Europäische Union

Beschluss (EU) 2018/813 der Kommission vom 14. Mai 2018 über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für den Agrarsektor gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)Text von Bedeutung für den EWR.

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2018-06-08

Quellenkennung: 32018D0813. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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dikatoren Leistungsrichtwerte (i87) Ein dynamischer Pflanzenschutzplan für den nachhaltigen Pflanzenschutz ist vorhanden und beinhaltet: i) auf die Schädlingsprävention ausgerichtete Fruchtfolgen, ii) biologische Schädlingsbekämpfung, iii) präzise Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (sofern ihr Einsatz notwendig ist), iv) entsprechende Schulungen zum Pflanzenschutz, v) regelmäßige Überprüfung und Verbesserung des Plans (J/N) Nicht zutreffend 3.9.2.    Auswahl von Pflanzenschutzmitteln Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, Pflanzenschutzmittel im Sinne der in der Richtlinie 2009/128/EG enthaltenen Bestimmungen auszuwählen, d. h. Pflanzenschutzmittel, die so genau wie möglich auf den Zielschädling ausgerichtet und möglichst umweltfreundlich sind ( 37 ) sowie für die menschliche Gesundheit das geringstmögliche Risiko darstellen. Die Landwirte können diese Ziele erreichen, indem sie die Etiketten dieser Produkte lesen und auf öffentlich zugängliche Datenbanken zurückgreifen, die Angaben vorwiegend zur Toxizität der Pestizide für die menschliche Gesundheit und/oder für Fauna und Flora bei einer bestimmten Anwendungsrate enthalten. Ziel ist die Auswahl von Produkten mit der geringsten Toxizität, die die jeweilige Schädlingsart so gezielt wie möglich bekämpfen, ohne die ergriffenen biologischen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen (z. B. natürliche Feinde) zu behindern. Die Gefahr einer Schädlingsresistenz sollte ebenso berücksichtigt und gegebenenfalls eine Strategie umgesetzt werden. Den besonderen Eigenschaften der Pflanze und des zu behandelnden Feldes (insbesondere Nähe zu Wasserquellen, Bodenbeschaffenheit, Anbausystem usw.) muss ebenfalls Rechnung getragen werden, um die Eignung eines konkreten Pflanzenschutzmittels festzustellen. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Landwirten angewendet werden, die Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i89) Die ausgewählten Pflanzenschutzmittel weisen eine möglichst geringe Toxizität auf und sind mit der allgemeinen Pflanzenschutzstrategie vereinbar (J/N) Nicht zutreffend 3.10.    Unterglasanbau Dieses Kapitel ist für landwirtschaftliche Betriebe relevant, die Obst und Gemüse unter Glas anbauen (z. B. in Gewächshäusern). 3.10.1.    Energieeffiziente Maßnahmen im Unterglasanbau Es ist eine bewährte Umweltmanagementpraxis, den Energiebedarf geschlossener Gewächshäuser zu senken und, sofern möglich, mit vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie zu decken: — Verwendung einer dynamischen Steuerung klimatischer Parameter innerhalb des Gewächshauses, die die Bedingungen im Gewächshausinneren unter Berücksichtigung der Witterungsverhältnisse außen so anpasst, dass der Energieverbrauch sinkt; — Auswahl geeigneter Abdeckmaterialien, wie etwa Glas oder Kunststoffdoppelverglasung, zur Verbesserung der „Gebäude-“ bzw. Gewächshaushülle; — Berücksichtigung der Ausrichtung und Position von Fenstern in neuen Anlagen oder während größerer Umbauten; — Einrichtung von Kühlmaßnahmen in Gewächshäusern, die sich in trockenen und warmen Gebieten befinden; insbesondere Nutzung natürlicher Belüftung, Durchführung von Tüncherarbeiten zur Reduzierung der in das Gewächshaus eindringenden Sonneneinstrahlung und/oder Einbau evaporativer Techniken wie beispielsweise Verdunstungskühler und Vernebelung ( 38 ); — nach Möglichkeit Installation eines geothermischen Heizsystems für Gewächshäuser in kühlen Gebieten, die eine Heizung benötigen; über geothermische Bohrlöcher kann Wasser mit einer deutlich höheren Temperatur als die Umgebungstemperatur direkt der Wärmeversorgungseinrichtung im Gewächshaus oder einer Vielzahl von Heizsystemen bereitgestellt werden; — Installation einer in Anbetracht der lokalen Klimabedingungen und unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Lichttechnik auf die Innentemperatur geeigneten Beleuchtungsanlage. