Europäische Union

2012/135/EU: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 28. Februar 2012 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Eisen- und Stahlerzeugung (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 903) Text von Bedeutung für den EWR

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Emissionen durch Erreichen einer störungsfreien Koksproduktion mittels folgender Techniken zu reduzieren: I. Gründliche Wartung der Ofenkammern, Ofentüren und Rahmendichtungen, Steigrohre, Beschickungsöffnungen und sonstiger Einrichtungen (ein regelmäßiges Wartungsprogramm sollte von speziell ausgebildeten Wartungstechnikern durchgeführt werden) II. Vermeidung größerer Temperaturschwankungen III. Umfassende Überwachung des Koksofens IV. Reinigung der Türen, Rahmendichtungen, Beschickungsöffnungen, Deckel und Steigrohre nach der Benutzung (anwendbar in neuen sowie in einigen Fällen in bestehenden Anlagen) V. Sicherstellung eines ungehinderten Gasstroms im Koksofen VI. geeignete Druckregelung während der Verkokung und Einsatz von flexiblen Türen mit federbelasteter Dichtung oder Messerkantendichtung (für Öfen, die ≤ 5 m hoch und in einem guten Zustand sind) VII. Nutzung wasserabgedichteter Steigrohre zur Reduzierung der sichtbaren Emissionen aus der gesamten Vorrichtung, die die Koksofenbatterie mit der Hauptgassammelleitung, den Steigrohrkrümmern und den feststehenden Verbindungsrohren verbindet VIII. Abdichtung der Fülllochdeckel mit einer Tonsuspension (oder einem anderen geeigneten Dichtstoff), um sichtbare Emissionen aus den Öffnungen zu vermeiden IX. Sicherstellung einer vollständigen Verkokung (Vermeidung von Chargen mit „grünem“ Koks) durch die Anwendung geeigneter Techniken X. Errichtung von größeren Koksofenkammern (anwendbar bei neuen Anlagen oder in einigen Fällen der kompletten Erneuerung einer Anlage auf bestehenden Fundamenten) XI. wo möglich, Nutzung einer variablen Druckregulierung der Ofenkammern während der Verkokung (anwendbar bei neuen und gegebenenfalls bei bestehenden Anlagen; die Möglichkeit der Einführung dieser Technik in bestehenden Anlagen sollte sorgfältig geprüft werden; sie hängt von der individuellen Situation der Anlage ab. Der mit BVT assoziierte Anteil sichtbarer Emissionen von allen Türen ist < 5 – 10 %. Der mit BVT VII und BVT VIII assoziierte Anteil der sichtbaren Emissionen aus den darin genannten Quellen ist < 1 %. Die Anteile beziehen sich auf die Häufigkeit von Undichtheiten an der Gesamtzahl der Türen, Steigrohre und Fülllochdeckel, angegeben als Monatsmittelwert unter Verwendung einer der unten beschriebenen Bestimmungsmethoden. Für die Schätzung der diffusen Emissionen aus Koksöfen werden die folgenden Methoden benutzt: — die EPA-303-Methode — die DMT-Methode (Deutsche Montan Technologie GmbH) — die von der BCRA (British Carbonisation Research Association) entwickelte Methode — die in den Niederlanden angewandte Methode, die auf der Zählung sichtbarer Undichtigkeiten an Steigrohren und Fülllöchern basiert, wobei sichtbare Emissionen aufgrund normaler Betriebsvorgänge (Kohlebefüllung, Koksdrücken) nicht berücksichtigt werden. 47.   