Europäische Union

2012/134/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 28. Februar 2012 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Glasherstellung (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 865) Text von Bedeutung für den EWR

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iii. Nass-Elektrofilter Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder aus Härteöfen oder für die Behandlung von zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) allgemein anwendbar. iv. Steinwollefilter Diese Filter bestehen aus einer Stahl- oder Betonkonstruktion, in der Steinwolleplatten angebracht sind, die als Filtermedium fungieren. Dieses Filtermedium muss regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden. Diese Filterart ist geeignet für Abgase mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt und für partikelförmige Stoffe mit adhäsiven Eigenschaften. Die Anwendbarkeit beschränkt sich hauptsächlich auf Steinwolleprozesse für die Filtration von Abgasen aus dem Formbereich und/oder aus Härteöfen. v. Thermische Nachverbrennung Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus Härteöfen allgemein anwendbar, insbesondere bei Steinwolleprozessen. Eine Anwendung bei zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) ist aufgrund des hohen Volumens, der geringen Konzentration und der niedrigen Temperatur der Abgase nicht wirtschaftlich. Tabelle 53 BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Mineralwolle-Branche, bei getrennter Behandlung Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 kg/t Enderzeugnis Formbereich — zusammengeführte Emissionen aus Form- und Härteprozessen — zusammengeführte Emissionen aus Form-, Härte- und Kühlprozessen Gesamt-Staub < 20–50 — Phenol < 5–10 — Formaldehyd < 2–5 — Ammoniak 30–60 — Amine < 3 — Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C 10–30 — Emissionen aus Härteöfen  (162)  (163) Gesamt-Staub < 5–30 < 0,2 Phenol < 2–5 < 0,03 Formaldehyd < 2–5 < 0,03 Ammoniak < 20–60 < 0,4 Amine < 2 < 0,01 Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C < 10 < 0,065 NOX, ausgedrückt als NO2 < 100–200 < 1 1.8.   BVT-Schlussfolgerungen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung (HTW) Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung. 1.8.1.   Staubemissionen aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen 64.   Die BVT besteht in der Reduzierung der mit den Abgasen der Schmelzwanne freigesetzten Staubemissionen durch den Einsatz eines Filtersystems. Technik (164) Anwendbarkeit Das Filtersystem besteht gewöhnlich aus einem Gewebefilter. Die Technik ist allgemein anwendbar. Tabelle 54 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung Parameter BVT BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 Staub Abgasreinigung durch Filtersysteme < 5–20 (165) 65.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (166) Anwendbarkeit i. Minimierung der Produktverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung der Produktionslinie, wo technisch möglich Potentielle Quellen der Staub- und Faser-Emissionen können sind: — Herstellung und Erfassung der Wolle — Mattenerzeugung (Vernadelung) — Schlichtemittelverbrennung — Schneiden, Besäumen und Verpacken der fertigen Erzeugnisse Eine gute Konstruktion, Abdichtung und Instandhaltung der Anlagenteile ist wichtig für die Minimierung von Faserstaub durch Freisetzung in die Luft. Die Techniken sind allgemein anwendbar. ii. Schneiden, Besäumen und Verpacken unter Vakuum durch Einsatz eines wirksamen Absaugsystems in Verbindung mit einem Gewebefilter An der Produktionsanlage (z. B. am Schneidsystem oder am Verpackungskarton) wird ein Unterdruck angelegt, um Partikel und Fasern abzusaugen und in einem Gewebefilter abzuscheiden. iii. Einsatz eines Gewebefiltersystems (166) Abgase aus Weiterverarbeitungsprozessen (z. B. Herstellung, Mattenerzeugung, Schlichtemittelverbrennung) werden in ein Behandlungssystem mit einem Gewebefilter geleitet. Tabelle 55 BVT-assoziierte Emissionswerte bei Weiterverarbeitungsprozessen mit Staubentwicklung bei der Herstellung von Hochtemperaturisolierwolle (bei getrennter Behandlung) Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 Staub (167) 1–5 1.8.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen 66.   Die BVT besteht in der Reduzierung von NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung mit Verbrennungsregelung und/oder Änderung der Verbrennungsbedingungen Technik Anwendbarkeit Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen Verfahren zur Reduzierung der Bildung von thermischen NOX-Emissionen beinhalten die Kontrolle der folgenden wesentlichen Verbrennungsparameter: — Luft-Brennstoff-Verhältnis (Sauerstoffgehalt in der Reaktionszone) — Flammentemperatur — Verweilzeit in der Hochtemperaturzone der Flamme Durch eine gute Verbrennungsregelung werden solche Bedingungen hergestellt, die am wenigsten zur Entstehung von NOX beitragen. Die Technik ist allgemein anwendbar. Tabelle 56 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung Parameter BVT BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 NOX ausgedrückt als NO2 Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen 100–200 1.8.