Europäische Union

2013/84/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 11. Februar 2013 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf das Gerben von Häuten und Fellen (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2013) 618) Text von Bedeutung für den EWR

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Quellenkennung: 32013D0084. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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asser gefiltert. Die Konzentration von Abbauprodukten der Haare im Abwasser wird verringert. Die Technik ist nicht anwendbar, wenn keine Anlagen zur Verarbeitung der Haare innerhalb einer angemessenen Transportentfernung verfügbar sind oder die Nutzung der Haare nicht möglich ist. Die Anwendbarkeit ist zudem begrenzt auf: — neue Prozessgefäße, — vorhandene Prozessgefäße, die den Einsatz dieser Technik ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. f Einsatz von organischen Schwefelverbindungen oder Enzymen bei der Enthaarung von Rinderhäuten Die bei der Enthaarung verwendete Menge von anorganischem Sulfid wird verringert, indem dieser teilweise durch organische Schwefelverbindungen ersetzt wird oder zusätzlich geeignete Enzyme eingesetzt werden. Der zusätzliche Einsatz von Enzymen kann nicht in Gerbereien erfolgen, die Leder mit einem sichtbaren Narbenbild (z. B. Anilinleder) herstellen. g Verringerter Einsatz von Ammonium bei der Entkälkung Der Einsatz von Ammoniumverbindungen bei der Entkälkung wird teilweise oder vollständig ersetzt durch das Einleiten von Kohlendioxid und/oder durch die Verwendung anderer Ersatzstoffe als Entkälkungsmittel. Der vollständige Ersatz von Ammoniumverbindungen durch CO2 während der Entkälkung kann nicht bei der Verarbeitung von Materialien angewandt werden, deren Dicke mehr als 1,5 mm beträgt. Die Anwendbarkeit eines teilweisen oder vollständigen Ersatzes von Ammoniumverbindungen durch CO2 während der Entkälkung ist zudem begrenzt auf: — neue Prozessgefäße, — bestehende Prozessgefäße, die den Einsatz von CO2 während der Entkälkung ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. 1.4.2.   Minderung der Emissionen in das Abwasser aus den Prozessschritten bei der Gerbung 6.   Um die Schadstoffbelastung im Rohabwasser aus der Gerbung zu mindern, ist BVT, eine geeignete Kombination der nachfolgenden Techniken anzuwenden. Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Einsatz von kurzen Flotten Bei Kurzflottenverfahren wird weniger Prozesswasser benötigt. Wenn weniger Wasser verwendet wird, verringert sich die Menge der Prozesschemikalien, die unverbraucht abgeleitet werden. Diese Technik kann bei der Verarbeitung von Kalbsfellen nicht angewandt werden. Die Anwendbarkeit ist zudem begrenzt auf: — neue Prozessgefäße, — bestehende Prozessgefäße, die den Einsatz von kurzen Flotten ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. b Maximierung der Auszehrung von Chromgerbstoffen Optimierung der Betriebsparameter (z. B. pH-Wert, Flotte, Temperatur, Zeit und Fassdrehzahl) und Einsatz von Chemikalien, um den Anteil von chromhaltigen Gerbstoffen zu steigern, die von den Häuten und Fellen aufgenommen werden. Allgemein anwendbar. c Optimierte vegetabile Gerbmethoden Einsatz von Fassgerbung für einen Teil des Prozesses. Einsatz von Vorgerbmitteln, um die Durchdringung der vegetabilen Gerbstoffe zu unterstützen. Kann nicht bei der Herstellung von vegetabil gegerbtem Sohlenleder angewandt werden. 1.4.3.   Minderung der Emissionen in das Abwasser aus den Prozessschritten der Nachgerbung und Nasszurichtung 7.   