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unterglas-Gartenbaubetrieben angewendet werden. Die Anwendung von Erdwärme ist begrenzt, z. B. aufgrund der Besonderheiten des Temperaturprofils der Grundwasserschicht und der erforderlichen Investitionen. Für die Verdunstungstechniken wird Frischwasser benötigt, weshalb die Wasserverfügbarkeit einkalkuliert werden muss. Ferner darf die zu verwendende Wassermenge nicht zu einer Überschreitung der optimalen Luftfeuchtigkeit innerhalb des Gewächshauses (in der Regel 65–70 %) führen und dadurch die Transpiration der Pflanzen beeinträchtigen. Dies ist besonders für Vernebelungstechniken und in Gebieten mit hoher Luftfeuchte von Bedeutung. Vernebelungstechniken sind aufgrund des benötigten Wasserverteilsystems unter Umständen auch mit großen Investitionen verbunden. Verdunstungskühler sind nur bei einer Gewächshausbreite von über 50 m effizient, haben jedoch den Vorteil, dass sie auch mit Meerwasser betrieben werden können. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i90) Energieverbrauch für die Beleuchtung des Gewächshauses (kWh/m2/Jahr) (i91) Gesamtenergieverbrauch im Gewächshaus (kWh/Ertrag) (i92) Jährlicher Anteil des durch die Vor-Ort-Erzeugung erneuerbarer Energie gedeckten Energieverbrauchs im Gewächshaus für die Beheizung, Kühlung und Beleuchtung sowie gegebenenfalls die Erzeugung von Kohlendioxid (%) (b42) Die kombinierte Energienutzung des Unterglasanbaus für die Beheizung, Kühlung und Beleuchtung sowie gegebenenfalls die Erzeugung von Kohlendioxid wird zu mindestens 80 % jährlich mit vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie gedeckt. 3.10.2.    Wassermanagement im Unterglasanbau Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, die Bewässerungseffizienz für Gemüsepflanzen in geschlossenen, sich in trockenen Gebieten befindlichen Gewächshäusern durch die folgenden Maßnahmen zu maximieren: — präzise Bestimmung des Wasserbedarfs ( 39 ) der Pflanzen gemäß den in der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.8.1 beschriebenen Grundsätzen. — Einbau eines Systems zur Bewässerungssteuerung (gemäß den in der bewährten Umweltmanagementpraxis 3.8.1 erörterten Grundsätzen), das den Wasserbedarf der Pflanzen und die Wasserverfügbarkeit im Wurzelbereich für auf Erde oder in Substraten angebaute Pflanzen berücksichtigt. Besonders bei Pflanzen, die in Substrat angebaut werden, ermöglicht die Umsetzung einer auf Feuchtigkeitssensoren gestützten Bewässerungssteuerung eine häufigere Bewässerung mit kleineren Wassermengen, womit die ausreichende Zufuhr von Wasser und Nährstoffen gewährleistet ist; — Anwendung von Bewässerungspraktiken, mit denen die Wassernutzungseffizienz ( 40 ) maximiert wird, z. B. Tröpfchenbewässerung von in Substraten angebauten Pflanzen und ein System mit geschlossenem (oder halbgeschlossenem) Kreislauf für Pflanzen, die auf Erde oder in Substraten angebaut werden. Sowohl die Tröpfchenbewässerung als auch Systeme mit geschlossenem Kreislauf bieten die Möglichkeit der Beregnungsdüngung. Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unterglas-Gartenbaubetrieben angewendet werden und ist ausgesprochen relevant für trockene Gebiete. Systeme mit geschlossenem Kreislauf sind zwar technisch wirkungsvoll, aber nur in Gebieten mit guter Wasserqualität oder in Anbaugebieten hochwertiger Feldfrüchte, die die Kosten von Maßnahmen zur Sicherstellung einer guten Wasserqualität (z. B. Regenwassernutzung und/oder Entsalzung) aufwiegen, finanziell tragfähig. Tröpfchenbewässerungssysteme verteilen das Wasser sehr gleichmäßig und bieten einen hohen Wirkungsgrad, sofern sie richtig dimensioniert und konstruiert sind. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i81) Wassernutzungseffizienz, ausgedrückt in kg/m3 Nicht zutreffend 3.10.3.    Abfallwirtschaft im Unterglasanbau Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, die verschiedenen innerhalb des Unterglasanbausystems anfallenden Abfallbestandteile fachgerecht zu trennen und: — die Restbiomasse zu kompostieren oder sie in eine angrenzende anaerobe Vergärungsanlage zu bringen; — nach Möglichkeit biobasierte Kunststoffe für Mulchschichten zu verwenden, die vollständig biologisch abbaubar sind, sowie für Anzuchttöpfe, die vor Ort kompostiert oder in eine angrenzende anaerobe Vergärungsanlage gebracht werden können; — die Rückstände und die Verpackung von Pflanzenschutzmitteln zu separieren und ordnungsgemäß zu lagern, um Auswaschungen und den indirekten Kontakt mit Boden, Pflanzen und Wasser zu vermeiden; — alle verunreinigten Materialien einer entsprechenden Behandlung durch ein spezialisiertes zugelassenes Unternehmen zuzuführen; — alle verunreinigten Kunststoffe recyceln zu lassen. Anwendbarkeit Die Elemente dieser bewährten Umweltmanagementpraxis können von allen geschlossenen Gewächshäusern angewendet werden und sind ebenfalls für die meisten anderen Betriebe relevant. Die zu verwendenden biobasierten Kunststoffe sollten die folgenden Kriterien erfüllen: — vollständige biologische Abbaubarkeit (nicht einfach nur Auflösung) von mehr als 90 %; — Haltbarkeit entsprechend der jeweiligen Anwendung; — keine Rückstände von Schwermetallen oder anderen schädlichen Chemikalien. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i93) Alle Biomasseabfälle werden kompostiert oder der anaeroben Vergärung zugeführt (J/N) (i94) Verwendung vollständig biologisch abbaubarer biobasierter Kunststoffe für Anzuchttöpfe und Mulchschichten (J/N) (i95) Anteil der nicht verunreinigten Kunststoffabfälle, die recycelt werden (%) (b43) Alle Abfälle werden gesammelt, getrennt und ordnungsgemäß behandelt; organische Anteile werden kompostiert und keine Abfälle werden auf Deponien gelagert. Vor allem: — Alle Mulchmaterialien sind zu 100 % biologisch abbaubar, es sei denn, es handelt sich um eine Plastikfolie, die physisch entfernt wird; — 100 % des Abfalls werden an der Quelle getrennt; — 100 % der erzeugten Restbiomasse werden kompostiert oder in eine angrenzende anaerobe Vergärungsanlage gebracht. 3.10.4.    Auswahl von Kultursubstraten Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, entweder umweltzertifizierte Kultursubstrate (z. B. EU-Umweltzeichen) zu kaufen oder eigene Umweltkriterien für den Erwerb von Kultursubstraten zu definieren (z. B. auf Grundlage der im Beschluss 2015/2099 ( 41 ) der Kommission festgelegten Kriterien). Anwendbarkeit Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann von allen Unterglas-Gartenbaubetrieben, die Kultursubstrate zukaufen, angewendet werden. Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte Umweltleistungsindikatoren Leistungsrichtwerte (i96) Verwendung umweltzertifizierter Kultursubstrate (z. B. EU-Umweltzeichen) (J/N) Nicht zutreffend 4.    EMPFOHLENE BRANCHENSPEZIFISCHE SCHLÜSSELINDIKATOREN FÜR DIE UMWELTLEISTUNG Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl zentraler Umweltleistungsindikatoren für den Agrarsektor samt den entsprechenden Richtwerten und einem Hinweis auf die jeweiligen bewährten Umweltmanagementpraktiken. Sie bilden eine Untergruppe aller in Kapitel 3 genannten Indikatoren. Indikator Einheiten Zielgruppe Kurzbeschreibung Empfohlene Mindestebene für die Überwachung EMAS-Kernindikator () Leistungsrichtwert Bewährte Umweltmanagementpraxis () Nachhaltige landwirtschaftliche Betriebsführung und Bodenbewirtschaftung Ein Strategieplan für die landwirtschaftliche Betriebsführung ist vorhanden. J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Ein integrierter Managementplan für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb, der marktwirtschaftlichen, regulatorischen, ökologischen und ethischen Erwägungen über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren Rechnung trägt, ist vorhanden; Pro Betrieb Materialeffizienz Energieeffizienz Emissionen Biologische Vielfalt Wasser Abfall Der landwirtschaftliche Betrieb hat einen strategischen Managementplan eingeführt, der: i)  einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren betrachtet; ii)  die Nachhaltigkeitsleistung des Betriebs in Bezug auf alle drei Aspekte (wirtschaftlich, gesellschaftlich und ökologisch) verbessert; iii)  die Erbringung von Ökosystemleistungen im lokalen, regionalen und globalen Kontext unter Anwendung geeigneter und einfacher Indikatoren betrachtet. 