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen 67.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus den Schmelzwannen und aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (168) Anwendbarkeit i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. ii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt Die Anwendbarkeit kann vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. Tabelle 57 BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzöfen und aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung Parameter BVT BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 SOX, ausgedrückt als SO2 Primärtechniken < 50 1.8.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen 68.   Die BVT besteht in der Minderung von HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen durch die Auswahl geeigneter Rohstoffe mit niedrigem Chlor- und Fluor-Gehalt für die Gemengerezeptur. Technik (169) Anwendbarkeit Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur Die Technik ist allgemein anwendbar. Tabelle 58 BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl < 10 Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF < 5 1.8.5.   Metalle aus Schmelzöfen und Weiterverarbeitungsprozessen 69.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzöfen und/oder Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (170) Anwendbarkeit i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur Die Techniken sind allgemein anwendbar. ii. Einsatz eines Filtersystems Tabelle 59 BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallmissionen aus Schmelzöfen und/oder aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung Parameter BVT-assoziierter Emissionswert (171) mg/Nm3 Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) < 1 Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) < 5 1.8.6.   Flüchtige organische Verbindungen aus Weiterverarbeitungsprozessen 70.   Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (172) Anwendbarkeit i. Kontrolle der Verbrennungsbedingungen einschließlich der Überwachung der entsprechenden CO-Emissionen Die Technik besteht aus der Kontrolle der Verbrennungsparameter (z. B. des Sauerstoffgehalts in der Reaktionszone, Flammentemperatur), um eine vollständige Verbrennung der organischen Bestandteile (z. B. Polyethylenglykol) aus dem Abgasstrom zu gewährleisten. Die Überwachung der Kohlenmonoxid-Emissionen ermöglicht auch den Rückschluss auf nicht verbrannte organische Bestandteile. Die Technik ist allgemein anwendbar. ii. Thermische Nachverbrennung Der Anwendbarkeit dieser Techniken steht unter Umständen die Wirtschaftlichkeit entgegen, wenn die betreffenden Abgasmengen und die VOC-Konzentrationen zu gering sind. iii. Nasswäscher Tabelle 60 BVT-assoziierte Emissionswerte für VOC-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung(getrennte Behandlung) Parameter BVT BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 Flüchtige organische Bestandteile (VOC) Primär- und/oder Sekundärtechniken 10–20 1.9.   BVT-Schlussfolgerungen zur Frittenherstellung Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Frittenanlagen. 1.9.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen 71.   Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefiltersystems. Technik (173) Anwendbarkeit Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter Die Technik ist allgemein anwendbar. Tabelle 61 BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 kg/t geschmolzenen Glases (174) Staub < 10–20 < 0,05–0,15 1.9.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen 72.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (175) Anwendbarkeit i. Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur Bei der Frittenherstellung werden in Verbindung mit zahlreichen Produkten in der Gemengerezeptur Nitrate verwendet, um die erforderlichen Eigenschaften zu erzielen. Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien und/oder die Qualitätsanforderungen des Erzeugnisses beschränkt sein. ii. Verringerung des Falschlufteintritts in die Wanne Bei dieser Technik wird der Eintritt von Falschluft in den Brenner verhindert, indem die Brennerblöcke, die Gemengeeinlegevorrichtung und alle sonstigen Öffnungen der Schmelzwanne abgedichtet werden. Die Technik ist allgemein anwendbar. iii.    Modifikationen des Verbrennungsprozesses a) Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses Anwendbar für konventionelle mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene Wannen; Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. b) Verringerte Temperatur der Verbrennungsluft Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs c) Gestufte Verbrennung: — Luftstufung — Brennstoffstufung Eine Brennstoffstufung kommt bei den meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen in Betracht. Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar. d) Abgasrückführung Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf Spezialbrenner mit automatischer Abgasrückführung. e) NOX-arme Brenner Die Technik ist allgemein anwendbar. Beste Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne in Kombination mit einer optimalen Wannenbauart und -geometrie erreicht. f) Brennstoffauswahl Die Anwendbarkeit ist aufgrund der Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. iv. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung in Verbindung mit einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. Tabelle 62 BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche Parameter BVT Betriebsbedingungen BVT-assoziierter Emissionswert (176) mg/Nm3 kg/t geschmolzenen Glases (177) NOX ausgedrückt als NO2 Primärtechniken Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel), ohne Nitrate (178) Nicht anwendbar < 2,5–5 Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel), mit Nitraten Nicht anwendbar 5–10 Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, ohne Nitrate 500–1 000 2,5–7,5 Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, mit Nitraten < 1 600 < 12 1.9.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzöfen 73.   Die BVT besteht in der Kontrolle der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (179) Anwendbarkeit i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. ii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem Die Technik ist allgemein anwendbar. iii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. Tabelle 63 BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 kg/t geschmolzenen Glases (180) SOX, ausgedrückt als SO2 < 50–200 < 0,25–1,5 1.9.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen 74.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (181) Anwendbarkeit i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der jeweiligen Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. ii. Minimierung der Fluorverbindungen in der Gemengerezeptur, um die Qualität des Erzeugnisses sicherzustellen Fluorverbindungen werden genutzt, um den Fritten bestimmte Eigenschaften zu verleihen (z. B. Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit). Die Minimierung oder Ersetzung von Fluorverbindungen durch alternative Materialien ist durch die Anforderungen an die Produktqualität beschränkt. iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem Die Technik ist allgemein anwendbar. Tabelle 64 BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 kg/t geschmolzenen Glases (182) Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl < 10 < 0,05 Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF < 5 < 0,03 1.9.5.   Metalle aus Schmelzwannen 75.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (183) Anwendbarkeit i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der produzierten Frittenart und der Verfügbarkeit von Rohstoffen allgemein anwendbar. ii. Möglichst geringe Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn eine Einfärbung erforderlich ist oder der Fritte sonstige besondere Eigenschaften verliehen werden sollen. Die Techniken sind allgemein anwendbar. iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem Tabelle 65 BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche Parameter BVT-assoziierter Emissionswert (184) mg/Nm3 kg/t geschmolzenen Glases (185) Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) < 1 < 7,5 × 10–3 Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) < 5 < 37 × 10–3 1.9.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen 76.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken: Technik (186) Anwendbarkeit i. Einsatz von Nassmahlverfahren Bei dieser Technik wird die Fritte auf die gewünschte Partikelgröße gemahlen; dabei wird hinreichend Flüssigkeit zugegeben, um einen Schlamm herzustellen. Der betreffende Prozess wird im Allgemeinen unter Zusatz von Wasser in Mahlanlagen mit Aluminiumoxid-Perlen durchgeführt. Die Techniken sind allgemein anwendbar. ii. Einsatz beim Trockenmahlen und bei Trockenproduktverpackungen unter Verwendung eines effizienten Extraktionssystems in Verbindung mit einem Gewebefilter. In der Mahlanlage oder in der Verpackungsstation wird ein Unterdruck erzeugt, um Staubemissionen in einen Gewebefilter zu saugen. iii. Einsatz eines Filtersystems Tabelle 66 BVT-assoziierte Emissionswerte bei gesonderter Abtrennung von Emissionen in die Luft in Weiterverarbeitungsprozessen bei getrennter Behandlung Parameter BVT-assoziierter Emissionswert mg/Nm3 Staub 5–10 Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) < 1 (187) Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) < 5 (187) Glossar: 1.10.   Beschreibung der Techniken 1.10.1.   