Die BVT für die Kokereigasaufbereitungsanlage besteht darin, flüchtige Emissionen von Gasen durch die Nutzung der folgenden Techniken zu minimieren: I. größtmögliche Minimierung der Anzahl der Flanschen durch Verwendung geschweißter Rohrverbindungen II. Nutzung geeigneter Abdichtungen für Flanschen und Ventile III. Einsatz von gasdichten Pumpen (z. B. Magnetpumpen) IV. Vermeidung von Emissionen aus Druckventilen der Lagerbehälter durch: — Verbindung des Ventilausganges mit der Kokereigashauptsammelleitung oder — Erfassung der Gase und anschließende Verbrennung. Anwendbarkeit Die Techniken sind sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Anlagen anwendbar. In neuen Anlagen könnte eine gasdichte Ausführung leichter zu erreichen sein als in bestehenden Anlagen. 48.   Die BVT besteht darin, den Schwefelgehalt des Kokereigases durch die Nutzung einer der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Entschwefelung durch Absorptionssysteme II. nasse oxidative Entschwefelung. Die mit BVT assoziierten Restgehalte an Schwefelwasserstoff (H2S), angegeben als Tagesmittelwert, sind im Falle von BVT I < 300 – 1 000 mg/Nm3 (die höheren Werte sind mit höheren Umgebungstemperaturen verbunden, die niedrigeren Werte mit niedrigeren Umgebungstemperaturen) und < 10 mg/Nm3 im Falle der Anwendung von BVT II. 49.   Die BVT für die Unterfeuerung des Koksofens besteht darin, die Emissionen durch die Nutzung folgender Techniken zu reduzieren: I. Vermeidung von Undichtigkeiten zwischen der Ofenkammer und der Brennkammer durch einen gleichmäßigen Betrieb der Koksöfen II. Reparatur von Undichtigkeiten zwischen Ofenkammer und Brennkammer (anwendbar nur bei bestehenden Anlagen) III. Einführung von Low-NOx-Techniken bei der Errichtung neuer Anlagen wie der gestuften Verbrennung oder der Verwendung von dünneren Steinen und von Feuerfestmaterialien mit einer besseren thermischen Leitfähigkeit (nur bei neuen Anlagen einsetzbar) IV. Verwendung von entschwefeltem Kokereigas und anderen Prozessgasen. Die mit BVT assoziierten Emissionswerte, angegeben als Tagesmittelwerte und bezogen auf einen Sauerstoffgehalt von 5 %, sind: — Schwefeloxide (SOX), angegeben als Schwefeldioxid (SO2): < 200 – 500 mg/Nm3 — Staub: < 1 – 20 mg/Nm3  (3) — Stickoxide (NOX), angegeben als Stickstoffdioxid (NO2): < 350 – 500 mg/Nm3 für neue oder wesentlich umgebaute Anlagen (weniger als 10 Jahre alt) und 500 – 650 mg/Nm3 für ältere Anlagen mit gut gewarteten Ofenbatterien und mit installierten Low-NOX-Techniken. 50.   Die BVT für das Koksdrücken besteht darin, die Staubemissionen durch Nutzung der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Absaugung durch eine Koksüberleitmaschine mit integrierter Haube II. stationäre Reinigung der abgesaugten Gase mit Gewebefilter oder anderen Entstaubungssystemen III. Einsatz eines Einpunktlöschwagens oder eines mobilen Löschwagens. Der mit BVT assoziierte Emissionswert für Staub aus dem Koksdrücken ist < 10 mg/Nm3 im Falle von Gewebefiltern und < 20 mg/Nm3 in anderen Fällen, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer (diskontinuierliche Messung, Stichproben für mindestens eine halbe Stunde). Anwendbarkeit In bestehenden Anlagen kann fehlender Platz die Anwendbarkeit einschränken. 51.   