3.1.1 Teilnahme an bestehenden Zertifizierungssystemen für nachhaltige Landwirtschaft oder Lebensmittelkennzeichnungen J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Der Betrieb nimmt an Zertifizierungssystemen teil, die einen Mehrwert für landwirtschaftliche Erzeugnisse schaffen und eine nachhaltige Bewirtschaftung sicherstellen. Pro Betrieb Materialeffizienz — 3.1.1 Ein auf Leistungsvergleichen anhand geeigneter Indikatoren basierendes Umweltmanagementsystem ist vorhanden J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Das vorhandene Umweltmanagementsystem nutzt relevante Indikatoren zum Abgleich der Umweltleistung einzelner Prozesse sowie auf Ebene des gesamten Betriebs. Pro Betrieb Materialeffizienz Energieeffizienz Emissionen Biologische Vielfalt Wasser Abfall Zum Abgleich der Leistung einzelner Prozesse, sowie des gesamten Landwirtschaftsbetriebs, mit allen in diesem branchenspezifischen Referenzdokument beschriebenen einschlägigen Richtwerten bewährter Praktiken werden entsprechende Indikatoren herangezogen. 3.1.2 Mitarbeiter werden zum Thema Umweltmanagement geschult J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Alle Mitarbeiter des Betriebs (Zeitarbeitskräfte und feste Mitarbeiter) erhalten regelmäßige Schulungen zu Umweltaspekten. Pro Betrieb Materialeffizienz Energieeffizienz Emissionen Biologische Vielfalt Wasser Abfall Festangestellte Mitarbeiter nehmen in regelmäßigen Abständen an verpflichtenden Weiterbildungsprogrammen im Bereich Umweltmanagement teil; Zeitkräften werden Informationen über die Umweltmanagementziele sowie Schulungen zu entsprechenden Maßnahmen angeboten.   Breite der Erosionsschutzstreifen m Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Breite der Streifen Land entlang von Wasserläufen, die dauerhaft begrünt sind und die nicht bestellt und beweidet werden Pro Feld Wasser Neben allen oberirdischen Gewässern werden Pufferzonen mit einer Breite von mindestens 10 m errichtet, in denen daraufhin keine Bodenbearbeitung oder Beweidung stattfindet. 3.1.3 Gesamtstickstoff- und/oder Nitratkonzentration im Wasserlauf (mg NO3/l) mg N/l Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Die Stickstoff- oder Nitratkonzentration sollte in allen Gewässern gemessen werden, die an den Betrieb grenzen oder durch ihn hindurchfließen. Pro Betrieb oder pro Feld Materialeffizienz Biologische Vielfalt Wasser Die Landwirte arbeiten mit benachbarten Landwirten und für das Wassereinzugsgebiet zuständigen Verwaltern aus den entsprechenden Behörden zusammen, um das Risiko der Wasserverschmutzung zu minimieren, beispielsweise durch die Schaffung strategisch günstig gelegener technischer Feuchtgebiete. 3.1.3, 3.4.5 Reichtum an lokal wichtigen Arten Anzahl der Arten mit Schlüsselfunktionen/m2 Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Messung des Vorhandenseins ausgewählter Arten, um Veränderungen der lokalen Artenvielfalt zu überwachen Pro Betrieb oder pro Feld Biologische Vielfalt Um die Anzahl und Vielfalt lokal wichtiger Arten zu erhalten und auszuweiten, wird im Betrieb ein Aktionsplan zur Erhaltung der biologischen Vielfalt umgesetzt. 