Um die Schadstoffbelastung im Rohabwasser aus der Nachgerbung und der Nasszurichtung zu mindern, ist BVT, eine geeignete Kombination der nachfolgenden Techniken anzuwenden. Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Einsatz von kurzen Flotten Bei Kurzflottenverfahren wird weniger Prozesswasser benötigt. Wenn weniger Wasser verwendet wird, verringert sich die Menge der Prozesschemikalien, die unverbraucht abgeleitet werden. Diese Technik kann im Prozessschritt der Färbung und für die Verarbeitung von Kalbsfellen nicht angewandt werden. Die Anwendbarkeit ist zudem begrenzt auf: — neue Prozessgefäße, — bestehende Prozessgefäße, die den Einsatz von kurzen Flotten ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. b Optimierung von Nachgerbung, Färben und Fettlickern Optimierung der Prozessparameter, um die maximale Aufnahme von Prozesschemikalien sicherzustellen. Allgemein anwendbar. 1.4.4.   Sonstige Minderung von Emissionen in das Abwasser 8.   Um die Emission von spezifischen Pestiziden in das Abwasser zu verhindern, ist BVT, ausschließlich Häute oder Felle zu verarbeiten, die nicht mit diesen Mitteln behandelt werden. Beschreibung Die Technik besteht darin, im Liefervertrag vorzusehen, dass die Materialien frei sein müssen von Pestiziden, die — in der Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik (5) aufgeführt sind; — in der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über persistente organische Schadstoffe (6) aufgeführt sind; — gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (7) als karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft sind. Beispiele hierfür sind DDT, Cyclodien-Pestizide (Aldrin, Dieldrin, Endrin, Isodrin) und HCH, einschließlich Lindan. Anwendbarkeit Allgemein anwendbar für Gerbereien, mit Einschränkungen für die Festlegung von Anforderungen an Häute- und Felllieferanten aus Nicht-EU-Staaten. 9.   Um die Biozidemissionen in das Abwasser auf ein Mindestmaß zu begrenzen, ist BVT, Häute und Felle ausschließlich mit Bioziden zu verarbeiten, die entsprechend den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2012 über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten genehmigt wurden (8). 1.5.   Behandlung von Emissionen in das Wasser 10.   Um die Emissionen in aufnehmende Gewässer zu mindern, besteht die BVT in der Anwendung einer Abwasserbehandlung, einschließlich einer geeigneten Kombination der folgenden Techniken (betriebsintern und/oder -extern): i) mechanische Behandlung, ii) physikalisch-chemische Behandlung, iii) biologische Behandlung, iv) biologische Stickstoffelimination. Beschreibung Die Anwendung einer geeigneten Kombination der nachstehend beschriebenen Techniken. Die Kombination von Techniken kann betriebsintern und/oder -extern in zwei oder drei Stufen angewandt werden. Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Mechanische Behandlung Abscheidung von groben Feststoffen, Dekantieren von Fetten, Ölen und Naturfetten und Entfernung von Feststoffen durch Sedimentierung. Allgemein anwendbar für betriebsinterne und/oder -externe Behandlung. b Physikalisch-chemische Behandlung Sulfidoxidation und/oder -fällung, Entfernung von CSB und abfiltrierbaren Stoffen durch z. B. Koagulation und Flockung. Chromfällung durch Anhebung des pH-Werts auf 8 oder höher durch den Einsatz von Alkali (z. B. Calciumhydroxid, Magnesiumoxid, Natriumcarbonat, Natriumhydroxid, Natriumaluminat). Allgemein anwendbar für betriebsinterne und/oder -externe Behandlung. c Biologische Behandlung Aerobe biologische Abwasserbehandlung unter Einsatz von Belüftung, einschließlich der Entfernung von abfiltrierbaren Stoffen z. B. durch Sedimentierung, sekundäre Flotation. Allgemein anwendbar für betriebsinterne und/oder -externe Behandlung. d Biologische Stickstoffeliminierung Nitrifikation von Ammoniumstickstoffverbindungen zu Nitraten und nachfolgende Reduktion von Nitraten zu gasförmigem Stickstoff. Anwendbar auf Anlagen mit direkter Einleitung in aufnehmende Gewässer. Schwierig anwendbar bei bestehenden Anlagen mit begrenztem Platz. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 3. BVT-AEL anwendbar auf: i) direkte Abwassereinleitungen aus betriebsinternen Abwasserbehandlungsanlagen von Gerbereien, ii) direkte Einleitungen von Abwasser aus eigenständig betriebenen Abwasserbehandlungsanlagen, die unter Anhang I Abschnitt 6.11 der Richtlinie 2010/75/EU fallen und vorwiegend Abwasser aus Gerbereien behandeln. Tabelle 3 BVT-AEL für direkte Einleitungen von Abwasser nach Behandlung Parameter BVT-AEL mg/l (monatliche Mittelwerte basierend auf dem Mittelwert von repräsentativen 24-Stunden-Mischproben, die über einen Monat genommen wurden) CSB 200-500 (9) BSB5 15-25 abfiltrierbare Stoffe < 35 Ammoniumstickstoff NH4-N (als N) < 10 Chrom gesamt (als Cr) < 0,3-1 Sulfid (als S) < 1 11.   Um den Chromgehalt der Abwassereinleitungen zu mindern, ist BVT, betriebsintern oder -extern eine Chromfällung anzuwenden. Beschreibung Siehe BAT 10, Technik b. Die Chromfällung ist bei getrennten, konzentrierten chromhaltigen Strömen effizienter. Anwendbarkeit Allgemein anwendbar auf betriebsinterne und/oder -externe Behandlung von Abwasser aus Gerbereien, die Chromgerbung und/oder -nachgerbung durchführen. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 3 für BVT-AEL für Chrom für direkte Einleitungen in aufnehmende Gewässer und Tabelle 4 für BVT-AEL für Chrom für indirekte Einleitungen in kommunale Abwasserbehandlungsanlagen. 12.   Um die Gesamtchrom- und Sulfidemissionen durch indirekte Einleitungen von Abwasser aus Gerbereien in kommunale Abwasserbehandlungsanlagen zu mindern, ist BVT, Chromfällung und Sulfidoxidation anzuwenden. Beschreibung Siehe BVT 10, Technik b. Der Minderungsgrad ist bei getrennten, konzentrierten chrom-/sulfidhaltigen Strömen höher. Die Sulfidoxidation besteht aus einer katalytischen Oxidation (Belüftung bei Vorhandensein von Mangansalzen). Anwendbarkeit Die Chromfällung ist allgemein bei der betriebsinternen und/oder -externen Behandlung von Abwasser aus Gerbereien anwendbar, die Chromgerbung und/oder -nachgerbung durchführen. Mit BVT verbundene Emissionswerte Siehe Tabelle 4 für BVT-AEL für Chrom und Sulfid für indirekte Einleitungen in kommunale Abwasserbehandlungsanlagen. Tabelle 4 BVT-AEL für die Chromgesamt- und Sulfidemissionen durch indirekte Ableitungen von Abwasser aus Gerbereien in kommunale Abwasserbehandlungsanlagen Parameter BVT-AEL mg/l (monatliche Mittelwerte basierend auf dem Mittelwert von repräsentativen 24-Stunden-Mischproben, die über einen Monat genommen wurden) Chromgesamt (als Cr) < 0,3-1 Sulfid (als S) < 1 1.6.   Emissionen in die Luft 1.6.1.   Geruch 13.   Um die Emissionen von Ammoniakgerüchen bei der Verarbeitung zu verringern, ist BVT, die Ammoniumverbindungen bei der Entkälkung teilweise oder vollständig zu ersetzen. Anwendbarkeit Der vollständige Ersatz von Ammoniumverbindungen durch CO2 während der Entkälkung kann nicht bei der Verarbeitung von Materialien angewandt werden, deren Dicke mehr als 1,5 mm beträgt. Der teilweise oder vollständige Ersatz von Ammoniumverbindungen durch CO2 während der Entkälkung kann zudem nur bei neuen und bestehenden Prozessgefäßen angewandt werden, die den Einsatz von CO2 während der Entkälkung ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. 