung verschiedener Arten von Plastikschraubverschlüssen, nicht aber für andere Verschlußarten wie Aluminiumkapseln eingesetzt werden. (35) Aluminiumflaschenverschlüsse sind Gewindekapseln für den Verschluß von Glas- und Kunststoffflaschen, die alkoholische Getränke oder Limonaden enthalten. Die Produktionsanlagen unterscheiden sich geringfügig nach Größe und Art der Aluminiumkapsel. Die Grundausstattung für die Produktion sämtlicher Aluminiumverschlüsse ist jedoch dieselbe. Die Produktion beginnt mit der Beschichtung und Bedruckung des Aluminiumblechs, das anschließend in Tafeln zerschnitten wird, aus denen die Kapseln gepreßt werden. (36) Aluminiumkapseln und Plastikschraubverschlüsse erfuellen zwar denselben Verschlußzweck, doch weisen mehrere Faktoren darauf hin, daß diese Produkte unterschiedlichen Märkten angehören: a) Es werden unterschiedliche Produktionsanlagen und -techniken verwendet, b) trotz des Preisvorteils von Aluminium gegenüber Kunststoff (die Kosten für Aluminium sind rund 10 % niedriger) bevorzugen die Abnehmer (Abfuellbetriebe) Kunststoff und sind bereit, den Aufschlag zu bezahlen, um Klagen von Kunden zu vermeiden, die sich an scharfen Aluminiumkanten verletzt haben, und c) aus traditionellen und vermarktungstechnischen Gründen werden zumindest in einem Segment des Getränkemarktes, nämlich bei alkoholischen Getränken, fast ausschließlich Aluminiumkapseln verwendet. Da jedoch selbst bei zwei getrennten Märkten für Aluminium- und Plastikschraubverschlüsse das Vorhaben nicht zur Begründung bzw. Stärkung einer beherrschenden Stellung führen würde, kann die Frage, ob beide Arten von Verschlüssen ein und demselben Markt angehören, offenbleiben. Räumlich relevante Märkte A. Weißblechaerosoldosen (37) Die Parteien bringen in ihrer Anmeldung vor, daß der räumlich relevante Markt für die Beurteilung des Zusammenschlusses "mindestens die gesamte Gemeinschaft" sei. Die Kommission vertritt aus den nachstehenden Gründen die Auffassung, daß der räumlich relevante Markt der gesamte EWR ist. (38) Weder die Parteien noch die befragten Wettbewerber oder Abnehmer wiesen auf erhebliche Einfuhren in den EWR hin. Nur ein Abnehmer berichtete von sehr geringen Einfuhren aus der Tschechischen Republik. Ein größerer Abnehmer berichtete von erfolglosen Versuchen, Erzeugnisse aus Osteuropa zu beziehen, wo er mit komplexen Logistikproblemen, ungenügender Flexibilität bei der Abgabe und Annahme von Bestellungen, mangelnder Qualität und Schwierigkeiten bei der Erfuellung technischer Spezifikationen konfrontiert wurde. Die von der Kommission befragten Wettbewerber konnten praktisch keine Ausfuhren von Weißblechaerosoldosen aus dem EWR vorweisen, während Aluminiumaerosoldosen mit kleinem Durchmesser in erheblichem Umfang regelmäßig aus dem EWR ausgeführt werden. (39) Mehrere Abnehmer waren der Auffassung, daß die Liefernähe des Anbieters einen wichtigen qualitativen Wettbewerbsvorteil darstelle, insbesondere hinsichtlich Beförderungskosten, Lieferzeit, der technischen Überwachung der Bedruckung durch die Abnehmer, der häufigen und rechtzeitigen Lieferungen und anderer logistischer Erwägungen. Trotz der Bedeutung dieser Faktoren hielten jedoch die meisten Wettbewerber und Abnehmer, einschließlich der vorerwähnten, die Liefernähe zum Anbieter nicht für ausreichend, um räumliche Märkte eng zu definieren. Für sie handelt es sich um einen europaweiten Markt. Die Analyse der von den Parteien und den Wettbewerbern vorgenommenen Lieferungen hat gezeigt, daß alle Unternehmen mehrere Mitgliedstaaten beliefern (in einigen Fällen bis zu zehn Mitgliedstaaten von einem Betrieb aus). Nach den Angaben der Parteien würde eine Preiserhöhung von 5 % die durchschnittliche Transportreichweite auf 1 000 km erweitern. (40) Vor diesem Hintergrund gelangt die Kommission zu dem Schluß, daß für die Würdigung der Auswirkung des Zusammenschlusses