Staubemissionen Technik Beschreibung Elektrofilter Elektrofilter laden Partikel elektrisch auf und trennen die Partikel dann unter der Einwirkung eines elektrischen Feldes ab. Elektrofilter kommen unter weiten Anwendungsbedingungen (weitem Anwendungsbereich) zum Einsatz. Gewebefilter Gewebefilter bestehen aus gewebten oder gefilzten durchlässigen Materialien, durch die die enthaltenen Partikel abgeschieden werden. Die Gewebeauswahl für Gewebefilter muss auf die Zusammensetzung der betreffenden Abgase und die maximalen Betriebstemperaturen abgestimmt werden. Reduzierung flüchtiger Bestandteile durch Anpassung der Rohstoffe Gemengerezepturen können hoch flüchtige Bestandteile (z. B. Borverbindungen) enthalten; diese flüchtigen Bestandteile können reduziert oder ersetzt werden, um die vorwiegend durch Verflüchtigungen bedingten Staubemissionen zu verringern. Elektroschmelze Bei der Elektroschmelze wird Energie zum Schmelzen des Glases in einer Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt. Bei Cold-Top-Wannen (bei denen die Elektroden im Allgemeinen unten in der Wanne eingeführt werden) bedeckt die Gemengedecke die gesamte Schmelze; dadurch wird die Verflüchtigung von Gemenge-Bestandteilen (z. B. von Bleiverbindungen) erheblich reduziert. 1.10.2.   NOX-Emissionen Technik Beschreibung Modifikationen des Verbrennungsprozesses i. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses Diese Technik ist im Wesentlichen durch die folgenden Eigenschaften gekennzeichnet: — Minimierung von Falschlufteintritten in die Wanne; — sorgfältige Kontrolle der Verbrennungsluft; — modifizierte Gestaltung der Brennkammer. ii. Verringerte Verbrennungslufttemperatur Im Vergleich zu Regenerativwannen ist bei Rekuperativwannen die Temperatur der vorgewärmten Luft niedriger und entsprechend ist die Flammentemperatur verringert. Bei dieser Technik wird allerdings der Wirkungsgrad der Wanne reduziert (geringere spezifische Glasschmelzleistung), die Brennstoffeffizienz ist geringer und der Brennstoffbedarf erhöht sich; dies kann zu höheren Emissionen (kg/t Glas) führen. iii. Gestufte Verbrennung —   Luftstufung– Substöchiometrische Befeuerung und Abschluss des Verbrennungsprozesses unter Zuführung der verbleibenden Luft bzw. von Sauerstoff in die Wanne. —   Brennstoffstufung– Im Brennerhals wird mit niedrigem Impuls eine Primärflamme erzeugt (10 % der Gesamtenergie); eine Sekundärflamme überdeckt den Ansatz der Primärflamme und senkt dadurch die Kerntemperatur. iv. Abgasrückführung Bei der Abgasrückführung wird das Abgas aus der Wanne in die Flamme zurückgeführt, um den Sauerstoffgehalt zu reduzieren und damit die Flammentemperatur zu senken. Bei der Verwendung von Spezialbrennern erfolgt eine interne Rückführung von Verbrennungsgasen, mit denen die Temperatur des Flammenansatzes abgesenkt und der Sauerstoffgehalt im heißesten Bereich der Flammen reduziert wird. v. NOX-arme Brenner Diese Technik beruht auf einer Reduzierung der Spitzentemperaturen der Flammen, die gleichzeitig eine Verzögerung und den vollständigen Abschluss der Verbrennung bewirkt und die Wärmeübertragung erhöht (erhöhte Flammenstrahlung). Dies kann zu einer modifizierten Gestaltung der Brennkammer führen. vi. Brennstoffauswahl Wegen der besseren Wärmestrahlung und den niedrigeren Flammentemperaturen wird bei mit Öl betriebenen Wannen im Allgemeinen weniger NOX freigesetzt als bei gas-befeuerten Wannen. Spezielles Wannen-Design Rekuperativwannen, bei denen verschiedene Eigenschaften zusammenkommen, die niedrige Flammentemperaturen ermöglichen. Die wichtigsten Merkmale sind: — spezifische Brennertypen (Anzahl und Anordnung); — eine modifizierte Geometrie der Wanne (Höhe und Größe); — zweistufige Rohstoffvorwärmung, mit einer Abgasführung über die Rohstoffe bevor sie der Wanne zugeführt werden und einem Scherbenvorwärmer nach dem Rekuperator, in dem die Verbrennungsluft vorgewärmt wird. Elektroschmelze Bei dieser Technik wird Energie zum Schmelzen des Glases in der Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt. Die wichtigsten Merkmale sind: — Die Elektroden werden im Allgemeinen unten in den Ofen eingeführt („cold-top“); — bei Cold-Top-Elektrowannen werden dem Gemenge häufig Nitrate zugesetzt, um die erforderlichen oxidierenden Bedingungen für einen stabilen, sicheren und effizienten Herstellungsprozess zu gewährleisten. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) Bei dieser Technik wird die Verbrennungsluft durch Sauerstoff (Reinheit > 90 %) ersetzt; dabei wird die Bildung von thermischem NOX infolge des in die Wanne eintretenden Stickstoffs konsequent verhindert bzw. verringert. Der Gehalt an Reststickstoff in der Wanne hängt von der Reinheit des zugeführten Sauerstoffs sowie von der Qualität des Brennstoffs (% N2 im eingesetzten Erdgas) und vom möglichen Ort des Lufteinlasses ab. Chemische Reduktion durch Brennstoffzufuhr Diese Technik beruht auf der Zufuhr fossiler Brennstoffe in das Abgas unter chemischer Reduktion von NOX zu N2 in einer Kette verschiedener Reaktionen. Im 3R-Prozess wird der Brennstoff (Erdgas oder Öl) in den Einlass des Regenerators eingespritzt. Diese Technologie wurde für Regenerativwannen entwickelt. Selektive katalytische Reduktion (SCR) Diese Technik beruht auf der in einem Katalysatorbett mit einer Ammoniak-Reaktion (im Allgemeinen in Wasser gelöst) bei einer optimalen Betriebstemperatur von etwa 300-450 °Celsius bewirkten Reduktion von NOX zu Stickstoff. Eine oder zwei Katalysatorschichten können eingesetzt werden. Die NOX-Reduktion erhöht sich mit zunehmender Anzahl der Katalysatorschichten (zwei Sch

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.