Die BVT für Kokslöschen besteht darin, die Staubemissionen durch Nutzung einer der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Kokstrockenkühlung (KTK, engl. coke dry quenching, kurz: CDQ) mit Wärmerückgewinnung und Staubabscheidung bei Beschickung, Umschlag und Siebung mittels Gewebefilter II. emissionsarme konventionelle Nasslöschverfahren III. das sogenannte Coke Stabilisation Quenching (CSQ)-Verfahren Die mit BVT assoziierten Emissionswerte für Staub, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer, sind: — < 20 mg/Nm3 für die Kokstrockenkühlung — < 25 g/t Koks für die emissionsarmen konventionellen Nasslöschverfahren (4) — < 10 g/t Koks für das Coke Stabilisation Quenching-Verfahren (5). Beschreibung von BVT I Für den Dauerbetrieb von Kokstrockenkühlungsanlagen gibt es zwei Optionen. In einem Fall umfasst die Kokstrockenkühlungsanlage zwei bis vier Kammern. Eine davon wird immer als Reserve vorgehalten. Daher wird keine Nasslöschungseinrichtung benötigt, aber die Kokstrockenkühlungsanlage muss für eine höhere Kapazität ausgelegt werden als die Koksofenbatterie, was mit hohen Kosten verbunden ist. Im anderen Fall ist ein zusätzliches Nasslöschsystem notwendig. Im Fall des Umbaus einer Nasslöschanlage in eine Kokstrockenkühlungsanlage kann das bestehende Nasslöschsystem zu diesem Zweck beibehalten werden. Eine derartige Kokstrockenkühlungsanlage benötigt keine überschüssige Verarbeitungskapazität im Vergleich zur Koksofenbatterie. Anwendbarkeit von BVT II Bestehende Löschtürme können mit emissionsmindernden Einbauten ausgerüstet werden. Zur Sicherstellung ausreichender Luftzugbedingungen ist eine Mindesthöhe des Turms von 30 m erforderlich. Anwendbarkeit von BVT III Da das System größer ist als für eine konventionelle Kokslöschung, kann fehlender Platz ein begrenzender Faktor sein. 52.   Die BVT für das Sortieren und den Umschlag von Koks besteht darin, die Staubemissionen durch die Nutzung einer Kombination der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Einhausung der Anlage oder Kapselung der Aggregate II. effiziente Abgaserfassung mit anschließender Trockenentstaubung. Der mit BVT assoziierte Emissionswert für Staub ist < 10 mg/Nm3, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer (diskontinuierliche Messung, Stichproben für mindestens eine halbe Stunde). Wasser und Abwasser 53.   Die BVT besteht darin, die Menge des benötigten Löschwassers zu minimieren und dieses so weit wie möglich wiederzuverwenden. 54.   Die BVT besteht darin, keine Prozessabwässer als Löschwasser zu verwenden, die beträchtliche organische Belastungen aufweisen (wie ungereinigtes Kokereiabwasser, Abwasser mit hohem Kohlenwasserstoffgehalt usw.). 55.   Die BVT besteht darin, das Abwasser aus dem Verkokungsprozess und der Reinigung des Kokereigases vor der Einleitung in eine Abwasserbehandlungsanlage durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken vorzubehandeln: I. effiziente Entfernung von Teer und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) durch die Nutzung von Flockungsmitteln und einer anschließenden Flotation, Sedimentation und Filtration, entweder als Einzelmaßnahme oder in Kombination II. wirksame Ammoniak-Strippung unter Verwendung von alkalischen Stoffen und Dampf. 56.   