Europäische Union

2013/151/EU: Beschluss der Kommission vom 19. September 2012 über die staatliche Beihilfe SA.30908 (11/C) (ex N 176/10) umgesetzt von der Tschechischen Republik für České aerolinie, a.s. (ČSA — Czech Airlines — Umstrukturierungsplan) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 6352) Text von Bedeutung für den EWR

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3.4.2013    DE Amtsblatt der Europäischen Union L 92/16 BESCHLUSS DER KOMMISSION vom 19. September 2012 über die staatliche Beihilfe SA.30908 (11/C) (ex N 176/10) umgesetzt von der Tschechischen Republik für České aerolinie, a.s. (ČSA — Czech Airlines — Umstrukturierungsplan) (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 6352) (Nur die tschechische Fassung ist verbindlich) (Text von Bedeutung für den EWR) (2013/151/EU) DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION, gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 108 Absatz 2, gestützt auf das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum, insbesondere auf Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe a, gestützt auf den Beschluss der Kommission zur Einleitung des Verfahrens gemäß Artikel 108 Absatz 2 AEUV (1) in Bezug auf die Beihilfe SA.30908 (C 11/C, vormals N 176/10) (2), nach Aufforderung von Beteiligten zur Stellungnahme nach den oben genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung dieser Stellungnahmen, in Erwägung nachstehender Gründe: 1.   VERFAHREN (1) Mit Schreiben vom 12. Mai 2010 setzte die Tschechische Republik die Kommission von der Umstrukturierungsbeihilfe an České aerolinie, a.s. (nachfolgend als „ČSA“ bezeichnet) in Kenntnis. Die Kommission bat mit Schreiben vom 6. Juni 2010 und 25. November 2010 um weitere Auskünfte, worauf die tschechischen Behörden mit Schreiben vom 15. und 24. September 2010, 15. Dezember 2010 und 28. Februar 2011 antworteten. (2) Mit Schreiben vom 23. Februar 2011 teilte die Kommission der Tschechischen Republik ihren Beschluss mit, in Bezug auf die Beihilfe das Verfahren gemäß Artikel 108 Absatz 2 AEUV zu eröffnen (nachfolgend als der „Eröffnungsbeschuss“ bezeichnet). Die Tschechische Republik gab mit Schreiben vom 28. April 2011 Stellungnahmen hierzu ab. Die Kommission stellte mit Schreiben vom 26. Juli 2011, 15. März 2012, 7. Mai 2012 und 11. Juli 2012 weitere Fragen, worauf die tschechischen Behörden am 22. August 2011, 15. September 2011, 7. Oktober 2011, 16. November 2011, 23. November 2011, 12. Dezember 2011, 3. Januar 2012, 16. April 2012, 22. Mai 2012, 14. Juni 2012, 5. Juli 2012, 10. Juli 2012, 20. Juli 2012 und 10. August 2012 antworteten. (3) Der Eröffnungsbeschluss wurde am 23. Juni 2011 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Kommission forderte Beteiligte zur Stellungnahme auf. (4) Die Kommission erhielt am 30. Juni 2011, 19. Juli 2011, 15. August 2011, 25. November 2011 und 13. Dezember 2011 Stellungnahmen von zwei Beteiligten. Sie leitete diese an die Tschechische Republik weiter, um ihr Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die Tschechische Republik äußerte sich mit Schreiben vom 31. August 2011 und 3. Februar 2012. 2.   