Haftungsquote nach Unfall: Wie viel Geld erhalten Sie?

Die Versicherung erkennt nur 70 Prozent Haftung an. Das bedeutet nicht, dass sie damit zugleich alle angesetzten Schäden akzeptiert. Haftungsverteilung und Höhe der einzelnen Schadenspositionen sind zwei unterschiedliche Prüfungen.

Wie wirkt sich die Quote auf die Zahlung aus?

Ausgangspunkt ist zunächst der dem Grunde und der Höhe nach ersatzfähige Schaden. Darauf kann die maßgebliche Quote angewendet werden. Bei 10.000 Euro ersatzfähigem Schaden und einer Haftung der Gegenseite von 70 Prozent ergeben sich vereinfacht 7.000 Euro. Einzelne Positionen und weitere Beteiligte können jedoch zusätzliche Fragen aufwerfen. Eine Quote ersetzt daher nicht die Prüfung, ob beispielsweise Mietwagenkosten oder Reparaturkosten in der geltend gemachten Höhe überhaupt ersatzfähig sind. Bereits erfolgte Zahlungen sind anschließend zu berücksichtigen.

Was hilft bei einem Streit über die Verteilung?

Unfallskizzen, Fotos der Endstellungen, Schäden, Verkehrszeichen und Zeugenangaben sollten möglichst früh gesichert werden. Die eigene Schilderung sollte zwischen sicherer Wahrnehmung und Vermutung unterscheiden. Angebote des Versicherers sind darauf zu prüfen, welche Tatsachen die vorgeschlagene Quote tragen. Eine nachvollziehbare rechtliche Bewertung benennt sowohl die Verursachungsbeiträge als auch verbleibende Beweisfragen. So lässt sich besser einschätzen, ob eine weitere Auseinandersetzung sinnvoll ist und welche zusätzliche Aufklärung das Ergebnis tatsächlich verändern könnte.

Eine Kürzung verständlich nachrechnen

Lassen Sie sich erläutern, welche Positionen anerkannt wurden und auf welche Summe die Quote angewendet wird. Wird zunächst die Reparaturrechnung gekürzt und anschließend nur ein Teil ersetzt, müssen beide Schritte begründet sein. Ziehen Sie bereits gezahlte Beträge erst an der passenden Stelle ab. Bei Sachverständigenkosten, mehreren Ersatzpflichtigen oder Leistungen der eigenen Kaskoversicherung können Besonderheiten eine einfache Prozentrechnung verändern.

Die angebotene Quote ist keine gerichtliche Entscheidung

Eine Regulierung mit einer bestimmten Quote spiegelt zunächst die Auffassung des Versicherers wider. Prüfen Sie, welche nachgewiesenen Umstände sie tragen und welche zusätzlichen Beweise verfügbar sind. Fotos, Spuren und neutrale Zeugen können wichtiger sein als die nachträgliche Überzeugung eines Beteiligten. Ein Vergleich sollte außerdem klar erkennen lassen, ob damit nur eine Teilzahlung oder eine abschließende Regelung verbunden ist.

Rechtsgrundlagen: § 254 BGB; § 17 StVG.

Weitere Erläuterungen: Haftungsquote im Rechtsglossar der Kanzlei.

Stand: 1. Oktober 2026.