Die BVT für vorbehandeltes Abwasser aus dem Verkokungsprozess und der Reinigung des Kokereigases besteht darin, eine biologische Abwasserreinigung mit integrierter Nitrifikation/Denitrifikation zu nutzen. Die mit BVT assoziierten Emissionswerte, bezogen auf eine qualifizierte Mischprobe oder eine 24 Stunden-Mischprobeund auf die ausschließliche Behandlung von Abwasser aus Koksöfen, sind: — chemischer Sauerstoffbedarf (CSB (6)) < 220 mg/l — Biologischer Sauerstoffbedarf über 5 Tage (BSB5) < 20 mg/l — Sulfide, leicht freisetzbar (7) < 0,1 mg/l — Thiocyanat (SCN-) < 4 mg/l — Cyanid (CN-), leicht freisetzbar (8) < 0,1 mg/l — polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) (Summe von Fluoranthen, Benzo[b]fluoranthen, Benzo[k]fluoranthen, Benzo[a]pyren, Indeno[1,2,3-cd]pyren und Benzo[g,h,i]perylen) < 0,05 mg/l — Phenole < 0,5 mg/l — Summe von Ammoniumstickstoff (NH4 +-N), Nitrat-Stickstoff (NO3 --N) und Nitrit-Stickstoff (NO2 --N) < 15 – 50 mg/l. Was die Summe von Ammoniumstickstoff (NH4 +-N), Nitrat-Stickstoff (NO3 --N) und Nitrit-Stickstoff (NO2 --N) angeht, so sind mit der Nutzung von hochentwickelten biologischen Abwasserbehandlungsanlagen mit vorheriger Denitrifikation/Nitrifikation und Post-Denitrifikation gewöhnlich Werte von < 35 mg/l verbunden. Produktionsrückstände 57.   Die BVT besteht darin, Produktionsrückstände wie Teer aus dem Kokereiabwasser und dem Abwasser aus den Destillationskolonnen wiederzuverwenden und Belebtschlamm aus der Abwasserbehandlungsanlage in die Kohlenzufuhr der Kokerei zurückzuführen. Energie 58.   Die BVT besteht darin, das erfasste Kokereigas als Brennstoff oder Reduktionsmittel oder zur Produktion von Chemikalien zu nutzen. 1.5   BVT-Schlussfolgerungen für Hochöfen Sofern nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Hochöfen. Luftemissionen 59.   Für die bei der Befüllung der Vorratsbunker für die Kohleeinblasung verdrängte Luft besteht die BVT darin, die Staubemissionen zu erfassen und anschließend trocken zu entstauben. Der mit BVT assoziierte Emissionswert für Staub ist < 20 mg/Nm3, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer (diskontinuierliche Messung, Stichproben für mindestens eine halbe Stunde). 60.   Die BVT für die Möllervorbereitung (Mischen, Vermengen) und -beförderung besteht darin, die Staubemissionen zu minimieren und –soweit relevant– zu erfassen und anschließend mittels Elektrofilter oder Gewebefilters zu entstauben. 61.   Die BVT für die Gießhalle (Abstichlöcher, Gießrinnen, Befüllung der Torpedopfannen, Schlackenabtrennung im „Fuchs“) bestehen darin, die diffusen Staubemissionen durch Nutzung der folgenden Techniken zu vermeiden oder zu reduzieren: I. Abdecken der Gießrinnen II. Optimierung des Erfassungsgrads der diffusen Staubemissionen und des Rauchs sowie anschließende Abgasreinigung mittels Elektro- oder Gewebefilter III. Unterdrückung der Rauchbildung mittels Stickstoff während des Abstichs, sofern dies anwendbar ist und kein Erfassungs- und Entstaubungssystem für die Emissionen beim Abstich installiert ist. Bei Nutzung von BVT II ist der mit BVT assoziierte Emissionswert für Staub < 1 – 15 mg/Nm3, angegeben als Tagesmittelwert. 62.   Die BVT besteht darin, teerfreie Gießrinnenauskleidungen einzusetzen. 63.   Die BVT besteht darin, die Freisetzung von Hochofengas während der Begichtung durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken zu minimieren: I. glockenloser Gichtverschluss mit primärem und sekundärem Druckausgleich II. Gas- oder Absaugungsrückgewinnungssystem III. Einsatz von Hochofengas, um die oberen Vorratsbehälter mit Druck zu beaufschlagen. Anwendbarkeit von BVT II Bei neuen Anlagen einsetzbar. Bei bestehenden Anlagen nur dort einsetzbar, wo der Hochofen mit einem glockenlosen Begichtungssystem ausgestattet ist. Nicht anwendbar bei Anlagen, in denen andere Gase als Hochofengas (z. B. Stickstoff) benutzt werden, um die oberen Vorratsbehälter des Hochofens mit Druck zu beaufschlagen. 