BESCHREIBUNG DER MASSNAHME UND DES UMSTRUKTURIERUNGSPLANS 2.1   UMSTRUKTURIERUNGSBEIHILFE (5) Die gesamten notifizierten Umstrukturierungsbeihilfemaßnahmen waren (i) ein Darlehen des staatlichen Unternehmens Osinek, a.s. in Höhe von 2 500 Mio. CZK (sofern es als staatliche Beihilfe zu betrachten wäre); (ii) die Freigabe der Besicherung und ein Schulden-Swap des Osinek-Darlehens und (iii) ein garantiertes Bankdarlehen in Höhe von 20,8 Mio. EUR zur Finanzierung eines Flugzeugkaufs. Die notifizierten geplanten Gesamtumstrukturierungskosten belaufen sich auf insgesamt [8,9-10,5] (*1) Mrd. CZK (3) ([360–410] Mio. EUR). (6) Am 21. März 2012 erließ die Kommission einen Beschluss in der Sache SA.29864 hinsichtlich des möglichen Beihilfecharakters eines von Osinek, a.s. gewährten Darlehens. Die Untersuchung führte zur Schlussfolgerung, dass das Osinek-Darlehen keine staatliche Beihilfe darstellte und, selbst wenn dem so wäre, doch mit dem Vorübergehenden Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen zur Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmitteln in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise (4) (nachfolgend als „Vorübergehender Rahmen“ bezeichnet) vereinbar wäre. Daher wird im Rahmen des gegenwärtigen Umstrukturierungsfalls nicht mehr auf diese Maßnahme eingegangen. Der garantierte Bankkredit in Höhe von 20,8 Mio. EUR wurde aufgegeben, da ČSA ein von […] gewährtes Finanzleasing abschließen konnte. Somit ist die einzige Umstrukturierungsbeihilfemaßnahme, die es noch zu bewerten gilt, der Schulden-Swap des Osinek-Darlehens, dem die Freigabe der Besicherung des Darlehens voranging. Freigabe der Besicherung und Schulden-Swap (7) Am 3. Mai 2010 verabschiedete die tschechische Regierung die Entschließung Nr. 333 über den Plan zur Umstrukturierung von ČSA (nachfolgend als „Entschließung Nr. 333“ bezeichnet), durch die die tschechische Regierung das Ministerium für Industrie und Handel anwies (5), die Freigabe von Verpfändungen gegenüber einigen der Sicherheiten vor der Erhöhung des Stammkapitals von ČSA umzusetzen. Der Schulden-Swap basierte rechtlich auf dieser Entschließung und wurde am 30. Juni 2010 umgesetzt. 2.2   BEIHILFEEMPFÄNGER (8) ČSA ist seit 1923 die nationale Fluggesellschaft der Tschechischen Republik. 2009 beförderte das Unternehmen 37 % der Passagiere, die in Prag abflogen oder landeten. ČSA ist ein staatliches Unternehmen, wobei 95,69 % seiner Anteile der Tschechischen Republik über dessen Finanzministerium gehören. Minderheitsaktionäre sind Česká pojišťovna a. s. (2,26 %), die Hauptstadt Prag (1,53 %) und die Hauptstadt Bratislava (0,51 %). Das Unternehmen ist Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und bietet Linienflugdienste (104 Ziele in 44 Ländern) an. 2009 beförderte ČSA 4,7 Millionen Passagiere und erzielte Einnahmen in Höhe von 14,9 Mrd. CZK (96 Mio. EUR). (9) Tabelle 1 zeigt die Entwicklung der Finanzdaten von ČSA von 2006 bis zum 1. Halbjahr 2011.ts Tabelle 1 Finanzdaten von ČSA (nach tschechischen Buchhaltungsstandards) '000 CZK 2006 2007 2008 2009 2010 06/2011 Gewinn/Verlust – 396 951 206 600 470 057 –3 756 125 76 159 [– 710 000 – (– 630 000 )] Umsatz 23 375 950 23 399 853 22 581 692 19 789 620 16 547 753 [6 250 000 –7 250 000 ] Cashflow aus operativen Tätigkeiten – 533 192 – 275 234 –1 762 376 –3 066 694 –1 205 542 NZ Verbindlichkeiten 6 476 911 4 391 070 6 494 752 6 581 325 2 819 915 [2 550 000 –2 900 000 ] Nettozinsen –94 374 –55 254 –14 263 NZ NZ NZ Nettoinventarwert 11 679 439 10 161 647 10 418 871 7 948 571 6 632 836 [5 450 000 –6 225 000 ] Tabelle 2 Entwicklung von Schlüsselkriterien im Jahr 2009 (nach tschechischen Buchhaltungsstandards) '000 CZK 