Europäische Union

Beschluss (EU) 2018/813 der Kommission vom 14. Mai 2018 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für den Agrarsektor gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)Text von Bedeutung für den EWR.

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Quellenkennung: 32018D0813. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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mt (steigende CO2- und Nitratstickstoff (NO3-N)-Werte); — Störung der Kontinuität natürlicher Kanäle, die die Wasser- und Sauerstoffinfiltration ermöglichen. Außerdem müssen Bodenbearbeitung und Aussaat im Hinblick auf Bodenfeuchte, Bodenart und Witterungsverhältnisse sorgfältig terminiert werden: — Witterungsverhältnisse: Die Begründung von im Herbst auszusäenden Anbaukulturen im Frühherbst ermöglicht eine Stickstoffaufnahme, bevor die Nährstoffe im Laufe des Winters ausgewaschen werden, und bietet über die Wintermonate eine gute Pflanzendecke (mindestens 25–30 %) zum Schutz des Bodens vor niederschlagsbedingtem Oberflächenabfluss und der damit verbundenen Erosion; (21), — Bodenfeuchte: Indem von einer Bearbeitung feuchter Böden abgesehen wird, werden die Verdichtung sowie der Sediment- und Nährstoffabfluss ebenso wie die Erosion und Probleme mit der Wurzelbildung in Grenzen gehalten; — Bodenart: Sandige Böden sind im Gegensatz zu Lehmböden leichter in feuchtem Zustand zu bearbeiten. Die Bestellung von Torfböden sollte aufgrund des hohen Risikos der Nährstoffauswaschung und Kohlenstoffoxidation vermieden werden. Torfböden müssen dauerhaft mit Gras bedeckt gehalten werden, um die organische Substanz des Bodens zu erhalten; Bodenbearbeitungsmaßnahmen zur Neuansaat von Wechselwiesen sollten höchstens einmal in fünf Jahren durchgeführt werden. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Gemischt-, Ackerbau- und Gartenbaubetrieben angewendet werden. Für die Aussaat im Frühwinter sind die Minimalbestelltechnik und die Direktsaat empfehlenswert. Ferner sind sie für aus Lehm und Ton bestehende Böden empfehlenswert und nicht für sandige oder schlecht strukturierte Böden geeignet. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i37) Anteil der Pflanzendecke im Winter (%) (i38) Anteil der bewirtschafteten Torfböden (%) (i23) Organischer Kohlenstoffgehalt des Bodens (% C) (i24) Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis (C/N) (b19) Felder mit Torfböden müssen dauerhaft mit Gras bedeckt gehalten werden; die Bearbeitung von Torfböden zur Neuansaat von Wechselwiesen wird in Abständen von mindestens fünf Jahren durchgeführt. 3.4.2.   Minimierung der Arbeiten zur Bodenvorbereitung Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, statt des konventionellen Pflügens nicht wendende Landbaumethoden oder spezielle Sämaschinen für die Bestandsbegründung einzusetzen. Arbeiten zur Bodenvorbereitung, mit denen die Bodenstruktur, Porosität und mikrobielle Aktivität erhalten und verbessert werden können, sind: — Direktsaat: Auf eine Wendung oder Bearbeitung des Bodens wird verzichtet und die Aussaat erfolgt ohne eine vorherige Lockerung des Bodens; — Reihenbearbeitung: Die Bodenvorbereitung beschränkt sich auf schmale Streifen, in denen sich die Saatreihen befinden sollen, während die übrige Bodenbedeckung zwischen den Reihen erhalten bleibt; — Minimalbestelltechnik (Grubber): Eine Tiefbearbeitung findet ohne Wendung des Bodens statt; das Ziel dieser Herangehensweise besteht in einer Auflockerung und Belüftung der Böden, während die Pflanzenrückstände an der Bodenoberfläche belassen werden. Anwendbarkeit Die im Rahmen dieser bewährten Umweltmanagementpraxis aufgeführten Arbeiten zur Bodenvorbereitung können von allen Ackerbaubetrieben angewendet werden. Die Direktsaat verringert Bodenverluste, bewahrt die Bodenfeuchte, erhöht die Wasserinfiltration und reduziert den Oberflächenabfluss. Sie wird am besten auf festen Böden durchgeführt, die ihre Struktur während der gesamten Vegetationsperiode