14.   Um die Geruchsemissionen während der Prozessschritte und aus der Abwasserbehandlung zu mindern, ist BVT, Ammoniak und Schwefelwasserstoff durch Wäsche und/oder Biofiltration der abgesaugten Luft, in der der Geruch dieser Gase wahrnehmbar ist, zu verringern. 15.   Um das Entstehen von Gerüchen aus der Zersetzung von Rohhäuten oder -fellen zu verhindern, besteht die BVT in Konservierungstechniken und Lagerungsmethoden, die die Zersetzung verhindern, sowie einem schnellstmöglichen, vollständigen Lagerumsatz. Beschreibung Korrekte Salzkonservierung oder Temperaturkontrolle, jeweils in Verbindung mit einem schnellstmöglichen, vollständigen Lagerumsatz, um Zersetzungsgerüche zu eliminieren. 16.   Um die Geruchsemissionen von Abfällen zu mindern, besteht die BVT in der Anwendung von Handhabungs- und Lagerverfahren, die die Abfallzersetzung reduzieren. Beschreibung Kontrolle von Abfalllagerung und methodische Entfernung von fäulnisfähigem Abfall aus der Anlage, bevor dessen Zersetzung Geruchsprobleme verursacht. Anwendbarkeit Anwendbar ausschließlich auf Anlagen, die fäulnisfähige Abfälle erzeugen. 17.   Um die Geruchsmissionen aus dem Abwasser der Wasserwerkstatt zu mindern, besteht die BVT in der Kontrolle des pH-Werts und anschließender Behandlung zur Entfernung des Sulfidgehalts. Beschreibung Stabilisierung des pH-Werts von sulfidhaltigem Abwasser aus der Wasserwerkstatt auf über 9,5, bis das Sulfid (betriebsintern oder -extern) mit einer der folgenden Techniken behandelt wurde: i) katalytische Oxidation (unter Einsatz von Mangansalzen als Katalysator), ii) biologische Oxidation, iii) Fällung oder iv) durch Mischung in einem geschlossenen Gefäßsystem, ausgestattet mit einem Abgaswäscher oder einem Kohlefilter. Anwendbarkeit Anwendbar ausschließlich auf Anlagen, die zur Enthaarung Sulfid verwenden. 1.6.2.   Flüchtige organische Verbindungen 18.   Um die Emissionen von halogenierten flüchtigen organischen Verbindungen in die Luft zu mindern, ist BVT, halogenierte flüchtige organische Verbindungen, die im Prozess verwendet werden, durch nicht halogenierte Stoffe zu ersetzen. Beschreibung Ersatz von halogenierten Lösemitteln durch nicht halogenierte Lösemittel. Anwendbarkeit Betrifft nicht die Trockenentfettung von Schaffellen, die in allseits geschlossenen Behandlungsanlagen durchgeführt wird. 19.   Um die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen aus der Zurichtung in die Luft zu mindern, ist BVT, eine oder eine Kombination der nachfolgenden Techniken anzuwenden, wobei der ersten Technik der Vorzug gegeben wird. Technik Beschreibung a Einsatz von wasserbasierten Zurichtungen in Verbindung mit einem effizienten Auftragungssystem Begrenzung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen durch den Einsatz von wasserbasierten Zurichtungen, wobei die Zurichtung jeweils anhand einer der folgenden Techniken erfolgt: Gießen oder Walzenauftrag oder verbesserte Sprühtechniken. b Einsatz einer Absaugung und eines Abluftreinigungssystems Behandlung der Abluft durch Einsatz eines Absaugsystems, das mit einer oder mehreren der folgenden Einrichtungen ausgestattet ist: Nasswäscher, Adsorption, Biofilterung oder Verbrennung. Mit BVT verbundene Verbrauchswerte für Lösemittel und mit BVT verbundene Emissionswerte für flüchtige organische Verbindungen Tabelle 5 enthält die Verbrauchswerte für Lösemittel, die mit dem Einsatz von wasserbasierten Zurichtungen in Kombination mit einem effizienten