Baustellenschild fällt aufs Auto: Warum eine zerbrochene Fußplatte den Fall entschied

Baustellenschild fällt aufs Auto: Warum eine zerbrochene Fußplatte den Fall entschied

Das Firmenauto steht am Straßenrand, daneben ein mobiles Verkehrsschild auf einem Grünstreifen. Dann kippt das Schild auf das Fahrzeug. Für die Reparatur stehen 3.534,46 Euro im Raum. Der verantwortliche Baulogistikdienstleister will nicht zahlen – verliert aber vor dem Amtsgericht München.

Die Standfestigkeit musste auch später kontrolliert werden

Am Schild waren Aufkleber des beklagten Unternehmens angebracht. Das Gericht ordnete die Gefahrenquelle dessen Verantwortungsbereich zu. Der pauschale Einwand, nicht der richtige Beklagte zu sein, genügte nicht.

Für die Haftung war besonders die mittlere Fußplatte wichtig: Sie war gebrochen. Am Unfallort lagen jedoch keine passenden Bruchstücke. Daraus schloss das Gericht, dass die Standfestigkeit schon länger beeinträchtigt gewesen sein musste. Bei zumutbaren gelegentlichen Kontrollen hätte das auffallen können.

Auch der Standort nahe der Fahrbahn spielte eine Rolle. Schon beim Aufstellen war erkennbar, dass ein umkippendes Schild geparkte Fahrzeuge treffen konnte.

Eine Gefahrenquelle aufstellen bringt Pflichten mit sich

§ 823 Absatz 1 BGB schützt unter anderem das Eigentum vor schuldhaften rechtswidrigen Verletzungen. Bei einer Gefahrenquelle kann die Pflichtverletzung darin liegen, erforderliche und zumutbare Sicherungsmaßnahmen zu unterlassen.

Es geht dabei um eine konkrete Verantwortlichkeit: Wer beherrscht die Gefahrenquelle, welche Gefahr ist erkennbar und welche Maßnahme wäre angemessen gewesen? Allein aus dem Schaden folgt noch nicht, welches Unternehmen haftet. Umgekehrt endet die Prüfung nicht mit der Frage, ob das Schild irgendwann einmal ordentlich aufgestellt worden war.

Zum Fahrzeugschaden kamen weitere Kosten

Das Gericht sprach insgesamt 4.210,25 Euro zu. Darin waren neben dem Sachschaden eine Kostenpauschale von 25 Euro und Gutachterkosten von 650,79 Euro enthalten. Zusätzlich musste der Dienstleister 540,50 Euro vorgerichtliche Anwaltskosten ersetzen.

Diese Einzelbeträge beschreiben den entschiedenen Fall. Welche Kosten in einem anderen Fall erforderlich und ersatzfähig sind, ist anhand des jeweiligen Schadens und der veranlassten Maßnahmen zu prüfen.

Fotos sollten mehr zeigen als die Delle

Nach einem solchen Vorfall sind Übersichtsaufnahmen vom Standort genauso hilfreich wie Detailbilder vom Fahrzeug. Halten Sie auch die Standfüße, vorhandene oder fehlende Teile und erkennbare Firmenkennzeichnungen fest, soweit das gefahrlos möglich ist.

Notieren Sie außerdem Zeitpunkt, Zeugen und den vorgefundenen Zustand. Die Aufnahme einer beschädigten Motorhaube belegt einen Schaden; Bilder der Aufstellung können zusätzlich erklären, warum er entstanden ist und wer dafür verantwortlich sein könnte.

Quelle und zeitlicher Bezug: AG München, Urteil vom 16. Januar 2025, 223 C 19279/24; Pressemitteilung vom 20. Oktober 2025. Nach Gerichtsangabe rechtskräftig.