beibehalten, wie etwa auf Ton, schluffigem tonigem Lehm und tonigem Lehm. Sie sollte jedoch nicht auf sandigen oder verdichteten Böden, auf Feldern mit schwerwiegenden Unkrautproblemen und bei Pflanzen angewandt werden, die besondere Bedingungen an die Bodenbearbeitung stellen (z. B. Kartoffeln). Ebenso sollte die Reihenbearbeitung auf feuchten Böden vermieden werden, da sie zu einer Verdichtung des Bodens führen kann. Die Minimalbestelltechnik birgt das Risiko einer Verunkrautung, kann jedoch durch geschickte Fruchtfolge und Praktiken wie die Unkrautbekämpfung im abgesetzten Saatbeet gut kontrolliert werden. Darüber hinaus eignet sich die Minimalbestelltechnik nicht für sandige Böden. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i18) Infiltrationsvermögen des Bodens (mm/Stunde) (i20) Mittlere Bodendichte (g/cm3) (i25) Erosionsverluste (kg/ha/Jahr) (i39) Anteil der Saatfläche, auf der die Direktsaat angewandt wird (%) (i40) Anteil der Fläche, auf der nicht wendende Landbaumethoden für die Bestandsbegründung zum Einsatz kommen (%) (b20) Eine Wendung des Bodens wird durch die Anwendung von u. a. Direktsaat, Reihenbearbeitung und Minimalbestelltechnik (Grubber) vermieden. 3.4.3.   Minderung der Auswirkungen der Bodenbearbeitung Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, Praktiken anzuwenden, die die Auswirkungen von Bodenbearbeitungsmaßnahmen mindern und somit das Erosionspotenzial senken sowie den organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens erhöhen oder beibehalten: (22) — Bepflanzung und Einsaat von Flächen über die Böschung(slinie), um das Risiko der Bildung von Oberflächenabfluss zu verringern. Die auf der gesamten Böschung geschaffenen Grate erhöhen die Rauheit und bilden eine Barriere für den Oberflächenabfluss, womit ein geringerer Sedimentabtrag einhergeht; — Schaffung von Bruchhängen und Pflanzung von Hecken zum Auffangen des ablaufenden Wassers und der Nährstoffe. Der Aufbruch langer Hänge kann mithilfe eines Deiches, einer Hecke oder eines (möglichst breiten) Grasstreifens auf der Höhenlinie erfolgen. Hecken bewirken einen dauerhaften Hangbruch und sind wirkungsvoller, wenn sie auf einer breiten Böschung entlang der Höhenlinie angepflanzt werden, um Sedimente zurückzuhalten und zu verhindern, dass feine Partikel in Wasserläufe gelangen; — Bestellung maschinenbedingter Fahrgassen nach der Bodenbearbeitung; — Nutzung eines Regelspurverfahrens zur Begrenzung aller Maschinenbeanspruchungen mithilfe von GPS-Steuerung auf den kleinstmöglichen Bereich, wie etwa dauerhafte Fahrspuren, um Bodenverdichtung und Ernteschäden zu reduzieren; — Schaffung aufgerauter Saatbeete, um die für Regentropfen erreichbare Oberfläche zu erhöhen und auf diese Weise die Oberflächenabdichtung und den Abfluss zu verringern. Indem das Saatbeet im Herbst rau belassen wird, verbessert sich die Wasserinfiltration und das Risiko der Entstehung von Oberflächenabfluss und Sedimentabtrag sinkt. Anwendbarkeit Die Maßnahmen im Rahmen dieser bewährten Umweltmanagementpraxis können von allen Gemischt-, Ackerbau- und Gartenbaubetrieben umgesetzt werden. Wird jedoch die Methode der Bepflanzung und Einsaat über die Böschung(slinie) gewählt, sind Anbaukulturen, die eine Furchenbearbeitung erfordern, möglicherweise nicht geeignet. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i20) Mittlere Bodendichte (g/cm3) (i21) Wasserspeicherkapazität des Bodens (g Wassergehalt/100 g trockener Boden oder m3 Wassergehalt/m3 trockener Boden) (i25) Erosionsverluste (kg/ha/Jahr) Nicht zutreffend 3.4.4.   Fruchtwechsel als Maßnahme zum Bodenschutz Diese bewährte Umweltmanagementpraxis beschreibt die wesentlichen Planungsgrundsätze in Bezug auf Fruchtfolgen mit dem Ziel des Bodenschutzes und der Bodenverbesserung. Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, — eine Fruchtart und die Reihenfolge innerhalb eines Fruchtwechsels festzulegen, um: i) die Stickstoffversorgung auf den Bedarf der Pflanzen abzustimmen, ii) die organische Substanz des Bodens zu verbessern, iii) Vorteile für die Pflanzengesundheit zu generieren sowie iv) die Bodenerosion zu vermeiden; — längere Fruchtfolgezyklen zu realisieren, auch für Leguminosen (siehe ebenfalls bewährte Umweltmanagementpraxis 3.3.2); — früh reifende Pflanzensorten für die empfindlichsten Flächen auszuwählen, um vor Beginn der nassen Jahreszeit zu ernten und die Anpflanzung von Deckfrüchten zu erleichtern; — Wechselwiesen in gemischten Betrieben anzulegen: Sie sind als Brachekultur sinnvoll, um das Erosionsrisiko auf Agrarflächen zu verringern, während sie gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessern, insbesondere durch die Zugabe von Stickstoff; — die Unkrautbekämpfung in die Fruchtfolgen einzubinden, um einer Verunkrautung vorzubeugen: z. B. Wechsel zwischen Blatt- und Halmfrüchten, Wechsel zwischen Winter- und Frühjahrskulturen, Einbeziehung von Wurzelfrüchten, Beweidung und Mähen zur Kontrolle von mehrjährigen Unkräutern sowie Verwendung von Deckfrüchten; — Pflanzen für die Biofumigation (z. B. aus der Familie der Kreuzblütler) in die Fruchtfolge aufzunehmen, um Krankheiten zu reduzieren: Bei der Biofumigation werden bestimmte Pflanzenarten eingesetzt, die während ihrer Zersetzung flüchtige Bestandteile in den Boden freisetzen, die für manche Bodenorganismen giftig sind und zur Kontrolle von im Boden vorhandenen Krankheitserregern oder Schädlingen beitragen können. Neben den zeitlichen Fruchtfolgen besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis darin, die räumliche Vielfalt innerhalb und außerhalb des Landwirtschaftsbetriebs sicherzustellen. Benachbarte Felder innerhalb eines Betriebs oder unterschiedlicher Betriebe sollten verschiedene Anbaukulturen beinhalten, um die Ausbreitung von Krankheitserregern und Schädlingen zu verhindern und das Erosionsrisiko zu senken. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Gemischt-, Ackerbau- und Gartenbaubetrieben angewendet werden. Die beschriebenen Maßnahmen sind besonders wirksam, wenn die Möglichkeit besteht, sie langfristig auszubauen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i33) Dauer der Fruchtfolgezyklen (Jahre) (i41) Anzahl der Brachekulturen (Wechselwiesen, Leguminosen, Ölsaaten) innerhalb der Fruchtfolgezyklen (Anzahl von Kulturen pro Fruchtfolgezyklus) (i42) Die räumliche Vielfalt wird bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt (J/N) (i43) Auswahl früh reifender Pflanzensorten für die empfindlichsten Flächen (J/N) (b21) In Betrieben mit einer von Getreide dominierten Fruchtfolge werden Brachekulturen für mindestens zwei Jahre in einem Sieben-Jahres-Fruchtwechsel und für mindestens ein Jahr in einem maximal sechsjährigen Fruchtwechsel angebaut. (b22) Die Betriebe setzen die auf benachbarten Feldern angebauten Nutzpflanzen im Wechsel ein, um die räumliche Vielfalt der Anbauverfahren auf landschaftlicher Ebene zu erhöhen. (b23) Früh reifende Pflanzensorten werden ausgewählt, um vor Beginn der nassen Jahreszeit zu ernten und die Anpflanzung von Deckfrüchten zu erleichtern. 3.4.5.   Anbau von Deck- und Zwischenfrüchten Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, zu vermeiden, dass Ackerflächen über den Winter brach liegen, indem Deck- und Zwischenfrüchte angepflanzt werden. Durch Zwischenfrüchte werden die Nährstoffe im Wurzelbereich gehalten. Deckfrüchte schützen den Boden vor Erosion und minimieren das Risiko des Oberflächenabflusses, indem sie die Infiltration verbessern. Deckfrüchte können mitunter als Zwischenfrucht fungieren, da sie den während der Frühjahrsblüte entstehenden Nitratstickstoff abbauen. Es ist eine bewährte Umweltmanagementpraxis, die Möglichkeit der Aufnahme von Zwischen-/Deckfrüchten in die Anbaupläne zu prüfen und Flächen während des Winters nur in ordnungsgemäß begründeten Fällen brach liegen zu lassen. Anwendbarkeit Deck- und Zwischenfrüchte eignen sich für jedes Bodennutzungssystem auf Ackerland, wo kahle