64.   Die BVT besteht darin, die Staubemissionen aus dem Hochofengas durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Einsatz von trockenen Vorentstaubungssystemen wie: i. Umlenkabscheider ii. Staubfänger iii. Zyklone iv. Elektrofilter. II. anschließende Entstaubung mit Systemen wie: i. Umlenkwäschern ii. Venturiwäschern iii. Ringspaltwäschern iv. nassbetriebenen Elektrofiltern v. Disintegratoren. Für gereinigtes Hochofengas ist der mit BVT assoziierte Reststaubgehalt < 10 mg/Nm3, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer (diskontinuierliche Messung, Stichproben für mindestens eine halbe Stunde). 65.   Die BVT für Winderhitzer besteht darin, die Emissionen durch Nutzung von entschwefeltem und entstaubtem überschüssigem Kokereigas, entstaubtem Hochofengas, entstaubtem Konvertergas und Erdgas – sowohl einzeln als auch in gemischter Form – zu reduzieren. Die mit BVT assoziierten Emissionswerte, angegeben als Tagesmittelwerte und bezogen auf einen Sauerstoffgehalt von 3 %, sind: — Schwefeloxide (SOx) angegeben als Schwefeldioxid (SO2) < 200 mg/Nm3 — Staub < 10 mg/Nm3 — Stickoxide (NOx) angegeben als Stickstoffdioxid (NO2) < 100 mg/Nm3. Wasser und Abwasser 66.   Die BVT für den Wasserverbrauch und Wasserableitungen aus der Hochofengasaufbereitung besteht darin, den Verbrauch von Waschwasser weitestgehend zu minimieren und das Waschwasser soweit wie möglich wiederzuverwenden, z. B. für die Schlackengranulation, gegebenenfalls nach der Behandlung mit einem Kiesbettfilter. 67.   Die BVT für die Aufbereitung des Abwassers aus der Hochofengasaufbereitung besteht in der Nutzung von Flockung (Koagulation) und Sedimentation und, soweit erforderlich, der Minderung von leicht freisetzbaren Cyaniden. Die mit BVT assoziierten Emissionswerte, bezogen auf eine qualifizierte Stichprobe oder eine 24 Stunden-Mischprobe, sind: — Schwebstoffe < 30 mg/l — Eisen < 5 mg/l — Blei < 0,5 mg/l — Zink < 2 mg/l — Cyanide (CN-), leicht freisetzbar (9) < 0,4 mg/l. Produktionsrückstände 68.   Die BVT besteht darin, den Anfall von Abfällen in Hochöfen durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken zu vermeiden: I. geeignete Sammlung und Lagerung, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen II internes Recycling des bei der Hochofengasaufbereitung entstehenden Grobstaubs sowie des bei der Gießhallenentstaubung anfallenden Staubs, unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Emissionen der Anlage, in der das Recycling erfolgt III. Hydrozyklonierung des Schlamms aus der Hochofengasaufbereitung mit anschließender Wiederverwendung der grobkörnigen Fraktion (generell anwendbar bei Einsatz einer Nassentstaubung, sofern die Verteilung des Zinkgehalts auf die verschiedenen Korngrößen eine sinnvolle Trennung ermöglicht) IV. Schlackenaufbereitung vorzugsweise durch Granulation zwecks externer Verwendung (z. B. in der Zementindustrie oder im Straßenbau), wenn die Marktbedingungen dafür gegeben sind. Die BVT besteht darin, mit Prozessrückständen aus Hochöfen, die weder vermieden noch recycelt werden können, in kontrollierter Art und Weise umzugehen. 69.   Die BVT für die Minimierung der Emissionen aus der Schlackenbehandlung besteht darin, eine Schwadenkondensation durchzuführen, wenn eine Geruchsminderung erforderlich ist. Ressourcenmanagement 70.   