Europäische Union

Beschluss (GASP) 2022/2319 des Rates vom 25. November 2022 über restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Haiti

Konsolidierte Fassung

Konsolidierungsdatum: 2026-07-14

Quellenkennung: 32022D2319. Spätere Änderungen sind nicht automatisch in dieser Fassung enthalten.

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stützung der Bande „Ti Bwa“ bei der Einrichtung einer speziellen Kampfeinheit mit der Bezeichnung „Back up 100 plak“, wodurch ihre Kampfkapazitäten ausgebaut wurden. Herard war an der Erleichterung des illegalen Handels mit Waffen und Munition beteiligt, die dazu beigetragen haben, Bandengewalt anzufachen und das Land zu destabilisieren. Seine Handlungen haben dazu beigetragen, dass Banden ihre Kontrolle auf wichtige Bereiche ausgeweitet haben, wodurch die Sicherheit und die Governance Haitis weiter untergraben werden. 9.  Kempes SANON. Benennung gemäß Nummer 19 der Resolution 2794 (2025) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für die in den Nummern 3 und 6 der Resolution 2653 (2022) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen aufgeführten Maßnahmen. Funktion: Anführer der Bande „Les Argentins“, auch bekannt als Bande „Bel Air“ Geburtsdatum: – Geburtsort: – Staatsangehörigkeit: – Datum der Benennung durch die Vereinten Nationen: 17. Oktober 2025 Geschlecht: männlich Zusätzliche Informationen aus der vom Sanktionsausschuss bereitgestellten Zusammenfassung der Gründe für die Aufnahme in die Liste: Kempes Sanon hat Handlungen begangen, die den Frieden, die Sicherheit und die Stabilität Haitis bedrohen, und zwar durch seine Führung der Bande „Les Argentins“, auch bekannt als die Bande „Bel Air“, deren Hochburg sich im Viertel Haut Bel-Air in Port-au-Prince befindet. Mit rund 150 Mitgliedern war die Bande an systematischen Menschenrechtsverletzungen beteiligt, darunter Erpressung, Entführungen und illegale Steueraktivitäten. Sanon hat entscheidend dazu beigetragen, dass Banden ihre Macht in Port-au-Prince festigen konnten, insbesondere durch seine Beteiligung an dem Bündnis „Viv Ansanm“, das koordinierte Angriffe verübt hat, um die von Banden kontrollierten Gebiete auszuweiten. Unter seiner Führung hat die Bande „Les Argentins“ wiederholt Angriffe, auf Viertel wie Solino verübt, die zu zahlreichen Todesopfern und zur Vertreibung Tausender Einwohner geführt haben. Sanon unterhält auch ein Netzwerk von in staatlichen Einrichtungen, einschließlich der Sicherheitsbehörden, tätigen Personen, wodurch es ihm ermöglicht wird, einer Festnahme zu entgehen und seine kriminellen Aktivitäten zu erleichtern. Er ist 2021 aus dem Gefängnis geflohen, in dem er wegen Entführung, Diebstahl und Mord inhaftiert war, und hat Haiti seitdem durch seine Handlungen weiter destabilisiert. ▼M12 EINRICHTUNGEN 1.  GRAN GRIF. Benennung gemäß Nummer 15 der Resolution 2653 (2022) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für die in der Nummer 6 dieser Resolution aufgeführten Maßnahmen, wie in Nummer 16 Buchstabe a dieser Resolution näher ausgeführt. Alias: a) Gran Grif de Savien b) Savien gang c) Baz Gran Grif Anschrift: Haiti Tag der Benennung durch die VN: 8. Juli 2025 Zusätzliche Informationen aus der vom Sanktionsausschuss bereitgestellten Zusammenfassung der Gründe für die Aufnahme in die Liste: Die Bande „Gran Grif“ ist die größte Bande im Departement Artibonite in Haiti. Die Bande „Gran Grif“ ist für 80 % der in Artibonite gemeldeten getöteten Zivilpersonen seit 2022 verantwortlich. Die Bande „Gran Grif“ hat die haitianische Nationalpolizei und die von den VN genehmigte multinationale Mission zur Unterstützung der Sicherheit (MSS) angegriffen, unter anderem im Februar 2025; bei diesem Angriff wurde ein kenianischer Offizier