Konzertticket online gekauft: Warum es oft kein Widerrufsrecht gibt
Nach dem Ticketkauf kollidiert das Konzert mit einem anderen Termin. Viele Käufer erwarten nun eine vierzehntägige Rückgabemöglichkeit, weil die Buchung im Internet erfolgt ist. Bei termingebundenen Freizeitveranstaltungen passt diese Erwartung häufig nicht zur gesetzlichen Regelung.
Ein fester Veranstaltungstermin verändert die Lage
§ 312g Absatz 2 Nummer 9 BGB nimmt bestimmte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen vom gesetzlichen Widerrufsrecht aus, wenn ein spezifischer Termin oder Zeitraum vorgesehen ist. Ein gewöhnliches Konzertticket für einen bestimmten Abend fällt grundsätzlich in diesen Bereich. Eine abweichende vertragliche Rückgabemöglichkeit kann dennoch vereinbart sein.
Die Ausnahme bedeutet nicht, dass Veranstalter bei jeder Veränderung der Leistung den Preis behalten dürfen. Eine Absage oder eine erhebliche Leistungsänderung wirft andere Fragen auf als die persönliche Verhinderung des Besuchers.
Welche Unterlagen jetzt helfen
Prüfen Sie Buchungsbestätigung, Veranstaltungsbedingungen und etwaige Stornierungszusagen. Klären Sie außerdem, wer Ihr Vertragspartner ist: Veranstalter und Ticketvermittler übernehmen nicht zwingend dieselben Pflichten. Bevor Sie ein personalisiertes Ticket weitergeben, sollten die Übertragungsregeln geprüft werden. Eine sichere Weitergabe kann eine praktische Lösung sein, ersetzt aber keinen bestehenden Rückzahlungsanspruch.
Rechtsgrundlagen: § 312g Absatz 2 Nummer 9 BGB.