31.3.2009 30.6.2009 30.9.2009 Verluste [– 1 320 000 -(– 1 190 000 )] [– 1 840 000 -(– 1 660 000 )] [– 2 625 000 -(– 2 365 000 )] Umsatz [4 385 000 -4 820 000 ] [9 265 000 -10 235 000 ] [14 300 000 -15 830 000 ] Verbindlichkeiten [5 685 000 -6 285 000 ] [5 550 000 -6 065 000 ] [6 290 000 -6 960 000 ] Nettoinventarwerte [8 340 000 -9 255 000 ] [8 990 000 -9 920 000 ] [8 470 000 -9 390 000 ] (10) Die Zahlen zeigen, dass ČSA in den Jahren 2007 und 2008 trotz gewisser Negativentwicklungen noch Gewinn erzielte. Jedoch verschlechterte sich das Geschäftsergebnis 2009 aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise drastisch. Der Umsatz ging im betrachteten Zeitraum geringfügig zurück, während beim Cashflow ein starker Einbruch zu verzeichnen war. Die Höhe der Verbindlichkeiten, die als Summe der langfristigen und kurzfristigen Verbindlichkeiten und Bankdarlehen berechnet wird, war mehr oder weniger stabil. Der Inventarwert sank erheblich, insbesondere im Jahr 2009. (11) Tabelle 2 zeigt die quartalsweise Entwicklung im Jahr 2009. Hieraus wird ersichtlich, dass die Verluste des Unternehmens, insbesondere von Juni bis September, stark anstiegen, und zwar auf [705–785] Mio. CZK im Vergleich zu [470–520] Mio. CZK von März bis Juni. Die Umsatzveränderung betrug [4,88–5,42] Mrd. CZK von März bis Juni und [5,04–5,59] Mrd. CZK im Zeitraum Juni–September. Die Veränderung schwankt nicht erheblich und deutet daher nicht darauf hin, dass sich die Lage des Unternehmens insbesondere im ersten Halbjahr verschlechterte. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens nahmen im Zeitraum März-Juni ab und stiegen im Zeitraum Juni–September um [0,89–1,05] Mrd. CZK an. Schließlich stieg der Gesamtinventarwert von ČSA im ersten untersuchten Zeitraum (März-Juni) an und ging im Zeitraum Juni–September um [75–85] Mio. CZK zurück. (12) Die tschechischen Behörden bringen vor, dass sich die Finanzlage von ČSA infolge des globalen Konjunktureinbruchs zwar bereits Ende 2008 verschlechterte, man aber Grund zur Annahme hatte, dass in der Sommersaison 2009, wenn die Einnahmen in der Luftfahrtbranche gewöhnlich Höchstwerte erreichen, deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden sollten. Basierend auf dieser Prognose, die durch die Erfahrungen aus Vorjahren gestützt wurde, ging ČSA davon aus, dass man genügend Reserven bilden würde, um den Cashflow stabilisieren und weitere Verluste verhindern zu können. (13) Dennoch zeigten die Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2009, die der Geschäftsführung Mitte August 2009 vorgelegt wurden, einen erheblichen Rückgang der durchschnittlichen Einnahmen im Juni. Es wurde deutlich, dass das Unternehmen nicht mehr in der Lage war, seine Geschäfte ohne sofortige Kostensenkungsmaßnahmen und finanzielle Hilfe aus externen Quellen fortzusetzen. Der Vorstand des Unternehmens richtete daher eine Arbeitsgruppe ein, die beauftragt wurde, einen Umstrukturierungsplan für das Unternehmen auszuarbeiten. Im Zuge dessen beschloss die Geschäftsführung von ČSA im August 2009 Maßnahmen zur Einleitung des Umstrukturierungsprozesses, wodurch der Schwerpunkt von ČSA von tagtäglichen operativen Maßnahmen hin zur globalen Umstrukturierung des Geschäfts des Unternehmens verlagert wurde. (14) Die tschechischen Behörden bringen daher vor, dass ČSA vor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen Entwicklungen ab August 2009 als Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Leitlinien der Gemeinschaft für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung von Unternehmen in Schwierigkeiten (6) von 2004 (nachfolgend als „Rettungs- und Umstrukturierungsleitlinien“ bezeichnet) betrachtet werden kann. Czech Aeroholding (15) Nach Abschluss des Umstrukturierungsprozesses beabsichtigt die Tschechische Republik, einen strategischen Partner für ČSA zu finden. Der gegenwärtige Zeitrahmen für den Beitritt eines strategischen Investors zu ČSA ist spätestens November 2013. Als Vorbereitung auf die geplante Privatisierung beschoss die tschechische Regierung, eine neue Unternehmensstruktur unter dem Dach von Český Aeroholding, a.s. (nachfolgend als „ČAH“ bezeichnet) zu gründen. (16) Zu ČAH gehören gegenwärtig die folgenden Unternehmen: ČSA, Flughafen Prag, a.s. (nachfolgend als „Flughafen Prag“ bezeichnet) und frühere Tochterunternehmen von ČSA, z. B. Czech Airlines Handling, a.s., HOLIDAYS Czech Airlines, a.s. (nachfolgend als „HCA“ bezeichnet), Czech Airlines Technics, a.s. und ČSA Services, s.r.o. (siehe Abbildung 1). Ziel von ČAH ist die Umstrukturierung der innerhalb der Dachgesellschaft gruppierten Unternehmen, um deren Zugang zu kommerzieller Finanzierung zu vereinfachen und sie auf die bevorstehende Privatisierung vorzubereiten. (17) Czech Airlines Handling, a.s. bietet Dienstleistungen im Bereich der Passagier- und Flugzeugabfertigung, Reinigungsdienste für Flugzeuge und Gebäude sowie Bodenverkehrsdienste sowohl für ČSA als auch für andere Fluggesellschaften, die Linienflüge nach und ab Prag durchführen, an. Czech Airlines Handling, a.s. ist der einzige Akteur auf dem Flugzeugreinigungsmarkt am Flughafen Prag-Ruzyně. Bei der Bodenabfertigung steht Czech Airlines Handling am Flughafen Prag-Ruzyně im Wettbewerb mit dem Flughafen Prag und anderen Bodenabfertigungsgesellschaften wie z. B. Menzies Aviation. (18) HCA führt Charterflüge durch. Auf diesem Markt steht das Unternehmen im Wettbewerb mit Travel Service, a.s. und verschiedenen anderen kleineren Charterfluggesellschaften am Flughafen Prag-Ruzyně, z. B. Grossman Jet, ABS Jet, Silesia Air und verschiedene andere, die nur einen kleinen Marktanteil am Flughafen Prag-Ruzyně besitzen. (19) Czech Airlines Technics, a.s. führt einfache und komplizierte Instandhaltungsarbeiten an allen Flugzeugen der Familien Boeing B737 und Airbus A320 durch. Ferner führt das Unternehmen auch umfangreiche Kontrollen an Flugzeugen des Typs ATR 42/72 durch und ist für die Durchführung von Kontrollen am Airbus 310 zertifiziert. Dieses Tochterunternehmen ist hauptsächlich als Dienstleiter für ČSA tätig. Jedoch entfallen [17,5–19,5]% seiner Einnahmen auf Dienstleistungen, die gegenüber Dritten wie z. B. Lufthansa Technik, SAS Norway, Air Berlin, Air France-KLM, Transavia Airlines, Travel Service, Ural Airlines und Aerosvit erbracht werden. (20) Czech Airlines Services, s.r.o. betreibt ein Call-Center sowie ein Rekrutierungs-Center, wobei [88-98] % seiner Dienstleistungen gegenüber ČSA erbracht werden. (21) Am Anfang des Umstrukturierungszeitraums hielt ČSA auch eine Mehrheitsbeteiligung an verschiedenen anderen Unternehmen, insbesondere: — Amadeus Marketing ČSA, s.r.o. (Beteiligung von 65 %), die das Amadeus Global Distribution System (GDS) für die Tschechische und Slowakische Republik betreibt; — Slovak Air Service, s.r.o. (100 %); und — ClickforSky (100 %). Abbildung 