auf den Weißblechaerosoldosenmarkt der gesamte EWR der räumlich relevante Markt ist. B. Konservendosen (41) Die Parteien haben in ihrer Anmeldung vorgebracht, daß der räumlich relevante Markt für Konservendosen die gesamte Gemeinschaft sei. Diese Beurteilung entspricht nicht der Auffassung der meisten Wettbewerber, für die die Konservendosenmärkte nationale Märkte sind. Die Antworten der Abnehmer waren weniger übereinstimmend; Obwohl zahlreiche Abnehmer den Konservendosenmarkt als einen europäischen Markt betrachten, erklärte eine beträchtliche Anzahl von ihnen, daß es sich um nationale Märkte handele oder daß ein lokaler Wettbewerb bestehe. Die Feststellung, daß es nationale und regionale, über die nationalen Grenzen hinausgehende Märkte gibt, entspricht eher den von den meisten Abnehmern unterbreiteten und im weiteren Verlauf beschriebenen Daten und Fakten zu Absatz und Beförderung. Die Kommission vertritt aufgrund ihrer Untersuchungsergebnisse die Auffassung, daß der räumlich relevante Markt nicht der europäische Markt ist. Diese Würdigung beruht auf der Auswertung aller eingegangenen Informationen, einschließlich der Berücksichtigung hoher Beförderungskosten für Konservendosen, erheblicher Preisunterschiede zwischen verschiedenen Mitgliedstaaten, unterschiedlicher Dosennormen und der notwendigen Standortnähe zum Abnehmer. All diese Faktoren weisen auf das Bestehen nationaler oder, in einigen Fällen, grenzüberschreitender regionaler Märkte hin, die nachstehend erörtert werden. 1. Beförderungskosten (42) Konservendosen sind sperriger als Aerosoldosen und ihre Beförderungskosten stellen einen höheren Prozentsatz des Gesamtwerts dar. Bei ihnen ist deshalb die Beförderungsreichweite kürzer als bei Aerosoldosen. Für die Parteien liegt die wirtschaftlich vertretbare Lieferentfernung gegenwärtig bei unter 500 km. Für die meisten Wettbewerber beträgt diese Entfernung rund 300 km. Einige südeuropäische Konservendosenhersteller in Ländern, deren Währung abgewertet wurde, liefern nach bis 800 km entfernten Orten. Bei einem gedachten Preisanstieg von 5 % würde sich die Beförderungsreichweite allein aufgrund der Beförderungskosten auf höchstens 700 km (für die meisten Dosengrößen) bzw. 1 000 km (nur kleine Dosen) erhöhen. 2. Notwendige Standortnähe zum Abnehmer (43) Die Standortnähe zum Abnehmer ist eine eindeutige Notwendigkeit. Die in Konservendosen gelangenden Waren sind leicht verderblich und müssen oft sofort nach der Ernte abgepackt werden. Die Abnehmer verlangen daher pünktliche Lieferung und absolute Zuverlässigkeit. Dieses Erfordernis wird durch die Einführung der zeitgerechten Herstellung in der Nahrungsmittelindustrie, für die aus logistischen Gründen mehrere tägliche Konservendosenlieferungen in bestimmten Zeitabständen erforderlich sind, noch verstärkt. Einige Abnehmer erklärten daher, daß sie einen Anbieter, der sich nicht in der Nähe ihrer Abfuellbetriebe befindet, nicht für zuverlässig halten würden (genannt werden Entfernungen von 50 km für größere Dosen bis 300 km für kleinere Dosen). Außerdem verlangen die Abnehmer von ihren Dosenanbietern einen schnellen und rechtzeitigen Kundendienst. In der Hochsaison verursachen bereits wenige Stunden Produktionsleerlauf sehr hohe Kosten, weil die Gefahr besteht, daß die Lebensmittel verderben. Ein Dosenanbieter muß daher in der Lage sein, innerhalb weniger Stunden Kundendienstwünsche zu erfuellen. Für Anbieter, die sich nicht in der Nähe des Abnehmers befinden, wären wegen des enormen täglichen Dosenbedarfs zusätzliche Lager und Serviceeinrichtungen notwendig, deren Kosten zu den Transportkosten hinzukommen würden. Für einen Dosenhersteller wären somit Lieferungen in ein von seinem Betrieb entferntes Gebiet nur im Rahmen einer langfristigen Abnahmezusage für große Mengen rentabel, die ihn in die Lage versetzen würde, die erforderlichen Serviceeinrichtungen aufzubauen. Diese Notwendigkeit der Liefernähe spiegelt sich in der gegenwärtigen Verteilung der Betriebe über den gesamten EWR wider. Konservendosen werden im EWR von über 40 Betrieben hergestellt, wobei die meisten Mitgliedstaaten über mehr als einen Betrieb verfügen. 