1975D0578 — DE — 31.12.1977 — 001.001
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Entscheidung der Kommission vom 22. Februar 1978 (78/285/EWG) |
L 74 |
29 |
16.3.1978 |
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ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION
vom 30. Juni 1975
zur Ermächtigung des Großherzogtums Luxemburg, den Verkehr mit Saatgut einiger Sorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten zu beschränken
(Nur der französische Text ist verbindlich)
(75/578/EWG)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 70/457/EWG des Rates vom 29. September 1970 über einen gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten ( 1 ), zuletzt geändert durch die Richtlinie 73/438/EWG des Rates vom 11. Dezember 1973 ( 2 ), insbesondere auf Artikel 15 Absatz 2,
auf Antrag des Großherzogtums Luxemburg,
in Erwägung nachstehender Gründe:Gemäß Artikel 15 Absatz 1, Artikel 16 und 17 der vorgenannten Richtlinie unterliegt Saat- oder Pflanzgut von Sorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten, die in mindestens einem der Gründermitgliedstaaten amtlich nach Grundsätzen zugelassen worden sind, die denen der vorgenannten Richtlinie entsprechen, ab 31. Dezember 1974 in der Gemeinschaft in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung grundsätzlich im Hinblick auf die Sorte keinen Verkehrsbeschränkungen mehr.
Artikel 15 Absatz 2 der vorgenannten Richtlinie bestimmt jedoch, daß ein Mitgliedstaat auf Antrag ermächtigt werden kann, den Verkehr mit Saat- und Pflanzgut bestimmter Sorten zu untersagen.
Das Großherzogtum Luxemburg hat für eine Reihe von Sorten einiger Futterpflanzenarten, einiger Getreidearten und von Kartoffeln einen Antrag auf eine Ermächtigung gestellt.
Die Kommission hat mit Entscheidung vom 30. Dezember 1974 ( 3 ) für diese Sorten betreffend das Großherzogtum Luxemburg die in Artikel 15 Absatz 1 der vorgenannten Richtlinie vorgesehene Frist über den 31. Dezember 1974 hinaus bis zum 30. Juni 1975 beschränkt oder unbeschränkt verlängert.
Die Prüfung des luxemburgischen Antrags für diese Sorten ist inzwischen abgeschlossen.
Die Sorten King, Olympia, Tiran (Wiesenlieschgras) sowie die vom Antrag erfaßten Sorten von Hafer, von Hartweizen und von Mais waren im Großherzogtum Luxemburg keinen amtlichen Anbauprüfungen im Hinblick auf den luxemburgischen Antrag unterworfen worden. Die betreffenden Sorten von Hafer sind nicht-alternativen Winterformen. Die betreffenden Sorten von Mais haben einen FAO-Reifeklassenindex von 300 und höher. Es ist allgemein bekannt, daß die nicht-alternativen Winterformen von Hafer, die Sorten von Hartweizen sowie Sorten von Mais mit einem FAO-Reifeklassenindex von 300 und höher zur Zeit noch nicht im Großherzogtum Luxemburg zum Anbau geeignet sind (Artikel 15 Absatz 3 Buchstabe c) 2. Fall der vorgenannten Richtlinie).
Die übrigen in dieser Entscheidung aufgeführten Sorten waren im Großherzogtum Luxemburg amtlichen Anbauprüfungen unterworfen worden. Deren Ergebnisse hatten im Großherzogtum Luxemburg zu der Feststellung geführt, daß sie dort einen geringeren landeskulturellen Wert besitzen als andere im Großherzogtum Luxemburg zugelassene vergleichbare Sorten.
Für die Sorten Rina, Tetraflorum (einjähriges Weidelgras), Lofar, Melusine (Wiesenlieschgras), Weiristenta (Rotklee) und von Kamekes (Weißklee) haben die anderen Mitgliedstaaten diese Ergebnisse angenommen. Damit kann festgestellt werden, daß diese Sorten nach der Gesamtheit ihrer Eigenschaften hinsichtlich des landeskulturellen Wertes im Großherzogtum Luxemburg nicht den Ergebnissen entsprechen, die mit einer anderen dort zugelassenen vergleichbaren Sorte erzielt worden sind (Artikel 15 Absatz 3 Buchstabe c) 1. Fall der vorgenannten Richtlinie).
Für die übrigen in dieser Entscheidung aufgeführten Sorten kann auf Grund der Unterlagen über die Prüfungsergebnisse festgestellt werden, daß sie nach der Gesamtheit ihrer Eigenschaften hinsichtlich des landeskulturellen Wertes im Großherzogtum Luxemburg nicht den Ergebnissen entsprechen, die mit einer anderen dort zugelassenen vergleichbaren Sorte erzielt worden sind (Artikel 15 Absatz 3 Buchstabe c) 1. Fall der vorgenannten Richtlinie) oder — hinsichtlich der Sorte Angeliter Elbo (Rotklee) — daß diese sich als Rotkleespättyp herausgestellt hat, für den es allgemein bekannt ist, daß er zur Zeit noch nicht im Großherzogtum Luxemburg zum Anbau geeignet ist (Artikel 15 Absatz 3 Buchstabe c) 2. Fall der vorgenannten Richtlinie).
Hinsichtlich aller dieser Sorten kann dem Antrag des Großherzogtums Luxemburg daher entsprochen werden. Dabei muß allerdings berücksichtigt werden, daß ein Teil dieser Sorten im Großherzogtum Luxemburg mit der Maßgabe amtlich zugelassen ist, daß ihr Saatgut nicht zur Nutzung als Futterpflanzen bestimmt ist.
Weitere Sorten sind nicht mehr Gegenstand des luxemburgischen Antrags.
Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für das landwirtschaftliche, gartenbauliche und forstliche Saat- und Pflanzgutwesen —
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
(1) Das Großherzogtum Luxemburg wird ermächtigt, den Verkehr mit Saat- oder Pflanzgut folgender Sorten, die im gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten 1975 veröffentlicht sind, auf seinem gesamten Gebiet zu untersagen:
I. Futterpflanzen
1. Dactylis glomerata
Germinal
Taurus
2. Festuca pratensis
Dufa
Enbela
Festina
Largo
Wendelmoed
3. Lolium multiflorum
a) alternativum
Eclata
b) non alternativum
Amenda
Fat
Hesa
Optima
Rina
Tedis
Tetraflorum
4. Lolium perenne
Animo
Combi
Doublet
Hunsballe
Petra (Havier)
Premo
Raidor
Real
Splendor
6. Trifolium pratense
Angeliter Elbo
Heges Hohenheimer
Levezou
Oberhaunstädter Violettsamiger
Titus 71
Weiristenta (Resistenta)
7. Trifolium repens
von Kamekes
II. Getreide
1. Avena sativa
Avoine d'Hiver du Prieure
Blancheneige
Maris Quest
Pendrwm (Pendrum)
Penlarth
2. Triticum durum
Alle gegenwärtig im gemeinsamen Sortenkatalog aufgeführten Sorten.
3. Zea mais
951 J
A 728
Adour 500
Adour 560
Anjou 306
Anjou 360
Anjou 450
Anjou 500
Anjou 510
Apollo 125
Apollo 133
Apollo 136
Asgrow 33
Asgrow 46
Asgrow 55
Asgrow 66
Asgrow 72
Asgrow 90 B
Asgrow 153 W
Asgrow 6215 A
Asgrow ASC 95
Asgrow ASX 58
Asgrow ATC 79
Asgrow rusticus
Asgrow Supercross ATC 57
Attila
BC 420
BC 490
Cargill 444
Cargill 555 A
Cargill 608
Cargill Real 350
Cervino W
Ciclope
Cise 2 V 8
Cise 2 X 1
Cise 2 X 3
Cise 380
Cise 480
Cise 780
Cise OP 2
Cise X 6
Colorcim Funk's G 330
Colorcim Funk's G 377
Danubia
Dekalb 238
Dekalb 404 (Dekalb XL 306)
Dekalb 666
Dekalb 805
Dekalb Brach 1
Dekalb DF 48
Dekalb DF 58
Dekalb DF 686
Dekalb Silage 220
Dekalb Silage 440
Dekalb Silage 1051
Dekalb XL 24
Dekalb XL 38
Dekalb XL 71
Dekalb XL 316
Dekalb XL 342
Dekalb XL 361 (Dekalb 12)
Dekalb XL 363
Dekalb XL 707
Ercole
Ercole H
Felsinea 650
Felsinea Z 4
Felsinea Z 5
Funk's G 10 A
Funk's G 33
Funk's G 50
Funk's G 77
Funk's G 433
Funk's G 4411
Funk's G 4444 Waxy
Funk's G 4652
Funk's G 6719
Funk's G 18500
Funk's G 18503
Funk's G 18504
Funk's G 19207
Funk's G 20220
Funk's G Best
Funk's G Fast
Funk's G King
Funk's G Lider
Funk's G Lion
Funk's G Lord
Funk's G President
Funk's G Rock W
Funk's G Rock W 3
Funk's G Start
Funk's G Strong (Funk's G 4384)
Funk's G Top
Funk's G Vitrocini (SIC! Vitrocim)
Gransilo
Hice 3670 (Pioneer Hice 3670)
IGR 340
IGR 450
Indiana 750 A
INRA 300 (Inraspät)
INRA 310
INRA 321 (Inraweiß)
INRA 508
INRA 540
Insubria 295 A
Insubria 300
Insubria 305
Insubria 511
Insubria 521
Insubria 620
Insubria 640
Insubria 651
Iowa 4417
Kappa 600
LG 19
Marano ibrido Maliani
Maya 311
Maya 399
Maya 500
Mielmais 50
PAG 30 S
PAG 45
PAG 52 S
Piave W
Pioneer 368 A
Pioneer 370
Pioneer 388
Pioneer 3567
Pioneer 3911
Plata TV
Polesano 730
Pride 450
Provence 480
Roffi 300 G
Saturno TV 23
Saturno TV 37 G
Saturno TV 37 R
Sfibramais
Sile W
Silomais 1000
Silomais Sprint
Sivam 700
Sivam 800
Sugar 078
Supercross ATC 67
Supercross ATC 75
T 477
Titano
U 24
U 39 V 3 G (U 600)
U 39 V 3 R
U 42
U 42 A
United 530
United 550
Verda.
(2) Für die Sorten Real, Splendor (Lolium perenne), King, Olympia, Tiran (Phleum pratense) gilt diese Ermächtigung nur, soweit ihr Saatgut zur Nutzung als Futterpflanze bestimmt ist.
Artikel 2
Die Ermächtigung gemäß Artikel 1 wird widerrufen, sobald festgestellt wird, daß ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind.
Artikel 3
Das Großherzogtum Luxemburg teilt der Kommission mit, von welchem Zeitpunkt an und in welcher Weise es von der Ermächtigung gemäß Artikel 1 Gebrauch macht. Die Kommission setzt die übrigen Mitgliedstaaten hiervon in Kenntnis.
Artikel 4
Diese Entscheidung ist an das Großherzogtum Luxemburg gerichtet.
( 1 ) ABl. Nr. L 225 vom 12. 10. 1970, S. 1.
( 2 ) ABl. Nr. L 356 vom 27. 12. 1973, S. 79.
( 3 ) ABl. Nr. L 32 vom 5. 2. 1975, S. 41.