Stammkapital der GmbH: Ist das Geld immer vorhanden?

Im Handelsregister steht ein Stammkapital von 25.000 Euro. Daraus lässt sich nicht ablesen, wie viel Geld die GmbH heute besitzt oder ob sie Ihre Rechnung bezahlen kann.

Nennbetrag und tatsächliches Vermögen

§ 5 GmbHG verlangt für die reguläre GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro. Die Summe der Nennbeträge sämtlicher Geschäftsanteile muss mit dem Stammkapital übereinstimmen. Diese feste Rechengröße verändert sich nicht täglich mit Einnahmen und Ausgaben. Eine GmbH kann bei unverändertem Stammkapital Vermögen aufbauen oder Verluste erleiden. Auch ihr Unternehmenswert lässt sich daraus nicht ablesen. Für Geschäftspartner ist der Registerbetrag deshalb eine wichtige Strukturangabe, aber weder ein aktueller Vermögensnachweis noch eine Zusage, dass ein entsprechendes Bankguthaben jederzeit vorhanden ist.

Einlagepflichten der Gesellschafter

Mit der Übernahme eines Geschäftsanteils verbindet sich die Verpflichtung zur vereinbarten Einlage. § 19 GmbHG enthält zentrale Regeln über ihre Leistung. Zu unterscheiden sind der geschuldete Nennbetrag, bereits erfüllte Zahlungen und noch offene Einlageforderungen. Die Beteiligung eines Gesellschafters wird nicht deshalb unverbindlich, weil die Gesellschaft zunächst ohne vollständige Einzahlung eingetragen werden konnte. Offene Einlagen können später eingefordert werden. Zahlungsbelege sollten den Einlagezweck und den begünstigten Rechtsträger erkennen lassen. Private Verrechnungen zwischen Beteiligten ersetzen die geschuldete Leistung an die Gesellschaft nicht ohne Weiteres.

Ein fester Betrag bei wechselndem Vermögen

Die GmbH kann Einlagen für ihren Geschäftsbetrieb verwenden, etwa für Geräte oder laufende Aufwendungen. Gewinne und Verluste verändern das tatsächliche Vermögen, ohne automatisch den eingetragenen Kapitalbetrag zu ändern. Eine formelle Kapitaländerung braucht eigene gesellschaftsrechtliche Schritte. Der Registerwert ist daher eine Strukturangabe und kein laufender Liquiditätsnachweis.

Für welche Frage benötigen Sie die Zahl?

Bei der Prüfung offener Einlagen zählen Beitragszusage und tatsächliche Leistung. Für die Bewertung eines Anteils sind wirtschaftliche Daten wichtig; für die Zahlungsfähigkeit kommt es auf rechtzeitig verfügbare Mittel an. Diese Fragen sollten getrennt beantwortet werden. Auch eine Gesellschaft mit hohem Stammkapital kann in Schwierigkeiten geraten, während die Höhe allein keine Aussage über einen konkreten Forderungsausfall erlaubt.

Rechtsgrundlagen: § 5 GmbHG – Stammkapital; § 7 GmbHG – Anmeldung; § 5a GmbHG – Unternehmergesellschaft; § 19 GmbHG – Einlagen; § 30 GmbHG – Kapitalerhaltung.

Weitere Erläuterungen: Stammkapital im Rechtsglossar der Kanzlei.

Stand: 1. Oktober 2026.