der MSS getötet. Am 11. Januar 2024 ermordeten und verstümmelten Mitglieder der Bande „Gran Grif“ einen Mann, nachdem er sich Angriffen der Bande „Gran Grif“ widersetzt hatte. Am 3. Oktober 2024 startete die Bande „Gran Grif“ unter der Führung von Luckson Elan (Hti.007) Angriffe auf Pont-Sonde in der Gemeinde Saint-Marc (Departement Artibonite), die Berichten zufolge zum Tod von etwa 100 Personen und zu 16 Verletzten geführt haben. Mindestens fünf Vergewaltigungsfälle, darunter eine Vergewaltigung von Minderjährigen, wurden dokumentiert. Das Massaker zwang auch mehr als 6 000 Menschen, aus ihrer Heimat zu fliehen. Am 11. Dezember 2024 tötete die Bande „Gran Grif“ 70 Menschen in Petite-Rivière-de-l’Artibonite, nachdem eine Selbstverteidigungsgruppe am 9. und 10. Dezember 2024 39 Personen gelyncht hatte, die der Mittäterschaft mit der Bande beschuldigt wurden. Zwischen Dezember 2023 und Juli 2024 entführte die Bande „Gran Grif“ 157 Menschen im Rahmen von neun separaten Entführungen in Petite-Rivière-de-l’Artibonite. Am 30. November 2024 wurde in Petite-Rivière-de-l’Artibonite eine 22-jährige Frau durch zwei Schüsse in ihre Vagina getötet, weil sie sich geweigert hatte, eine sexuelle Beziehung mit dem Anführer der Bande „Gran Grif“ Luckson Elan einzugehen. Auch die Bandenmitglieder der Bande „Gran Grif“ haben Vergewaltigungen begangen. Im April und Mai 2024 wurden zwei Rechtsanwälte von der Bande „Gran Grif“ getötet. Diese Angriffe auf Richter und Anwälte zielen darauf ab, ein Klima der Angst und Einschüchterung zu schaffen, und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Ausübung der richterlichen Unabhängigkeit und der gerichtlichen Vertretung dar. 2.  VIV ANSANM. Benennung gemäß Nummer 15 der Resolution 2653 (2022) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für die in der Nummer 6 dieser Resolution aufgeführten Maßnahmen, wie in Nummer 16 Buchstabe a und Nummer 16 Buchstabe g dieser Resolution näher ausgeführt. Alias: a) Living Together b) G-9 c) G9 Family and Allies d) G9 Fanmi e Alye e) The Revolutionary Forces of the G9 Family and Allies f) Fòs Revolisyonè G9 an Fanmi e Alye g) G-Pèp h) G-People Anschrift: Haiti Tag der Benennung durch die VN: 8. Juli 2025 Zusätzliche Informationen aus der vom Sanktionsausschuss bereitgestellten Zusammenfassung der Gründe für die Aufnahme in die Liste: Die Gruppe „Viv Ansanm“ unter der Führung von Jimmy Chérizier (Hti.001) ging im September 2023 aus dem Bündnis zwischen den beiden größten in Port-au-Prince tätigen Bandengruppen, G-9 und G-Pèp, hervor. Sie bietet kriminellen Gruppen eine gemeinsame Plattform, um Haiti durch Gewalt zu destabilisieren und Maßnahmen zur Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle zu unterdrücken. „Viv Ansanm“ hat koordinierte Angriffe auf kritische Infrastrukturen in Haiti verübt, darunter Gefängnisse, Regierungsgebäude und Haitis wichtigster Flughafen in Port-au-Prince, im Rahmen einer Kampagne, die unter anderem den Rücktritt des ehemaligen haitianischen Ministerpräsidenten Ariel Henry erzwang. Die beiden rivalisierenden Bandenbündnisse – G9 und G-Pèp – haben am 29. Februar 2024 das Bündnis „Viv Ansanm“ erneut aktiviert, um eine gemeinsame Front gegen die Übergangsregierung zu bilden. Von Ende Februar bis Mai 2024 wurde in Port-au-Prince ein beispielloses Maß an Gewalt verzeichnet, das von koordinierten Bandenangriffen gegen wichtige Regierungsgebäude und kritische Infrastruktur geprägt war. Seitdem hat das Ausmaß der Gewalt weiter zugenommen, da das Bündnis „Viv Ansanm“ beabsichtigt, sein Territorium zu konsolidieren und zusätzliche Stadtviertel in Port-au-Prince zu erobern. Zwischen dem 11. und 19. November 2024 griffen Banden des Bündnisses „Viv Ansanm“ mehrere Orte im