Die BVT für das Ressourcenmanagement in Hochöfen besteht darin, den Koksverbrauch durch die Direkteinblasung von Reduktionsmitteln wie pulverisierter Kohle, Öl, Schweröl, Teer, Ölrückständen, Kokereigas, Erdgas und Abfällen wie metallische Rückstände, Altöl und -Emulsionen, ölhaltige Rückstände, Fette und Kunststoffabfälle – sowohl einzeln als auch in Kombination – zu senken. Anwendbarkeit Kohleeinblasung: Diese Methode ist in allen Hochöfen einsetzbar, die mit einer Einblasvorrichtung für pulverisierte Kohle und einer Sauerstoffanreicherung ausgestattet sind. Gaseinblasung: Das Einblasen von Kokereigas über die Windformen hängt stark von der Verfügbarkeit dieses Gases ab, das ebenso an anderen Stellen des integrierten Hüttenwerks effektiv genutzt werden kann. Kunststoffeinblasung: Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Technik in hohem Maße von den örtlichen Gegebenheiten und den Marktbedingungen abhängt. Kunststoffe können Chlor und Schwermetalle wie Hg, Cd, Pb und Zn enthalten. Je nach Zusammensetzung der genutzten Abfälle (z. B. Schredderleichtfraktion) kann der Anteil an Hg, Cr, Cu, Ni und Mo im Hochofengas steigen. Direkteinblasung von gebrauchten Ölen, Fetten und Emulsionen als Reduktionsmittel und von festen Eisenrückständen: Der kontinuierliche Betrieb dieses Systems ist auf ein Logistikkonzept hinsichtlich Lieferung und Lagerung der Rückstände angewiesen. Auch die genutzte Beförderungstechnik ist für einen reibungslosen Betrieb von hoher Bedeutung. Energie 71.   Die BVT besteht darin, einen gleichmäßigen, kontinuierlichen Betrieb des Hochofens bei stationärem Zustand sicherzustellen, um Stofffreisetzungen zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit eines Abrutschens des Möllers zu reduzieren. 72.   Die BVT besteht darin, das erfasste Hochofengas als Brennstoff zu nutzen. 73.   Die BVT besteht darin, aus dem Druck des Hochofengases Energie zurückzugewinnen, wenn das Hochofengas über ausreichend Druck verfügt und die Konzentrationen an Alkalien gering sind. Anwendbarkeit Die Energierückgewinnung mittels Hochofengasentspannungsturbinen ist bei neuen Anlagen und unter bestimmten Umständen bei bestehenden Anlagen, wenn auch mit mehr Schwierigkeiten und zusätzlichen Kosten, anwendbar. Voraussetzung für den Einsatz dieser Technik ist ein ausreichender Überdruck des Hochofengases von über 1,5 bar. Bei neuen Anlagen können die Hochofengasentspannungsturbinen und die Einrichtungen zur Gasaufbereitung aufeinander abgestimmt werden, um so eine hohe Effizienz sowohl hinsichtlich der Hochofengaswäsche als auch der Energierückgewinnung zu erzielen. 74.   Die BVT besteht darin, die Brenngase oder die Verbrennungsluft der Winderhitzer durch Nutzung der Winderhitzerabgase vorzuwärmen und den Verbrennungsprozess in den Winderhitzern zu optimieren. Beschreibung Zur Optimierung der Energieeffizienz der Winderhitzer kann eine oder eine Kombination der folgenden Techniken eingesetzt werden: — computerunterstützter Betrieb der Winderhitzer — Vorwärmung des Brennstoffs oder der Verbrennungsluft in Verbindung mit einer Isolierung der Kaltluft- und der Abgasleitung — Einsatz leistungsfähiger Brenner zur Verbesserung der Verbrennung — schnelle Messungen des Sauerstoffgehalts und darauf basierende Anpassung der Verbrennungsbedingungen. Anwendbarkeit