Auftragssystem verbunden sind, sowie die BVT-AEL für spezifische Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen beim Einsatz einer Absaugung und eines Abluftreinigungssystems als Alternative für die Verwendung von wasserbasierten Zurichtungen. Tabelle 5 Mit BVT verbundene Verbrauchswerte für Lösemittel und BVT-AEL für Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen Parameter Art der Erzeugung Mit BVT verbundene Werte g/m2 (jährliche Mittelwerte pro Einheit von zugerichtetem Leder) Verbrauchswerte für Lösemittel Beim Einsatz von wasserbasierten Zurichtungen in Verbindung mit einem effizienten Auftragssystem Polster- und Automobilleder 10-25 Schuh-, Bekleidungs- und Täschnerleder 40-85 Beschichtetes Leder (Beschichtungsdicke > 0,15 mm) 115-150 Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen Beim Einsatz einer Absaugung und eines Abluftreinigungssystems als Alternative für die Verwendung von wasserbasierten Zurichtungen 9-23 (10) 1.6.3.   Staub 20.   Um die Staubemissionen in die Luft aus den Produktionsphasen der Trockenzurichtung zu mindern, besteht die BVT in der Verwendung eines Absaugsystems, das mit Schlauchfiltern oder Nasswäschern ausgestattet ist. Mit BVT verbundene Emissionswerte Der BVT-AEL für Staub beträgt 3 bis 6 mg je Normkubikmeter Abluft, ausgedrückt als Halbstundenmittelwert. 1.7.   Abfallbehandlung 21.   Um die zu beseitigenden Abfallmengen zu begrenzen, ist BVT, Arbeitsabläufe betriebsintern so zu organisieren, dass der Anteil von Prozessrückständen, die als Nebenprodukte verwendet werden können, maximiert wird. Solche Nebenprodukte sind u. a.: Prozessrückstände Verwendung als Nebenprodukt Haare und Wolle — Füllstoffe — Wolltextilien Beschneideabfälle der geäscherten Häute — Kollagenproduktion Blößenspalte — Verarbeitung zu Leder — Herstellung von Wursthüllen — Kollagenproduktion — Hundekauknochen Gegerbte Spaltleder und Beschneideabfälle — Endprodukt zur Verwendung in Patchwork, Kleinlederwaren usw. — Kollagenproduktion 22.   Um die zu beseitigenden Abfallmengen zu begrenzen, ist BVT, Arbeitsabläufe betriebsintern so zu organisieren, dass die Abfallwiederverwendung oder andernfalls das Abfallrecycling oder andernfalls „sonstige Verwertung“ vereinfacht wird, einschließlich folgender Beispiele: Abfall Wiederverwendung nach Aufbereitung Recycelt zu Sonstige Verwertung Haare und Wolle — Herstellung von Proteinhydrolysat — Düngemittel — energetische Verwertung Rohe Beschneideabfälle   — Hautleim — energetische Verwertung Geäscherte Beschneideabfälle — Talg — Herstellung von technischer Gelatine — Hautleim   Maschinenleimleder — Herstellung von Proteinhydrolysat — Talg — Hautleim — Produktion von Ersatzbrennstoff — energetische Verwertung Ungegerbte Spalte — Herstellung von technischer Gelatine — Herstellung von Proteinhydrolysat — Hautleim — energetische Verwertung Gegerbte Spalte und Beschneideabfälle — Herstellung von Lederfaserstoff aus rohen Beschneideabfällen — Herstellung von Proteinhydrolysat   — energetische Verwertung Gegerbte Falzspäne — Herstellung von Lederfaserstoff — Herstellung von Proteinhydrolysat   — energetische Verwertung Schlamm aus der Abwasserbehandlung     — energetische Verwertung 23.   Um den Verbrauch an Chemikalien und die Menge zu beseitigender Lederabfällen, die Chromgerbstoffe enthalten, zu verringern, ist BVT das Spalten nach dem Äschern. Beschreibung Ausführung des Spaltvorgangs in einer früheren Prozessphase, um ein ungegerbtes Nebenprodukt zu erzeugen. Anwendbarkeit Anwendbar ausschließlich auf Anlagen, die Chromgerbung durchführen. Nicht anwendbar, wenn — Häute und Felle zu nicht gespaltenen Produkten verarbeitet werden, — ein standigeres Leder hergestellt werden muss (z. B. Schuhoberleder), — das Endprodukt eine gleichmäßigere Dicke aufweisen muss, — gegerbte Spalte als End- oder Zusatzprodukt hergestellt werden. 