3. Unterschiedliche Dosennormen (44) Ein weiteres Hindernis bei der Europäisierung des Marktes sind die in den einzelnen Ländern bestehenden unterschiedlichen Normen in bezug auf die Dosengröße, durch die grenzüberschreitende Verkäufe behindert werden. Diese Beschränkungen könnten jedoch überwunden werden, indem Großabnehmer die Hersteller in einem Nachbarland veranlassen könnten, eine Fertigungsstraße entsprechend den Normen des Abnehmers zu ändern. 4. Bedeutende Preisunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten (45) Ein weiterer Anhaltspunkt gegen einen europäischen Markt sind die bedeutenden, anhaltenden Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten. Konservendosen sind in Spanien und Italien am billigsten, während der Preis für eine vergleichbare Dose in Deutschland und Österreich bis zu 30 % höher sein kann. 5. Schlußfolgerung (46) Unter Berücksichtigung der vorerwähnten Faktoren kann die Kommission der Behauptung der Parteien, daß für die Beurteilung des Zusammenschlußvorhabens der europäische Markt der räumlich relevante Markt für Konservendosen sei, nicht zustimmen. Es gibt gute Gründe für die Annahme, daß es sich im allgemeinen um nationale oder um grenzüberschreitende regionale Märkte handelt. Die Auswertung der tatsächlichen Transportentfernungen und die bei der Kommission eingegangenen Antworten ergeben folgende über die Grenzen einzelner Mitgliedstaaten hinausgehende regionale Märkte: Spanien und Portugal; das Vereinigte Königreich und Irland; Belgien, die Niederlande und Luxemburg. (47) In Spanien und Portugal bestehen mehr als 15 Konservendosenbetriebe, die von der räumlichen Entfernung her miteinander konkurrieren könnten. Nach den Lieferentfernungen und den Betriebsstandorten können spanische Hersteller den portugiesischen Markt beliefern und portugiesische Hersteller den spanischen Markt. Die Einfuhren auf diesem Markt sind unerheblich. (48) Was das Vereinigte Königreich und Irland betrifft, so gehört Crown der einzige Konservendosenbetrieb in Irland, während CMB im Vereinigten Königreich sechs Betriebe gehören. Die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich nach Irland sind jedoch umfangreich, und die größten britischen Wettbewerber haben erklärt, daß sie die beiden Mitgliedstaaten als einen einzigen Markt betrachten. Über 90 % der in diesem Markt nachgefragten Konservendosen werden dort auch hergestellt. An diesem Sachverhalt würde sich gemäß der Untersuchung der Kommission im Fall eines geringen, aber spürbaren Preisanstieges kaum etwas ändern. (49) Belgien, die Niederlande und Luxemburg stellen ebenfalls einen einzigen räumlichen Markt mit häufigen Ausfuhren zwischen diesen Ländern dar. Die Parteien haben vorgebracht, daß bei einem regionalen Benelux-Markt die Wettbewerber in Deutschland und Frankreich berücksichtigt werden müßten. Die von der Kommission durchgeführte Untersuchung hat ergeben, daß Unternehmen mit Betrieben in Nordfrankreich und Westdeutschland tatsächlich regelmäßig die Benelux-Länder beliefern. In weit geringerem Maße liefern Benelux-Hersteller in deutsche Nachbargebiete. Lieferungen nach Frankreich sind selten (93 % der in Frankreich verbrauchten Konservendosen werden im Lande hergestellt). Da selbst auf dem engsten räumlichen Markt (nämlich Benelux) das Vorhaben nicht zur Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung führen würde, kann die Frage, ob der räumlich relevante Markt einen Teil Nordfrankreichs und Westdeutschlands einbeziehen sollte, offenbleiben. C. Getränkedosen- und Getränkeflaschenverschlüsse (50) Wegen ihrer hohen