Stadtgebiet Port-au-Prince, etwa Pernier, Nazon, und Vivy Mitchel, an, um Delmas und Pétionville zu überfallen. Die daraus folgende Gewalt führte zu mindestens 220 Todesopfern, 92 Verletzten und fast 41 000 Vertriebenen. Zwischen dem 26. und 29. Januar 2025 verübte „Viv Ansanm“ mehrere Angriffe in Kenscoff (Departement Ouest), südlich von Port-au-Prince, mit dem Ziel, die Kontrolle über das Gebiet zu übernehmen und den Zugang zum südöstlichen Teil des Landes zu sichern. Schätzungen zufolge wurden in dem Massaker zwischen 90 und 150 Menschen getötet. Die Gewalt führte auch dazu, dass mehr als 100 Haushalte zerstört und 3 139 Menschen vertrieben wurden. „Viv Ansanm“ hat seit Anfang März 2024 mindestens zehn große Angriffe auf den Nationalpalast verübt. „Viv Ansanm“ hat auch wiederholt unter anderem das Justiz-, das Verteidigungs- und das Innenministerium, das ehemalige Gebäude des „Cour Supérieure des Comptes et du Contentieux Administratif“ (oberster Rechnungshof und Gerichtshof für Verwaltungsstreitverfahren) und das allgemeine Krankenhaus sowie Einheiten der haitianischen Nationalpolizei, einschließlich der „Unité Départementale de Maintien d’Ordre“ (Departement-Einheit für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung) und der Polizeistation Port-au-Prince, angegriffen. In den nördlichen Gemeinden der Hauptstadt haben zwei Banden, die Teil des Bündnisses „Viv Ansanm“ sind – „5 Segonn“ und „Canaan“ –, bei Angriffen auf die Gemeinden Arcahaïe und Cabaret am 6. August 2024 mindestens zehn Menschen getötet und mehrere Häuser in Brand gesetzt, um die Kontrolle entlang der Bucht von Port-au-Prince auszuweiten, mutmaßlich um den Drogenverkehr und den Zugang zu anderen Gebieten zu erleichtern. An den Angriffen von „Viv Ansanm“ in Port-au-Prince und an der Verwaltung von Kontrollstellen waren Minderjährige beteiligt. Kinder werden je nach Alter, Geschlecht und Fähigkeiten für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt. Mädchen leisten beispielsweise Hausarbeit oder arbeiten als Spione, um Informationen über mögliche Entführungsopfer zu sammeln oder die Bewegungen der Polizei oder anderer Banden zu kontrollieren. Es gibt auch Berichte über Mädchen, die Waffen mitführen und wahrscheinlich an Zusammenstößen beteiligt sind. Zwischen Februar und Mai 2024 hat „Viv Ansanm“ die mutwillige Zerstörung und Plünderung öffentlicher und privater Infrastrukturen und Grundstücke im Stadtgebiet Port-au-Prince als Taktik genutzt. Beispielsweise verübte „Viv Ansanm“ am 24. März 2024 einen groß angelegten willkürlichen Angriff auf mehrere Häuserblocks um den Nationalpalast. Ziel dieses Angriffs war es, die Bevölkerung in dem Gebiet zu vertreiben und möglichst viel Schaden zu verursachen. Johnson „Izo“ André (HTi.002), der Anführer der Bande „5 Segonn“, wurde hierbei als einer der wichtigsten Angreifer identifiziert. Im März 2024 zerstörte „Viv Ansanm“ das Jude-Anne-Krankenhaus und verwüstete das Krankenhaus und das Gesundheitszentrum Saint Martin im Stadtviertel Delmas 18. Zwischen Februar und Mai 2024 haben Mitglieder des Bündnisses „Viv Ansanm“ unter anderem die Räumlichkeiten der Fakultäten für Naturwissenschaften, für Sprachwissenschaft, für Agrarwissenschaft und Veterinärmedizin, für Medizin und Pharmazie, der „École Normale Supérieure“ an der staatlichen Universität von Haiti sowie der nationalen Kunstakademie, der gemischten Schule „Les Frères Nau“ und der Nationalbibliothek in Port-au-Prince sowie zahlreiche andere Bildungseinrichtungen zerstört und in Brand gesetzt. Seit Ende Februar 2024 haben Mitglieder des Bündnisses „Viv Ansanm“ kritische Infrastrukturen angegriffen, Container mit Erste-Hilfe-Lieferungen geraubt und Krankenhäuser und Apotheken sowie andere Standorte für