24.   Um den Chromgehalt des zu beseitigenden Schlamms zu verringern, ist BVT, eine der nachfolgenden Techniken oder eine Kombination davon anzuwenden. Technik Beschreibung Anwendbarkeit a Rückgewinnung von Chrom zur Wiederverwendung in der Gerberei Rücklösung des aus der Gerbflotte gefällten Chroms unter Verwendung von Schwefelsäure, um dadurch frische Chromsalze teilweise zu ersetzen. Die Anwendbarkeit ist begrenzt durch die erforderliche Herstellung von Ledereigenschaften nach Kundenspezifikationen, insbesondere in Bezug auf Färbung (verringerte Echtheit und Helligkeit von Farben) und Fogging. b Rückgewinnung von Chrom zur Wiederverwendung in anderen Industrien Verwendung von Chromschlamm als Rohmaterial durch eine andere Industrie. Nur anwendbar, wenn ein industrieller Nutzer für den zu verwertenden Abfall gefunden werden kann. 25.   Um die Anforderungen hinsichtlich Energieverbrauch, Chemikalieneinsatz und Behandlungskapazität für die nachfolgende Schlammbehandlung zu verringern, ist BVT, den Wassergehalt des Schlamms durch Schlammentwässerung zu reduzieren. Anwendbarkeit Gilt für sämtliche Anlagen, die Nassprozesse durchführen. 1.8.   Energie 26.   Um den Energieverbrauch bei der Trocknung zu verringern, ist BVT, die Vorbereitung auf das Trocknen durch Abwelken oder sonstiges mechanisches Entwässern zu optimieren. 27.   Um den Energieverbrauch bei Nassprozessen zu verringern, besteht die BVT im Einsatz von kurzen Flotten. Beschreibung Verringerung der Energie, die für das Heizen von Wasser verwandt wird, indem der Heißwasserverbrauch verringert wird. Anwendbarkeit Die Technik kann im Prozessschritt Färbung und bei der Verarbeitung von Kalbsfellen nicht angewandt werden. Die Anwendbarkeit ist zudem begrenzt auf: — neue Prozessgefäße, — bestehende Prozessgefäße, die den Einsatz von kurzen Flotten ermöglichen oder entsprechend verändert werden können. Mit BVT verbundene Energieverbrauchswerte Siehe Tabelle 6. Tabelle 6 Mit BVT verbundener spezifischer Energieverbrauch Tätigkeitsphasen Spezifischer Energieverbrauch pro Einheit Rohmaterial (11) GJ/t Verarbeitung von Rinderhäuten von der Rohware bis Wetblue oder Wetwhite < 3 Verarbeitung von Rinderhäuten von der Rohware bis zum Fertigleder < 14 Verarbeitung von Schaffellen von der Rohware bis zum Fertigleder < 6 (1)   ABl. L 135 vom 30.5.1991, S. 40. (2)   ABl. L 312 vom 22.11.2008, S. 3. (3)  Monatliche Mittelwerte. Die Verarbeitung von Kalbsfellen und das vegetabile Gerben können einen höheren Wasserverbrauch erforderlich machen. (4)  Monatliche Mittelwerte. Schaffelle mit Wolle können einen höheren Wasserverbrauch erforderlich machen. (5)   ABl. L 348 vom 24.12.2008, S. 84. (6)   ABl. L 158 vom 30.4.2004, S. 7. (7)   ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1. (8)   ABl. L 167 vom 27.6.2012, S. 1. (9)  Die Höchstwerte sind mit CSB-Eingangskonzentrationen von ≥ 8 000 mg/l verbunden. (10)  BVT-AEL ausgedrückt als Gesamtkohlenstoff. (11)  Die Werte für den Energieverbrauch (ausgedrückt als Jahresmittelwert, nicht auf die Primärenergie rückgerechnet) decken den Energieverbrauch im Produktionsprozess, einschließlich Strom und das gesamte Heizen von Innenräumen, ab, berücksichtigen jedoch nicht den Energieverbrauch der Abwasserbehandlung.

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.