1 Struktur von Český Aeroholding, a.s. Český Aeroholding, a.s. Dachgesellschaft České aerolinie, a.s. Linienverkehr Flughafen Prag Betreiber des Flughafens Prag Amadeus Marketing, s.r.o. Vertriebsunterstützung Ausbildung des Flugbegleitpersonals Noch zu gründen Facility Management Noch zu gründen HOLIDAYS Czech Airlines, .a.s Charterflüge ČSA Services, s.r.o. Call-Center und Personalagentur Czech Airlines Technics, a.s. Instandhaltung Czech Airlines Handling, a.s. Abfertigung (22) Die Bildung von ČAH wurde von der tschechischen Kartellbehörde am 25. Oktober 2011 mit einer Reihe von Auflagen genehmigt. Diese Auflagen konzentrieren sich auf potenzielle Risiken für den Wettbewerb aufgrund des Zusammenschlusses von ČSA und des Flughafens Prag durch vertikale und horizontale Überschneidungen (insbesondere des Bereichs Bodenabfertigung) der Tätigkeiten der Zusammenschlussparteien. (23) Die Auflagen sind sowohl verhaltenstechnischer als auch struktureller Art und verpflichten ČSA dazu, allen interessierten Parteien einen transparenten, nicht diskriminierenden und gleichen Zugang zur Flughafeninfrastruktur am Flughafen Prag-Ruzyně zu kommerziell angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtungen beziehen sich insbesondere auf die Entflechtung des Betreibers des Flughafens Prag-Ruzyně von anderen innerhalb von ČAH durchgeführten Tätigkeiten, den Austausch von wirtschaftlich sensiblen Daten zwischen den an ČAH beteiligten juristischen Personen, die Zuweisung von Zeitnischen am Flughafen Prag-Ruzyně, den Verkauf des Bodenabfertigungsbereichs des Flughafens Prag an einen unabhängigen Käufer und den gleichen Zugang zu den Dienstleistungen, die von den juristischen Personen innerhalb von ČAH bereitgestellt werden, für alle Marktteilnehmer, die an der Bereitstellung von Bodenabfertigungsdienstleistungen und/oder von Reparatur und Instandhaltung am Flughafen Prag-Ruzyně beteiligt sind (7). 2.3   UMSTRUKTURIERUNGSPLAN (24) Im Mai 2010 übermittelten die tschechischen Behörden der Kommission den Umstrukturierungsplan (nachfolgend als „UP“ bezeichnet), der dann im Rahmen von später vorgelegten Informationen aktualisiert wurde. Der UP konzentriert sich auf Maßnahmen in Bezug auf das Kerngeschäft von ČSA, nämlich Personenbeförderung im Linienflugverkehr. Andere Geschäftssektoren sollen entweder verkauft oder innerhalb der Struktur der Dachgesellschaft ausgelagert werden. (25) Die Ursachen für die Schwierigkeiten von ČSA liegen in einem überzogenen Netzausbau in den Jahren 2004 bis 2006 sowie im Einstieg von Billigfluganbietern am Flughafen Prag-Ruzyně. Darüber hinaus litt das Unternehmen unter den betrieblichen Ineffizienzen aus der Vergangenheit, als die globale Konjunktur einbrach, was eine sinkende Nachfrage bei den Passagieren und hohe Treibstoffkosten mit sich brachte. (26) Die aktualisierte Version des UP vom 3. Januar 2012 zielt darauf, die langfristige Rentabilität von ČSA bis 2014 wiederherzustellen. Der Umstrukturierungszeitraum erstreckt sich von August 2009 bis Juni 2014 (insgesamt 5 Jahre). (27) In Übereinstimmung mit den jüngsten Entwicklungen in der Luftfahrtbranche aktualisierten die tschechischen Behörden ihre Annahmen für den projizierten Weg zur Wiederherstellung der Rentabilität von ČSA und legten neue Szenarien hinsichtlich einer optimistischen, einer pessimistischen und einer mittleren Hypothese (Grund-, Best- und Schlimmstfall) vor. ČSA betrachtet