humanitäre Hilfe geplündert, insbesondere im Stadtgebiet Port-au-Prince. Blockierte Straßen und die Schließung des wichtigsten Flughafens und des Seehafens haben die Bewegung von lebenswichtigen Gütern und humanitärem Hilfspersonal erheblich eingeschränkt. Diese Störungen haben die bestehenden Engpässe verschärft und die Bereitstellung wichtiger humanitärer Hilfe behindert. Am 15. März 2024 hat das Bündnis „Viv Ansanm“ zusammen mit Zivilpersonen einen Container mit humanitären Hilfsgütern der UNICEF geplündert, der wichtige lebensrettende Hilfsgüter für Kinder enthielt. Die Schließung des wichtigsten Handelshafens in Port-au-Prince (APN/CPS) wirkte sich erheblich auf die Lieferkette für Grundstoffe aus, was zu einem Mangel an humanitärer Ausrüstung führte. ▼M2 ANHANG II A.  Liste der natürlichen Personen nach Artikel 2a Absatz 1 und Artikel 3a Absatz 1 ▼M8   Name Angaben zur Identität Begründung Datum der Aufnahme in die Liste 1. Jonel CATEL alias Johns CATHEL Funktion: Anführer der Bande „Terre Noire“ (verbunden mit dem „G9“-Bündnis von Banden) Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Jonel Catel ist der Anführer der Bande „Terre Noire“, die mit dem „G9“-Bündnis von Banden in Haiti verbunden ist. Unter seinem Kommando ist die Bande „Terre Noire“ an Gewalttaten und kriminellen Aktivitäten in Haiti beteiligt, darunter Raub, Lösegelderpressung, Entführung, Erpressung, Mord und Vergewaltigung. Jonel Catel ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti gefährden, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffneten Gruppen und kriminellen Netzwerken, die Gewalt fördern, darunter Entführungen, Tötungen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. 16.12.2024 2. Gabriel JEAN-PIERRE alias Ti-Gabriel; Ti Gabriel; Gabo Funktion: Anführer des „GPep“-Bündnisses von Banden (verbunden mit der Bande „Brooklyn“) Geburtsdatum: 31.3.1984 Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Gabriel Jean-Pierre ist Anführer des „GPep“-Bündnisses von Banden in Haiti, das mit der Bande „Brooklyn“ verbunden ist. Unter seinem Kommando ist „GPep“ an Gewalttaten und kriminellen Aktivitäten in Haiti beteiligt, darunter Erpressung, Zerstörung von Eigentum, Entführung, Mord und Vergewaltigung. Gabriel Jean-Pierre ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti gefährden, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffneten Gruppen und kriminellen Netzwerken, die Gewalt fördern, darunter Entführungen, Tötungen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. 16.12.2024 3. Ferdens TILUS alias General Meyer; Jeneral Meyer; Jeneral Meyè Funktion: Anführer der Bande „Kokorat San Ras“ Geburtsdatum: 15.9.1995 Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Ferdens Tilus ist der Anführer der Bande „Kokorat San Ras“ in Haiti (Gebiet Artibonite/Nordwesten). Unter seinem Kommando ist die Bande „Kokorat San Ras“ an Gewalttaten und kriminellen Aktivitäten in Haiti beteiligt, darunter Mord, Diebstahl, Vergewaltigung, Entführung und Veruntreuung von Eigentum. Ferdens Tilus ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti gefährden, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffnetem Gruppen und kriminellem Netzwerken, die Gewalt fördern, darunter Entführungen, Tötungen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. 