Die Anwendbarkeit der Vorwärmung des Brennstoffs hängt von der Effizienz der Winderhitzer ab, da diese die Abgastemperatur bestimmt (z. B. ist bei einer Abgastemperatur unter 250 °C eine Wärmerückgewinnung möglicherweise technisch oder wirtschaftlich nicht praktikabel). Die Einführung einer computerunterstützten Betriebssteuerung könnte bei Vorhandensein von drei Winderhitzern die Installation eines vierten erforderlich machen (sofern das überhaupt möglich ist), um so die erreichbaren Vorteile zu maximieren. 1.6   BVT-Schlussfolgerungen für die Sauerstoffblasstahlerzeugung einschließlich Gießen Sofern nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für die gesamte Sauerstoffblas-Stahlerzeugung einschließlich Gießen. Luftemissionen 75.   Im Falle der unterdrückten Verbrennung besteht die BVT für die Nutzung des Konvertergases darin, das Konvertergas während des Blasprozesses soweit wie möglich abzusaugen und es durch die Kombination der folgenden Techniken zu reinigen: I. Nutzung eines unterdrückten Verbrennungsverfahrens II. Vor-Entstaubung, um Grobstaub mittels Trockenabscheidung (z. B. Umlenkabscheider, Zyklon) oder mittels Nassabscheidung abzuscheiden III. Staubverminderung durch: i. Trockenentstaubung (z. B. Elektrofilter) für neue und bestehende Anlagen ii. Nassentstaubung (z. B. Nass-Elektrofilter oder Gaswäscher) für bestehende Anlagen. Der mit BVT assoziierte Reststaubgehalt nach der Pufferung des Konvertergases ist: — 10 – 30 mg/Nm3 für BVT III.i — < 50 mg/Nm3 für BVT III.ii. 76.   Im Falle vollständiger Verbrennung besteht die BVT für die Nutzung des Konvertergases während des Blasprozesses darin, Staubemissionen durch den Einsatz einer der folgenden Techniken zu reduzieren: I. Trockenentstaubung (z. B. Elektrofilter oder Gewebefilter) für neue und bestehende Anlagen II. Nassentstaubung (z. B. Nass-Elektrofilter oder Gaswäscher) für bestehende Anlagen Die mit BVT assoziierten Emissionswerte für Staub, angegeben als Mittelwert über die Probenahmedauer (diskontinuierliche Messung, Stichproben für mindestens eine halbe Stunde), sind: — 10 – 30 mg/Nm3 für BVT I — < 50 mg/Nm3 für BVT II. 77.   Die BVT besteht darin, Staubemissionen aus dem Sauerstofflanzenloch durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken zu minimieren: I. Abdeckung des Lanzenlochs während des Sauerstoffblasens II. Eindüsen von Inertgas oder Dampf in das Lanzenloch zur Abführung des Staubs III. Einsatz anderer Konstruktionen zur Abdichtung des Lanzenloches in Kombination mit Lanzenreinigungseinrichtungen. 78.   Die BVT für die Sekundärentstaubung, einschließlich der Emissionen aus den folgenden Prozessen: — Umfüllen des flüssigen Roheisens aus der Torpedopfanne (oder dem Mischer) in die Chargierpfanne — Vorbehandlung des flüssigen Roheisens (d. h. das Vorwärmen der Behältnisse, die Entschwefelung, die Entphosphorisierung, die Entschlackung, der Roheisentransport und die Wägung) — mit dem Sauerstoffblaskonverter verbundene Prozesse wie das Vorheizen der Pfannen, Auswürfe während des Blasprozesses, Chargierung von flüssigem Roheisen und Schrott, Abstich von flüssigem Stahl und Schlacke aus dem Konverter und — Sekundärmetallurgie und Strangguss, besteht darin, Staubemissionen durch prozessintegrierte Techniken wie die allgemeinen Techniken zur Vermeidung oder Minder

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.