die nachstehenden Schätzungen als konservative Basis seiner zukünftigen Entwicklung. Bei den Schätzungen wird der geplante Einstieg eines privaten Investors nicht berücksichtigt, was voraussichtlich positive Auswirkungen auf die Leistung von ČSA hätte und die langfristige Rentabilität des Unternehmens weiter stärken würde. (28) Die wichtigsten externen Faktoren mit Einfluss auf die Leistung von ČSA sind die Folgenden: (i) Anstieg des Treibstoffpreises (gestiegen um nahezu 40 % gegenüber den im Eröffnungsbeschluss enthaltenen Szenarien), (ii) deutlich geringere Nachfrage, (iii) verstärkter Wettbewerb und (iv) Rückgang der Einnahmen aus dem Ticketverkauf. (29) Das Grundfall-Szenario stützt sich auf die Annahme, dass sich der Markt entsprechend den makroökonomischen Prognosen der Tschechischen Nationalbank und des Internationalen Währungsfonds entwickeln wird. Der Einstieg von Billigfluganbietern wird als der Hauptfaktor mit Einfluss auf den Marktanteil von ČSA betrachtet. (30) Zu den externen Faktoren zählen: — Marktpreis des Treibstoffs von 1 000 USD/mT; — Wechselkurse: US-Dollar 17,0 CZK/USD, Euro 24,5 CZK/EUR; — Rendite [2–2,2], Auslastung [66–73]%. (31) Zu den internen Faktoren zählen: — Umstrukturierung der Eigentums- und Unterhaltungskosten bei Flugzeugen; — weitere Verbesserung der Passagierkosten (Reduzierung der GDS- und Catering-Kosten); — weitere Verbesserung der Produktivität der Besatzung auf der Airbus-Flotte; — Optimierung der Besatzungskosten für die regionale Flotte (ATR), höhere Flottenauslastung; — teilweise Verdichtung der A 320- und B 737-Flotten (höhere Anzahl von Sitzplätzen); — reduzierter durchschnittlicher Treibstoffverbrauch – Fortsetzung der Flottenerneuerung; — Optimierung des Revenue-Management-Systems – [0,95–1]% Renditesteigerung; — negative Auswirkung des Kaufs von Emissionszertifikaten, die in die durchschnittlichen Passagiereinnahmen eingerechnet werden; — ab Sommer 2012 wird der Betrieb mit einer Flotte bestehend aus ATR (7 Flugzeuge), Airbus (15 Flugzeuge) und Boeing (5 Flugzeuge) fortgesetzt. (32) ČSA erwartet infolge der Umstrukturierung die folgende Entwicklung seiner Kapitalrendite: Tabelle 3 Erwartete Kapitalrendite Kapitalrendite 2011 2012 2013 2014 2015 Grundfall-Szenario –23,6  % [– 2,5–(– 3)] % [0,9–1,1] % [1,7–1,85] % [2,1–2,4] % Bestfall-Szenario –23,6  % [– 0,95–(– 1,1)] % [3,6–3,9] % [4,8–5,2] % [4,8–5,2] % Schlimmstfall-Szenario –23,6  % [– 13,5–(– 12,1)] % [– 9,5 – – 8,9] % [0,7–0,75] % [0,98–1,1] % (33) Die tschechischen Behörden nehmen das Grundfall-Szenario als realistische Prognose an und argumentieren, dass die am Ende von 2104 erreichte Kapitalrendite von [1,7–1,85]% als akzeptabel betrachtet werden kann. (34) Bei dem Bestfall-Szenario wird davon ausgegangen, dass der Treibstoffpreis um 1–2 % (im Zeitraum 2012–2013) bzw. 3 % (im Zeitraum 2014–2015) gesenkt wird. Des Weiteren basiert dieses Szenario darauf, dass die Umstrukturierungsmaßnahmen schneller als angenommen umgesetzt werden und die Nachfrage im Vergleich zum Basisfall-Szenario rascher zunimmt. Andererseits stützt sich das Schlimmstfall-Szenario auf einen gestiegenen Treibstoffpreis (3–5 % höher im Zeitraum 2012–2013) gegenüber dem Grundfall-Szenario; weitere Faktoren sind Verzögerungen bei der Umsetzung der geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen und ein geringerer Nutzen aus Revenue-Management-Maßnahmen (erst 2014 vollständig