16.12.2024 ▼M10 4. Micanor ALTÈS alias Monel Felix, Micanord; Mikano; Wa Mikanò; King Micanor; Alfred Mones Funktion: Anführer der Bande „Wharf Jérémie“ Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Anschrift: Neighbourhood of Wharf Jérémie, near La Saline, Port-au-Prince, Haiti Micanor Altès ist der Anführer der Bande „Wharf Jérémie“. Wharf Jérémie ist ein an der Küste gelegenes Stadtviertel im Gebiet von La Saline in Port-au-Prince. Dieses Gebiet steht seit mehr als einem Jahrzehnt unter der Kontrolle der Bande, die von Micanor Altès angeführt wird. Unter seinem Kommando ist die Bande verantwortlich für das Massaker an 207 Personen zwischen dem 6. und 11. Dezember 2024 im Viertel von Wharf Jérémie. Das Massaker ereignete sich nach dem Tod von Altès neugeborenem Sohn, der an einer unbekannten Krankheit gestorben war. In der Überzeugung, dass Voodoo praktizierende ältere Menschen in dem von ihm kontrollierten Gebiet sein Kind mit einem Fluch belegt hatten, ordnete der Anführer der Bande nach der Entführung aller über 60-jährigen Voodoo praktizierenden Einwohner ihre Hinrichtung an. Micanor Altès ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti bedrohen, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffneten Gruppen und kriminellen Netzwerken. 15.7.2025 5. Christ-Roi CHÉRY alias Kris-La; Krisla; Chrisla; Chrislat Funktion: Anführer der Bande „Ti Bwa“ (verbunden mit dem „Viv Ansanm/G9“-Bündnis von Banden) Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Anschrift: Commune of Carrefour, Metropolitan region of Port-au-Prince, Haiti Christ-Roi Chéry ist der Anführer der Bande „Ti Bwa“, die mit dem Bündnis von Banden „Viv Ansanm“ (auch „G9“genannt) in Haiti verbunden ist. Seit Februar 2024 kontrolliert die Bande „Ti Bwa“ die Gemeinde Carrefour. Unter dem Kommando von Christ-Roi Chéry ist die Bande „Ti Bwa“ an Gewalttaten und kriminellen Aktivitäten in Haiti beteiligt, darunter Mord, Raubüberfälle, Vergewaltigung, Diebstahl von Waren und Lastkraftwagen, Erpressung, gezielte Morde und Drogenhandel. Christ-Roi Chéry ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti bedrohen, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffneten Gruppen und kriminellen Netzwerken, die Gewalt fördern, darunter die Zwangsrekrutierung von Kindern durch diese Gruppen und Netzwerke, Entführungen, Tötungen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. 15.7.2025 6. Jeff LAROSE alias Jeff; Gwo Lwa; Taliban Funktion: Anführer der Bande „Canaan“ (verbunden mit G-Pép und dem „Viv-Ansanm“-Bündnis von Banden) Staatsangehörigkeit: haitianisch Geschlecht: männlich Anschrift: Canaan, Metropolitan region of Port-au-Prince, Haiti Jeff Larose ist der Anführer der Bande „Canaan“, die mit G-Pép und dem „Viv-Ansanm“-Bündnis von Banden in Haiti verbunden ist. Die Bande „Canaan“ kontrolliert die Orte Canaan, Onaville, Jerusalem, Corail, Rosemberg, Lilavois und Bon Repos, die alle im Stadtgebiet Port-au-Prince liegen. Die Bande erweiterte ihre Kontrolle über ihr ursprüngliches Revier hinaus und operiert auch in Mirebalais (Departement Centre). Unter dem Kommando von Jeff Larose ist die Bande „Canaan“ an Gewalttaten und kriminellen Aktivitäten in Haiti beteiligt, darunter Entführung, Aneignung von Land, Vergewaltigung, Wohnungseinbruchdiebstahl, Diebstahl von Waren und Fahrzeugen, Lösegelderpressung, Mord und Drogenhandel. Jeff Larose ist daher verantwortlich für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Haiti bedrohen, einschließlich der Vornahme von kriminellen Aktivitäten und Gewalt unter Beteiligung von bewaffneten Gruppen und kriminellen Netzwerken, die Gewalt fördern, darunter die Zwangsrekrutierung von Kindern durch diese Gruppen und Netzwerke, Entführungen, Tötungen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. 