Verpackungsdichte ist bei Getränkedosenverschlüssen, Kronenkorken, Plastikschraubverschlüssen und Aluminiumflaschenverschlüssen der Anteil der Beförderungskosten am Wert dieser Erzeugnisse gering, weshalb sie überall in der Gemeinschaft zu wirtschaftlichen Preisen geliefert werden können. Crown liefert z. B. Getränkedosenverschlüsse von seinem Werk in Irland in die gesamte Gemeinschaft. Die Wettbewerber liefern ebenfalls Getränkedosenverschlüsse überall in der EU und auch nach Osteuropa, in die Türkei und nach Nordafrika. Kronenkorken werden überall in der EU geliefert. Crown liefert Kronenkorken von Spanien nach Holland und von seinen Produktionsbetrieben in der Gemeinschaft nach dem Nahen Osten. Plastikschraubverschlüsse und Aluminiumflaschenverschlüsse werden ebenfalls überall in der Gemeinschaft geliefert. Die Parteien und die Wettbewerber haben erklärt, daß sie Europa als den räumlich relevanten Markt betrachten. In Anbetracht der oben beschriebenen Lieferströme und der Einschätzung durch den Wirtschaftszweig ist der räumlich relevante Markt der EWR. Wettbewerbliche Würdigung A. Weißblechaerosoldosen (51) Die Mehrzahl der von der Kommission angesprochenen Abnehmer haben zu bedenken gegeben, daß der Zusammenschluß und die sich daraus ergebenden hohen Marktanteile der neuen Unternehmenseinheit den Wettbewerb auf dem Markt der Weißblechaerosoldosen behindern würden. (52) Auch die meisten Weißblechaerosoldosen-Hersteller haben Bedenken zu den möglichen wettbewerbswidrigen Auswirkungen des Vorhabens auf den Markt geäußert. Insbesondere würde der Zusammenschluß dem neuen Unternehmen die Möglichkeit geben, eine Reihe qualitativer Wettbewerbsvorteile zu nutzen, die es in Verbindung mit seinem großen Marktanteil in die Lage versetzen könnten, mit den Worten eines Wettbewerbs: "den Wettbewerb auszuschließen". (53) Die Kommission kam aus folgenden Gründen zu der Schlußfolgerung, daß der Zusammenschluß eine beherrschende Stellung auf dem Markt der Weißblechaerosoldosen begründen würde: 1. Erhebliche strukturelle Veränderungen auf dem Weißblechaerosoldosenmarkt infolge des Zusammenschlusses a) Marktanteile (54) Nach den Angaben von FEA, dem Europäischen Verband der Aerosolhersteller, belief sich der Gemeinschaftsmarkt für Aerosoldosen - Weißblech und Aluminium - im Jahr 1994 auf rund 3,3 Mrd. Einheiten. Diese Zahl stimmt mit der Angabe der Parteien von 3,45 Mrd. Einheiten für den EWR überein. Nach den Schätzungen von Boxal und Cebal, den beiden größten Herstellern von Aluminiumaerosoldosen, entfallen auf Aluminiumdosen 1,2 bis 1,3 Mrd. Einheiten, was mit den Verkaufszahlen dieser beiden Unternehmen von zusammengenommen rund 1,1 Mrd. Einheiten im EWR in Einklang steht. Demnach beläuft sich das Gesamtvolumen der Weißblechaerosoldosen im EWR auf 2,1 bis 2,25 Mrd. Einheiten. (55) Gestützt auf die höchsten der vorhandenen Zahlenangaben beliefen sich im Jahr 1994 die Anteile von CMB und Crown an den Verkäufen von Weißblechaerosoldosen im EWR auf [35-45 %] (7) bzw. [20-30 %] (8). In demselben Jahr setzten CMB und Crown [ . . .] bzw. [ . . .] Einheiten (9) im EWR ab. Außerdem lieferte Crown an [ . . ] (10) Mio. Einheiten im Rahmen einer [langfristigen] (11) Liefervereinbarung. (Crown hat eine Anlage zur Herstellung von Weißblech "Wand-an-Wand" mit der Produktionsanlage von [ . . ] (12) errichtet.) Mit einem Gesamtabsatz von rund [ . . ] (13) Mio. Einheiten hatte die neue Unternehmenseinheit einen Anteil von [60-70 %] (14) am EWR-Markt für Weißblechaerosoldosen. (56) Der nächstgrößere Wettbewerber ist Schmalbach, eine Tochtergesellschaft des Viag-Konzerns mit einem Umsatz von rund 400 Mio. Einheiten und einem Marktanteil von 18 %. Die übrigen rund 20 % des Marktes verteilen sich auf kleine lokale Wettbewerber mit Marktanteilen von jeweils weniger als 5 %. Hierzu zählt Staehle, der drittgrößte Hersteller im EWR, mit einem Anteil