umgesetzt). (35) Bei dem Plan wird davon ausgegangen, dass bis zum Geschäftsjahr (GJ) 2013 in die Gewinnzone zurückgekehrt wird. Nach dem Grundfall-Szenario erzielt ČSA 2014 einen Nettogewinn nach Steuer von [95–112] Mio. CZK ([3,8–4,3] Mio. EUR) und erwirtschaftet eine Kapitalrendite von [1,7–1,85]% bis 2014 bzw. von [2,1–2,4]% bis 2015. Tabelle 4 Gewinn und Verlust 2008–2014 (in Mio. CZK) (nach tschechischen Buchhaltungsstandards) Geschäftsjahr 2007 2008 2009 2010 2011(f) 2012(f) 2013(f) 2014(f) Einnahmen 23 400 22 582 19 790 16 548 13 585 [12 900 –13 100 ] [12 900 –13 100 ] [12 900 –13 100 ] Gewinn/Verlust vor Steuer 206 470 –3 756 76 – 244 [– 220–(– 180)] [68–75] [85–110] Zum Erreichen dieser Ergebnisse schlägt ČSA die folgenden Schlüsselmaßnahmen vor: (36) Optimiertes Netzmodell und Anpassung der Flottengröße: Am Anfang des Umstrukturierungsprozesses flog ČSA 67 Ziele an. Dieses Netz wird um [18–20]% verkleinert und ČSA konzentriert sich nun ausschließlich auf die Märkte, die in der Reichweite seiner Kurzstrecken-/Mittelstreckenflotte liegen. Flüge nach New York und Kanada wurden bereits 2009 eingestellt. Der erwartete Rückgang im Passagierverkehr in Einnahmen pro Passagierkilometer im Vergleich zu 2009 beträgt [22,5–25,5]%, während bei den Einnahmen pro angebotenem Sitzkilometer (Available Seat-Kilometre, ASK) ein Anstieg um [3,8–4,4]% erwartet wird. Sowohl profitable als auch defizitäre Strecken wurden gestrichen. (37) Die Flugzeugflotte soll um mehr als 50 % verkleinert werden und umfasst dann 20 bis 23 Flugzeuge im Gegensatz zu 49 Flugzeugen vor der Umstrukturierung. Die Gesamtzahl der Flüge wird um [36–40]% und ASK um [21–24]% reduziert. Folglich soll sich der Sitzladefaktor verbessern und im Grundfall-Szenario [66–73]% erreichen. (38) Die Flottenstruktur soll durch einen allmählichen Austausch der älteren Flugzeugtypen (Boeing B737-400 und B737-500) ausschließlich gegen Airbus-Modelle vereinfacht und modernisiert werden. Die Modernisierung der Flotte von ČSA verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, da dem Unternehmen dann fortschrittlichere und zuverlässigere Flugzeuge, die den Passagieren einen höheren Komfort bieten, zur Verfügung stehen. Ein weiterer Nutzen dieser Maßnahme ist neben der Senkung der Flottenbetriebskosten, einschließlich Einsparungen aus der Vereinheitlichung der Flotte, die Optimierung der Beförderungskapazität. (39) Ertragsmaßnahmen: ČSA führte 2011 ein neues Revenue-Management-System zur Optimierung der Tarifgestaltung und Verfügbarkeit ein, was darauf abzielt, den Ertrag pro ASK um [3–3,5]% zu steigern. Eine weitere Ertragssteigerung wird im Zusammenhang mit der erwarteten Zunahme der Verkäufe über die Website von ČSA erwartet – [20–22]% der Tickets sollen bis 2012 online verkauft werden, gegenüber [7–8]% im Jahr 2009. Dies soll mit Einnahmen aus dem Verkauf von zugehörigen Eigenprodukten, wie z. B. Gebühren für zweites Gepäckstück, Gebühren für Premium-Sitzzuteilung und Bordverkauf, sowie Produkten von Dritten, wie z. B. Hotels, Mietwagenfirmen und Reiseversicherungen, einhergehen. Es wird davon ausgegangen, dass das Revenue-Management bis Ende 2012 zu Gewinnen in Höhe von [500–560] Mio. CZK führt. (40) Kostensenkungsmaßnahmen: 2009 beschäftigt ČSA 3 200 Angestellte direkt und mehr als 1 600 Angestellte über seine Tochterunternehmen. Im Rahmen der Umstr

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.