15.7.2025 ▼M14 7. Michel Joseph MARTELLY alias Sweet Micky Funktion: ehemaliger Präsident Haitis (2011-2016); ehemaliger Präsident der CARICOM (Januar 2023 bis Juli 2023) Michel Martelly, ehemaliger Präsident der Republik Haiti (2011-2016), war direkt an der Schaffung der Bande „Base 257“ beteiligt. Er finanzierte, förderte und unterstützte mehrere Banden, insbesondere „Base 257“, aber auch „Village-de-Dieu“, „Ti Bois“ und „Grand Ravine“, um seine wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen, seine politische Agenda voranzubringen und Gebiete zu kontrollieren, insbesondere durch die Bereitstellung von Feuerwaffen und Schusswaffen. Durch die Finanzierung dieser Gruppen ist er auch für die von ihnen begangenen Verstöße verantwortlich und hat daher finanziell zur Unsicherheit und Instabilität in Haiti beigetragen. Daher ist Michel Martelly für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit Haitis bedrohen, verantwortlich. 15.12.2025 8. Youri LATORTUE Funktion: ehemaliger Berater von Präsident Michel Martelly (2011-2016); ehemaliger Präsident des Senats (2017-2018); ehemaliger Senator des Departements Artibonite; Koordinator der Partei „Ayiti an Aksyon“ (AAA), früher bekannt als „L’Artibonite en Action“ (LAAA) Youri Latortue ist Gründer der politischen Partei „L’Ayiti An Aksyon“ (AAA), ehemaliger Senator des Departements Artibonite und ehemaliger Berater von Präsident Michel Martelly während seiner Präsidentschaft (2011-2016). Außerdem war er vom 13. Januar 2017 bis zum 9. Januar 2018 Präsident des Senats. Youri Latortue hat den Banden „Raboteau“ und „Kokorat San Ras“ Waffen und Finanzmittel zur Verfügung gestellt, um seine politische Agenda zu fördern und seine persönlichen und wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen, insbesondere im Departement Artibonite. Diese Banden sind auch heute noch aktiv und sind unter anderem an Entführungen und Schutzgelderpressungen beteiligt. Daher ist Youri Latortue indirekt für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit Haitis bedrohen, verantwortlich. 15.12.2025 9. Rony CELESTIN alias Rony APPOLON Funktion: ehemaliger Abgeordneter (2011-2017); ehemaliger Senator (2017-2023) Rony Celestin, ehemaliger Senator Haitis, ist an Gewalt im Zusammenhang mit bewaffneten Gruppen und Schmuggel beteiligt. Er wird insbesondere für die Organisation der Ermordung des Journalisten Néhémie Joseph verantwortlich gemacht, der seine illegalen Aktivitäten und Korruption aufgedeckt hat. Daher ist Rony Celestin indirekt für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit Haitis bedrohen, verantwortlich. 15.12.2025 ▼M2 B.  Liste der juristischen Personen, Einrichtungen und Organisationen nach Artikel 3a Absatz 1 ▼M14   Name Angaben zur Identität Begründung Datum der Aufnahme in die Liste 1. Bande 5 Segond Haitianische Bande im Stadtviertel Village-de-Dieu in Port-au-Prince Die Bande 5 Segond ist eine mächtige Bande in Haiti mit Sitz im Stadtviertel Village de Dieu in Port-au-Prince. Ihr Anführer ist Johnson André, alias „Izo“. Die Bande 5 Segond war offiziell Teil des Bandenbündnisses G-Pèp. Im Jahr 2024 gründeten G-Pèp und seine ehemaligen Rivalen „G9 Family and Allies“ ein neues Bündnis, Viv Ansanm (alias Living Together). Zusammen haben sie die Angriffe auf staatliche Einrichtungen verstärkt und zu Instabilität beigetragen. Die Bande 5 Segond begeht auch Diebstahl, Vergewaltigung, Entführung, Mord, seeräuberische Handlungen, Erpressung, Behinderung humanitärer Hilfe sowie Waffen- und Drogenhandel. Daher ist die Bande 5 Segond für Handlungen, die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit Haitis bedrohen, verantwortlich. 15.12.2025 ( 1 ) Verordnung (EU) 2018/1725 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2018 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der Union, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 45/2001 und des Beschlusses Nr. 1247/2002/EG (ABl. L 295 vom 21.11.2018, S. 39).

Quellenbestand vom 5. Oktober 2026. Die Sammlung wird schrittweise erweitert. Dokumentfassungen sind nicht mit der Zahl eigenständiger Gesetze gleichzusetzen.