3.1.4, 3.1.1, 3.4.4 3.5.2 Endenergieverbrauch des Betriebs kWh/ha ldiesel/ha Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Direkter Endenergieverbrauch (z. B. Festbrennstoffe, Öl, Gas, Strom, erneuerbare Energien) auf dem Betrieb pro Hektar. Für verschiedene Energieträger können unterschiedliche Einheiten verwendet werden. Für spezifische Prozesse (z. B. Dieselnutzung in Traktoren) sollte der Energieverbrauch nach Möglichkeit separat aufgezeichnet werden. Pro Betrieb oder pro Prozess Energie Ein Energiemanagementplan wird umgesetzt und alle fünf Jahre überarbeitet; er beinhaltet Folgendes: i) Abbildung des direkten Energieverbrauchs für die zentralen energieverbrauchenden Prozesse; ii) Abbildung des indirekten Energieverbrauchs anhand des Verbrauchs von Dünge- und Futtermitteln; iii) Vergleich des Energieverbrauchs pro Hektar, Großvieheinheit oder Tonne landwirtschaftlicher Erzeugnisse; iv) Energieeffizienzmaßnahmen; v) Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energien. 3.1.5 Betriebliche Wassernutzungseffizienz m3/ha/Jahr m3/Tonne landwirtschaftlicher Erzeugnisse m3/Großvieheinheit Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Das auf den Höfen pro Hektar und Jahr oder Tonne landwirtschaftlicher Erzeugnisse oder pro Großvieheinheit verbrauchte Wasser. Hierbei ist eine Unterscheidung nach Quelle zu treffen (z. B. Wasser aus Brunnen, aus der kommunalen Wasserversorgung, aus oberflächennahen Gewässern, gesammeltes Regenwasser, wiederaufbereitetes Wasser). Für spezifische Prozesse sollte der Wasserverbrauch nach Möglichkeit separat aufgezeichnet werden. Pro Betrieb oder pro Prozess Wasser Ein Wassermanagementplan muss umgesetzt und alle fünf Jahre überarbeitet werden; er soll Folgendes beinhalten: i) Abbildung des direkten Wasserverbrauchs nach Quelle für Schlüsselprozesse; ii) Vergleich des Wasserverbrauchs pro Hektar, Großvieheinheit oder Tonne landwirtschaftlicher Erzeugnisse; iii) Wassereffizienzmaßnahmen; iv) Regenwassergewinnung. 3.1.5, 3.8.1 Anteil des nach verwertbaren Bestandteilen getrennten Abfalls % Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Menge des nach verwertbaren Bestandteilen getrennten Abfalls geteilt durch die auf dem Hof angefallene Gesamtmenge Pro Betrieb Abfall Abfallvermeidung, -wiederverwendung, -recycling und -verwertung werden umgesetzt, sodass keine Abfälle auf Deponien gelagert werden müssen. 3.1.6, 3.10.3 Bodenqualitätsmanagement Optische Beurteilung der Bodenstruktur im Hinblick auf Anzeichen für Erosion und Verdichtung der Felder J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Dieser Indikator dient der Überprüfung, ob der Landwirt die Felder des Betriebs auf Anzeichen für Erosion und Verdichtung untersucht. Pro Feld Materialeffizienz Ein Bodenbewirtschaftungsplan wird für den Betrieb umgesetzt, der Folgendes beinhaltet: i) einen jährlichen Bericht über die Anzeichen für Erosion und Verdichtung auf Grundlage von Feldbesichtigungen; ii) mindestens alle fünf Jahre Analysen der mittleren Bodendichte und organischen Substanz; iii) Umsetzung konkreter Maßnahmen zum Erhalt der Bodenqualität und organischen Substanz. 3.2.1 Mittlere Bodendichte g/cm3 Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Gewicht des trockenen Bodens geteilt durch das Bodenvolumen insgesamt. Der Wert dieses Indikators wird im Zuge von Labortests bestimmt. Pro Feld Materialeffizienz Ein Bodenbewirtschaftungsplan wird für den Betrieb umgesetzt, der Folgendes beinhaltet: i) einen jährlichen Bericht über die Anzeichen für Erosion und Verdichtung auf Grundlage von Feldbesichtigungen; ii) mindestens alle fünf Jahre Analysen der mittleren Bodendichte und organischen Substanz; iii) Umsetzung konkreter Maßnahmen zum Erhalt der Bodenqualität und organischen Substanz. 