von 4 bis 5 %. Alle übrigen Wettbewerber (einschließlich May Verpackung in Deutschland, Linpac im Vereinigten Königreich, Colep in Portugal und Grumetal in Spanien) haben Marktanteile von weniger als 3 %. (57) Wie sich aus dem nachstehenden Vergleich der Marktanteile bei Weißblechaerosoldosen vor und nach dem Erwerb ergibt, würden sich die Marktstellung des neuen Unternehmens und auch die Marktstruktur insgesamt grundlegend ändern. (58) Wenn auch CMB vor dem Erwerb das mit Abstand größte Unternehmen ist (bereits zweimal so groß wie jeder der beiden folgenden Wettbewerber), stehen ihm mit Crown und Schmalbach zwei fast gleichgroße Wettbewerber gegenüber. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> (59) Nach dem Erwerb wäre jedoch der Marktanteil von Crown/CMB mehr als dreimal größer als der Anteil des nächstgrößten Wettbewerbers, der seinerseits mehr als dreimal größer wäre als der Anteil des drittgrößten Wettbewerbers auf dem EWR-Markt der Weißblechaerosoldosen. Die nachstehende Tabelle macht deutlich, daß durch den Zusammenschluß nicht nur eines der beiden Unternehmen mit bedeutender Marktpräsenz, sondern auch das einzige andere Unternehmen, das von den Abnehmern als eine wichtige Wettbewerbsquelle für den Marktführer dargestellt wurde, wegfallen würde (siehe unten). Nach dem Erwerb ergäben sich folgende Marktanteile: >PLATZ FÜR EINE TABELLE> b) Überschußkapazitäten (60) Nach Einschätzung der Parteien herrschen auf dem Markt erhebliche Überschußkapazitäten. (Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazität wird von ihnen mit [60-70 %] (15) angegeben.) Der größte Teil dieser Kapazitäten würde jedoch auf das neue Unternehmen entfallen. Die "realistische Kapazität" der Parteien (laut Crown errechnet sich diese aus drei Schichten der bestehenden Produktpalette und Fertigungsstraßen, multipliziert mit 75 %, um Produktumstellungen Rechnung zu tragen) wäre zusammengenommen ausreichend, um die gesamte Marktnachfrage zu decken. Schmalbach, der einzige Wettbewerber mit einem Marktanteil von mehr als 5 %, hat demgegenüber eine realistische Überschußkapazität, mit der er sehr viel weniger als 5 % des Marktes bedienen könnte (16). c) Zusammenlegung von Know-how, von Forschung und Entwicklung und Produktionstechnik der beiden Marktführer (61) Neben der erheblichen Erweiterung der Marktanteile und Kapazitäten und dem überragenden Marktanteil der neuen Unternehmenseinheit würde das Vorhaben eine Zusammenballung von Know-how, FuE und Produktionstechnik der beiden Marktführer bewirken. Obwohl eine solche Zusammenballung prinzipiell eine positive Auswirkung auf den Wettbewerb im Hinblick auf Rationalisierung haben könnte, wird sie, angesichts der bestehenden Markteintrittsbarrieren, aus den unten angeführten Gründen in diesem Fall eine negative Auswirkung haben. Im Gegensatz zu Konservendosen sind Aerosoldosen kein Massenprodukt, und nach den Aussagen der großen Mehrzahl der Lieferanten und Wettbewerber spielt das Know-how eine wichtige Rolle, um auf dem Aerosoldosenmarkt den Wettbewerb bestehen zu können. Dies gilt insbesondere für bestimmte Produktionsaspekte wie die Zusammensetzung der Innenlacke (um die chemische Verträglichkeit mit der jeweiligen Füllung zu gewährleisten) und die Entwicklung geeigneter Liefersysteme (um die chemische Beschaffenheit der Füllung zu schützen). Dieses Know-how ist ein Schlüsselelement, um den Anforderungen der Abnehmer bei neu auf den Markt zu bringenden Füllungen mit ihrer jeweiligen chemischen Zusammensetzung zu genügen, und für den Wettbewerb bei bestehenden Füllungen. Know-how und technische Entwicklung wurden auch als Gründe dafür angegeben, warum die Großabnehmer der Überzeugung sind, daß sie von großen internationalen Unternehmen mit erheblichen technischen Ressourcen beziehen müssen. CMB wird von den größten Abnehmern als Lieferant hochwertiger, innovativer