Böden in der Zeit nach der Ernte der Hauptfrucht anfällig für Nährstoffauswaschung, Erosion oder Oberflächenabfluss sind. Zwischen- und Deckfrüchte können der früheren Hauptfrucht untergesät oder unmittelbar nach deren Ernte ausgesät werden. Sie werden überwiegend vor den im Frühjahr gesäten Pflanzen genutzt. An manchen Orten möchten Landwirte und die für das Wasser in der Region Verantwortlichen Deckfrüchte aufgrund des durch sie verursachten Anstiegs der Evapotranspiration gegebenenfalls verhindern. Ganz allgemein sind Deckfrüchte in Gebieten wirkungsvoll, in denen es im Winter einen Niederschlagsüberschuss gibt, und sollten in Gebieten vermieden werden, in denen die Pflanzung von Deckfrüchten zu anschließenden Dürren führen kann. Darüber hinaus können Deckfrüchte strukturelle Schäden verursachen, wenn sie zu spät oder unter feuchten Bedingungen gepflanzt werden und damit zu einer schlechten Verwertung des im Boden enthaltenen Stickstoffs sowohl durch die Deckfrucht als auch durch Folgekulturen sowie zu einem erhöhten Gehalt an partikulärem Phosphor und zu einem potenziellen Sedimentabtrag führen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i5) Gesamtstickstoff- und/oder Nitratkonzentration im Wasserlauf (mg N, NO3/l) (i44) Anteil der im Winter brach liegenden Flächen (%) (i45) Anteil der mit Zwischen-/Deckfrüchten bepflanzten Flächen (%) (b24) Der Landwirtschaftsbetrieb weist nach, dass die Möglichkeit, Deck-/Zwischenfrüchte in die Anbaupläne aufzunehmen, vollumfänglich geprüft wurde, und legt eine Begründung für jede über den Winter brach liegende Fläche vor. 3.5.   Wiesen- und Weidebewirtschaftung Dieses Kapitel behandelt Methoden der Wiesenbewirtschaftung und ist für Viehzuchtbetriebe relevant; es enthält bewährte Praktiken für intensiv wie auch extensiv wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe. 3.5.1.   Wiesenbewirtschaftung Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, als Viehweiden genutzte Grasflächen bestmöglich zu nutzen, indem die Weidewachstumsrate und die Weidequalität sowie die Nutzung der Weiden durch den Viehbestand maximiert und gleichzeitig auch in kritischen Zeiten des Jahres die durchschnittlichen Grasbedeckungsgrade erreicht werden. Damit werden die Verdaulichkeit und der Nährwert (und somit die Produktivität) der Futtermittel gefördert und der Bedarf nach zugekauften Futtermitteln gesenkt, Methan- und Ammoniakemissionen unter Umständen reduziert und vorgelagerte mit der Futtermittelproduktion in Verbindung stehende Umweltbelastungen vermieden. Die folgenden Maßnahmen können einen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele leisten: — Überwachung der Grashöhe auf allen beweideten Feldern; — Ermittlung der optimalen Weidezeiten und Einführung einer ausgedehnten Weidesaison (Dauer des Weidetages und Anzahl der Weidetage pro Jahr) auf Grundlage der lokalen Gegebenheiten sowie der Überwachung der Grashöhe; — Abstimmung der Besatzdichte auf das Graswachstum; — Einführung von Umtriebs- und Portionsweiden (oder Koppelweiden): Die Nutztiere werden basierend auf den gemessenen Grashöhen oder Grasdecken häufig über eine Reihe von Feldern (Umtriebsweiden) oder Streifen bzw. Koppeln (Portions- oder Koppelweiden) geführt, um sicherzustellen, dass die Beweidung im Einklang mit der größtmöglichen Grasverfügbarkeit und -verdaulichkeit erfolgt. Diese Weidestrategien, vor allem die Portions- und Koppelweiden, steigern sowohl die Grasaufnahme als auch die Verdaulichkeit. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist insbesondere für Betriebe relevant, die Weidevieh im Rahmen der Intensivbewirtschaftung halten, vor allem Rinderzucht-, Milchvieh- und Schafzuchtbetriebe. Portionsweiden sind für Rinder und Milchvieh geeignet. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i46) Weidetage pro Jahr (Anzahl/Jahr) (i47) Anteil der Aufnahme trockenen Grases durch die Tiere (%) (23) (i48) Durchschnittliche Besatzdichte, berechnet als Großvieheinheiten pro Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche (b25) In der Weidezeit wird von den Weidetieren zu 80 % trockenes Gras gefressen. 