3.2.1, 3.2.3 Ausbringungsrate organischer Trockenmasse t/ha/Jahr Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Menge der auf dem Feld ausgebrachten organischen Substanz pro Hektar und Jahr, ausgedrückt als Trockenmasse Pro Feld Materialeffizienz Sicherstellung, dass alle Ackerböden des Betriebs mindestens einmal alle drei Jahre Zugaben organischer Substanz erhalten, z. B. aus Pflanzenrückständen, Stalldung, Deck-/Zwischenfrüchten, Komposten oder Gärrückständen, und/oder Schaffung von Wechselwiesen für einen Zeitraum von ein bis drei Jahren 3.2.2 Erosionsverluste Tonnen Boden/ha/Jahr Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Verlust des Mutterbodens eines Feldes aufgrund von Wasser(abfluss) oder Wind, ausgedrückt durch die Menge des pro Hektar und Jahr verlorenen Bodens Pro Feld Materialeffizienz Ein Bodenbewirtschaftungsplan wird für den Betrieb umgesetzt, der Folgendes beinhaltet: einen jährlichen Bericht über die Anzeichen für Erosion und Verdichtung auf Grundlage von Feldbesichtigungen; ii) mindestens alle fünf Jahre Analysen der mittleren Bodendichte und organischen Substanz; iii) Umsetzung konkreter Maßnahmen zum Erhalt der Bodenqualität und organischen Substanz 3.2.3 Erstellung von feldspezifischen Drainagekarten J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Dieser Indikator dient der Überprüfung, ob Entwässerungskanäle zur leichteren Verwaltung systematisch feldübergreifend kartiert sind. Pro Feld/pro Betrieb Materialeffizienz Wasser Die natürliche Entwässerung wird durch einen sorgsamen Umgang mit der Bodenstruktur maximiert; die Wirksamkeit bestehender Entwässerungskanäle wird aufrechterhalten; neue Entwässerungskanäle werden gegebenenfalls auf mineralischen Böden angelegt. 3.2.4, 3.4.3 Minimierung der Entwässerung auf Torfböden J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Auf Feldern mit torfigen Böden wird eine Entwässerung vermieden. Pro Feld Materialeffizienz Wasser Auf Torfböden und Böden, für die die Gefahr der vermehrten Nährstoffabgabe ins Wasser über die Drainage hoch ist, wird die Entwässerung minimiert. 3.2.4 Nährstoffmanagement Für N/P/K berechnete Nährstoffverwertungseffizienz % Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Verhältnis zwischen der Düngermenge, die dem Feld von der Pflanze entzogen wurde, und der ausgebrachten Düngermenge. Die Düngermenge, die dem Feld von der Pflanze entzogen wurde, lässt sich errechnen, indem der Ernteertrag mit dem durchschnittlichen Stickstoffgehalt multipliziert wird. Pro Feld Materialeffizienz Die in Form von Dünger eingebrachten Nährstoffe überschreiten nicht den Gehalt, der zur Erreichung des „wirtschaftlich optimalen“ Ernteertrags erforderlich ist. Die Nährstoffüberschüsse oder die Nährstoffverwertungseffizienz werden für Stickstoff, Phosphor und Kalium für einzelne ackerbaulich — oder als Grünfläche — genutzte Parzellen geschätzt. 3.3.1, 3.3.3, 3.5.3 Bruttostickstoffbilanz kg/ha Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Dieser Indikator bezeichnet den Überschuss an oder die Verringerung des Stickstoffs auf Agrarflächen. Zu seiner Berechnung wird pro Hektar Agrarfläche die Differenz zwischen dem in das Bewirtschaftungssystem eingetragenen Stickstoffgehalt und dem Stickstoffgehalt gebildet, der dem System entzogen wurde. Pro Feld/pro Betrieb Materialeffizienz Die in Form von Dünger eingebrachten Nährstoffe überschreiten nicht den Gehalt, der zur Erreichung des „wirtschaftlich optimalen“ Ernteertrags erforderlich ist. Die Nährstoffüberschüsse oder die Nährstoffverwertungseffizienz werden für Stickstoff, Phosphor und Kalium für einzelne ackerbaulich — oder als Grünfläche — genutzte Parzellen geschätzt. 3.3.2, 3.3.1 Fruchtfolgezyklen beinhalten Leguminosen und Brachekulturen J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Dieser Indikator bezieht sich auf die Aufnahme von Leguminosen und Brachekulturen in die Fruchtfolgezyklen. Die Dauer des Zyklus sollte ebenfalls angegeben werden. Pro Feld/pro Betrieb Materialeffizienz Alle Fruchtfolgen umfassen in einem Fünf-Jahres-Zeitraum mindestens eine Leguminose und eine Brachekultur. 3.3.2 Nutzung von Werkzeugen der Präzisionslandwirtschaft wie etwa GPS-Steuerung zur Optimierung der Nährstoffausbringung J/N Sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe Dieser Indikator betrifft die Frage, ob für jede einzelne Stelle innerhalb des Feldes/Betriebs zur präzisen Bestimmung der auszubringenden Nährstoffmenge Geoortungsinstrumente zum Einsatz kommen. Pro Feld Materialeffizienz Emissionen — 3.3.3

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.