Produkte angesehen, während Crown Anstrengungen unternehme, um dieselbe Qualitätshöhe zu erreichen. Diese beiden Unternehmen werden als die innovativen Kräfte im Markt angesehen. Die Abnehmer haben ferner angegeben, daß sich der Markt gegenwärtig durch eine rasante, kostenaufwendige Entwicklung bei Technik und Know-how auszeichne und daß der Besitz und die Aktualisierung des neuesten Know-how-Standes ein wesentlicher Antriebsfaktor für den Wettbewerb sei. Dies geht auch aus einem Vermerk hervor, den die Parteien der Kommission am 18. Juli 1995 vorgelegt haben. Im gleichen Sinne hat ein Kunde folgendes festgestellt: "CMB ist, was die Technik betrifft, das fortgeschrittenste Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig . . . Aus diesem Grund sind die übrigen Wettbewerber stets gezwungen, CMB zu folgen und sich in gleicher Weise zu entwickeln. Crown war immer das erste Unternehmen, das die neuen Entwicklungen umgesetzt hat, was zu einem gesunden Wettbewerb zwischen diesen beiden gleichwertigen Anbietern geführt hat. Ein Zusammenschluß der beiden Unternehmen würde zu erheblichen Preissteigerungen führen, da der bestehende Wettbewerb insbesondere im Bereich der Neuentwicklungen wegfallen und die neue Unternehmenseinheit letztlich über eine uneingeschränkte Freiheit für Preiserhöhungen verfügen würde. Nach Ansicht unseres Unternehmens gibt es gegenwärtig neben Crown und CMB kein Unternehmen, das finanziell stark genug wäre, um neue Techniken entwickeln zu können, so daß im Ergebnis der Endverbraucher/Endabnehmer das Opfer wäre." d) Wegfall eines von nur zwei Aerosoldosenherstellern mit Produktionsstätten in Gesamteuropa (62) Mit dem Zusammenschluß würde einer von nur zwei Lieferanten mit flächendeckender Präsenz verschwinden. Dieses Merkmal ist für die Kunden von Bedeutung, wenn sie einen Lieferanten hinsichtlich Lieferfristen, Kundendienst, tägliche Kleinlieferungen (im Gegensatz zu umfangreichen Großlieferungen, die eine aufwendige und teure Lagerhaltung erfordern) und Lieferzuverlässigkeit auswählen. (63) Wie bereits erwähnt, haben sowohl Großkunden als auch Kleinabnehmer angegeben, daß die Kundennähe für den Lieferanten einen Wettbewerbsvorteil darstellt, selbst wenn die Lieferungen auf europäischer Ebene ausgehandelt werden. Von besonderer Bedeutung ist dies für die Kleinabnehmer, die Lieferungen in kleinen Mengen benötigen. Die Großabnehmer sind ihrerseits von den Großlieferanten hinsichtlich technischer Flexibilität, Qualitätsanforderungen, technischer Neuerungen und Know-how (siehe nachstehend unter "Entgegenwirken der Abnehmer") in besonderem Maße abhängig. Auch ziehen sie Lieferanten in ihrer unmittelbaren Nähe vor, um die technische Unterstützung, Zuverlässigkeit, Überwachung der Bedruckung, kurze Lieferzeiten gewährleisten und der allgemeinen Entwicklung hin zu täglichen Lieferungen kleiner Mengen folgen zu können. Die Anmelder sind schon vor dem Zusammenschluß die einzigen Unternehmen im Markt, die eine solche Flexibilität aufweisen. Während Crown Fertigungsstätten in Belgien, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Italien und den Niederlanden unterhält, betreibt CMB Produktionsstätten in Spanien, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Im Vergleich dazu unterhält Schmalbach, der nächstgrößte Hersteller, nur jeweils eine Produktionsanlage in Deutschland und den Niederlanden, während kein anderer Wettbewerber über mehr als einen Produktionsbetrieb verfügt. e) Produktionsflexibilität (64) Mit dem Zusammenschluß würde auch im Hinblick auf die Flexibilität der Produktion einer der beiden führenden Lieferanten wegfallen. Dadurch würde sich die Kluft noch vergrößern, die nach den Aussagen der Kunden bereits gegenüber dem nächstfolgenden Wettbewerber vorhanden ist. (65) Auch in bezug auf die Produktionsfl

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.