3.5.2.   Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Weidelandflächen In ökologisch wertvollen Gebieten besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis darin, niedrige Besatzdichten beizubehalten, um die Weideintensität auf die Erfordernisse der Biodiversität und den Mähzeitpunkt (für Heulage) unter Berücksichtigung der biologischen Vielfalt abzustimmen. Zur Auswahl geeigneter Grünlanderhaltungsmaßnahmen, einschließlich unterschiedlicher Mäh- und/oder Weidesysteme, kann spezielle Software verwendet werden. Auf landschaftlicher Ebene wird mit der Schaffung einer Reihe unterschiedlicher Mähsysteme die Artenvielfalt erhöht, da unterschiedliche Mähzeitpunkte verschiedenen Organismen gelegen kommen; ganz allgemein fördert eine geringe jährliche Schnittfolge die Entwicklung von Wildpflanzen und wirbellosen Tieren. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist für extensiv bewirtschaftete ökologisch wertvolle Grünlandflächen wie Alpenregion, Hochland, Moorgebiete, Küstenland, Landschaften von besonderem wissenschaftlichem Interesse, Natura-2000-Gebiete und besondere Schutzgebiete relevant. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i10) Reichtum an lokal wichtigen Arten (24) (Zahl der Arten mit Schlüsselfunktionen/m2) (i48) Durchschnittliche Besatzdichte, berechnet als Großvieheinheiten pro Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche Nicht zutreffend 3.5.3.   Wiesenverjüngung und Einbeziehung von Leguminosen in Dauerweideland und Wechselwiesen Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, bei Bedarf im Falle eines Abfalls der Trockenmasseproduktivität oder einer notwendigen Verbesserung der Weidequalität Gebrauch von Nachsaat oder gegebenenfalls Neuansaat zu machen, um hohe Erträge beizubehalten oder erneut zu erzielen und eine gute Weidequalität zu gewährleisten (z. B. Verdaulichkeit, gemessen anhand des D-Wertes des Grases). Die Nachsaat bezeichnet einen Mindestbestellansatz, bei dem neues Saatgut direkt auf das ursprüngliche Grünland ausgebracht wird, ohne das bestehende Gras oder den Boden zu beschädigen; sie verbessert die Weidequalität und -produktivität, ohne dass das Wachstum des vorhandenen Futters beeinträchtigt wird. Unterstützt wird sie zur Verbesserung des Saat-Boden-Kontakts durch die Tiere, die das Saatgut festtreten. Unter Neuansaat ist das Umpflügen und die Einsaat einer komplett neuen Grasnarbe zu verstehen; dies kann unter bestimmten Bedingungen erforderlich sein, um zu gewährleisten, dass sich die Pflanzen gut etablieren. Ein zentraler Aspekt der Wiesenverjüngung ist die Auswahl der am besten geeigneten Sorten. Leguminosen spielen aufgrund ihrer stickstoffbindenden Eigenschaften eine wichtige Rolle beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Für eine maximale Produktivität gelten ertragreichere Weidelgräser mit hoher Stickstoffverwertungseffizienz als ideale Begleiter der Leguminosen, da sie die vom Klee erzeugten Nitrate in verdaulichen Biomasseertrag umwandeln können. Besonders schmackhafte und verdauliche Sorten wie zuckerreiche Gräser können die Aufnahme der Trockenmasse durch die Nutztiere deutlich erhöhen und fördern ein besseres Futterverwertungsvermögen. Der Anbau einer Mischung aus vier Pflanzenarten (ein schnell wachsendes nicht stickstoffbindendes Gras wie Weidelgras, eine schnell wachsende stickstoffbindende Leguminose wie etwa Rotklee, ein langlebiges nicht stickstoffbindendes blühendes Gras wie zum Beispiel Knaulgras und eine langlebige stickstoffbindende Leguminose wie Weißklee) führt unabhängig von Bodenart, Bodenfruchtbarkeit und Klima verglichen mit Monokulturen zu höheren Erträgen. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis richtet sich in erster Linie an intensiv wirtschaftende Betriebe. Eine Wiesenverjüngung wird selten in extensiv beweideten und gemähten Gebieten vorgenommen, deren Bewirtschaftung nicht der Produktivitätsmaximierung dient. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i49) Anteil der Feldbedeckung durch Leguminosen (%) (i50) D-Wert des Grases (b26) Die Wiesenverjüngung (z. B. Nachsaat) wird zur Maximierung der Futterproduktion, zur Beibehaltung einer hohen Bodenbedeckung durch Leguminosen und zur Einführung anderer blühender Arten eingesetzt. 3.5.4.   Effiziente Silageproduktion Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, die Silageproduktion durch die Schaffung guter Wachstumsbedingungen, die rechtzeitige Ernte und die Nutzung der besten Konservierungs- und Lagerverfahren zu maximieren. Hierzu dienen die folgenden Maßnahmen: — Erhalt der Grasnarbe in optimalem Zustand wie in der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.5.3 beschrieben; — Maximierung der Silagequalität durch die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Ernte, um die Nährstoffqualität und den Ertrag zu optimieren, d. h. Einbringen des Grases, wenn es die richtige Reife und den richtigen Gehalt an Trockenmasse erreicht hat. Der erste Schnitt sollte bei hohen D-Werten erfolgen (25) (gegen Ende Mai, wenn der Energiegehalt des Grases hoch ist und das Gras Blätter anstelle von Samen erzeugt). Eine gut fermentierte Grassilage kann den Bedarf an Kraftfutter erheblich senken; — Durchführung von Laboranalysen der Silage zur Bezifferung von Trockenmasse, Rohprotein und pH-Wert; — Korrekte Lagerung der Silage zur Vermeidung von Trockenmasseverlusten: Eine angemessene Verdichtung der Silage verhindert Lufteinschlüsse und damit unerwünschte aerobe Organismen. Große Ballen müssen sorgfältig mit mehreren Lagen umwickelt werden, während Silos ausreichend verdichtet und verschlossen werden müssen, wobei im Zuge der Fütterung darauf zu achten ist, dass minimale Oberflächen frei liegen; — Wickeln von Siloballen: Auswahl einer hochwertigen Ballenfolie mit guten mechanischen Eigenschaften, einer hohen Haftung (Klebrigkeit) und UV-Schutz; zur Herstellung einer guten Sauerstoffbarriere und zur Minimierung von Trockenmasseverlusten und Sickerwasser sind vier bis sechs Folienschichten erforderlich. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist zwar besonders relevant für intensiv wirtschaftende Betriebe, die hauptsächlich Grassilage produzieren, aber manche Aspekte sind auch auf Viehzuchtbetriebe anwendbar, die andere Arten von Silage erzeugen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i51) Futterverwertungsvermögen (26) (kg Tierfutter Trockenmasseaufnahme/kg erzeugtes Fleisch oder l Milch) (i52) Anteil des Trockenmasseverlustes nach der Silierung (%) Nicht zutreffend 3.6.   Tierhaltung Dieses Kapitel ist für Viehzuchtbetriebe relevant und konzentriert sich auf Wiederkäuer. Bewährte Praktiken für andere Tierarten als Wiederkäuer werden im Referenzdokument über die besten verfügbaren Techniken für die Intensivhaltung von Geflügel und Schweinen (27) behandelt. Dieses Kapitel geht sowohl auf extensive als auch intensive Viehzuchtsysteme ein. 3.6.1.   Lokal angepasste Rassen Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, die für den Betriebstyp geeigneten (28) und an die lokalen Verhältnisse angepassten Tierrassen oder Zuchtstämme auszuwählen. Dabei können unterschiedliche Ziele verfolgt werden: — Auswahl lokal angepasster Rassen, die das vor Ort verfügbare minderwertige Futter besser in Fleisch oder Milch umwandeln können oder unempfindlich gegenüber bestimmten Klimabedingungen sind. — Aufzucht lokaler Rassen, insbesondere seltener lokaler Rassen, soweit angemessen. Lokale und traditionelle Rassen stellen ein wichtiges Erbe in Bezug auf die Biodiversität sowie eine einzigartige genetische Ressource zur zukünftigen Verbesserung von Gesundheits- und Leistungsmerkmalen dar. Die genetische Vielfalt bewirkt zudem eine bessere Resistenz gegen Krankheiten oder Gesundh

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.